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Wiesbadener SagHatt

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N-.8. Bezirks-Fernsprecher No. 52.

AbendAusgabe.

Mr das 1. Huartak 1897 bestelle man sofort das Wiesvadrner Tagblatt" Organ für amtliche und nichkanttliche Bekannt­machungen aus der Stadt Wiesbaden und Umgebung mit feinen 8 Gratis-Beilagen (darunter dieIllnstrirke Kinder-Zeitung") =: monatlich 50 Pfennig. =

Das Jahr 1896.

Die »altanhalbinsel.

Desto mehr machte Bulgarien von sich reden. Die brennende Frage der Versöhnung Rußlands wurde dank den heißen Bc- mühnngen des Fürsten Ferdinand gelöst, und zwar um den Preis des Uebcrtritts de» Erbprinzen Boris zur griechisch-katholischen Kirche, den Rußland als conditio eine qua non bezeichnet hatte. Vergebens hatte der Fürst am 27. Januar den Papst in Rom ausgesucht und seine Einwilligung zu dem entscheidenden Schritte zu erlangen ver­sucht; er war sogar selbst wieder wankend geworden, _ unb es bedurfte einer Androhung des Rücktritts des Ministerpräfidenten Stoilow, um den Fürsten zu bestimmen, die Umtaufe feines Aeltesten auch ohne die Gntheißung de» Papstes und der Fürstin Marie Luise vornehmen zu lassen. Sie fand denn auch Anfang Februar unter großen Feierlichkeiten und unter Theilnahme eines Vertreters des Czaren, der die Pathenschaft übernommen hatte, statt. Zuvor hatte die Fürstin Marie Luise grollend das Land oerlafleu, in das sie erst am 12. Mai wieder zurückkehrte, aber Fürst Ferdinand sah sich nach vollzogener Unterwerfung unter Rußland bald am Ziele seiner Wünsche. Am 10. Februar erkannte ihn sein Oberherr, der Sultan, seierlichst als rechtmäßigen Fürsten , von Bulgarien an und regte die Anerkennung auch Seitens der Groß- 5 machte an, die denn auch bald darauf erfolgte. Rußland eröffnete Anfang , April den diplomatischen Verkehr mit Bulgarien wieder. Aus dem , Ministerium wurden Ende Februar alle nicht bedingungslos russen- freundlichen Minister entfernt, und der nunmehr anerkannte Fürst trat Ende März eine große Rundreise an, die ihn zunächst nach Konstantinopel, dann Mitte April über Odeffa nach Petersburg, von da am 23. April nach Paris, am 30. April nach Berlin, am 2. Mai nach Coburg, am 7. über Wien nach Belgrad führte; auch der Moskauer Kaiserkrönung wohnte der Fürst am 22. Mai bei. Da im Lande und in der Sobranje der Widerstand gegen die Politik des Fürsten trotz aller Erfolge nicht verstummen wollte, wurde am 15. Oktober die Sobranje aufgelöst. Trotzdem sich die Führer der verschiedenen OppofitionSgruppen, Karawelow, Radoslawow und Zankow, zur Bekämpfung der Regierung zusammenschlossen, erzielte letztere bei den Neuwahlen am 29. November enien vollständigen Sieg: es sielen ihr 135 und der vereinigten, vorher 50 Sitze starken Opposition nur 15 Mandate zu. Der Prozeß gegen die Mörder des vormaligen Mittistcrpräsideuten Stambulow ist am Schluffe des Jahres nun auch endlich vor sich gegangen. Er begann am 20. und endete am 30. Dezember mit der Berurtheilung der Mörder zu geringen Gcfängnißstrafen. An die intellektuellen Urheber der Morbthat wagt sich natürlich die bul­garische Justiz nicht heran.

Drunter und drüber giug's in der Türkei zu: der morsche Van des ottomanischen Staatswesens ist in seinen Grundsesten erschüttert und droht trotz aller diplomatischen Flickarbeit über kurz oder lang zusammenzustürzcn. Es Hilst nichts, daß die türkische

(Nachdruck verboten.)

Die Mode im Januar.

Von Wilma v. G.

