Abend-Ausgabe
Wiesbadener T agbldtt.
41. Jahrgang.
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1893
Dienstag» den 3. September
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Handlnngsgehülfen" befreien soll, die Handelsschule und das Vorlragswescn und die verschiedenen anderen Ab- theilungen und Zweige des Vereins erfüllen ihren Zweck in bester Weise. #
Kostenfreie Stellenvermittelung.
■ Der Arbeitsnachweis oder die Vermittelung von Stellungen ml dauernder oder vorübergehender Beschäftigung wird eine son Jahr zu Jahr immer dringlichere und wichtigere Aufgabe der Gemeinnützigkeit. Manche Stellenvermittlcr, welche den Arbeitsnachweis als Erwerbsgeschäft betreiben, lassen sich von Dienstboten oder Gehülfen und Kommis zuweilen ein volles Monatsgehalt als Vermittelnngsgebühr zahlen.. Liese Gebühr drückt den Stellesuchenden — zumal wenn schon längere Zeit ohne Stelle sich befindet — umso schwerer, als die Gebühr von dem Vermittler in der Regel sofort nach Abschluß des Engagements erhoben wird, also nicht erst nach Antritt der Stelle oder gar erst nach Ans- phlung des ersten neuen Verdienstes. Auch hat bei Vcr- miltelnng von kaufmännischen Stellungen der junge Mann für das volle Jahrcsgehalt die Provision zu zahlen, wenngleich es in den seltensten Fällen im voraus feststeht, ob n wirklich ein ganzes Jahr auf der Stelle bleiben kann. Oft muß er die Stelle schon nach einigen Wochen oder Monaten wieder verlassen, um einem anderen von dem Vermittler Empfohlenen Platz zu machen. Der im Jahre 1858 begründete Kaufmännische Verein Hamburg, Deichstraße 1, dessen Hauptzweck die kostenfreie Stellenvermittelung ist und der bis zum 29. Mai d. I. bereits die 44,000. Stelle besetzt hat, bemerkt in seinem neuesten Berichte mit Recht: .Die Herren Chefs sollten es sich ernstlich überlegen, ob sie wirklich gut daran thun, die Stellenvermittlcr, deren Aufgabe doch in erster Reihe nur darin besteht, von den Handlnngs- gehülfen möglichst viel Provision zu erheben, in ihrem llrrter- nehmcn zu fördern. Zur Hebung des HandkungsgehBfen- staudes, der an sich schon durch nothweudige BusMcu schwer genug belastet ist, kann eise bewußte oder unbewußte Unterstützung der Stelleuvermittler unter keinen Ilmständcn beitragen, noch die kaufmännischen Vereine in ihren segensreichen Aufgaben unterstützen, die sowohl dem Interesse der Chefs, wie demjenigen der Angestclllen gewidmet sind. Fast alle kaufmännischen Vereine erheben niedrige Beiträge, > wenige auch nur Einschreibegeld und Vermittelungsgebühr;
die Stellenvermittelung unseres Vereins wirkt aber für alle Auftraggeber, einerlei ob sie dem Vereine angehören oder nicht, sowie für alle stellesuchenden Mitglieder völlig kostenfrei! Dabei erwachsen unserem Vereine ganz bedeutende Kosten durch sein ausgedehntes Auskunftswesen. Von nnS wird nämlich über jeden Bewerber von seinen sämnitlicheu bisherigen Chefs ausführliche Auskunft eingezogen, während dieses bei den Stellenvcrmittlern in der Regel nicht geschieht. Solche Mitglieder, über deren Empfehlnugsnnwürdigkcit Beweise vorliegen, dulden wir auf Grund der Statuten niemals im Verein. In den seltensten Fällen erkundigen sich aber die Stellenvermittlcr über die Respektabilität der bei ihnen als stellesuchend sich Meldenden. Die Firmen, welche durch Stellenvermittler eugagiren, haben mithin keinerlei Bürgschaft für die EmpfehlnugSwürdigkeit der ihnen L Zngewiesenen. Unser Verein bringt hingegen stets nur gut : empfohlene Bewerber in Vorschlag und ist in der Lage, den : Chefs genaue Auskunft über jeden vorgeschlagenen jungen Mann zu ertheilen, so daß diese nicht nöthig haben, erst bei jeder einzelnen Firma, bei welcher der Vorgeschlagene in Stellung war, sich selbst zu erkundigen."
