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Wiesbadener ikagbiatt lAbens-AnSgabe). rverlag: «miggnffc 87

UolkswirthschaMiches

Btranfoortti* Ht ben pslittschrn und f entnehm. Heil: s. Schulte e»m Brlldl r bk" übrigen Th-tt unb »ie »nytgtn: 6. Sbtbetbl; B-ib- in ffiitWbbO. Druck uao Bcrlu» btt 8. Ech tlietibetg'iijen Hbl-Buchbrucktni in Wikidubtlt.

18. JannarL8V7. Seite».

au» infolge (ämtjünbuug vo» Naphtha. Das brennende Naphtha ergoß sich m die Fabrikräume, ergriff die Apparate, Maschinell und das in den Raumen lagernde Naphtha und entzündete die Kleider dreier Arbeiter. Aon letzteren erlitt einer schwerere die Seiden le'chtkre Brandwnndeo. Der Materialschaden wird auf 00,000 Rubel geschätzt.

In mare turpido, in subita procella, Invoco te, nostra beuigna stella.

Man sieht, nicht nur in unseren Tagen werden Köpfe wegen solcher Spielereien zerbrochen, und wie die Schüttel­reime nicht die erste derartige Spielerei des Geistes mareu, so werden sie auch nicht die letzte sein.

Ro. 28. 45. Jahrgang

t>. Witzleben, Major im Gencralstabe des Gouvernements von Mainz; den Kroneu-Ordeu 4. Klaffe G enzmer, Stadtbamneiffer zu Wiesbaden, Wagner, Zahlmeister beim Füsilier-Regiment v. Gersdorff (Heff.) Nr. 80; das Kreuz der Inhaber de« Kgl. mu«= Ordens von Hohenzollcrn Münch, LPilitär-MnffkSirigent'bkim Füfilier-RegtS. v. Gersdorff (Heff.) Nr. 80; den Adler der Inhaber des Haus-Ordens vonHohenzolleru Zehrung, evangelischerErster Lehrer zu Sonnenberg; das Allgemeine Ehrenzeichen Hecht, Militär- Muslkdirigent beim 1. Heff. Hnsarrn-Regiment Nr. 13, Heuer, Steuer-Aufseher zu Wiesbaden, Horz. Gerichtsdicncr zu Weil­burg, Meyer, Wachtmeister iw Nass. Feldartillerie-Regiment Ar. 27, Müller, Sergeant im 1. Nass. Infanterie-Regiment Nr. 87, Müller II., Johann Peter, Eisenbahn-Lademcistcr zu Wiesbaden, Neunzerliug, Schutzmann zu Wiesbaden, Scheerer I., Eiscu- bahn-Packmcister zn Wiesbaden, Schneider, Bürgermeister zu Hilgert im Nnter-Wcsterwaldkreise, S t e n d e r, Kgl. Frotteur zn Wies­baden, Weitz gerb er, Laudbricsträgcr zu Altenkirchen im Wester- paldkreise.

Gefährliche Wilderer sind gcsicru in den Personen der »Taglöhner" Ignaz Eisenach und I.Lachem hierfestgenommc» worden. Ein Jagdaufseher, der auf dieselben aufmerksam geworden war, hiell- am Samstag tu deren Wohnung in der Ludwigstratze Umschau und fand dabei ein Reh, welches er für den Jagdpachter an sich nahm. Gestern früh nahm man in der Wohunng der Wilderer eine polizeiliche Haussuchung, wobei die damit beauftragten Polizei- und Feldschutzbeamten mehrere zerlegbare Doppklfliutcu beschlagnahmten. Als die beiden Wilderer, welche ohnedies als sehr gewaltthätig bekannt sind, gefesselt abgcsührt weiden sollten, | nahm Eisenach eine drohende Haltung an; er wollte sich namentlich nicht schlietzen laffen und soll sogar das Messer gezogen haben. Der gefährliche Mensch wurde durch einen Schlag kampfunfähig ; gemacht. Nach einer anderen MitthciluNg soll Eisenach die Flucht ergriffen und hierbei den Schlag erhalten haben. Eisenach wurde derart verletzt, datz er in das städtische Krankenhaus gebracht werden mutzte.

