VikMem TggblÄ.
Verlag: Langgaffe 27.
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1896
Dienstag, den 2, Inni
Bezirks-Fernsprecher No. 52.
II». 254.
BezirkS-FernsPrecher No. 52.
Slnzeigen-Preiö r
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«•». Jahrgang.
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Abend-Ausgabe.
Der Sommer-Reichstag.
Daß die Volksvertreter zur neu beginnenden Tagung, soweit sie überhaupt erscheinen werden, nicht gerade die größte Arbeitslust mitbringen werden, ist menschlich begreiflich. Zur Zunahme der sommerlichen Hitze steht die Abnahme der Arbeitsfreudigkeit in gleichem Vcrhältniß, und schon vordem Beginn der Reichstagsferien war es nicht immer leicht, ja fast könnte man sagen, nur selten möglich, ein beschlußfähiges Haus zusammenzutrommeln. Das wird jetzt schwerlich besser werden, und in der That wird man die Klage der Volksvertretung für berechtigt erklären müssen, daß man sie um ebenso viel zu spät zusammenberufen hat, als man sie jetzt bei einander hält. So wird man auf die Ergiebigkeit dieser Sommertagung nicht allzu große Hoffnungen setzen dürfen, sollte selbst die Absicht vorliegen, die Volksvertreter bis in die heiße Sommerhitze hinein von dem Prachtbau am Königsplatz auS nach den schattigen Bäumen des Thiergartens schmachten zu lassen.
Es erscheint uns freilich undenkbar, daß man den Versuch machen wird, die Reichstagsmitglieder bis in den Hochsommer hinein zusammenzuhalten. Wir glauben nicht, daß bis über das Ende des Juni hinaus ein auch nur annähernd beschlußfähiges Haus zu erzielen sein wird, umso mehr, da im Herbst bereits wieder die regelmäßige Session beginnt. DaS Haus wird also kaum mehr als vier Wochen zur Arbeit vor sich haben. Diese Zeit genügt aber keineswegs, auch nur die schlechtere Hälfte der noch zu erledigenden Vorlagen unter Dach und Fach zu bringen; und völlig ausgeschlossen erscheint es, bis dahin, wie es die Regierung für ihren Wunsch ausgegeben hat, das schwierige Werk des bürgerlichen Gesetzbuchs zu erledigen.
Wenn die Kommission für das bürgerliche Gesetzbuch ihre Arbeit auch sofort mit dem energischsten Fleiße beginnt und fortfährt, so ist es doch unvermeidlich, daß sich die zweite Lesung des ungeheuren Gesetzwerkes bis in den Beginn der zweiten Hälfte des Juni hineinzieht. Da aber der dann zu erstattende umfassende Bericht des Referenten auch bei der angestrengtesten Arbeitsleistung sicherlich mehr als eine Woche Zeit in Anspruch nehmen wird, so wird das Ende des Juni heraunahen, bis die Kommission das bürgerliche Gesetzbuch erledigt hat. Es ist somit ganz undenkbar, daß dasselbe vor der Herbsttagung in das Plenum gelangt. Auch werden die Debatten und Verhandlungen über dies Gesetzwerk einen so breiten Raum in der parlamentarischen Thätigkeit einnehmen, daß es wenig Zweck hätte, die Verhandlungen, selbst wenn sich dies ermöglichte, noch in dieser Sommertagung zu beginnen, um sie nach wenigen Tagen doch auf mehrere Monate ruhen zu lassen.
Der heiße Kampf um das bürgerliche Gesetzbuch wird also voraussichtlich erst mit der beginnenden Herbstkühle eiu- setzen. Und das ist im Grunde gar nicht ungünstig, nicht nur weil die herbstliche Kühle auf die Hitze des Kampfes wohlthätig einwirken könnte, sondern weil sich bis dahin die
noch recht verworrene Situation vielleicht etwas geklärt haben wird.
