MesbiAnkr Tagblick
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189*.
Donnerstag, den 30. Mar
Ko. 249
Bezirks-Fernsprecher No, 52.
BezirkS-Fernsprecher No. 52.
Morgen-flusgabe
Hälfte des Ueberschnsses gebildete Pf. Die andere Hälfte des Heber«
Ei wird nach dein „B.
am 13. Juni in Lübeck zur Verhandln
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gelangen. Ein Schnh- liuii seinen Bedarf an
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nrthcilt wurde.
Ein Pr oze 6 u m ein
macht es allerdings schwierig, gegen Verbindungen, an welchen auch Nichtschiiler tüeilnehmeu, in durchgreifender Weise vorzugehe», da die Auslieserung des Inventars der Verbindung und die Durchsuchung desselben gewöhnlich verweigert wird, weil das Inventar den Nichtschülern gehöre. In dieser Hinsicht bin ich mit dem Vorschläge des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums einverstanden, daß Schüler, welche Verbindungen angehören, die auch Nichtschiiler zu ihren Mitgliedern zählen, oder welche die Nnsliesernng des Ver- bindnngsinventars ablehnen, mit den strengsten Strafen, namentlich mit der Strafe der Ausschließung, zu belegen sind.
— Kegen -er Fleischschau. Der neuesten Nummer der Veröffentlichungen des Reichs-Gesundheitsamtes entnehmen wir Folgendes: Im Jahre 1893 wurden in Preußen 6,251,776 Schlveine untersucht, von denen 1422, d. h. 2 auf zehntausend, trichineuhaltig befunden und demgemäß vernichtet wurden. Anßerdem wurden aber noch 390 amerikanische Speckseiten (davon allein 230 im Negierungsbezirk Düsseldorf, daun 47 im Regierungsbezirk Stettin, 40 im Regierungsbezirk Merseburg, 36 im Regierungsbezirk Potsdam) als trichinös erkannt und vernichtet. Die größte Zahl der trichinösen Schweine wurde im Regierungsbezirk Posen gefunden (413 auf 155,130 untersuchte Schweine, d. h. 2 auf tausend), während in Berlin unter 648,426 untersuchte» Schweinen nur 134, im Regierungsbezirk Potsdam nur 87 von 416,941 untersuchten Schweinen (beide Male wie oben 2 von zehntausend) trichinenhaltig waren. Ferner waren von den nntersuchten Schweinen 10,640, d. h. 17 von zehntausend, mit Finnen behaftet. Hiervon entfielen die meisten, nämlich 2404 auf 363,009 untersuchte Schlveine (also 66 von zehntausend), auf den Regierungsbezirk Oppeln. I» Berlin waren von 648,426 untersuchten Schweinen 2241 finnig (also 34von zehntansend), im Regiernngsbezirk Potsdam nur 7 von zehntausend, nämlich 316 von 416,941 untersuchten Schweine». — Im Jahre 1895 waren in Preußen 26,855 amtliche Fleischbeschauer thätig. Wie vielKrankheiten durch diese Untersuchungen von der Bevölkerung abgehalteir worden sind, läßt sich gar nicht übersehe», znnial wir heute wissen, daß aus den Finne» nicht nur die Bandwurmkrankheit entsteht, sondern daß bei den mit einem Bandwurm behafteten Leuten durch Uebertritt von Bandwurmeiern in den Blutltrom und Verschleppung der elfteren in Gehirn, Leber,
schusses von 17,450 Mk. 29 Pf. kommt an die Kaffenmiiglieder, die satzungsmäßig daraus Anspruch haben, als Dividende znrVertheiluug und wird namentlich den weniger bemittelten Kameraden sehr willkommen sein. An Sterbegeldern wurden im Laufe des Jahres 33,716 Mk. 54 Pf. gezahlt. In jedem Verbände bezw. Bezirke des Deutschen Kriegerbundes sind General-Bevollmächtigte als Vertreter der Kasse thätig, welche die Ausnahme neuer Mitglieder vermitteln. Aufnahmefähig sind die Mitglieder und deren Frauen von Vereinen des Dentscheu Kriegerbundes, des Landesverbandes der militärischen Vereine im Großherzogtbum Hessen und des Hamburger Krieger- Verbandes. ___________________
* Cassel, 29. Mai. Geheimer Obersinauzialh Sclnnidt vom Finanzministerium ist zum P r ov inzial-S t e u erd ire k t or von Hessen-Nassau ernannt worden.
