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Königliche Schauspiele.

Fohcngrnr. Romantische Oper in 3 Akten von Richard Warner. Dritte und letzte Gastdarstelluiig des Großhcrzoglich Sächsischen Kammersängers Herrn Max Alvary alsLohcugrin".

Die Stimme des Gastes bot in dieser Rolle wesentlich nichts Neues, cs machten sich dieselben Schwächen und Vorzüge bemerkbar, die auch in den früher gesungenen Rollen zn Tage traten, mir er­wies sich sein Organ in dieser Partie, welche doch sangbarer und auch im Ganzen dankbarer für den Sänger, wenn auch nicht für den Darsteller, ist, viel weniger modulationsfähig, als erwartet werden durfte. Ueberhanpt hat uns Herr Alvary in seinemLohen- grin" nach der theilweise meisterhaften Wiedergabe desTannhäuser' entschieden eine Enttäuschung bereitet. Zunächst ließ seine Maske, welche absolut nichts Charakteristisches bot, sogar langweilig wirkte, ein rechtes Mienenspiel, durch welches sich gerade seine Dar­stellungen anderer Rollen so sehr anszeichueten, gar nicht auf- kommcu. Eine energische, lebhafte Aktion zn entfalten, dazu bietet derLohcngrin", einige Momente ausgenommen, wenig Gelegenheit; des Sängers Spiel war überhaupt merk­würdig theilnahmlos, während man in seinem Gesänge nur zn sehr die warmen, innigen Töne vermißte, die ihm sonst zu Gebot, standen. Wenn Herr Alvary glaubt, der hehre Gralsritter wäre unempfänglich für menschliche Freude und Schmerz und er hätte nur eine ihm übertragene Mission zu erfüllen, wie es aus seiner Auffaffnng hcroorzugchen scheint, so irrt er sich und setzt sich in Widerspruch mit dem ganzen Geist der Rolle.Lohengrin" verhält sich derElsa" gegenüber durchaus nicht gleichgültig, und seine Ent­sagung ist eine sehr schmerzvolle. Am besten gelang noch das Duett

Abend-Ausgabe

illifsbdiinirr Sagblatt

41. Jahrgang.

Verlag: Langgasse 27.

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Ko. 438

Dienstag, den 19. Keptrmdee

1893

Zur Instizreform.