Der Hamburger Verein für Haudlnngskommis von 1858 zählt gegenwärtig über 42,000 wirkliche Mitglieder, er unter- ihält seit 7 Jahren einePeusionskasse(Invaliden-, Wittwen-, Alters- und Waisen-Versorgung), welche bis zuni 80. Jnni 1893 4797 Kassenangehörige, einschließlich der Ehefrauen, zählte. Das Vermögen dieser Pensionskasse ist auf über 1,800,000 Mk. gestiegen. Ferner hat dieser Verein eine im Jahre 1862 begründete Krankenkasse, die seit8 Jahren in eine Kranken- und Begräbnißkasse, eingeschriebene Hülfs- kasse mit Freizügigkeit über das Deuische Reich, nm- Wwandelt ist und jetzt 6601 Kasscnangehörige zählt. Sie in den letzten 8 Jahren schon über 450,000Mk.Kranken- ^nd Begräbnißgeld ausgezahlt. Diese Hülfskasse gewährt Richt allein bei arbeitsunfähiger Erkrankung völlig freie Wahl ches Arztes — auch des Spezialarztes —, sondern außerdem noch für ein volles Jahr Krankengeld und zwar sofort bom ersten Tage der Erkrankung ab.
Der Hamburger Verein hat mit 66 anderen kaufmännischen Vereinen im Interesse der beiderseitigen Mitglieder Vereinbarungen abgeschlossen und 112 deutsche, 22 ausländische und 34 überseeische Bezirks-Vereine errichtet. Die Zahl der -Geschäftsstellen beträgt somit bereits über 230.
Die nicht allein für Hamburgische, sondern auch für auswärtige Mitglieder, namentlich bei Stellenlosigkeit, in fderschwiegcndster Weise wirkende,Unterstützungs-Kommission", die von Beiträgen Hamburgischer Firme» unterhaltene .,Abtheilung für nothlcidende Handlungsgehülfcn", welche die Geschäfte von den bettelnden sogenannten „nothleidendeu
Zer Kaiser an seine Generale.
Bei dem Paradediner in Coblenz am Samstag nahm der Kaiser, wie der .Reichs-Anzeiger" mitthcilt, das Wort zu folgender Rede:
.Meine verehrten Herren Generale! Neun Jahre und es her, als das Corps rum letzten Male seine Kaisermanöver hatte. Der Kaiser Wilhelm nahm die Parade ab, Ihre Majestät die Kaiserin Augusta führte ihr Regiment vorbei, mein Vater und Fcldmarschall Gräf Molik« waren unter den Zuschauern. Seitdem sind alle diese hohen Persönlichkeiten dahingegauqen, und mit der Würde der Krone ist zu gleicher Zeit der Feldherrnstab über das preußische Heer, über die deutsche Armee in meine Hände übergegangen. Am heutigen
Dom Kaiser-Manöver.
