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Wiesbadener Tagblatt

Verlag: Lauggasse 27.

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Uo. 44.

Montag, den 27. Januar

1896

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

BezirkS-Fernsprecher No. 52.

Abend-Ausgabe

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ihm den Titel Königliche Hoheit und ernannte ihn unter Verleihung des Hosenbandordens zum Gouverneur der Insel Wight und des Schlosses Carlsbrooke. Ferner verlieh sie ihm aus ihrer Privatkasse eine jährliche Rente von 300,000 Mk. — Die Prinzessin Beatrice erhielt eine Rente von 150,000 Mk. aus Staatsmitteln. Man erinnert sich noch der heftigen Opposition, welche das Unterhaus der An­nahme einer Dotation für den Prinzen Henry entgegensetzte. Seit seiner Vermählung lebte Prinz Henry nur seiner Familie, sich von allen öffentlichen Angelegenheiten feruhaltend und weder in der Armee noch in der Civilverwaltung einen Posten beanspruchend. Auch wäre derselbe nicht nach Afrika gegangen ohne die von gewissen militärischen Persönlichkeiten geltend gemachten Beweggründe; er folgte der Expedition gegen die Aschantis ohne Grad und auch ohne ein besonderes Amt. Bereits kurz nach seiner Ankunft erkrankte der Prinz, und nach mehreren Tagen erlag er dem mörderischen Klima. Die Königin war eben beim Frühstück, als sie die Nachricht vom Tode des Prinzen erhielt. Trotz der furchtbaren Erschütterung, welche diese Nachricht ihr verursachte, wollte sie doch selbst ihrer Tochter die Schreckensbotschaft mittheilen. Prinzessin Beatrice schien lange nicht zu verstehen, was man ihr sagte, und die furchtbare Nachricht in ihrer ganzen Schwere zu erfassen. Dieselbe scheint den Schlag, der sie traf, kaum zu ertragen. Seit mehreren Tagen hat dieselbe ihre Ge­mächer nicht mehr verlassen. Um sie sind ihre 4 Kinder, deren ältestes, Prinz Alexander, 9 Jahre alt ist. Derselbe zeigt sich sehr niedergeschlagen und betrauert tief den Verlust seines Vaters. Von allen Seiten sind in Osborne Beileids­telegramme eingelaufen. Dem „Daily Chronicle" zufolge hat Kaiser Wilhelm ebenfalls der trauernden Wittwe und der Königin Victoria sein Beileid ansgedrückt. Die Hoftrauer,

Ihr größter Jrrthum mar wohl aber, daß sie meinten, es herrsche eine vollständige Verwirrung in Aethiopien, während gerade das Gcgentheil der Fall ist. Man behauptete immer, die sich unter Meneliks Oberhoheit befindenden Könige warteten nur auf eine Gelegenheit, um sich gegen ihn auf­zulehnen; auf den ersten Ruf desselben aber sind sie er­schienen. Menelik besitzt eben ein ganz außerordentliches Prestige im Lande, da er in den Augen der Abessynier die alte salomonische Dynastie und die Legitimität repräsentirt.

Was Italien aber ganz besonders geschadet, ist, daß es die mohammedanischen Dankalis gegen die christlichen Abessynier bewaffnet hat. Der religiöse Fanatismus, seit lauge durch die vielen Kämpfe mit den Muselmännern sehr gesteigert, verbindet sich dadurch mit der Liebe zum Boden, um die äthiopischen Soldaten aufs Acußcrste zu entflammen. Das Einstellen der Dankalis war noch insofern ein großer Fehler, als diese ohne jede Gewissenhaftigkeit sind und, wenn sie auch hundertmal auf den Koran Treue geschivoren haben, zu dem übergehen, welcher sich als der Stärkste erweist, und es ist sehr möglich, daß dieser Stärkste nicht die Italiener sind. Es könnte auch sein, daß die Derwischejetzt die Gelegenheit für gekommen erachten, um ihreRevanchcfürKassalazu nehmen, und obgleich Menelik sich kaum mit ihnen verbinden dürste, so würde er doch auch natürlich nichts thuu, um ihren Vormarsch zu verhindern. Die Prophezeiungen, daß die Gallas eindringen und Alles mit Feuer und Schwert verwüsten würden, haben sich wesentlich als falsch erwiesen, einige Plünderer zeigten sich wohl, sind aber sofort zurückgewiescn worden und haben sich dies gemerkt.

