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Wiksbckelm Saiililalt

«s. Jahrgang.

Uo. 358

Samstag, den 3. Aagnst

1895

BezlrkS-FernfPrrchcr No. 62.

BezirkS-Ferufprrcher No. 52.

Abend ■ Ausgahe

ver-

Ans großer Zelt.

(Zeitungsstimmen aus dem Jahre 1870.)

9. August — Paris ist bereit» in Belagerungszustand erklärt worden, eine Maßregel, welche deutlicher als alles Andere kundthut. wie furchtbar die .Stimmung der Bevölkerung sich gegen den Kaiser und seine Regierung aiisspricht. — Ans französischen Zeit»ngen: .KeineIllusionen! Die Dummheiten und Prahlereien der vierzehn Tage, die hinter uns liegen, haben uns nur zu viel schon gekostet. Der Feind steht in Frankreich, das Vaterland ist in Enahr; um eS zu retten, bedarf es der kalten, energischen, gewisseu- baftcn rind einsichtigen Entschlosseiibeit. Vaterlandsverräther wäre Derjenige, der jetzt noch die Wahrheit verhehlen wollte, die traurige, aber schreiende Wahrheit! Blicken wir den Thatsacheu ins Ge­sicht! . . . Das ist die Lage; sie ist schwer, entsetzlich, aber noch Nicht verzweifelt. Was unseren heroischen Soldaten fehlt, sieht und weiß Jeder. Wem fällt die Verantwortlichkeit zu, daß unsere Truppen, ei» Corps nach dem anderen, vernichtet werden? Es ist überflüssig. Jetzt also erhebt die Herzen.

nus ab. Sind Volk von 1792?

I selbst zurückbleibeude preußische Soldaten mit den Abführenden ein I herzliches Händeschütteln wechselten. Von Rationalhaß war nichts I zu bemerken, sodaß alles Unglück dieses Krieges aus das Haupt des I Schurken Napoleon und seines kriegsdnrstigen Anhanges fallen muß. I Der Humor dieser Stunde war selbst in unsere Droschkenkutscher I gefahren, indem einer derselben äußerte: „Die müssen sich wohl I >n der Zeit versehen haben, sie wollten ja erst den 15. August in I Berlin fein.* (Hall. Ztg.)

I 7. August.— Unsterblichen Ruhm haben sich das Bataillon des I 40. Infanterie-Regiments und drei Schwadronen des 7. Ulanen- I Regiments in Saarbrücken erworben. Was ihnen gelungen, klingt I wie ein Märlein und ist unerhört in der Kriegsgc>chichte. Es ist aber der Preußische Staalsanzeiger selbst, welcher diesem Häuflein deutscher Krieger vor aller Welt ein Denkmal setzt. Dem kleinen Häuflein gelang er durch unermüdliche Thätigkcit und glänzendste Ausdauer, vierzehu Tage lang den Feind zu täuschen und die deutsche Grenze iu der gefährlichsten Zeil, da die Armee noch nicht fertig war, zu hüten. Jeder Mann schien sich zn verhundertfachen, sie hielten drei franzö­sische Divisionen, den Kaiser und seinen General Froffard im Schach, und als endlich zwei Corps anrückten und der König die winzige «chaar abrief, nm sie nicht zn opfern, da bat der Kommandeur, Obcrstlieutenant von Pestel, ihn auf diesem Ehrenposten zn lassen, »idem er hinzufügte: „Dar Benehmen der Franzosen zeigt, daß sie 1*5 vor uns fürchten.* Der König willigte mit Freuden ein, schickte ihm zlvei Bataillone zur Unterstützung, — und nun schlug der Kaiser die .berühmte Schlacht von Saarbrücken*. Die ganze ! militärische Welt gerieth in ungeheuere Heiterkeit, und das kleine Häuflein bereitete sich iiencn Ruhm; denn es zog sich nach Befehl fechtend langsam zurück und zwang den Feind, seine ganze Stärke zu entwickeln und zu zeigen. Und weiter hatte cs keinen Zweck. Jeder Einzelne halte sich das eiserne Kreuz verdient. Ein Schrei der Entrüstung geht durch Deutschland. Die Franzosen haben die nach der berühmten Schlacht vom 2. August besetzte Stadt Saarbrücken wieder geräumt, vor ihrem Abzug aber diese offene, vertbeidigungSlosc Stadt in Braud gesteckt, ja auf ihrem Rückzüge von den nahen Bergen herab dem angelegten Feuer noch durch Brandkiigeln nachgeholsen. Diese zum Himmel schreiende Gewalt- that läßt recht deutlich erkennen, daß in der sranzöfischeu Armee die schlimmsten Traditionen ans den Zeiten der furchtbaren Verwüstung der Pfalz rc. noch heute fortlebcn, und sie zeigt uns in entsetzlicher Klarheit, was unser liebes Deutschland zu erwarten hätte, wenn es diesen französischen Bluthunden gelänge, 018 Sieger über unsere Grenzen zu rücken. Au die Trauernachricht von Saarbrücken kiiüpft sich glücklicher Weise noch eine Siegesbotschaft. Die Spitzen der preußischen Heer­säulen halten sich am 6. August der Saar genähert. Am 6. August früh traf der General von Kamecke westlich von Saarbrücken den Feind in starker Stellung auf den Bergen bei Spichern und ging sofort zum Angriff über. Auf den Kanonendonner eilten Ab- thcilungcn der Divisionen Barneckow und Stülpnagel ebendahin. Es gelang nach sehr heftigem Kampfe, die von Seiten des französische» Corps Froffard besetzte Stellung zu erstürmen. Das Ende l des Kampfes erfolgte erst bei völliger Dunkelheit. Der