Gin Geisteskranker, ein Schuhmachermeister von hier, mutzte am Samstag Abend durch die Polizei in dem städtischen Krankenhanse uutergebracht worden. Der Bedanernswerthe, welcher infolge eines Gehirnleideus feit einiger Zeit Spuren von geistiger Störung zeigte, lies am Samstag in der Stadt umher, erzählte überall, er habe drei Häuser gekauft, klopfte an einen geschlossenen llhreuladen auf dem Michclsbcrg und erklärte, alle goldenen 11 breit kaufen zu wollen. Schließlich ging er auch in das Polizeirevier am Michelsberg und redete das tollste Zeug durcheinander. Die Beamten versuchten, den Mann unmerklich in das Krankenhaus zu _ bringen, derselbe wollte jedoch immer wieder vor den Uhrenladen V und mußte schließlich, da er sich hartnäckig weigerte, mitzugehen, und » laut schrie, in das KrankeuhanS getragen werden.

Zchndenfener. Gestern Abend, 7 Uhr 4SMin., wurde der ? Feuerwache von dem Thurunvachter Feuerschein im Hess. Lndwigs- r bahnhof gemeldet. Die Feuerwache, welche sofort dabiu adrückte, sand einen mit circa 6000 Kilo Stroh beladenen Güterwagen in : Brand. Die Lösch- und Anfräuumngsarbeiten, welche sofort mit r zwei Schlanchlinien vorgenommeu wurden, waren erst Nachts um 1 Ubr beendet. Uni 8 Uhr 40 Min. ging auf der Feuerwache die | Meldung: »Grobfeuer, Frankfurterstrabe, Kaiserhos" ein. Glück- t lieber Weise war diese Meldung falsch, indem ein Strohhaufeu neben der k FeixschenScheune an der Frankfurterstraße in Hellen Flammen stand. L Vermittels der Sturmglocken wurde die freiwillige Feuerwehr !: alarmirt, die jedoch mir mit drei Gerüchen und dem Rest der ß Wachtmauuschaften in Thätigkeit trat. Während die freiwilligen i Abtheiinngen nach und nach zurückgezogen wurden, hatten die - Mannschaften der Wache bi« Morgens 4 llbr mit dem Ablöschen zu [.' thun. Es gingen durch ben Brand etwa 60 Fuder Stroh zn Grunde, r" Eingebrochen wurde gestern Nachmittag zwischen 3 und [< 6 Uhr in eine Parterrewohnung in der Westeudstratze. Der | Sekretär wurde mit einem Stemmeisen aufgesprengt und daraus k ein kleiner Geldbetrag entwendet. Schmncksachen und Cigarren, M die sich ebenfalls in dem Verwahr befanden, blieben unberührt.

Lremden-Uerkehr. Zugang in der verflossenen Woche | «ach der täglichen Liste desBade-Blatt" 129 Personen.

Kleine Chrorrilr.

Ein aus Perg ine kommender Personenzug entging nur durch außerordentliche Geistesgegenwart des Lokomotivführers einer furchtbaren Katastrophe. Kurz vor dem Vorbeifahren des Zuges löste sich ein großer Felsblock und stürzte auf das Geleise. Der Lokomotivführer brachte den Zug zum Stehen, doch wurde die Lokomotive stark beschädigt, während die Paffagiere unverletzt blieben.

Durch eine noch nicht näher ermittelte Unvorsichtigkeit stießen zwei Güterzüge in der Nähe von J.ekate r i ,i os! aw in Rußland zusammen. Alle Wagen wurden mehr oder weniger be­schädigt, das Zugpersonal und 10 Passagiere schwer verletzt.

