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Verlag: Langgasse 27.

13,000 Abonnenten

1896.

Samstag, den 28 April

N-. 194

Bezirks-Fernsprecher No. 62.

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

Abend-Ausgabe

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v. Reibnitz (frcif. Volksp.) und Hüpcden (fraktionslos) werden für gültig erklärt. Bezüglich der bereits früher für gültig erklärten Wahl des Grasen Limburg - Stirum (kons.) wird

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für die neue Lehre den Tod durch das Rad erlitt. Wie der Sarner Volksmund erzählt, ist Andreas Hofer durch­aus nicht in Mantua erschossen worden, er lebt vielmehr in der sogenanntenSarner Scharte und wird wiederkommen, wenn es mit Oesterreich so weit gekommen sein wird, daß der Kaiser mit seinen letzten zwei Soldaten durch den Kuntersweg hereinzieht, geschlagen von den Maischen!

Die Sarner Männerwelt wird gerühmt ob ihrer Größe, Stattlichkeit und der schlagfertigen Zunge wegen. Mund­faul sind die Sarner keineswegs, das hat im Jahr 1893 eine Sarner Deputation sogar dem Kaiser zu Innsbruck gegenüber bewiesen, als die herkulischen Sendboten um einen Staatszuschuß zum Bau der 1891 durch einen furchtbaren Wolkenbruch verwüsteten Straße baten. Der Monarch be­trachtete sich die strammen Sarner wohlgefällig' und rieth ihnen, die Bitte schriftlich einzubringen. Der Sprecher der Deputation das hören, auf den Kaiser zugehen und sagen: Sell Han i schon im Sack, Herr Koascr!" war Eins, und ehe der überraschte Monarch noch aufgucken konnte, hatte der Sarner ihm das Bittgesuch schon urkräftig in die Hände gedrückt.

Der berühmteste Sarner ist jedoch das Tonele, der Wirth am Zoll im Sarnthal, Anton Pircher von Sand, der schweigsame, originelle Alte, der seit etwa zwanzig Jahren am Zoll haust und ein Kauz sondergleichen geworden ist. Wenn jeder Tiroler Wirth es gern sieht, daß Gäste den vorgesetzten Röthel vertilgen, je mehr desto besser, 's Tonele hält es anders. Wohl verabreicht er jedem zusprechenden Gast einen Halbliter Wein gegen Barzahlung, doch keinen Tropfen mehr! Und das Motiv? Der hochoriginelle Alte will jeglichem Unglück vorbeugen; nach seiner Ansicht ist der Marsch durch die Schlucht längs der wilden Falser mit unsicheren Beinen und weinschwerem Kopf lebens­gefährlich, und Tonele will keine Schuld an solchem Un-

Das Einzige, was , ihn augenblicklich zum schnelleren Handeln hätte veranlassen können, wäre die Entsetzung von Adigrat, aber dieses ist ja jetzt mit Proviant ge­nügend versehen, sodaß eine vorläufige Gefahr nicht vorhanden. Sonst läßt allerdings der Jntendanturdienst und die Ausrüstung der Armee in Afrika noch viel zu wünschen übrig, sind doch die bei Adua den Abessyniern in die Hände gefallenen Kanonen noch nicht ersetzt. Aber selbst wenn nach dieser Richtung Alles gethan, wird der Kampf, daran zweifelt nun Niemand mehr, ein äußerst harter sein; im Volke ist man sogar fast überzeugt davon, daß eine Anzahl russischer Offiziere sich in den Diensten Meneliks befinde und diesem helfe, seine Armee kriegsgerccht zu organisiren und Forts zu erbauen, die mit den bei Adua eroberten 30 Kanonen bewaffnet werden sollen.

