Wiesbadener Tsgblatt
Verlag: Langgasie 27.
13,SOO Abonnenten.
1896.
Sonntag, den 4, Ortober.
Uo. 465.
Bezirks-Fernsprecher No. 52.
Bezirks-Fernsprecher No. 52.
Anzeigen-PreiSr
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44. Jahrgang.
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Morgen-Ausgabe.
Spanien und seine Kolonieen.
Spanien kämpft um seine Kolonieen einen Verzweiflungskampf, dem die Welt nur mit geringer Theilnahme zuschaut, und von dem Diejenigen, welche der Politik kein sonderliches Interesse entgegenbringen, vielleicht überhaupt keine Kcnntniß nehmen würden, wenn nicht die ständig sich verringernde Möglichkeit, sich den Genntz einer guten Havana zu verschaffen, recht unliebsam an den Aufstand auf Cuba erinnern würde.
Die westindischen Antillen, deren größte die Insel Cuba ist, bilden mit der Inselgruppe der Philippinen, den Heineren auch Mariannen genannten LadroncN und den Karolinen den letzten Rest des einst so gewaltigen spanischen Kolonialreiches. Die „Perle der Antillen", die Insel Cnba, am bereit Besitz Spanien seit anderthalb Jahren einen Ver- yveiflungskampf kämpft, umfaßt mit den zahlreichen kleinen umliegenden Inseln 118,833 Quadratkilometer, d. h. mehr «als ein Fünftel des FlächenraumcS von ganz Spanien oder — um ein näher liegendes Beispiel heranzuholen — etwa den Flächeuraum von Bayern, Sachsen, Württemberg und Hessen zusammen. Die Bevölkerung zählt nahezu 1,700,000, darunter etwa */« Million Farbige und 40,000 Chinesen. Die Insel hat ein Budget von 100 Millionen Mark, ein Eisimbahnnetz von 1600 Kilometern und eine weltbedeutende PrÄmktion an Tabak und Zucker, die freilich durch die Vf» Jahre langen Kämpfe ganz erheblich reduzirt worden ist, und der die Spanier wohl demnächst den Garaus machen «erden.
Abgesehen von Britisch «Ostindien und Java giebt es unter den Tropen kaum einen Landstrich, der sich für die Besiedelungen der Europäer so eignet, wie diese mit fließendem Wasser reichlich versehene Insel. Es läßt sich somit wohl begreifen, daß die Spanier Alles daran setzen, sich in dem Besitz der Insel zu behaupten, bildet sie doch fast das letzte Erinnerungszeichen an die Zeit, wo die Sonne in dem Reiche der Spanier nicht untergegangen ist.
Freilich die Aussichten auf einen endgültigen Sieg der Spanier erscheinen so gering als möglich. Weit über 100,000 Mann sind bereits nach Cuba gesandt, und die außerordentlichen Anstrengungen, um die Insel zu halten, haben die finanziellen Verhältnisse Spaniens zerrüttet. Freilich fehlt es nicht an beständigen Siegesmeldungen, an die allerdings Niemand glaubt, denn das kleine Heer der Aufständischen hätte schon ungezählte Male aufgerieben sein müssen, wenn die amtlichen Siegesmeldungen mit den That- sachen übereinstimmten. Da die spanischen Truppen nicht im Stande sind, die Küsten hinreichend zu blokiren, erhalten die angeblich völlig eingeschlossenen Insurgenten noch immer in genügender Menge Lebensmittel, Waffen und Munition. Und da das spanische Heer weder stark genug, noch auch vor die Möglichkeit gestellt ist, die Aufständischen zu einer entscheidenden Schlacht zu zwingen, fleht es sich zu einem Guerillakriege genöthigt, bei dem es zum Schluß den Kürzeren ziehen muß. Da somit Spanien außer Stande ist, die Revolution auf Cuba zu dämpfen, noch weniger aber, es dauernd zu behaupten, thäte es am besten, auf den Vorschlag der Vereinigten Staaten, Cuba anzukaufen.
einzugehen. Auf diese Weise könnte sogar der finanzielle Bankerott Spaniens etwas verzögert werden. Aber freilich, wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie eben mit Blindheit. Die „stolzen Spanier" lehnen es ab, eine doch nicht abzuwendende Entwickelung der Dinge, die sich später einmal zu ihrem Nachtheil geltend machen wird, jetzt Halbwegs zu ihrem Vortheil zu benutzen. Es ist das naturnothwendige Ergebniß der geographischen, geschichtlichen und wirthschaftlichen Entwickelung der Dinge zu beiden Seiten der Florida-Straße, daß einst auf dem Fort de la Punta das Sternenbanner wehen wird. Spanien ist zu schwach, diese Entwickelung zu verhindern, zu thöricht, sich mit Vernunft in dieselbe zu fügen.