326,902 Mk. 60Pf. Als Neferven sind in die Bilanz 309,417 Mk.30Pf. eingestellt, darunter eine ans der Sonder-Reserve von 17,450 Bit. 80
l|ml|iiu1|»|uIBiii|, .uiHUKmiinii mmnr ;tm— Das Erkenntniß des Oberverwaltungsgerichts vom 16. Aptil'l!
43. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — BezugS-PreiS: 50 Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. — Der Bezug kann jederzeit begonnen werden.
* Kei Terrsina Tua. Dem „Berl. Dagebl." wird ans Rom geschrieben: Wir hatten dieser Tage Gelegenheit, nach langer Panse den einstigen Liebling des delttschen Publikums, Teresina Tita, heute Gräfin Franchi-Veruey de la Ballette, wieder zu hören, und zwar bei einem in der Acadömie de France gegebenen Konzerte. Teresina ist noch immer die Zauberin von einst: ihr liebes, süßes, von blonden Löckchen umrahmtes Kindergesicht ist fast noch dasselbe, und luenii man sie so mit ihrer Geige dastehen, sich lächelnd vor dem Publikum verneige» sieht, so ahnt wohl Niemand, daß schwerster Kummer, de» ei» Weib treffen kann, über Teresina Tua hingegangen — sie halte nämlich ihre beiden einzigen Kinder verloren und war seither nicht wieder öffentlich ansgetreteu. Auch die mädchenhafte Gestalt hat sich kaum verändert und ist mir wenig voller geworden. Ihre Muße füllte die Contessa damit aus, daß sie ihrem Gatten, einem anerkannten Musikkritiker, bei seinem Berufe half, Novellelten für Musikzeitungeu schrieb tc. Jetzt gedenktTeresiua Tua wieder öffentlich aufzutreten und sich zunächst mit Enrico Bossis eigenartigen Sonaten und Konzertstücken mit Orgelbegleitnug hören zu lassen. Ja, wie sie mir auf meine Frage, und zwar in fließendem Deutsch, versicherte, trägt sie sich sogar mit dem Gedanken einer Tournee durch Deutschland. — Die Ecke des Corso und der Via S. Giacomo gelegene Wohnung der Gräfin ist mit hoher künstlerischer Eleganz eingerichtet nud mit Statuen, Gemälden rc. dekorirt, die die Künstlerin von ersten Zeitgenossen, n. A. Verdi, erhallen. Mehr als ei» kostbares Geschenk rührt von der Königin Margherita her, deren Violiulehrerin Teresina Tua war.
Aus Stadt und Land.
Wiesbaden, 30. Mai.
— Zur Erinnerung. Am 3 0. Plai 1876 wurde der türkische Sultan Abdul Asts infolge einer Palastrevolution in höchst einfacher Weise entthront. Er hatte feine totale Unfähigkeit, Ordnung in feinen Landen zu halten, insbesondere die in den Vasallenstaaten wohnenden Christen zu schützen, vollauf bewiesen, und alle Welt war mit seiner Entferunng vom Thron einverstanden. Weniger mit der Gewaltthat, wie sie bislang alleidings aus alttürkischem Boden Sitte gewesen, wie man sie jedoch in neuerer Zeit denn doch nicht mehr erwartet hatte; denn sehr bald vernahm man, daß sich der entthronte Sultan mittels der üblichen Scheere selbst entleibt habe. Niemand bezweifelte, was sich auch sehr bald als richtig heransstellte, daß er erdrosselt worden.
— Se. Mus. der König von Däncnrarl: hatte gestern den Kommandenr des 6. Thüringischen lllaneu-RegimentS in Hanau, sowie einen Major, einen Rittmeister und einen Premier-Lieutenant dieses Regiments, dessen Chef der König ist, ferner den Kommandeur des Füsilier-Regiments v. Gersdorff (Hess.) No. 80, Herrn Oberst v. Weise von hier, zum Diner geladen.
— Uortrag. Herr Admiral Werner hält heute, Donnerstag, Abends 9 Uhr, im „Christlichen Arbeiterverein", Manergasse 4 (oberer Saal), einen Vortrag über: „Guadeloupe, ein Seebild". Ferner wird HerrKausmann Schlosser vom Elberfelder Arbeiterverein eine Ansprache halten. Gäste haben Zutritt.