Schließlich erzählt der Forschnngsreisende noch zwei Thatsachen, um zu beweisen, daß Menelik auf einer hohen Kulturstufe stehe. Der Führer einer Sklavenkarawane ist gehängt worden, weil er sich gegen die Gesetze vergangen, die diesen Handel untersagen, während cs immer hieße, der Herrscher von Abessynien begünstige denselben. Dieser finde sogar jetzt Zeit, sich friedlichen Beschäftigungen hinzugebcn, und habe mit eigener Hand den Bauplan eines Hauses ent­worfen, der einem europäischen Architekten Ehre machen würde.

Falls die Briefe M. Mondons die dortige Stimmung richtig wiederspiegcln, so ist dieselbe eine zuversichtliche und herrschte nie die Meinung vor, als ob Aelhiopicu in einen Krieg verwickelt sei, von dem seine Unabhängigkeit oder gar- feine Existenz abhänge.

Makalle, die berühmt gewordene Veste, ist bereits im Besitze der Abessynier. Oberstlieuteiiaiit Galliano.der heldenmüthige Vertheidiger MaknlleS, soll nach Berichten von Kundschaftern ans deni Lager der Schoaner mit seinem Bataillon, mit Waffen, Munition, Gepäck und Verwundeten aus Makalle abgezogen fein. Die Kundschafter fußten hinzu, Ras Ma können und' Lieutenant Feller würden der Kolonne folge». Diese Nachricht wird auch durch Mittheilnngeu aus anderen Quellen bestätigt und giebt den Beweis, daß Menelik ernstlich an einen Frieden denkt.

Deutscher Reichstag.

O Berlin, 25. Januar.

Eingegangen ist das Eiiisühriiugrgesetz zum bürgerlichen Gesetz­buch. Die Berathuug des Etat« des Reichsamts des Innern wird fortgesetzt beim Abschnitt: Allgemeine Fonds. Bei Titel: Unterstützung des Deutschen Fischerei-Vereins zur Förderung der künstlichen Fischzucht beklagt Abg. Heyl zu Herrnsheim (uat.-lib.) den Rückgang der Fischzucht im Rheingebiet, besonders der Salmfang sei stark znrückgegangen. Daran seien die Holländer Schuld.

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die am 23. Januar begonnen, wird bis zum 5. März dauern, und die Trauer der Armee und Marine wird am 13. desselben Monats ihr Ende nehmen. Sämmtliche Blätter widmen dem Verstorbenen sympathische Nachrufe. Dir „Morning Post" erscheint schwarz umrändert. „Der Prinz von Battenberg," sagt sie, „hat dem Drängen seines Herzens nachgegeben. Er wollte ein thätiges Leben führen. Er ist auf dem Felde der Ehre gestorben"; und der „Standard" sagt: „Der Prinz von Battenberg ist als Opfer der treuen Pflichterfüllung gefallen, und darum ist sein Tod ebenso ruhm­reich, als wäre er auf dem Schlachtfelde geblieben." Die „Times" sprechen sich in demselben Sinne aus und sind sicher, daß ihre Worte, welche die Königin und die Prinzessin Beatrice des Beileids aller Engländer versichern, der Ausdruck btt öffentlichen Meinung sind. — Die Leiche wird am 4. Februar in Osborne eintreffen, und man bereitet sich vor, dem Prinzen ein würdiges Begräbniß zu veranstalten. — Mau hat den Prinzen Henry von Battenberg in gewissen Blättern mit dem Prinzen von Bulgarien, Alexander von Battenberg, verglichen und hervorgehoben, daß er weder dessen Ehrgeiz noch dessen militärische Tugenden besaß. Es mag das zutreffend sein, und ohne dem Ruhm des Prinzen Alexander, der der Geschichte an- gehört und der sich in späteren Zeiten noch heldenhafter, wenn nicht gar sagenhaft gestalten wird, zu nahe zu treten, wird man behaupten können, daß Prinz Henry von Battenberg auch sein Leben gut ausgefüllt hat. Seme Pflicht und das gegebene Versprechen hielten ihn am englischen Hofe in einer Art von Unthätigkeit zurück, die ihm manchmal mag schwer geworden sein. Sein Tod beweist zur Genüge, daß es ihm nicht an Muth und Hingebung fehlte.

