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1896

Vezirks-Fernsprechrr R». 62.

U-. 276

BezirkS-Fernsprecher No. 52.

Abend-Ausgabe

Gin Interview Ki-Snng Tschangs

tter zwar nicht getbeüt hat; aber cs i, bis auch Ihre Negierung sich davon

Die Prunksucht der Amerikaner.

Es ist eine bekannte Thatsache, daß trotz des angeblich verächtlichen Mitleids, mit dem die Bewohner des freien Amerikas auf die der alten Welt herabschauen, die reich- gewordeneu Nepnblikaner ihren höchsten Ehrgeiz dareinsetzen, sich durch die Verbindung mit Sprößlingen vornehmer europäischer Häuser Namen und Titel zu verschaffen. Solches läßt sich ja denn auch unschwer erzielen, aber gewöhnlich sind es die verarmten Mitglieder aristokratischer Familien, die so ihre Wappenschilder wieder vergolden, und die Erb­stücke an kostbaren Metallen, die sie einst b-seffen haben mögen, sind vorher meist schon längst den Weg alleu Jrdischen gewandelt. Aber selbst wenn dies nicht der Fall, pffegt doch die neugeschaffene Gräfin oder Herzogin ihren Aufenthalt in Europa zu nehmen, und so ist es denn in Amerika nur Wenigen vergönnt, mit einem Neichthum an Silberzeug prahlen zu können, der durch das Alter ge­heiligt ist. Da dieses nun also unmöglich, so sucht man, was'an Ehrwürdigkeit fehlt, durch Kostbarkeit zu ersetzen, ia einige der vielfachen Millionäre New-Yorks, wie die Vanderbilts, Astors rc., besitzen Silberschätze, die an Pracht die von Königen und Kaisern übertreffen.

Wie groß aber auch die Ansprüche sind, welche von den vierhundert ersten Familien" New-Yorks in dieser Hinsicht gestellt werden, zeigen bereits die Anschaffungen, welche ein junger Haushalt machen muß, wenn er gastfreundlich seine Pforten öffnet und Diners giebt. Natürlich sind von Ver­wandten und Freunden gar vielerlei Geschenke in Gold und Silber gegeben worden, diese genügen indeß bei Weitem nicht denn man höre, was Alles unbedingt erforderlich ist- 12 Dutzend große Messer und Gabeln, 6 Dutzend Dessertbestecke, 3 Dutzend Austernmesser, 3 Dutzend Gabeln für Eiscrßme, 3 Dutzend Fischgabeln und .Messer 3 Dutzend Salatbestecke, 3 Dutzend Fruchtmesser und Gabeln, 1 Dutzend Buttermesser, die jetzt bei jedem

eleganteren Gabelfrühstück auf den Tellern aus massivem Silber für Brod und Butter, welche nur 6 Zoll int Um­fange haben, ihren Platz finden, und 2 Dutzend Sardinengabeln, dann 6 Dutzend Thee- und eoeusovtcl Kaffeelöffel, 3 Dutzend Eßlöffel, 1 Dutzend Gemüselöffel mit langem Stiel, 4 Aufschöpflöffel, 3 Dntzeud Dessert­löffel, 1 Dutzend Salzlöffel, »/s Dutzend Sauceloffel, 2 Dntzeud Sorbettlöffel, 1 Dutzend Mostrichlöffel, 2 Dutzend Spargelzangen, 1 Dutzend Salzgesäße, 1 Dutzend Apfelsiuen- löffel (in Amerika ißt man diese mittels eines Löffels aus der Schale heraus), sowie mehrere Dutzend Löffel und Gabeln verschiedener Form und Größe zum Auflegen von Puddings, Oliven, Gelees rc. r

Dazu kommen eine schier endlose Zahl von schusseln, Platten und Tellern für jede Art Fisch, die verschiedenen Fleischgerichte, die süßen Speisen, alle auS kostbarem Metall, die geradezu im Uebermaß bei festlichen Gelegenheiten die Tische der Neichen bedecken. . .

