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Wiesbadener Tagblaü.

45. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis: 50 Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. Der Bezug kann jederzeit be­gonnen werden.

Verlag: Langgasie 27.

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N». 1S2.

BezirkS-Fernsprecher No. 52.

Samstag, den 13. Marz.

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

1897.

fibend-Ausgabe.

Die Mahlen in Oesterreich.

Wir«. 11. März.

In Oesterreich haben seit einigen Tagen die Wahlen zum Neichsrath ihren Anfang genommen; aber erst nach Ablauf von mehr als einer Woche wird das Wahlgeschäft sein Ende erreicht haben, sodatz die Neugier, welches die Wirkung des neuen Wahlsystems in Oesterreich sein wird, noch einige Zeit gezügelt werden muß. Das bisher in Geltung gewesene österreichische Wahlsystem hat bekanntlich unter dem neuen Ministerpräsidenten nach langwierigen politischen Kämpfen, die zwei Ministerpräsidenten das Leben kosteten, eine einschneidende Umänderung erlitten. In Oesterreich wird nicht direkt, sondern nach Kurien gewählt. Bisher bestanden vier Kurien, und zwar wählen der Groß­grundbesitz, die Landgemeinden, die Städte und die Handels­kammern gesondert ihre Vertreter. Die neue Wahlordnung har hieran nichts geändert, sodaß die vier Kurien nach wie vor ihre 353 Mandate erhalten. Zu diesen treten aber 72 neue Volksvertreter als fünfte Knrie, oder, wie die Be­zeichnung heißt, als allgemeine Wählerklasse. Diese 72 Ab­geordneten werden von den Bevölkerungsklassen gewählt, die bisher von dem Wahlrecht ausgeschlossen waren, also in erster Reihe von den Arbeitern. Aber auch jeder, der in einer der vier Kurien wählt, ist zugleich in der allgemeinen Wählerklasse wahlberechtigt. Dadurch wird es bedingt, daß auch in dieser Wählerklasse keineswegs nur die politische Gesinnung der lohnarbeitenden Bevölkerung zum Ausdruck kommt. So kam es, daß die Wahlreform bei keiner Partei eine besonders freudige Aufnahme fand. Den Freunden des allgemeinen Wahlrechts ging die Reform selbstverständlich nicht weit genug, den Konservativen und Liberalen graute heimlich vor dem Spnmg in das Dunkle. Nein zu sagen aber wagten doch nur die Wenigsten, sodaß der politisch höchst merkwürdige Fall eintrat, daß eine Wahlreform, die eigentlich Niemandem recht gefiel, einem Ministerium be­willigt wurde, dem in Wahrheit keine Partei volles Ver­trauen entgegenbrachte.

Bedeutete die Abänderung des Wahlverfahrens somit keine grundlegende Reform, so brachte sie es doch durch die Steigerung der Wähler auf das Dreifache der bisherigen Anzahl mit sich, daß die Wahlbewegung diesmal eine ganz besonders starke und heftige ist. lieber die Wirkung der Reformen ist sehr viel und sehr Verschiedenartiges prophezeit worden. Aber es scheint, daß allen anders lautenden Prophezeiungen zum Trotz der christlich-soziale Führer Fürst Alois Liechtenstein Recht behalten wird, der schon voriges 3ahr triumphirend versicherte, die neuen 72 Volksvertreter würden in ihrer überwältigenden Mehrheit den Christlich- Sozialen angehören. Der Ausfall der Wahlen in Wien hat in der That die Hoffnungen der Christlich-Sozialen bestätigt. Wie die Dinge liegen, ist es nicht unmöglich, daß auch die weiteren Wahlen der fünften Kurie zum großen Thsil zu Gunsten der Christlich-Sozialen ausfallen werden.

Die Hoffnungen der österreichischen Sozialdemokratie sind durch den Ausfall der Wahlen in Wien einigermaßen ge­täuscht worden. Sie hat gegen 60 Kandidaten ausgestellt, aber sie wird kaum darauf hoffen dürfen, viel mehr als ein Dutzend Vertreter in den Neichsrath zu bringen.

