Einzelbild herunterladen
 

6.

irsbdiinirr TilMsü

Verlag: Langgasse 27.

14,000 Abonnenten

BHÜh . ... .. .....

« «.ntrtoit 1 «titnltiit» für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-AuSgabe bis 3 Uhr Nachmittags (jnuiuijii»; nächfterschcmenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

Für die Aufnahme später eingcreichtcr Anzeigen zur

1897.

Frerlag, den 5. Mar;

Mo. 107

Bl

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

iorgeiuAusgabe

271

Pf.

351

11

traf

>1

nt

Ist der Mär,!

io

25

Iris, «del

rein ürd ck,

il.

je» beiti

erg.

r. 1

11!

la;

;ffoi f.

L, Nach Faschings Lust und Uebcrmuth sollte nun ernste Stimmung We Menschen elfassen für die Zeit vor Ostern, die für die ethische Meidling unseres Geschlechts eine so lieft Bcdeulung besitzt. Vielt r i$n jubeln jetzt schon auf im Gedanken an das frohe Auferslehuug»- . at und an das Nahen des Frühlings. Schon im Februar wehte auch | «« uns ein wahres Lenzlüfterl, das nicht nur die Schneeglöckchen und - ersten Veilchen tveckte, sondern anch die Menschen verlockte, an den RPotdigen Einzug des Frühlings zu glauben und sich bereits ohne EÄnterlidje Hüllen ins Freie zu wagen. Wenn wir Falbr Prophe- Wbing glaube» dürfen, wird auch der März einen freundlichen LMrakier haben; kurze Nückjälle luden Winter seien allerdings zu gewärtigen. Beruinthkich trifft auch für diesen März die alte ßKdkruregk! wieder zu: »Es ist kein März so gut, es schneit dem r Jauern auf den Hut". Der Märzenschnee steht bekanntlich in üblem er lhut nicht allein den Früchten, dem Weinstock, der Saat, if. M *n jungen Bäumen, sondern anch den alten Schafeu weh. Eine 'm ® ?tE Eigenschaft hat der Märzenschnee aber doch, eine Eigenschaft, die schöne Leserin besonders interessircn dürfte: wenn sie sich "'bdrui Wasser des Wärzeuschuees wäscht, wird sie noch schöner und tun sie anch bereits die höchste Stufe der Schönheit erklommen M. Noch fei die Leserin darauf aufmerksam gemacht, daß man *t> nn Mürz geborenen Männern nicht trauen darf; ein alter Spruch

Auzeigen-PreiSr

Die einspaltige Petitzrile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Psg. Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

Kleine Notizen. Die diesjährigen Einjahrig-Frei­willige n-P fu n g en haben, wie gemeldet, am Montag begonnen. In der eisten Abtheilung gingen dieselben bereits zu Ende. Von den 10 Aspiranten mußten 2 nach der schriftlichen Arbeit zuriicklreten; voll den übrigen 8 bestanden 7 die Prüfung.

Er pocht auch mit neckeudem Finger An das Herz.

Er bringt mit dem Lenze die Liebe Habet Acht!

Sic kommt mit den Schritten der Diebe lieber Nacht.

Vergebens, die Pforte zu hüten

Laßt es sein!

Sie schwebt auf dem Dufte der Blüthen Mit hinein.

Auf der Frühluft kosendem Fächeln Weht sie her!

Ein Blick nur, ein Seufzen, ein Lächeln Braucht es mehr?

Umsonst Dein verwundertes Fragen, Wie's geschah?

Geuug, daß die Pulse Dir sagen: Sie ist da!"

Viel schlimmere Nachrede geht noch über den März. Man be­zeichnet ihn auch als den ungesundesten Monat des ganzen Jahres, der strenge Musterung unter den Alten und Denen hält, die sich nicht ganz fester Gesundheit erfreuen. Sein übler Rns ist in dieser Beziehung nur zu berechtigt. Im März 1888 trat der Tod an Kaiser Wilhelm I. heran. Im März sind Goethe und Beethoven gestorben; im März hat der geniale Robert Mayer seine Seele auS- gehaucht. Im März wurde der zähe Wiudthorst hinweggerafft. Im März ist der große Jnlins Cäsar ermordet worden.Nimm vor des Märzen Jdus Dich in acht!" Diese Warnung eines Wahrsagers, dem römischen Imperator zngerusen, ist noch beute für Staatsmänner und Politiker in Geltung. Am 20. März 1890 hat der erste Kanzler des Deutschen Reiche?, Fürst Bismarck, seine Entlassung erhalten. Und wie vielen Staatsmänner« ist der März 1848 verhängilibvoll geworden! Der März hat sich als einer der ereignißreichsten Monate in der Geschichte der Menschheit er­wiesen. W.

45. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezngs-PreiS: 50 Psenuig monatlich für beide Ausgaben zusammeil. Der Bezug kann jederzeit be­gonnen werden.

Aus Stadt und §and.

Wiesbaden, 5. März.

Königliche Schauspiele. Da wegen Wiedererkrankung des Kammersängers Herrn Müller die für heute, Freitag, den 5. d. M., rmgekiindigte Neneinstudiiung vonFigaro? Hochzeit" nicht zur Aufführung gelangen kann, hat die Kgl. Intendantur, um vielseitigen Wünschen zu entsprechen, eine Wiederholung des Gerhard Hauptmaiinschen Märchendramas:Die versunkene Glocke" an= beraumt. Die Vorstellung findet im Abonnement B bei einfachen Preisen statt. Anfang 7 Uhr.

Schwurgericht. Von dem Geschworenendienste in der bevor­stehenden Schwurgerichtslaguug sind ferner die Herren Kaufmann Peter Kauth zu Camp, Rentner Robert Tornow zu Hstieuheim, Landwirth L. Wintermeyer hier und Weinhändler Ka.l Schmidt hier ent- bnnden und an deren Stelle die Herren Kaufmann Bernhard Strauß zu Cronberg.Weiuhändler Hugo Rosen st ein hier, Kaufmann Wilhelm Wöller zuLangeiischwalbach und Vorschubvereinsdirektor Fr. Seher hier neu ausgeloost worden.

Sascha Schn«id<r-A»t»keUuns. Wer den Ereignissen auf dem Gebiete künstlerischen Schaffens anch nur mit einiger Auf­merksamkeit gefolgt ist, dem wird der Name Sascha Schneider nicht mehr fremd sein. Diese junge Kraft, die, ausgerüstet mit so frappirender Eigenart und bedeutendem Können, plötzlich am Kunst- Himmel emporstieg, konnte nicht unbeachtet bleiben in einer Zeit, wo man nichts so hoch schätzt, wie starke, selbständige Persönlich­keiten. Der Künstler ist in St. Petersburg geboren, seine Eltern waren jedoch Deutsche und lebten später in der Schweiz, duuli in Dresden. Hier besuchte er die Kreuzschnle bis zur Ober­sekunda und trat bereits während feiner Schulzeit mit dem kürzlich verstorbenen Maler Leonhard Gey in Verbindung. 1889 trat er in die Dresdener Akademie ein, um sie jedoch nach dreijährigem Studium unbefriedigt wieder zu verla ffe», und nun feiner mtgcbimbeiien Natur freien Lauf lassend, begann er, wenn auch auf die kärglichsten Mittel zur Lebensführung angewiesen, allen Gedanke» und Ge­fühlen, die ihn erfüllten, Gestalt z» geben in jenen Kartons, die den jungen Künstler mit einem Schlage zur Berühmtheit uiachteu. Man hat ih» eine» Neuerer religiöser Kunst genannt. Dar ist wohl nicht ganz richtig, denn seine Darstellungen haben mit der Religion wenig zu thun. Es fhib ganz allgemeine Gedanken, denen er in diesen prächtig gezeichnete» Kartons Ausdruck verleiht, und die Gestalten, soweit sie der heiligen Geschichte entnommen find, bilden für ihn wohl nur das Mittel zum Zweck, diese Gedanken recht klar zu verkörpern. Wenn er in seinem BildeTriumph der Finfieriuß" uns deu Leichnam Christi zeigt, so ist das ein Sym­bol des Edle» und Guten, über dessen Tod bas Böse triuniphirt. Die wundervoll gezeichnete» Körper scheinen aus dem Bilde heraus- zutreten, jo lebensvoll wahr und doch fo gigantisch übernatürlich komme» sie uns vor; der gelbliche Ton der Zeichnung erhöht die Wirkung ungeuiein, daß wir Raunen müssen, wie mit fo einfachen Mitteln so viel erreicht werden konnte. Der Künstler weiß uns da zu fassen, wo unser Fühlen beginnt, über das Alltägliche, Be­grenzte hinauszugehen und die unbestimmten Schauer in uns zu er­wecken, die der Gedauke au eine unbekannte Welt in uns hervorruft. Dabei finden wir nie, daß das Köuiien dieses erst 26-jährigen Künstlers hinter der gestellten Aufgabe znrückbleibt. Alle seine Figuren verrathell ein eingehendes liebevolles Studium des mensch­lichen Körpers, welches heute, wo unsere Ausstellungen von so vielen oberflächlichen Machwerken wimmeln, geradezu erfrischend wirkt. Herr Kunsthändler Banger, in dessen Salon gegenwärtig 12 Originale des Künstlers ausgestellt find, hat sich durch die Vor­führung dieser herrlichen Bilder den Dank der hiesigen Kuust- gemeinde gesichert und könneli wir den Besuch der Ausstellung Jedermann nur ans Herz legen.