Die Formen für das Familienwappen — denn mit dem Vermögen pflegt sich auch letzteres in irgend einer durchaus geheimnißvollen Weise anzusinden — und das Monogramm werden für solch kostbares Silber direkt entworfen und das Muster gesetzlich geschützt. Der Preis für ein solches Dessin schwankt zwischen 3000 und 12,000 Dollars (12,000 bis 50 000 Mk); das der Vanderbilts kostet 10,000, das des Silberkönigs Mackay 9000 Dollar.

Ganz großartig ist ein Diner-Service, das einer Mrs. Arthur Twombly in New-York gehört. Es besteht aus solidem, schwer vergoldetem Silber und wird daher zum Unterschied von einem zweiten silbernen, das die Dame ebenfalls besitzt, das goldene genannt. Wird das silberne benutzt, so bedeckt den Tisch eine blaßgrüne oder^ gelbe Atlasdecke, über die sich eine Spitze breitet, und die Kerzen- und Blumen-Arrangemcnts sind in der betreffenden Farbe gehalten; bei größeren Diners, wenn das goldene Service zur Verwendung kommt, zeigt die Atlasdecke eine dunkel-

Das bürgerliche Gesetzbuch.

Nach dem derzeitigen Stand der parlamentarischen Dinge Mn das Zustandekommen des bürgerlichen Gesetzbuchs als gesichert angesehen werden, und die größte Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß die Erledigung des Gesetzwerkes noch in Lieser Tagung erfolgen wird. Es mag für manchen der Volksvertreter schmerzlich sein, daß sich infolge dessen diese Tagung bis in die Sommerhitze des Juli hineinziehen wird, ^ber die Erwägung wird ihm zum Tröste gereichen, daß der Preis des Schweißes der Edeln werth sei.

Nachdem über die beiden schmierigsten Punkte, das Ver- Msrecht und das Ehcrecht, zwischen den beiden Parteien, die in diesen Fragen einen starken Gegensatz aufweisen, -wischen den Nationalliberalen und dem Centrum, ein Kom­promiß erzielt worden ist, wird cs nicht allzu erhebliche Schwierigkeiten machen, auch über die übrigen Fragen eine Einigung herbeizuführen. Die Anschauungen über den Werth jenes Kompromisses sind freilich getheilt, aber wir meinen, man soll das, was man erreicht hat, nicht mit dem vergleichen, was wünschenswerth, sondern mit dem, was er­reichbar war.

Das Kompromiß über das Vereinsrecht entspricht nicht den Anforderungen, welche unsere politisch entwickelte Zeit an die Gestaltung eines Vereinsrechts zu stellen berechtigt ist. Aber es ist doch erheblich mehr erreicht worden, als unA der jetzige Zustand, der sonst geblieben träte, bietet. Es ist vor Allem die Bestimmung aufgehoben worden, die den Verkehr gleichartiger Vereine untereinander verbietet, und es sind auch sonst einige Erleichterungen geschaffen worden. Zum Schluß ist ein halbes Vereinsrecht, welches man hat, besser als ein ganzes, das man nicht hat. Um in dieser Frage eine Einigung mit dem Centrum zu erzielen, sind diesem in der Frage des Eherechts einige Zugeständnisse gemacht worden. Aber diese Zugeständnisse sind mehr sekundärer Natur, sie sind nicht derart, daß man um ihretwillen das Zustandekommen des bürgerlichen Gesetzbuches zu beklagen hat. r,

Der Entwurf enthält noch eine Anzahl Fragen, welche in einer Weise gelöst sind, die unseren Anschauungen nicht entspricht. Wir haben unseren Standpunkt diesen Fragen gegenüber, von betten uns als die schwerwiegendste die der Ehescheidung infolge Geisteskrankheit erscheint, welche der Entwurf verbietet, wiederholt und eingehend dargelegt. Wir werden cs lebhaft und schmerzlich bedauern, wenn in diesen und anderen Punkten unsere Anschauungen, und die Wahr­scheinlichkeit spricht dafür, nicht durchdringen, aber wir können dadurch nicht veranlaßt werden, gegen das Zustandekommen deS großen nationalen Werkes zu plaidiren.

