Verlag: Langgasse 27,
13,000 Abonnenten
Mo. 538
Donnerstag» den 16. November
1893
Abend-Ausgabe
Bilder ans den nationalen Kampfes der Deutschen in Oesterreich
4«. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgabe». — BezngS-Prels: 5® Pfennig monatlich für beide Ausgaben ziisammcn. — Der Bezug kann jederzeit begonnen werde».
Politische Tages - Dnndschan.
— Die ultramontane „Germa nia" spricht sich in einer Artikelserie sehr abfällig über die Steuervorlagen und entschieden gegen den Reichszuschuß von 40 Millionen ans; sie kommt zu folgendem Resultat:
„Auch von Len neuen Steuern wieder soll der Onittnngsstempel eines Schusters über 20 M. so hoch sein als der eines Kaufmauus über 1000 M.; jeder Kommis zahlt Stempel für die Quittung über fein Gehalt, der höchst besoldete Beamte und Militär nicht; der Frachtbrief von 3 M. ist io besteuert wie der von 500 M.; bet Rauchtabak trägt einen höheren Prozentsatz seines Werthss als Steuer wie die Cigarre», und die billigste Cigarre denselben Prozentfaß ihres Werthcs wie die theuerste Havanna; die Weinsteuer beginnt schon bei einem Wenh von 50 M. das Hektoliter, und dann wird ein gewöhnlicher Mosel- oder Nheinwein mit demselben Werthprozentsatz besteuert, wie der theuerste Johannisberger n. j. w., u. s. m. Alles bald nach der einen und bald nach der andern Seite Kopfsteuer!"
— Ju der Thronrede, mit weicher gestern der sächsische Landtag eröffnet wurde, besinden sich folgende Sätze von allgemeinerem Interesse: „Wenn die Leige der Slaatsflnanzen gegen bisher eine weniger günstige geworden ist, so liegt der Grund hieran, abgesehen von dem Nückgange der Erträgnisse in einzelnen Staatsbetrieben, in der Hauptsache in der Verkettung der Finanzwirthschaft des Reiches mit der der einzelnen Bundesstaaten und den dadurch für letztere herbeigefnhrtcn Schwankungen in ihren Staats- hanshalten. Da die längere Beibehaltung dieses Verhältnisses von de» Bundesregierungen allseitig als unhaltbar erkannt und eine baldige Reform derReichSsinanzverwaltung als dringend nöthig erachtet worden ist, so läßt sich erhoffen, daß die darauf gerichteten gemeinsamen Bestrebungen in nicht zu langer Zeit von Erfolg begleitet sein und damit auch die gegenwärtig schwer empfundenen Störungen in unserem Staatshaushalt werden beseitigt werden." Im Uebrigeu hebt die Thronrede die Anzeichen eines be- ginnendeu Aufschwungs der mirthschaftlicheu Verhältnisse hervor.
— Da der französische Chauvinismus nichts gegen die Ergebniffederamllichcndeutscheullutersuchung des Zwischen- falls bei Schirurrck Vorbringen kann, wendet er sich gegen gänzlich Unbcthciligte. Wie der „Franks. Ztg." aus Schirmeck berichtet wird, sind infolge der Erschießung der Wilderer sämmtliche deutschen Arbeiter entlassen worben, die in den in der Aähe der Grenze gelegenen französischen Fabriken beschäftigt waren. Dieses Verfahren verdient die schärfste Verurtheilung und erscheint umso unbegreiflicher, als jene Arbeiter fast ausschließlich Allclsässer sind, die in jener Gegend sich nicht gerade durch Deutschsreundlichkeit auszuzeichnen pflegen.