Schuluachrichtrn. Von den in der Vietorschen Schule ausgebildeten Damen ist Fräulein Frida O h st an der städtischen Schule in Wiesbaden angestellt, während Fräulein Käthe U finger die Frauenarbeitsschule von Fräulein^Knublauch in Wetzlar übernommen hat und Fräulein Johanna Schick in Köln selbständig t'gütig ist. Frau Elfriede Quincke wird nächste Woche in Kreuznach kunstgewerbliche Kurse eröffnen. Viele andere Damen, die tu der Vietorschen Schule ausgebildet sind, find an sonstigen Orten thätig.

Kefitzwechsel. Die Operettensängerin Fräulein Anna Grü »seid hat von Herrn Rentner August Fl ad die Villa Nerothal 14 gekauft.

(e) Kostheim, 4. März. Die Verlegung der Wiesbadener Bahnhöfe in die projeklirte Ringstraße, bczw. die Erbauung ein«® Centralbahnhofs daselbst wird auch nicht ohne Einfluß auf bett Verkehr auf unserem Bahnhof bleiben. Vor Allem ist e8 der Güterverkehr, der sich heben wird. Schon jetzt kommt es vor, daß Wiesbadener Geschäftsleute Kohlen rc. hier ausladen lassen, einmal, weil der Weg dann nur bergab geht, und bann auch, weil hier leicht und auf billige Weise Lagerplätze zu haben find, was bei dem neuen Bahnhof in Wiesbaden nur sehr schwer oder vielleicht gar? nicht möglich fein wird. Dazu kommt noch, daß mit der weiteres Ausdehnung der Stadt einige Fabriken Platz macken müssen. Wie verlautet, sollen dieselben beabsichtigen, sich in der Nähe unserj- Bahnhofs anzusiedeln, und das mit Recht, denn man bedenke fick einmal den Vortheil, den ein Geleisanschluh dis in tue FabrjP räume hinein gewährt, gegenüber dem mühseligen Transport auf Wagen durch die ganze Stadt. Auch der Personenverkehr wiy> sich steigern. Schon jetzt steigen öfters Leute, bk mit der Schwalbackxr Bahn reisen, anstatt ui Wiesbaden, hier aus ober ein, wen 8t unter Umstände» bann viel näher Haden. Dieses wirb später noch be» deutend mehr der Fall sein. Die B anthätigkeist ist infolge dessen in der. Nähe unseres Bahnhofs eine sehr rege und wird M immer noch mehr heben. Herr Rentner Bruckenhau« hat M Kurzem sein an der Wiesbadener Straße in bet Rahe des VaLnhafj» gelegenes Wohnhaus nebst Garten zum Preise von 28,000 Mk. be# kauft. Die neu errichtete (neunte) Lebrersteifa batte ® mR Beginn des Sommersemesters (25. April) von Kgl. RegittÜng Herrn Lehrer Reinhold Kuhlmann von Stan bei Herborn twwwlqjm worden.

st. j rt bi! Kaier!

V-» male«,

nämlich:

Die Männer, geboren im März, Sie haben für Mädchen ein heißes Herz; Doch lieben sie täglich ein aud'res Gesicht, Uiid Treue zu halten, verstehen sie nicht!"

, Auch eineMärz-Warnung" von Oskar Blumenthal verdient Achtung, sie lautet:

.Ein schelmischer Mädcheubezwinger

Die tapfere Jungfrau von Orleans Sieht man de» Besen führen, Othello eilt in kurzem Trab, Die Kunde» zu bnrbiren.

Frau Venus, an Triumphen reich. Muß wieder Strümpfe stricke», Gott Aegir für ein Bäuerlein Zerrissene Stiesel flicken.

Der Kapuziner schneidet zu Aufs Neue Röck' und Hosen, Der Ritter handelt wieder mit Wein und Spirituosen.

Kurzum, ernüchtert und demaskirt. Entkleidet erborgter Größe, Zeigt sich die ganze Narrenwelt Uns jetzt in ihrer Blöße.

