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Verlag: Langgasse 27.

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Abemd-Ausgabe

der Riese davon, ein junger Mann von 24 Jahren, welcher 2,29 m mißt und durch dessen Fingerring ein Zwei-Sous« stück durchkommen kann. Er fühlte sich so wenig angegriffen, daß er Tags darauf seine Hochzeit feiern konnte!

DieVachalcade hat von Glück zu sagen, daß der Wirbelwind nicht gerade am Tage deL Umzugs ausgebrochen. Nicht Alle stehen auf ihren Füßen so sest wie der Riese von Asuiorcs. Man denke, eine Ballettänzerin, die so wie so zwischen Himmel und Erde hängt! Was würde wohl mit all den Damen des Umzugs geschehen sein, wenn der Sturm sie ergriffen hätte? Die meisten würden sich sicher auf den Wagen desGoldenen Kalbes" geflüchtet haben, an dessen Schutz sie gewöhnt sind. Die Leichteste voll Allen, die aus Blumenduft und Ambra gemalte Cleo de Merode, würde vielleicht bis nach Belgien hingeweht und da als herrenloses Gut konfiszirt worden sein; und dieVache enragee selbst wäre am Ende bis nach Petersburg verschleppt worden und hätte dort statt Felix Faure die französische Republik repräsentirt ....

So wäre die peinliche Frage der Nordlandsfahrt des Präsidenten glücklich gelöst, diese Frage, über der die Elite der franko-russischen Diplomatie sich vergeblich den Kopf zerbricht. Vergeblich zählen die Herren alle Gold­knöpfe ihrer Galaröcke herunter: Fahren Nichtfahren? Was schließlich mit der vielbesprochenen Reise Faures geschehen wird, kann in diesem Augenblick höchstens das Pariser Orakel, Fräulein Cuedon, sagen. Der Glaube an die Seherin ist in den letzten Tagen wiederum sehr gestiegen. Nicht nur das Attentat auf den Präsidenten, auch den Sturmwind von Asuiores und Saint-Quen hat sie vorhergesagt. Nach Fräulein Cuedon hat übrigens die schwarze Serie lange noch nicht aufgehört. Zunächst sei noch ein Cyklon zu erwarten; hierauf noch einige Bomben und zum Schluß eine Erderschütterung:Un cyclone va. passer, Puis une catastrophe aise'e, Dont on na pas ide'e. Des homines vont griller etc.

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Verlag desWiesbadener Tagölalt".

Vrrrrßischrr Landtag.

KerUn, 23. Ium.

Abgeordnetenhaus.

Tas Abgeordnetenhans berieid heute tu erster Lesung den Gesetz­entwurf, betr. die Zwangsvollstreckung aus Forderuugcu landschast» lichcr (rilterschafilicher) Kreditaustallen. Abg. v. Cnny (iiat.-lib.) beantragt aus verschiedenen juristischen Bedenken, die Borlage einer Kommission von 14 Mitgliedern zu überweisen. LanbwirthschaftS- ministerFrhr. v. Hanimcrstein ist mit der KommWonsberatbnng einverstanden.empfiehlt ab« dafür dieJnstizkoiumifstonnnbhofft.baß die Vorlage noch in dieser Session Gesetz iverdc. Nach weitererDebalte wird die Vorlage einer besonderen Kommission von 14 Mitgliedern überwiesen. Es folgt die Beratbung des Antrags der Abgeordneten v. Mcndel- Steiufels (kons.) und Genossen, wonach die Staatsregiernng auf» gefordert werden soll, a) die amtliche Kontrolle für alles zum öffent- lichen Verkauf gelangende Fleisch in die Wege zu leiten; b) für die Fleischbeschau allgemein gültige Vorschriften zu erlassen; c) im Biindes- rath dahin zu wirken, datz iui Ausland geschlachteteThiere, sowie alle Fleifchwaarcn fremdländischen Ursprungs hinsichtlich der Kontrolle bei uns ebenso wie die des Inlandes behandelt werden. Ter Antragsteller

(Nachdruck verboten.)

Pariser Zrief.

Vachalcade. Künstlerumzug. Die Rußlandfahrt. Di« Exprinzetz. Eine Malerehe. Theatralische Versuche.