Das Kabinett Rudini und namentlich sein Haupt be­findet sich durch die Vorgänge in Afrika in einer höchst peinliche Lage. Der Marquis war es ja, der, als er sich noch in der Opposition befand, den Krieg für ein Ver­brechen erklärte, und nun sieht er sich gcnöthigt, nicht nur denselben fortzusetzen, sondern noch größere Opfer dafür zu bringen. Er fürchtet daher auch die Angriffe in der Kammer, und um denselben zuvorzukommen, will er diese selbst darüber entscheiden lassen, ob der Kampf weiter geführt werden soll oder nicht. Natürlich ist er einer bejahenden Antwort sicher, denn nur die Radikalen und Sozialisten dürften sich dagegen äußern, während nicht allein alle Anhänger des jetzigen Kabinetts, sondern auch die Crispis ja dafür stimmen müssen. Die Radikalen aller­dings sind entschlossener denn je, für ein Aufhören des Krieges Propaganda zu machen, den sie für ein solches Verbrechen erklären, daß selbst der von dem Grafen Soderini in der Stadtverordneten-Vcrsammlung gemachte Vorschlag, die Munizipalität solle zu Ehren der bei Adua gefallenen Soldaten einen feierlichen Trauergottcsdienst ver­anstalten, bei ihnen einen wahren Sturm der Entrüstung hervor- ricf. Auch die Mitglieder des Ministeriums sind nicht die einer Fortsetzung des Krieges geneigt. General Ricvtti, der Vertrauensmann des Königs, ist allerdings dafür, der Herzog von Sermoneta aber soll ein hartnäckiger Gegner einer Weiterführung desselben sein, und es heißt, er wäre entschlossen, da seine Meinung keine Aussicht hat, durch­zudringen, seine Demission zu geben. Vielleicht spielen aber auch andere Gründe dabei mit, hatte man doch auf seine Uebernahme des Portefeuilles des Auswärtigen so große Hoffnungen gesetzt und hat er bisher auch noch nicht das Geringste gethan, um dieselben zu rechtfertigen.

Die Reichstags-Kommission für dar bürgerliche Gesetz­buch berietb heute das 4. Buch, welches voi» Faniilienrecht handelt. § 1280 erhielt folgende Fassung: Aus dem Verlöbniß kann nicht

glück haben. Nach seiner Auffassung kann jeder wohl eine Halbe Weinderpackcn", ohne betrunken zu werden, mehr jedoch ist vom liebel und wird unter keinen Umständen verabreicht. Möglicher Weise spielt hierein auch der Um­stand, daß Toneies Weib bei Lebzeiten dem Rebensaft nicht feindlich gesinnt gewesen ist.

Als wegen des Straßenbaues im Sarnthal eine Kommission von Bozen auch ins ZollwirthShaus kam und einige Beamte ziemlich herrisch vom Tonele Wein verlangten, paffte der Kauz ruhig an seinem kurzstieligen Meraner Pfeifchen weiter, verzog aber keine Miene und ließ die Herren völlig unbeachtet. Immer dringender wurde Wein und Atzung verlangt, ja dem Alten scharf befohlen, aufzutragen, was sich vorfinde in Küche und Keller. Tonele betrachtete sich den Chef der Kommission, doch rührte er sich nicht und rauchte gelaffen weiter. Die Situation ward geradezu kritisch, da verfiel einer der Beamten auf den richtigen Gedanken, den Tonele nm Wein und Atzung zu ersuchen, statt zu fordern, und augen­blicklich war Tonele jetzt dazu bereit. Jeder der Herren bekam feilten Halbliter Wein und eine getrocknete Wurst, nur der Chef erhielt nichts. Wütheud brauste dieser auf, drohte mit Anzeige, Konzessionsentzug und dergleichen. Tonele aber blieb steinruhig und sagte dem gestrengen Herrn gelassen ins Gesicht:Thu', was .Du magst. Du kriegst nix!" Alles Zureden blieb vergeblich und der Kommissionschef weinlos.

Noch schöner ward die Situation indeß, als die Kron- prinzessin-Wittwe einmal auch ins romantische Sarnthal kam und mit ihrer Begleitung bei Tonele um Wein und Brod vorsprach. Weil darum höflich ersucht wurde, brachte Tonele bereitwillig, doch wie immer wortkarg das Ge­wünschte, für die Erzherzogin genau so einen Halbliter wie für die Hofdamen und den begleitenden Kavalier. Der

Deutscher Reichstag.