Aus Pe t er s b n r g, 17. Januar, wird gemeldet: Gestern Abend brach in der Seukowschcn Vaselinesabrik in der äußeren Stadt Feuer

Gerichtstag!.

Wiesbaden, 18. Januar. (Strafkammer.) Vorsitzender; Herr Landgerichts-Direktor Grau. Vertreter der Kgl. Staats­anwaltschaft: Herr Staatsanwalt Lange. Am 13. April 1896 wurde in Sossenheim ein Kind von einem Knecht überfahren so daß es auf der Stelle tobt blieb. Ganz Sossenheim war empört über den Knecht, dem man die größte Fahrlässigkeit und somit dis Schuld au dem llnglncksfall vorwarf. Einige handfeste Leute, darunter auch der bei den Eltern des verunglückten Kindes bedienstete Backsteinmacher Johann Göller, brachten den llebellljäter in die Wohnung der Eltern des Kindes und hatten nicht übel Lust, Lyuch- instiz au ihm zu üben. Doch so weit kam es nicht; es fauben sich einsichtige Manner, die den Unglückrvogcl dem Arm der Behörde zufuhrteii. Nur Göller kounte sich nicht so ohne Weiteres zufrieden geben. Bei der elften besten Gelegenheit Verabfolgte er dem Knecht nut einem Feuerhaken eine gehörige Tracht Prügel, derentwegen er sich heute zn verantworten bat. Tas Urtheil lautet auf45Mk. Geld­strafe, an deren Stelle im Nichtvermögensfalle für je 5 Mk. ein Tag Haft tritt. Ei» Italiener, der in Frankfurt a. M. wohnende Haustier Eunico, hat feinen Wandergewerbeschein, nachdem derselbe abgelaufen, mit einem anderen Datum versehen bezw. ben bereits gefälschten Gewerbeschein übernommen und von demselben Gebrauch gemacht. Dieses Unterfangen hat dem unterer Sprache uukundigen Sobu des Südens die auf Fälschung einer öffentlichen Urkunde lautende Anklage eingebracht. Ein Dolmetscher steht ihm heute zur Seile und mit Hülfe dieses wird beim die Geschichte dem An­geklagten plausibel gemacht. Wegen llrkiindeufälschung wird er zu 14 Tagen Gefängnitz verurtheiit, welche durch bie erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erachtet werben. Der gegen ihn er» laffeue Haftbefehl wird aufgehoben.

§ehte Nachrichten.

öonltnentaI»$eleflrQVl)ett»ttotri)aRuie.

gaitfatih 18. Januar. Gestern Abend, 9 Uhr, wurde hier ein | ziemlich heftiger, in vertikaler Richtung verlaufender Erdstoß vcr« I spürt, der von starkem unterirdischen Getöse begleitet war. T.c Erscheinung rief bei der Bevölkerung (einerlei Beunruhigung hervor.

Glasgow, 18. Januar. Gestern Mitternacht brach hier in den Lagerräumen von Currie u.Comp., welche u. 81. 2000 Barrels Naphtha enthielten, Feuer aus. Die Flammen ergriffen auch mehrere Nachbargebände, welche fümmtlich zerstört wurden. Der Schaden wird auf 40,000 Pfd. Stert, geschätzt.

DeveISenbüreau Herold.

ßerlin, 18. Januar. Gestern Abend fand beim österreichischen Botschafter zn Ehren Goluchowskis eine Soir6e statt, wozu der Reichskanzler, die Botschafter, die Staatssekretäre v. Bötticher, I Nothenhau und Andere eiitgelaben waren. Vorher wurde das Diner bei dem österreichischen Botschafter eingenommen, woran I Goluchowski Theil nahm.

Frankfurtn. M., 18. Januar. Nedakteur Alexander Gießen von derFrankfurter Zeitung" wurde gestern aus der Zwang s- baft entlassen. Das Zengiiib-Zw.ingsvcrsahreii hat zu keinem Resultat getnbrt.