— Die Niederlage der Demokraten bei den StaaiS- wahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika stellt sich nach dem nunmehr vollständig vorliegenden Ergebniß als unerwartet groß heraus. Im Staate New-Aork, wo die Demokraten seit sechs Jahren gesiegt haben, erlangten diesmal die Republikaner eine Mehrheit van 80,000 Stimmen. In Brooklyn ist der Republikaner Schieren mit einer Mehrheit von 28,647 Stimmen gegen den Demokraten Body zum Mayor gewählt worden. Die republikanische Mehrheit in der Legislatur des Staates New-Iork beträgt 16. Die Republikaner haben auch in Iowa und in Massachusetts mit 30,000 Stimmen Mehrheit gesiegt. Bei der letzten Wahl in Iowa hatte der demokratische Kandidat eine Mehrheit von 8000. In Ohio ist Mc. Kinley mit einer Mehrheit von 70,000 Stimmen gewählt — es ist dort die größte Mehrheit seit dreißig Jahren. Bei der Wahl im Jahre 1891 betrug feine Mehrheit nur 21,000. In Penusylvauic» beträgt die republikanische Mehrheit 100,000. Die Republikaner gewinnen auch Süd-Dakota.
Deutsches Keich.
* Hof- und Prrsonal-Uachrichteu. In München sand am Mittwoch in Anwesenheit des Kaisers Franz Joseph die Vermählung der Prinz ess in A ug nst a vo n Ba y er n, Tochter der Prinzessin Gisela nnd des Prinzen Leopold, mit dem Erzherzog Joseph Aligust, dem ältesten Sohne der Erzherzogs Joseph und der Erzherzogin Klotilde statt. Die Festvorstellung im Hoftheater zu Ehren des fürstlichen Brautpaars verlies überaus glänzend. Es war nur geladenes Publikum anwesend. Das österreichische Kaifer- paar machte feiner Enkelin ein kostbares Hochzeitsgeschenk, ein Tafelserviee von massivem Silber für 60 Personen nnd Kunst- gegenstände, die sechs riesige Kisten stillen.
* Koriin, 16. Nov. Die „Nordd. Allg. Ztg." befürwortet die Erhöhung des Diensteinkommens des deutschen Botschafters in Nom um 20,000 Mk., falls diese Forderung in diesem Jahre abermals an den Reichstag gestellt werden sollte. — Die Handelsverträge mit Serbien, Rumänien und Spanien sind dem Reichstage zugegangen. Der Etat geht heute dem Reichstage zu und wird sofort vertheilt werden. — Die „Post" erfährt, im Etat 1894/95 seien zum Bau eines Dienstgebäudes für das Reichsgesundheitsamt 155,000 Mk. ausgeworfen. — Die „Tägl. Rundschau" ergänzt ihre kürzlichen Mit- theiluugen über den Inhalt der KabinetSordre, welche der Kaiser aus Anlaß des Hannoverschen Wucher- und Spieler- Prozesses an die Offizierkorps derArmee erlassen hat, dahin,
entrollte am Mittwoch Abend im Saale des Taunushotels ans B:r- aiilassnng der hiesigen Ortsgruppe des „Allgemeinen Deutschen Schulvereins" Herr Redakteur Funke aus Komotau in Dentsch-Bühmen. Es war die gewaltige Sprache des Selbsterlebten, der Schmerzenslon aus dem gepreßten Herzen eines unterdrückten Volksstammes, was der Redner seinen Zuhörern mittheilte, und ein solches Wort verhallt nie, ohne einen tiefen, wenn auch schmerzlichen Eindruck zu hinterlassen. In Anbetracht der Lage in Oesterreich während der letzten Monate, hoffen mir einem Wunsche unserer Leser entgegen- znkommen, wenn wir über den oben genannten Vortrag etwas eingehender berichten.