Sie fröhnt aufs Neue der Vernunft Und möchte sich fast entschuldigen, Daß einige Wochen sie im Jahr Der Narrheit wagte zu huldigen.

Tralla lala tralla lala la la o, diese entzückende, «rückende Walzermelodie! Ich kann sie nicht loswerden, ich denke, : trinke, seufze, lache und putze mir die Nase im Walzertakt,

tralla lala tralla lala la - la!" So jubelt Fanny noch in der Erinnerung an den letzten Privatball, auf dem sie sich fo himmlisch" amüsirte. Auguste dagegen schwärmt von einem gewissen totißon, in dem sie vorzugsweise mitIhm", dem witzigen Herrn Franz, -Wammen tanzte. Wie heißt es doch im Liede? Richtig:Ter DMillon bracht's an den Tag, daß sie ihn liebt, daß er sie mag I" ..»genie hat auf dem Vereins-Maskenball Furore gemacht, ebenso -&t Anna auf dem Kostümfest einigen Dutzend Jünglingen die --Mpse verdreht. Reich, sehr reich ist der diesmalige Fasching an .Hohen Festen gewesen, da kann es wohl nicht fehlen, daß man bald on zahlreichen Verlobungen hört. Der Ballsaal war ja von jeher : Huvrs Schlachtfeld, Tanz und Mummenschanz bieten immer wieder d« allerbeste Gelegenheit zum Verlieben und zum Werben. Bei einer flotten Walzermelodie finden sich die Herzen besonders gern:

Lebt' Galilei heute noch, Was riefe er wohl aus? Er rief:Und sie bewegt sich doch Nach Melodie'n von Strauß I" Um einen Walzer, der gefällt, M. Dreht sich die ganze Welt!

Tas Füßchen macht ein Hüpferl, Das Herz klopft wie noch nie, Der Walzer ist das Tüpferl, Das Tüpferl auf dem I!

Vereins - Nachrichten.

Kurze sachliche Berichte werde» beieitu>illigft unter dieser UebertchrUi aufgenommee

* Der am Fastnacht-Montag imRömersaal" abgehaltene Maskenball desWiesbadener Militär-VereinS" hatte sich, wie vorauszusehen war, wiederum eines gewaltigen ZiidrangS zn erfreuen. Es waren sehr schöne und elegante Kostüme z» bemerken, sodaß es schwer hielt, über die schönsten zu entscheiden. Es erhielten Frälileiu Sibert (als Waschmädchen) den 1. Dameupreis, Geschwister Brodt (Tyroler Gruppe) den 2., Frau Weidenfeller (Schenkamme) de» 3., Fräulein Ludwig (Eichhörnchen) den 4. und Fräulein Kohl- Haas (Christkindchen) den 5.; ferner Herr Roth (Germane) den 1. Herrenpreis, Herr Fischer (Storch) den 2., Herren Tesch und Dengler (Gigerln) den 3. und Herr August Schäfer (Schusterbub) den 4. Eine durchweg ungetrübte Karneval» stimmuug hielt die Theilnehmer bis znni frühen Morgen beilammen. Somit hat der Verein seine Winterveraiistallnngeii, die den vorans- gegangenen würdig angereiht werden können, geschloffen. Ans die am nächsten Samstag statlfindende Generalversaimulung, al« die letzte im Vereiusjahr 1896/97, seien die Mitglieder ganz speziell anf- merffam gemacht, da die Tagesordnung u. A. die Wahl der Delegirte» zum Slbgeorbiieteutage des Nassauischen Kriegerverbandes aufweift.

* Ter vomKatholischen Kailf m ö nn ischen Verein" hier am Fastnacht-Montag im geschmackvoll dekorirten Saale des katholische» Vereilishaufes, Dotzheimerstraße, arrangirte Maskenball verlief in der animirteften, schönsten Weise. Die Betheiligung der Mitglieder und der Eingeladenen war eine große und die zahlreich erschienenen Masken zeichneten sich durch reizende, originelle nnb geschmackvolle Kostüme ans. Einen Glanzpunkt des Abends bildete unter Anderem die Zigeuner-Gruppe mit ihrem schönen Einzug. Diese ©nippe entledigte sich ihrer Ausgabe in ihren reizenden Kostümen mit Darstelluilg lebender Bilder und eines ZigeuuertanzeS ganz vorzüglich und fand solch reichen Beifall, daß der Tanz, welcher von Herrn Tanzlehrer Heidecker einstudirt war, auf all- seitigen Wunsch wiederholt werden mußte. Von den Theilnehmern hörte man allseitig mir eine Stimme des Lobes und der Anerkennung über den schönen Verlauf-des Balles.