— Mildthiitigo Sammlnnge». Bei dem Verlage des „Wiesbadener Tagblatt" gingen weiterein: Für die arme Familie in Strinz-Margarethä von dem Samniler aus dem „Himmel", gesammelt in den Wirthschasten von Schneider, Marktstraße, und „Kronenbierhalle" 4 Mk. 75 Pf., zusammen mit den früher veröffentlichten Gaben 137 Mk. 25 Pf. — Für die erholungsbedürftigen Näherinnen von M. St. 5 Mk., zusamnien mit den bereits veröffentlichten Gaben 91 Mk.
— Die Engländer bilden bereits eine stattliche Gemeinde in Wiesbaden, und unsere Knrstadt darf schon aus diesem Grunde aus hervorragende Aufmerksamkeit der reisenden Söhne und Töchter Albions'rechnen. Die großen englischen Zeitschriften „Galignani Messenger“ in Paris und „The Swiss and nice Times“ in Lnzern bringen allwöchentlich ausführliche Berichte über Wiesbaden aus der Feder der hier lebenden Miß Gratrix.
Ans Kunst und Lede».
* Die Gräfin Zchimmelmnnn. Aus Kopenhagen wird der „Franks. Ztg." geschrieben: Im hiesigen Sozialdemokratischen ««rein hielt die Gräfin Schimmelmann vorgestern Abend einen Vortrag. Daß die frühere Hofdame einer Kaiserin einen Vortrag tär Arbeiter hält, dürfte wohl zu den größten Seltenheiten gehören, und der riesige Festsaal war daher auch bis zum letzten Platze besetzt, als die Gräfin die Rednertribüne betrat. Sie ichilderte ihr Leben am Hofe in Berlin und unter den Armen der Stadt. Sie habe im Schloß des Kaisers und in der Hütte des Fischers gelebt, sie glaubte jedoch sagen zu können, daß der Fischer glücklicher sei, als der Millionär. Sie habe selbst gefühlt, wie leer das Lebe» des Reichen sei, und habe weshalb beschlossen, mit den Armen zu leben und für sie zu wirken. Es fei ihre Absicht gewesen, ein Schiff zu kaufen, uni bei ben armen Fischern an der Küste Pommerns hernmznreisen; ihre Einsperrung n der hiesigen Irrenanstalt im vorigen Winter habe ihr jedoch inen Verlust von 21,000 Kronen verursacht, und da sie jetzt nicht Geld genug habe, um dasSchiff zu kaufen, habe sie beschlossen,ihre iroßeVilla in der NäheKopenhagenS zu veräußern. — Die schlichte» inb rührenden Worte der Gräfin machten auf die Arbeiter einen iefen Eindruck, und der Vortrag wurde mit fast feierlicher Auf- .nerkfamkeit augehört.
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macher deckte regelmäßig bei einem Staiifiiiafricfrifdie Waare zu Eiern, unter der ausdrücklichen Bedingung, niWMleidorbenes Ei erhalten. Als er nun trotzdem eines Tages eni^jkaabe der be- erhielt, verlangte er vom Verkäufer Erfatz oder RllcWM sich der zahlten 5 Pfennige. Letzterer weigerte sich hartnäckig, so dmMttliches Käufer veranlaßt fühlte, auf dem Klagewege fein
Recht zu erhalten. Also ein Prozeß um 5 Pfennige. ^keii
Aus Berlin, 29. Mai, wird gemeldet: Bei der tjeuti^k Besichtigung der Truppen auf dem Tempelhoier Felde ist be? Fliigelcibjntant des Kaisers, Cberftlieuteunut v. M o ltke, gestürzt unb hat sich eine leichte Quetschung am Kuie zugezogen.
Die Fran eines italienischen Handelsmannes, sowie deren einjähriges Töchterchen sind in Berlin an den schwarzen Pocken erkrankt.
Die Freigabe der Berliner Straßen für Radfahrer ist nun, der „Radw." zufolge, (angeblich zum 1. Juni) eine fast beschlossene Sache. Gesperrt bleiben vorläufig nur die Friedrich-, Leipziger-, Potsdamerstraße unb noch einige andere besonders lebhafte Straße».