Paris, 22. Ium.

Während man in London einen der großartigsten Fest­züge bewundert, die je die Welt gesehen, mußten sich die Pariser mit ihrerVachalcade, dem Umzug derTollen Kuh", begnügen. Dort eine Köiiigiu im Mittelpunkt der Festlichkeiten, hier eine tolle Kuh. Man möchte sagen: das Sinnbild der Republik. Aber die tolle Kuh erschien selbst ?en Republikanern des Montmartre nicht anziehend genug, .Md so beschlossen sie, diesen Sommer-Karneval durch ein neues Spektakel, die Krönung der Muse des Mont- rnartre, aufzufrischeu. Die Montmartre-Künstler, jene, die sichMontmartrianer ans Ueberzeugung" nennen, rin Willette, Roedcl, Lambert, Charpentier, hatten Alles gethan, um dieVachalcade glänzender und interessanter M gestalten, als den Umzug des Boeuf gras. Eine Reihe dou phantasievollen Wagen setzte den Zug zusammen. In den zwei von Willette entworfenen:Cour des Miracles UndParis la Nuit herrschte die Lieblingsgesialt dieses Künstlers, der Pierrot. Auf demChar de 1Imagination iah man einen armen Maler neben seinem rostigen Alelier- dfen lagern; hinter ihm aber, umgeben von rosigen Wölkchen, die Bilder seiner Phantasie, Liebespärchen in Rokoko-Kostümen und die Göttinnen de§ Olymps, wie sie Champagner trinken.

DerChar de la Chiincre war eine Nachbildung der NossegrosseschcnChimäre", welche vor zwei Jahren im Pariser Salon ausgestellt war: auf der Spitze eines Hügels Vaud eine Frau mit einem Kranze in der Hand, dem Drunbild von Glück, Ehre, Reichthnm; eine Schaar von Männern und Frauen drängte sich in blindem Eifer heran Vnd fiel unter die Klanen einer riesigen Chimäre, die im Hintergründe bäumte. Viel bemerkt wurde,

der von Rocdel entworfene WagenA la Patrie libre, wo man neben Chlodwig, Karl dem Großen, Tnreune, Conde, Marschall Hoche und anderen, noch moderneren Helden Frankreichs die Schutzheilige von Paris, St. Genovesa, und Jeanne d'Arc thronen sah, zwei Modelle, welche wegen ihres typischen Aussehens von den Künstlern auch im Leben Genevieve undJeanne dArc genannt werden. Recht hübsch war der Wagen derMuse des Montmartre", ein anheimelndes Pariser Genrebild: eine Mansarde mit blumen­geschmücktem Fenster, in dem ein Käfig mit Kanarienvögeln hängt. Auf dem kleinen Balkon die Muse in Gestalt einer anmulhigcn PariserOuvriere, die das erste Ideal des jungen französischen Künstlers zu sein pflegt. Der einzige Wagen übrigens, der einen anständigen Charakter hatte; Fräulein Marguerite Stumpp, die Muse, war leidlich an­gezogen; alle übrigen Figurantinnen aber waren ausgczogen.

Kein Wunder, daß die Direktion der Oper ihr Ver­sprechen, zwanzig Ballettänzerinnen mit Fräulein Cle'o de Merode an der Spitze an dem Umzuge theilnehmen zu lassen, zurückziehcn mußte; nicht aus Anstandsrücksichtcn, sondern mit Rücksicht auf die Witterung, welche eine so allseitige Dekollctirnng keineswegs begünstigte. In der That fand der Umzug der tollen Kuh fast unmittelbar nach dem Cyklon statt, nach jenem beispiellosen Sturmwetter, welches in den Vororten von Paris gerast und die frisch installirtenfoires, die Jahrmarktsbuden, Menagerieen, Karussells ic., wie Kartenhäuser weggefegt. Es war die Jean-Goujon-Katastrophe für die Armen. Weniger Leichen, aber daftir mehr komische Züge. In der Natur findet man selten Tragödien ohne komisches Beiwerk. Man stelle sich den Wirbelwind vor, in dem Pierrots und Zebras, Riesen und Zwerge, weissagende Eremiten und Cirkusreiterinnen, Schlangenmänner und Karnffellpferde hoch in der Luft einen tollen Reigen tanzen! Die armen Holz­pferde sind bis auf das Dach eines dreistöckigen Hauses emporgeschleudert worden. Am beste» kam selbstverständlich