Sobald Schnee und Eis ihren Einzug halten und der klirrende Frost die Erde gefangen hält, greifen wir nach unserer wärmsten Umhüllung, dem Pelze. Mit dem Gefühl behaglichsten Geborgenseins schmiegen wir uns bei der Schlittenfahrt in den wärmenden Mantel, oder hüllen uns t in das gegen jede Unbill der Witterung schützende Cape, : während die Jugend, im kurzen Pelzjäckchen vor jeder Er­kältung sicher bewahrt, dem Vergnügen des Schlittschuh­laufens sich hingiebt.

Die guten Pelze sind kostbare Stücke. Ihre Preise sind für gewöhnliche Verhältnisse oft unerschwinglich, doch gicbt eS gute Imitationen, die sich kaum von den echten Fellen rmterscheiden lassen und die in geschmackvoller Zusammen­stellung mit echtem Pelzwerk einen durchaus vornehmen Ein­druck hervorbringen, sodaß es auch minder Bemittelten Möglich ist, sich schöner Pelze zu erfreuen.

Als besonders modern gelten unter den Hellen Pelzen (die nur von der Jugend getragen werden): Chinchilla und Hermelin, unter den dunkleren: Nerz, Edel­marder, Zobel, Karakal, Breitschwanz, Biber und Seal.

Seal, das Fell einer Robbe, wird ganz kurz geschoren, hat einen plüschartigen Glanz und wird daher auch mit Geschick durch einen seidenen Stoff nachgeahmt. Es kann zur Zeit als der begehrteste Pelz bezeichnet werden, denn Seal eignet sich vorzüglich für jegliche Art von Konfektion, zu modernen Eislaufjäckchen, zu kostbaren Paletots, sowie in der Zusammenstellung mit einem anderen edlen Pclz- werk, wie Hermelin oder Angora, zu eleganten Capes. Seine Beliebtheit hat zu täuschenden Nachahmungen in Kanin und Bisam geführt. In der Regel werden imitirte

Mittwoch, den 6. Iannar.

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

1897.

Regierung die immer mehr Boden gewinnende juugtürkische, eine Verfassung nnstrebende Bewegung durch Hinrichtungen zu bekämpfcu versucht; für einen Enthaupleten oder im Bosporus Versenkte» er­stehen, gleich den Köpfen der Hvdra, zehn neue Verschwörer. Trotz aller Truppenaufgeboie dauerten in Kleinasien die Aufstände fort, und erst in der zweiten Hälfte de» Jahre» ließen in Armenien die Greuel etwas nach. Schritt für Schritt mußten die Botschafter der Großmächte der Pforte die Erfüllung der feier» lichst verkündeten Resormversprechungen abringen, immer und immer wieder versuchte die Regierung des Sultans, an der sattsam bekannten Verschleppungspolitik sestzuhalten. Für Kreta, wo die Aufständischen siegreich gekämpft hatten, wurde am 30. Juni der christliche Fürst Georg Berowitsch, seither Generalgouverneur von Samos, zum Chef der Verwaltung ernannt; aber seine Tbätigkett durchkreuzte der türkische Militärkommandant Abdullah Pascha, bis die Mächte am 25. Juli dessen Abberufung erzwangen. Bei der Durchführung der Verwaltungsresorm auf Kreta machte die Pforte unaufhörliche Schwierigkeiten und suchte durch immer neue Ausfluchte den Fortgang der Reform zu hemmen. Die Armenier erbitterte sie aufs Neue Anfang August durch dieplötzlicheEntlaffuugdcsarmemschen Patriarchen. Am 26. August unternahmen die Armenier in Konstantinopel einen Hauptschlag; sie versuchten die ottomamsche Bank zu plündern und in die Luft zu sprengen, unb die Entdeckung und Vereitelung dieser Absicht bildete das Signal zu einer mehr­tägigen furchtbaren Metzelei in der türkischen Hauptstadt, bei welcher der lange genährte Haß der Mohammedaner gegen die christlichen Armenier zu blutigem Ausbruch kam. Diese Greuel in Stambul, denen bald weitere in den Provinzen folgten, veranlaßte» einerseits ein nachdrückliches Einschreiten der Großmächte, andererseits eine Massenauswanderung der Armenier, die zum Theil in Bulgarien angesiedelt wurden. Nach unendlich langwierigen Ver­handlungen verkündete am 10. October ein Erlaß des Sultans die Ausdehnung der für Kreta zugeflandenen Reformen auf das ganze ottomamsche Reich; nach ebenso langem Zögern ließ der Sultan endlich die Wahl eines neuen armenischen Patriarchen vor­nehmen. Bei dem Reformerlaß verblieb es aber auch, sodaß sich Ende Dezember die Großmächte, zwischen welchen inzwischen ein völliges Eiuvernehmen zum nachdrücklichen Vorgehen gegen die türkische Mißwirthschaft vereinbart worden war, zu einem neuen Einschreiten veranlaßt sahen, welches hoffentlich die gewünschten Erfolge haben wird. Durch die unaufhörlichen Mobilisirungen und Aufstaude ist der Stand der türkischen Finanzen ein geradezu trostloser geworden; auch auf dieses Gebiet soll sich das Eiugreiseu der Groß­mächte erstrecken.