Mit dem Gruße von den deutschen Stammesgenossen aus dem fernen Böhmen flicht der Redner der Hoffnung Ausdruck, daß für die Tcutsch-Oesterreicher nach schwerem, vierzehnjährigem Kampfe nun die heißersehnte bessere Zeit auch anbrechen werde. Ju einem Bericht über die schwere Prüfungszeit kann selbstverständlich auch die Politik nicht ganz bei Seite gelassen werden, wenn auch der Deutsche Schulverein fönst dem Grundsatz huldigt, keine Politik zu treiben. Wenn die Deutschen in Böhmen auch stets von dem Bewußtsein getragen wurden, daß sie als Pioniere deutscher Kultur an einer guten Sache arbeiteten, zu stahlhart, um sich über die schwere Arbeit bemitleiden zu lassen, so wirkte doch das Telegramm von der Entlassung des Ministers Taaffe wie die Erlösung von hartem Druck. Roch Anfangs Oktober war nicht an die Beseitigung des Ministers zu denken, der — Metternich ausgenommen — wie fein anderer Staatsmann der neueren Zeit systematisch daran gearbeitet hat, das Deutschthum in Oesterreich vollständig zu brechen. Von seinem Amtsantritt im August 1879 an hat er die Fackel der Zwietracht zwischen Deutsche und Tschechen geworfen. Aeußerlich Versöhnung predigend zwischen den einzelnen Bolksstänimen der österreichischen Monarchie, wußte er die Macht der Tschechen, Slaven und Ultramontanen so zu sördern, daß der Wunsch der Deutschen, lieber ein mächtiges Ge- iämmtreich zu besitzen als übermächtige Provinzen, unerfülli bleiben mußte. Es ist bekannt, daß die slavijchen Völker von einem Schutz des DeulschthnniS nichts wissen wollen, sondern daß ihr Zukunftstraum ans ein großes slavisches Reich int Osten Europas mit 3er« trünunerung des Deutschthnms hinansläuft.
Nach der Berufung Taaffes war bald der aefammte deutsche Einfluß im Parlament sowohl, als auch im übrigen öffentlichen Leben, in Amt und Schule lahmgelegt. Der erste Vorstoß der Tschechen gegen die Deutschen war die Schaffung der Sprachverordnung, welche bestimmte, daß überall, auch in rein deutschen Gebieten, neben dem Deutschen auch das Tschechische an den Gerichten eingesiihrt wurde. Mächtig war der Einfluß dieser Verordnung auf die gesammte Bücherei, die tschechisirt wurde, und auf den Beamtenstand, aus welchem da« deutsche Element immer mehr verschwand. „Ein größeres Uebel als das Ministerium Taaffe ist fein Wirken für die Zukunft", sagte damals ein hervorragender Führer der Deutschen. Daß er Recht hatte, zeigte sich bald deutlich an der Schule, die immer mehr in tschechische Hände Überging. Tschechische Privaischnlen wurden mit allen Mitteln gefördert, den Deutschen die größten Schwierigkeiten in den Weg gelegt. In Pilsen entstanden bald nacheinander eine tschechische Oberrealschule, ein Gymnasium, eine Ackerbauschule und eine Lehrerbildungsanstalt, während die Deutschen in einem großen, rein deutschem Bezirk lange vergeblich ein Lehrerseminar erbaten, und als anderwärts der Deutsche Bürgerverein eine Knabenschule gründen wollte, wartete man jahrelang mit der Ertheilung der erbetenen Genehmigung nnd antwortete auf erneute Eingabe mit der Frage, ob denn immer noch eine solche Schule nöthig fei. Während in Besching der deutsche Schulbau so verzögert wurde, daß das Bauholz verfaulte, mußte eine deutsche Gemeinde in der Nahe für arbeitsuchende Tschechen so rasch einen Schulbau ausführen, daß man nicht einmal abwartete, ob die Zu-
Nnzeigen-Peeis:
Die eiuspaltige Petitzeile für locale Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Psg. — Sieclamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.
Zur Reichtagseröffmmg.
. Heute, Donnerstag, treten des deutschen Volkes Scnd- veten in der Rcichshauptstadt zu gemeinsamer Tagung zusammen, um zu rathcu und zu thaten zu deö Reiches Nutzen und Wohlfahrt. Es ist kein ruhiges, friedliches Tagewerk, das diesmal den Vertreter» des Volkes obliegt. Hart werden die Meinungen der Parteien auf einander platzen, von denen jede überzeugt ist, daß sie das Beste, der Gegner das Schlechte will; wenn nur aus der Meinungen Streit wirklich siegreich die Wahrheit hervorgeht!
