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Wiestm-km TsMtt.

44. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis: 50 Pfeuuig monatlich für beide Ausgaben zusammen. Der Bezug kann jederzeit be­gonnen werden.

Verlag: Langgasse 27.

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Nnzeigeu-PreiS r

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K-. 92. Bezirks-Fernsprecher No. 52.

Montag, den 24. Februar.

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

1896.

Abend-Ausgabe

erspart sein

Montag 11 Uhr wird die Berathung fortgcsktzt.

die Regierung ersucht wird, noch in dieser Session einen Gesetzentwurf vorzulcgen, durch welchen das Misitär-Dienstverhältniß der nach den Kolonieen ausgewanderten Personen geregelt wird. Die bei den Missionsgesellschaftc» Angestellten sollen vom Militärdienst befreit sein.

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. Die Börsen-Kommission des Reichstags beschloß mit 11 gegen 9 Stimmen den Terminhandel in Getreide zu ver­bieten mit dem Zusatz, daß cs dem Bundestag überlaffen bleibt, den Zeitpunkt der Inkrafttretens des Verbots zu bestimmen.

Die Margarine-Kommission des Reichstags hat die Bestimmung aufrecht erhalten, daß Margarine und Butter nur in getrennten Geschäftsräumen verabreicht werden dürfen, ließ dagegen die Bestimmung fallen, wonach der Speifewirlh verpflichtet ist, auf der Speisekarten verständlich zu machen, daß bei der Zubereitung von Speisen Margarine verwendet worden ist.

Deutsches Keich,

* Deelin, 25. Februar. Bei dem Diner, welches Oberpräsident v. Achenbach den Mitgliedern des branden­burgischen Provinzial-Landtags gab, hat der Kaiser, wie dieStaatsbürger-Zeitung" wissen will, eine Aeußerung gethan, die mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Bcrathungen des Börsenausschusses äußerst bemerkenswerth erscheint. Es wurden ihm von einem der Gäste die ungünstigen Wirkungen des Börsen-Terminhandels in Getreide für Produzenten und Konsumenten auseinandergesetzt. Der Kaiser soll hierauf erwidert haben:Dann verbietet doch den Getreide-Termin- haudel!" DerVolks-Zeitung" zufolge ist die Vorunter­suchung gegen Freiherrn v. Hammerstein noch nicht ab­geschlossen, dürste vielmehr noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Auch sei nichts davon bekannt, daß Rechtsanwalt Raetzel zum Vertheidiger bestellt worden sei.

Preußischer Kandtag.

Abgeordnetenhaus.

0 Krrlin, 22. Februar.

Das Abgeordnetenhaus beendete heute die zweite Lesung der Etats der Handels- und Gcwcrbc- oerwaltnng. Abg. Schenk (frcis. Ver.) weist auf die Bedeutung des Genossenschaftswesens für den Handwerkerstand hin. Abg. v. Brockhanscn (fonf.) befürwortet die staatliche Förderung des­selben. Handelsminister Frhr. ».Berlepsch führt ans, daß die zur Förderung der Fortentwickelung des Genossenschaftswesens bei den Fortbildungsschulen aurgcwocfenc Summe ausschließlich der Propaganda und der ersten Einrichtung dienen solle. Zur weiteren Unterstützung der Genossenschaften sei die Ccntral- Gcuosienschaslskasse gegründet worden. Es folgt der Etat der Eisenbahn-Vcrwallnng. Der Minister der öffentlichen Arbeite», Thielen, giebt eine Uebcrsicht über den voraussichtlichen Abschluß des laufenden ElatSjahres, dessen Einnahmen aus 950 Millionen Mark veranschlagt seien, aber wahrscheinlich einen Mehrüberschuß von 23 Millionen geben würden; der buchmäßige Uebcrschuß gegen das Vorjahr 1894/95 betrage 51 Millionen. Dies Ergebniß sei nur durch die heue Pflichterfüllung aller Beamlen ermöglicht worden, und hoffenllich werde die Finanzlage bald eine Aufbesserung der Gehälter gestatten. Die Neu­organisation der Eisenbahn-Verwaltung sei ein glücklich gelungenes Werk, das auch beim Publikum anerkannt werde. Abg. Schmieding (nat.-lib.) weist auf die Nothwendigkeit hin, die Schwankungen in den Staats- fiuanzen zu beseitigen, und fordert das Znstande- koinnien des neuen Eisenbahn-Garautiegesetzes. Abg. Goth ein (freif. Ver.) tritt für eine Be­schleunigung der Tarisreform ein. Abg. Eckels (nat.-lib.) spricht gegen die Bahnsteigsperre, gegen die Nundreisefahrkaiten und für Ermäßigung der Personentarife zur Berliner Gewerbeausstellung! Minister Thielen hebt die Vorzüge der Bahnsteig­sperre und die Beliebtheit der Rundreisekarten hervor und erklärt, daß die Reform der Personentarife in der Schwebe sei. UebrigenS sei sie nicht so nöthig als diejenige der Gütertarife, die hoffentlich bald zu erreichen sein werde. Im Interesse der Berliner Ausstellung geschehe, was möglich sei. Auf eine Anfrage des Abg. Knebel (nat.-lib.) sagt der Minister zu, daß noch einmal der Versuch gemacht werden solle, den Schnellzug Köln-Saarbrücken