-^eind deckle seineil Rückzug durch starkes Eeschützfener von Spichern her. Geiicral Frauxois ist gefallen, der Verlust, namentlich au Offizieren, stark. Vom Feinde zahlreiche Todte. — Telegramm des Kronprinzen: .Siegreiche Schlacht gegen Mac Mahon bet Wörth, dessen Corps verstärkt war durch die Divisionen

• • Failly und Caurobert. 2 Adler, KMitraillenscn und

einige 60 Geschütze genommen. lieber 4000 Gefangene sind vor- gezahlt. Beiderseits starke Verluste." — Telegramm König Wilhelms an Königin Augusta in Berlin: .Welche» Glück dieser große neue «icg durch Fritz! Preise nur Gott für seine Gnade. Mac Mahon war verstärkt aus derHaupt-Armce. Es soll Victoria geschossen werden.* 1

Verlag: Langgasse 27.

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8. A u g u st. — Berlin, 8. August, 9 Uhr 40 Minuten Abends. Von Sonntag, e/<12 Uhr Abends, wird gemeldet! Der Feind ging nach der gestrigen Schlacht von Wörth in größter Anfregnng zurück. Bei Niederbroiin versuchte die französische Artillerie zn halten, wurde aber von Bayern genommen. Der Feind ging auf der Straße nach Bitsch zurück. Württembergische Kavallerie nahm bei Reichs Hofen viele Vorräthc und 4 Geschütze. Todte und Ver­wundete bedecken die Rllckzugsstraße. Das vom Feind lassene Hagenau und Saargemüiid, sowie Forbach w

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezuas-PreiS; 60 Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusanimcu. — Der Bezug kann jederzeit be­gonnen werden.

