Viksbg-em Sagblatt
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No. 253
Mittwoch, den 2. Inm
Bezirks-Fernsprecher N». 52.
189Z
Bezirks-Fernsprecher No. 52.
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waren. Will man die Civilisalion retten, so mutz man das Nettungs- werk rasch beginnen, bevor es zu spät und die Mühe vergeblich wird. ES in rin trauriges Verhängniß, daß in Italien die leitenden Klaffen für solch elementare Nolhwcndigkeiten gar kein Verständliiß haben und gleich dem Bogel Strauß den Kopf in den Sand stecken in der Meinung, es fei kein Feind da, weil sie ihn nicht sehen wolle». Der Fall Frezzi ist eine überaus ernste Mahnung und Lehre.
In einen, früheren Brief erwähnte ich, wie die italienische Jugend, wenn sie auch „abasso Senofonte“ schreien mag, von einer traiiscendentalen Schwärmerei für Griechenland ergriffe» wurde. Daß die Ettmiki Eteria köpf- und planlos auf einen unvorbereitete» Krieg drängte, ohne sich in nationalem Bettelstolz der Mitwirkung der übrigen christlichen Balkanstaaten im vorhinein zu versichern, daß folglich der isolirte Krieg Griechenlands mit der Türkei unfehlbar mit seiner Niederlage endige» niußte, lag gänzlich außerhalb der Sehweite der italienischen Philhelleuen; für sie war es quand meine ein Freiheitskrieg, und dies genügte, sie zur Theilnahmc an demselben zu begeistern. Und Jünglinge und selbst reife Männer
Aus Stadt und §and.
Wiesbaden, 2. Juni.
— Die Grbprlnresstn von Wechlenbnrg-Strelltz, Kgl Hoheit, besichtigte am Montag von 5 dis 61/« Uhr auf Veranlassung des Prinzen und der Prinzessin Albrecht von SolmS- Braunfels mit den Hofdamen und m Begleitung des Kanimerherrn Baron v. Loen das Textil-Musenm im Rathhause Die hohe Dame nahm in eingehendster Weise die kunstgeschichtlichen Erläuterungen des Besitzers, Herrn Direktor a. D Fr. Fischbach, entgegen. Nächst den erst seit 1883 entdeckten, tausende Jahre alten Textilien aus Peru und Egypten fesselten besonders die Arbeiten der alten Hau->- industrie, welche vorbildlich dazu dienen, armen Frauen Nebenverdienst zu verschaffen, das hohe Interesse I. König!. Hoheit. Die durch Fabriken- und Maschiueu-Konkurrenz so sehr gesunkene deutsche Hausindustrie soll unter dem Protektorate höchster Herrschaften möglichst neu belebt werden. Im Juli wird in Braunfels eine Hausindustrie-Ausstellung eröffnet, über welche wir Näheres be- brichten werden.
. — Vrrfonal Uachrichten. Der frühere deutsche Botschafter rn Madrid, Graf zu SolmS, ist aus Sonnewalde hier ein* Betroffen und im Hotel .Zu den vier Jahreszeiten" abgestitgen. —
Aus Kunst und Leben.