Der Berliner Polizeibericht vorn Montag theilt mit, daß einem beim Einbrüche ertappten Diebe außer anderen Gegenständen auch ein Paar braune Handschuhe abgenommen worden sind, die zweifellos gestohlen wurden. Der Eigenthümer muß nette Pfötchen haben, denn die Handschuhe tragen die Nummer 9! Er kann sich im Gebäude des Polizeipräsidiums melden, um die Handschuhe, die von einem Andern nicht leicht zu benutzen fein dürsten, in Empfang zu nehmen.
Das dem Grafen Platen-Hallermnud gehörige Schloß Weißen ha ns bei Lütjenburg ist am Dienstag völlig nieb ergeb rannt. Der Schaben wird auf eine Viertel Million Mark geschätzt.
Ans® log au i. Schl., 28. Mai, wird gemeldet: Ein gefährlicher Einbrecher, welcher seit einigen Tagen in bet hiesigen Gegend Einbrüche verübte, schoß bei seiner Verhaftung auf den Fähnrich v. Hammerstein und auf den Pionier Wiliczek. Der Erstere
— Wege» der Schülerverdindungen an höheren Lehranstalten hat der Kultusminister eine Verfügung erlassen, welche au zwei Fälle ankuüpst, in denen die Entdeckung erfolgt war, nachdem die betreffenden Schüler die Reiseprüsuug bestanden hatten. Der Minister hat in diesen Fällen entschieden, daß die Ertheilnng des ReisezengnisseS nicht versagt werden könne, da es sich nicht um die Benutzung unerlaubter Hülfsmiitel bei der Prüfung gehandelt habe. Jedoch soll eine Bemerkung in „ das
Lunge rc. die Blasengeschwnlste, die in vielen Fällen zum Tode führen, entstehen könne».
— Die Dofiltarke, deren gewaltige Verbreitnug bei ihrer Einführung gewiß kein Mensch, auch nicht der viel gefeierte ReichS- postineistet Stephan, ahnen konnte, hat eine allgemein beliebte, jüngere Schwester, die sich ihr namentlich in der schönen Jahreszeit mit Erfolg au die Seite stellen kann. Das ist die Karte für Touristeu, die ihnen bei dem Besuch jedes mir einigermaßen bedeutenden Puukies iu die Hand gedrückt wird. Für wenige Pfennige kann da der Dicifcnbe seinen Lieben in der Ferne neben der Mit- theilnng über sein Befinden eine kleine Ansicht geben von bem Landschaftsbilde, an dem sich gerade sein Auge ergötzt, von der Stadt, deren Sehenslvürdigkeiten noch lange in feiltet Erinnerung leben werden. Zur Unterstützung dieser letzteren leisten ihm bi'e kleinen Karten außerdem gute Dienste, wenn er schon längst fein Heim wi der ausgesucht hat. Dazu versetzt et sich später noch gern in die gehobene Stimmung, die ihn beim Niederfchreibeu her wenigen 25orte beseelte und der er nicht selten in tuehr ober weniger guten Versen Ausdruck verleiht. Kein Wunder darum, daß der Alles ergreiienbe Sammeleifer unserer Zeit auch von diesem Gegenstände Besitz genommen hat. In Familien, bereit Glieder häufiger von dem Vergnügen des Sieisens Gebrauch machen können, begegnet man mitunter allerliebsten Sammlungen, wenn auch viele Karten keinen Anspruch nui Schönheit mache» könne». Daraus jedoch muß der Käufer selbst sehen, er trägt daun an seinem Theile nicht allein dazu bei, daß die Post ein kleines Geschäft macht, er förbert gleichzeitig einen, wenn auch kleinen Zweig des Knnstgewerbes.
Dereins-Dachrichten.
(Kurze iachttche Berichte werden beri'illviuigft unter dieser Ueberschrift ausgenommen )
* Im „Wiesbadener Rhein- und Ta n n u s - K l n b" findet heute, Donuerstag, Abeud, die Berathuttg der dritten Haupt- tour im Klublokal („Walthers Hof") statt.