Schon kurz nach der Eröffnung werden sich die drohenden I Kriegswolken zu einem heftigen Ungewitler enlladen, sobald i der Reichskanzler den Erisapfel des russischen Handels- veiirages unter die Parteien werfen wird. Die Industrie erklärt, ohne Handelsvertrag, die Landwirthschaft mit Handelsvertrag elendiglich zu Grunde zu gehen. Doch wer ob dieser Klagen sein Haar ausraufcn oder in ähnlicher Weise seiner Verzweiflung Ausdruck geben wollte, würde mit nichten vorsichtig handeln. Todtgesagte sollen sich gerade des zähesten Lebens erfreuen: so wird hoffentlich auch die deutsche Landwirthschaft nach Abschluß eines Handelsvertrages mit Rußland weiter wachsen, blühen und gedeihen. Denn daß dieser Handelsvertrag vom Reichs- iag angenommen wird, kann kanm bezweifelt werden, -oweit sich die Sachlage übersehen läßt, sind die Freunde der Handelsvertragspolitik im Reichstage in der Mehrheit; immerhin verfügen aber die Gegner desVer- ttags über so starke Hülfstruppen, daß sie jedenfalls im Stande sind, jede der Landwirthschaft auch nur irgendwie schädliche Bestimmung mit Erfolg zu bekämpfen. Vielleicht und Hoffentlich wird sich trotz der blutigen Fehde, die in der Entwicklung begriffe» ist, ein für beide Thcile annehmbarer und ehrenvoller Friede erzielen lassen. In ruhigerem Fahr- mifer werden die Erörterungen über den spanischen, scrbi- Mcn und rumänischen Handelsvertrag verlaufen, die sich Wc Haupt- ititb Staatsaktion des Vertrags mit Rußland verhalten, wie der — von manch eifrigem Landrath allerdings^ verbotene — Knobelskat des ehrsamen Bürgers zu dem Hannoverschen Spielerprozeß. Eine Genehmigung dieser Handelsverträge, gegen welche die Opposition nicht über- ilüßig stark ist, kann mit Sicherheit angenoninien weiden.
Streitlustiges und kampfgemuthes Kriegsgeschrei wird uuch Ms aBeii Seiten des Hauses ertönen, wenn der Säckelmister Miqnel sein Schmerzenskind, das man mit deni Kamen Posadvwsky getauft hat, mit warmer Empfehlung dem Reichstag an das bcwilligungsfreudige Herz legen wird. $!cr wird man für das Schnäpschen und das Pfeifchen des «rmen Mannes, da für das Papierchen des nothleidendcn Börsianers und dort für den grünschimmernden Pokal des Magien Reichen eine Lanze entlegen. Wenn nur aus all fröhlichen Lanzenstechen der zarte Miquelsche Spröß- ong unversehrt hervorgeht! Die „Interessenten" aber «»den die Jury dieses ernsten Kampsspiels bilden und i*8 Ziel bangenden Herzens den durchgehenden Entwurf uwarten.
-» ^uch sonst wird die Tagung genug der mühevollen wett bringen. Manch' alter guter Bekannter — „Selben« Wer" _ nennen’s die Andern — der vorigen Session tritt W, sehnsüchtig der Bestätigung harrend, entgegen. Die mTv zum llnterstützungswvhnsitz, die der Landwirthschaft, EL °er Entwurf zum Schutz der Waarenbezeichnuugen, sicher der Industrie zu gute kommen soll, und andere Mhe mehr dürfen auf anstandslose Genehmigung rechnen, ^'chmäßig für „Vieh und Menschenkind" wird der Reichs- Tz lorgen. Auf daß es ersterem wohlergehe, ist die Novelle W Viehseucheiigesetz eingebracht. Daß man aber auch der Sseren, der Menschenkinder, fürsorglich gedenkt, beweist ei» Wmtzentwurf, der eine alte, stets erfolglos erhobene Forde-
Endlich erfülle» soll: mir meinen den Entwurf zur Wädigung unschuldig Verurtheilter.
