Amemen-Ammkime 'Slusgabe bis Il Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Aufnahme später eingereichtcr Anzeigen zur
nachsterscheinendcn Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, xedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.
Ns. 345.
Mittwoch- den 28. Inti.
189Z
BezirkS-Fernsprecher No. 52.
Bezirks-Fernsprecher No. 52.
Morgen-Ausgabe
= WaUau, 27. Juli. In, Saale der Herrn Fein dahier findet am Sonntag, den 1. Angnst, Nachmittags 4 Uhr, ans Veraiilassung des 13. BeznksvereiuS des „Vereins Nass. Land- und Forstwirthe" nne laubwirthschastliche Versammlung statt. Ans der Tagesordnuiig stehen Vorträge des Landwirthfchafts-Jnspeltors Kaiser ans Königstein über die Landwirthschaft im Maingau und de« Herrn Rentner« Wilh. Stritter-Biebrich über das Verhältniß der Landwirthschastskammer zum „Verein Nass. Land- und Forstwirthe".
* Darmstadt, 25. Juli. Aus der Chaussee von hier nach Eberstndt fiel es in neuerer Zeit wiederholt auf, daß Radfahrer bvl oder her my dem Bankett fuhren, ohne vo» dm dienstlhueudeu
§tür Augnst unö Septembev auf das „Wiesbadener Tagblatt" zu abonniren, findet sich Gelegenheit im Verlag Langgasse 27 bei den Ausgabestellen, den Zweig-Lxxeditionen in den Nachbarorten und sämmtlichen deutschen Reich-xostanstalten.
Vagendirnste.
Ein „alter Osstzier" veröffentlicht, wie schon erwähnt, in der „Franks. Ztg." eine Reihe von Artikeln unter dem Titel: „Streiflichter auf da« preußische Kadettencorps". Er behandelt u. A. auch das PageucorpS, das er eine „recht niedliche Pflanzschule adeligen Hochmuths" nennt. Nur adelige Kadetten werde» zu Pagendienstcn herangezogen. Die Dienste sind ja auch so wichtiger Art, daß unbedingt nur der Adel dazu geboren ist. In jedem Sommer wird eine Liste von Kadetten, im Alter von 17 bis 20 Jahren, als Pagen vorgeschlagen, und zwar bestimmungsgemäß nur Adelige ohne jede Ausnahme. Von diesen Pagen sind etwa 20 „Hospagen" und 20 „Leibpageu". „Leibpageu" erhalte» die Prinzen und Priuzessilineu deS königlichen Hauses,' und zwar jeder deren zwei. Das Kostüm ist das des vorigen Jahrhunderts. In Anbetracht der von den Pagen verlangten Dienste würde allerdings das Kostüm der Unfreien aus frühgermanischer Zeit passender erscheinen. Wie die Pagen bei seierlichen Einzüge» als Schaustück wie Bediente ans der Galakutsche zu stehe» haben, so werde» sie auch bei den Hosbällen lediglich als Staffage befohlen. Sie bilden in zwei langen Reihen, direkt hinter dem bestockten Cerenionienmeister, unter Führung des „Pagengouverneurs", eines sich hierzu besonders qualifizirenden OssizierS vom Kadettencorps, den Vortritt beim Einzug der königlichen Herrschaften in den Saal, an dessen Wänden sie sich in regelmäßigen Abständen ansstellen müssen. Droh des glänzenden Schauspiels eine ermüdende, ja ungesunde Anfgabe, meint ein aller Page, dessen Schilderungen auch das Folgende über diesen Pagendieust entnommen sei: „Vor mir die heiße Luft des Tanzsaals, während uumittelbär hinter mir ein geöffnetes Fenster die eirkalte Lust einer Winternacht entließ. Ost kämpfte ich mit einer Ohnmacht, wenn ich sd stundenlang bis in die tiefe Nacht hinein unthätig auf einem Fleck stehen mußte." — Nach der großen Herbstparade ans dem Tcmpel- hoser Felde findet ein Paradediner statt, zu welchem Hofpagen kommandirt werden. Diese haben die eigenartige Ausgabe, an den leeren Thronen Wache zu stehen, damit sie nicht etwa dadurch entweiht werden, daß ein gedankenloser Gast