* Der Ausstand der Konfektions-Arbeiter. Die Berliner Blätter melden: In einer Bekanntgabe der Fünser-Kommifsion im Vorwärts" betrugen deren Einnahmen bis vorgestern einschließlich eines Darlehns von 15,000 Mk. etwa 37,000 Mk. An Unterstützungen wurden bis vorgestern 42,000 Mk. gezahlt. Dir Differenz wird nun­mehr durch ein weiteres Darlehn gedeckt werden. Die Kommission ------ * ' wie

Stettin,

Die Entdeckung des Nordpols.

Wenn nicht alle Anzeichen trügen, dann geht das Jahrhundert nicht zur Neige, ohne daß fich die Reihe der bemerkeuswerthcn Entdeckungen und Erfindungen um ein weiteres und für alle Zeiten hochbedeutsames Glied die Entdeckung des Nordpols vermehrt. Was Generationen hindurch das Streben der geographischen Wissen­schaft gewesen, woran die kühnsten Forscher ihr Leben gewagt haben, es ist allem Anschein »ach einem der jüngsten unter ihnen, dem Norweger Fritj of Nansen, gelungen, toenn anders, was sich ja sehr bald zeigen wird, die ans dem östlichen Sibirien gekommenen Nachrichten fich bewahrheiten. Von Interesse ist es daher gegen­wärtig in besonders hohem Grade, die Nordpol-Expeditionen der neueren Zeit, unter denen diejenige Nansens nach Kühnheit und Ueberlegung einen hervorragenden Rang einnimmt, zu verfolge», diesem Zweck soll bcistehende Kartenskizze dienen.

Unsere Karte umfaßt, nach dem Meridian von

als nord-südliche Strömung, fortsetzt. Als nämlich im Jahre 1881 dieJeannette" hei den Neusibirischen Insel» uiitcrgegaitgen war, wurde 1884 eine Matrosenhose, die unzweifelhaft einem Manne der Besatzung derJeannette" gehört hatte, auf einer Eisscholle treibend, an der Südspitze Grönlands, in Jnlianehab, aufgefischt. Dieselbe mußte also, allerdings in dem enormen Zeitraum von 1100 Tagen, den Weg von den Neusibirischen Inseln aus znrück- gelegt haben, also aller Wahrscheinlichkeit nach über den Pol ge­trieben fein. Da auch sonstige Anzeichen dafür sprechen, daß eine mehr oder weniger beständige Strömung von der Nordküste Asiens über den Pol stattfindet so werde» i» Nordgrönland beständig Treibholzmaffen angefunben, die von Nordasten bezw. den Neu- äbirischen Inseln stammen, so beschloß Nansen, sich und seine Expedition dieser Strömung anzuvertraneii.

