Einzelbild herunterladen
 

x

4

x-

V- i

M

3

ierS

)hil. geb. ppa, neck.

rzin. neck, öl», iftcr roß- Sine i)ts«

in na rtha litt« D?aj äcre 3tlt* rida lehrt itant rebt,

ieitt mb mit rich ifert ins lier. eine hier

hier stph mil

eret äsa- tinn uni: ierg jnet ; T. ter»

öerr Herr rese« lock« Herr crei» Herr nen» erw. erm.

rr ©agblatt

Anzeigen-PreiSr

Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur

1897.

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

Donnerstag» den 8. Inli

Ko. 311

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

Morgen-Ausgabe

bei Fall, in btei kleinere Bezirke eingetheilt, an beren Spitze bte drei Geistlichen der Gemeinde stehe», die von verschiebenen Helfern und Helferinnen unterstützt werden. Die Tdcstigkeit ist ähnlich Geregelt, wie bei den vorerwähnten beiden Entrichtungen. Die zur Verfügung stehenden Mitiel besteheii aus den kirchlichen Opfergeldern im Betrag von 1200 bis 1500 Mk. jährlich und sonstigen sreiwilllgen Gaben der Gemeiiidemitglieder. Bon den Leistungen labt sich bei der kurzen Zeit beS BestebenS der kirchlichen Armenpflege der Marktkirchengemeiiibe noch nichts Bestimmtes sagen. Wir elnpsehlen die Eiiirichtiing der Förderung der Gcmelndemitglieber. Wer Näheres erfahren will, der wende sich an einen der drei Pfarrer der Gemeinde.

Fähigkeit ihre Herrschastsgrenzen immer weiter huiansruckt lind die deühalb den mobentcn Tonmalein so kongenial ist.

Ein hervorragender holländischer Landschafter, Jonkheer Storm van 's Gravesande, dem seine meisterhaften Origiiialradirnngeir in Frankreich, England, Amerika und seiner Heimath einen Namen gemacht haben, wen» er auch in Deiillchland noch weniger bekaimt ist, hat sich feit Kurzem in der erfolgreichsten Weise auch dieser graphischen Technik zugewandt. Während die deutschen Künstler, vor Allem Hans Thoma, auch in der Lithographie die zeichnerische Grundlage der Linie nicht verleugiieu, läßt Storm die Farbe und den Ton vorwalten, so sehr, daß bei manchen Blättern Alles in wogende Tonschwiiignng anfgelöst scheint. Dabei kommt ihm die merkwürdige Sparsamkeit und Anspruchslosigkeit seiner Motive zu statten. Eine leicht wellige Heidegegend, die von einem Strahl warmen Abendlichts getroffen wird, eine sonnige, ruhig bewegte Wasserfläche mit einer in der Ferne verdämmernden Stabtülhouette, eine wider den Wellenbrecher anstürmende Wogen- branbuiig, eine baumbestandene Berghalde in dämmernder Be­leuchtung, bas sind einige von den einfache» Grunbthemeii, die er in stets neuen Harmonieen zu variiren versteht. Aber auch die kompli-irteren Motive, lebhafte Hafen- und Wafferlaubschasten, Stadt- unb Straßenbilber ans ben hollänbischeii See- und Biimenstadten, Hamburg, Köln, Kleve :c. wirken biirch bie vollendete Behaudliing der Luft und des Lichtes und durch die Autorität des Gesanunt- tones, der fie bindet, nie zerfahren und minutiös, sondern immer einheitlich und groß. Als Schilderer des Wassers in aller seiner Poesie und in allen seinen Lebensäiißeriingen, in spiegelndem Glanz, durchsichtiger Flnth, gischtigem, brandeiidem Wogenschwall mag Storm zur Zeit unerreicht fein. Ebenso sicher zeigt sich seiiie Kunst in der Schilderung der Atmosphäre und der feuchten Lust. Wie er den Raum ausmeitet, wie er hinter fernen Gründen immer noch blasser abgetönte Fernen zu zeigen weiß, ist hewuiibernswerth. Es