Metz, 4. Sept. Die Parade de« 16. Corps wurde heute Bormittag bei herrlichem Wetter in Fresknly abgehalten. Von Fürstlichkeiten waren dabei zugegen der König von Sachsen, der Großherzog von Baden, der Prinzregent von Braunschweig, bte Prinzen Ludwig, Leopold und Rupprecht von Bayern, Prinz Georg von Sachsen, der Erbgroßherzog von Sachsen-Weimar, der Fürst von Hohenzollern, der Fürst Hohenlohe, der Prinz von Neapel. Der Kaiser kam von Urtiille um 9 Uhr in Freskaty an. Im ersten Treffen standen 30 Bataillone Infanterie, 1 Pionier-Baienllou, 5 Bataillone Fußarlillerie; im zweiten Treffen die Kriegsschule Metz, das Train-Bataillon, die Feldartillerie-Negimenter 34 und 33, die 30., 34. und 33. Kavallerie-Brigade. — Der Kaiser äußerte sich in seiner Kritik über die Parade sehr befriedigt; er lobte die Manneszucht und Ordnung und sagte, er habe immer gehört, daß hier besonders viel gearbeitet werde. Die Leistungen seien auch dementsprechend. — Nach der glänzend vcrlanseuen Parade, die Punkt 12 Uhr endete, fuhren die Fürstlichkeiten zur Stadt. Der Häher -og mit dem Großherzog von Baden unter brausendem Jubel an der Spitze der Fahnen-Compagnie durch die Stadt bis zum Bezirks- Präsidium. Dort ertheiltederKaiserdembelgischenStaatsministerGrafett Jongbdartoyo und dessen Sohne, der als Lientenant bei den Guidev steht, Audienz. Der Staatsmiuister war zur Begrüßung des Kaisers vom König der Belgier entsandt worden. Der Gras erhielt das Großkreuz, sein Sobn die vierte Klaffe des Rothen Adlcrordcns; beide wurden zur FrühstückStasel und zum Paradediner geladen. — Der Kaiser besuchte mit dem Kronprinzen von Italien die befestigten Werke Friedrich Karl und Alvensleben. — Der Kronprinz von Italien, der den Reichskanzler Gras Caprivi bereits tn Coblenz besucht hatte, empfing denselben heute in Audienz. . — Die Paradetasel begann um 6 Uhr. Der Kaiser brachte eine» Triukspruch aus, in dem er sagte, daß nut einer ernsten Feier, dem Feldgottesdienst, sein Einzug begonnen; daß Metz, das Iayr- lmnderte lang dem Reiche entrissen war, deutsch bleiben solle, und daß er an dem Ernste, mit dem die Truppen an dem Denkmal vorbeimarschirten, gesehen, daß er auf bte Erhaltung von Metz sicher rechnen könne. Der Emptang habe ihn hocherfreut. Er habe da« Corps vortrefflich gefunden und gratulire ihm und dem Führer Grafen Säseler. Zum Beweise der Anerkennung ernannte sich der Kaiser zum Chef des jüngsten 145. Infanterie-Regiments (Oberst B Gilsa) das seinen besonderen Beifall gesunden. Abends fand auf dem' Kaiser Wilhelinsplatz Zapfenstreich statt, der von etwa 1500 Musiker» und Spielleuten ansgesiihrt wurde und glanzend verlief. Der Kaiser und die übrigen Fürstlichkeiten wohnten demselben in einem in der Vorstadt errichteten Pavillon btt. Spater fuhr der Kaiser nach Urvillc, und die anderen Herrschaften begaben sich nach ihren Quartieren. * #
Gasse». 4. Sept. Die Kaiserin ist Nachts um 11 Uhr auf Schloß Wilhelmshöhc wieder eingetroffen.