lassene Hagenau und Saargemüiid, sowie Forbach wurden nach leichtem Gefecht von den diesseitigen Truppen besetzt. — Der Umschwung seit kaum drei Wochen ist wunderbar. Napoleon erklärt uns überstürzt den Krieg, er wirft seine Heere an die deutsche Grenze, während Deutschland erst mobil macht. Aber die deutschen Heere eröffnen den Kampf, sie schlagen in drei Treffen und Schlachten die besten Feldherren und Heere Frankreichs fast bis zur Auflösung. Napoleon muß die letzien Kräfte Frankreichs znm Entscheidungs- kampfe aufbieteu, er muß seine Residenz, die Hauptstadt Paris, in Belagerungszustand erklären und zugleich von den einberufeucn Kammern ungeheuere Opfer erbitten. Seine Dekrete verlangen, daß alle waffenfähigen Bürger bis zum 30. Jahre in die Mobilgarde, die Bürger bis zu 40 Jahren in die Nationalgarde (die er furchtet), eintreten, die Pariser Befestigungen werden Hals über Kopf vollendet gegen den äußern und inner» Feind. Die Brücke über den Main ist fertig,. Deutschland einiger al» jemals, alle deutsche» Krieger kämpfen begeistert »nd siegreich unter einem Ober- fcldherrn. Freiligrath rühmt in Wahrheit: „Schwaben und Preußen Hand in Hand, — der Nord, der Süd ein Heer. — Was ist des Deutschen Vaterland — Wir fragen's beut nicht mehr. — Ein Stift Ein Arm, Ein einz'ger Leib — Ein Wille sind wir heut!" ” ?u Berlin bringen sic Napoleon ein Hoch an», weil ihm Deutschland seine Einigung verdanke, und in Paris kann'S 3"fts Richard vom „Figaro" wagen, öffentlich zu sagen, die franzonsche Armee sei nur ausgerückt, um Bismarck zu fangen, auf oßß Frankreich einen ^Staatsmann habe. — Im gegenwärtigen Moment hat namentlich die ausivärtige Situation besonderes Interesse. Man hat lange Zeit im Zweifel fein können, welche Stellung diejenigen neutralen Mächte einiiehmen werden, deren Neutralität gewissermaßen nur als eine vorläufige betrachtet werden koilnte, und die solche zu Gunsten Frailkreichs je eher je lieber aufgeben möchten. Inzwischen dürste eS mit dem Gelüste der geuaunteit Mächte nach den jüngsten Ereigniffen anders geworden fein. Der jüngste Artikel der Wiener „Abend- Post" wiegelte schon ab, und weitere Kuiidgebungeu ans Oesterreich lassen ein offenbare» Zurückgehe» von der Absicht der bewaffneteil Neutralität erkenne». Nach den Erfolge» unserer Waffen, die mit zwei, drei Schlägen da» Heer, „auf welches da» Weltall blickt", zerlrüminerte, wird man noch gleichgültiger als bisher zusehen können, was in Kopenhagen, Wien und Floreiiz beschlossen wird. Tie französische Flotte ist jetzt in der Ostsee, und man ist gespannt darauf, was sie dort beginnen wird. Ihre Aufgabe ist höchst schwierig. Zur Blockade muß sie sich zerstreuen und muß sich doch wiederum ziisammenhalten, um nicht dem Angriff überlegener Kräfte ausgesetzt zu sein. Sollte ein Sturm kommen, was nach der andauernden Hitze nicht unmöglich scheint, so würde sie ebeilfall» bei der sicher große» llnbekanntschast der Befehlshaber mit den Gewässern nicht zu unterschätzenden Gefahren ausgesetzt fein. (Hamb. Nachr.)

daran sind die wackeren Bayern und Süddeutschen schuld. Ihr! —Nachrichten ans Paris bekunden, daß über das am 4 August statt- rascher Beitritt zur deutschen Sache hat Napoleon so das Konzept I gefuiideue Gefecht von Weißenburg die französische Regierung am verdorben, daß er alle Truppen für das Heer am Rhein braucht I 5. August noch nichts veröffentlicht hatte. Trotzdem war die Kunde und schwerlich einen Mann a» die Flotte abgeben kann. Die Be- I von der erlittenen Niederlage am Freitag bereits in Pari» bekannt wohner der Ost- und Nordsee mögen sich bei ihren süddeutschen I geworden, und man kann sich vorstellen, welche fabelhafte Auf- Landsleiiten bedanken, und ich denke, es thut es ganz Deutschland. I regnng dadurch in die Bevölkerung der Hauptstadt gekommen sein — Auch wenn die Franzose» noch Landungstruppen übrig hätten, I mag. Spät in der Nacht fühlte die Regierung doch das Bedürfniß, so konnte ihnen allein der Panzer „König Wilhelm" das Handwerk I ihr befremdendes Schweigen zu brechen, und sie machte nun mit legen. Ei» Kommandant von Muth und Energie, und daran I der an ihr gewöhnten Lügenhaftigkeit bekannt, die Franzosen feie« fehlt es nuferen Seeoffizieren nicht, wird sich an Bord I bei Weißenburg vo» der ungeheuer überlegenen Macht der bes „Königs Wilhelm" gar nicht viel auf Kanonade eiulasse», I „Preußen" zurückgedräugt worden und hätten sich in der Richtung sondern ohne Welteres die seindliche Flotte durchbrechen und die I nach Bitsch zurückgezogen. Deutsche Lokale von Dreher,

i I Hirsch rc. wurden vom Publikum bedroht; an die Thüren

------ -- ■- ........... ..........- I wurden Zettel geklebt mit den renommistischen Worten:

al» irgend em Schiff der französischen Flotte und hat einen für I „Geschlossen bis zur Einnahme von Berlin!" — Paris frauzosffche Geschütze undurchdringlichen Panzer, während seine I 7. August, Nachmittags. Säuimtliche hier anwesende Nb« nennzolligen Geschütze leben französischen Panzer durchschlagen. — I geordnete versammeln sich Abends. — Der Ministerrath ist in Eine Landung au der Nordsee ist nicht zu fürchle». Elbe, Weser, I Permanenz. Die Kaiserin ist heute Morgen um 5 Uhr eingetroffen yabe unb Em» finb bnrch Fortnah,ne der Seezeichen, AnSlöfchen I und erließ folgende Proklamation: „Der Beginn des Krieges ist der Feuerthurine, durch Verramnielnng enger Fahrwasser, durch für nus ungünstig gewesen. Unsere Waffen haben eine Niederlage Torpedos rind Strandbattcrieen für größere Flotten nnpassirbar I (echec) erlitten. Seien wir fest gegenüber diesem Unfälle und oder wenigstens so gefährlich zu machen, daß schwerlich ein feind- I beeilen wir uns, ihn gut zn machen. Möge es unter uns mir ein« licher Admiral eine Landung wogen würde. Es ist wahrscheinlich, I Partei geben, der alle Franzosen angeboren, nur eine Fahne bi« daß Frankreich Alle» aufbieten wirb, um uns Schiffe entgegen- I nationale, möge Vorauwehen! Ich komme in Eure Mitte ' treu znstellen, bte dem „König Wilhelm" ebenbürtig finb; vorläufig Hot I meiner Mission und meiner Pflicht, werdet Ihr mich als Erste bei es aber noch keine derselben im Bau, und wir sind wenigstens noch I jeder Gefahr sehen, wo es gilt, die Fahne Frankreichs zu ver- drci Jahre lang davor gesichert. I theidiaen. Ich beschwöre alle guten Bürger, die Ordnung aufrecht

6. August. — Die neueste Nachricht von der Armee des Kron- I zu erholten. Dieselbe stören wäre nichts Anderes, als mit dein Prinzen meldet, daß sie nm 5. Anglist den Vormarsch über Weißen- I Feinde konspiriren. aez. Eligenie."

• I m 8^ 81 u g ii ft. — Berlin, 8. August, 9 Uhr 40 Minuten Abends.

es zu sagen; es ist klar! . „ Unsere Rettung hängt von wir das Volk von 1815 ober das Wir haben die Wahl!" (Siede.) — „Das Einzige, was uns noch retten kann, ist der Luftballon!" ruft der „Frangais" aus, der „Artilleristische Luftballon*. Nichts ist leichter: Man nimmt Luftballons, setzt aeronautes artilleurs hinein, thut Moiistre-Bomben dazu, die Monstre-Bomben werden hinunter­geworfen, schlagen die Feinde tobt unb retten nicht mir das Vaterland, sonder» — — die Leser müssen nicht glauben, daß wir uns auf Kosten der Franzosen lustig machen — es steht wirklich im „Franxois : — sonder» wenn Frankreich mit diesen Luftballons fertig ist, ist auch die Eroberung Deutschlands fertig! — Der Korrespondent des „Soir" macht die köstliche Entdeckung, daß die preußischen Soldaten sich fast ebenso vor ihren eigenen Waffen furchten, als vor beit Mitrailleusen. Das Zündnadelgewehr

* 4. August. — Zur Beruhigung solcher ängstlicher Gemüther, welche in dem Gefecht von Saarbrücken einen wichtigen kriegerischen Vorgang, vielleicht gar schon eine döse Vorbedeutung für de» BetrocktnnoeiiDer" I SuutlH uyuc jtotueics vie ICIIloncije yionc ourcyorecnen unv OIC

Betrachtungen bienen. Der Kaiser ber Franzosen war am 28. xvuli I Transportschiffe nieberreuuen die ibin bei feiner überlegenen im Hauptquartier Metz eingetroffen. Natürlich erwartete Frankreich I Geschwindigkeit nicht entgehen' kömien Er ist gröber und schneller mm.-m sofortiges Vorflehen gegen den Feind; allein ans gewichtigen | Gründen scheint dies tm kaiserlichen Ratbe nicht beschlossen worden zu fein. Was war nun zu thmi? Etwas Flunkeru gehört zum Handwerk, mib fo mußte denn eine „Aktion" in Scene gefetzt werden, die mit Hülfe der bekannten französischen Ausputzer« zu einer ganz formidablen Schlacht gestempelt werden wird, in welcher natürlich die Deutschen tüchtig geschlagen worden finb. Das ist das eine Moment, welches von französischer Seite in Betracht kommt; bas anbere mag mit geheimnißvolleu Truppenbewegungen wsammenhängen. Vielleicht hat feit bei» Eintreffen des Kaisers in Metz die Hauptarmee eine Richtung eingeschlagen, welche einen Vorstoß gegen den linken deutschen Flügel (Baden) in Aussicht stellt. Vielleicht ist Straßburg zum eigentlichen Ausgangspunkte der französischen Operationen erwählt, während die ursprüngliche Aus-

