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189Z
Samstag) den 24. Juli
Uo. 339
Bezirks-Fernsprecher No. 52.
Bezirks-Fernsprecher No. 52.
Morgen-Ausgabe
Zum 80. Geburtstag
Sr. fi. H. des Großherzogs von Luxemburg, Herzogs von Nassau.
(I» Wiesbadener Mundart.)
De Herzog iS i-zz achzig 3ohr, Er lebt allaa' dodriwwe
Unii doch was wolir is, de» iS wahr:
Die Lied is hie gebliwwe!
Er duht französisch dort kuukreern:
Jcd Sin» hecht jezz enfant, Wie gern deht er en Virrc Heern, Der deitsch schwezzt: Jo nun Raa'.
Eick glaab, de alte Herzog flennt,
Sinn so en Virre beit. Der wie sein Hosesiiekel kennt 3» Nassau Land unn Leit.
Der ent vuu Allem schivezze däht:
Vom Rhei', der Lahn, dem Maa', Wie'S jezz im blooe Ländche geht, I» Ems nun Eugehah'.
Vum Märzminister redd der aach,
Vuu acktunnverz'ger Straach, Daun schwezzt er'm vuu scim HochzetStag Des Herz ball winnelwaach.
Er redd tiun Weilburg, Biewerich, •
De Hilf unn de Kapell, Er kennt de Rhei' ganz austvennig Vnn Lahustaa' bis Kastel. —
Jo, Herzog, glaab, mer wisse ’S aach. Wie oft Du an uns denkst, Mer spiern's so recht ait heit dem Dag, Wie Du an Nassau hängst.
Drang unn blau, die alle Fadb, Kannst Du aach heit noch sehe, Sie werd vuu manchem Dach erab Dir heit cntgege wehe.
Unn wann mir heit aach preißisch sinn — Eich glaab, es is ganz gut — So ziehe mer mit EhrforchtSsinn Vor Dir doch all de Hut!
Drum Alles reicht Dir heit die Hand, Mit der Dn's Sechter fiehrscht: Mer winsche Dir unn aach Demi Land, Daß Du noch lang regierscht!
Vir reche, Wäschbitt-Redakdeer.
Kleine Chronik.
In Kreuznach wurde ein Theatcrmeister des Kurtheater» unter der Anschuldigung verhaftet, behusS Herbeiführung eines Unfalls alle Gashähite geöffnet uiiö einen schweren Stein in den Soffiteu aufgehäugt zu haben. Der Theatcrmeister ist jedoch, weil ausreichende Beweise für feine Tbäterschaft nicht bcigcbracht werden konnten, au« der Hast entlassen worden.
Die in Sait bei Köln vorgekommeiieu Mass envergiftnu gen durch den Genuß von rohem Rindfleisch nehmen einen immer bedenklicheren Umfang und Charakter an. Ganze Familien sind schwer erfrauft, da die unmittelbare Nachbarschaft ausschließlich ihren Fleischbedars bei dem betr. Metzger deckte. Die Familien, die da» Fleisch in gekochtem Zustande genossen, sind nur leicht erkrankt. Die Behörde beschlagnahmte das übrige Fleisch und fuhrt gegenwärtig eine strenge Untersuchung. t _ ...
Lei einem Bahnübergang tn der Nahe der Zeche „Unser Fritz, bei Gelsenkirchen wurde ein Bierwagen der Brauerei „Glückauf" von einem Güterzug Überfahren, etwa 100 Meter weit mit fortgeschleist und vollständig zertrümmert. Der Kutscher ist tödtlich verletzt und ein Pferd auf der Stelle gelödtet worden. Das Uiiglück wurde dadurch herbeigeführt, dah die Wcgeschrauken nicht geschlossen waren. Der Bahnwärter gicht an, kein Signal zum Schließen der Saniere erhalten zu haben. ,, . .
In Sieden, Kreis Nienburg, sand man unlängst tn einem sechspiündigen Hecht beim Ausuehmeu eine Ratte, die uocy aänzlich unverdaut war.
Aus Stadt und Land.
Wiesbaden, 24. Juli.
Zum 24. Juli 1897.