nun die Frage auregen, ob diese Sperre eine berechtigte ist, denn nach Lage der Sache dürste anzunehmen fein, daß bas Walkmüülaruiidstüek, sei es burch Beitrag ober Ersitzung, mit einer Durchgangsgerechtigkeit zu Gunsten ber Allgemeinheit belastet ist; ein solches Recht könnte von Seiten ber Verpflichteten natürlich nicht einseitig aufgehoben werden, sollte die Sperre aber eine berechtigte sein, so müßte von Seiten der Stadtverwaltung dafür aesorgt werden, daß in ber Thalsohle ein anderer, direkter Fußpfad von ber Walkmühlstraße in den Wald angelegt wird denn man sollte doch den Zugang in die Wälder erleichtern und Wegunfertige nicht zu Kletteitoilren zwingen.___________

b Main», 6. Juli. Die Beschwerde des Herrn Direktor Simons wegen der Koiikurreiiz der Vari6töbühne m der Stadlhalle wurde vou der städtischen Theaterdeputatl0>i, die sich für inkompetent erklärte, der Hallekommission zur Beschsiibfassuug überwiese». Ein Neiitlier ans Kastel erhängte sich gestern au einem Baume hinter dem hiesigen Friedhöfe, vermuthltch m einem Anfall von Geistesstörung.

Kunstblätter von Storm van's Gravesande.

lieber neuere Kunstblätter des derzeit in Wiesbaden wohnenden berühmten holländischen Radirers Jonkheer Storm van 's Gravesande, über dessen künstlerisches Wirken wir öfter schon Mittheilniigeu machten, urtheilt ber bekannte Kuiistjchriststeller Amtsrichter Franz Ritffel in Wehen u. A.:

Mau kann den Reiz eines Laudschaftsbildes auf das melodische Element, diepittoreske" Linie, ober auf bas Harmonische, Ton und Stimmung begründen. Ersterer Art war bie ältere Bebutenlaiibschaft, letzterer Art ist der moderne paysage intime. Die ältere Land­schaft wirkte auch gern dadurch, baß sie Spuren vergangenen menschlichen Daseins in einer der Gegenwart fremden, gewisser­maßen ins Heroische erhobenen Form einklingen ließ, auf bie Empfindung des Beschauers ein; sie rief eine romantisch-sentimentale Stimmung wach. ,,

1 Stimmung heißt auch bie Parole ber modernen Landschaft. Aber nicht eine durch willkürliches Beiwerk hiiieingetragene, refleklive Siimmnng, sondern eine aus ber Verbindung des Ganzen, des landschaftlichen Bildes mit der Atmosphäre und dem Gesauimtkolorit,

Solchergestalt tritt uns die Landschaft der holländischer Maler eit dem Beginn des 17. Jahrhunderts entgegen, und so ist sie noch. Es begreift sich, daß bas Ausdrucksmittel ber positiven Farbe hier leicht entbehrt werden kann, daß Schwarz und Weiß dem tüchtigen Künstler zu genügen vermögen. In der Thal feiern Rembrandt, Ruisdael, Simon de Vlieger und viele Andere in ihren landfchatt- lfchen Stabirungen kaum mindere Triumphe der Farbe, als in ihren dkNälden. .. m v

.Aehnliche, zum Theil noch größere Wirkung als die Radirung | ^reicht bie breitere Technik bei Lithographie, die gerade wegen bieicr

Aus Stadt und Land.

Wiesbaden, 8. Juli.

Vekfonal - Nachrichten. Der Katafterzeichner Ludwig Heuß, bisher in Stralsund, ist in gleicher Diensteigeiifchaft vom 1. Juli d. I. ab an die Kgl. Regierung hier versetzt worden. Dem bei dem Kgl. MeliorationS-Banamt zu Wiesbaden beschäftigten Wiesenbaunieister Karl Stein ist vom 1. April d. abeine etatsmäßige Wiefenbanmeisterstelle versiehe» luorbeu. Versetzt sind: AmtSgerichtsrath Dr. Reinhold in Wiesbaden an das Amtsgericht I Berlin, AmtSgerichtsrath Lossen in Wiesbaden als Landgerichtsrath au bas Landgericht daselbst. Ernannt ist. Gerichtsaffessor Jakob Scheider zum Amtsrichter tn Höchst a.M.