Griechenland spielte bei den türkischen Wirren die gewohnte zweideutige Rolle. Während seine Regierung ihre Lohalität ver­sicherte, unterstützten seine Einwohner die aufständischen Kreter durch Geld und Waffen, und seine Armee und Flotte reihten Offiziere und Mannschaften in das Ansstaudsheer ein, ohne daß die Fahnen­flüchtigen bestraft wurden. Zur Bezahlung der Zinsen seiner Staatsschulden hat das vom Großmachtsdünkel besessene kleine Königreich kein Geld übrig, aber für eine abenteuerliche Politik werden Millionen hmauSgeworfeu. So stieß eine Anfang Dezember vom König Georg gegebene Anregung zur Errichtung eines befestigten Lagers, welche 2'/- Millionen Drachmen kosten soll, auf begeisterte Zustimmung, während die Verhandlungen mit den Gläubiger-Ausschüssen mangels guten Willens der griechischen Re- gierung ergebnißlos verliefen. Unter großem Zulauf aus aller Herren Länder, ansgenommen Deutschland, wurden Anfang April auf altgeschichtlichem Boden die ersten moderiiisirten olympischen Spiele abgehalten.

Aste».

Im türkischen Kleinasien loderte zu Beginn des Jahres lichterloh die Flamme des Aufruhrs. In der armenischen Stadt Zeitlin waren von einem starken türkischen Truppenansgebote mehrere Tausend Aruienier eingeschlossen worden. Da der schließlich un­vermeidliche Fall der belagerten Stadt unfehlbar zu neuen Metzeleien geführt hätte, legten sich die Mächte ins Mittel, und durch Ver­mittelung ihrer Konsuln wurde am 10. Februar ein Uebergabe- verlrag abgeschlossen, kraft dessen die Armemer freien Abzug erhielten

und am 13. den Platz räumten. Neue Greuel ereigneten sich im März in Nursa und Beredschik, im Juni in Wan und an andere» Orten. Zwar brachte der Sommer wider Erwarten weniger Blut­vergießen, als befürchtet worden war, indeß vermochte nur eine starke Truppenmacht die Armenier im Zaume zu halten, die dann, wie berichtet, ihre Hauptthätigkeit nach Konstantinopel verlegte». Eines im Jnni ansgebrochenen neuen Aufstandes der in Syrien an­sässigen Drusen ist die türkische Regierung erst Mitte Dezember nach blutigen Kämpfen Herr geworden.

Eine unerwartete Knude kam Anfang Mai au» Persien. Dort wurde am 1. Mai Schah Nasreddin, in Europa durch feine mehrfachen Rundreisen bekannt, durch einen religiösen Fanatiker, der der Babisekte angehörte, ermordet. Ihm folgte in der Regierung sein europäisch erzogener Sohn Musaffer Eddin Mirza. Er ließ seinen Sohn Mohamed Ali Mirza zum Thronerben ausrufen und leitete eine gründliche Reform der von Korruption angefresfenett Verwaltung in die Wege.