Den gleichen Kampf wie um Cuba kämpft Spanien um die zwischen China und der Insel Celebes gelegene Inselgruppe der Philippinen. Sie umfaßt einen Flächenranm von ungefähr 300,000 Quadratkilometern und zählt eine Bevölkerung von etwa sechs Millionen. Der Boden der Inseln ist an sich sehr fruchtbar, sie produziren Tabak, Zucker, Hanf und werthvolle Hölzer. Aber für die Bewirth- schaftung des Bodens ist herzlich wenig geschehen, nnd die Ergiebigkeit der Inseln daher eine verhältnißmäßig geringe. In Spanien hält man die neuerdings ausgedrochene Bewegung auf den Philippinen für eine Anzettelung der Cubaner, die auf diese Weise die Streitkräfte des Mutterlandes theilen wollen. Diese Auffassung könnte wohl zu- treffen, denn beide Kolonieen haben dem Mutterlaude gegenüber die gleichen Interessen und unter den gleichen Mißständen zu leiden. Voraussichtlich wird auch der Ausgang der Kämpfe in beiden derselbe sein. Spanien wird früher oder später sowohl Cuba wie die Philippinen aus demselben Grunde verlieren, aus dem es seine übrigen Kolonieen verloren hat, weil es diese als bloße Tributstätten ansah, und weil Spanien zu sehr gesunken ist, um das, was es von seinen Vätern ererbt hat, zu erwerben, um es zu besitzen.
Ausland.
* Türkei. Die aufständische Bewegung in Macedonien ist in der Zunahme begriffen. Es hat den Anschein, als ab während des Wilsters der Aufffemd <«fte*h<rfr'.’,teii wtrbeu«M, nm im nächsten Frühjahr heftiger als bisher aufzuflammen. Tie Führer gehen schon jetzt planmäßig vor. Jeder von ihnen hat seinen bestimmten Bezirk. Ueberall hi» werden kleine Trupps entsandt, welche den Winter in Macedonien zubringen und int nächsten Frühjahr als Stütze für größere Unternehmungen dienen sollen. In den letzten Tagen ist wieder eine starke Bande in Macedonien eingedrungen. Am Fuße des Olympos fand ein Gefecht statt, in welchem die Türken 35 Todte und 15 Gefangene verloren haben. Der Jnsurgentensuhrer Brouphas, welcher vor Kurzem eine Anzahl Nizzams gefangen genommen hatte, soll einen derselben mit einem Bries an den Bali nach Bitolja gesandt haben, in welchem er Ans- wechselung der Gefangenen angeboten hat. —
Aus Stadt und Land.
Wiesbaden, 4. October.
— Zur Erinnerung. Vor 670Jahren, am4.Oe to ber l226, starb der berühmte Stifter des Franziskaner-Ordens, Franciscus v. Assisi. Er war zuerst Kaufmann und wurde eines Tages durch eine Predigt, die er hörte, zum Bewußtsein seiner eigenen Mission gebracht. Von seiner Beredsamkeit hingerissen, sammelte er bald Jünger um sich und so entstand mit der Zeit der Orden, der erst später seine festen Regeln erhielt. — Wenn wir an dieser Stelle eines Herrschers ans dem grauen Zeitalter gedenken, so muß derselbe hervorragend in guten oder bösen Thate» gewesen sein. In ersterer Beziehung war hervorragend
Kaiser Heinrich III., der am 5. Oct ober 1056 in seiner Burg Bodseld im Harz starb. ' Ein Mann von seltener Thatkrasl, von scharfem Verstände, Gerechtigkeitsliebe und persönlichem Mnthe, war er nicht bloß, wie so viele Fürsten vor und nach ihm, ein Kriegsheld, sondern auch ein Fürst des Friedens, dem es um das Wohl des Volkes Ernst war, der feine eigenen Interessen mit denen seiner Unterthanen eng verknüpft sah. Ihm schwebte der Gedanke eines einigen großen Deutschlands bereits vor, und zum Theil hat er auch sein Ziel erreicht, infofern, als er den Ucbermutl) der Kleinen und Großen im Reiche zu brechen und endlich Ruhe im Lande zu schaffen wußte. Selbst ein wirklich frommer nnd gottesfürchtiger Mann, war er gegen die Schäden und Mißbräuche innerhalb der Kirche damaliger Zeit nicht blind, und anch in dieser Richtung wnßte er derartig Ordnung zu schaffen, daß ein so gutes Einvernehmen zwischen ihm und den Päpsten herrschte, wie kaum jemals. Als der Kaiser starb, stand Deutschland da als das achtttuggebielendste Reich des Abendlandes.