k Koffcntlich wird diese Session des Reichstags endlich Verlangen des Volkes nachkommen, dessen Erfüllung ?or mehr als einem Jahrhundert Friedrich der Große t,nt nationale Ehrenschuld bezeichnete und die seit ^Mer einem Jahrzehnt von dem deutschen Reichstag immer ■ m)lnn,er wieder vergeblich eingeklagt wurde.
faiLa en tiefer wie auch die anderen dem Heile des »Elchen Vaterlandes dienenden Gesetzentwürfe zu allseitiger M»<digling erledigt werden! Möge sich der heftige Streit P'Jntereifcn in einen friedlichen und ersprießlichen Wett- g£i um die Förderung des Volkswohles verwandeln! |Tn' wenn heut die Reichstagsglocke des Volkes Vertreter k, ’SW&ringenber Arbeit zusammenruft, von dieser Glocke W Worte gelten:
Freude btefem Land bebrüte, Friede sei ihr erst Geläute!
daß nach der Ordre gegen die bloßgestellten Offiziere nicht bloß auf ehrengerichtlichem, sondern nach Befund auch auf gerichtlichem Wege vorgegangen werden soll.
* Urnes Woltltc-Kuch. Ten „@efammelteu Schriften des General-FeldntarschaUs Grafen v. Moltke" reiht sich foeben auch dessen berühmtestes Werk an, feilte „Briefe über Zustande und Begebenheiten in der Türkei", und zwar in einer neuen gediegenen Ausgabe, die dem klassischen Werthe dieses Werkes allseitig gerecht wird.. (Verlag her Königlichen Hotbuchhandlung von E.S.Mittler und Sohn in Berlin, Preis 9 Mk., gebunden 10 Mk. 75 Pfg.) Herr Professor Dr. Hirschfeld in Königsberg, durch seine im dienstlichen Auftrage cmsgesührten Reisen in Kleinasien einer der besten Kenner der Levante, hat diese Herausgabe übernommen, das Werk durch eine gehaltvolle Studie: „Moltke nnd der Orient" eingeleitet und es mit Erläuterungen begleitet, die uns den Inhalt der Briefe uäherbringen, den Reiz der Schilderungen in ihnen erhöhen und die Meisterfchast ihres Verfassers sowohl in seinen Beobachtungen des Volkes und der Natur wie in feiner Kunst der Darstellung aufs Anschaulichste hervorhebeu. Die Skizzen, die der junge Moltke, in Bleistift und Aquarell, damals aussührte, die Karten, die er daselbst zeichnete, sind dem Wecke in reichlicher Anzahl beigesiigt. Sehen wir ihn in letzteren als eifrigen und zuverlässigen Topographen, so zeigt er sich in seinen Skizzen zuw.ilen auch als seiner Beobachter der drastischen und kölnischen Figuren, die z. B. das Straßenleben von Konstantinopel bietet. Das in seinem Werthe bereits gewürdigte Werk wird in dieser sorgsamen Ausgabe auf allgemeinen Dank zählen dürfen.
* Rundschau im Reiche. Z» der Haftentlassuitg Dr. Graduaners theilt der „Vorwärts" noch mit, daß Grad- uauer am vorige» Freitag nach dreiwöchiger Haft dahin beschicde» wurde: „Seine Königliche Hoheit Prinz Georg zu Sachsen hat befohlen, den Unteroffizier der Reserve Graduauer aus der Haft zu entlasse», und ist das Verfahren gegen ihn eiuzustellen." — Gestern begann vor der Slrafkammer des Landgerichts in Hannover ein Nachspiel zu dem große» Spi el er- und Wucherer-Prozeß. Des gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Wuchers sind angcklagt: Rentier Krai» und Frau Guhl aus Berlin, Agent Hollmann, Agent Hirsch und Wittwe Schwietzer aus Hannover. Den Angeklagten steht eine Reihe von Vertheidiger» zur Seite. Einer der durch Wucher Geschädigte» ist auch der verstorbene Prinz Alexander von Sachsen-Weimar.