Großherzog Adolf von Lnxeuibnrg, Herzog von Nassau, der ehnvürdige Nestor der europäischen Fürsten, vollendet heute in seltener Frische und Rüstigkeit sein achtzigste» Lebensjahr und erreicht damit ein Alter, wie cs keinem seiner Vorfahren beschieden war. Als dem Sproß jenes uralten, sagenumwobenen edlen Geschlechte», da» unserem Heiiuathlaude seinen Namen gegeben, das in feinen Gliedern während acht Jahrbitiiderten eine Stütze der Herrlichkeit de» Deutschen Reiche» gewesen, da» au« seiner Mitte selbst einen Fürsten hervor- geheu sah, welcher de» Reiche» Krone und Sceptcr getragen, ist Großherzog Adolf jener Adel der Gefinmiiig, jene Fülle ritterlicher Tligeiiden überkommen, die ihn in guten wie in schlimmen Tagen umUncbteteit und ihm nicht nur die Liebe seiner Getreue», solidem auch die Achtuilg seiner politischen Gegner — Feinde hat Großherzog Adolf nie gehabt — stet« gesichert haben. Wenn heute Großherzog Adolf auf ein langes, creignißvollc» Leben mit seinem Wechsel von Glück und Uiiglück znrückblickt, so kann er es mit bei» Bewußtsein Ihn», daß er in allen Kämpfen und Stürmen, die ihm die Zeit gebracht, sich selbst getreu geblieben, daß er, unentwegt feiner Devise „Wahrheit und Recht" folgens, immerdar nur die Wege gewandelt, aiif die ihn die Gebote der Ehre und Pflicht hiiigewiesen. An dem Tage, da Großherzog Adolf ein einzig schön-» Fest inmitten feiner Familie begeht, wo von nah und fern ihm Glücke- und Segenswünsche zugeheii, werden auch Taitseiide im alten Nassau des riiterlidjeu Fürsten in dankbarer Liebe und Vcrehriiiig geducke», der ja auch seinem Vaterlande seine gange Liede und Güte beiunbit hat. Glückwünsche, Grüße unb Angebinde aller Art werden heute ihren Weg nach Luxembtirg nehmen, um Großherzog Adolf zu beweisen, daß er niiveegefsen ist in der iiassaitijLen Hei- niatl), daß die Bande treuer Anhänglichkeit nicht zerrissen ftub. Leider niilß der Wunsch so Vieler, Großherzog Adolf noch einmal zu sehen, die Hand, die so viel Gutes in Nassau gewirkt, »och ein- uial drücken zu dürfe», unerfüllt bleibe«, der Pilgerzug, welcher die Glückwünsche an» dem ganzei, Nassaner Lande »ach Luxemburg bringen sollte, kann im Hinblick auf das hohe Alter des Jubilars von diesem nicht empfangen iverben. Doch das wird der Festesfreude keine» Abbruch thn», allüberall, wo nassatiische Herzen schlage», wird alter Tradition gemäß der 24. Juli al» Jubiläums- und Festtag begangen werden. Möchten dem greise» Fürsten »och viele Jahre fegeusuollcn Wirkens beschieden sei»!
— Der Zchlotzherr von Kolrenbnrg. Die „Münchener Neiicst. Nachr." schreibe» u. 81.: Der Großherzog Adolf von Luxemburg begeht am 24. Juli fein 80, Geburtsfest. Der Großherzog ist von den Münchner» und Südbaher» als der greife, aber rüstige Schloßherr von Hohenburg bei Lenggries, als ein cbenfo ans- bauertiber, wie lebhafter Freund des bahrischen Hochgebirge», der durch seine waidmännischeii Liebhabereien Uuzähligeti nadibaltigen Verdienst brachte, hoch geschätzt, unb deshalb können die guten Wünsche, die dem hohen Herrn au» dem Laude, in dein er mit Vorliebe gern weilt, gespendet werden, zunächst weniger an den auswärtigen Sonveräii als zuvörderst an den fürftlichett Schloßberni von Hohenburg gerichtet iei». Ter Großherzog fühlt sich offenbar heimisch in Hohenburg, das er vor etwa 20 Jahren erstand. Denn nirgend«, weder in seinem Palais zu Frankfurt, »och zu Wien/gesiel es ihm in der Zeit feiner private» Lebensevochc besser cis in Hohenburg. Seiner abgehärteten Lebensweise in Hohenburg verdankt der Großherzog sein geutiide» Alter: der Achtzigjährige reitet nicht selten, und seine Jagden auf der Pereiiisalpe sind — echt waidinättuisch sowohl nach Umfang wie Erfolg — geradezu berühmt geworden. Selbst den iviutersportlichcii Vergnügungen des Skilausens:c. konnte der Großherzog noch bis in die neueste Zeit huldigen, und allen leidenschast- liche» Ratichern tauet er als Excuipcl dienen, daß man bei diesem Vergnügen auch „80" iv.rbcu kann.