An Gegenständen zu heißen Debatten und Kämpfen wird es freilich auch für die wenigen Wochen der jetzt,beginnenden Sommertagung keineswegs fehlen. Vcrhältnißmüßig glatt dürften sich die Gewerbenovelle und das Bankdepotgesetz erledigen, dagegen halten der Justiznovelle gegenüber die Feinde der Vorlage deren Freunden nahezu die Waage, und auch diese Freunde sind in ihren Gefühlen vielfach recht lau, da manche Einzelheiten der Vorlage, der sie im Großen und Ganzen wohl zustimmen. Gründe genug zu ernsten Bedenken bieten. An dem Börsengesetz dürften kaum noch erhebliche Aenderungen herbeigeführt werden, und der Versuch, das Verbot des Terminhandels in dritter Lesung umzustoßen, hat, wie die Dinge liegen, nicht die allermindeste Aussicht auf Erfolg. Mehr Aussicht dürfte dagegen der Versuch bieten, die in der zweiten Lesung gegen die Intentionen der Regierung beschlossenen Verschärfungen des Margarinegesetzes, über die wir uns erst kürzlich ausführlich geäußert haben, wieder rückgängig zn machen. Ernsthafte Debatten werden sich auch um die Vorlage über die Umwandlung der vierten Bataillone erheben. Sollen schwere Kämpfe um diese sachlich weniger bedeutsame Vorlage vermieden werden, so wird es gut sein, wenn der Kriegsminister in der Budgetkomuiission unzweideutige Erklärungen darüber abgiebt, daß an der zweijährigen Dienstzeit auch nach dem Ablauf des Provisoriums nicht gerüttelt werden soll. P-
Das Unglück in Moskau.
lieber das entsetzliche Unglück bei den Festlichkeiten in Moskau, über das wir gestern berichteten, liegen folgende weitere Mit- theilungen vor: m
Die Schuld fällt zum größten Theile ans die z» genaue Beobachtung der alten russischen Volkssitten, die einer früheren Zeit entsprechen mochten, heute aber nicht mehr am Platze sind. Wenn inan bedenkt, wie schwer es ist, die Ordnung bei großen Menschenansammlungen in gesitteten Ländern aufrecht zu erhalten, muß man es geradezu als Leichtsinn der Behörden bezeichnen, eine halbe Million Menschen niedrigsten Bildungsgrades aus einem Punkte zusammenkommen zu lassen, um an sie Geschenke, Speisen und Getränke auszutheilen und dies ohne jede geregelte Eintheiliing. Aus allen Berichten, so vorsichtig sie auch abgefaßt sind, geht hervor, daß die Menge schog.MgUruicken!v»r, als djt Vertheilung der Gaben begann. Polizei war nicht genügend zur Stelle, Mllitär kam erst, als das Unglück geschehen war, und es konnte die Verwirrung nur noch vermehren. Zudem hatte man nm die einzelnen Buden Gräben gezogen, die selbst bei dem kleinsten Gedränge gefährlich werden mußten. Von zwei- bis dreitausend Getvdteten sprechen die neuesten Berichte. Der Festplatz wurde zum Schlachtfeld und das abergläubige russische Volk wird dieses Unglück als ein böses Omen der Regierung des jungen Czaren auffassen, der soeben erst in seinem Krönungs-Manifeste die weitestgehende Milde bewiesen hatte. Und auch aus dem Gedächtniß Nikolaus' II. durfte das entsetzliche Bild nicht weichen."