Wir sind auch überzeugt, daß keine der Parteien, die mit grundlegenden Bestimmungen des Entwurfs nicht ein­verstanden sind, die Verantwortung für das Scheitern des Werkes wird übernehmen wollen, das die zwei Jahrzehnte

lange fleißige und redliche Arbeit der hervorragendsten Juristen unseres Volkes darstcllt. Die Konservativen werden voraussichtlich noch einen Versuch machen, die fakultative Civilehe an Stelle der obligatorischen zu setzen, aber die Aussichtslosigkeit dieses Versuchs wird sie nicht hindern, für das ganze Werk ihre Stimmen abzugeben. Die freisittnige Partei nimmt vor Allem an der Regelung des Vereinsrechts heftigen Anstoß, aber die Bc- mühuttgen, an einigen Punkten Konzessionen dnrchzttsctzett, werden sie, auch wenn diese erfolglos sind, schwerlich zu dem Entschluß bewegen, deshalb das ganze Werk zu ver­werfen. Auch von den Sozialdemokraten, die von dem Entwurf zwar wenig befriedigt sind, aber doch zugeben müssen, daß er manchen sozialpolitischen Fortschritt enthalte, ist eine prinzipielle Opposition nicht zu erwarten. So blieben voranssichtlich nur die Autisemitcti, welche ihre Absicht, Obstruktionspolitik zu treibcu, offen angekündigt haben. Wenn der Reichstag aber, und das erwarten wir, diesem etwaigen Versuche geschlossen gegenübertreten wird, dann wird der Versuch erfolglos bleiben.

Wenn wir auch int Einzelnen an dem Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuchs Manches auszusetzen haben, so würde es für uns doch noch weit schmerzlicher sein, wenn wir auf das Zustandekommen des Gesetzbuchs überhaupt verzichten müßten. Die Thatsache, daß mir endlich in den Besitz des langersehnten, getneinsatnen und für Alle geltenden Rechts gelangen sollen, diese Thatsache ist von so großer, von so nationaler Bedeutung, daß demgegenüber alle Be­denken gegen Einzelheiten des Gesetzwerkes znrückgesetzt werden müffelt. Weil einzelne Fortschritte, die ersttebt morden sind, nicht erreicht wurden, auf den großen Fort­schritt verzichten, bett uns bas ganze Gesetzmerk bietet, das hieße bie Theorie in bic Thal nmsetzen, baß bas Bessere bes Guten Feinb sei. P-

Deutscher Reichstag.

Q Berlin, 15. Juni.

Nm Bundesrathstischc Gros PosadowSkh, Bronsartv.Schellendorff, Staatssekretär v. Bötticher. Zur Berathnng steht zunächst die Haurbalts-Uebersicht pro 1894/95. Die Rechnungs-Kommission be- antraat die Decharge für sämmtliche EtatS-llcberschreitungen mit MLme einer solchen von 393.000 Mk Versuchen ,m Bereiche des Artillerie-Wesens. Außerdem beantragt sie eine Resolu,on, betreffend Aendernng der Verordnung über di- Umzugsrostenbe, Gesandtschaften und Konsulaten. — Abg. Rickert (stets. Ver.) spricht zunächst der Koinmission seinen Dank dafür ans, daß sie derartig große Etats-lleberschreitungen rügt und donnt d e Regierung mahnt, künftig lieber Nachtragsetats vorzlitegen. Redner bittet, die vorläufige Genehmigung der Ucbersicht einfchließlich teuer 393,000 Mk ansnlfprcchcn. - Schatzsckretär v. Posadowsky erwidert, daß ku nmg solche große Etats-Ukberschreitliiigen möglichst vermieden wurden. - Die Abgg. v. Maranardsen (nat.-bb.). Lieber (Centr.) und v. Levetzow (kons.) erklären sich nut den Vorschlägen des Aba Rickert einverstanden. — Nachdem noch Abg. Rickert versichert, daß "in seinem Anträge keine Desavomrung der Kommissiou vorliege, wird die Entlastung genehmigt einschließlich jener 393,000 Mk. Es folgt die Berathung der °U«emetnen Rech- Uling von 1894/95. Die Kommission beantragt, Decharge zu er- rothe Farbe, bie Kerzen sind von bieser Nuance und dunkel- rolhe Nelken schmücken bie Tafel. Der Effekt, besonders im letzteren Fall, ist ein prachtvoller, bas Roth und Gold macht eine wundervolle Wirkung. Zu dem Silber-Service gehört ein solches aus GlaS, b. h. Gläser jeber Art und Große aus feinstem Material, die oben einen breiten Rand aus getriebenem Silber haben, was sich wunderhübsch ausmmmt und beim Trinken durchaus nicht störend wirkt.