sich harmlos ans den Thron setzt oder ihn in der Zerstreutheit mit einer auSgetrnnkenen Kaffeetasse oder einem leeren Glase dekorirt. „Bei der Cour, beim Ordensfeste und bei ähnlichen Gelegenheiten erscheine» die Prinzessiuncn in der laugen Hofschleppe, oft mehrere hundert Jahre alte, lauge schwere Möbel, deren Ende von den beiden Leibpagen getragen wird. Rach dem Fest sammeln sich die Fürstlichkeiten in besonderem Saale. Hier sowohl wie beim Festgottesdienst in der Kapelle giebt die Kaiserin das Signal zum Niedcrlegen der Schleppe, die dann schön aus dem Boden ausgebreitet wird, und zum Ausheben derselben, worauf sich alle Pagen wie der Beseiker auf ihre Schleppe stützen. Bei dem Mahle erfuhren die Schleppe» die eigenartigste Behandlung, welche den, der es noch nicht gesehen halle, unwillkürlich zum Lachen reizte. Die Schleppe, etwa fünfmal abwechselnd vorwärts und rückwätts gefaltet, wird hinter der Dame aus die Stuhllehne gelegt und dann — mit einer Serviette bedeckt." „Die hinter dem Stuhle stehenden Pagen hatten abwechselnd ihrer Prinzessin oder ihrem Prinzen die Speisen zuzureichen . . . Roch eine» eigenartigen Pagendienst möchte ich erwähnen. Bei dem Kapitel des Schwarzen Adlerordens halten wir nänckich den Ordensritter» die Stühle unterzusehieben und uns dann z» entfernen, da da« Kapitel bei geschlossenen Thüren ohne Zeugen stattsindet. Zmn Wegziehen der Stühle mußten wir wieder erscheinen und konnten dann nach Lichterfelde zurücksahren." Welche Gedanken mögen das neidische bürgerliche Kadeltenherz durchzittern, wenn es erwägt, daß es sogar zum Schleppentragen vermöge feiner mangelhaften Herkunft nicht geeignet ist! Wie übrigens frühere Kadetten und vennnlhlich Pagen diesen Dienst auch auf die Truppe auszudehnen versuchen, das bewies mir der Umstand, daß bei der letzt«» Anwesenheit des Kaisers in Düsseldorf ein Fähnrich des 39. Regiments — natürlich ein adliger — kommandirt wurde, um während des Frühstücks hinter dem kaiserlichen Stnhl zu stehen und den hohen Gast zu bedienen.
da« couche pied nicht mehr strecken, um mit der Spitze zuerst, wie es sein soll, den Erdboden zu betreten". Vom Schnüre» abgefeh.u, ist die letztere Vorstellung durchaus falsch, und es ist kaum begreiflich, wie sie im Zeitalter der Moment- photographie immer noch wieder produzirt werden kann. Der Fuß berührt den Erdboden mit der Spitze zuerst entweder bei — Lähmnngen oder bei dem Parade- oder Tanzmeisterschritt, der ein durchaus gekünstelter, aber absolut kein uatürlicher Schritt ist. Sonst wickelt sich der normale Fuß, mit der Ferse zuerst den Bodeu berührend, wie die Felge eines Rade« von hinten nach vorn vom Bode» ab; dies kann man nicht nut in jedem Augenblick bei sich und Anderen, auch den bestgewachsenen Menschen, beobachten, sonder» es ist auch durch wissenschaftliche Untersuchungen und Momentphotographie-Serie» längst sestgestellt. Es wäre ferner ja sehr schön, wenn die Herren „noch einen solchen gesunden normalen Sinn" hätten und „im Großen und Ganzen für das Logische und Normale in ihrer ganze» Natnraulage" wären, wie es der Herr Einsender vorausfetzt. Leider habe ich diesen Optimismus nicht und glaube, daß die Herren mir deshalb jetzt keine französischen, d. i. hohen Absätze tragen, weil sie — jetzt nicht Mode sind, weil jetzt Lang-Englisch Trumpf ist. Wer kann sagen, wann das andere Extrem einmal wieder Mode wird? Daun möge der „gesunde normale Sinn" der Herrenwelt die Probe bewähren! Dr. X.
