Uiksbsdem Sagblatt
**• Jahrgang.
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y«. 386.
BezirkS-Fernsprecher No. 52.
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Abend-Ausgabe
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Dir chinefifchen Bestellungen.
Unser Londoner u - Korrespondent schreibt uns unterm 16. ds.:
Die öffentliche Aufmerksamkeit, welche sich in den letzten Wochen so lebhaft mit dem berühmten Vicekönig von Pet- schili beschäftigt, hat in jüngster Zeit ein wenig nachgelassen, wenigstens so weit Deutschland in Frage kommt. Man wird es eben müde, sich über die Phasen einer Reise zu unterrichten, die in Wahrheit so wenig abwechslungsreich U K. Was Li-Hung-Tschang in England erwartete, was man ihm dort vor Allem vorführen würde, war genau vorher bekannt und die Sache verläuft ganz dem vorausgesetzten Programm gemäß. Die Briten lassen es sich angelegen sein, den Vicekönig zu überzeugen, daß ihre Motte die beste der Welt sei, was sie ihm allerdings nicht durch die Güte ihrer Fahrzeuge, sondern durch deren Anzahl " beweisen; Li-Hung-Tschang ist in technischen Fragen kein Richter. Bis jetzt hat man zwar nicht erfahren, daß er sich
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strniren hilft, sondern vollständig liefert, scheint doch der Realisirung nicht so ganz fern zu sein, und darauf möchte ich die Aufmerksamkeit Deutschlands lenken.
Eilt Hauptgrund für die Reise des Vicekönigs ist bekanntlich, daß China gern eine Aenderung in dem Zolltarif herbeiführen möchte, der in seinen Freihäfeil in Kraft ist. Nach den herrschenden Verträgen beträgt der Eingangszoll 5 pCt. ad valorem, und zwar wird derselbe in Silber ge- : zahlt, da ja nur dieses in China Cours hat, d. h. in mexi- U kanischen Piastern oder in Taels. Nun besaß aber zur Zeit, da diese Bestimmungen getroffen wurden, in 1860, der Piaster Meinen Werth von ca. 5 Mk., der Tael von ca. 6 Mk. jT 50 Pf. Inzwischen ist die Krisis in Silber eingetreten und dieses um mehr als 50 pCt. gefallen, sodaß in Wirklichkeit - der Zoll nicht mehr 5 pCt., sondern höchstens noch 2^ pCt. ! ad valorem beträgt. So lange China, dessen bedeutendste ? reguläre Einnahmen sich aus den Zolleingängen herschreiben, tu Europa, wo es mit Gold bezahlen muß, nur wenig - kaufte, kümmerte es dies nicht- viel. Es schränkte eben die | betreffenden Ausgaben ein, in seiner kurzsichtigen Politik, die es die Gefahr, welche es von Seiten seines fortschritt- | lichr» Nachbarn bedrohte, nicht erkennen ließ, vermehrte es i? die Flotte nicht, machte keinerlei oder doch nur geringe I Ankäufe in Waffen und sonstigen Ausrüstungen. Nun aber ! find ihm die Augen ja schrecklich geöffnet worden, der
Kaiser hat begreifen gelernt, daß es für ihn und sein Land " eine Existenzfrage sei, sich gegen das Reich der aufgehenden Sonne zu schützen, indem er vor Allem wieder eine Flotte | bildet, die in dem Kriege gegen Japan so gut wie voll- . ständig zu Grunde gegangen ist.
Um aber diese Neuanschaffungen zu machen, bedarf es | natürlich bedeutender Mittel, die China begreiflicher Weise E jetzt nicht zu Gebote stehen, und so sucht man dieselben da- - durch zu erhalten, daß der Zolltarif von 5pCt. auf lO pCt.
(Nachdruck verboten.)
Das Gcheimnlß des Swami.
Indische Skizze von I. Gehring.
rt Vor nahezu dreißig Jahren waren zwei junge englische t Lieutenants in einer kleinen Stadt in Bengalen stationirt.