♦ Inttns xi. Zachs f. Am Samstag, den 29. Mai, verstarb, wie schon gemeldet, in Würzburg der o. ö. Profeffor der Botanik, Geh. Rath Dr. Julius v. Sachs. 1832 zu Breslau ge- boren, wurde er 1868, nachdem er vorher schon an zwei Stellen gewirkt hatte, an die Universität Würzburg berufen, wo er dann ununterbrochen bis jetzt thatig war. Viele an ihn ergangene Rufe an "^..Umoerfitäten lehnte v. Sachs ob. „Durch seinen Tod hat die Würzburger Universität einen Verlust erlitten, wie sie von keinem größeren hat getroffen werde» können", sagte Professor Dr. Röntgen in etüem warmen Nachruf, dem er tiefbewegt dem Verstorbenen vor seinen Zuhörern am Anfang des physikalischen Kollegs am Montag Morgen hielt. Und in der That ist es so: denn einmal war v. Sachs eine ganz hervorragende Autorität auf dem Gebiete der Botanik; ohne zu übertreiben, kann man sagen: v. Sachs ist der Schöpfer der gegenwärtigen Botanik; besonders ist es die Pflaiizenphystologie, die durch ihn ins Leben gerufen und ausgebildet wurde. Dann war v. Sachs weithin bekannt durch seine äußerst anzicheiiden Vortrage; in ganz wunderbarer Weise verstand er es, seine Zuhörer zu fesseln und bei ihnen jedem Pflänzchen, selbst dem allerkleinsten, ein Interesse abzugewiiiiien, wie er selbst auch am Ausang ver Vorlesting über Systematik der Pflanzen zu sagen pflegte: „Meine Herren, die Systematik ist bekanntlich der am wenigsten interessante Theil der Botanik, aber es kommt doch sehr darauf an, wie sie gelesen wird und wer sie liest." Dazu kam ferner fein leutseliges Wesen im Verkehr; Jedem, der mit ihm in Berührung kam, wußte er ein freundliches Wort zu sagen. So ist es wohl kein Wunder, daß v. Sachs eine große Anziehungskraft ansübte auf alle seine Hörer, Mediziner, Pharmaceuten und Naturwissenschaftler, und jedes Semester eine große Menge junger Leute ihm zuströmte. Jedem, der mit v. Sachs einmal in Beziehung gestanden hat, wird dieser Mann unvergeßlich bleiben. Von ihm gilt das Wort: „Was vergangen, kehrt nicht wieder; aber ging es leuchtend nieder, leuchtet's lange noch zuruck." Kequiescat in pacel
„ , „ Verein» - Nachrichten.
Iknrze sachliche Berichte werden bercitwissigst unter dieser Ueberschrtst ausgenommen.
* Der Turn-Verein" macht am 1. Pfingstfeiertag einer. FaiullieuaiiSflug mit Musik. Die Abfahrt erfolgt Morgens, 8 1"
53 Mm., mit der Hessischen Ludwigsbahn und zwar bis Eppstein. Daselbst erfolgt eine gemeinschaftliche Frühstücksrast. Nach derselben findet genieinsamer Abmarsch statt unter Vorantritt der Musik und des Trommlercorp« und zwar über Fischbach und Schnaidhain »ach Königstein. Hier erfolgt gemeinsamer MittagStisch in der
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darunter auch der Deputirte Fratti, ein intelligenter, braver Mann von 50 Jahre», und zwei Studenten der Römischen Universität.
Die Begeisterung, für die Freiheit eines Volke», welches für Italien nicht nur niemals Svmpathieen zeigte, sondern in Afrika der gewissenloseste, hämischste Feind JtalieiiS war, zu kämpfen, streift sehr nahe an Douquijoterie; aber anderseits beweist sie doch, daß fm Geiste deS italienischen Volkes der Sinn für Ideale nicht erlösche» ist. Lebte noch der alte Garibaldi, er hätte ein Freicorps von 50,000 Mannen zusammengebracht und nach Griechenland geführt. Und daS hätte dem Kriege wohl eine andere Wendung gegeben, denn die italienische Jugend hat gezeigt, daß sie auf dem Schlachtselde männlich zu sterben weiß. Darf man nicht hieraus schließen, daß sie auch für die Freiheit ihre« VaterlaiideS zu sterben wissen würde? Nach aH dem Unglück, der Schmach und dem Elend, welches schmähliche, ehrlose Minister mit ihren parlamentarischen Helfershelfern über das Land gebracht haben, wirkt diese Begeisterimg für ein hohes Ideal denn doch erhebend, erscheint sie wie ein wiedergefuudeiier Schatz, der nicht sorgfältig genug bewahrt werden kann. Allerdings aber muß da» Ziel der Kämpfer ein hohes und würdiges fein.