_ El» plölillcher Tod hat gestern Nachmittag Herrn Kaufmann Val. Groll in feinem Geschäsislokale, Ecke der Schwalbacher- uiib Adlerstraße, ereilt. Herr Groll war infolge eines Schlaganfalles längere Zeit schwer krank hatte sich aber in den lungfteu Wochen wieder sehr erholt. Der Verstorbene ist feinet Zeit durch bas Vertrauen feiner Mitbürger in den nutzeren Biirgerausschuß berufen worben uiib längere Zeit ein sehr eifriges Mitglieb ber städtischen Armendeputation geiuefen.

Todt anfgefundrn in feinem Zimmer wurde gestern Morgen in einem hiesigen Hotel ein Gast aus Mühle».

V-fiingUch riiißdieftit wurde hier von Arolsen aus der Jakob Männchen, ber längere Zeit als Rentner hier gelebt unb auch ein dementsprechendes Haus gemacht hat, bis im 3um 1890 ber Konkurs übet fein Vermögen erkannt wurde. Männchen ist in Untersuchungshaft genommen worden, weil er des betrügerischen BankerollS unb bes Meineids verdächsig ist.

Verrltrs-Nachrichten.

»kurz- sachliche Berichte werde» bercilwilligst uutet dieser Ueberschrlst aufdenommen.

* Der VereinKrieger- unb Militär-Kameradfchast Kaiser Wilhelm II. hielt am verflossenen Souulag auf dem SpeierSkopf fein Walbs-st ab. Trotzdem das Wetter zu wünschen übrig ließ, waren doch die Kameraden, sowie Freunde des Vereins in grober Zahl dort versammelt. Ein Mnsikeorps sorgte für bie Unterhaltung, und Alt uub Jung war in ber besten Stimmung. Für die Unterhaltung bet Kinder, welche auf dem Fcstplgtz zu Hunderten berfainnielt waren, hatte ber VergnügungSrath reichlich Sorge getragen. Auch bei» Tanz würbe von Dame» unb Herten fleißig gehuldigt. Die Bewirthung wat dem Gastwirth , Herrn Wolsert Übertragen, welcher bemüht wat, die Theilnehmer m jeber Weise zufrieden zu stelle». Mit dem Bewnßtseiii, einen vergnügten Nachmittag verlebt zu haben, verließ ber Verein Abends ben Fest- vlatz um mit iliugenbem Spiel nach dem VereiiiSlokal (Nestanraut Zum Mohren") zu ziehen, wo man sicherst mii Mitternacht trennte.

* DerChristliche Arbeiter-Verein" hält heut Donnerstag, Abends 83,'« Uhr, eine Versammlung ab int oberen Saal, Mauergasse 4. Das Thema lautet:Ein Evangesiich- Sozialer aus ber Zeit ber französischen Revolution . Gaste haben Zutritt. (S. Inf.)

* Der Männergesang-VereinConcordia" hält feine etRe ordentliche Generalverfamnilung am nächsten Samstag Abend, 9 Uhr, int VereiiiSlokal (Stabt Frankfurt") ab. Die Tagesordnung um­faßt: Jahresbericht des Präsidenten, RechuuiigSablage des KassirerS, Bericht des Oekonomen, Wahl einer RechimngsprüfiingSkoinmisston, Neuwahl des Vorstandes und sonstige Vereinsaugelegenheiten. Mit Rückflcht auf die umfangreichen Punkte, die ihrer Erledigiing harren, erscheint es geboten, daß die Mitglieder pünktlich zur Stelle sind, uub verweisen wir auf das Inserat.

Stimme» ans dem Publikum.

(Für Beröffentlichllngen unter dieser Ueberschrist übernimmt bie Redaktion iciuenn Verailtwortullg.)

* Die Herren Besitzer der Walkniühl-Vraiiere! haben den durch ihr Aiiweseu sühreubeii, feit allen Zeiten dein allgemeinen Verkehr geöffneten Fußweg, welcher die Wallmnhsirraße unmittelbar mit dem Walde verbindet, vor einigen Wochen gesperrt. Man mochte

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige ÄMgen 25 Pfg- Reciamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Psg., für Auswärts 75 Pfg.

45. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Psg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

114,500 Abonnenten

Die WolMättglretts-Gim'ichttmgen Wiesbadens.

(Eigener Aufsatz für dasWiesbadener Tagblatt".) Von Adolf Hahn.

XX.

Kirchliche Armenpflege der Bergkirchengemeinde. Dieselbe, ans Anregung des Herrn Pfarrers Veeseiimeyer ein- Eichiet, ist feil dem 1. April 1895 in Wirksamkeit. Man bezweckt damit, verfchämte Arme, verlaffene Kinder, Kraiike und Gebrechliche ,,, unterstütze», um auf diese Weise bie städtische Armenpflege zu ergänze» bezw. zu verhüte», baß jene Bednrstigen derselben anheim- falle» Der Bezirk ber Bergkirchengemeinde (nördlicher Theil der Stadt) ist in verschiedene Sektionen eingetheilt, deren Vorsteher die Herren Pfarrer Veesenmeyer, Grein und König siub. tsin die vorhandenen Mittel, bie znm Theil aus Opfergelberu, zum Theil aus von Gemeindemitgliedern in liebenswürdiger Weise gespeiibete» f rei- williaeu Beiträgen bestehen, wirklich zweckmäßig verwenden zu können, hat man verschiedeite ber auf biefem Gebiet bereits eifahreiieu Kirchen- borftetier, sowie sonstige Mitglieder ber Gemeinde zur freiwilligen Mit­arbeitherangezogen. Diese Heiser und Heilerinnen suchen die Bedürftigen in ihrer Behausung aus und stehen ihnen nut Rath und Thal bei. Mit der Einrichtung dieser kirchlichen Armenpflege ist dem demo- raliFttenben Bettel der Grund entzogen, beim bie Wohlhabenden, bie sich an derselben betheiligen, können auch vor ihrem Gewissen den Bettel mit Rücksicht ans diese Organisation zurückweisen. Obwohl erst kurze Zeit bestehend, hat die Einrichtung doch schon viel Segen verbreitet. Im ersten Jahre ihrer Wirksamkeit (1. April 189o bis 1 April 1896) konnte man über 150 Familien Trost unb Hulse fleiüäbren Aber es bleibt noch viel zu thun übrig. Die zur Ver­fügung stehenden Mittel könnten größer sein, zniiial da die Berg- firdiengenteinbc unter den drei hiesigen Gemeinben biejemge ist, bte bie meisten Armen hat. Mr möchten deshalb die ber Sache noch fernstehenden Wohlhabenden unb Reichen zur Mitarbeit an bent großen Werk christlicher Nächstenliebe anregen.

XXI

grauenBerein der Neükirchengemeinde. Bald nach bet Eröffnung bet Ningkirche, am Ende bes Jahres 1895, wurde auf Anregung ber drei Pfarrer ber sogenannten Nenkirchen- geuteinbe berFraneitverein ber Neükirchengemeinde ins Leben gerufen. Dem Verein gehören Frauen und Jungfrauen der ge­nannten Gemeinde an, bie sich zu dem Zweck zusammengesch offen haben ber Neükirchengemeinde angehörenden, d. h. >m westlichen unb südwestlichen Theil ber Stadt wohnenden verschämten Armen, Kranken unb Gebrechlichen, sowie Personen, bie in Gefahr sind, in ihrer fozialeil Stellung zu Grunde zu gehen, Hulse zu bringen. Der Verein, der gegenwärtig circa 300 Mit­glieder zählt, will besonders helfend eintreten in Fällen, wo die städtische Armenpflege nicht angerufen werben kann, bie kirchlichen Mittel aber unzureichend siub. Die Mitglieder bes Vereins bringen jährlich ca. 1500 Mk. auf, die zu dem genannten Zweck Verwendung finden. Jeden Mittwoch kommt in dem Arbeitslokal des Vereins (in ber Mittel­schule an ber Rheinstrabe) eine Anzahl Damen zusammen, um Bett­zeug, Kleidungsstücke re. für Atme aiizus-rtige». Schon in gar mancher Familie, wo durch Krankheit oder sonstiges Mißgeschick Noth unb Sorge eingekehrt waren, konnte durch ben Verein rasche unb wirksame Hülse geleistet werden. Der Verein zerfällt in drei Sektionen, an deren Spitze je einer der Geistlichen ber Neükirchengemeinde, zwei Damen unb ein Kirchenvorsteher stehen, welche eingeheube Anträge prüfen, bie nöthigeu Informationen einzieheu, für regelmäbigen Besuch nothleibender Familien sorgen 2C. Im Jahre 1896 wurden circa 50 Familien unterstützt. Wir benutzen die Gelegeutzeit, um zu be­merken, daß ber Verein einer größeren Unterstützung Seitens ber Neükirchengemeinde bedarf. Es sind doch auch gewiß noch viele grauen unb Jungfrauen innerhalb dieser Genieiiide zu fiiibeu, bie dem Verein, ber sich eventuell schon mit einem Jahresbeitrag von 1 Mk. begnügt, beitreten könnten. Steht doch die oben schon er­wähnte Zahl der Mitglieder des Vereins in gar keinem rechten Verhältniß zu ber über 20,000 Seelen starken Gemeinde. Wer also Helsen kann, der möge sich bei einem ber brei Pfarrer btt Neti- kirchengemeinbc melden.