* Vor einigen Tagen fielen mir eine Anzahl älterer Tagblatt- mimmern in die Hände und da fand ich unter Anderem auch einige Artikel von dem verstorbenen Dr. Bodemer: „Wohin sollen wir morgen wandern?" Wie schön beschreibt er da eine Fußtour nach Schmalbach und wie würde sich der eingefleischte Tourist wundern, wenn er hörte, daß fast Niemand mehr zu Fuß nach Schmalbach geht, daß aber der sonstige Touristeilverkehr sich nach dem Westen so enorm gesteigert hat. Auch über den Kellerskops fand ich eine» hübsche» Aussatz. Ich hatte nenlid) wieder einmal da in der Nähe zu thun lind bemeikte zu meinem Bedauern, daß immer noch feine Aussichten sind, daß auch dorthin wieder ein Thnrm zu stehen kommt. In einer Wirthschast eiugekehrt, behauptete mir gegenüber ein Gast, der Taunns-Klnb Franksurl hätte einer seiner Sektionen eine größere Summe zur Verfügung gestellt, damit endlich etwas geschaffen würde. Es ist im Interesse des Allgemeinwohls einerlei, wer einen Thurm da oben baut; aber die Wiesbadener hältcn hier mit Nichten ziiiückbleiben dürfen, oder warum thnn sie beim garuichts dazu?
* Bierstadt, 26. Juli. Zur Richtigstellung des Artikels unter „Stimmen aus dem Publikum" in Nr. 339 des „Wiesbadener Tagblatt" erkläre ich hiermit, daß der darin angegebene Sachverhalt durchaus auf llnmahrheit berußt. In Nachstehendem erzähle ich die reine Wahrheit: Auf meinem Heimweg am 22. d. Mts., Abends 9 llßi', begegnete mir der in dein voraugeführten Artikel als „allgemein geachiiter Mann" geschilderte Wirth Goßmanu von hier und suchte mit mir durch alle möglichen Schimps- worte Händel anzusangeii, die ich aber uubeachlct ließ und mir mit kurze» Worten beantwortete. Hierauf folgte mir P. Goßmaun aus dem Fuße und gab mir von hinten eine» Stoß. Ich sah mich also rücklings angefallen und handelte in Nothwehr, indem ich mit meinem nicht dicke» Stock nach ihm zurückschlng und mich mit meinem eine» (linken) Arm so gut vertheidigte, als es an- gäugig war. Kaum hatte ich den Schlag getha», als plötzlich von alle» Seiten ca. 8 bis 10 halbwüchsige Burschen, die ich aber in der Dämmerung nicht gleich erkennen tonnte, hervorfprangen und über mich heisieleii, infolge dessen ich zu Boden geworfen wurde. Jeder fiommentnt ift durch Vorstehendes überflüssig nnb ich kann alles Andere ruhig jedem uiiparteiischen, reehtdenkende» Leser dieses geschätzten Blattes überlaffeu. Durch die gerichtliche llutersnchring Ivird es sich schon klar stellen, was der „allgemein geachtete Bewohner der TaiiuuSstraße", recte Wirth Goßmarui, Abends um 9 Uhr im Feld ru.thriii gehabt hatte. Ich stehe mit dem „allgemein geachteten" Wirth schon seit einiger Zeit wegen straffälliger Sachen, weshalb ich ibn zur Anzeige brachte, ans keinem guten Fuß. Was nun meinen rechten Arm anlangt, so habe ich deuselbeu irr meinem früheren Beruf als Schreiner durch Blutvergiftung vor 15 Jahren bei dem Neubau der Ladeschen Hofapotheke in Wiesbaden verloren, was doch an und für sich traurig genug ist, trauriger aber ist es doch noch, daß mir so etwas in dem betreffenden Artikel vorgeworfen ivird. Auf das klebrige hier noch weiter eiiizugeheir, halte ich unter meiner Wurde, hoffe aber, daß die ganze Sache sich infolge meiner Anzeige genugenb ausklären wird. Es durste zum Schluß Jedem wohl klar sein, da ß jeder Beamte, der rechtmäßig als solcher seine Pflicht thiit, auch feine Feinde hat. Karl Weimer, Feldhüter in Bierstadt.