* Der „Wiesbadener 23 ea tu teil *83 e re in" unternahm am verflossenen Sonntag eine Herrentour nach Idstein, an der sich 41 Mitglieder betheiligten. Von Wiesbaden ging es unter Führung des Herrn Ober-Telegrapheu-Assisteule» Dulinskt) über die Hohe Kanzel nach Eugeiihahu, von wo die Theilnehmer nach halb- ftünbiger Rast gegen 1 Uhr in Idstein eintrnfeu. Dort sanden dieselben im „Hotel Merz" eine vorzügliche Ausnahme; Küche und Keller des Herrn Merz fanden nngetheiltes Lob. Der Nachmittag wurde vorerst den Sehenswürdigkeiten des ttialeriscb gelegenen Städtchens gewidmet und die späteren Stunden im geselligen Kreise ans der Merzschen Sominerwirthschast verbracht. Gegen 8 Uhr Abends erfolgte die Rückfahrt per Bahn nach Wiesbaden, wo die Theilnehmer mit dem Wunsche voneinatider schieden, solche geinein- jchastliche Touren mehrfach zu unternebnien.
* Dem fünften Geschäftsbericht der „Sterbekajse des Deutschen Kriegerbnndes" pro 1894 entuehmeii wir, daß auch diese Wohlfcchrts-Einrichtnug de? Bundes bedeutende Fortschritte gemacht hat, nud daß durch die ftattgefuubeiie technische Kasseupriisung nach dem uiiumchrigen fünfjährige» Bestehen der Kaffe fowohl die Sicherheit derselben, als ihre fiiianzielle Lage eine vorzügliche genannt werden kann. Die Gejammtzahl der Versicherungen beträgt 17,768 bei einem Versicheruugskapital von 4,378,450 Mk. Das zinsbar angelegte Vermögeu beziffert sich ans
(Nachdruck verboten.)
ZUM Jubiläum des Real-Gymnasittms.
Schüler und Abiturienten.
(Statistisches aus der Festschrift.) (Eigener Aufsatz für das „Wiesbadener Tagblatt".)
Die Zahl der Schüler einer Unterrichtsanftalt ist gewiß nur relativ maßgebend für den pädagogischen Werth des Instituts. Immerhin gewährt es einen eigenthiimlichen Reiz, übersichtliche» Zifferkolonuen zu begegnen, beten näheres Verstäubniß noch durch eingeftreuten verbindenden Text erläutert wird. Ein solcher Text findet sich in der Festschrift unter der Rubrik „U eberf id) t b er Schüler". Der Verfasser betont zunächst, daß nur lückenhaft angegeben werden könne, wie viel verschiedene Schüler die Schule besucht haben, und welchen Ständen sie hauptsächlich angehören, da für einige Jahre das Album fehlt. Es soll daher nur sestgestellt werden, und zwar ohne Rücksicht auf den Wechsel bet Schüler, wie stark der Besuch der Anstalt war. Nack) Den genau spezifizirteu Resultaten einer Tabelle waren es im Ganzen von 1845 bis 1895 rund 10,977 Schüler, b. h. im Jahresdurchschnitt 220 Schüler. Für die einzelnen Perioden berechnet, ergiebt sich für 1845 bis 1857 bei 7 Klassen eine Schwankung zwischen 122 und 212 ober ein Durchschnitt von 155, für 1857 bis 1868 bei 3 Klassen eine Schwankung zwischen 84 uud 104, ober ein Durchschnitt von 92 Schülern, für die Uebergangsperiobe von 1868 bis 1875, wo bie Zahl ber Klaffen von 3 auf 7 flieg, ein regelmäßiges Steigen von 101 auf 209 Schüler. So lange bas Real- Gymnasium eine neunflaffige Vollanstalt nach preußischer Art ist, 9. h. von 1875 bis 1895, schwankte bie Zahl ber Klasse» zwischen 9 mib 14, bie ber Schüler zwischen 301 unb 411 mit einem Jahresdurchschnitt von 375 Schülern. Von der Gesammtzahl gehören 8426 oem evangelische», 1964 dem katholischen Bekenntniß an, 56 sind Allkatholiken, 150 als Dissidenten, aufgeführt, 381 sind Israeliten. Aus einen katholischen Schüler kommen hiernach ungefähr 4,3 evangelische. Da nach den letzten 4 Zählungen (1875 bis 1890) ohne wesentliche Schwankung das Verhaltniß der beiden