Abend-Ausgabe
irslidiirncr TagM
1893
Freitag, den 1. September
zlo. 408
und H. Nöstel in Berlin fungireit, sind zur Zeit 56 Vereinigungen für Ferienkolonieen und 11 Kinder-Heilstätten in Tool- und Seebädern als Mitglieder beigetreten. Sämmt- liche Mitglieder erhalten als Gegenleistung für den Jahresbeitrag die Zeitschrift „Volkswohl« als Organ der Centralstelle sowie alljährlich eine Statistik und die zum Austausch bestimmten Berichte der Einzeloereine. Diese Statistik erstreckt sich bereits auf 124 deutsche Städte, von denen jedoch erst die Hälfte der Centralstelle als Mitglieder beigetreten sind. Keine Stadt sollte den Anschluß an die Centralstelle versäumen, um die schätzbaren Erfahrungen, welche die Einzelvereine machen, im Interesse ihrer Pflegekinder nutzbar machen zu können. Die rührige Centralstelle betheiligt sich auch an der Weltausstellung in Chicago durch eine Broschüre und zwei große Wandtafeln, welche die Entstehung und Entwicklung der Ferienkolonieen (Sommcr- pflege) Deutschlands bis zum Schlüsse des Jahres 1891 veranschaulichen. Möge diese hochwichtige nationale Bewegung erfreulich fortschreiten, und mögen sich anstatt nur etwa 30,000 bald Hunderttausende von Kindern in Luft und Sonne, im Wald und an der See der Wirkungen edler Menschenliebe erfreuen! #
Mr den Monat September! I
Der Bezug
des täglich in zwei Ausgaben erscheinenden
»Wiesbadener Tagblatt"
mit seinen 7 Gratis-Beilagen
(darunter die „IUnstrirle Kinder-Zeitung") = monatlich SO )femiig =
[mm jederzeit begonnen werden. Ulan bestelle sofort.
Verlag: Langgasse 27.
13,000 Abonnenten
Deutsche Ferienkolonieen «nd Kinder- Settstiitten.
i Viele Tausende von schwächlichen Kiildern sind in den I Monaten Juli und August in den Ferienkolonieen oder in I Heilstätten an der See und auf dem Lande zur Kräftigung ihrer Gesundheit untergebracht. Es verlohnt sich gerade in I tiefer Zeit der Sommerfrische, einen Rückblick zu werfen anf die Ergebnisse, welche diese nationale Sommerpflege-Bewegung uifzuweiscn hat. Wir thun dies an der Hand eines treff- I lichen Berichts, den die „Centralstelle der Vereinigungen für Somnierpflege in Deutschland« (Adresse: Berlin IV., Stcin- metzstr. 16) soeben erstattet hat (Berlin 1893, Druck von
i j. S. Hermann, Bcuthstr. 8, Preis 75 Pf.). Rach ^diesem I Bericht haben die Bürger deutscher Städte in den Jahren I von 1876—1891, soweit es möglich gewesen ist, Nachrichten einznziehen, 196,769 Kinder hinausgesandt anf nahe oder größere Entfernungen inFerienkolonieen, Familienpflege und I Milchkuren, sowie Sool- und Seebäder, um „in Luft und Sonne" und an bester Nahrung zu erstarken. Das Jahr 1892 hat 28,760 Kinder dieser Zahl hinzugefügt. Von diesen wurden untergebracht 8155 in geschlossenen Ferienkolonieen, 2683 in Familien, 9091 in Stadtkolonicen, 6882 in Sool- bädern und 1949 in Seebädern. Gegen das Jahr 1891 I hat sich die Zahl der verpflegten Kinder um 695 erhöht.