Am besten werden bei den Wahlen zweifellos die Christlich-Sozialen abschneiden; aber auch die übrigen Parteien haben bis auf die Dentsch-Liberalen die Aussicht, ihren bisherigen Bestand noch um ein Weniges zu ver­bessern. Die Kosten der Wahlen werden die Liberalen be­zahlen müssen. Sie verfügten im bisherigen Reichsrath über 106 Sitze; aber sie werden froh sein müssen, wenn sie die Hälfte dieses Bestandes aus dem Schiffbruch der liberalen Partei retten können. Die frühere allgemeine deutsch- liberale Partei ist in Trümmer gesunken. Aus ihren Trüm­mern hat sich die deutsche Fortschrittspartei, gebildet, aber noch weiß man nicht, wie ihre Führung sein wird, und welchen Anhang sie im Lande besitzt.

Jedenfalls bildet das Verschwinden der vereinigten Linken aus dem politischen Leben Oesterreichs neben dem Einzug der Sozialdemokratie in das Parlament das charakteristische Kennzeichen für die Neugestaltung des politischen Lebens in Oesterreich. Die Negierung steht jetzt vor dem Problem, wie sie ohne die Deutsch-Liberalen eine Mehrheit im Neichs­rath bilden soll. Die an ihre Stelle tretende deutsche Fortschrittspartei wird schwerlich geneigt fein, dem Grafen Ladern hülfreiche Hand zu leisten, ohne von ihm als Gegen­leistung Garantieen gegen die Begünstigung des Klerikalis- muS und des Slavcnthums zu verlangen. Wollte sich Graf Badeni hierzu aber nicht verstehen, so bliebe ihm nichts weiter übrig, als sich außer auf die Polen und den Groß­grundbesitz auf die Klerikal-Konservativen und die Anti­semiten zu stützen. Daß Graf Badeni aber einen solchen Versuch zu unternehmen Lust haben wird, dagegen scheint Manches zu sprechen.

Deutscher Reichstag.

O Berlin, 12. März.

Der Reichstag erledigte heute zunächst eine Rechiningssache und nahm sodann das Schuldeniitanugsgesetz in zweiter Lesung nach den Beschlüssen der Budgetkomuiisnou an. ES folgt die zweite Lesung der Etats für Zölle und Verbrauchssteuern. Die Etats der Zölle und der Tabakssteuer werden ohne Debatte erledigt. Bei dem Etat der Zuckersteuer weist Abg. Schnlz-Lupitz (ReichSp.) auf die große» Ungerechtigkeiten hin, welche das bestehende Zucker­steuergesetz im Gefolge habe, und zwar durch seine Bestimmungen über die Koiitiugentirung. Staatssekretär Gras PosadowSky führt aus, es fei vorauszusehen gewesen, daß Beschwerden über ungerechte Koutiiigeiitirnngen nicht ausbleiben würden. Die Zu­ständigkeit für die Konlingentirnng läge aber bei den Einzel- regiernngen, und an diese seien die Beschwerden zu richten. Jeden­falls sei die Kontingentirung, dem Gesetze gemäß, nach der Leistungsfähigkeit erfolgt. Abg. v. Kardorfs (ReichSp.) hält es für nöthrg, durch eine besondere Kommission nochmals die Kontingeutirnngen sorgfältigst prüfen zu lasten. Abgeordneter v. S t o u d y (kons.) bemerkt, es werde ans diesem Gebiete nicht eher Ruhe und Frieden werden, ehe nicht ein Verwaltungsgerichts­hof über Klagen wegen Vertheilung des Kontingents zu ent­scheiden haben werde. Staatssekretär Graf P osadowsky er­widert, daß dies ein völliges Novum in unserer Gesetzgebung wäre, über welches er sich heute noch nicht auszulasteu brauche. Abg.