Der wichtigste Gegenstand, mit welchem sich der deutsche Znristentag auf seiner Versammlung inAugsburg beschäftigte, »ar die Reform der Gerichtsverfassung in Strafsachen. Es kam in dieser Frage zu einem Beschlüsse, welcher die Weiter- intwickrlung unserer Strafrechtspffege auf dem Boden des Gerichtsverfassungs-Gesetzes vom Jahre 1876 verlangt und sich im Wesentlichen mit den Forderungen deckt, die bezüglich der dringlichen Acndernng der Strafgerichtsverfassung ans der Mitte des Bürgerlhums erhoben werden. Von den beiden Anträgen, welche dem Juristentage Vorlagen, enipfahl der von Oberstaatsanwalt Hamm-Köln gestellte die einheitliche Einführung der Schöffengerichte für alle Strafgerichte, also die Ausdehnung des Schöffensystems nicht nur auf die Strafkammern, sondern auch auf das Schwurgericht, während der von Professor Merkel-Straßburg ausgehende zweite An­trag die Durchführung der Schöffengerichtsverfassung an den Gerichten mittlerer Ordnung, d. h. den Strafkammern, empfahl. Beide Anträge erkennen die Berechtigung der Mit­wirkung des Laienthums bei der Strafrechtspflege an, sie unterscheiden sich aber insofern, als der Antrag Hamm auf die Beseitigung der Schwurgerichte hinausläuft. Daß in Juristenkreisen das Schwurgericht, die populärste aller Ge­richtsformen, nicht mit günstigen Augen angesehen wird, ist bekannt. Das zünftige Juristeuthum kann es nicht ver­winden, daß dasselbe die Entscheidung der Schuldfrage aus­schließlich in die Hände eines Laicnkolleginms legt, und cs giebt daher vor der Schwurgerichtsform dem Schöffeusystem, bei dem neben dem bürgerlichen auch das richterliche Element entscheidend ist, bett Vorzug, wiewohl ihm die völlige Aus­schließung des Laienthums von der Rechtsprechung am liebsten wäre. Auch auf dem Juristcntage wurde in der Debatte über die Anträge Hamm und Merkel von ver­schiedenen Seiten die Beseitigung der Schwurgerichte ge­fordert. Man hatte an ihnen ausznsetze», daß die Gc- schwotenenkollegicn zur Entscheidung der Schnldfrage nicht selbständig genug sind und daß ihre Rcchtsbelchrung sehr schwierig ist. Mit diesen Einwänden, widerlegte man aber keines­wegs dieThatsache, daß die Schwurgerichte sichln derPraxis vorzüglich bewähren und daß bei ihnen weit weniger Fehlsprüche Vorkommen als bei den juristischen Straf­kammern. Obwohl nun der Juristeutag in seiner Mehrheit den Schwurgerichten nicht sympathisch gegenüberstaud, cut- schied er sich dennoch für Annahme des Antrages Merkel, er sprach sich also dafür aus, daß das Schöffengericht auf die Strafkammern ausgedchnt wird, daß das Schwurgericht aber bestehen bleibt. Der gegen das Weiterbestehen der Schwut- gcrichte gerichtete Antrag Hamm wurde aber lediglich des­halb fallen gelassen, weil der Juristentag sich nicht der Ucberzeugung verschließen konnte, daß die Beseitigung der Schwurgerichte bei dem Widerstande, auf den man im Bürgerthum stoßen würde, nicht durchführbar ist. Da die Beschlüsse des Juristentages von maßgebendem Einfluß auf die Gesetzgebung sind, so darf erwartet werden, daß die Regierung die Vorschläge desselben für die Reform der Ge­richtsverfassung in Strafsachen zur Richtschnur nimmt, was einen sehr erfreulichen Fortschritt in der Vervollkommnung unserer Strafrechtspflege bedeuten würde. Ein Vorbehalt wäre aber noch bezüglich der mittleren Schöffengerichte zu machen, nämlich der, daß sie nicht eine Zusammensetzung er­halten wie die unteren Schöffengerichte, wo eS dem Berufs- rlchter meistens nicht schwer fällt, die ihm beigegebenen beiden Schöffen unter Verzicht auf ihre eigene Meinung für sein ^Urthetl zu gewinnen. Es wird bei Zusammensetzung der mittleren Schöffengerichte auf einen Vorschlag des früheren preußischen Justizministers Leonhardt zurückgegriffen werden können, der für dieselben zwei Richter und drei Schöffen empfahl,, wobei für die Bejahung der Schuldfrage eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist, so daß also weder die zwei Richter noch die drei Schöffen für sich allein das llt= d-il sprechen können.

* Auf dem Gebiete der Justizreform sind ferner noch die Vorschläge von Wichtigkeit, welche der Juristeutag zur Aenderung des Verhältnisses zwischen Geld- und Freiheits­strafen macht. Sie gehen dahin, daß die Geldstrafen eine vermehrte Anwendung finden und unter Berücksichtigung aller Erwerbs- und Eiitkommensverhältnisse festgesetzt sowie in ihren Höchstbeträgrn hinaufgcrückt werden sollen; weiter soll die obligatorische Anwendung der Geldstrafe als Zusatzstoffe i Fortfällen, und Schuldnern ohne exeqnirbaren Besitz sollen Ratenzahlungen zugebilligt werden. Diese Vorschläge, welche den zum Kapitel der Geldstrafen laut gewordenen Wünschen wt Großen und Ganzen entsprechen, sind geeignet, manche Ungerechtigkeit mifzuhrben und manche Härte zu mildern, ®>>b auch die allgemeine Verschärfung der Geldstrafen, die 'n ihnen hauptsächlich zum Ausdruck kommt, dürfte der Rechtsprechung nicht zum Nachtheil dienen. Hoffentlich bcrück- pchtigt man auch sie bei der Reform unseres Gerichtswesens.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis: SS Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. Der Bezug kann jederzeit be­gonnen werden.