Am 24. Juni 1893 verließ er mit seinem, eigens für die Polar- reife erbauten, mit Segel- und Dampfkraft versehenen Schiff Fram" (Vorwärts") den Hafen von Christiania und steuerte nm die Nordküste Norwegens herum, über Vardö, das er am 21. Juli 1893 verließ, »ach dem Karische» Meer zu. Er hatte eine Besatzung von 12 erprobten Männern an Bord, nahm in Thabarowa an der Jngorstraße Schlittenhnude an Bord nnd steuerte dann am 3. August 1893 in die Korn-See, nordostwärts fahrend, hinaus. Nanse» wollte an der Küste entlang ums Kap Tscheljuskin herum nach der Mündung des Dienet fahren, dort noch mehrere Schlittenhunde aufnehmen, daun nach de» nördlichen Nen- fibirifdjen Inseln segeln, um von diesen aus die direkte Route auf den Pol zu einzuschlagen. Dort hoffte er dann, in der Richtung der muthmaß- lichen Trist der Jeannetlehose ebenfalls vom Eise dem Pol zugeführt zu werden, sobald ein selbstlhätiges Vordringen mit Segel oder Dampf­kraft nicht mehr möglich sein wurde. DieGesamnitdauer feiner Reise hatNansen auf 3 Jahre angesetzt,Proviant führt er jedoch fünniudestens 5 Jahre mit sich. Nach dem Verlasse» des KarameerS hat Nanscii jedoch die Mündung des DlenekflusseS nicht mehr ausgesucht. Es herrschten, übereinstimmenden Nachrichten anderer Seefahrer aus jenen Breiten zufolge, allem Anschein nach so günstige Witterungs- und EiSverhältnisse, daß er, auf die Vermehrung seines Hnndeparks verzichtend, fich den Umweg nach der Dlenefmünbung ersparte und oermuthlich sich direkt der Triftlinie der Jeannette-Effekten zuwendete. Ueber diesen Tbeil seiner Route (unsere Leser finden dieselbe durch eine dicke Strichlinie markirt) sind natürlich, bevor nicht genauere Nachrichten von Nansen selbst vorliegen, nur Vermuthungen möglich. Nansen soll, soweit bis jetzt bekannt, den Pol erreicht und am Pol Land entdeckt haben. Seine gemeldete Ankunft in Nischne-Kolhmsk in Dftfibirien läßt vermuthen, daß unvorhergesehene Umstände ihn zur Umkehr nach Nordastcn gezwungen haben, denn eher war seine Ankunft an der Dstküste Grönlands zu erwarten gewesen.

Wie dem aber auch sei, jedenfalls ist es hochersrenlich, daß der kühne Forscher wohlbehalten heimkchrt und zwar aller Wahr­scheinlichkeit nach von Erfolg gekrönt. Mit ganz außerordentlicher Spannung sieht man in der ganzen gebildete» Welt seinem Kommen und seinen Mittheilungen entgegen.

eres Darlehn gedeckt w fordert zu weiteren Sammlungen zum Zweck der Rin auch der Unterstützung der Konsektions-Ansständigen Hamburg und Dresden auf.

fbiar- /Statianm

Greenwich orientirt, die sämmtlichen eireumpolaren Gebiete vom 65. Grade Nordbreite an. I» derselben sirrd die Grenzen des polare» Packeises, welches ein Durchdringen sehr schwierig macht, sowie des Treib­eises angegeben. Außerdem findet der Leser an den Nordküsten berff ontineiite unb Insel» entlang eine starke Strichlinie markirt, welche die Grenze der von Menschen bewohnte» Gebiete gegen das Polargebiet hin (die Menschengrenze") bezeichnet, lieber das ganze Gebiet zerstreut befinden sich 12 Polarstationen, das sind wissenschaftliche Beobachtungsstatione», welche »ach internationaler Vereinbarung seiner Zeit errichtet wurden und dazu dienen sollte», die klimatischen und meteorologischen Verhältnisse des Polargebiets zu erforschen, was zur Keuntniß jener Gebiete unb vielleicht auch zur Erreichung des Nordpols selbst von Nutzen sein konnte. Die Stationen sind in unserem Karteubild durch kleine schwarze Kreise mit den beigesetzten Ziffern 1 bis 12 bezeichnet. Ein anderer, ebenfalls fchwarzgesüllter Kreis mit den Buchstaben M. P. daneben, in dem nordamerikanischen Jnsümeer gelegen, auf der Insel Boothia, bezeichnet Den magnetische» Nordpol, der zwischen dem 90 und 100 Grad Westlänge unb nahe dem 70 Grad Nord- breite liegt. Das kälteste Gebiet befindet sich in Nordflbirien, unweit der Lenamündnng, und ist auf unserer Karte durch eine punklirte Umrahmung sowie mit dem WorteKältepol" bezeichnet.