O Berlin, 24. April.

Dur Lage in Italien.

Unser Römischer m-Korrespondent schreibt uns unter« 22. ds. Mts.:

Der Hauptvorwurf, welchen man dem Ministerium Crispi besonders während der letzten Monate seiner Amtsthätigkeit machte, war nicht allein, daß es das Land in einen Krieg k " verwickelt habe, der nur, allerdings nicht vorauszusehende, Mißerfolge brachte, sondern beinahe noch mehr, daß es die Nation so sehr int Unklaren über die Vorgänge in Afrika ließ und diese sich fortwährend im Zustand des Zweifels und daher tödtlicher Unruhe befand. Das Kabinett Rudini ist an die Stelle des öfteren getreten, aber die unerquickliche Situation hat da­durch nicht die geringste Veränderung erfahren, ja ist eher noch eine schlimmere geworden. Nur ganz vage Gerüchte sind im Umlauf; es heißt z. B., General Baldissera habe über die jüngsten Vorgänge in Abessynien Depeschen gesandt, daß er die Friedensverhandlungen für abgebrochen betrachte re., aber diese Berichte werden nicht bekannt gegeben, man weiß also nie, wie weit sie auf Wahrheit beruhen und ob sie nicht zum Theil durch Börsenspekulanten in die Welt gesetzt werden, wie dies s. Z. bezüglich der angeblichen Entsetzung von Adigrat geschah.

Eine Zeitlang ließ sich das Volk das Stillschweigen der Regierung ruhig gefallen, weil es immer hieß, die Telegraphen­leitungen seien unterbrochen, aber dieselben sind längst wieder hergestellt und doch bleiben die Nachrichten aus Afrika genau so unbestimmt und so spärlich wie vorher. Eins erscheint [ allerdings sicher zu sein, nämlich daß die Friedens­verhandlungen zu keinem Ergebniß geführt haben. Es war aber ein anderes Resultat auch garnicht zu erwarten, denn abgesehen davon, daßJtalien die geforderte Kriegsentschädigung nicht bewilligen wollte, konnte doch Niemand ernstlich meinen, der Negus würde sich von einem besiegten Feinde Be­dingungen vorschreiben lassen, wie z. B. die, er dürfe nie das Protektorat einer anderen Macht aceeptiren. In Negierungskreisen hat sich auch Niemand einer Täuschung darüber hingegeben, das neue Ministerium wolle sich nur ein Prestige verschaffen und die öffentliche Meinung - beruhigen, indem es glauben ließ, es bemühe sich dem so unpopulär gewordenen Krieg ein Ende zu bereiten, und dann suche man durch die angeknüpften Verhandlungen die F genügende Zeit zu gewinnen, um es General Baldissera möglich zu machen, die Armee zu reorganisiren und zu ver- proviantiren. Daß letztere Absicht zu Grunde lag, ist von der Regierung in der Kammer kürzlich, allerdings infolge eines lapsus linguae, selbst zugestanden worden.

So viel ich aus zuverlässiger Quelle erfahre, will sogar Baldissera die Regenzeit nicht einmal vorübergehen lassen, ohne mit seinen Operationen wieder zu beginnen, und die Regierung hat dieserhalb auch große Bestellungen auf Brücken ertheilt. Allerdings wird der General nur sehr langsam und mit äußerster Vorsicht vorgehen und nicht avanciren, ehe er hinter sich gute Wege hergestellt, um leicht Nachschub und Lebensmittel erhalten zu können.

(Nachdruck verboten.)

s Sarner Tonele.

Ein Tiroler Geschichtchen von Arthur Achleitner.