wegen Einberufung der dem Benrlaubteustandc angehörigen Lehrer an höhere» Schulen zu militärischen Zwecken währens der Ferien­zeit mit dem Kricgsministcr ins Benehmen getreten. Der Kriegs­minister hat mitgctüeilt, daß dem Anträge mir insoweit entsprochen werden kann, als die dienstlichen Interessen und die Bestimmungen der Heercsordnnng dies znlasscn, daß aber Veranlassung genommen sei, den obc.'stcn Militärbehörden mit dem Anhcimftellcn des Weiteren hiervon Kcnutniß zn geben.

m * Votisrianfstcht über den Drsgnenhandrl. DieBerl. Polit. Rachr." bestätigen, daß in einer Novelle zur Gewerbe­ordnung demnächst die Droguenhändlcr den Bestimmiiugeit des 8 35 Abs. 2 der Gewerbeordnung unterworfen werden sollen. Darnach kann die Behörde den Drogncnhändlcrn die Fortsühriing des Gewerbebetriebs nnteisageu, wenn Thatsachen vorlicgen, welche die Unzuverlässigkeit dcS Gewerbetreibenden in Bezug ans seinen Betrieb darthun. Es soll dabei beabsichtigt sein, den ltebergriffen der Droguisten in den den Apothekern vorbehaltenen GeschästSkreis wirksamer als bisher vorzubcugen.

*Knn-schau im Ucichr. Die Klage Müller-Simonius gegen Feichter und der Strafantrag Feichters gegen den Vorstand des Fedclta-Vereiiis sind, wie aus Straßburg gemeldet wird, zurück- gezogeu, uuddadurch ist derProzcß beiderseitsbeigelcgt. Polizeidirektor Dall-Mctz wird in gleicher Eigenschaft zmu I.Növember nach Straß- 6iirg versetzt. Eine angebliche Verfügung der Cobleiizer Regierung, wonach die Laiidräthc bei Unterstützungsanträgeil für katholische Geistliche, um diesen eine Badekur rc. zu er­möglichen, auch über deren politische Stellung, sowie darüber Be­richt erstatten sollten, ob der Gcsuchsteller etwa bei den letzten Wahlen agitatorisch gegen die Staatsregierung aufgetreten sei, ist, derRordd. Allg. Ztg." zufolge, falls sie überhaupt ergangen ist, ohne Anregniig oder auch mir Vorwissen des Ministers geschehen.

Politische Tages-Unndscho».

Das Weiwstenerprojekt derReichsregierung ist in der Generalversammlung des deutschen Weinban- vereins am vorigen Donnerstag zu Neuenahr zu einer ein­gehenden Besprechung gekommen. Nach mehreren Vorträgen voit _ sachvcrstänbiger Seite genehmigte bie Versammlung nachstehende Resolution, welche von einer aus 12 Mit­gliedern aus den verschiedensten Theilcn des Reiches zusammettgesetzten Redaktionskommission entworfen morden ist:

1. Im Hinblick auf die regierungsseitigen Zusicherungen, daß die durch die Militärvorlage ciitstnudcneu Mehrforderungen nicht der Landlvirthfchaft, deren hervorragender Zweig der Weinbau ist, aufgebürdct werden sollen. 2. Im Hinblick auf die dem Weinbau durch die Handelsverträge aiiserlegtcu großen Opfer, bereu Trag­weite sich noch nicht übersehen läßt. 3. Im Hinblick auf nufere Hinge, auch staatlich geförderte Schaumwein-Industrie und bett Rothwciubau, sowie aus bie schwierige Lage, in welcher ber Deutsche Weinbau überhaupt burch die klimatischen und Erwerbsverhältnisse sich befindet, die vielfach staatliche Hülse für die Weinbauer erforder­lich gemacht haben. 4. Im Hinblick auf die Rothweudigkeit, dnrch Erzielung von Onalitätsweincn den Rus der deutschen Weine hoch zn halten, und die Schwierigkeit, die Mehrkosten der Wkinkultiir int Verhältniß zu anderen Länderii anszugleichcu. 5. Im Hinblick auf die Verschiedenheit der zur Zeit bestehende» Besteueruiiq des Weines und des Knnstweincs in beit Eiuzelstaaten. 6. Im'Hinblick auf die großen Ertragsfchwanknngen und auf die mehr wie fragliche Ergiebigkeit einer Steuer auf Qiialitätsweiiie allein spricht'sich die Versammlnng auf das Entschiedeuste gegen jede Besteuerung des Weines aus.