Um die Erforschung der Polargebiete bezw. die Erreichung des Nordpols sind gleichzeitig mit der seit 8 Jahren unterwegs befindlichen Nailsenschen Expedition auch noch mehrere andere bemüht gewesen. Unsere Leser können dieselben an der Hand der oben links in unserer Kartenskizze enthaltenen, mit dem Namen der Expeditionsleiter versehenen Signaturen leicht auffinden und verfolgen. Keine der hier in Frage kommenden Expeditionen, deren beabsichtigte Routen in der Karte zwar eingezeichnet sind, hat jedoch den Pol erreicht, nur allein Nansen scheint dies gelungen zu sei».

Nansen baute seinen Plan auf die anscheinend erwiesene Thaisache, daß von der Gegend der Nen- sibirischenJnseln ans eine beständige Strömung nach Norden stattfindet, die das Polgebiet überschreitet und sich an der Dstküste Grönlands, bann natürlich

Deutscher Reichstag.

0 Berlin, 22. Februar.

Der Reichstag erledigte heute zunächst mehrere Rechnungssachen unb ging sodann zu Wahiprüfungcn über, wobei die Wahlen der Abgg. Benoit (kons.), Boeckel (dtschsoz. Resormp.), Pauli (Reichsp.), v. Kleist-Retzow (kons.), Graf v. ©armer (kons.), Wanihoff (nat.- lib.), Stroh (kons.), Wiesickc (nat.-lib.), Hammacher (nat.-ltb.) unb Colbus (Eliässer) für gültig erklärt würbe». Es folgen Petitions­berichte. Die Kommission beantragt eine Anzahl von Petitionen bezüglich der Währungsfrage dem Reichskanzler zur Er­wägung zu überweisen. Abg. v. Kardorff weist darauf hin, daß Balfour erklärt habe, die englische Regierung würde sehr gern die Wiederaufnahme der indischen Münzprägungen in Erwägung ziehen, wen» diese als ein Theil eines Valuta-Re- guIirungS-Programins gedacht seien. Das widerspreche der Erklärung des Reichskanzlers, er behalte sich daher vor, vom Reichskanzler die Vorlegung des Wortlauts derjenigen Anfrage zu erbitten, die von ihm an die englische Negierung gerichtet worden sei. Abg.Barth (freif. Ver.) kann nach den Angaben der englischen Zeitungen über

* Rundschau im Reiche. Vor dem Münchener Militär- Bezirksgericht hatte fich Samstag der bekannte Sergeant Zech vom, 1. Train-Bataillon wegen Hausfriedensbruchs, begangen m b«.

bnrch das Eifelgebict zti teilen, wobei l1/« Stunden würden. Abg. Bueck (nat.-lib.) mahnt zur Vorsicht bei einer Reform der Personentarife, da starke Herab­setzungen durch da« Neisebebürsniß nicht bebingt seien, wohl aber finanziell unb wirthschastlich schäblich wirke» könnte». Abg. v. Puttkamer-DHIan (kons.) unb Jrmer (kons.) stimmen beut zu; der Letztere befürwortet jedoch weitere Erleichterungen im Vorortverkehr. Zn dem Titel Gülertarife liegt eine Petition des landwirthschaftlichen Centralvereins für Westfalen und Lippe vor, wonach die Viehstaffeltarife wieder aufgehoben werden sollen. Abg. Herold (Ctr.) beantragt, die Petition der Staatsregiernng zur Berücksichtigung zu überweisen. Abg. Sattler (rratlib.) vertritt als Berichterstatter den Antrag der Bubgetkommission, überbiePetitionzurTagesorbiinugüberzugehen.Abg.v.Czarlinski (Pole) spricht im Interesse des lairbwirthschaftlichen Dstens gegen die Aushebung der Staffeltarife und empfiehlt das Muster Dänemarks.