* Die im Morgeublatte vom 23. d. enthaltene Mittheilung eines Bienenzüchters mit dem Satze: „Schleuderhonig ist ebenso rein wie Wabenhonig und besitzt auch genau dieselben heilenden Grundeigenschasteu wie der Wabenhonig" ist ja daiikenswerth und möglicherweise auch zutreffend. Doch seien mir einige Zeilen der Erwiderung gestattet. Ich selbst hatte in einem, jener von mir wiedergegebenen Veröffentlichung des „Gesundheitshüters" voraus- gehenden niid sie wahrscheirilich veranlassende» Aussätze die Heilkraft des Bienenhonigs bei.Drphtheritis" erwähnt und sie der im Horrig vorhandenen (eigenthüirilicheu) Säure zugeschrieben, gerade der Säure in Dickmilch lind Buttermilch auch die erfahriiugsmäßige Heilung von lauge biueingetauchteii, burd) Blutvergiftung (stärkere Wie schwächere) augeschwollenen Gliedmaßen (Ann, Bein, Finger) beigemessen. Werin nun Herr Leopold Engel statt meines ihm zn- gesaudten AussätzcheuS seine Angaben über den Bieneuhoiiig veröffentlichte, so mochte ihn hierzu eine reichere Erfahrung treiben. Er »wähnt Ungarn, wo man durch Honig DiphtheritiS heile, hat sich tm ungarische» Staatsgebiete längere Zeit arrfgehalten. Er spricht absichtlich von Wabenhonig, nud ich vermnthete, deffen rauhere Bc- standtheile sollten und könnten bei der Abstoßung beS das Lebe» bedrohenden Fellbeschlages im inneren Halse gehörig mitßelfen. Welches der hauptsächliche Unterschied zwischen Wabenhonig und L-chlenderhorug sei, das lehrt ja der Wortlaut. Allerdings ist ja auch noch ei» Unterschieb zwischen „bilftcidi" und „heilend" — im engeren Sinne. Gegebenen Fall« mögen Persnche die kleine Streitfrage entscheiden Helsen. Vf. F.
— Mohlthätiglteit. Eingegangen sind bei dem Verlag des „Wiesbadener Tagblatt" ferner für die Hinterbliebene» des verstorbenen Veteranett in Niederseelbach von Ungenannt 2Mk. 20 Pf.; für die bedürftige Wittwe in Wallau vorr A. M. 1 Mk., Ungenannt 3 Mk., F. B. 1 Mk. Herzlichen Dank!
yereilt» - klack,richten.
kturze sachliche Berschte Verden bereitwinigft unter dieser Uederschrist aufaenammen.
* Der Ausflug des Mänrrergesang-Vereiiis „Concordia" nach St. Goar sand am Sonntag unter Betheilignug von circa 225 Mitglieder» nnb Angehörige» statt. Programmgemäß führten zwei Sonberzüge der Straßenbahn bie Ausflügler nach Biebrich, um das um 8 Uhr daselbst abgehende Schiff „Hansa" zu besteigen. Hier entwickelte sich, unterstützt von einer vortrefflichen Kapelle, ein mrriitercS Treiben, wozu namentlich das herrliche Wetter nicht unwesentlich beitrug. Bei dem Passiren denkwürdiger Punkte erklangen darauf bezügliche Weisen. Irr St. Goar gelandet, begab sich der Verein unter Vorautritt eines Musikcorps »ach dem Hotel-Restaurant „Rheinliist", einem für leseUschaftliche Ausflüge vorzüglich geeigneten Lokale, woselbst ein einer eher, aber guter Mittagstisch eingenommen wurde. Während desselben widmete der 1. Präsident Herr Julius Ebert dem früheren Landes- herrri einige Worte zu dessen 80. Geburtstag und führten dieselben zu einem begeistert aufgenommenen musikalischen Hoch. Die Absendung einer Depesche an den greisen Fürsten wurde beschlossen; dieselbe lautete: „Sr. Köuigl. Hoheit Großherzog Adolph, Luxemburg. Der Mänuer- gesang-Vereiir „Concordia" ans Wiesbaden, nach einer herrlichen Rhcinsahrt in St. Goar bei sröhlichem Mahle vereint, bringt Ew. Köuigl. Hoheit, unserem allverehrleii früheren Laudesherrn, ans Anlaß des Allerhöchste» 80. Gebnrttsestcs ein dreifaches uiusikalisches Hoch!" Nach einer Besichtigung bet interessante» Burgruine „Nhein- fels" wurden noch einige Stunde» fröhlicher Geselligkeit gewidmet. Chorgesänge, Solovorträge des als Gast bc8 Vereins anwesenden Herrn KonzertsäiigerL Heinemaiin an« Berlin, die stürmische» Beifall erweckten,Tanzw. wechselte» iii bitiiler Reihe, und dann er folgteAbinarsch nach bem mit leider l'/e Stunden Vcispälung von Coblenz nahende» Dampfer „Overstolz". Hier herrschte wieder die muntere, ungezwungene Fröhlichkeit der „Concordia" bis zu bet in später Nacht erfolgten Landnug in Biebrich. Ein in Ruderhcim ausgegebenes Telegramm an die Schiffs-Agentur Biebrich, Dampfbahnznge bis zur Ankunft daselbst festzuhalten, war leider ohne Erfolg, und so mußten die Theilnehmet den schon beschwerlicheren Weg mit der Tauuusdahn und der an der Curve ja stets ftntifinbtnben, sprichwörtlichen „Wartestunde" wählen, soweit sie nicht zu Fuß gewandert waren. — Folgendes Telegramm gelaugte soeben an den erste» Präsidenten dec „Concordia" aus Luxemburg: „Dem Mäuiiergesang-Verein „Concordia" beste» Dank für freundliches Gedenken. Adolph."