Paasche (nat.-lib.) betont, die Kontiiigeutirung sei der einzige Punkt, über den von den Zuckerfabriken geklagt werde. Abg. Roesicke (bei keiner Fraktion) führt aus, daß das Zuckersteuer­gesetz ungünstige Folgen zeige. Aus eine Anregung des Redners erklärt der Staatssekretär Gras PosadowSky, daß die Ver­handlungen über Abschaffung der Zuckerprämien noch immer schwebten. Es wäre erfreulich, wenn es zu einer totale» Beseitigung der Prämien kommen könnte. Abg. v. Staudy (kons.) hält an seinem alten Standpunkt bezüglich des gaiizen Gesetzes fest. Abg. Barth (frei?. Ver.) sagt, dieses Gesetz habe gerade denjenigen am meisten geschadet, denen es Helsen sollte, nämlich den Zuckerproduzenten, aber geschadet habe es auch den Kon- sumeiiten. Abg. Graf Stolberg (kons.) widerspricht dem Wunsch, das Gesetz hinsichtlich der Koiitingeniirnng zu ändern. Staats­sekretär Gras PosadowSky hebt hervor, er verstehe nicht, weshalb so sehr über das bestehende Gesetz geklagt werde, man solle doch froh sein, wenn man überhaupt noch erträgliche Preise habe. Mitschuld am Prcisdrnck hätten auch verfehlte Spekulationen. Schließlich wird der Titel Zuckerstener genehmigt. Der Titel Salzsteuer wird ohne Debatte erledigt. Bei der Branntwein­steuer geht Abg. Pnasche(unt.-lib.) auf die Frage der Spiritus- beleuchtiing ein. Abg. Richter (freif. Volksp.) betont, er wolle nicht, daß de» Spirituslampenfabrikanten noch Zuschüsse vom Staate gegeben werden, wie das jetzt bereit» vorgeschlagen werde. Nach einer weiteren Debatte wird der Titel genehmigt. Das Haus schreitet nun zur ersten Berathnng der Vorlage, betreffend Errichtung einer Gedenkhalle für die Opfer des Krieges von 1870/71. Der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe- Schillingsfürst führt ans, die Vorlage bezwecke die Errichtung einer Gedeukhalle zu Ehre« der im Kriege 1870/71 Gefallenen oder Schwerverwuudeten. Er wisse wohl, daß die nüchterne Auffassiing unter Rücksichtnahme aus die Lage der Reichsfinanzen sich dem Vorschläge entgegenstetten werde, eine größere Summe für diesen idealen Zweck zn verwenden. Es ständen sich ja hier zwei Anffassungeii gegenüber, eine praktische, er möchte sagen, materielle, mit der Meinung, daß nur der Lebende Recht habe und daß es zweckmäßiger wäre, wenn mau überhaupt seine Dankbarkeit bethätigeu wolle, sie durch erhöhte Leistungen an die damaligen Mitkämpfer zu bethätigeu. Auf der anderen Seite stehe die ideale Auffassung Derer, welche meinen, daß es sich doch jetzt in diesen Tagen des Gedächtnisses des siegreichen Kaiser» auch ge­zieme, des einfachen Mannes zu gedenken und ihn der Vergessenheit zu entreißen, des Soldaten, der im Kampfe treulich und furchtlos in der Gefahr ausgeharrt habe. Man möge sich der Zeit des Sommers 1870 erinnern: wie hätte« damals jene Männer dagestanden, als der Bürger und Bauer zu Haufe gewesen und sie das Land vor feindlichem Einfall gesichert hätten, und mit welcher Bewunderung hätten wir dann den weiteren glücklichen Fortgang des Kampfes verfolgt. Ihnen gebühre auch ein glänzendes Zeichen der Dankbarkeit. Man sage, eine Gedenkhalle fei uunöthig, weil die Namen der Krieger in ihrer Heimath auf den Denkmälern vereinigt wären. Er, Redner, meine, das genüge nicht, denn wenn die Nation ihre Helden ehren wolle, so müßten alle ihre Name» in einer Halle in der Hauptstadt des Reichs einen Ehrenplatz erhalten. Er, Redner, denke, das Reich werde sich dieser Ehrenpflicht nicht entziehen. Abg. Bachem (Centr.) betont, die Vorlage werde einer eingehenden, wohlwollenden Vorberathung unterzogen werden. Namens feiner Freunde habe er daher zu beantragen, die Vorlage au die Blidget- kommissiou zu verweisen. Abg. Singer (Soz.) erklärt Namens seiner Freunde, daß diese gegen die Verweisung an die Kommission stimmen würden. Seine Partei weise die Vorlage a limine ab, weil sie mit dieser Art von Ehrung nicht einverstanden sei. Für das Prinzip, das sie, die Partei, vertrete, sei ihr Uriheil fertig. Es bedürfe keiner Vorberathmig, die Sache fei spruchreif. Sämmtliche übrigen Parteien verzichten auf das Wort, worauf die Vorlage an die Budgelkommisston verwiesen wird." Hieraus werden die Etats für Neichsstempelabgaben und Bankwesen ohne Debatte erledigt. Vom Militär-Etat ist noch eine Position unerledigtzur Vermehrung der Reserven an VerpflegungSmitteln". Die Koiumission hat von der verlangten Summe 2 Millionen ab­gesetzt. Das Han» beschließt demgemäß und genehmigt schließlich die an die Kommission zurückverwiesene Position beim Etat der