Hiner von ihnen, nennen wir ihn Jack Strange, war infolge leichten Lebens und besonders durch unvorsichtige |®titcn tief in Schulden gcrathen. Da ereignete es sich einst- -Nals bei einem Nennen, daß er wiederum eine bedeutende
Summe verlor, sodaß seine Schuldenlast sich auf mehr als 10,000 Rupien steigerte und er direkt vor dem Ruin stand.
Scheinbar ruhig, als wäre nichts Besonderes vorgefallen, verließ er den Rennplatz, kam auch am Abend, wie gewöhnlich, zu seinem Freunde, der eben im Begriff stand, den Ochsenwagen zu besteigen und zur Station zu fahren, um seine schon länger beabsichtigte Reise nach England an- Mtreten. „Gut, daß Du kommst," rief ihm der entgegen, »da können wir uns gleich hier Lebewohl sagen, und ich fahre direkt zu der Station, wohin Du mich hoffentlich be- flleiteftl* „Well," erwiderte Jack, „ich will einen Jagd- toSflug zum Radscha machen, der mich, wie Du weißt, neulich ungeladen hat; da trifft sich's ja famos, daß wir Beide den- frlben Weg haben. Also topp, ich gehe mit, resp. fahre nur zu, lch reite nach und werde morgen Abend im Rasthause von Bidlahabad mich zum Diner rechtzeitig einstellen. Von da fahren wir gemeinsam weiter, wenn Alles gut geht!" — »Was denn gut geht?" fragte Ellis verwundert, „Du sprichst in Räthseln." — „Na, laß nur. Du wirst schon ^hen", wehrte Jack Strange ab, er that sehr geheimnißvoll rd bat Ellis, über sein Vorhaben strenges Stillschweigen beobachten. Allen Bemühungen seines Freundes, etwas ä^rrs aus ihm herauszubekommen, setzte Jack ein be-
vcrführen ließ und irgend welche Bestellungen ertheilt habe, h | aber der hier vorherrschende Wunsch, England möchte der- 5® : ! jenige Staat sein, der die Flotte Chinas nicht nur rekon-
Mittwoch» den 19. August.
1896,
Bezirks-Fernsprecher No. 52.
ad valorem erhöht wird. Ungerecht erscheint ja diese Forderung nicht, da de facto Europa nur das zahlen würde, wozu es sich in den Verträgen verpflichtete, andererseits hält es aber die buchstäblichen Vorschriften derselben genau ein und würde sich daher zu einer Abänderung, die eine Benachtheiligung eines Theils seiner Handelstreibenden bedeutete, natürlich ohne ein entsprechendes Aequivalent nicht verstehen. In England ist bereits ein solches herans- gefuttben worden, und man zeigt sich ganz geneigt, dem Wunsche Chinas zu entsprechen, wenn dieses sich dafür verpflichten will, seine Flotte vollständig auf britischen Werften Herstellen zu lassen. Nun hat ja aber nicht England allein, sondern auch andere Staaten und vor Allem Deutschland unb Frankreich glücklicher Weise ein Wörtchen mitzusprechen. Letzteres käme allerdings, soweit es sich um die Erbauung von Schiffen handelt, weniger in Betracht, da es als ein Land, das Kohle und Eisen unter ungünstigen Bedingungen produzirt, solche nur verhällnißniäßig theuer liefern kann. In Deutschland liegen aber die Verhältnisse durchaus anders und dasselbe hat sich längst als ein ebenbürtiger Konkurrent Großbritanniens erwiesen. Wie stets ist letzteres aber natürlich nur darauf bedacht, sich den Löwenantheil zuzuwenden; es würde großmüthig nichts dagegen haben, wenn China seine Kanonen in Deutschland kaufte, die Bestellungen auf die Flotte jedoch, die sich auf mehrere hundert Millionen Mark belaufen werden, will es allein ausführen. Man sollte hier allerdings eigentlich schon eingesehen haben, daß das geeinigte Deutschland niemals geneigt ist, sich etwas gefallen zu lassen, und seine Rechte überall und immer zu wahren versteht.