Ein Augenzeuge, ciu russischer Beamter, schildert die Katastrophe folgendermaßen: „
„Wir wollen durchaus nichts ableugnen, nichts schon färben. Das bedauerliche Ereigniß geschah Morgens. Seit einer Woche drängen die Leute aus den Nachbarorten gegen Moskau; je mehr sich der Himmel ausheitert, in desto größeren Massen kommen sie von der weiten und natürlich auch au« der nächsten Nachbarschaft. Der Zuzug ist seit zwei Tagen besonders stark. Man kann sagen, daß in der Nähe voii Chodynski heute Nacht 500-dis 600,000 Menschen
kampirten. Die Polizei wollte die Vertheilung heute früh um 5 Uhr beginnen lasten. Um 3 Uhr schon wurde es lebendig; die Polizei war da, aber nicht in genügendem Maße. Sie war zu schwach gegen diese außerordentliche Menge. War es ein Jrrthum, der die Leute glauben ließ, die Vertheilung hätte bereits begonnen, oder war es Ungeduld; kurz nach 3 Uhr entstand em Drängen, wobei bald einzelne Bierfässer in Trümmer gingen. Dies war der Anlaß zu noch größerem Gewühle, ans welchem bald Hülfernfe vernehmlich wurden. Es gab Todte unb Verwundete. Die Polizei leistete Uebermenschliches, um die Ordnung wieder her- zustelleu; sie wurde bald von den besseren Elementen der Menge unterstützt. Die Wagen der Hülfsvereine rollten herbei, militärische Astistenz kaut. In kaum einer Stunde war Alles wieder ruhig. Aber man sah jetzt erst, daß viele Opfer zu beklagen waren. Die genaue Zahl läßt sich nicht angeben; man brachte den Verwlindeteii Hulse, schaffte die Todten auf Wagen fort. Die Gut- müthigkeit des russischen Volkes zeigte sich in diesem Augenblick; dieselben Leute, die früher gestoßen und gedrängt halten, halfen jetzt der Polizei. Man beeilte sich zunächst, die Todten wegzntragen, die Verwundeten in die Wagen zu bringen, diese wie jene wurden in Hospitäler transportirt. Mau wird zunächst ihre Namen entiren und den Verwundeten Hulse leisten. Die Beerdigung der Todten wird mit Rücksicht auf die Hitze bald erfolgen. Der Vorsall, welcher so bedauerliche Konsequenzen hatte, dauerte kaum eine Stunde. Nach 4 Uhr war keine Spur desselben zn sehen. Alles wickelte sich ab, als wäre nichts vorgesallen. Mau hätte gewiß am liebsten heute den Ausdruck der Freude verstummen lassen, aber die Zahllosen, die hierher gepilgert waren, hätten dies nicht begriffen, lieber das Unglück wurde sofort hohen und höchsten Stellen Bericht erstattet, und eL ist begreiflich, daß man daselbst unzufrieden ist. Die Menge erscheint allein verantwortlich für das Unglück, aber sollten Dasselbe noch Andere verschuldet haben, wird sie gewiß Strafe treffen."
Thatsache ist, heißt es in dem Bericht weiter, daß keine Panik in geschlossenem Räume je so verheerend gewirkt bat, wie diese auf freiem Felde. Fortwährend werden Männer und Frauen mit zerdrücktem Brustkorb und bis zur Unkenntlichkeit zertretene Kinder von der Stelle geschafft. Viele sind so schwer verwundet, daß sie die Nacht nicht überlebe« werden.