Konfessionen wie 1 zu 2,18 und wohl auch in ben früheren Jahren kein wesentlich anbercs ist, so bebeiitet bie oben angegebene Zahl, baß bie evangelische Bevölkerung bie doppelte Zahl von Söhnen, bezw. die katholische nur die Hälfte der Anstalt zuschickte, als nach der Kopfzahl ber Bevölkerung erwartet werben bürste. Jmuierhin mag oer Zufluß von auswärtigen bie Sicherheit biefer Berechnung etwas in Frage stellen. Nach bet bmtschkatholischen Bewegung ber vierziger Jahre würben in ben Programmen von 1847 bis 1855 unb 1860 bis 1864 bie Schüler dieses Bekenntnisses besonders anf- geführt, in Summe 23, später stehen sie unter den Dissidenten. Auch die altkatholische Bewegung spiegelt sich in der Schülerstatistik wieder. Auffallend ist der Umstand, daß von 1857 bis 1866 kein Israelit die Anstalt besuchte, während vorher bis zu 13, im Durchschnitt 6,5 Israeliten in ber Anstalt waren. Es erklärt sich dies daraus, daß die Zöglinge in ben genannten Jahren nur zu solchen Berufen ihre Vorbereitung fanben, welchen sich Israeliten nicht zuzuwenben pflegen. Seitbem sie wieder allgemeine BildnugS- curstalt wurde, unb befonberS seitdem sie bie Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst in Aussicht stellte, wandten sich ihr Israeliten wieder zu. In den späteren Jahren findet sich die Höchstzahl 20 in 3 Jahrgängen, im Durchschnitt find es von 1866 bis 1895 etwas mehr als 11 Israeliten. Sehr wichtig für die Anstalt ist von jeher der Zufluß Auswärtiger ge- luefeit. Bis in nufere Zeit schicken die zahlreichen Realschulen des Landes viele ihrer Zöglinge zum Abschluß ihrer Schulbildung in bas WieSbabener Real-Gymnasiuiu. *) Von 1854 bis 1895 zählte man 9604 Schüler iusgesammt, wovon 6711 Einheimische u»b2893AnS- iuärtige finb, d. h. es kommt auf ungefähr2,3Einheimische 1 Auswärtiger. Viel stärker noch tritt bie große Zahl ber Auswärtigen in ben oberen Klassen, welche zur Ergänzung ber Realschulen bienen, hervor. Leiber ist für bie letzten Iahte, von Ostern 1885 an, eine Uebetsichl nicht mehr möglick), von Ostern 1854 bis Ostern 1885 wurden bie 3 obersten Klaffen von 1196 Auswärtigen und 1168 Einheimischen besucht, sodaß die Zahl ber erstere» etwas überwiegt. Gegenwärtig find in ben 3 obersten Klassen 29 Auswärtige unb 40 Einheimische.
Mm. MrMtMsMMMMSMMr PuLNfärtigm^ie det Einheimischen, so burchgängig in ben Fahren 1859"bis 180), auch noch 1873 bis 1877. Bis zum Jahre 1857 wurden nach jedesmal vorher eingeholter Genehmigung der Regierung and) Hospitanten zugelaffen, deren Zahl meist unter 6 blieb und nur int Zähre 1856 auf 13 stieg. Nach der Reorganisation wurde die Einrichtung aufgehoben. In dem vorigen Jahrzehnt wat unter den Schülern eine ganz stattliche Zahl von Ausländern, die ihren Höhepunkt im Iahte 1890 mit 43 erreichte. Von da sank sie rasch herab: im Februar 1891: 24,1892:16, 1893 : 8, 1894 : 3. In bem ganzen Zeitraum entriß ber Tob ber Anstatt 25 Schüler.
*) Nach dem Bericht über bie Geschichte bet ersten 25 Jahre war bas Verhältniß zwischen 1845 bis 1857 folgeuberiuaßen: 1,6 Einheimische: 1 Auswärtigen, in ben Oberklassen bngegen 1 Einheimischer: 1,14 Auswärtigen.
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Kleine Chronik.
Die 21 m t se ntsetzung ist durch das Stader Konsistorium gegen den Pfarrer Tankwerts in Kirchenstedt ausgesprochen morden . der wegen weif i sch er Agitation gelegentlich der kürzlich zn zweimonatlicher Festnngshnft Der«
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