— Seine Majestät der König von Griechenland wird/ dem Vernehmen nach, heute ober an einem der nächsten Tage hierherkommen, um seiner im „Park-Hotel" wohnenden Schwiegermutter, der Großsürstin Constantin von Rußland, einen Besuch abzustatten.
— Die KandeloKammer tritt am 10. October c., Vormittags 10 Uhr, im neuen Rathhause dahier zu einer Plenarsitzung zusammen.
— Vergoldete Schmncksachen mit der Bezeichnung 18 oder 14 K. seilzuhalten, ist nach dem Reichsgesetz vom 16. Juli 1884 verboten, was noch immer nicht allgemein beachtet wird und manche Vernrtheiluug zu empfindlichen Geldstrafen schon zur Folge gehabt hat. Bekanntlich bedeutet die oben angebeutete Bezeichnung, baß die Goldwaaren, welche dieselbe trage», 18 bezw. 14 Karat Feingehalt und 6 bezw. 10 Karat Mischung enthalten, was bei nur vergoldeten Artikeln natürlich nicht zntresfen kann.
— Kleine Notizen. Der Neftauratenr znm „Waldhorn" r. Clarenthal, Herr Dickel, veranstaltet heute zur Nach feiet des I u b i l ä u m S f e st e S ein großes Militärkonzert, verbunden mit Volksspielen und Gesangsvorträgen eines hiesigen Gesangvereins, sowie Abends bengalische Beleuchtung des Gartens und Fackel- Polonaise. ____________
Vereins - Nachrichten.
Kurze sachliche Berichte werden dereiiwMgst unter dieser Uederschrist aufgenommen;
* Der Männergesang - Verein „Cacilia" unternimmt heute Nachmittag einen feiner beliebten Familien-Ausflüge nach Rambach in bas Lokal bes Herrn Ludwig Meister. Der Sammelpunkt der Mitglieder, sowie der sich betheiligenden Gäste befindet sich aut Theaterplatz, und von hier ans wird pünktlich nm 2 Uhr abmarschirt. Für Unterhaltung hat der Verein gesorgt.
* Der Klub „Rheingold" veranstaltet am Samstag, den 10. October er., Abends 8 Uhr, int „Römersaale" hier sein drittes Stiftungsfest. Da? reichhaltige Programm, dem sich ein Ball an» schließt, verspricht den Besuchern einige genußreiche Stunden.
Kleine Chronik.
In Gesellschaft mehrerer Jäger aus Lüdenscheid war der Bantechniker Hugo Dominici, der seine Ferien im elterlicheii Hanse verlebte, als Zuschauer mit zur Jagd gegangen. Als die Gesellschaft sich zum Frühstück auf dem Felde niedergelassen hatte, sprang der mitgenommene Hund gegen eine an einen Bannt gelehnte Jagdflinte, diese entlud sich tut Fällen,und von der Ladung tödtlich in die B rüst getroffen, brach der junge Dominici zusammen.
Der vielgenannte Wunderdoktor und Schafhirt Ast in RadbrUch ist der Höchstbestenerte des Kreises Winsett a. L. geworden. Sein zu zahlender Stenerbetrag ist 5700 Mk., darunter sind 4000 Mk. Eittkommenstetter, was also einem Jahresei n k o ut m e n von 100,000 Mk. entspricht. Die neuerdings wieder zunehmettde ZahI der Patienten ist etwa IM Personen täglich.