Lamdnrg, 18. Januar. DemHamb. Korresp." zufolge I haben bie Delegirlen des Arbeitgeber-Verbandes in der Verfaiumlung am Samstag die bindende Erklärung abgegeben, sie müßten auf bedingungsloser Arbeitsaufnahme bestehen. Die Lage des Streiks ist daher nuveräubert.

I W-ß, 18. Januar. Zu bem an dem Vangnier Kohn verübten Raubmorde wird noch bekannt, baß sich bie Mörber in der Nacht nach dem Morde nach Guhran begaben, wo dieselben sich vier Tage anfbielten und bei dortigen Schmugglern einen Theil ihrer Bente hinterlegten. Die aus sieben Personen bestehende Schuiugglerbanbe wurde verhaftet. Bei einer Dorgcnomineiieii Haussuchung wurde nichts von Kohns Papieren gefunden.

Mir», 18. Januar. Gestern sollten im Gebäude des Cirkus Renz Stierkämpfe ftatlfiiibe». Dieselben wurden aber von der Behörde verboten.

itaria, 18. Januar. Die hier eitigelattfene Petersburger Nach­richt, daß der Czor an ben Nachwirkungen ber auf seiner Japan­reise erhaltenen Kopfwunbe krank sei unb burch Professor Bergiuaun- Berlin operirt werden solle, erregt hier grobe Bestürzung. Dem ©oleil" zufolge liegt die Wi ttwe Caruots im Sterben. Rach der amtlichen Statistik betrug die Einfuhr im Jahre 1896 in Frankreich 3,637,147,000 Frcs. gegen 3,719,699,000 Fies, im Vor­jahre. Die Ausfuhr 3,404,643000 Frcs. gegen 3,373,796,000 FrcS. Nach Berichten aus Perpignan ist dort infolge anhaftenden Regens die lleberschwemuiungsgefahr sehr groß, was bei der niedrigen Lage der Stadt leicht zu einer Katastrophe führen kann. Die Bewohner bet Stabt haben sich zum größten Theil auf die um­liegenden Berge geflüchtet.

Nanrq, 18. Januar. Scharfrichter Deidler nimmt heute die Hinrichtung an dem Deutschen Haescher vor, weicher ein minder­jähriges Mädchen geschändet unb ermorbet hat.

Rorn, 18. Januar. Ein Zusammenstoß ber Derwische mit den Italienern wirb in militärischen Kreisen für unver­meidlich gehalten, wenn nichtMauge! au Lebensmitteln die Derwische zum Rückzug zwingt. Die Derwische werden auf 15,000 geschätzt. Die Oppositionspresse verlangt die Rückkehr Balbifferas nachMassaiia.

Nom, 18.Januar. Die ProtestantischeKirche in Grotte bei Girgcnti ist eingestürzt. Opfer an Menschenleben sind nicht zn beklagen.

Konstantinopel, 18. Januar. Die Mächte erhielten Genug- thming bezüglich des Obersten Mahzar Pascha, welcher für die Er­mordung des Paters Salvator verantwortlich gemacht wird. Der Oberst wird vor ein öffentliches Kriegsgericht gestellt werden.

Ncm-Nork, 18. Januar. In Dallas (Texas) brannte ein Waisenhaus nieder. 15 Mädchen fanden de» Tod in den Flammen, darunter 3 deutsche. 9 erlitten Brandwunden.

Wiesbaden, 16. Januar. Durch den vor einigen Monaten i «folgten Tod des Oberftallmeisters Freiherr v. Brei dl) ach - s Bürresheim ist die Stelle des Vorstands des Großherzoglich v Luxemburgischen Hauses vakant geworden. Seine Köuigl. Hoheit der Grotzherzog hat nunmehr hierzu den Wirklichen Geheimrath - Freiherru v. Hadeln unter Ernennung zum Oberkammerherrn i befördert.