Was im gegebenen Falle wohl als das Rathsarnste erscheint, ist, China zu veranlassen, eine Submission aus- znschreiben und von demjenigen der Vertragsstaaten den größten Theil der Schiffe zu beziehen, der unter den günstigsten Bedingungen liefert; Deutschland würde dann sicher nicht zu kurz kommen. England behauptet ja stets, trotzdem die Erfahrungen der letzten Jahre häufig das Gegentheil erwiesen, die Erbauung von Kriegsschiffen immer noch weit besser zu verstehen und solche wohlfeiler liefern zu können als irgend ein anderer Staat, es dürfte also gegen die Ausschreibung einer Submission nichts einwenden.
Welcher Weg aber auch betreten wird, so dürfte man sich in der Hoffnung wohl nicht täuschen, daß die Aufmerksamkeit der deutschen Regierung wach bleibt, einem Rivalen gegenüber, der sich durch subtile Skrupel nicht behindern läßt, wenn es sich darum handelt, Großbritanniens Macht und Reichthum zu vermehren.
Nansen «der seine Dolarfahrt.
In „Verdens Gang" giebt Nansen eine ausführliche Schilderung seiner Reise, der die „Voss. Ztg." folgende Angabe» entnimmt: Der „Fram" verließ in der Nacht zum 4. August 1893 die Jugorsche Straße und mußte sich seinen Weg an der Küste Sibiriens durch viel Eis bahnen. Im Karischcn Meer wurden eine Insel und längs der Küste zum Kap Tscheljuskin viele andere Inseln entdeckt. Am 15. September befanden wir uns vor dem Olenck, cs war aber zu spät zum Landen, nm die dort bereit gehaltenen Hunde an Bord zu uehineu; die hätte eiueVerzögernng von einem Jahr herbeiführen können. An den Neusibirifchen Inseln vorbei drangen wir nun ins offene Meer bis 78 Grad 50 Minuten nördlicher Breite und 133 Grad 37 Minuten östlschcr Länge. Hier machten wir am 22. September 1893
das Schiff an einem Eisfelde fest und ließen uns vom Eise ein- schlicßen. In der Trift mit dem Eise ging e8 nun langsam in nördlicher und nordwestlicher Richtung, wie der Plan der Expedition es voraussetzte. Wir hatten gewaltige Schraubungen des Eises, aber der „Fram" war jedem Schrauben gewachsen. Die Temperatur Sei schnell und hielt sich den ganzen Winter hindurch niedrig.
jochen lang war das Quecksilber gefroren; die niedrigste Temperatur war —52,6 Grad. Alle Mitglieder der Expedition waren während der ganzen Reise bei bester Gesnndheit. Das elektrische Licht wurde durch die an Bord des Schiffes befindliche Windmühle in Betrieb gesetzt und entsprach den Erwartungen. Die Zeit verlies angenehm unter den besten Verhältnissen. Jeder that freudig seine Pflicht. Beffere Männer für eine Expedition könnten schwerlich gefunden werden.
Südlich vom 79 Grad fanden wir 90 Faden Tiefe, nördlich hatte das Meer überall zwischen 1600 unb 1900 Faden Tiefe, was die Theorie von einem seichten Polarmeer umwirst. Der Meeresboden zeigte einen merkwürdigen Mangel an organischem Leben. Während der Fahrt konnten Beobachtungen von Bedeutung gemacht werden. Hansen und Johansen führten eine Reihe von meteorologischen, magnetischen und astronomischen Beobachtungen aus. Blessiiig unternahm Nordlicht-Beobachtungen. Außerdem wurden botanische und zoologische Beobachtungen und Sammlungen, Tiessee-Lothungen, Untersuchiingeu der Temperatur des Wassers und des Salzgehalts des Seewaffers, der Bildung und Bewegung des Eises re. ausgeführt Die Forschungen werden die allgemeinen Auschaunngen über das Polarmcer wesentlich verändern. Unter dem kalten Eiswaffer, die Oberfläche des Polarmceres deckend, fand sich bald wärmeres und salzigeres Golsstromwasser bis zu */« Grad Wärme. Wie erwartet, war lknsere nordwestliche Trift am stärksten im Winter und Frühling, während uns im Sommer nördliche Winde aufhielteu.