— Vrrsonal-zkitchrichten. Herr» Professor Bücheier am hiesigen Gyniuasium ist der Rang der Rathe vierter Klasse Allerhöchst verliehen worden. — Die Besserung im Besiudcn des Herrn Kurdirektor Hey'l hat in den letzte» Tage» erfreulicher Weise an» gehalten, sodaß uuunrebr die Hoffnung auf völlige Genesung berechtigt erscheint. Der Herr Kurbirettor wird auf ärztlichen Rath zwecks Luftveränderung demnächst auf kurze Zeit nach Jagdschloß Niederwald übersiedeln. — Dem Küster an der russischen Kirche dahier, Herrn Ludwig Becker, wurde von Sr. Sgl. Hoheit dem Großherzog von Luxemburg das silberne Verdienstkrcuz, welches dem herzoglich uafsariische» Militär- und Civilverdienstordcn Adolfs von Raffau affiliirt ist, verliehen.
— Der Magistrat hat die Nenverpachtuug zweier Kellerräume tu dem Schulgebäude an der Lehrstraße auf das Gebot der Weiiihäudlers Herrn Nuppel genehmigt. Der Magistrat wird auf beit Antrag der gemischte» Kurhaus-Nenbatikommisfiou bei der Stadtverordneten- Verfammluiig den Antrag steUen.sich da mit eiuverstande» zu erklären, daß das alte Theater nicht als Provisorium während des Kurhaus- NcnbaucS benutzt, sondern alsbald im Wege der öffentliche» Versteigerung veräußert werde. Nach dem Vorschlag der Armeudepittatiott wird das für die Armen Wiesbadens bestimmte Legat des verstorbenen Geheimen Hofraths ProsefforS vr. R. Frescnin s im Betrage von 1000 Mk. in der Weise verwendet werden, daß das Kapital verzinslich angelegt unb ber Zinsertrag alljährlich am Todestage des Herr» Legatars au zwei unterstützungsbebiirftigc und würdige Anne vertheilt wird.
— Kleine Dokizen. Da das auf Donnerstag im Restaurant „Rheiublick" angesagte Gartenfest wegen der schlechten Witterung nicht stattsinden konnte, wird dasselbe, wenn angängig, heute Samstag Abend abgebalten.
August uuö September: .
auf bas
„Wiesbadener Tagblatt"
zu abonniren, findet sich Gelegenheit im Verlag Langgasse 2? bei den Ausgabestelle», den Zweig-Lxxeditionen in den Nachbarorten unb sämmtlichen beutschen Reichsxostanstalten.
(Nachdruck verboten.)
Großherzag Adolf von Knremburg.
Von A. Moscllanus.
Heute feiert der Großherzog von Luxemburg seinen achtzigsten Geburtstag, und da lenke» sich wieder einmal die Blicke aus jenes Ländchen, dessen Thron er vor wenigen Jahren erst bestiegen bat. Wechselvoll wie die Geschichte des Luxemburger Landes war sein eigenes Leben, und er selbst hatte es sich nicht träumen lassen, daß er al» Greis »och einen Thron besteigen würde, nachdem er 1866 fein Land verloren hatte. Er war am 24. Juli 1817 zu Biebrich als ältester Sohn des Herzogs Wilhelm von Nassau geboren unb folßle 1839 seinem Vater in bet Regierung. Obschon er dem politischen Fortschritt wenig geneigt war, wußte er doch 1848 einen Aufstand in seinem Lande zn vermeiden. Er befehligte 1849 im Kriege gegen Dänemark eine Brigade deutscher Truppen, aber später trat er aus Seite» Oesterreichs und 1866 wurde Nassau der preußischen Monarchie eiiiBerleibt. Im folgenden Jahre schloß er mit Preußen einen Vertrag, durch welchen ihm außer verschiedenen Schlössern eine t. baare Abfindungssumme zuerkanut wurde. Nach einem Aufenthalt in Paris und in der Schweiz lebte er viel in Wie», Frankfurt a.M., auf feinem Schlöffe Hohenburg in Bayern unb auch in Königstein im Taunus. Er war in erster Ehe mit ber allzu früh verstorbenen Elisabeth, der Tochter des Großsürsten Michael von Rußlaub, ver- ; hcirathet, unb feit 1851 ist er mit Adelheid, Tochter des Prinzen Friedrich von Anhalt-Dessau, vermählt. Aus dieser Ehe sind zwei Kinder hervorgegangen, der Erbprinz Wilhelm, geboren 1852, Generalmajor in ber österreichischen Armee, unb die Prinzessin Hilda, geboren 1864, die 1885 den Erbgroßherzog von Baden gc- heirathet hat. Durch diese Vermählung wurde die Versöhnung de« Herzogs von Nassau mit dem preußischen Königshause angebahut, woraus 1888 eine Zusammenkunft des Herzog? mit Kaiser Wilhelm H. in Mainau erfolgte.