' * Wiesbaden, 18. Januar. Wir erhalten folgende Zuschrift:

-Die vielfachen irrigen und mißverständlichen Auffaffnngeu und Äenßeriiugen in der Preffe, zu welchen ber von mir zn § 28 Abi 4 bcs Lehrerbesolbungsgesetzes gestellte, tu bet Sitzung dcs Abgeordnetenhanses vom 16. mit großer Mehrheit (dagegen haben nur der größere Theil des Centrnms, sowie vereinzelte Nationalliberale und einzelne Freisinnige und Polen gestimmt) augeuommeue Antrag l ßefuljrt hat, läßt es mir nothwendig erscheinen, Ziele und Tendenz des Antrags kurz klar zu legen: Der Antrag berührt unmittelbar nur die Interessen der Schulgemeinden und auch diese nur in denjenigen Fällen, in welchen ein Lehrer ober eine Lehrerin auf Grnnb des § 28 Abs. 3 bie Erklärung ab- gcgcbeii hat, tu der bisherigen Besolbnugsordtiitng verbleiben zn wollen, «jn solchen Fällen sollten nach der Regierungsvorlage die

I Wiener Humorist auch lebhafte Bewunderung durch folgende | Verse, die er nach ihm zugernfenen Endreimen auf den Schauspieler machte:

Du trittst heraus, Du spielst, mau muß Dich lieben, Zurück ist jede Tadelfucht geblieben!

Die Leute sagen, daß die Bretter brennen. Doch, das sind Leute, Freund, bie Dich nicht kennen! Du giebft erst Leben bem, was Dichter träumen! Ihr Wein fängt au burch Deinen Mutib zn schäumen; Du spielst zwar Akte mir, jedoch den Losen Erkennt man wohl, der gut verstand zu kosen. Ich würbe tnich selbst in bie Hüll' getrauen, Könnt' ich Dich dort uoch als Mephisto schauen!

Aber nicht nur Improvisatoren haben in dieser Art ge­dichtet. Von dem englischen Dichter Thomas Campbell (geb. am 27. Juli 1777, gest. den 15. Juli 1844) wird erzählt, daß er seinen ganzenLochicl" so gedichtet habe.

Es seien hier endlich noch znm Schluß die sogenannten Macaronischeu Verse erwähnt, eine Vermengung von zwei Sprachen oder Dialekten. Dieselben sind im Mittelalter entstaudeu und offenbar italienischen llrsprungs.

Lateinisch und Italienisch sind einander so ähnlich, daß schlechte Dichter unwillkürlich aus einer immer in die andere Sprache geriethen. Ganz lateinisch und zugleich ganz italienisch sind die beiden Anfaugsverse eines Gebets an die Jungfrau:

betreffenden Stellen au dieAlterrzulagekasse ausgeschlossen sein und der Staat den Durchichuitts-Wlterkzulagebetrag von 337 Mk. nicht an die Llltersznlagekasse, fonbern unmittelbar an den Schnl- verband (die Schulkaffe) zahlen und zwar für jede Stelle gleich- mästig, ohne Rücksicht auf das Dienstatter des Stellentuhabers, ohne lebe Rücksicht darauf, ob der Schillverband überhaupt an ben betreffenden Stelleuiichaber eine Alterszulage zu zahlen hatte ober nicht, und auch ohne Rücksicht darauf, ob der Staat bisher schon einen höheren AfterSzulageu-Zuschuß für bie betreffende Stelle ge­zahlt hatte. Diese Bcstiminuug mutzte in ihrer Kouscgueuz uoth- weudig dahin führen, Gemeinden mit jungen Lehrern also mit ohnehin schon geringeren Besoldungs-Verpflichtungen auf Kosten ber Gemeinden mit alten Lehrern also mit ohnehin schon hohen Besolbungs-Verpflichtuiigeu zn bereichern, ohne jede Mehr­leistung des Staates. Diese augenfällige Ungerechtigkeit be- ictiigt der angenommene Antrag, indem er auch bie etwa tu ber bisherigen BesoldniigSordmiug verbleibenden Stellen obligatorisch an bie Altersziilagekasse anschließt. Dadurch wird bewirkt, baß uuninchr jede Schulgemeinde auch für die In der bisherigen Ordnung verbliebenen Stellen aus dieser Kasse annähernd dieselbe Summe zurückerbält, welche sie an Alters­zulagen ben^Stclleiiiiihaber nach feinem Dienstalter zn gewähren hat. Der Stelleiunhaber aber erhält nach wie vor sein bisheriges Einkounnen unverkürzt aus der Schulkaffe. Der Antrag erfüllt dadurch einen doppelten Zweck. Er beseitigt einmal die Möglichkeit einer Bereicherung gering belasteter Gemeinden anf Kosten hochbelasteter. Er gewährt aber andererseits den Lehrern völlig freie Hand in ihren Entschließungen über das Verbleiben in bet alten, ober bie Annahme der neuen Bcsolbnngsorbimug, da bie finanziellen Interessen der Gemeinde durch diese Entschließung weder in bem einen noch dem anderen Falle»berührt worden, während die Regierungsvorlage bie Lehrer der Gefahr einer Pression durch die Gcmeinbe aussetzte, denn wenn bie Regierungsvorlage auch solchen Gemeinden Alterszulagen gewährte, welche bisher gar keine Afterszulagen zu zahlen hatten, so liegt doch bie Gefahr nahe, baß diese Gemeinden versuchen wüiden, auf bie Lehrer einen Druck auszuüben, in ber bisherigen Ordnung zu bleiben, während andererseits Gemeinden mit Lehrern in vorgerücktem Dienstafter, um der jbiien drohenden Verkürzung des bisherigen StaatsziischusseS von 500 Mk. auf 337 Mk. vorzubeugen, einen Zwang in entgegen­gesetzter Richtung anszuübeu versuchen würden. Aus Vorstehendem i dürfte klar erhellen, daß ber Antrag überhaupt nur für die etwa in den bisherigen Ordnungen verbleibenden Stellen und das werden m. E. im Regierungsbezirk Wiesbaden wohl nur Stellen fein, welche mit älteren Lehrern besetzt sind eine Bedeutung hat, auf bie Frage ber Neugestaltung ber Bcsolbungsorbunugeu dagegen völlig einflußlos ist. v. Tepper-Laski, Mitglied bcs Ab­geordnetenhauses."

= Kiedrich, 18. Januar. Der Vorstand des hiesigen Obst­und Gartenbauvereius faßte in feiner letzten Sitzung einftiiuinig den Beschluß, im Laufe des Nachsommers in Biebrich eine Obst- u u b Gart e n ba u-A u sstel Inn g anznbcrauinen, zn I deren Beschickung an die Gemeinden des Laudkreiscs Wiesbaden Einladnugen ergehen sollen. Derselbe ließ sich von dem Gesichts­punkte leiten, daß Biebrich als größte Stadt des Landkreises, die I bei Veranstaltungen der verschiedensten Art gezeigt hat, welch reges Jutereffe die Bewohner aller Stände denselben entgegenbringt, im I Mittelpunkt eines Bezirks liegt, der in neuester Zeit ganz besonders I der Hebung des Obst- und Gartenbaues sich widniete. Auch der I hiesige, stets rührige Verein möchte seinen bescheidenen Theil dazu I beitragen unb giebt sich ber bestimmten Hoffnung hm, daß die ge- I plante 33erauftaltmig das regste Entgegenkommen sindet.

-r- Idstein, 17. Januar. In ber verflossenen Woche wurden in der hiesigen Gegend eine Anzahl Holzversteigernngen abgehalten. I Dabei zeigte sich, daß die Preise für Brennholz etwas gesunken, baß I dagegen Stammholz, besonders eichene Stämme, noch tHeiner I geworben sind, wie im vorigen Jahre. Es wurden bezahlt für I Eichen-Stammholz pro Festmeter 60 Mk. unb für Kiefern-Stamm- holz pro Festrneter 12 Mk. Bucheu-Scheitholz kostete pro SHafter I 20 bis 22 Mk., Buchni-Kunppelholz 14 bis 18 Mk. und buchene Wellen pro Hunbert 7 bis 8 Mk.