führt bei der Begründung ans, daß es sich hier nicht bloß um das Interesse des Landwirths, sondern auch des Händlers und Kon­sumenten handle, das durch die bestehenden Ungleichmäßigkeiten in der Kontrolle und Behandlung vielfach geschädigt werde. Die Prüfung der Frage müsse einer besonderen Kommission anvertrant werden, da die Veterniärdeputalion nur einseitig zusammengesetzt sei, und mit der obligatorischen Fleischbeschau, die besonderen An­gestellten zu übertragen sei, könne vielleicht eine obligatorische Schlacht- viehversichermig verbunden werden. Landwirthschaftsminister Frhr. v. Hammerslein hat im Einverständniß mit dem Kultus­minister zu erklären, daß die Staatsregiernng die Nothwendigkeit anerkenne, den beim Verkehr mit Fleisch und Fleischwaareu be­stehenden erheblichen Mißständen abzuhelfcn, und zwar gleichmäßig für ganz Deutschland. Die Grundlage dafür, die allgemeine Fleischbeschau, solle in Preußen zunächst durch Polizeiverordnung baldnwglichst cittgeführt und beim Reichskanzler dahin gewirkt werden, daß die anderen Bundesstaaten, soweit das noch nicht der Fall, in gleicher Weise vorgiugen. Alsdann werde den Kontrollmaßregelii gegen ausländisches Fleisch näher zu treten sein. Auf Aeußernngen des Abg. Ring (kons.) erwidert Geheimer Negierungsralb Conrad, daß eine Verfügung über die Thcilnahme der Landwirthschastkkammern an der Kontrolle der Viehmärkte vor­bereitet werde. Der La ndw i rth s cha f t rmin i st e r stellt sein Verhalten in der Angelegenheit des Thierarztes Arnous falschen Auffassungen gegenüber richtig. Nach weiterer Debatte, in welcher die Abgg. Ring (kons.) und Hahn (kons.) und die Abgg. Goth ein (freis. Ver.) und v. Eynern (nat.-lib.) sich über die Betheilmgung der Landwirthe an der Kontrolle der Produkten- märkte und über die derzeitige Lage der Getreidebörsen anseinander- setzen, wird der Antrag Mendcl-Steiufels angenommen. Alsdann werden Petitioiien erledigt. Nächste Sitzung, Donnerstag 11 Uhr: Petitionen.

Herrenhaus.

Das Haus erledigte Petitionen, welche entsprechend den Anträgen der Kommission der Regierung thcils znr Berücksichtigung, theils als Material übcriviescn wurden. Nächste Sitzung, morgen, 1 Uhr. Tagesordnung: Vereinsgesetz. Schluß der Sitzung 5 Uhr.

Deutsches Deich.

* Hof- und Personal-Nachrichten. Der bisherige erste Sekretär bei der denifchen Botschaft in Konstantinopel, LegatioiiS- rath Graf Henckel von DoitnerSmarck, ist für den Posten des Miitister-Residenten am luxemburgischen Hofe bestimmt.

* Kerlin, 24. Juni. DieFreis.Zig." schreibt: Zu den Ver­änderungen in den Ministeriell erfahren wir, daß das Avancement des Herrn v. Miquel thalsächlich sich auf die Vice­präsidentschaft im StaotSministeriunl beschränken wird. Das Ncichsamt des Innern soll dem Schatzsekretär v. PosadowSky angeboten worden fein; es ist aber zweifelhaft, ob derselbe dies auuimmt. Dem Admiral Hollmann soll vom Kaiser schon zweimal die Nachsolgeschast Stephans angetragen worden fein.

Jil parlamentarischen Kreisen wird der Schluß des Reichs­tags am Freitag erwartet. Auch der Schluß des Landtags soll am 30. Juni oder 1. Juli erfolgen. Es wird angenommen, daß das Herrenhaus die Vereins-Novelle in der Fassung der Regierungsvorlage wiederherstellen wird, worauf die Negierung, da die Fertigstellnilg der Novelle aussichtslos erscheint, den Landtag schließen dürste.

