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44. m / NW AM ... .

Verlag: Langgasse 27.

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44. Jahrgang»

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Ko. 579

Freitag, den 11. Dezember.

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

1896

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

Morgen-Ausgabe

sich für die engere Kouk Fürsten in Reiterstiefelu, Haupte, das andere Mal

Brief, der als Aushängebogen auch mehreren Nedaklionen zugeschickt wurde, enthielt eine sehr intime Schilderung des Ehelebens des Kronprinzen und verschiedene charakteristische Bemerkungen über sein Verhältniß zur Baronin Vecsera . . . Ein Passus dieses Briefes lautete: . . Den ganzen Tag über hat mich St. . . . mit Eifer- suchtsfccuen gequält. Am Abend beim Thce verlor ich über ihre Inquisitionen die Geduld, auch ich wurde heftig und drohte, daß ich nicht ruhen werde, bis unsere Ehe getrennt. In diesem Moment trat mein kaiserlicher Vater ins Zimmer. Er hatte sicherlich etwas von meiner laut gesprochenen Drohung gehört. Sein Antlitz war finster, und was nun folgte, das war ein schrecklicher Fainilieu- Austritt. Ich trage das nicht länger. . ." Als Preis des Werkes war die Summe von 250,000 Gulden bestimmt. Es mußte also Jemand eine Abschrift der Briefschaften besessen haben und sich dieselbe nun zu Nutzen machen wollen. Der Name, der im Geleits­schreiben stand, war ein fingirlcr. Wahrscheinlich wollte man erst einen Fühler ausstrecken und sich vor allen Eventualitäten sichern. In der That wurde die ganze Geheimpolizei alarmirt, um den Absender zu eruiren (eines war konstatirt worden, daß Frau Pewny und der Advokat der Sache fern standen), doch bisher ohne Erfolg. Das Erscheinen des Werkes war für Neujahr in Aussicht gestellt. Die Erregung in den Hoskreisen ist eine sehr große. Es heißt, daß ein höherer Offizier in der Affaire konipro- mittirt wäre.

Aus Kunst und §ebe».

* Das Theater dos Sultans. Auch int Iildiz-Palast hat in diesem Herbste eine Theatersaisoii begonnen, über deren Verlauf ein Berichterstatter durch Zufall von einem mitwirkenden Schau­spieler Ausschlüsse erhielt. Danach hat der Sultan bereits seil einem halben Jahre den frauzöfifchen Schauspieler Lebeque, welcher früher als Mitglied der Gesellschaft Malvcrire längere Zeit den Orient be­reist hatte, zu sich ins Palais geitommen und ihm den Auftrag ge­geben, eine eigene Schauspielertruppe für den Dildiz-KioSk zu orga- nifiren, worauf Lebeque ein Dutzend französischer und italienischer Schauspieler und Schauspielcrinuen, darunter auch den Gewährsmann, engagirte. Mit diesen giebt er nun schon seit mehreren Monaten fast allabendlich Vorstellungen, denen der Sitltan mit seinen Tisch­genoffen als Zuschauer beiwohnt, während im Hintergrund hinter einer Gitterwand die Damen des Harems ebenfalls dem Spiele lauschen dürfen. Die Schauspieler führen indeffen nur ihre eigenen, das heißt des Sultans Stücke auf. Am Nachmittag, ehe sich der Sultan zur Tafel setzt, ruft er Herrn Lebeque zu fich und giebt ihm an, was er nach Beendigung der Tafel für ein Schauspiel zu sehen Wunsche. Gewöhnlich stellt er ein Thema aus seinem unmittelbarsten

Kismarck-Denkmat. In dem Festsaal des Rathhauses i hat-nun auch Herr Bildhauer Hertter-Berlin seine neuen Ent­würfe für das Bismarck-Denkmal ausgestellt. Der Künstler, welcher in seinem ersten Entwurf den Altreichskanzler im weiten Reitermautel mit Pelerine auf reich beforirtem Sockel dargestellt hatte, hat "Kl für die engere Konkurrenz auf die Figur beschränkt und den m , einmal mit dem Kürassierhelm auf dem

. Mal ohne Kopfbedeckung dargestellt. Darüber,

wann das Deiikmal-Comitö die Entscheidung treffen wird, verlautet noch nicht«.