In Hannover wurde der Arbeiter Dräger wegen Mordes, begangen am 12. Juli an dem Maschinenmeister Ahrend von der chemischett Fabrik in Linden, nach zweitägiger Verhandlung vom Schwurgericht znm T o de ve ru rt he il t.
Ein trauriges Ende nahm in Bremen ein alter verdienter Polizeiwachtmeister aus Zwickau. Er traf Abends mit einem Gefangenen ein; da dieser ortskundig war, überließ et ihm die Führung nach dem Untersnchungsgefängnib. Der Gefangene wandte sich absichtlich einer andern Gegend zu und entlief dem Beamte» in
Aus Kunst und §ebeu.
* Gehälter berühmter Gpernlanger. Für die nächste Spielsaison im Londoner Covent Garden-Theater beansprucht Madame Melba 4800 Mk. pro Abend. — In New-Jork erhielt die Melba 6000 Mk., Jean de Neske 4800 Mk. und einen Antheil am Ueberschuffe, und Madame Nordica 4000 Mk. für jede Vorstellung. — Sein Wunder, daß die Sänger gern über den Kanal und bas atlantische Meer ziehen, beim nach ben jüngst veröffentlichten, angeblich amtlichen Quellen entnommenen Ziffern sinb bie Gagen der Pariser Oper weit geringer. Demnach erhielt Jean de Reske bis 1887 monatlich 5200 Mk., sein Bruder Edouard bezieht monatlich 4000 Mk. nnd Lassalle erhält die höchste gesetzlich zulässige Monatsgage von 8800 Mk., Plangon bezog jährlich 19,200 Mk. nnd Maure! erhiett an der Opöra Comique monatlich 6800 Mk.
* Zur Shakespeare-Frage. Zur Lösung der so viel um» strittrnen Frage, ob Shakespeare ober Bacon ber Verfasser der ersterem zugeschriebenen Dramen sei, hat dieser Tage ein kleines ungarisches Provinzialblatt bie originellste Handhabe geboten. Seine Besprechung über bie Aufführung bes „König Lear" im Sommer- Theater des Städtchens leitete bet Kritiker bes betreffenden Wochenblattes mit folgenden Sätzen ein: „Die Litterarhistoriker streiten bekanntlich noch immer über die Frage, ob Shakespeare oder Bacon bie Shakespeateschen Stücke geschrieben hat. Die auf unserer Sommerbühne gaftirenbe Künstlertruppe hat nun biefer Tage burch die Aufführung von „König Lear" wesentlich zur Entscheidung dieser Streitfrage beigetragen, denn nach dieser Aufführung mußte sich der wirkliche Autor im Grabe umdrehen: Man sehe mir in den Ehren- grüsten dieser großen Herren nach."
* Gin nenentdeckte» Zwergvolk. Man berichtet aus London: Der englische Reisende vr. Doualson Smith hat auf seiner Reis» durch das Somaliland bis zum Rudolf-See einen Zwergstamm, die Dume, entdeckt. Kein Durne ist größer als 5 Fnß 2 Zoll. Ihr Haar ist schwarz und wollig, ihre Nase flach, sonst aber ist ihr Körperbau gefällig. Sie gehen völlig nackt. Bogen mit vergifteten Pfeilen bilden ihre Waffen. Von ihren Nasen nnd Ohren hängen Zinkringe herab. Die Dume bewohnen kleine Dörfer
im Gebirge. Ihre Hütten sind kegelförmig und mit Gras bedeckt. Sie haben Ziegen und Schafe und bauen etwas Hirse. Die Durne zeigte» ein kindliches Interesse an Dr. Smith und seinem Begleiter.
* Verschieden» Mittheilunge». Gustav FreytagS „Journalisten" in Moskau durchgefalleu! In Moskau wurde» dieser Tage FreNtagS „Journalisten" in dem Theater von Korsch gegeben und erlebten einen ^derartigen Mißerfolg, daß, wie die „NowojeWremja" sich klassisch ausdrückt, „eiii Theil des Publikums, nachdem es sich durch lauter Gähnen den Mund zerrissen hatte, nach dem dritten Akte das Theater verließ, ohne wohl zu ahne», daß noch zwei Akte der sauersüße» Starte ff elfomö bie in rheinischem Geschmack übrig blieben.“ Ja, bie Russen!