gemalt unvergleichlich mehr schadet, als alle wahnwitzigen DeNamationen der Anarchisten, Sozialisten und Republikaner es jemals vermöchten, und brachte in der Kammer ein Gesetz zur gründlichsten Reorganisation der Polizei ein. Die Berathung der Vorlage wird voraussichtlich diel Zeit iu Anspruch nehmen, mehr »och die Durchführung des Gesetzes; bis dahin wird also sortgewirthschaftet werden wie bisher, höchstens wird die Polizei sich hüten, bei eventuellen Demonstrationen uu- «ätoffnete Menschen mit Todtschlägeru, mit dem Säbel nub mit Fausten zu mißhandeln und Verhaftete zu morden. Der Anarchis- mus ist eine Giftpflanze, welche dem Düngerhause» korrupter sozialer Zustande enffprossen ist und in diesem einen üppigen Nährboden findet. Mit brutaler Polizeiwirthschast ist das liebel nicht zu heilen, sonderil :S muß ihm vor Allem dieser Nährboden durch Erziehung, Unterricht und eine humane, weise Gesetzgebung entzogen werden. Man muß sich daher sorgfältig hüten, den Sozialismus a priori mit dem Anarchismus zu ideiitisiziren, wie Crispi es in Italien gemacht hat. Die Folge dieses Fehlers ist, daß bei der polizeilichen Hetzjagd auf angebliche Anarchisten das Volk für Verbrecher und gegen die Staatsgewalt Partei nimmt und die gesetzliche Staatsordnung als seinen geborenen Feind ansieht, gegen welchen jedes Kampfmittel erlaubt ist. Rudiiii hat alle sozialistischen Vereine aufgelöst, aber es wäre höchst bedauerlich, wenn er sich einbildete, durch diese Maßregel den Anarchismus ausrotten zu tonnen. Wohl hat er der Kammer einige Bruchstücke einer seit 15 ober 18 Jahren immer versprochenen, aber immer wieder m Vergessenheit gerochenen Sozialgesetzgebung oorgelegt, aber weder ist die Erledigung dieser Vorlagen in bet letz'gcn Parlanientssesfion noch die Durchführniig der allenfalls in einer spateren Session zu Staude zu bringenden Gesetze so bald zu erwarten, wahrend bas unglaublich große Elend des volkswirtschaftlich durch die denkbar unverständigste Finanzwirthschaft und durch den tollen, zur Bereicherung geldgieriger Spekulanten dem Lande aufgtbrungeneu Afrikaschwindel ausgewogenen Lande» täglich wächst und dem Volke Arbeit und Verbieiist unmöglich macht Daß aber der leere Magen der rücksichtsloseste und grausamste Revolutionär ist, weiß man aus vieltausendjähriger Erfahrung. Noch und Elend ist zwar so alt wie die Menschheit, aber der an der Schwelle des »wanzigsten Jahrhunderts stehende Mensch erträgt es nicht mehr mit der stumpfsinnigen Resignation des indischen Paria und der
kälte!)ter, welche am Bau der egyptifchen PykgWl» bekräftigt
Umstande, welche erst durch die öffentliche Gerichtsverhandlung gegen den Urheber des glücklicher Weise mißlungenen Attuitat» gegen den König Humbert klargestellt werden dürsten, führten zn dem Verdachte, daß die Missethat Acciaritos mit einem anarchistischen Komplott im Zusammenhang stehe. Auf Grund dieses Verdachtes wurden einige junge Arbeiter verhaftet, welche von der Polizei als Anarchisten angesehen werden. Darunter auch einer Namens Frezzi, em verheiratheter, für ruhig und ordentlich geltender Man», bei «,^'N.lkdoch angeblich eine Photograph^ Acciaritos gew I zogen aus "Italien den Grieche^ Hüffe, schlugen'sich" t'apfer"ünd
SrwarzurVerfugungbesUiiterslichungSrichtersmdasGesaiignißlnSan I Manche, »»d zwar die Besten, ließen in Thessalien ihr Leden Michelo eingesperrt, jedoch noch nichtvomRichterverhörtworden. Einige 1 *------*..... ■ ■ -* ■ 1 1 ~ '
Tage nach seiner Verhaftung wurde seine Frau verständigt, daß et jur<b Selbstmord gestorben sei. Als die Frau zur Agnoscirung »er Leiche erschien, sagte man ihr, daß ihr Mann sich von einem neben Meter hohe» Balkon hernntergestürzt habe. Dies schien der Frau nicht glaublich, überdies bemerkte sie, daß die Leiche andere Kleider und Schuhe hatte als jene, welche der Mann bei seiner Verhaftung getragen hatte. Ein Mailänder radikales Blatt „l’Italia del popolo“ stellte die Behauptung aus, Frezzi habe keinen Selbstmord begangen, sondern sei von der Polizei ermordet worden. Diese Nachricht erregte das peinlichste Aufsehen, und da der offiziöse Dementirungsapparat pflichtschuldigst die Nachricht des „l’Italia del popalo“ für eine böswillige Lüge erklärte, forberte bie unabhängige Presse die Autopsie der Leiche.