(Nachdruck verboten.)

Gifenbahngeschichten.

i Von Heinrich Dornberg.

gr_ Wer kennt nicht die berühmte Eisenbahngeschichte des 8 Herzogs von Northumberland?

Bekanntlich fährt der Herzog, der ein echter Sohn Wkbions und somit ein echter Sonderling ist, stets dritter Masse. Das war nun den Eisenbahnbeamten gar nicht fkcht, und sie beschlossen,dem alten Knicker" bei erster l bester Gelegenheit einen Streich zu spielen. Eines Tages kam diese Gelegenheit so günstig wie nur je. Drei Schornsteinfeger wollten mit, und schwupp wurden ste m den Wagenabtheil geschoben, in welchem sich der Herzog L-«reits heimisch gemacht hatte. Bei der nächsten Station 2/ der Herzog hinaus und flugs hin zum Schalter erster , Klaffe. Dann eilt er zu seinem Wagen zurück und fite&t jedem der Schornsteinfeger ein Billet mit dem höflichen ^Wsuchen, ihn in dritter Klasse gefälligst in Ruhe zu lassen, es sich auf den Sammetkissen erster Klaffe bequem zu Machen.

3a, die Geschichte kennt Jeder. Ich kenne aber eine |ptenge anderer, die nicht so bekannt find.

ist beispielsweise das Abenteuer der Prinzessin von England der jetzigen Prinzeß Karl von E ~q8tmatf erst jüngst durch sie selber bekannt geworden. 1?*$ sie war einst Spaßes halber dritter Klaffe gefahren, toit sie es ja sonst auch liebte, auf den Imperialen der W^nibusse und Pferdebahnen zu fahren. Natürlich war M Gouverneß mit, die sich aberjbescheiden im Hintergrund während die Prinzessin sich sofort mit ihren Coups- NNoffen ins Gespräch einließ eine dicke Pächtersfrau, w Brangehülfe und ein Kandidat. Der Kandidat immer verzückt in die Augen der Prinzessin starrend, die ihm