(Nachdruck verbotcn.)

Die Briefe des verstorbenen Kronprinzen

Kndolf von Oesterreich.

Ans Budapest, 7. Dezember, schreibt uns unser dortiger Korrespondent:

] E, Eine Geschichte, die in die höchsten Hofkreise hinanfreicht und sich auf hinterlassene Briefe des verstorbenen Kronprinzen Rudolf sehr intimen Inhalts bezieht, macht hier viel von sich reden. Der ; Thatbestand ist folgender: Vor Jahresfrist etwa verstarb hier der Chefredakteur der offiziösenBudapester Korrespondenz", Julins Futttiky, der u. A. eint riesige Menge von Briefschaften hinterließ, öic dessen zweite Gattin, die Sängerin Pewuy, behufs Ordnung einem Budapester Advokaten, Namens Frankel, übergab. Die i [Dante, die kaum sechs Monate lang die Gattin FnttakhS gewesen, hatte keine Ahnung von dem Inhalte dieser Schriften, die, wie der Advokat entdeckte, eine umfangreiche Korrespondenz des oerstorbeuen Kronprinzen Rudolf enthielten, der, ein intimer Freund des Publizisten, mit diesem Jahre lang einen sehr Vertraulichen Briefwechsel unterhalten. Der Advokat, der sofort sah, [daß diese Briefe für das allerhöchste Herrscherhaus von ungeheurer Wichtigkeit waren, entschloß fich kurz; er fuhr nach Wien, suchte dort bei Seiner Majestät um eine Andienz nach, und übergab die Briefschaften dem Monarchen mit der Erklärung, et sei bestrebt gewesen, dafür zu sorgen, daß von dem Inhalt betreiben nichts in »ie Oeffeutlichkeit gelange. Der Kaiser-König zeigte sich über diesen Loyalitätsakt seht erfreut, und der Advokat erhielt kurz darauf einen kostbaren Brillaittring von Seiner Majestät in Begleitung .eines Schreibens, in welchem der Herrscher nochmals seinen Dank aussprach und Herrn Frankel feiner allerhöchsten Gnade ver­sicherte. Der Advokat, den die Wittwe Futtakys iudeß, die Unbemittelt zurückgeblieben war, der Briese wegen oitgitig, Kh sich jetzt gezwungen, der Frau Pewuy - Futtaky die bezüg- uchen Eröffnungen zu machen. Letztere zeigte sich zwar ob der Eigenmächtigkeit deS Advokaten nicht sonderlich erfreut, als sie aber Urz darauf auf seht hohe Protektion ein Vortheilhaftes Engagement Beiten« der König!, ung. Oper erhielt, schwieg auch sie. Seither und einige Monate vergangen. Vor ciiiigen Wochen nun erhielt die Kaiserliche Kabinettskanzlei in Wien den Aushängebogen eines Werkes, das demnächst erscheinen sollte und das in einem Begleitsschreiben keiner Majestät zum Kaufe angetragen wurde. Das Werk sollte unterlassene Briefe des verstorbenen Kronprinzen zum Inhalt haben, und der Aushängebogen enthielt einen der intimsten Briefe tut Probe, einen Brief aus jenem Briefwechsel, den der Moturch von dem Advokaten zurückethaltcn hatte. Dieser i

Aus Stadt «nd Kand.

Wiesbaden, 11. Dezember.

Zur Erinnerung. Vor 90Jahren, am 11. D ezemder 1806, kam es zum Frieden zu Posen zwischen Napoleon und dem Kurfürsten von Sachfen. Dieser erhielt von Napoleon den Königs­titel, mußte in den Rheinbund eintreten, wurde dadurch französischer Vasall und mußte sich zur Theilnahme am Kriege gegen Preußen verpflichten. Dieser Friedeusschluß ist dem Kurfürsten arg verdacht worden, und noch mehr sein späteres Festhalten an Napoleon, sodaß später auf dem Wiener Kongreß die Selbständigkeit Sachsens sogar bedroht erschien; allein man muß bedenken, daß dem Kurfürsten nut übrig geblieben märe, sich an Preußen anzuschließeii und dieses selbst sich-Napoleons nicht zu erwehren vermochte.