* Der Maskenball des Männergesang-VereinsUnion" am Fastnacht-Dienstag fand unter einemsolchen Andrange fröhlicher Schaaren statt, daß der große Röniersaal mit seinen Nebenräninen alsbald bis auf den letzten Platzvergriffen" war und dem un­vermeidlichen Tanze mir theilS schwer und ost garuicht gehuldigt werden konnte. Die herrlichsteu nnb kostbarsten Maske» hatten sich eingefuubtn, sodaß es schwer wurde, das Beste aus dem Guten herausznfinden. E« hat somit mit dieser größten in diesen Räumen ftattgefuiibeiien Veranstaltung der heurige Fasching einen würdigen Abschluß gesunden. In Anbetracht der großen Anzah' schöner Masken, welche einen Preis verdient hätten, wurde in letzter Stunde zu de» 10 Preisen, welche allgemein Bewunderung sanden, nach ein solcher hinzugestiftet, sodaß 11 Preise zur Vertheilung tarne». Den Ehrenpreis erhielt Fräulein Schleim,Röntgeu- strahleu", den 1. Dameupreis Fräulein Elisabeth Seipel,Phantasie", den 2. Frau Dickel,Indische Fürstin", den 3. Frau Uiikelbach, Vasantasena", den 4. Fräulein Renser,Taunenbaum", den 5. Fräulein Reyker,Kirsche", den 6. Fräulein Helene Külp, Spanierin", und den 7. Herr Bergbof,Awl für böse Schwieger­mütter". Den 1. Herrenpreis erhielt alsTscherkeffe" Herr Reeal, den 2., einitalienischer Orgelspieler", Herr Weber, den 3.,Tauben- händler", Herr Kaiser und den 4. durchs Loos Herr Niederhäuser. Der herannnheude Aschermittwoch gab für Viele zu früh das Signal zum Schluß der schön verlaufenen und dieUnion ehrenden Per anftaltung.

* Der von demMänner-Turnverein" am Fastnacht- Dienstag in feiner Turnhalle, Platterstraße 16, abgehaltene Masken­ball hatte sich eines solchen Zuspruchs zu erfreuen, daß der Saal geradezu überfüllt war. Trotzdem keine Preise zur Vertheilung ge­langten, waren nur schöne Masken, sogar viele mit werthvollen Kostümen erschienen. Es war eine Lust, dem fröhlichen Treiben der Masken zuzusehen, unter denen sich eine Schaar Clowns durch ihre luftigen Sprünge besonders hervorthaten. UeberaQ herrschte die fröhlichste Stimmung und die Veranstaltung nahm in jeder Be­ziehung den schönsten Verlaus.

* Wir machen auch an dieser Stelle auf die Hauptversammlung desLehrerinuen-Vereins für Naffau" aufmerksam, die Samstag, den 6. Mäq, Nachmittags 5 Uhr, im Vereinslokal, Luiseustraße 26, stattfindet. Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2. Kassenbericht, 3. Entlastung der Schatzmeisterin, 4. Neu- refp. Wiederwahl für vier statutengemäß auSscheideude Vorstandsmitglieder, 5. Verschiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erforderlich.

(Nachdruck verboten.)

Miirr-Ulail-erei.

Die schönen Tage und frohen Nächte des Prinzen Karneval sind emt vorüber. Der Flitterstaat wurde abgethan, der geborgte Frack L ober Domino kehrte in den Besitz seines Versaffers und EigeuthümerS zurück, die Masken fielen, die Nasen wurden eingesteckt und mit der uiaffen Rothe des Mittwoch-Morgens stieg langsam der Jammer der k tlatze über der ernüchterten Menschheit herauf ....

Zu Ende ist der Karneval

Und Kapp' und Pritsche rasten;

Seit Mittwoch steht die ganze Welt

Schon mitten in den Fasten.

Es ist nun Spiel und Tanz vorbei

Und die Musik verklungen. Die Narren zeigen wiederum Sich als verständige Jungen.

Maria Stuart, der kleine Lord, Mephisto und Marguis Posa Erscheinen jetzt wieder unmaSkirt In nüchterner Alltagsprosa.

Die Königin vom Faschingsball Schafft wieder mit Nadel und Faden, Der schöne Apollo hat abgelegt Die prächtigen falschen Waden.

Der Märchenprinz muß wieder nun 8T Mit Kleiduiigsstoffen handeln,

Faust wiegt recht katzenjämmerlich

Rosinen ab und Mandeln.