1 STOä r v

S tf1® iS&S'fcÄ.. SÄSÄSÄ? S'ffiÄÄ h.s 'a* * ’•? Ie|!! ra ul1^ ’t10«!1 I Sksecht hinterlassen, wurde überall bemerkt. — Halle, 6. August,

r^rk »»» ni-nrs ^sorgten Gesichteru ansah, I Unser Bahnhof bot in der heutigen Mittagsstunde einen ebenso

intereffanten, wie herzerfreuenden Anblick dar. Ei» Zug mit aM»f*ffrbiea8hInt^kfleMi?t»rn^fm,»yafirW«nhtl0fcrfin^nbCn? Wföfcr 400 französische» Gefangene», worunter 10 bis 12 Offiziere, rer»iu«i4 h», fcr *9- I traf gegen 12 Uhr, von Nordhausen nach Berlin gehend, zu einem

ftcfyt 5 ? fraflte ein §ubrtiiQiid)?r «öcfdtintcT bcn eilten I furicu Äkinieiten hier ein Die jOffixicve in erffer inih faak^ber 9IIfeCr9^im nu» meht* SB nnn»? n h***1'I 8toeilcr Klasse waren ernst und schweigsam, während mit den Mann-

SI 'Haften, welche in geöffneten Güterwagen fuhren, sich bald ein sehr 1!^"-? n?» e . I reger und freundlicher Verkehr entwickelte. Die meisten Gefangene»,

Red« Die fchöuste und nachdrück- I III blauen Röcken, rothen Hose» und rothe» Käppis, gehörte»

nchste Rede, die wir biS jetzt gehört haben, hat ein bayrischer I ber Linie an, baneben war aber auch ein gefangener

Chevauxleger gehalten, ber in Kempten unter der HauSthur von I Husar unb eine Anzahl Tmkos in blaiien mit ndben Abschied mit den Worten nahm: „Das mußt I Treffen besetzten Jacken unb rothem Fez zu schaue».' Diese wilde» i^s tU ^rauS zu Euch I Söhne Afrikas waren übrigens sehr heiter unb nahmen die Gabe» 9TnA hi! Ke!in- »!,h-^ ^m^,"»?„,^E"»k'"Eraben Alle tobt. — I o» SBier, Brod, Willst und Cigarren, welche vo» dem Erfrischnngs- ffniSvh>lni^99 cf U"*r" t??1IrnlC ^C11* ^dffhauser I Comitö den Gefangenen verabreicht wurde», mit frenudlicheui, fast

hi^tMn 'in 0 hn« ^^"^"th-weißeBanner, es I ehrerbietiflem Kopfnicken dankbar an. Dasselbe geschah auch vo» den

Kr »Ärt «ihn»8 V."h r^- J,cCT-e,‘ ®a.r I übrigen Gefangenen, unter welchen nur bei wenigen Traurigkeit zu !^^r Rothbart» endlich erlöst und wiedergekehrt? fliegen die I bemerkn war. Einer der begleitenden preußischen Soldaten äußerte: ti^6th„S 11«Jten ' r.®k8 ®annt£. $ J’11 I »Die haben mehr Verlangen, Berlin zu sehen, als wir." Bei der

alten Wknd'und^ 'ein Berliner I fand ei., gegenfeitige« freundliches Verabschieden statfi sodaß

(Roller.) Es war ein tapferes Kunststück; denn der uralte Thurm, der letzte Rest der Saiferburg, ist morsch und geborsten und wird durch eiserne Klammern mühsam gehalten, er hat keinen Eingang und steigt mit feinen vier kahlen Mauern 80 Fuß glatt in die Hohe. Es kostete 12 Stunde» harter, gefährlicher Arbeit, um den 30 Fuß langen Birkenstanim oben aufznpflanzen und an ihm das 20 Ellen lange, 6 Ellen breite deutsche