Tage spreche ich Ihnen von gäuzem Herzen meine volle Befriedigung und meinen königlichen Dank aus für die Art und Weise, wie Sic mein 8. Corps ausgebildet haben. Sie haben es verstanden, der alten preußischen Tradition entsprechend, einer Tradition, die auf jahrhundertelangen Erfahrungen beruht, dem Lode, welches mein hochseliger Herr Großvater seinem Corps spendete, gerecht zu werden und das Corps auf der Höhe zu erhalten, wie cs Ihre Monarchen von Ihnen erwarten. Ich spreche den Glückwunsch für den heutigen Tag aus au Sie und das gefammte Corps von einer Stelle, wo schon so manches Wort zu Ihnen gesprochen wurde. Sind wir doch in dem Hause, in dem vor seinem Regierungsantritt in ernster, hiugebcnder stiller Arbeit Kaiser Wilhelm feilte Pläne schmiedete und seine Vorbereitungen traf, um die preußische Armee zu dem Instrument zu schassen, das dereinst im Verbände mitden deutschen Brüdern unser Reich einigen und herrlich wiederherstcllen sollte. Uud zu Ihnen, meine Herren vom Königin- Angnsta-Regiment, spreche ich hier Worte des Abschieds. Sie scheide» von der Stelle, wo das Regiment 33 Jahre lang gestanden hat, in herzlicher und inniger Vereinigung mit der Bürgerschaft, aufgewachse» und entwickelt unter den Augen eines Chefs, der, wie es besser kaum möglich ist, für sein Regiment gesorgt hat. DicAugeu der höchstseligen Kaiserin haben auf dem Regiment geruht zu jeder Stunde, und die ernste Friedensarbeit sowie die Lorbeeren, die Sic um Ihre Fahnen geschlungen, haben stets die Krönung gesuuden in der Gnade des Chefs zu seinem Regiiuent. Wer von Ihnen daran theilgenomuien hat, der entsinnt sich mit dankbarem Herzen sein ganzes Leben hindurch der schönen Momente, die die Kaiserin ihrem Regiment allezeit zu bereiten wußte. Wie ernst uud militärisch sie ihre Pflichten auffaßte, das bewiesen namentlich die herrlichcuAugeiiblicke, wo es den jungen Rekruten des Regiments vergönnt war, in ihrer Gegenwart in dem Treppenhause dieses Saales vor ihren Fahnen, einmal sogar dem Kaiser persönlich, den Eid zu schwören. Einen wie hohen Werth Ihr- Majestät ans diesen Eid legte, bekundete sic dadurch, daß sie mir persönlich sagte, man könne dem juiigeu Soldaten nie früh gennffdic ganze Schwere seiner Verantwortung klar machen und die Größe seiner Pflicht, die ihm auferlegt werde. Wie hat sie alle Phasen des NeginteutS verfolgt! Ich erinnere vor Allem an den Tag des ANsmarschdS, als ste das Regliuent mit feuchten Augen mit ihrem Segen entließ und den Oifiziemi ziirief, daß, was auch kommen möge, sie sich stets als Söhne ihrer Mutter fühlen und führen möchten. Und als das Regiment nm Abend des blutigen Tages von St. Privat nach schwer erkämpftem Siege drei Viertel seiner Offiziere auf dem Schlachtfelde lassen mußte, erging von dcn Uebrig- bleibeitbeu, zugleich im Geiste der im Kampfe Dahmgesunkenen, an Ihre Majestät die Meldung, sie wären ihrem Schwur und ihrem Versprechen als Söhne ihrer Mutter treu geblieben und hätten ihre Pflicht gethan. Nun, meine Herren, Sie scheiden von hier! Möge das Andenken an Ihren hohen Chef stets dein Regiment ein Ansporn sein, auf der Höhe seiner Thatkrast zu bleiben. Wir alle aber rufen Ihnen hier aus dem Corps ein Lebewohl zu, und ich rufe Ihnen aus Ihrer neuen Heimath ein Willkommen zu! Mögen Sie fiel) auf märkischem Boden heimisch fühlen und dieselbe That- krnft entwickeln, wie Sic sie hier entwickelt haben. Ich bin der festen Ucberzenguug, mein lieber Loö, daß, obwohl von den hohen Herren, vor deiicn Sie vor neun Jahren das Corps kommandirten. Niemand mehr unter uns weilt, diese doch im Geist auch am heutigen Tage bei uns waren und zufrieden gewesen sind, wie ich es mit beut 8. Armeeeorps bin. Ich trinke auf das Wohl des Corps. Hnrrah! Nochmals Hurrah! Zmu dritten Mal Hnrrahl"
Politische Tages-Unndscho».