Am 18. Juni 1894 waren wir auf 81 Grad 52 Minuten nördlicher Breite, trieben aber wieder südwärts. Erst am 21. Oktober pasfirten wir den 82. Grad nördlicher Breite. Am Weihnachts- Heiligabend waren 83 Grad erreicht, einige Tage später 83 Grad 24 Minuten, die nördlichste bis dahin erreichte Breite. Am 4. und 5. Januar 1895 war der „Fram" den stärksten Schraubungen, die wir erlebten, ausgesetzt. Er war damals im Eise von mehr als 30 Fuß Dicke eingefroren, über das sich noch weitere schwere Eismassen schoben, unwiderstehlich gegen die Backbordseite des Schiffes drängten und cs zu begraben und zu zertrümmern drohten. Der uotbwendige Proviant, Segeltuchkajaks und die übrige Ausrüstung war miss Eis gebracht worden, unb alle Manu waren bereit, das Schiff zu verlassen, sobald dies erforderlich sein sollte. Wir waren dann daraus vorbereitet, die Reise, auf einem Eisselde treibend, fortzusetzen. Der „Fram" übertraf jedoch alle Erwartungen.
Als bas Schrauben des Eises den höchsten Grad erreichte und das Eis sich hoch Über die Schiffswände thiirmte, wurde das Fahrzeug von dem Eise, in dem cs eingefroren war, losgerissen unb langsam in die Höhe gehoben. Nicht ein Bischen war beschädigt. Nach dieser Erfahrung betrachte ich den „Fram" so gut wie unbesiegbar im Eise. Seitdem halten wir keine Schraubung mehr. Die Trist ging schnell nordwärts weiter. Ta ich nun voraussah, daß der „Fram" bald nördlich von Franz-Joscphs-Land seine höchste Breite erreicht haben müsse entschloß ich mich, das Schiff zu verlaffen, um dasMeer nördlich von dessen Route zu durchforschen. Johansen war bereit, mir zu folgen, und ich hätte einen geeigneteren Kameraden nicht finden können. Die Leitung der Expedition auf dem „Fram" übergab ich an Kapitän Sverdrup. Ich habe solches Vertrauen zu seiner Tüchtigkeit als Leiter und seiner Fähigkeit, Schwierigkeiten zu überwinden, daß ich nicht daran zweifle, er werde alle Mann unversehrt heimführen, selbst wenn das Schlimmste geschehen unb ber „Fram" verloren gehen sollte, was ich für unwahrscheinlich halte. Am 3. März erreichten wir 84 Grab 4 Minntcli nörblicher Breite.
Am 14. März 1895 verließen Johansen und ich den „Fram" auf 83 Grad 59 Minuten nördlicher Breite und 102 Grad 27 Minuten östlicher Länge. Unser Ziel war, das Meer nordwärts zu durchforschen, die höchstmögliche Breite zn erreichen und über Franz-Joscphs-Land nach Spitzbergen zu gehen, wo wir sicher sein konnten, ein Fahrzeug aiizutrcffen. Wir hatten 28 Hunde, 3 Schlitten und 2 Segeltuchkajaks (die Kajaks der Eskimos bestehen aus Fellen), letztere für den Fall, daß offenes Wasser angetroffen würde. Der Hundcproviaiit war für 30 Tage berechnet, unser eigener Proviant für 100 Tage. Wir machten anfangs
harrliches: „Wart' ab, morgen wirst Du es erfahren!" entgegen, und als Ellis, bem solche Geheirnmßthuerei bet einer so alltäglichen Sache befremdlich war, ihn schließlich dringend um näheren Ausschluß bat, erlangte er damit nichts weiter, als daß Jack ihm ebenso ernstlich und bestimmt versicherte: „Laß das, Herzensjunge, heute erfährst Du nichts, morgen wird sich Alles aufklären! Brauchst Dir keine Sorge zu machen."