* Der Familien-Ansflug deS Gesangvereins „Wiesbadener Männer-Klub" fand am letzten Sonntag bei.prachtvollem Wetter statt. Früh Morgens versammeltcii sich die Mitglieder und Freinide des Vereins zahlreich am Hessischen Lndwigsbahuhof nud nahmen, von einet Abtheilung der Musikkapelle des Hcssifchen Füsilier- llleginietits, ferner von Tromm lern und Pseiseru begleitet, in dem nach Eppstein fnbrenben Zuge Platz. Kurz vor 10 Uhr am ersten Ziele angelangt, labte man sich an einem köstlichen Frühtrunk, um Kräfte und Stimmung für den bevorstehenden Marsch nach Königstein zu sammeln. Der wnnderschöue Spaziergang wahrte, eine kleine Rithepause einbegriffen, 2'/- Stunden. Die durchwärmten Sänger und gangesfreuube zogen um 1 Uhr mit klingendem Spiel in den schattigen Garten der „Stadt Wiesbaden" zu Königstein ein und hatten sich bald von jeglicher Ermüdung erholt. Ein flott servirtcs, vorzüglich znbcteiteteS und reichliches Mittag«,sseu wurde de» Ausflügler» vo» Hern, Restauraient Bender bargeboten und mit perlendem Rebensaft begossen. Die jüngere Generation gestattete sich die Besichtigung der Burgfeste, während das schöne Geschlecht und die älteren Herren es vorzoge», im schattigen Garten bet Ruhe zu pflegen. Gegen 4 Uhr blies die Trompete ein kräftiges Vorwärts, und eine halbe Stunde später befand sich der Verein in einem kühle» Grunde in Cronberg. Musik- tind Gesaiigsvorträge, Gesellschaftsspiele und Tanz ließen die Zeit leidet allznrasch dahinfließen. In Anbetracht der gennßreichen Gesang«- vortrage fei erwähnt, daß sich der „Wiesbadener Männer-Klub" jetzt unter der bewährte» Leitung de« Herrn Miisikdireltor« Cäiat Hoch- ftetter befindet, unter dessen Führung der Verein einer sicheren und blühenden Zukiiust entgegengeht. Um 7 Uhr wurde die Trinkguelle des berühmten Cronthaler Wassers ausgesucht und hierauf bei einem etwas drohenden Gesichte des Himmels der Spaziergang bis Soden songefetzt. Um 8 Uhr fuhr die fröhliche Gesellschaft von Sode» ab, um gegen 10 Uhr wohlbehalten hier am Tannnrbahuhof zu Innben. Mit Musik und Fackelschein begaben sich die Dame» und Herren welche an dein so wohlgelungenen Ausflug Theil nahiucn, in die „Mainzer Bie,Halle", wo noch ein geinüthliches Stündchen geplaudert wurde.