die Erklärung Balfours zwischen dieser und der Erklärung des Reichs­kanzlers keinen Widerspruch finden. Abg. Gras Mirbach (kons.) will für jetzt auf jede WährnngSbebatte verzichten, bis der offizielle Text der Erklärung Balfours vorliege. Staatssekretär Freiherr v. Marschall führt aus, es entspreche einem alten diplomatischen Brauch, daß, wenn vertrauliche Verhandlungen zwischen zwei Negierurigen stattgefnnden haben und die eine von ihnen offizielle Erklärungen darüber abzngeben beabsichtige, diese der andere» Regierung von der beabsichtigten Erklärung Mittheilnng mache. Demgemäß habe er unseren Botschafter in London beauftragt, der englischen Regierung Keuntniß z» geben von folgender diesseits beabsichtigter. Erllärung:die deutsche Regierung halte die Wiederaufnahme der indischen Münzprägungen für die nolh- wendige VorariSfetznng einer internationalen Vereinbarung über die Währungsfrage, sie habe aber auf Grund der Verhandlungen mit der englischen Regierung die Uebergeugung gewonnen, daß auf die Erfüllung dieser Voraussetzung nicht zu rechnen sei." Der Botschafter Graf Hatzfeld habe barauf geantwortet, er habe dem Leiterberenglischen Regierung von dieser Erklärung Mittheilnng gemacht, und dieser bade sich dahiit geäußert, daß er mit der Erklärung einverstanden sei. Das Gesagte werde wohl genügen, mn klarzustelle», daß ein Miß- verständniß nicht vorliege. Abg. v. Kardorff (Reichsp.) betont, baß die von der deutschen Regierung an England gerichtete Anfrage hiernach jedenfalls im Gegensatz zn dem Beschlüsse des Reichstags stehe. Abg. Barth (sreis. Ver.) widerspricht dieser Auffaffung. Abg. Graf Mirbach (konf.) bemerkt, es habe keinen Zweck, den Gegenstand heute weiter zu verfolgen, denn dem Staatssekretär Freiherrn v. Marschall selbst sei ja der Wortlaut der im englische» Parlament gestellten Anfrage nicht bekannt. Staatssekretär Freiherr v. Marschall erwidert, es komme gar- nicht darauf an, ob der Wortlaut der Anfrage bekannt sei; eS handle sich hier nur darum, der Auffaffung entgegeriziitreten, als ob ein Mißverstäiidniß vorläge, wie der Abg. v. Kardorff behauptet hätte. Abg. v. Kardorff (Reichsp.) meint, auf eine solche Anfrage, wie die deutsche Regierung sie an die englische gerichtet habe, hätte keine andere Antwort als eine ablehnende erfolgen können. Hieraus wirb der Antrag der Kommission angenommen und das Hans vertagt die Plenarsitzungen bis zum Montag, den 2. März. Auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung wird die Novelle zum Znckersteuergesetz gefetzt.

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Die Reichstags-Kommission für das bürgerliche Gesetz­buch nahm die Paragraphen 130 bis 213 an und fügte auf An­trag Gröbers bei Paragraph 191 2-jährige Verjährungsfristen für die Ansprüche der Dienstherren unb Arbeitgeber wegen der den Angestellten, Arbeitern, Tagelöhnern und Handarbeitern auf Gehalt, Lohn oder Auslagen gewährten Vorschüffe ein.

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Die Budget-Kommission des Reichstags hat den Kolonial- Etat beendet. Es wurde eine Resolution angenommen, in welcher

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