durch ihr quirrliges Wesen, ihren treffenden Witz, ihr Helles von Herzen kommendes Lachen so ganz, aber so ganz anders vorkam, als alle die Anderen, die er bisher gesehen. Und als sie auch ihn ins Gespräch zog und ihm ihre leuchtenden Blicke zuwarf, da wurde ihm warm ums Herz und er thaute auf und wurde auch ein Anderer, aber ein ganz Anderer, als er bisher gewesen, so anders, daß, als Miß Maud Anstalten traf, in Killarganey den Zug zu verlassen, er den Muth fand, ihre Hände zu fassen und sie zu fragen:Wo kann ich Sie sehen?" Ein lustiges Lachen und die Coupolhür flog ihm vor der Nase zu und der Zug setzte sich wieder in Bewegung. Am nächsten Sonntag aber wer kommt nach Killarganey? Er. Er, der Kandidat. Sich im Pfarrhaus nach der Dame zu erkundigen, die er auf der Eisenbahn kennen gelernt und im Pfarrhaus ist die erste Person, die ihm entgegentritt Miß Maud. Vor Schreck läßt sie beinahe den Eierkorb fallen, dann aber sagt sie ihm energisch ihre Meinung. Sie will nichts von ihm wissen, nein, nein, nein und nein, und wenn er nicht geht, und wenn er wiederkommt, dann geht fie selber wieder zurück nach London. Ja, das thut sie, also . . .

Und dasalso" wirkt. Er geht. Von seinem Dorf aus aber schreibt er ihr. Nur eines möchte er wissen, warum sie ihn nicht will. Nun, das warum soll er bald erfahren, denn einige Wochen später erhält er ein Bild.H. R. H. Prinzeß Maud" steht darunter gedruckt. Geschrieben aber steht:Das hier, ist das .warum'." Glück aber hat das Zu­sammentreffen dem jungen Mann doch gebracht, denn er hat als Protego der Prinzessin Karriere gemacht in der geist­lichen Hierarchie, durch die Eisenbahn.

Ein reizendes Eisenbahngeschichtchen wird auch von der jungen Königin von Holland erzählt. Damals war fie noch ganz jung, nicht so wie jetzt, wo fie den ersten Ball schon hinter sich hat. Da fuhr sie mit Mama auf der Eisen­

bahn. In dem Coupö fesselte besonders das Nothsignal ihre Aufnierksamkeit. Eingehend ließ sie sich Zweck und Bedeutung der Papierscheibe erklären, dann las sie selber die darauf gedruckte Anleitung:Das Papier wird ein­gedrückt und dann wird durch Drücke» auf den Knopf das Alarmsignal gegeben."

Es wäre doch zu nett, wenn fie es einmal probirte. Unruhig rückt sie auf ihrem Sitz hin und her. Mama nickt. Soll sie cs wagen? Ja . . . so . . . jetzt . . . jetzt ist das Papier durch. Ein Druck auf den Knopf und durch den Zug geht's wie ein Ruck, wie ein Schurren und Rasseln, alle Beine sind in Bewegung, der Zug hält. Die kleine Königin aber biegt sich in ihrer Herzensangst aus dem Coupofenster und ruft den herbeieilenden Beamten zu: Ich war es nicht! Ich war es wirklich nicht ..." An den Alarmapparat aber hat sie niemals mehr gerührt.

Dafür hat sich der Kaiser von Rußland auf seiner Hochzeitsfahrt diesen Spaß gemacht. Tiefe Nacht. Der Kaiserliche Zug saust dahin, den Schienenweg förmlich ver­schlingend und mit seinen rothen Flammenaugen vorn an der Lokomotive einen blutigen Schein über die Strecke werfend. Da plötzlich das Signal. Was ist geschehen? Ein Attentat? Ein Unglück? Alles stürzt herbei. Der Kaiser aber steigt lachend aus. Er lobt die Herren, daß Alles so auf dem Posten sei und tritt zu den Soldaten, die längs der ganzen Strecke einen Kordon bilden. Den nächststehenden bietet er Cigarrelten an, dann läßt er auch Geld an sie vertheilen, er selber aber steckt sich, auch eine Cigarette an und raucht dort, auf dem Nebengeleise stehend und mit den Beamten plaudernd. Dann ruft er noch seine Frau. Die Nacht sei so wunderschön. Die Sterne so glänzend. Und so steht das Paar, für welches die Anderen zittern, sorglos und heiter.So." Nun wirft der Czar die Cigarette weg, die Czarin und er steigen «in und die