In einem Bericht des „Berliner Lokal-Anzeigers" heißt es:
„Der Beginn der Geschenkvertheiluug war auf 10 Uhr festgesetzt. Niemand dachte daran, frühxr hinanszugeheu. Gegen 8 Uhr jedoch weckten mich Jamnierrufe.' Mein Dienstmädchen stürzte laut schreiend zu mir ins Zimmer: „Aus dem ChodhnSki-Felde hat sich ein entsetzliches Unglück zngetragen. Meine Schwester ist halb todt heimgekehrt. Die Kleider waren ihr vom Leibe gerissen. Hundert, von Menschen sollen erdrückt sein." Ich eilte hinaus. Kein Kutscher ist zu bewegen, mich zur Unglückstätte zu fahren. Ein mir unbekannter General erbarmt sich meiner und nimmt mich in einem Wagen mit. Die Wegstrecke zwischen Alexanderplatz und Thier- garten ist bereits von der heimkehrenden Menge erfüllt. Die meisten tragen die Unglncksgeschenke, das rothgedruckteTuch und den eiferneu Emailbecher, in den Händen. Das riesige Feld, eine Fläche nach allen Richtungen, so weit wie die Entfernung vom Brandenburger Thor zum kaiserlichen Schloß in Berlin, war mit einem festen Pfahlzaun umschlossen, hinter welchem ein drei Meter tiefer Graden gezogen war. Es war die reine Mausefalle. Das Volk fühlte sich von Anbeginn an unsicher, und Jedermann erwartete Unheil. Beim ersten Graben mußten wir den Wagen verlassen. Wie eine Mauer umstand die schwarze Menge die Unglücksstätte. Die Stimmung war aufs Aenßerste erbittert. Rufe: „WlassowSky erschießen!" wechselten mit lauten Verwünschungen: „Der liebe Gott vergebe uns, wenn wir ihn tohlschlageu." Kosaken hielten den großen Raum frei, wo die Leichen znsammengetrageii worden warep. Der Anblick war der eines gräulichen Schlachtfeldes. Ueber 1000 zerdrückte Leichen, zerstampft zn Brei, mit blauen Gesichtertt und herausqnellenden Augen, mit gebrochenen Gliedern — mir wurde ganz schwarz vor den Augen. Alles geschah neben beit Bretterbuden mit den Geschenken. Die Uuterbeamteii, durch die Riesenmenge geängstigt, glaubten, klug zn handeln, wenn sie die Vertheilung beendigen würden, bevor nach Schluß der Fabriken die großen Arbeitermasseii anrückten. Eine genügende Polizeimacht war jedoch nicht zur Stelle. Das Volk drängte unbehindert
(Nachdruck verboten.)
Erlaubt ist, was gefällt.
Plauderei über die Mode von Fron - Frou.
Der erste Frühling brachte ein paar so sommerlich heiße Tage, daß man glauben konnte, unter einem Zauberschlage werbe die Natur im Festkleide dastehen. — Doch Stürme fegten daher, die vorwitzigen Blüthen, welche sich zu früh ans Licht gewagt, mit sich reißend und verwehend. Auf des Jahres junge Herrlichkeit fiel unbarmherzig Schnee und Eis. Nm schüchtern und langsam sprengte noch hier und da eine Blattknospe ihre Hülle.
Im Reiche der Mode aber haben die vorzeitigen sonnenblicke des Frühlings schon den Sommer gemacht. Auf den Hüten der Damen sind die Blumen nicht erfroren. Sie durchschimmern und durchleuchten die grauen Tage, welche «ns noch so reichlich beschicken sind. Ganze Beete sieht man wandeln, es ist kaum glaublich, bis zu welcher Größe die Kopfbedeckungen unserer Schönen angewachsen sind.
Rembrandt, Vandyk, Directoire, Jncroyable, Chasseur, — alle diese Hutformen sind grand chic. Aber sie verschwinden fast unter der Garnitur. Von der Kuhblume bis zur Orchidee ist keine Pflanze zu gering oder zu kostbar, um die Modedame zu schmücken.
Gerade die Kuhblume wird viel zu den handgroßen Toques getragen, welche sich siegreich neben den Riesenhüten behaupten und wahre kleine Gedichte sind an Grazie und Chic. Außer diesen leuchtend gelben Wiesenblumen werden verwendet: Primel, Vergißmeinnicht, das unsterbliche, längst seiner Zurückgezogenheit auf den Häubchen alter Damen entrückte Veilchen; Winde, Kresse, die Gräser und Moose; Fingerhut, Löwenmaul, die herrlich malerische Mohnblume, alle kostbaren Rosenarten, Malve, Georgine und Aster, selbst Kaiserkrone und Feuerlilie werden beran-
gezogen. Amaryllis und Chrysanthemum behaupten sich — der letzte Chic aber ist — die Orchidee. Für den Hochsommer bleiben sämmtliche Beerenfrüchte reservirt.
Alle diese Blumen sind wahre Triumphe der modernen Industrie an Naturähnlichkeit und — -Unähnlichkeit, denn sie werden selbstverständlich außer in den ihnen zugehörenden auch in den unmöglichsten Farben hergestellt.