Kopfschüttelnd reichte ihm Ellis die Hand zum Abschied und kroch in den Ochsenkarren, der ihn zunächst bis Bidlahabad bringen sollte, wo er am nächsten Tage gegen Abend einzutreffen gedachte, nachdem er die heißen Mittagsstunden in einem Sattiram der Eingeborenen, wie sie überall an den Straßen stehen, gerastet. Nicht ohne Spannung sah er dem Zeitpunkt seines Zusammentreffens mit Strange entgegnt, und als sein Karren endlich vor dem Bungalow von Bidlahabad hielt, war seine erste Frage, ob nicht bereits ein junger Offizier eingetroffen sei? Der Sipahi des Bangalow wußte nichts von der Ankunft eines solchen; aber ein anderer englischer Herr sei vor anderthalb Stunden eingetroffen. Wie erstaunte Ellis, als ihm drinnen in der Halle ein in Civil gekleideter Herr entgegentrat und er in diesem seinen Freund Strange erkannte. „Mensch," rief er ihm zu, „wie in aller Welt kommst Du dazu. Dich so zu verkleiden? Und wie ich sehe, hast Du den weiten Weg zu Fuß gemacht?" ' Mit diesen und ähnlichen Fragen überschüttete er Jack, der ihm statt aller Antwort ein vergilbtes Zeiiungkblatt aus dem vorigen Jahrhundert überreichte, worin ein Reisender ein Götzenbild beschreibt, welches sich in der Nähe von Bidlahabad auf dem heiligen Berge Nakotty befinde. Die fünfzehn Fuß hohe Figur stamme aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts und sei das gemeinsame Werk eines kunstfertigen Hindu und eines auf irgend eine Art
nach Indien verschlagenen italienischen Künstlers. Es weiche in nichts von anderen Götzenbildern jener Gegend ab; seine Eigenihümlichkeit bestehe nur darin, daß seine Brust mit einer Anzahl überaus kostbarer Edelsteine geschmückt sei. Die umwohnenden Leute hätten große Angst vor dem Swami, und Niemand außer den Priestern besteige den Berg. Ellis war nach Durchlesung dieses Artikels, dem eine in groben Zügen gezeichnete Skizze der Oertlichkeit beigefügt war, nicht klüger als vorher.
Endlich rückte Jack mit der Sprache heraus, unb was fein Freund vernahm, versetzte ihn in die größte Bestürzung und erfüllte ihn mit lebhaftem Unwillen. „Also deshalb," flüsterte er erregt, „diese Geheimthuerei, daher diese Verkleidung, dieser falsche Bart! Freund, bedenke doch, was Du da unternimmst!" Jack hatte ihm nämlich rundheraus erklärt, daß er die feste Absicht habe, dem Götzenbild, das gewiß noch an feinem Orte unverändert stehe, einen nächtlichen Besuch abzustatten, um sich einige der Kleinodien an- zueignen, mit deren Erlös et sich rehabilitiren wolle. Alle gütlichen und ernsten Vorstellungen des anss Aenßerste erschrockenen Freundes fruchteten nichts, sondern scheiterten an der eisernen Entschlossenheit des Offiziers, der ihm rund heraus erklärte, wie unangenehm ihm selbst diese Art der Selbsthülfe wäre, daß er aber doch fest dazu entschlossen sei, da eine andere Möglichkeit, sich aus seiner verzweifelten Lage zu befreien, für ihn völlig ausgeschlossen sei; er werde schon dafür sorgen, daß sein Leichtsinn ihn nicht wieder in eine derartige Lage bringe, nachdem ihm noch diesmal geholfen fei. Es half nichts, daß Ellis ihm erklärte, er begehe ja damit einen Raub und ein Sakrileg, daß er ihn darauf hinwies, welche Folgen für ihn, auch wenn er selbst aus Freundschaft zu schweigen sich entschließen könnte, doch unter Umständen aus tiefer unseligen