In Paulo Fambris köstlichem Lustspiel „11 caporale della settimana“ sagt der Held des Stückes: „Die Behörde hat jederzeit recht, namentlich wenn sie unrecht hat." Dieser Witz ist ein geflügeltes Wort geworden. Demgemäß müßte die Autorität und Wahrhaftigkeit der Polizei gegen den schnöden Verdacht gerettet ■»erben. Wie es aber bringe stets und überall geschieht, wurde der amtliche Rettungsversuch in der denkbar ungeschicktesten Weise unternommen und verfehlte gründlich fein Ziel. Wie es heißt, wurde auf Betrieb des Justizministers Costa dessen Hausarzt mit der Vornahme der Obduktion der Leiche Frezzis und mit der Rettung der Autorität der Polizei beauftragt, und er referirte natürlich, daß ein Selbstmord vorliege. Einige radikale Depiitirten fetzte» es jedoch durch, daß die ßeidje nochmals von drei medizinischen Autoritäten, barunter der größte Chirurg Italiens, Professor Durantt, untersucht würde. Diese drei Sachverständigen schlossen nun auf Grund der Vorgefundenen organische» Verletzungen an der Leiche jede Möglichkeit eines Selbstmords aus uud erklärten, daß der Tob Frezzis nur burch barbarische Mißhandlungen herbeigesührt fein konnte. Infolge dieses Berichts wurden zwei am Todestage wachehabende Polizeimänner verhaftet, ein dritter ist bi» zur Stunde unfindbai geblieben.
Selbstverständlich wurde der scheußliche Vorfall in der Kammer zur Spradie gebracht. Rudini, als Minister des Innern, und der Justizminister Costa wagten es angesichts dieser Thatsachen nicht mehr, sich auf da» hohe Roß der Wahrung der Autorität der Polizei zu fetzen und eine Mohrenwäsche zu versuchen; sie erfudjteu sehr kleinlaut die Jnterpellanteii, den Ausgang der gerichtlichen Untersuchung abzuwarten, und versprachen die strengste Bestrafniig der eventuell schuldig Besundenen. Als die Arbeitervereine dem Gemordeten ein feierliches Leichenbegüngniß veranstaltenwollten,verbotes die Polizei; als aber am Tage nach den Erklärungen der Minister im Parlament die Arbeitervereine eine Eriunerungsfeier für Frezzi auf dem Campo di fiori veranstalteten und nahezu 20,000 Mann stark durch die ganze Stabt bis zum Friedhof zogen, wagte es die Regierung nicht mehr, diese Demonstration zu verbieten. Kein Polizeiwachmann war in der Stadt zu sehen, und die kolossale Prozession verlies in größter Ruhe und Ordnung, weil eben die Polizei nicht mehr bie öffentliche Ordnung störte.
Ich habe gelegentlich der ©tubenteubemonftration auf die Verwilderung der Polizei und auf bie Verachtung hingewieseu, mit welcher bas Volk ihr begegnet. Rudini ist seither zu der Einsicht | gekommen, daß der bonrbomsche Zuschnitt, welchen Crispi der Polizei gegeben hatte, dem Ansehen und der Würde der (Staats»
des Lrommlercorps und zwar über f nach Königstein. Hier erfolgt gemein1,...... ...... ... ut
Restauration Prokasky. Nach demselben Besichtigung der Burg Königstein, photographische Aufnahme sämmtlicher Theiftiehmer und Weitermarsch »ach Kronberg. Hierselbst Tanzvergnügen bis zum Eintritt der Dunkelheit und Weitermarsch nach Soden. Bon hier aus erfolgt die Heimfahrt mit der TauniiSbahn. Gäste fjfib Wttt» kommen.
* Verschiedene Mltthrllnnge». Man schreibt der „Franks.
« ° -l: D'e Bockt in-Fei er, welche Basel als Vaterstadt des Künstlers bei Anlaß seines 70. Geburtstags, 16. October s».\.2k6-' Detfpri*t khr interessant zn werden. Was die
hiirH. er;J5 n w® »r?« Festprogramm am meisten interc)fiten
Durfte, ist die Fest-Ausstellung von Mitte September dis Mitte hrtfrtrrnimU™aia?e‘ B'® jetzt sind schon über 50 Gemälde rvoalms Dafür angemeldet.