Kirchliche Armenpflege ber Marktkirchengemeiiibe. Diese Armenpflege ist im Herbst 1896 organisirt worden. Sie erstreckt Sch auf den östlichen unb südöstlichen Theil unserer Stabt. Dieser iatzon ist, gerade wie es bei ben beiden anderen hiesigen Gemeinben

Kleine Chronik.

Ein Riesenstör ist im RHein beiUerdinge»gefangen worden; 350 Pfund wog das Uuihier. ... _ , .

In einem Wagen dritter Klaffe tödtete sich am L-onnabenb während der Fahrt von Dortmund nach Düsseldorf ber Architett Fos Tr. aus Dortmund, ein Mann von etwa 26 Jahren, durch drei' gegen ben Kopf gerichtete R-volverschüffe. Als ber Zug cmlicf, faiib man ihn als Leiche. Der Revolver lag neben ihm auf ber Bank. In ben Taschen des Unglückseligen fand mau noch eine Summe von über 3000 Mark. , .

Ein städtischer Arbeiter tn Kreuznach, der auf dem Holz­markt in bet ffaualifationSgrube thätig war unb mit dem Ober­körper auf die Straße herüberragte, wurde von einem Zug ber Kleinbahn erfaßt und sofort tobtge drückt.

DieVolkszeitung" in Kiel hatte dem Verwalter des Heid­grabener Werktzausts, Oftermann, Mißhandlung eines blob- iunigen 36-jährigen Jnsaffen durch Schläge vorgeworsen. Die Straskauimer erkannte nach dem Antrag bes Staatsanwalts gegen ben wegen Beleidigung angeklagteuNcdakteur Korn auf Freisprechung, da der Wahrheitsbeweis vollständig erbracht war. ,

In Mitteldorfe, Salzbruiin (Schlesien) erschoß em Schwachsinniger seine Mutter, eine 84-jährige Greisin, und dann sich silbst.Schwientochlowitz (Oberschlesieu) wurde ei» Mädchen von zwei Männern überfallen unb seiner Kleidung bis aufs Hemd beraubt. Nachdem bie Kerle sich noch in anderer verbrecherischer Weise vergangen hatten, banden sie dem Mädchen die Füße zusammen und schleppten es in ein Kornfeld. Hier wurde eS bewußtlos anfgefundeii. . t ,

Ein Privat-Telegramm, das sich m nichts von den dort täglich einlaufenbell Telegrammen unterscheidet, geht demVerl. Tagebl. in Folgendem zu:Nordkap, 6. Juli. Der Un terstaatSsekretar im ReichSpostamt, Fischer, wird allernächstenS Infanterie- Brigabekommaubeur. Hansen." Herr Hansen ist ein Scherz- bolb. Oder sollte es doch etwa ernst sein? Wer kann, so fragt baS betreffenbe Blatt, das heutzutage wissen?