Der Reichstags-Abgeordnete Dr. Förster ist aus der deutsch- sozialen Reformpartei au8getreten. Wie verlautet, dürste die Vcralllassuug dazu in der Verhandlung der Handwerksorgaiiisations- Vorlage zu suchen fein.

* Altlratholiseyeo. Auf dem jüngst abgehalteue» Kongreß der Altkatholiken ist betreys des Cölibats Folgendes beschlossen worden: 1. Die Eingehung einer Ehe ist einein Geistlichen nur mit schriftlicher Erlanbniß des Bischofs, refp. der Synodalrepräsentanz gestattet. 2. Diese Erlaubniß soll Geistlichen, welche in bet alt»

Deutscher Reichstag.

O Kerli», 23. Juni.

Die Beraihung der Gewerbe-Novelle (Organisation des Hand­werks) wird fortgesetzt bei § 82. Ein Komproinißantrag Gaiup- Hitze-Kropalscheck, welcher die>zn angenommen wird, giebt dem Paragraphen lediglich eine redaktionell etwas veräiideite Fassung. Auch weiierhii: finden einige Anträge dersciben Antragsteller aus aiiderweite redaktionelle Formulirnng An­nahme. Bei § 91, der von den Jniiiiiigs-Schiedsgeiichtcn handelt, beantragen Abg. Auer u. Gen. einen Zusatz dahin, die Entscheidung über eingereichte Klagen habe inuerhald 14 Tagen zu erfolgen, widrigenfalls der Kläger die Gewerbegerichte oder, wo solche lischt bestehen, die ordentlichen Gerichte solle anrufen dürfen. Abg. Stadthagen (Sos.) begründet den Antrag. Abg. Gamp (Reichsp.) stimmt der Tendenz des Aiitrags zu, hält aber die Frist von 14 Tagen für zu kurz bemessen. Um eine Ver­einbarung mit beu Antragstellern hierüber zu ermöglichen, bitte er, die Beraihung dieses Paragraphen einstweilen ansziisetzen. Das Hans stimmt biesem Vorschläge zu. § 91 b gewährt gegen Ent­scheidungen einer Innung oder eines JnmiUgs-Lchiedsgerichts die Klage bei den ordentlichen Gerichten binnen einer Nachfrist von 10 Tagen. Ein Antrag Auer will diese Nothsrist auf einen Monat ausdehnen. Ein Antrag Richter und Genossen will die Klage auch bei den Gewerbegerichieu zulassen, wo ein solches besteht. Abg. Fischbeck (freis. Volksp.) befürwortet diesen Antrag im Interesse » der Arbeitnehmer und der Autorität der Gewerbegerichte.

Der Antrag Auer wird angenommen, der Antrag Richter dagegen abgelehiit. § 94 c erklärt die Innungen für befugt, die zur Innung gehörigen Betriebe in Bezug auf Befolgung der gesetzlichen und flatntarifdjcn Bestimmungen zu überwachen. Ein dazu eiiigebradjter Antrag Richter wird abgelehiit, ein Antrag Hitze, der die Räume oiisuehmeu will, welche Bestaiidiheile landwirthschaft- licher oder fabrikmäßiger Betriebe sind, wird angenommen. Zu §100, welcher von den Bestiinninngen über die ZmangSinmmgen handelt, wirb ein Antrag Richter angenommen, bet bie Bestimmung streichen will, wonach die VorauSfetznug für bie Bildung einer leistungsfähigen Innung schon bann als vor Hauben gelten soll, wenn 20 Haud- werker beitrittspflichtig siub; bagegen wirb ein Antrag Richter ab» gelehnt, bie Einladung zur Theiiuahme an der Abstimmung über Errichtung einer Zwangsinnnuq nur durch besondere Mittheilung an jeden Betheiligten und nicht auch durch ortsübliche Bekannt­machung erfolgen zu lassen. Ebenso wird ein weiterer Antrag Richter abgelehnt, daß die Bildung der Zwangsinnung schon als abgelehiit gelten soll, wen» sich nicht die Mehrheit der iur Abstimmung Auf geforderten (statt der zur Abstiinmnng Erschieueiieu) dafür ausgesprochen habe. § lOOf Absatz 2 handelt ! davon, inwieweit der Zwaugsinnullg Mich Handwerker beizutreteu 'haben, die in landwirtbschastlichen oder gewerblichen Betrieben