Einrichtungen und für andere milde Zwecke ferner eingegangen: Kinder- beroaljranftalt: Frau L. Wittmanu 3 Mk Wollgast 2 3)1 f., F. Q 10 Mk.; Paulinenstist: Wollgast 2 Mk.; Rettungshans: Frau L. Wittmanu 3 Mk., Finkeuest 5 Mk., Erste 3 Mk.; Versorgungs- Haus: Finkenest 5 Mk., Frau L. Wittinaun 3 Mk., Wollgast 2Mk., F. Z. 20 Mk.; Angenheilanstalt für Arme: Fran L. Wittmanu 3 Mk., Wollgast 2 Mk., F. Z. 10 Mk., F. S. 3 Mk.; Armen­verein: Dr. A. Müller 5 Mk.; Blindenanstalt: Fran L. Wittmann 3 Mk., Erste 3 Mk., G W. 10Mk., Wollgast 2Mk., F. Z. 20Mk.; Kohlen für Arme: Erste 3 Mk. Die Empfangsberechtigten wollen die Beträge gegen Legitimation abholen lassen.

Die Pfefferkuchen-poeten, die pünktlich mit jedem neuen Dezember ans dem Plan erscheinen, singen, wie dieBerl. Ztg." mtttheilt, begreiflicherweise nur wenig vorn Lenz, desto mehr aber von Liebe und seliger Weihnachtszeit. Daß sie in ihren Liebes- Iiebern besonders originell sind, kann gerade nicht behauptet werden, höchstens daß hier und da einer einen neuen Gassenhauerrefrain in seine Verse verflicht, wie der Dichter des netten Vierzeilers:

Nimm diese Gabe, Herzlich und schlicht! Wie lieb ich Dich habe. Du ahnst es nicht!"

In Anlehnung an ein bekanntes Motiv meint ein Anderer:

Was Süßes im Schnabel. Was Süßes im Herzen, Lindert des Lebens Sorgen und Schmerzen."

Recht verheißungsvoll klingt der Spruch:Sei mir treu und stets ergeben, bann geh'n wir ins Eheleben!" und nochehrpusseliger" der schöne Vers:Liebe führt durch Dick und Dünn, endlich doch zum Küster hin!" Daß aber in der Ehe mitunter der schöne Wahn etwas unsanft eutzweireißt, beweist die sauersüße Mahnung:Zanken ist ein böses Laster, Drum leg auf Deinen Mund dies Pflaster!", der liebenswürdigen AufforderiingOlle halt's Mnul!" nicht zu ge­denken. Die Erinnerung an vergangene Ausstellungsherrlichkeit weckt der Stoßsenszer Eines aus der honigsüßen Zunft:

Der Treptolver Hammer Der war belämmert, Anders mein Herze, Das entgegen Dir hämmert."

Herrlich, etwas dunkel zwar, aber furchtbar poetisch! Gleichsam als entschuldigender Begleitvers zu einer recht spärlich ansgefalleuen Weihnachtsgabe kann folgender Erguß einer dallesgepeinigten Seele gelten:

Im Sommer gab es viel Pläsir Am grünen Strand der Spree, Jetzt fleht der Winter vor der Thür Und leer ist's Portemoniiaie!"

Wie wohlthnend wirkt dagegen die inehrsach wiederkehrende Versicherung, die auch sonst in den letzten Tagen von den mit ihrer Seit mitgehenden reichshanptstädtischcn Spatzen von allen Dächern gepfiffen wird:

Es ist doch Alles da, 's ist nicht wie bei armen Leuten."