Dieselbe erachtet es ferner für nnbcbingt geboten, baß möglichst balb nähere Angaben bet allenfalls beabsichtigten Steuervorlage bekannt gegeben werden, ba bie jetzige Un­sicherheit bereits schädigend wirkt nnd den Betheiligten Gelegenheit gegeben werben muß, bei Zeiten ihre weiteren Bedenken bngegett zum Ausdruck zu bringen.

Am Sonntag hat in Berlin ein Norddeutscher A n t i se m i t e n t a g von der Ahlwardt-Försterschen Richtung stattgefunden, von dem einige bemcrkcnswetthe Vorgänge zn berichten sind. Danach haben die AgitationSkostcn für die jüngsten Reichsiagswahlcn im Ganzen 32,000 Mk. betragen, wovon noch 56000 Mark zu decken sind. Zn beachten ist die überaus scharfe Absage an die Konservativen, mit denen ein weiteres Zusammengehen nicht mehr möglich sei. Die antisemitischen Forderungen tottrben in dem vollständigen Entwurf eines Ansnahme- und Fremdenrechts für die Juden zusamtnengefaßt: Verbot der Neueinwanderung von Juden und Ausweisung aller nicht in Deutschland geborenen Juden, Ansschluß derselben von allem liegenden Besitz, von allen Staats- und Geineindeämtern, ans dem Rechtsanwalt-, Acrzte- und Lehrerstand, ans der Presse und berArmee u. A. Von unmittelbar praktischer Bcdentnng war bie Stellung­nahme zn der Frage der Kostendeckung für bie Militärreform. Fast allgemeinen Widerspruch fand die Tabakfabrikatstener; vielfach wurde dagegen eine Wehrstcucr empfohlen. Die Versammlung beschloß einfliunnig eine Resolution, worin sie sich gegen jede direkte oder indirekte Steuer, welche die mitt- lctcn oder unteren Stände belastet, insbesondere auch gegen die Tabakfabrikatstener erklärte. Die Versuche, eine Ver­einigung mit den andern antisemitische» Richtungen hcrbci- zuführen, hatten keinen Erfolg.

Der offiziösePestet Lloyd" bestätigt die gestern berichtete Auffassung der Antworten des Kaisers Franz Joseph auf die Ansprache der Deputationen und bringt bann folgendcti Aussehen errcgenbeit Passus:

Auffallend durch die Kühle des Tones ist bie Ansprache des Königs an die Abordnung der israelitische» Ge­meind c», welche diesmal wieder nicht in ber Reihe der Kon- fefsioncn, fondcr» ganz zuletzt empfangen wurde, und der gegen­über der König die Erklärung abgab, er zweifle nicht, daß diese Konfession ihm niemals Gelegenheit geben werde, seinen treue» israelitische» Unterthane» Gnade und Schutz zu cutzichcu."

DerLloyb" verlangt, baß bas Kabinett ber Mischen Konfession in bent Hofcercmoniell zn betn Platz verhelfe, ber ihr vermöge ber großen Zahl ihrer Bekennet, wie ihrer patriotischen Haltung zweifellos gebühre.

Das Regiment bcs Kobnrgets in Bulgarien be­festigt sich immer mehr und hat neuerdings wieder eine be- merkenswerthe Kräftigung erfahren. Bei den Gerne inde- rathswählen in Sofia und in der Provinz siegte fast ausschließlich die Regierungspartei. Die Opposition hat bisher nur einen Erfolg in Sctvlievo. Die Wahlbetheilignttg war diesmal lebhafter als bei allen früheren Gemeinde- wahlen. Die Wahlen vollzogen sich im gattzen Lande ruhig.