— Um das Schicksal Emin Paschas hat sich nachgerade ein wahrer Sagenkranz gewoben. Wie oft schon ist den mit größter Bestimmtheit auftretenden Nachrichten über den Tod des muihigen Forschers die ebenso bestimmte Widerlegung gefolgt, die denn schließlich auch ihre Bestätigung fand! Leider scheint diesmal die Hiobsbotschaft von seiner Hinmetzelnng durch wilde Horden Thatsache zu sein. Der soeben ans Udjidje znrückgekehrte Missionar Swann gab einem Berichterstatter des „Reuterschen Büreans" eine ausführliche Schilderung der Ermordung Emin Paschas, welche außer allem Ztveisel stehe. In lldjidje sei ein Schreiben eingetroffen mit der Anfrage, was mit Emins Sachen geschehen solle. EinAraber habe eine ausführliche Beschreibung der Reiseroute Emin Paschas und von dessen Verfolgung durch Araber gegeben. Als Emin bei dem Häuptling Schd beit Abed eingetroffen, sei ein Araber an ihn herangetreten mit den Worten: „Ihr seid Emin, der einen Araber am Vietoria Nyauza töbtctel" und habe ihm mit einem großen Messer den Kopf abgeschlagen. Hieraus seien anch60uubische Begleiter Emins getödtet und die Leichname verzehrt worden. Wahrlich, nnser tapferer Landsmann hätte ein weniger gräßliches Ende verdient!
— Den vor Kurzem in Frankreich stattgehabten Haupt- ttmhlen sind in den letzten Tagen die Stichwahlen zur Kammer gefolgt. Der Erfolg war den Republikanern in gleicher Weise bei diesen wie bei jenen günstig, sie. haben durch bie Neuwahlen eine nicht geahnte Stärkung ihrer Stellung als regierende Macht erhafteu. TaS Resultat der Stichwahlen liegt vollständig bis auf eines (Corpkll) vor. Gewählt wurden: 141 Republikaner, 9 Reaktionäre, 11 Nallürte. Die Republikaner gewannen 20 Sitze. Von hervorragendeit bisherigen Parlamentariern wurden geschlagen Clomeneean, Cassagnae, Provost, Lannay und Lasargne. Die Pariser Zeitungen heben als Hauptcreigniß der Stichwahlen die Niederlage Clömeneeans hervor. Nach der amtlichen statistischen Zusammenstellung besteht die neue Kammer aus 409 Republikanern und Radikalen, 79 sozialistischen Radikalen und Sozialisten, 29 Nallürte» und 64 Konservativen. In Paris herrschte am Sonntag anläßlich der Stichwahlen eine lebhafte Bewegung auf den Boulevards und vor den Wahllokalen. Abends gab es große Ansammlungen vor den Redaktionen. Die Namen und die Porträts der gewählten Sozialisten riefen besonders Beifall hervor. Die Nachricht von der Niederlage Floqnets wurde mit Jubel oufgenoiumen. Außer einer bedeutungslosen Knndgebnng vor dem Stadthause und einigen Zusammenrottungen ist der Tag ohne Zwischenfall verlaufen. Die Mehrzahl der Pariser Blätter konstatirt, der Erfolg der gemäßigten Nepnblikaner sei durch die Stichwahlen noch verstärkt. Das „Journal des Dobats" glaubt, die Zahl derselben sei groß genug, um auch, abgesehen von den Radikalen, Regiernngsmajorität zu bilden. Allgemein wird die Bedeutung der Niederlage Clomeneeaus hervorgehoben, welche vielleicht die Auflösung der radikalen Partei herbeiführen werde. Mehrfach wird die Ansicht ausgesprochen, daß Goblet die Führung der äußersten Linken übernehmen werde. Andererseits glaubt man, daß die Sozialisten, deren Erfolge einstimmig betont werden, unter der Leitung Goblets und Millerands eine festgeschlossene, mit einem Programm auf tretende Partei werden. Der „Gaulois" sagt: die Stichwahlen haben die Niederlage der Konservativen unb Rallürten noch verstärkt.
— In England macht sich die Franenbewegung auch Gladstone gegenüber mehr und mehr geltend. Am Freitag hielt die Frauen-Emaneipations-Liga eine Sitzung, in der meistens scharfe Worte fielen. Die Frauen von England erwarteten nichts von den Konservativen, aber ziemlich enttäuscht fühlten sie sich über Gladstone. Was die Frauen der ackerbautreibenden Bevölkerung anberräfe, so könne Gladstone ein Wort sagen, da er wisse, was er zu thun habe. ________