Al« König Wilhelm III. von Holland, der zugleich Großherzog von Luxemburg war, schwer erkrankte, ergriff Herzog Adolf zweimal die Regentschaft des Großherzogthums unb bestieg den Thron end- zilltig am 23. November 1890. Im ganzen Land herrschte großer Jubel bei bet Thronbesteigung des neuen Großherzogs. Ilm dem neuen Fürsten den Aufenthalt im Lande zu ermöglichen, mußte bas großherzogliche Schloß in ber Hauptstadt pmgebant und erweitert werden. Uebrigens hält sich der Großherzog nur einige Monate im Jahr« dort auf; di« übrige Zeit bringt er auf seinen Schlössern in seinem ehemaligen Lande, in Bayer», in Wien tc. zu. So reizend Luxemburg auch gelegen ist, — als Residenz bietet es für einen Fürste» wenig Reiz, und Großherzog Adolf geht trotz seines hohen Alters lieber ins bayrische Hochgebirge auf die Jagd. Er ist noch sehr rüstig und man kann ihn oft ansreiten ober selbst kutschireu scheu. Er bcsitzi eilt sehr bebeutenbes Vermögen, mit bem er haushälterisch umgeht. Als Civilliste bezieht er 400,000 Franken.
Der Großherzog hat seine Rüstigkeit hauptsächlich feiner utäßigen Lebensweise zu verbankeu. Er fft feit Jahre» ein Anhänger Kneipp» unb nimmt jeden Morgen ein kaltes Bad. Fürs Rauchen hat er eine besondere Leidenschaft, und er mußte deswegen schon manchen Strauß mit den Aerzteu ausfechten. Da diese ihm da« Nanchett von Cigarren verboten hatten, weil dasselbe seinen Augen schädlich sei — er ist sehr kurzsichtig — ließ er sich ein langes C>garrc»- mundstück unfertigen, das wie eine lange Pfeife aussicht.
In Luxemburg flieht es bekanntlich auch Militär, etwa 200 Mann, i sowie eine Militärkapelle. Großherzog Adolf ist also oberster Kriegsherr dieser Truppe», unb bei seinem Regierungsantritt schwirrten die souberbarste» Gerüchte durch die Zeitungen von ctner Vermehrung der Militärmacht, einer Neubewaffunug und Ncu- uniformirtnifl und was dergleichen gefährliche Sachen mehr find. Es blieb aber bei einigen unbedeutenden Aenderunge». Die luxemburgischen Soldaten machen übrigens gar keinen ungünstigen Eindruck; da sie sehr wohl verpflegt sind, melde» sich soviel Freiwillige, daß man die beste» Mannschaften aussuchen muß, um nicht die Fricdcnspräsenzstärke zu überschreiten. Von de» zahlreichen Schnurren, die von böfen Zungen über die jetzige Kriegsmacht Luxemburgs kolportirt werden, verdient wohl folgende wieder anfgcsrischt in werden. Der Rekrut Jang (Jean, Johann) exerziert schlecht. Der Lieutenant ineldet ihn dem Hauptmann. Auch dessen Staud- rcdc fällt auf schlechten Bode». Endlich droht der Hauptmann mit bet Meldung beim Major, und Jang erkühnt sich zu »Wiedern: „Au» dem Major mach' ich mir nichts!" Der Hanplmann rapportirt diese gräßliche Subordination bem Major, unb bieiet spricht bas starke Wort gelassen aus: „Sagen Sie dem Jang, daß, wenn er sich nicht« aus dem Major macht, der Major sich — aud) nichts aus dem Jang macht!" Dieses militärische Genrcbildche» giebt ein trefflicher Gegenstück zrr Hackländers berühmten Saserneuhof- „Nasen" ab, nur daß es sich hier um eine Nase in auf- steigender, statt wie bei Hackländer in absteigender Potenz handelt Einem Kriegsheere schade» derartige idyllische Zustände nicht in einer Festung n. D., die nur mehr von Tonristen belagert S Wird. Die Luxemburger nehmen die Scherze der Ausländer über ihre „Armee" gelaffc» hin und weisen auf die günstige finanzielle Sage hi», in der sich das Land befindet. Die Steuern sind im Vergleich' zn den große» Nachbarlänberu wirklich sehr geringfügig, und eine schneidige Beitreibung derselben würden sich die geniüth- Itchcn Luxemburger gar nicht gefallen lasse».