Eines der landschaftlich interessantesten Thäler Tirols fft das Sarnthal, das sich am Fuße des steil abstürzenden | Felskegels, der die altberühmte Beste Runkelstein trägt, t nördlich zieht und durch seine wildromantischen Partieen, durch eine gigantische Schlucht, das vielbesuchte Wanderziel : von Malern und Touristen geworden ist. Mühsam sucht die tosende weißschäumende Talfer den Weg durch die [ Felswilduiß hinaus nach Bozen, vorbei an alten Burgen ' und Schlössern mit ihren mittelalterlichen Erinnerungen. Alle Reize des Hochgebirges drängen sich im unteren Theile des Sarnthals zusammen: wildgeformte Felsen, epheu- umsponnene Wände, rauschende Sturzbäche, schwindelerregende Brücken, Burgruinen, ernst aufragende Thürme aus grauer : Vorzeit, Tobel an Tobel und dann wieder lachendes Grün - üppiger Wiesen, Gotteshäuser auf Felskegeln luftig hin- x gebaut, wildschöne Einschnitte in die Porphyrformation: die richtige Bergromantik mit all ihrem Zauber und ihren i Schrecken, wenn die Wuth der Elemente entfacht ist und S der südliche Himmel seine verderbendräuenden Schleusen öffnet. Der Wanderer stößt vielfach auf alte Erinnerungen in diesem herrlichen Thal; im idyllischen Dorf Sarnthein soll Aeneas Sylvins Piccolomini, der spätere Papst Pius II., ' wohlbestallter Pfarrer gewesen sein, der 1450 die dörfliche h Pfründe mit der Mitra von Siena vertauschte und acht Jahre später auf dem heiligen Stuhl zu Rom das durch die Konzilbeschlüsse zu Basel erschütterte päpstliche Ansehen wieder zu befestigen versuchte. Die Erinnerung au den ( Sarner Pfarrer-Papst hat die Bevölkerung ebenso wenig | abgehalten, im 16. Jahrhundert sich den Wiedertäufern an- zuschließen, als die Judifizirung des Irscher Bauern, der

»4. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis: 8« Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. Der Bezug kann jederzeit be­gonnen werden.

Auf der Tagesordmiiig stehen Wahlprüfungen. Das Mandat des Aba. v. Satifcb (kons.) wird debattelos für gültig erklärt und beschlossen, den Reichskanzler zn ersuchen, gewisse festgestellte Wahl- ungehöriakeiten der preußischen Regierung initzutheilen. Bezüglich der Wahl des Abg. v. Kardorff (Reichsp.), der sein Mandat nicdergelegt hat und inzwischen wiedergewählt ist, wird ein älterer Beschluß für erledigt erklärt. Die Wahl der Abgg.

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Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 60 Pfg., für Auswärts 76 Pfg.