Anz<igen-Pr«lSr

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Deutsches Reich.

* Sie neueste Sreresvermehrnng hat den Offizieren ein fo gewaltiges Avancement gebracht, wie cs »och niemals da­gewesen ist. Sekonde-Lieutenants aus dem Jahrgänge 1886 sind Premiers geworden, und Premier-Licutenattts, die 1883 Offizier wurden, also zum Theil noch nicht im 30. Lebensjahre stehen, wurden Hauptleute und Rittmeister. Das schließt neben der Rang- Erhöhung auch eine bedeutende Gehalts-Erhöhung ein.

* Mttitiirübuugcn der Lehrer an höhere» Schule». Der Ktiltitsuiinister ist nach derBoss. Ztg." auf Gruud einer Antrages

Ausland.

* Oesterreich Ungar». Giins, 17. Sept. Heute Nach­mittag gegen 4 Uhr traf unter beit Klängen ber deutschen Hymne nnd den jubelnden Eljeurufe» ber Anwesenden der Sonderhofzug des Kaisers Wilhelm ein. Kaiser Franz Joseph eilte dem ans dem Salonwagen steigenden Kaiser Wilhelm, welcher österreichische Uniform trug, entgegen und umarmte und küßte deuselbeu wieder-' holt aufs Freundschaftlichste, währeud die Menge aufs Rene in be­geisterte Eljcnrufe ansbrnch. Rach Abschreiten der Ehren-Compagnie reichte der Kaiser Wilhelm de» Erzherzögen die Hand und nuter- lüclt sich längere Zeit mit dem Erzherzog Albrecht. Dan» »ahm Se. Majestät die Vorstellungen der Generäle und der ungarische» Minister entgegen, jeden derselbe» durch eine kurze freundliche An- svrache aiiszcichnend. Ebenso beehrte der Kaiser de» Botschafter Szögycnyi, den Grafe» Tassilo Festetics, Geza Szapary und Kotoman Tisza mit Ansprachen. Daun fuhreu Kaiser Wilhelm zur rechten Seite des Kaisers Franz Joseph im erste» Wagen, im zweite» Prinz Leopold von Bayern und der Herzog von Counaught, so­dann die andern Erzhcrzöge und die Suiten unter den miunter- brocheiieii begeisterten Zurufen der dichtgedrängten spalierbildciiden Menge nach der Stadt. Abends 6 Uhr fand ein Hofdiner statt, an welchem sämmtliche Fürstlichkeiten und deren Suiten, die Erz- hcrzögc, die Minister und die hohen Militärs theilnahmen. lieber den vom Kaiser Wilhelm bewohnten Gemächern ist die prciißische Fahne gehißt. Bei dem Empfange des Kaisers Wilhelm waren auch der gcsammtc katholische Klerus und die protestantische Geist­lichkeit auweseud. Zn Ehren der siirstlicheu Gäste fand Abends ein prachtvolles Feuerwerk in einem nahe gelegenen Berge statt, welches einen Sturm ans eine Festung sowie deren Brand vorstellte. Als der Kaiser Franz Joseph dem Kaiser Wilhelm den Obcrgespan Rado vorstellte, sprach er demselben sehr anerkennende Worte für den schöne» Empfang ans.

* ^vituhrrirtj. In affen Ko hleirwetken des De- partcmeiitS Pas de Calais wird vollständig gefeiert. Die Ans- ständische» bilde» Streiffchaaren, nm Ausschreitungen zu verhindern. Bis jetzt ist kein ernster Zwischenfall gemeldet. Schaaren von feiernbeii Arbeitern durchziehen Leus mit dem Ruse:Es lebe der Ausstand!" I» St. Etienne beschloß eine Versammlung von Bergarbeitern ihre Wünsche den sozialistische» Abgeordnete» zu Über­mittel», damit die Kammer ihnen z» Hülse komme, anbenifalls würde der Gencralausstand erklärt.