"T £«ße. Eine der häufigsten Klagen int Winter sind kalte Fuße. Alle noch so warmen Eltihüllnugen der Füße nützen nichts, wenn nicht eine Fußpflege betriebe» wird, oder was noch schlimmer, wenn die kalten Füße durch Krankheit hervorgerufen werden. Unter Fußpflege verstehen wir eine regelmäßige Waschung derselben. Die Füße sind bei den meisten Menschen die Stiefkinder der Kdrperreimgnng, obwohl sie Tag für Tag die anstrengendste Arbeit zu leisten haben und den ungünstigen Verhältnissen ausgesetzt sind. Durch regelmäßige Waschungen, mögen sie lanwarnt ober falt feilt, wird die Hautthcitigkeit angeregt, der Stoffwechsel in ihr befördert und die Vlutcirktilation gehoben. Wer die Pflege seinen Füßen angedeihen läßt, wird, sofern er nicht an Blutmangel, schlechter Verdauung re. leidet, selten an diesen, lästigen liebel

Gedankenkreis, indem einer feiner höheren Staats- ober Hofbeamteii auftreten soll, nm zu zeigen, wie derselbe feine Amtspflichten nicht zu erfüllen habe. So wurde neulich derKommaudaut der Palast- wache" gegeben, der seinen Dienst verschlief und dadurch das Estt- bringen von Räubern in den Palast verschuldete. Er wurde dafür vom Sultan znm Tode verurtheilt, bann aber zu einer höchst unglücklichen Hast in einem fäfigartigen Räume begnadigt, in welchem er zur Erheiterung der Anwesenden alle möglicheu Schrecknisse auszusteheu hatte, bis ihm endlich der Sultan die volle Be­gnadigung gewährte. An einem anderen Abend mußte der oberste Küchenchef dargestellt werden, wie er vom Sultan plötzlich Befehl erhält, sofort ein Gastmahl mit 50 Gedecken herznrichten, wobei der arme Chef durch seine Kopflosigkeit Alles verdarb und die Diener derartig in Verwirrung brachte, daß sich dieselben gegenseitig umraunten und die Speisen mitfanunt den Schüsseln und Tischen auf die Erde warfen. Hierfür wurde der Küchenchef von dem Padischah zum Tode in den Wellen des Bosporus verurtheilt, wobei sich noch ein sehr erheiternder Auftritt ereignete. Die Schauspielerin Fiorelli, welche eine Palastdame darstellte, und deren berückende Schönheit eigentlich die Kopflosigkeit des Küchenchefs verschuldet hatte, fiel bei dessen Berurtheilung in eine so täuschende Ohnmacht, daß der Sultan von seinem Zuschauerplatz auf die Bühne eilte und mit seiner Selter« wasserspritzflasche der Ohnmächtigen Gesicht und Nacken bearbeitete. Das half allerdings sehr schnell, und die Fiorelli stürmte unter dem brausenden Beifallsklatschen aller HareiuSdamet, von der Bühne herab. An anderen Abenden werden einzelne Minister, ja selbst der Großvezir in ähnlicher Weise dargestellt, wobei natürlich die armen Jronistrten nicht allzu große Freude bei dem Zuschauen empfinden dürften, zumal das Beifallklatschen aus dem vergitterten Hinter­grund weniger dem Schauspieler, als dem bezüglichen Gast gilt. Neuerdings aber liebt es der Sultan, auch politische Themata zu stellen, wobei oftmals gewisse europäische Staatsmänner die Haupt­rollen zn spielen haben. So mußte Lord Salisbury schon einige Male über die Bretter gehen und infolge seines diplomatischen Mißgeschicks manche Lachsalven durch das Gitter des weiblichen Zu- schanerraums hinnehmen. Die letzte Vorstellung aber hatte einen französischen Staatsmann zu schildern, welcher die Rolle eine» Stenerexekntors in der Türkei hatte einnehmen wollen, dabei aber statt des gewünschten Goldes von seinem russischen Freunde eine fürchterliche Tracht Prügel einheimste. Und alle diese Darstellungen müssen sowohl seenisch, als mich dichterisch während der knappen anderthalb Stunden vorbereitet werden, während welcher Zeit der Sultan mit feinen Gefährten Tafel hält. Bis jetzt aber ist das Spiel noch immer leidlich gut gelungen, und der Sultan hat Herrn Lebeque wiederholt versichert, daß nur dieses Theaterspiel im Stande sei, ihm die jetzigen schweren Regierungssorgen ein wenig zu erleichtern.