Staatlich geprüfte weibliche Apothekergehülsen aiebt « ui .Holland feit 1878 Das weibliche Hiilfspe?soual hat sich ">0^, mr^el durchaus bewährt. Die Frauen sind
gleich «schickt sur Rezeptur wie für Defektnr. Sie zeichne,, sich durch Akkurateffe, Ordnung Reinlichkeit und durch Freudigkeit im Berufe ans. Sehr voriheilhast ,st für den Apothelu.besitzer, daß sich d.e Gehulfinnen auch gern zur Thätigkeit in der Hauswnthschaft
* Zn einer der schönsten Veranstaltungen des „Männer. Turnvereins" zählt der alljährlich am 1. Pfingstfeieriao stall, findende Fairnlienansflug mit Musik. Da sich der Ausflug im Kreise der Mftgüeder so sehr eingebürgert hat so wird auch in diesem ^abt am 1. Pfingstfeiertag ein Familieuausflug mit Musik stattfiiiden, und zwar »ach Caub, Loreley, St. Goarshausen, St. Goar. Das Programm ist, wie folgt, festgesetzt: Die Theil- iiehmer fahren mit dem Zug 7 Uhr 14 Mi». Vorm. der Rheinbahn mittels Sonutagsbillets St. Goarshausen bis zur Station Caub. Nachdem in Caub das Frühstück eingenommen worden ist, wird zu Fuß nach dem Blücherdenkuial marschirt, wo eine patriotische F«er stattfinden soll. Der Marsch geht dann weiter am Rhein entlang bis zum Aufstieg zur Loreley. Nach kurzer Rast beginnt der Auistieg zur Loreley, welche sowohl eine wunderbar schöne Aussicht auf de» Rheiiistrom als and) »ach St. Goarshausen, St. Goar bittet. Von der Loreley aus wird nad) St. Goarshausen marschirt, wo bei Herrn Gastwirts, Klein das Mittageffen eingenommen wird. Nach dem Essen werden die Theiftiehmer mittels Dampfers nach st. Goar übersetzen und unter den Klängen unterer 80er Regimentsmusik durch St. Goar nach der Burg Rheiiisels uiarschiren. Nach Besichtigung der Burg kehren bie Ausflügler nach St. Goarshausen zurück, um bei Herrn Klein bis zur Abfahrt (9 Uhr 24 Mu.) zu verweilen, wo es an Unterhaltung und an dem üblichen Tänzchen nicht fehlen wird. Nichtmitglieber, welche an dein Ausflug theilnehmen wollen, sind sehr willkommen.
* Zu den schönsten Veranstaltungen, welche von Seiten der Vereine statlflnden, gehören unstreitig die Familienausflüge, welche die hiesige „T ur»-Ge seil schäft" alljährlich am 1. Psingstftier- tag unternimmt und von Jahr zu Jahr eine stets steigende Theil- nehmerzahl — welche letztes Jahr 192 betrug — findet. Der dies- lahrige Ausflug am 1. Pfingstfeiertag, Sonntag, den 6. Juni er., geht ins Rheingebiet und berührt einige hübsche Punkte, welche nicht alltäglich besucht werden. Die Abfahrt erfolgt Vormittags 7 Uhr 14 Minuten mit der Rheinbahn nach Lorch, das um 8 Uhr 44 Minuten erreicht und von wo sofort weiter marschirt wird. Der Weg führt zunächst ins Wisperthal und bann aufsteigend an dem gewaltigen Bergstock des Jägerhorns vorbei und durch Wald zum idyllisch gelegenen ForsthauS Kammerforst (450 Meter), das um IO5/« Uhr erreicht wird. Unterweg bietet sich von dem Plateau eine prächtige Aussicht auf den Hunsrück. In dem Forsthanse findet mm eine einftünbige Frübstücksrast statt und nach Beendigung Der» eiben der Weitermarsch auf hübschen Waldwege» zum TeufelSkadrich (415 m) einem iah in den Rheü, 341 m tief abfallenden felsigen Bergvorsprnng, mit hübschem Blick in das tiefe Rheinthal, auf das gegenüber mündende Morgenbachthal 20. Nach kurzer Rast erfolgt der Abstieg durch hübschen Hochwald über den Hörkopf (378 m) und bann durch Feld nach Aßmannshausen, das um l‘/i Uhr erreicht wird. Von hier wird die Bahn 1 Uhr 46 Mi», »ach RüdeS- heim benutzt und von da nach Bingen mit dem Trajekt übergesetzt. In Bingen findet im „Englischen Hof" um 3 Uhr das Mittag- essen statt, »ach deffen Beendigung noch reichlich Zeit zu Tanz uitb Unterhaltung bleibt. Die Rückfahrt erfolgt von RüdeSheim mit dem Lokalzug 8 Uhr 25 Min. Abends, der in Wiesbaden um 9 Uhr 40 Min. ankommt. Den Ausflug begleitet eine gute Musikkapelle.