Im Saufe einer anderen Dame werden nicht nur Auf­sätze und Schalen auf den Tisch gesetzt, bie trgenb etnem Gebrauche bienen, sonbern bie schwersten (Ubernen (Afaße, welche allein einen Schmuck bilden sollen. Bei kleineren Gesell­schaften von 24 Personen, sechs an jeder Sette des Tisches, stehen an den vier Ecken desselben je ein riesiger Krug, der nie benutzt wird und auch zu schwer ist, als dag selbst der kräftigste Diener daraus eir.schenken könnte. Alles auf dieser Tafel, das nicht nothweudiger Weise aus Glas und Porzellan sein muß, besteht aus Silber. Die edjalen, um sich bie Finger abzuspülcu, die kleinen Blumentöpfe mit Untersätzen, die stets eine fdtene Blume enthalten und neben jedem Couvert stehen. Alles muß aus solidem Silber aufs Reichste aus- gearbeitet sein. .

Das eigentliche Silberservice, d.h.die Bestecke, ist in einem reichen Hanse das am wenigsten kostspielige, das größte Vermögen steckt in den Punschbowlen, Aufsätzen rc., die viel mehr Gelegenheit geben zu kunstvoller Ausführung.

Natürlich werden diese Schätze sehr behütet und nach Newport oder sonst einem fashionablen Bade- oder Land­aufenthalt. wo die Reichen ihre Villen haben, nicht mit- genommen. Aber Nachahmungen derselben in Alfemd, die an Schönheit dem echten Service nichts nachgeben, -r-tebe aber nicht reizen, stehen dort im Gebrauch.

Großes Erstaunen pflegt übrigens diese Prachtentfaltung bei den Amerikanern nicht zu erregen denn wie! diesi bei Leuten, denen der Neichthum noch nicht etwas Gewohntes, gewöhnlich der Fall, lieben sie es. bie Beweise davon be-

Anzek gen-PreiS r

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hat überzeugen lassen, daß der anfänglich ciräe;>°"l*n™c nicht der richtige war. Die Ursache der Haltung Deutschlands ist aber leicht zu verstehen. Dentschlaud war nicht genügend über China und chinesische Verhältniffc nuterrichtet. Der tapaitifche Gesandte, Vicomte von Aoki, ließ sich keine Gelegenheit entgehen, direkt und indirekt die öffentliche Meinnug weiter für Japan zu gewinnen. Dank seinen persönlichen Bezichnngeu nud semen diplomatischen Er­fahrungen ist ihm das auch im weitestgehenden Maße gelungen. Wir dagegen hatten keinen gceiglleten Vertreter m Berlin, der auch unsere Interessen hätte wahrnehmen und übertriebenen Nachrichten über japanische Siege und Erfolge hätte entgegentreten können. Es lag thcils an der Abwesenheit unseres, bei verschiedenen europäischen Höfen beglaubigten Gcsatidten, theils aber auch daran, daß dieser die Tragweite eines energischen, rechtzeitigen Eintreten» nicht ermeffen hat, daß die Sympathieen Deutschlands mehr und mehr für Japan gewonnen wurden. Es hat mich das umso mehr über­rascht, als eigentlich Japans Anstreteu gegen uns nicht ritterlich gewesen ist. Japan hat uns stets seiner Fremidschast versichert. Wir durften nicht glanbcn, daß es eines Tages uns über- fallen würde. Wir waren nicht gerüstet, weil wir Japans Freiilidschaftsversicherungkn trauten. DaS aber «laude ich, wird man gerade in Europa vollständig zu würdigen wissen. Niemand wird sagen können, Deutschland hatte 1870 Frank­reich plötzlich überfallen und den unvorbereiteteil Gegner zu Boden geworfen. Denlschland und Frankreich wußten ganz genau, was sie voneinander zu Italien hatten, nud jeotstuar genistet, als der Krieg auSbrach. Das ist aber in China nicht der Fall gewesen. Wäre China gerüstet gewesen, so würde Japan niemals als Sieger aus dem Kampfe hervorgegangen fein, so wenig wie e» in Zukunft im Stande sein wird, wieder ähnliche Vortheile über uns zu erringen.