Kopf kalt, Füße warm," der Ausspruch Hufelands in seiner Mokrobwttk ist die erste Bedingung zum allgemeinen Wohlbefinden der Menschen sind die Fuße kalt, so können wir sicher Voraussagen, daß der betreffende Mensch krank ist. Die meisten kalten Füße find auf Blutariuiith zurückzuführen. Man wird nun häufig genug hören, daß sich der Betreffende scheinbar ganz wohl befindet, ja wir sagenscheinbar", denn die kalten Füße sind eben em stchere» Zeichen, daß der Körper nicht diejenige Blutmenge besitzt, um den ganzen Körper gleichmäßig zu erwärmen. Derartige kalte Füße find nur durch vollständige Acnderung der Lebensweise zu beseitigen. Das Wichtigste hierzu ist die gute Athmung; die größere Zufuhr von Sauerstoff in die Blutbahn. Die sitzenden Knlttir- menschen athmeu viel zu langsam und nicht tief genug. Durch die Trägheit des Athmens erschlaffen naturgemäß auch alle edlen Theile und die Nerven besonders werden durch Mangel an verbrennendem Nervenol so krankhaft beeinflußt, daß ein kräftiger elektrischer Jnduktionsstrom unter der magnetischen Hülfe des Eisens im Blut den Organismus nicht mehr durchfluthet und die äußersten Körper- theile nach und nach abfterben läßt, weil keine kräftige Blutwelle mehr die äußeren Spitzen erreicht. Aber auch der anregende Gebrauch kalten ober lauen Wassers, womit täglich die Füße ab» juretben sind, bringt nur bann Hülfe gegen kalte Füße, wenn zuvor eine Zeit lang eine Athmuugsgmnuastik geübt worden ist. Trifft diese Voraussetzung zu, so dürste letzteres Mittel am schnellsten geeignet fein, die Blutwelle bis in die äußersten Körpertheile zu führen und die kräftige Erwärmung der Füße fortlaufend berbei* zuführen.

_ Kleine Notizen. Am Sonntag wird der Vorsitzende des Sudbentfchen Verbandes für vereinfachte Stenographie (System Schrey) einen öffentlichen Vortrag im oberen Saale des Deutschen Hof" halten. Der Reinertrag des Bazar- festes in derLoge Plato" am 1. und 2. Dezember belief sich auf 5249 Mk. 26 Pf. - Herr Immobilien-Agent P. Rück hat fein Haus Romerberg 20 an Fräulein Geschwister Metz hier verkauft.

Stimmen ans dem PnbliKnm.

<Fur VerösscntUchuugen unter vieler Ueberschrift übernimmt die Redaltion leinerld Verantwortung.)

* Das Ne rothal zählt mit seiner lieblichen, schön geordneten Umgebung, eleganten Villen 2C. am Eingang des prachtvollen Waldes zu den bevorzugtesten Gegenden unserer Stadt und wird bekanntlich vorzugsweise von dem besser fituirten Fremden- und hiesigen Publikum freqtieniirt. Neuerdiiigs steht es durch die dort neu zu schaffenden großartigen Park-Anlagen im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, deswegen sei uns gestattet, ans einen Mißstand auf» merflnm zu machen, der mit der bestehenden und neugepinnten Ent­wickelung der Naturschöuheit nicht im Einklang steht. Am Ein- gaug zu in Nerothal fallen den Passanten die Gebäulichkeiten des Pauli n enstifts auf, welche zu der Umgebung nicht recht mehr stimnien. Die Paulineustiftung selbst ist in das neue Gebäude am Schiersteinerweg verlegt worden. Dem Vorstand ist es aber bi» letzt nicht gelungen, die alten Gebäulichkeiten zu veräußern, wahrscheinlich, weil Liebhaber für so große Objekte nicht vorhanden sind. Das Ganze kommt als Landhausquartier in Betracht und parcellirt würde» jedenfalls sich nach und nach Käufer zu an­ständigem Preis für die einzelnen Plätze finden. Das Krankenhaii» konnte zur Roth umgebaut, die alten Gebäulichkeiten müßten jedoch entfernt werden. Aus einem Inserat des Vorstandes derPanlinen- sttitung ersehen wir, daß in Aussicht genommen ist, die Räumlichkeiten des allen PanlinenstifteS in Einzel- und in Aster,uiethe zu ver­pachten. Dieselben sind nicht zu einzelnen abgetheilten Wohnungen eingerichtet und bestehe» aus zumeist kleinen Zimmern. Diese Um­stande legen die Gefahr nahe, daß durch die Aftermiethe Elemente in die Gegend gebracht werde», welche nicht dahin paffen. Wir möchten daher auf diese Mißstände aufmerksam machen, so lange e» noch Zeit ist, dieselben abzustellen.