Auf einem Schlosse in ber Nähe von Augsburg wurde in einer znr Scheuer umgewandelten Schloßkapelle ein neuer Holbein ber Aeltere entbeckt. Das Gemälbe — Mabonua mit Kind — erinnert ganz auffallend an bas Schougauersche Bild in Colmar. Holbein dürfte sich sehr an die Komposition seines Meisters dabei gehalten haben. Die Entdeckung des ungemein werthvollen Bildes verdankt man dem Münchener Kunstmaler F. Kuöpfler.
Wegen Fälschung von Luther-Autographen in der Bibel und anderen religiösen Büchern aus dem Zeitalter Luthers sind die Eheleute Kyrieleis in Berlin verhaftet worden. Sie haben die gut gelungenen Falsifikate dort und in anderen Orten Deutschlands, Italiens und ber Schweiz in großer Anzahl zu hohen Preise» abgesetzt.
Sarah Bernhardt ist „blafirt". Sie ist es müde, fortwährend „die Göttliche" genannt zu werden. Sie will eine eigenartigere, weniger allgemein gehaltene Bezeichnung. Diese darf auch ein wenig boshaft fein, fügte sie einem Ansftager gegenüber kokett hinzu. Ein deutsch-amerikanisches Blatt schlägt u. A. folgenden Beinanie» vor: „Eines ber Sretter, welche die Welt bedeuten". Ob die „göttliche" Sarah damit zuftieden fein wird.
Das Vermögen, das der pädagogische Schriftsteller Oberschulrath Berthelt dem „Sächsischen Pestalozzi-Verein" hinterließ, beträgt 315,000 Mk.
Alexander Girardi, ber bekannte Wiener Charakterkomiker, ist mit seiner bisherigen Direktrice, Frl. v. Schönerer, vom Theater
an ber Wien, schwer verfeinbet. Wie groß fein Haß ist, erhellt ans der folgenden Meldung: Alexander Girardi versendet an die Blätter die Erklärung, daß er nie auf einer Bühne auftreten werde, die irgendwie zu der Person der Direktrice v. Schönerer in Beziehungen stand. Also ein Bannstrahl in perpetuum.
Der Afrikaforscher Henry Morton Stanley, der seiner Zeit als Junge von einem reichen Amerikaner, dessen Namen er seither trägt, an Kindes statt angenommen worden war, hat nun auch einen Jungen von 15 Monaten angenommen.
Die Tiefe des Meeres, bis zu welcher noch das Tageslicht hinadzudriugen vermag, ist vor Kurzem auf photographischem Wege ermittelt worden. Man hat dabei gefunden, daß in einer Tiefe von etwa 160 Meter die Helligkeit ungefähr der einer klaren, mondlosen Nacht glcichkam und bie hiuabgesenkten Platten keine Lichtwirkung mehr zeigten.
Im rothen Saal bes Rathhauses von Genua wurde vor einer Anzahl Geladener die Urne mit der Geige Pa ga niuis geöffnet, um zwei zersprungene Saiten ergänzen zu können. Der bekannte Geiger Leandro Campanari spielte alsdann auf dem kostbaren Instrument PagaiiiniS „Campanella“, Schumanns „Ave Maria“ und Bazzinis „Grande Etüde“. Darauf wurde die Geige wieder in der Urne verschlossen und versiegelt.
Man berichtet aus Dongola, 28. September: In der bei der Niederlage ber Derwische bei tzafir gemachten Beute befinde» sich einige geschichtlich merkwürdige Gegenstände, u. A. einige Helme und Wappen, welche augenscheinlich noch von ben Kreuzfahrern herrühren. Ein erbeutetes Schwert trägt die Inschrift: „Honny aoit qui mal y pense“.
Im tropischen Amerika, besonders in Columbien, find furchtbare Hautkrankheiten, auch Aussatz (Lepra) und Elephantiasis ziemlich verbreitet. So schreibt die Zeitung „El Porvenir" von Karthageno Ende August: Im Jahre 1882 gab es nach unseren Erkundigungen im Orte Cienaga de Oro nur zwei Aussätzige, und heute sieben» undneunzig, wen» die in der nächsten Umgebung wohnenden mit» gerechnet werden. Wenn nicht Maßregeln zur Absperrung der Kranken getroffen werden, dürste sich die ganze bedeutende Ortschaft bald in ein Lazareth für Aussätzige verwandeln.