Banner, — ein prächtig rauschendes Wahrzeichen. — Unsere Soldaten haben den Humor nicht verloren. „Eilgut nach hotten die durch Köln ziehenden Ersatzmänner eines west- phaltschen Regiments auf ihre Fahnen geschrieben. — Auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin nahm ein Reservist Abschied von seiner Fran unb zwei fiinbern. Die arme Fran war trostlos, endlich reißt sich der Mann feuchten Auges los, stürzt fort, dreht sich aber noch einmal um unb ruft feiner Frau zu: Weine nicht, darauf kannst Du Dir verlassen, ein paar rothe Hosen zu einem Unterrock bring’ ick Dir ans Paris ganz bestimmt mit! — Aus französischen Zeitungen: „Der erste Sieg nnb bie erste Etappe auf preußischem Gebiete! Die erste Rache für 1815 am Rhein! Die erste Antwort unserer bemokratischen Armee auf bie An­maßungen ber Armee der Krautjunker, ber Armee be» göttlichen Rechts! Dieser erste Sieg brachte un» Saarbrücken. Ach! Ihr Herren Preußen, Ihr wollet uns aurhungern, inbem Ihr unserer Industrie bie Nahrung versagtet, die Steinkohlen. Nun wohl! Wir habe» Saarbrücken, wir haben bie Schachte ber Saar, mit einem ganz neuen Kanal, um bie Kohlen bis Sogeibad) unb Mühl­hausen zu besolde». Wir habe» diese kostbaren Lager, und mit Gottes Hülfe werden wir sie behalten." (Opinion nat.) _ 5. Rugust. —Niederrothenbach, 4.August, Nachmittags 5 Uhr 55 Mm. Glauzeiider, aber blutiger Sieg der Krouprinzlichen Armee unter Führung seiner Königl. Hoheit des Kronprinzen von Preußen. Unter den Augen be» Kronprinzen wurde Weißenburg und der dahinter liegende Gaißberg durch bie Regimenter vom a unb 11. preußischen unb 2. bayrischen Armeecorps erstürmt.

Die französische Division Douay vom Corps Mac Mahon unter Zurücklassung ihres Zeltlagers in Auflösung juriiefgeworfen. General Douay tobt, lieber 500 Verwundete unb Gefangene darunter viele Turko», unb ein Geschütz in unseren Hauben. Unsererseits General Kirchbach leichten Slreisschuß Die Königsgrenabiere unb 50. Regiment starke Verluste In ganz Dentschlanb hat ber Sieg bei Weißenburg bie Er­stürmung der berühmten Linien, die das Ansfallsthor Napoleons gegen Baden und die Pfalz sein sollten, großen Jubel erregt In Berlin ließ ihn die Königin vom Balkon de» Schlöffe» allem Volk verlesen. Auch da» hat gefreut, daß säst alle deutschen Truppen- theile Auiheil genommen haben: Preußen, Norddeutsche und j Bayern. E» war ein Sieg des deutschen Heeres. So ist allo unser sehnlichster Wunsch, unsere feste Hoffnung in Erfüllung gegangen. Dieser erste große Sieg ist von ungemein hoher, von entscheidender Bedeutung. Er hebt den Muth unserer Braven, erhöht die rein unb mächtig aufstrahlenbe Flamme beutfcher Begeisterung unb kittet unsere Einigkeit gegen ben frechen Eindringling noch fester zusammen. Der Einbruck aber, den dieser bentsche Sieg auf ba» französische Heer und bte Masse bes französischen Volkes machen wirb, wirb keines- I falls ein günstiger fein. Der Phrafeichew Napoleon, ber französische I Macbeth, möge sich vorsehen, baß nach biefer oder vielleicht einer I «weiten Niederlage nicht der Rachegeist Banko», bie Revolution im Innern, den Rückzug und bie ganze Existenz ihm gewaltsam ab- I fchneide! Vorwärts, brave deutsche Krieger, bentsche Sieger! Werst die Lügenbrut im Donnerhall be» gewaltigen Kampfes zu Bobeii, zur Rettung unserer, ber deutschen Kultur, ber wahren Civilisatio». — Daß bie Franzosen schwerlich Landungstruppen auf ihren Kriegs­schiffen mituetmicn unb unsere deutschen Küste» brandschatzen können, I