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45. Jahrgang»

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gegen Entgelt beschäftigt sind, bezw. HauSgewerbetreibeiibe. Abg. Richter (freis. Volksp.) beantragt, diesen Absatz zu streichen. Ein Antrag Gamp (Reichsp.) will den bezeichneten Personell, ehe sie der Beitrittspflicht untertoorfeu werden können, Gelegenheit zur Aeußerung hierüber geben. Dieser Antrag wird ziliiächst als Zusatz zum Absatz 2 angenommen. lieber den Alitrag Richter, den so erweiterten Absatz 2 ganz zu streichen, wird Zählililg uothweudig. Der Antrag, für bett bie Linke, die Polen, die Welfen und Vereinzelte vom Gentrum, sowie Prinz Hohenlohe stimmetl, wird mit 143 gegen 110 Stimmen abgelehiit. Mit § 103 beginnen die Vorschriften über die Handwerkskammern. Ein Antrag Augst zu § 103a, allen zur Kostendeckung herangejogenen Handwerkern das Wahlrecht zu geben, anch wenn sie weder einer Innung, noch einem Gewerbeverein angehören, wirb abgelehiit. § 103 i wirb auf Antrag des Centrnnis und der Rechten in etwas veränderter Fassung au- genommen. Anch § 103 n wird mit unwesentlichen Aenderungen angenommen. § 126 baubeit von den allgemeinen Vorschriften über bie Lehrlingsverhältnisse. Der Paragraph besagt: Für Personen unter 17 Jahren, welche mit technischen HülfSleistnngen nicht bloß vorüber­gehend beschäftigt werben, gilt bie Verinnthnng des Lehrverhältnisses. Ein Antrag Richter will den Paragrapheil hier streicheii, um ihn als 8 128 a unter die besonderen Bestiminnngen für Handwerker ein» zureihen. Nach kurzer Debatte wird der § 126 ganz gestrichen. Bei den besonderen Bestimiuuugeil für dar Handwerk nehmen die Ab­geordneten Liebermann, Bernstorff und Genossen den An­trag wieder auf, daß von 1905 ab nur die zur Führung des fUiciftertitels Berechtigten Lehrlinge halten dürfen. Minister Brefeld spricht gegen diesen Antrag, zn denr die ver­bündeten Regierungen niemals ihre Zustmimung geben würden. Abg. Enler (Ceutr.) bittet das Gentrum, geschlossen für den Antrag zn stimme». Der Antrag wird nunmehr abgelehnt. Es wird nun zn § 91 znrückgegriffen und der Antrag Auer in der Fassung angenommen, daß die Klage bei Gewerbe­gerichten ober orbenUichen Gerichten statthaft fein soll, falls bie Innung ober das Innungs-Schiedsgericht beu ersten Termin nicht innerhalb acht Tagen nach Eingang ber Klage anberaumt. Bei beu Uebergangs-Bestilunmngeu zu Art. 6 beantragen bie Abgg. Richter und Gen., bie in der Vorlage nicht enthaltene, erst bei ber zweiten Lesung beschlossene Bestimmilug wieder zu streichen, wonach bestehende privilegiite Innungen nicht auch ohne die Voraus- fetzung des § 100 in Zwangsimiuugen sollen umgetoaubelt werden können. Abg. Richter (freis. Volksp.) verlangt nun über seinen Antrag namentliche Abstimmung. Abg. Gamp(Reichsp.) wünscht bringend Ablehttiing des Antrags Richter. Derselbe wird in uament- licher Abstimmung mit 170 gegen 126 Stimmen abgelebnt. Hierauf vertagt sich das Hans. Morgen, 12 Uhr: Rest ber Gewerbe-Novelle, Servis-Taris und Nachtrags-Etat. Schluß 5"/« Uhr.

für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. jUijriyni jviuuiijtiis uächsterscheincnbcn Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

Für die Aufnahme später eingeretchter Anzeigen zur

U». 288.

Bezirks-Fernsprecher No. 52. DSttNrrstag, dkN 24. Imtt»

BezirkS-Ferilsprecher No. 52.

1897.