Mehrere Einwohner des Nerothals.

I Kockliu-Ansstellung. Im hiesigen Kunstverein, wo f soeben die interessante Ausstellung Thomaicher Werke ihr Ende er­reichte, ist von heute ab eines der Hauptwerke Arnold Böcklins zu sehen, welches aus dem Besitz des Herrn Direktors Schall (Baden- i Baden) stammt und den TitelFr ühli ugShy mne" trägt. Das kostbare Gemäldein Komposition, Farbe und Technik ein wahres Meisterstück ist im Jahre 1888 während Böcklins Aufenihalt in Zürich entstanden und gehört mit zu dem Schönsten und Charakter­istischsten, was dieser größte aller Malerpoeten auf der Höhe seines Ruhmes geschaffen hat. Die Ausstellung dieses Bildes bedeutet für Misere Stadt ein künstlerisches Ereigniß ersten Ranges.

Die Trauerfeieriichkeit«« für den verstorbenen Herrn ; Oberst Mathi finden Samstag Nachmittag um 2 Uhr in dem Sterbehause, Moritzstraße 11,. statt, und im Anschluß hieran die Beisetzung in der Familiengruft auf dem alten Friedhof.

| Goldene Kochzelt. Gestern feierten, wie schon kurz er»

; mahnt, der feit vielen Jahren hier in Wiesbaden wohnende Herr Professor John v. Nachau und seine Gemahlin, Fra» Helene 1. Rachan, ihr golbenes Hochzeitsfest. Schon vom frühen Morgen an kamen zahlreiche Glückwünschende in die Wohnung de« hoch- wgesehenen Ehepaares (Bahnhofstraße 2). Um 11 Uhr, Vormittags, wurde daselbst durch den Herrn Erzpriester v. Protopopoff, Propst Ser russischen Kirche zu Wiesbaden, mit feinen Assistenten und mit ; dem russischen Kirchenchor ein feierliches Te Deum laudamus celebrirt. Der Herr Propst begrüßte das Jubelpaar in einer herz­lichen Rede und überreichte ihm zum Andeiiken ein Bild des heiligen Sergius, des Schutzheiligen Moskaus (der Stadt, wo Herr Professor f v. Rachan al» Erbauer der Moskauer Etlöier-Domkirche thätig war) und verlas die von der russischen Kirchengemeiude und der russischen Kolonie von Wiesbaden dem Herrn Professor gewidmete Adresse. Die von Freude und Glück strahlenden Mienen des Jubelpaares, die Herzlichkeit, mit der dasselbe tiefgerührt den ganzen Tag die Glückwünsche der zahlreichen Besucher, die Blumenspeudeii und Geschenke entgegerinahm, sowie die große Innigkeit der Gliick- wünscheuden gestalteten die goldene Hochzeit des ehrwürdigen Jubel­paares zu einem schönen Festtage. Möge es demselben vergönnt lein, auch den Tag der diamantenen Hochzeit zn erleben.

' Mohlthiitigkeit. Bei dem Verlag desWiesbadener Taglflalt" sind als Weihnachtsgeschenke für hiesige Wohlthätigkeits-