(Nachdruck verboten.)

Abessynien.

Zwei Briefe des bekannten französischen Afrikareisenden Mondou sind augenblicklich zur Veröffentlichung gelangt, die 1 über die Verhältnisse in Abessynien, wo sich der Forscher noch jetzt befindet, nähere Aufschlüsse enthalten. Beide — der eine vom 28. Oktober datirt, während der andere vom 1. Dezember stammt — trafen erst jetzt ein, sind also zu Epochen geschrieben, wo der Krieg mit Italien bcvorstand resp. bereits begonnen hatte, und in Bezug auf diesen geschieht M die Beurtheilung der Zustände.

Als Franzose Italien nicht sehr günstig gesinnt, hat sich M. Mondon von seinen Gefühlen vielleicht etwas beeinflussen lassen, im Allgemeinen machen die Berichte jedoch den Ein­druck der Unparteilichkeit, und die Umstände haben bisher den darin enthaltenen Darstellungen Recht gegeben.

Menelik, so versichert der Forschungsreisende, besitzt eine ganz außergewöhnliche Klugheit und Umsicht, und obgleich er einen Krieg nicht wünschte und durchaus den Anschein zu vermeiden wußte, als ob er ihn prollocirt hätte, waren doch alle Maßregeln getroffen, um denselben eventuell zu führen. Das ungemessenste Erstaunen aller in Abessynien lebenden Europäer habe es erregt, mit welcher Promptheit die Truppen znsammengezogen wurden, in wie kurzer Zeit, trotz der gewaltigen Ausdehnung dcs Reiches und obgleich es an Wegen fast vollständig mangelt, 150,000 Mann sich in den Ebenen von Djirru zusammcn- fanden. Die Pfade waren alle mit Soldaten bedeckt, die von den entferntesten Punkten, ihre Maulesel mit Lebens­mitteln mit sich führend, in größter Ordnung sich nach ihrem Bestimmungsort begaben. Das äthiopische Reich hat eben - eine Jahrhunderte alte und darum vielfach fehlerhafte, in anderer Hinsicht aber auch wieder vortreffliche militärische Organisation.

Der Reisende berichtet über eine Expedition Meneliks, die * er mitgemacht, und mit welcher Schnelligkeit dabei eine ganze Armee ihr Lager aufschlug. Die Gemahlin des Herrschers folgte diesem mit ihren Damen, die alle rittlings auf den Mauleseln saßen und mit ihren vielfarbigen Sonnenschirmen einen sehr pittoresken Anblick boten. Nach einigen Stunden ermüdender Reise sah man plötzlich mit Befriedigung das Zelt - des Königs der Könige errichtet, und sofort wuchsen auch die anderen empor, da jeder Häuptling ganz genau die Ent- feriwngen kennt, die er innezuhalten hat. Nach den großen kommen die kleinen Häuptlinge in derselben Ordnung, und ehe noch eine Stunde vergangen, ist eine ganze Stadt von Zelten entstanden, in der die Diener kommen und gehen, die Feuer entzündet sind, die Frauen auf ihren Köpfen die I Körbe mit Lebensmitteln herbeitragen, die, wenn für eine hohe Persönlichkeit bestimmt, in rotheu Stoff eingeschlagen werden. Mit gleicher Schnelligkeit wird stets verfahren, und ; dabei sind die Abessynier von größter Anspruchslosigkeit, die | Soldaten besitzen die merkwürdigste Ausdauer, sind gut bc- | waffnet und von glühendem Patriotismus beseelt. Die | Italiener müssen sehr schlecht berathen gewesen sein, wenn : sie glauben konnten, mit einer Handvoll Leute einer solchen Armee Herr werden zu können.

44. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: 50 Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. — Der Bezug kann jederzeit be­gonnen werden.

Die Börsen ko m Mission des Reichstags erledigte Samstag den ersten Tbeil des Entwurfs, enthaltend die allgemeinen Be­stimmungen. Die §§ 16 bis 28, welche von dem ehrengerichtlichen Verfahren handeln, wurden ohne wesentliche Aenderungen an­genommen. Auf den Antrag des Abg. Träger wurde die Be­stimmung eiugesügt, daß der Freigesprocheue die Veröffentlichung des Urtheils beanspruchen darf. Beim zweiten Theil, der vom Börsen­preise und Maklerwesen handelt, erhielt §29 folgende Fassung: Bei Maaren oder Werthpapieren, deren Börsenpreis amtlich festgestellt tvird, erfolgt dieser sowohl für Cassa- wie für Zeitgeschäfte durch den Börsenvorstaud, soweit die Börsenordnung nicht die Mitwirkung von Vertretern anderer Bernfsklassen seststellt. Bei Conrs-Fest- stclluug darf außer den dazu berufenen Personen Niemand zugegen feilt. Die Vertreter der Negierung sowohl, wie die Vertreter der Freisinnigeu und Nationalliberalen sprachen sich für Ausschjuß der Oeffentlichkeit aus.

(Nachdruck verboten.)

Zum Tode

des Prinzen Henry von Kattenberg.

Die noch vor einigen Tagen in ganz England er- E tönenden Kriegesrufe und das drohende Säbelrasseln sind I plötzlich verstummt. Die großartige Flottenrevue, welche die F Königin Victoria vornehmen sollte und die man zu einer | großen patriotischen Manifestation veranstalten wollte, wurde r abgesagt, und wenigstens für einige Tage denkt man in | England nicht mehr an den Krieg. Der Alles versöhnende I Tod hat seinen Einzug in die königliche Familie gehalten t und den Schwiegersohn der Königin, den Prinzen Henry | von Battenberg, aus deren Mitte gerissen. Die Todcs- f uachricht hat in London und im ganzen Land einen tiefen । Eindruck gemacht, trotzdem Prinz Henry während

| seines Lebens am englischen Hofe keine hervorragende t politische Rolle spielte. Der Prinz schien gerade deshalb her Königin so lieb geworden zu sein, weil er sich darauf l beschränkte, seine Gemahlin und die Königin überall hin |L zu begleiten und gleichsam bei denselben den Ehrendienst ff zu versehen. Bekanntlich hatte die Königin Victoria sich | niemals von ihrer jüngsten Tochter, der Prinzessin Beatrice, [ trennen wollen, und als der Prinz um die Hand der k Prinzessin warb, setzte Königin Victoria als ausdrückliche Bedingung zu ihrer Einwilligung, daß der Prinz die Prin- zessin Beatrice dem englischen Hofe niemals entführen v werde; der von der Kaiserin Friedrich in die englische [ Königsfamilie eingeführte Prinz nahm die Bedingung an, L und die Hochzeit wurde am 23. Juli 1885 in der Kirche von Wishingham auf der Insel Wight gefeiert. Der | Prinz war damals 27 Jahre alt; die Königin verlieh