* Ter „Verein für HandlnngS-KomiuiS von 1858" $AÄl'1imi''rm,'d,tI Verein) in Hamburg hat im ersten Halbjahr 1897 2692 kaufmännische Stellen besetzt, gegen 2346 in bet gleichen Zeit r < l*a£te8' Ten, Mitgliederstande wurden im abgelaufenen Halbiahre ol07 neue Mitglieder und Lehrlinge zugesührt; die ^kiEuttzahl der Vereinkangehörige» stellt sich daraufhin aus über 54,000. Auch die PeiistonSkaffe (Invaliden-, Wiltwen-, Alters-und Waifenversorgung) hat eilte erhebliche Zunahme an Kassen- imtgliedern anszuwnse». Die Gefammlzahl derselben, eiuschließ- luh der aufgenonimene» Ehefrauen, belief sich am 30. Juni auf 6799 gegen 6492 am 1. Januar dieses Jahres. Das Vermöge» der Kasse ist von 3,529,628 Mk. 50 Pf. auf über 3,900,000 Mk. gestiegen. Ende Juni ton reu au bezugSberechliaten Kaffenangehoriger, 73 Personen (52 Wiltwen, 20 Invaliden nnb 1 Waffe) Vorhand en, mit einer jährliche» Gesammtpeusion vo» 44,01 l.o2 Mk. Einen Zugang von 527 neuen Mitgliedern hatte sodann die Kranken- und Begräbniß-Kasse, e.H., zu verzeichnen, die am 30. juiii 6721 Angehörige zählte. Vermehrt hat sich im verflossenen Halbjahre auch die Zahl der BezirkSgeschäftSstelle», deren der Verein jetzt 274 besitzt. Hiervon befinden sich 214 in Deutschland, 24 im Auslande und 36 über See.
... Stimmen ittro dem Publikum.
Gur Bercnenthdjungen unter dieser Ueberlchrift Übernimmt die Redaktion keinerlei Bcraniwortunzo
* Zm Morgenblatt vom Sonntag, den 25. d. M., befindet sich unter „Stimmen aus dem Publikum" ein Eingesaiidt über K o r set t- tragen und dergleichen, welches zwar von vielem guten Willen aber doch von recht wenig Sachkenntniß im Punkte der Kleidersrage zeugt und namentlich in einem Punkte nicht unberichtigt bleiben darf, weil es in diesem Punkte ganz falschen Vorstellnnge» Vorschub leistet. ES ist da bie Rede vom „Absatz auftreten",. „das nur auf» tritt, wenn durch das schnüren die Selbständigkeit der Körper- muskulatur lahm gelegt wird. Es kann dann der Fust
A«s Stobt und Zand.
Wiesbaden, 28. Jnli.
— Der firrr Laii-wirlhlchaftomlnlster, Se. Exc. Freiherr v. Haminerstein, trifft am 2.August in Wiesbaden ein, um von f hier aus den Rheingaii zu bereifen. In Vertretung des abwesenden “ Herrn Negiermigs-Präfidenten wird Herr Ober-RegiernugSrath I Freiherr v. Rei Switz den Herrn Minister begleiten.
— §av §d)iUer-9enluuiil wird, wie verlautet, schon im t nächsten Monat uieDergekgt werden, um dem Kaiser Friedrich- k Denkmal Platz zu machen. Dar Tellaiu zu letzlercni ist bereits s auf bem Theaterplatz abgesteckt.
— Saugers Knnstsaloir. Neu ausgestellt sind drei Kollektiv- Ausstellungen bedentender Kiinstler. Eduard Fischer (Berlin) ist mit 36 Oclgeniäldeii, Professor Hubert Herkomer (London) mit 25 Maldrucken, der neuen Erfindung dieses Künstlers, endlich L Friedrich Perlberg (München) mit 40 Aquarellen vertreten.
— Die Ausstellmig der Androiden, Bärenstraße 4, ; Parterre, ist nur noch wenige Tage hier, weshalb wir unsere Leser j auf diese besonders historisch interessanten Kunstwerke von Droz l aufmerksam machen.
— An» ,,Klarst feste Sans", das bekannte nnb geschätzte ■ Hotel an der oberen Wilhelnistraße, wird ebenfalls einem Neubau i weichen. Es soll schon im November d. I. damit begonnen werden, i Herr Gärtner, der Besitzer des Anwesens, beabsichtigt, da« Erd- "t geschah z» Geschästsläde» eiiizurichten, die oberen Geschosse dagegen ’ dem Hotelbetrieb vorzubehalten.
I Eine Balgerei in einer hiesigen Wirthschast hatte zur L Folge, daß der 26-jährige Wilhelm Bernhardt aus Schimborn k Verletzungen durch «in Biergla« davontrng, die seine Ansuahuie ins städtische Krankenhaus nöthiq machten.
irsbdtirnrr L aghldtt
«5. Jahrgang.
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M,5<X> Abonnenten.
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