Mehr als originell erschien mir ein Hut von lichtgrünem Stroh, dem gerade aufgerichtet wie einem Blumentopf ein halbes Dutzend rosa und lila Hyazinthenstengel entblühten. Ein Gewoge von duftigem weißen Tüll umgab sie nebelgleich, ein paar schillernde Schmetterlinge umflatterten fie.
Solider und außerordentlich vornehm stellte sich eine Directoircform aus silbergrauem Strohgeflecht dar. Die vordere Krempe garnirle ein Büschel kostbarer weißer Strauß- fcderspitzen, den Kopf umschlang eine Windung von indischer Seide, ebenfalls weiß und hier und da gehalten von Halbmonden aus mattschimmerndcn Perlen. Seitlich unter der Krempe waren je zwei Sträußchen aus blaßlila Nelken befestigt.
Bevorzugt zur Garnitur der Hüte ist für dieses Jahr der Jllusionstüll, den man in zwei abstechenden Farben übereinanderlegt, um eine changirende Wirkung zu erzielen. Auch die großen duftigen Kinnschleifen aus Tüll sind wieder bliebt — die kleidsamste aller Moden. Neben den zarten Stoffen sieht man auf den Hüten viel schwarze und weiße Spitzen, glitzernde Flügel und Aigrettcn, Phantasiefedern. Leider ist zu konstatiren, daß sich bei der Ausschmückung der Kopfbedeckungen eine geschmacklose Ueberladung breit macht, eine Uebertreibung der bunten Wirkung. Farbe, Stimmung, greller Kontrast ist überhaupt die Losung im ganzen weiten Reich der Mode. Die einfarbigen Toiletten wird man nur als Uebergangs- oder Regenkleider sehen, Alles wird bunt, sehr bunt sein, sogar der Hintergrund für die auffallendsten Muster ist häufig changeant.
Und doch sind die englischen Stoffe mit ihren diskreten Noppen, Streifen und Carreaus fo vornehm, die Alpaccas und Mohairs mit ihrem Seidenglanz so graziös. Wirklich wohlthuend berühren die feinen zurückhaltenden Farbentöne, in welchen sie auf den Markt kommen.
Aber die Mode ist die strengste aller Herrscherinnen. Sie streut in diesem Sommer Blumen und Flitter hin über alle ihre Gaben — wer möchte es wagen zu revoltiren?
Entzückend schön sind ja die großen Neuheiten der Saison, wenn man sich diese Stoffe zu Vorhängen oder Sophabezügen verwendet denkt. An der Toilette wirken sie barock, auffallend und urgroßmutterhaft, zumal die ganz groß gemusterten. Jede Falte, jede Naht zerreißt da die Zeichnung.
Die verschiedensten Epochen hat man geplündert, um überraschende Wirkungen zu erzielen. Große schwere Renaissance-Ornamente sieht man den Stoffen eingewirkt, Löwcnklauen und Greifen. Daneben grüßt wahrhaft erquickend ein Streumuster aus Kleeblättern auf duftig weißem Grunde. Die Libertystoffe sind fast durchweg geschmackvoll. Der geniale englische Tonangeber hat wirklich eine entzückende Mode geschaffen durch seine Idee, die zartesten Seiden- und Baumwollengewebe mit hingewischten Traumblumen zu überdecken. Bei diesen verschwommenen Mustern, diesem Jneinanderfließen diskreter Farbentöne stören Naht und Falte keineswegs. Geradezu märchenhafte Dessins wird der Sommer bringen, und noch dazu erstaunlich billig — das Meter eine Mark!
Grün, gelb und lila werden die Modefarben sein, auch ein grelles Penso drängt sich unserem an gebrochene Farben gewöhnten Auge nicht gerade besonders angenehm auf. Die eleganten Benennungen für die Hunderte von Schattirungen aufzählen zu wollen, wäre eitle Mühe. Schottisch in aparten Zusammenstellungen ist äußerst beliebt. Alles beherrscht