* Lochst, 16. Januar. In ben Höchster Farbwerken (Schlaf­saal) kam es zu Streitigkeiten, bei denen ber 38-jährige Simon «cheuchenpflug den 25-jährigen Johann Theis tu den' Unterleib stach. Der Held suchte zu entweichen, würbe aber, wie berNass. I B." meldet, in Sindlingen festgenommen.

* Aus dem Witertannuokreise, 18. Januar. Auf bie Ergreifung der Urheber der in ber letzten Zeit zu Niedernhausen ftattgebabten Brände ist von dem Herr» Laubesdircktor eine Prämie von 300 Mk. aus der nassanischeu Brandkasse ausgesetzt worden.

A Mainz, 18. Januar. Rheinpegel: Vormittags m 58 cm I gegen m 61 cm ant gestrigen Vormittag.

Welche Auszeichnung ist manchen Unwürdigen geworden? [ Orden p

Welches ist das wirksamste Mittel gegen Lieberwehe? Ehe!

Was sind die meisten Frauen vo» ber Zehe bis znm Scheitel? _ , Eitel!

Wer ist der liebenswürbigste Mensch? Sprich!

_ Ich!

Was wird (tue mir, wenn ich sterben werbe?

Erbe!

Holde Nymphe, willst Du nicht mehr zu antworten geruhen? m Ruhen!

Nun so schließe ich meine Fragen in Gottes Namen!

81 Uten!

Nicht nur. in Deutschland machte man diese Echovcrse, meist mit satirischem Beigeschmack, sondern in aller Welt. Eine sehr nette Probe aus England lautet:

What are they, who pay ihres guineas, To hear a tune of Paganinis?

Echo: Pack oriinnies.

... (Was sind bie, welche die Guineen bezahlen, um Paganiui zu hören? Echo: Ein Haufen Narren.)

Eine von Improvisatoren vielfach ausgeübte Spielerei ist nach gegebenen Endreimen Gedichte zu machen. In Soireen des Improvisators Herrmann und anderer der­artiger Künstler hat man diese Versspielart oft bewundert. Es war das überhaupt früher die üblichste Art und Weife, einen Dichter auf seine improvisatorische Begabung zu prüfen. Als Karl La Noche, der bekannte Schauspieler, im Jahre 1857 int ständischen Theater zu Prag gastirte, wurde der Künstler auf alle mögliche Art und Weise gefeiert. Unter Anderem wurde ihm zu Ehren ein Diner veranstaltet, dem auch der greife Poet Castelli, der sich zufällig in Prag befand, beiwohute. Da erregte der damals siebzigjährige

Geldmarkt. Coursbericht der Frankfurter ®ffeeren - SocietöL vom 18. Januar, Abends 5*/e Uhr. Ciedtt-Aktieu 316/», Diseoiito-Eommaubit 210.60- 30, Staatsbahn 314/», Lombarden 80'/«, Gotthardbahn-Aetieu 167.30, Schweizer Central 141.20, Schweizer Nordost 135.30, Schweizer Union 93 40, Laurahütte-Aetieu 167., Bochumer 165.50, ©Mit» kirchener Bergwerks-Aktien 173.30, Harpeuer 181.20, Italiener 91.60, Dresdener Bank, Darmstädter Bank, Berliner Handelsgesellschaft 162.80, Mitteliueer, Jtal. Meridiouanr , 3«/» Mexiecmer 26.65, 6°/. Mexieaner 94.80, Russische Note« , Baugne Ottomane. Tendenz: schwach.

Wien, 18. Januar. Oesterreichische Credit - Aetien 374.2S. Staatsbahn-Aetieu 364.50, Lombarden 91.70, Mark-Noten 58.77.

Die Abend-Ausgabe enthalt 1 Beilage.