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— Staatssekretär v. Bötticher erklärt: die Erwägungen, betreffend die etwaige Kündigung des Vertrags mit Holland hätte» dazu geführt, denselben nicht zu kündigen wegen der Bort heile, die er biete. — Abg. Prinz Carolath (Hosp, der Nat.-Lib.) wünscht Revision, nicht Aufhebung des Vertrages. Der Titel wird bctvilligt. — Bei Titel: Förderung der Hochsee-Fifcherei regt Abg. Metzger (Soz.) eine Veröffentlichung der Verwendung der Fonds an und der bezüglichen Grundsätze. — Staatssekretär v. Bötticher: Wir warten Anträge der Interessenten abund prüfen fodann dieselben aus ihre Zweckmäßigkeit. Der Titel wird genehmigt. — Bei dem Titel: Unterhaltung deutscher Postdampfer-Verbindungen kommt Abg. Hahn (fraktionslos) nochmals ans feine vorjährigen Klagen über die Ueberaustrengung der Offiziere des „Norddeutschen Lloyd" und über deren unzulängliche Besoldung zurück. Eine Debatte knüpfte sich hieran nicht. Bei dem Titel: Zuschuß de« Reiches zu de» Iiivaliden- und Altersrenten beantragenAbg.Auer und Geuosscu eine Resolution dahin, daß schon das vollendete 60. Jahr Ansprüche auf Altersrente gewähre, sowie daß auch Invalidenrente erhalte, wer wegen feines körperlichen oder geistige» Zustandes in feinem Berufe nicht mehr die Hälfte des durchfchuick- lichen Arbeitsverdienstes der letzten 3 Jahre zu erwerben vermöge.— Abg. Hitze (Centr.) befürwortet seine Resolution, die Vereinfachung der Arbeiter-Versicherung fordert und Erhöhung der Invaliden­rente sowie Fürsorge für Wittweu und Waisen verlangt. — — Staatssekretär v. Bötticher ninnnt-Beziig auf seine Erklärung über die Reform der Arbeiter-Versicherung in der ersten EtatS- berathung. Es sei ihm klar, das Äedürfniß einer Revision des JnvaliditätS- und Altersverficherungsgesetzes fei ein dringendes. Käme der Antrag Auer durch, so wären doppelt so Hohe Steuer» als jetzt anszubringen. Dazu seien einzelne ErwerbSztveige,besonders die Landwirthschaft, nicht imStande. BeidergegenwärtigenSachlagesei die Erörterung eine akademische. Er glaube, daß die verbündeten Regieriiugen sich noch im Laufe dieser Session über die auzustrebenden Ziele schlüssig machen würden. — Abg. Stumm (Reichsp.) greift die Sozialdemokraten heftig an, da sie die anklagten, die angeblich zu wenig getvährt hätten, währciid sie selbst doch gar nichts gc« wähne». Der Antrag Auer sei, weil nnansführbnr, ein Schlag ins Wasser. — Abg. Schmidt (Volksp.) erkennt gieichsalls die Nothwendigkcit, zugleich aber die Schwierigkeit einer Ver­einfachung der Arbeiter-Versicherung au. — Abg. Hoffmann (Hosp. d. Nat.-Lib.) stimmt dem Gr undgedanken einer Erweiterung der Spezial-Gesetzgebung bei und erklärt, den Antrag Hitze aunchmen zu wollen. — Abg. Schall (kous.) führt aus, eine Erhöhung durste nur insoivcit stattfinden, als eine Beitragserhöhung nicht uölhig sei, denn die Landrvirthschast könne eine solche Belastung nicht ertragen. — Abg. G a m p (Reichsp.): Diese neue Vorlage rnüffe vor allen Dingen für eine gleichmäßige Vertheilring der Lasten in de» verschiedenen Landestheile» sorgen. Ob die Arbeiter z» höhere» Beiträgen geneigt seien, scheine ihm zweifelhaft. Besser Ware es, die Kosten dnrch besondere Steuern anfzubriuge» und damit die Arbeiter-Beiträge ganz zu beseitigen; wolle man das Tabakmonopol nicht, so sei eine höhere Salzsteuer zu empfehlen. — Abg. Kuehne(Soz.) bezeichnet die Salzsteuer für eines Kulturstaates unwürdig. Er, Redner, verwerfe de» Ceutrnmsantrag und<chalte an dem Anträge seiner Partei fest. Die Debatte wird darauf vertagt. — Persönlich bemerktAbg. Stumm, daß Herr Gamp feine Stenervorschläge nicht Namens der Partei, sondern für feine Person gemacht habe. Nächste Sitzung: Dienstag, 1 Uhr: Fortsetzung und Gewerbeordnungs-Novelle.