Li-Sinig-Tschang bemerkte im weiteren Verlaus der Unterredung, China werde nnzweiselhast in Zukunft in Deutschland eine eigene, siebende Gesandtschaft unterhalten, wie das schon im Jntereffe der manuigfaltigeii Beziehnngen der beiden Reiche uothwendig sei. Er sprach sich dann sehr anerkeunend über das Buch des Herrn v. Brandt ans Uebet den Zweck seines Aufenthalts m Deutschland, der auf nahezu drei Wochen berechnet ist, sprach er sich dahm au», daß er die großen industriellen Werke Deutschlands aus eigener SUr- schaumig kennen zu lernen wünsche. Er werde in Berlin zunächst die Fabriken von Borsig und Loewe u. Co. und andere besuchen, dann nach Stettin, wo der „Vulkan" besichtigt werden soll, und nach Essen fahren, wo die kruppschen Werke eingehend studirt werden dürsten, schließlich auch nach Hamburg und Köln gehen. Wie wir hören, haben sich die Berliner Vertreter englischer Zeitungen vergebens bemüht, bei Li-Hung-Tschang vorgelasseu zu werden.

Der in Berlin weilende chinesische Vicekönig Li-Hnlig-Tschaug ist von einem Vertreter der „Post" interviewt worden. Bei dem Interesse, das die Persönlichkeit des chinesischen Staatsmannes letzt allgemein erweckt, wollen wir auch die Schilderung nicht übergehen, die der Besucher von dem Vicekönig entwirft, obwohl st- nichts eigentlich Neues enthält. Es heißt da: „Der Vicekomg ist ein Mann von außergewöhnlich hoher Gestalt, bereu schlanker, fetjitiflct 23au selbst trotz der weiten, bauschigen Gewänder, die ferne Glieder nach der heimathlichen Sitte umhüllen, ganz zum Ausdruck kommt Die Haltung des Vicekönigs ist vollständig gerade mid aufrecht; die Last der Jahre scheint ihn nicht zu drücken. Auch der Kopf ist schmaler als wir eS in der Regel von Chinesen gewohnt sind. Die Augen blicken ungemein lebhaft durch die Gläser einer Brille. Die Stirn ist auffallend hoch nud verräth den Mann von überlegenem Geiste. Dabei haben aber die Züge des Viceköuigs etwas ungemein Ge­winnendes, und im Laufe der Unterhaltung kann mau vollständig vergessen, daß man das Chinesische — der Vicekonig spricht keine europäische Sprache — nicht versteht; da» lebhafte Mienenspiel und häufige Ausblitzen der Augen lassen die Antwort häufig schon vorher errathen." Im Laufe der Audienz äußerte sich der Vizekomg:

„Ich kauii mich dem nicht verschließen, daß bei Beginn des chinesisch-japanischen Krieges die deutsche Presse tut ^apan Partei ergriffen hat. Ich habe gehört, daß die „Post den entschiedenen Standpunkt der meisten Blatter zwar nicht getheilt hat; aber es hat doch lange Zeit genommen. k,s hnlinn

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