* Sana«, 1. Juni. In Gegenwart des Oberpräsidente« Magdeburg, als Vertreter des Kaisers, und des Regierungspräsidenten and heute Vormittag die feierliche Enthüllung des Denkmals des Grafen Philipp Ludwig II. von Hanau-Würzenbera statt, der heute vor 300 Jahren die wegen ihres Glaubens be& olgten flamländischen und wallonischen Protestanten in sein Land aufnahm und dadurch zum Gründer der Neustadt Hanau wurde. Pfarrer Seffler übergab das Denkmal der Stadt. Der Enthüllung war ein Gottesdienst voransgegaugen, bei dem Pfarrer Wassel die Festrede hielt.
ZX Main?, 1. Juni. Rheinpegel: Vormittags 2m 10 cm gegen 2 m 4 cm am gestrigen Vormittag.
♦ Gießen, 1. Zum. Bei dem am letzten Sonntag auf dem Sportplatz an der Hardt bei GjjIn abaebaltenen in ter»
Herr Contreadmiral Sen bemann ist aus Kiel hier eingetroffen uud im Parkhotel" abgestiegen. - ©e. Excellenz Franz Pascha ist mit seiner Gemahlin aus Kairo hier eingetroffen und hat in der Pension „Margarethe" Wohnung genommen.
„ Hundesschietzen. Anläßlich des vom
« b'® A1-c.3uh 'n Nürnberg stattfindeuden XII. Deutschen Bundesschießens wird in dem Gebäude der Permanenten Aütz- stellnng für Industrie und Handel des Bayrischen GewerbeMseuntS in Nürnberg eine Fachausstellung für S chützen-, Jagd- »nd Forstwesen in der Zeit vom 1. bis 15. In« ver- auftaltet werden. Der Gedanke einer solchen Fachausstellung nt 1» beu maßgebenden Kreisen warm begrüßt worden, wen diese Veranstaltung eine interessante Ergänzung zu dem großen nationalen Feste bilden und zweifellos einen lebhaften Besuch anziehen wird. Die Kosten der Beschickung dieser Fach- ausstellniig find mäßige: Platzmiethe für den Quadratmeter Bodenoder Wandflache 5 Mk.; Leihgebühr für Glaskästen 5 Mk. per Kubikmeter; Tische werde» kostenfrei leihweise abgegeben. Für DrapirnngSarbeiten werden bie Selbstkosten berechnet. Sonstige Kosten
nut Ausnahme der Frachtkosten — erwachsen nicht. Vorbezeichnete Gebühren dienen lediglich zur Deckung der Verwattiingskosteit. Am 19. Juni findet die feierliche Eröffnung des Neubaiies des Bayrischen Gewerbemuseums, in deffen unmittelbarer Nachbarschaft bas Aus- stellungsgebäude liegt, statt. Den Theilnehmern an der Fach- ausstellung- für Schützen-, Jagd- und Forstwesen ist Gelegenheit gegeben, schon zu diesem Zeitpuiikt ihre Erzeugniffe ohne weitere Kosten aiisziistellen. Bei der sehr knapp bemeffeiien Zeit ist es aber erforderlich, daß Anmelduiigen und die AilSstellniigSgegeustäiide gleichzeitig und umgehe,id an das Bayrische Gewerbemuseum (Peimauente Ausstellung) in Nürnberg eingefeubet werben.
(Nachdruck verboten.)
Italienisches.
Von H. F.
Rom, Ende Mal.
Morgen ■Ausgabe