Das sind idyllische Zustände, die der Großherzog bei seiner Ankunft im Laude oorgefunbeu hat unb an denen er auch nichts geändert hat. Im luxemburgischen NationaUied heißt es bekanntlich: ' .Mir wolle bleiwc», wat mir siu!" Und diesen Vers hat derGroö- herzog bei feinem Regierungsantritt wiederholt. Richt» hätte ign F dolkrthümlicher machen können als da« Verspreche», di« bestehend,n Verhältnisse unverändert zu lassen. Um bte eigentliche Regierung < kümmert er sich wenig; er hat volles Zuirauen zu fernem Staats- Minister Eyscheu. Mit dem Parlamente kommt der Fürst übrigens gut aus. Er hat sich sogar ohne WcitercS dem alten Brauche au«
bequemt, nach welchem der Herischer nur tu französischer Sprache zur Landesvertretung spricht.
Sein Sohn, der Erbgroßherzog Wilhelm, ber 1893 die katholische Prinzessin Maria Anna von Braga,iza geheirathet hat, reftbirt auf Schloß Berg, bas im Mittelpunkt des Landes gelegen ist. Bis jetzt ist diese Heirath nur mit Prinzessinnen gesegnet worden.
Die früheren Untertanen des Großherzogs habe» ihn »och nicht vergessen, und überall, wo Nassaucr-Vercine bestehen, wird sei» 80. Gebiirtstag gefeiert. Ans Wiesbaden, Weilburg, Königstein rc. werde» Deputationen ihm Glückwnnschadreffen übermittel», unb ber Fürst wirb bann wohl mitWehmnth wieder seines früheren schönen Landes gedenke». Aber man darf wohl annehmen, daß er sich in den letzten 30 Jahren mit den bestehenden Verhältnissen anSgesöhnt hat unb baß er bem Geschicke dafür Dank wissen wird, daß^r »och am Abend seines Lebens auf einem sorgenfreien Throne das Schicksal eines neutralen Ländchens zu leiten berufen wurde.
Nereiu« - Nachrichten.
Kurze sachliche Berichte werden bereitwilligst unter dieser Ueberschrist ausgenommen.
* Ans den morgen, Sonntag, stattfindendeu Ausflug des Gesangvereins „Wiesbadener Männer-Klub" lAbjährt nach Eppstein Morgens 8 Uhr 53 Minuten) sei nochmals atrsmerksam gemacht.
* Morgen, Sonntag, unternimmt der „L o ka l-Tap czir ergehst Isen-Per ein" einen Familicn-Ausflug mit humoristischen Vorträgen, Tanz rc. nach Igstadt (Saal „Nassauer Hos").
Stimmen an» dem Publikum.
(Für Veröffentlichungen unter dieser Ueberschrist übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)
* Sierftabt, 23. Juli. Al« gestern Abend gegen 9 Uhr ein allgemein geachteter Bewohner der Tannusstraße beit Feldweg nach dem Aukamm zu ciiifchlug, wurde er von dem Feldhüter Weint er ohne jede Veranlassung mit Schimpfworien insultirt. Als W. tüt« fah, daß der Betreffende sich nicht in Händel mit ihm entlief), schlug er bem Ahnungslose» mit feinem schweren Feldstück derart über bett Kopf, daß ber Matt» eine nicht unerhebliche Verletzung bavontrug und blutüberströmt »ach Hause kam, woselbst ihm ber Heilgehiilfe W. einen Verband anlegte. Der hierorts in üblem Rufe stehende Feldhüter Weimer darf in Biersiadt fast keine Wirthschaft mehr betreten und holt sich jetzt feinen Rausch in bett Nachbargenteittdett ober in Wiesbaden. Er hat nur einen Arm, und ba die Gemeinde für ihn und feine zahlreiche Familie anskomtucn muß, fo ist es leicht erklärlich, weshalb ein solcher Man» eine Feldhüterstelle bekleidet. Die häßliche Scene wurde von etwa 20 Personen beobachtet unb ruft hier große Er- bitteruug gegen bett Feldhüter hervor.
* Mainz, 23. Juli. In Disziplinar-Untcrsnchung würbe gestern der Schutzmann Schambach genommen, weil er mit dem hier am Dienstag verhafteten Ein- und Ausbrecher Spriestersbach, genannt Cordier, aus Wiesbaden, welcher sich ihm gegenüber als Bankier an» Ems ausgab (trotzdem er absolut nicht gentlemanlike attSsah), zechte, ihn tu feine Familie einführte unb an dem verhänfluitzvollen Abend, welcher den Gautier wieder in die Hände der Gerechtigkeit lieferte, mit ihm ein Rendezvous in ber „totubt Bonn" verabredet hatte.
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mit aus, tgett. itnch rlitz. und, iferl. rtrub :iber« nrich
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