Für Britisch-Jndien wurde Anfang August ein Abkomme» mit Rußland, Persien und Afghanistan abgeschlossen, welches dir Grenzen möglichst genau festsetzte und England zum direkten Nachbar Rußlands machte. In einem großen Theile Vorderindiens entstand im Herbste durch lange Dürre und dadurch verursachte Mißernte ein schwerer wirthschaftlicher Nothstand, der noch nicht überwunden ist.

In Hinterindien, woselbst von Osten her die Franzose» den englischen Besitzstand bedrohen, wurde eine vorläufige Grenz­festsetzung im Frühiahr durch em Abkommen zwischen Frankreich und England herbeigeführt, durch welches Siam als Pufferstaat zwischen die beiden Nebenbuhler geschoben wurde.

Auf den Sun da-Inseln kamen im Laufe de» Jahres mehr­fache Aufstände zum Ausbruch. So Ende Juni auf der portu­giesischen Insel Timor, ferner Ende Mai auf Sumatra ein neuer Aufstand der Alchinesen unter Dejohan, der durch den verrätherischen Anschluß des Häuptlings Tuku Omao sehr gefährlich wurde unb bie Holländer viel Menschen und Geld kostete.

Auf den Philippinen, dieser großen unb fruchtbar n spanischen Inselgruppe, zeitigte die spanische Ausbeutungspolitik wie auf Cuba einen Ausstand, der im Juli ausbrach und alsbald mächtig emporschlug. Allen spanischen Siegesmeldungen znm Trotze blieben die Empörer überall Sieger, sodaß die Spanier im Dezember genötbigt wurden, alle Truppen auf der Hauptinsel Luzon zusammen- znziehen, gegen deren Hauptstadt Manila sich der Eudstoß der Empörung richten wird. Da der General-Gouverneur General Bianco durch seine Sorglosigkeit den Ausbruch unb Fortgang des Aufruhrs zum großen Theile verschuldet hatte, wurde er Mitte Dezember abberufen und durch den General Pallavicini ersetzt. Doch auch dieser wird das rollende Rad kaum mehr auf­halten können.

Japan bereitet sich unausgesetzt auf künftige große Ereignisse vor. Im Frühjahr bewilligte der Reichstag mit Einstimmigkeit du Mittel zu einer Verdoppeiung des Heeres unb ber Flotte unter gleichzeitiger Erhöhung der Steuern um 40 pCt. Gleichzeitig wurde an dem Ausbau der inneren Gesetzgebung und der Beziehungen zum Auslände rüstig gearbeitet; ein bürgerliches Gesetzbuch ordnete di« Rechtspflege; außer mit China wurden Handelsverträge mit Deutsch­land, Frankreich, Schweden und Norwegen unb der Schweiz ab­geschlossen. Marschall Graf Jamagata, der Besieger der Chinesen, wurde als Vertreter des Kaisers zur Moskauer Czareukrönung und nach Deutschland entsandt; er hatte am 17. Juni ebenfalls eine Audienz bei Kaiser Wilhelm. Zwei Ministerkrisen hatte da» Land durchzuniacheii. Am 27. August trat Ministerpräsident Graf Ito infolge von Meinungsverschiedenheiten in betreff der Besetzung des Ministeriums des Äeußeren zurück unb Gras Matnkata bildete ei» liberales Kabinett, in welchem Graf Kuroda das Ministerium de? Auswärtigen übernahm. Doch war dieses Ministerium nicht von langer Dauer; es reichte bereits am 20. November infolge von Zwistigkeiten mit dem Parlament seine Entlassung ein, unb ein radikales Kabinett mit dem Grafen Oknba an der Spitze trat an seine Stelle.

Die Insel Formosa, die den Japanern als Siegeszms zu- gesallen war, mußte von diesen mit gewaffneter Hand unb unter