Währenb eines Konzerts in Jävenitz bei Gardelegen spielte der neunjährige Sohn bes Amtsrichters Peters mit anderen Kindern am Rande bes nahen Waldes, als ber siebzehnjährige Bursche Koscha» aus Kloster Nenendorf herznkain unb ben Kleinen unter dem Vorwand, er wolle ihm ein Nest zeigen, in ben Wald locfte Kaum hatten die übrigen Kinder ben Eltern den Vorgang gemeldet, als der kleine Peters von Männern herangetragen wurde. Er war durch Messerstiche am Kops und Hals schwer verletzt uub ist nach wenigen Stunden gestorben. Der Mörder wurde verhaftet. . . . -,

Die sensationelle Entführnngsgeschrchte m Graz, von welcher wir berichteten, hat rasch einen sehr traurigen Abschluß gesunden. Das Paar, der Hauptkassirer v. fiaiferfelb unb bie Gattin bes ehemaligen Chefredakteurs Withalm, wurde in guereb (Ungarn) tobt ausgefunden. Sie hatten Selb st mord durch Er­schießen begangen. , .

Die Pariser Wochenschriftle monde artiste bringt bas Repertoire ber Berliner Buhnen unb in ber letzten Nummer auch das Repertoire des Berliner Theaters. Da ist nun für zwei Tage 's Jungferngift" uub für einen Tagla mach ine paySanne angesetzt. Aus Weyrauchs lustigenMaschinen­bauern" ist eine Bauerumaschiue geworben.

Einen-Kostüm ball veranstaltete bie Herzogin von Devonshire am letzten Freitag. Die Damen strotzten von eigenen unb geliehenen Diamanten im Werthe von Hunberttaiifeiiden. Der Herzog von ist allerbiugs bas alte Erbtheil der großen holländischen Knust. I» der jüngsten Zeit pflegt Storm (wie meines Wissens auch Hans Thoma) nainentlid) die Algraphie. Hier tritt an die Stelle bes lithographischen Steins eine Alumiuiumplatte. Die Wirkung der Zeichnung unb bie Technik ist nicht wesentlich anders, als bet ber Lithographie, aber bie Handhabung des Materials erleichtert sich unb dieser uub andere Vorzüge versprechen der von Scholz ut Mainz gemachten Erfindung eine Zukunft. .

Äarl Storm van 's Gravesande lebt gegenwärtig ui Wiesbaden. Er ist 1846 in Breda geboren unb war, nachdem er feine UniOerfitätS» ftnbien in Leyden vollendet hatte, Schüler von Fölicien Rops. Schon früh zogen ihn die graphischen Künste an. Von seinen Radirnngeil haben sich viele einen Weltruf erobert, vor Allem diegrande unb biepetite estacado (großer und kleiner Pfahldamm in Vlilstugen) guqleid) ein Muster seiner lakonischen, aber erschöpfeiibeii Dar- stelluiigsweise. Wie bie großen Meister von ber Radirnadel hebt er es, feine Platten selbst zu drucken und ihnen im Druck bte letzt­malerische Volleubuiig zu geben. Es find dadurch Werke von einer geradezu raffinirten Feinheit des Tons und der Farbe entstanden.

Storm ist Mitglied des Salons auf dem Marsfeld tu Pans ttiib bet Royal Society of Painter Etchers in London. Von feilten letzten Lithographieen hat die Luchhandlmig von H. Staadt in Wiesbaden eilte größere Anzahl in Vertrieb übernommen Der Künstler gedenkt ober eine Auslese feiner Schwarz-Weiß-Werke, Kreidezeichnungen, Radirungen, Litho- unb Algraphieen demnächst einem größere» Publikum in Deutschland durch eine Ausstellung tn Frankfurt vorzusühren. .

Eine Biographie Storms hat neulich (tote wir feiner Zeit nut« tfieilten. D. R.) William Ritter in denGraphischen Künsten ver­öffentlicht. Sie ist von einer Reihe von Originalarbeiten uub Reproduktionen nach Blätter» des Künstlers begleitet unb giebi eine gute Anschauung seiner Art.