Abg. Pachnicke (freis. Vgg.) empfiehlt Zurückverweisung. Nach einer längeren Debatte wird über den Antrag Holleuffer auf Rück­verweisung an die Konunission abgestimmt. Für denselben erheben sich die beiden konservativen Parteien, die Nationalliberalen, Polen und freisinnige Vereinigung. Gegen den Antrag stimmen Centrum, freisinnige Volkspartei und Antisemiten. Die Abstimmung bleibt zweifelhaft. Die Zählung crgiebt Ablehnung des Antrags mit 125 gegen 97 Stimmen. In dem gleichen Verhältniß wird nun­mehr die Wahl des Abg. Meyer-Halle (frcif. Vgg.) für un­gültig erklärt. Bezüglich der Wahl des Abg. Fuchs (Centn) wird ein älterer Beschluß für erledigt erklärt. Ferner werden die Wahlen Rother (kons.) und Reichmuth (kons.) beanstandet, die des Grasen Dönhoff (kons.) für gültig erklärt. Es folgt die Wahl des Abg. Krupp (Reichsp.), deren Gültigkeit die Kommission beantragt. Ein AntragLü t tgenan(Soz.) geht auf Beanstandung und Anstellung allerlei Erhebungen. Abg. Lenz mann (frcif. Vgg.) beantragt, den Reichskanzler außerdem um Erhebungen über die Abgabe eines Nachtragsprotestes zu ersuchen. Gegen diesen Antrag sprechen sich die Abg. Spahn (Centr.), Gamp (Reichsv.) und Hammacher (nat.-lib.) aus, worauf die Wahl des Abg. Krupp für gültig erklärt wird. Die Wahl des Abg. Holz (Reichsp.) beantragt die Kommission zu beanstanden. Abg. CcgielSki (Pole) beantragt Ungültigkeit im Hinblick auf zahlreich vorgckommene amtliche Wahl- bceinfluffiingen und andere Verstöße. Abg. Gamp (Reichsp.) be­antragt Gültigkeit. Nachdem der Abg. v. Czarlinski (Pole) ersteren Antrag empfohlen, tritt Abg. Gamp für den (einigen ein mit dem Bemerken, er werde über denselben namentliche Abstimmung beantragen, falls nicht mindestens der Antrag der Kommission an­genommen werde. Ihm scheine überhaupt, als werde von den Parteien nicht nach sachlichen Gesichtspunkten geprüft, sondern nach politischen. (Lebhafte Unruhe und Rufe:6 Uhr.) Nach weiteren Ausführungen des Redners weist der Abg. Spahn (Centr.) die Art, wie der Vor­redner das Haus und die Kommission provozirt hat, entschieden zurück. (Lebhafter Beifall.) Redner empfiehlt den Antrag der Kommission. Abg. v. KomierowSki (Pole) spricht sich für Ungültigkeit der Wahl ans. Bei der namentlichen Abstimmung stimmten 121 gegen 62 für Gültigkeit. Ein Abgeordneter enthält sich der Abstimmung. Das Haus ist daher beschlußunfähig. Montag 1 Uhr: Wahlprüfungen, Börfengesetz in zweiter Lesung. Schluß

ein gleiches Ersuchen wie bei der des Abg. v. Salisch an den Reichskanzler gerichtet. Die Wahl des Abg. Meyer-Halle (freif. Vgg.) beantragt die Kommission für ungültig zu erklärest. Abg. Barth (freis. Vgg.) bekämpft dicken Antrag und ver­langt, diese Sache noch einmal an die Kommission zurückzuverweiselt. Abg. v. Holleuffer (kons.) geht aus die Wahl de« Abg. Meyer-Halle näher ein und bestreitet, daß der betreffende Landrath bei der Wahl amtlich hervorgefreten fei. Er

habe dies nur als Privatperson gethan. Seme Partei fei für Gültigkeit der Wahl, aeeeptire aber zunächst auch die Rück­verweisung. Abg. Auer (Soz.) tritt für den KommissionSantraZ ein. Seine Partei fei die letzte, welche den Beamten ihr persönliche- Wahlrecht nehme. Aber es liege hier thatsächlich amtliche Be- einflnffung vor. Der schriftliche Bericht konstatire ausdrücklich, daß der Landrath v. Werder sich bei seiner Agitation sogar Gendarmen bedient habe. Das gehe doch entschieden über die bloße Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte der Landraths hinaus. Abg. v. Holleuffer stellt nunmehr den formellen Antrag auf Rück­verweisung. Abg. G a m p (Reichsp.) plaidirt für Rückverweisung und freut sich, die freisinnige Vcremigung ans dem Standpunkt festnageln zu können, daß man nach der Wirkung einer Wahlbeeinflufsuna fragen müsse. Abg. Friedberg (nat.-lib.) spricht gegen den Antrag her Kommission und für Annahme des Antrags Holleuffer. Adtz. Görtz (frcif. Vgg.) äußert sich in demselben Sinne wie Abg. Barth. Abg. Spahn (Centr.) legt dar, daß es sich hier um----

exorbitante Wahlbeeinflufsniigen des Landraths handelt. v. Marqnardfen (nat.-lib.) stellt in Abrede, daß die 2. ... prnfungs - Kommission früher aus dem Standprmkt gestanden habe, eine amtliche Wahlbccinfluffung ohne Rücksicht auf das Maß ihrer Wirkung erfordert die Kasfirung einer Wahl.