Sealskin-Capes mit echten kleinen Hermelin- oder Angora- Sturmkragen versehen und die Täuschung dadurch glaub­hafter gemacht. Der Preisunterschied ist natürlich bedeutend. Während diekostbaren Alaska-Sealskinkragen nicht unter 300bis 400 Mk. zu haben sind, variiren die guten Imitationen zwischen 60 bis 140 Mk. Häufig haben die Capes eine Passe von anderem Pelzwerk, wie z. B. Nerz mit Persianer-Hermelin, mit Breitschmanz-Edelmarder, mit Sealskin-Passe, oft auch sind die Passen aus Leder oder Sammet gefertigt und mit kostbarer Seiden-, Metall- oder Perlenstickerei verziert, wo­durch die Eleganz des Umhangs sehr erhöht wird. Mit­unter laufen die Capes auch in Stola-Enden aus, die mit Schwänzchen geziert sind. Die beiden edlen Pelze Sealskin und Zobel bilden, zum Cape vereinigt, ein unübertroffen kostbares Toilettenstück, dessen Preis die Höhe von 2500 bis 4000 Mk. erreichen kann. Da sehen sich viele Damen wohl lieber nach anderen Pelzmoden um und finden Be­friedigung durch die eleganten Colliers, die über dem Sloff- Paletot getragen werden und ebenso modern als Capes sind. Sie haben ebenfalls die stolaartige Form und sind mit natnralisirlcn Köpfen und Schwänzen besetzt, und zwar in der Weise, daß mehrere Fellchen mit Kopf und Pfötchen sich übereinander legen, bis die Länge der Siola erreicht ist, und viele kleine, lose Schwänzchen, von einem Köpfchen gefaßt, das Collier hinten am Nacken oder vorn am Halse abschließen. Die Schwänzchen wiederholen sich dann an den Enden.

Mannigfache Faxons findet man, in denen Collier und Kragen vereinigt erscheinen. Kurze, hinten und vorn zu­gespitzte Schulterkragen, mit mäßig hohen Mediciskragen vereinigt; breite Umlegekragen mit 50 cm langen Collier-Enden, die mit einer Flulh von Schwänzchen besetzt und auch am Halse mit einer Agraffe, aus der mehrere Schwänzchen herabfallen, geschlossen sind; zur Boa geringelte Pelzkrausen, die mit mehreren Nerz- oder Zobelschleifen, dicht vom Halse

herabfallend, abschließen, und breite Schulterkragen, die, fest ansitzend und nach der Taille sich zuspitzend, bis über den Taillenschluß herabgehen; sie alle haben graziöse, gefällige Formen und erfüllen ihren Zweck, Brust und Hals zu schützen, vollkommen.

Wir finden zu allen Pelzcolliers und Kragen für die Jugend paffende Baretts, von der einfachsten Art in Seal­kanin mit leichtem Feder stutz bis zu den elegantesten Aus­führungen in Persianer und dem kostbarsten echten Sealskin,

Als Paletotstoffe kommen nur Seal und Persianer in Betracht. Sie werden im modernsten Zuschnitt, natürlich ganz ohne Besatz gebracht und nur mit großen Knöpfen geschlossen.

Die Muffe von derselben Pelzart wie Paletot, Cape oder Collier werden nicht größer getragen, als gerade ihr Zweck, die Hände zu bedecken, erfordert. Sie haben durch­schnittlich ein Maß von 25 bis 30 cm.

Einen billigen, aber trotzdem sehr empfehlenswerihe» Pelz liefert das australische Känguruh. Ec wird unter dem Namen Opossum in den Handel gebracht und zeichnet sich durch große Strapazirfähigkeit aus, findet daher auch viel­fach als Futter in Abend- und Reisemänteln Verwendung und hat als solches den früher beliebten Fehpelz (das Winterfell vom amerikanischen Eichhörnchen) fast gänzlich verdrängt.

Auch Murmelthier und Hamster sind beliebte Futterpelze. Der Oberstoff pelzgefütterter Mäntel besteht aus rein­wollenen Tuchen, Crepes oder dergleichen und wird mit einem Edelpelz Zobel, Edelmarder, Biber, Blaufuchs besetzt. Abendmäntel mit Pelzfutter sind immer ohne Steimel in Radform gearbeitet.

Tuch- oder Sammetkleider besetzt man am Rande mit Pelz­streifen, oder verziert den Rock damit in mehrfacher Reihe. Sie erhalten dadurch im Verein mit dem gleichen Pelzbesatz des Plüsch-, Tuch- oder Sammetjäckchens einen warmen winterlichen Charakter, den man noch erhöhen kann, wen» .das Jäckchen ganz aus Pelz gefertigt wird.