Der Andrang zu dieser Sommerpflcge armer kränklicher I Kinder wird mit dem Anwachsen der deutschen Ltädte nur I ein größerer. Lehrer und Aerzte erkennen, selbst bei er- I höhter Strenge in der Auswahl, ein gesteigertes Bedürfniß | an. Während sich jedoch ehedem die Wahl im Wesentlichen I nut zwischen Familienpflege, geschlossenen Koloilieen und Milchkur während der Schulferien bewegte, tritt nunmehr zunächst das eigentliche Hcilbestreben, namentlich für Skrophulöse, immer mehr in den Vordergrund, welche in den trefflichen Kinder-Heilstätten an der
Nord- und Ostsee oder in den sich alljährlich
mehrenden Soolbädern untergebracht werden. Die Vereinskosten sind mäßig infolge billiger Eisenbahnfahrten und günstiger Bedingungen an Ort mid Stelle, während die Wirkungen geradezu crstannlich und durch Wägungen nach der Rückkehr festgestcllt sind. In den eigenlichen Fericn- kolonicen ist der Wunsch nach einem Uebergang zu eigner ! Beköstigung u. s. w. anstatt der bisherigen Unterkunft in gemietheten Häusern und Gasthöfen ein so stark verbreiteter, daß man die sogenannte „eigne Regie" bereits unter die Glaubensartikel der ganzen Sommerpflege-Bewegung zählen kann. Nicht die Wirthe sind daran schuld, im Gegenthcil sind die Berichte ihres Lobes voll. „Aber die erziehliche Einwirkung ist durch das gesonderte Leben ohne Zweifel erleichtert. Der Kostenaufwand verringert sich in erheblichem .Maße, und endlich eröffnet das eigene Heim die Aussicht, 'es auch während der übrigen warmen Jahreszeit, ja unter Umständen das ganze Jahr hindurch, den menschenfreundlichen Zwecken der Vereine offen halten zu können."
Der Jahresbericht für 1892 hat noch einen anderen Wechsel gegen früher festgestellt. Viele Vereine stellen sich von vornherein die Doppelanfgabe, sowohl dem Fcrien- Ansflug zarter kränklicher Kinder als der kräftigen Speisung -.»ebensolcher Kinder während des übrigen Jahres ihre Dienste zu Widmen. Die Wägungen von Pfleglingen derFerienkolonieen werden hier und da bis ins kommende Jahr fortgesetzt. Hierdurch wird in den Füllen mangelnder Nachhaltigkeit der Kur- ' Wirkungen dem untersuchenden Arzte und dem Pfleger trefflich vorgearbeitet. Ueber die Nachhaltigkeit der Sommcr- pflege sind von 42 deutschen Vereinen besondere Beobachtungen angestellt und deren Ergebnisse mitgetheilt worden. Fast alle Berichte stimmen darin überein, daß durchweg nicht nur eine Zunahme des Körpergewichts, sondern auch eine Mehrung der geistigen Frische und Regsamkeit bis in die Wintermonate hinein bemerkbar war. Die Schul- Versäumnisse gingen zurück. 18 Vereine haben die Ferien- koionisten auch ‘in Winterpflege genommen. Allenthalben wird als dringendste Nothwendigkeit die Versorgung mit lausreichender und genügend kräftiger Nahrung erkannt. »Der „Centralstelle der Vereinigungen für Sommerpflege", lals deren Vorstände die Herren G. v. Bunsen, K. Schrader
Politische Tages-Rundschau.
— Pariser Blätter melden mtS San Sebastian, eine gut iuformirte Persönlichkeit habe erklärt, die Ruhe in der Hauptstadt des baskischen Gebietes werde während 48 Stunden ungestört bleiben, jedoch. seien schwere Ruhestörungen für heute zu befürchten, weil die die ganze Bewegung hervorrufenden Dekrete, welche die Lokalprivilegien der baskischen Proviirzen abschaffen, am 1. September in Kraft treten. Die Negierung habe überall Maßregeln getroffen, nm Ruhestörungen zu unterdrücken. Sämmtliche Truppen blieben heute in ihren Kasernen fonfignirL Die Königin-Regentin werde San Sebastian nicht verlassen, weil die Abreise‘einen schlechten Eindruck auf das Volk machen würde. Im Ucbrigcn ist, das weiß die Geschichte und beweisen namentlich die Karlisten-Aufstände dieses Jahrhunderts, mit den Basken, die bekanntlich einen besonderen Volksstamm bilden, nicht zu spaßen, und es dürfte sich wohl wieder einmal erweisen, daß ein schematisches Egalisirungs- spstem für ein ans den verschiedenen Volkobestandtheilen zusammengesetztes Volk nicht immer das Richtige ist. Gerade ein kräftiger Volksstamm hält an seinen allen, ihm eigen- thümlichen Rechten und Gebräuchen mit großer Zähigkeit fest. Daß im vorliegenden Fall die „Fueros", die betreffenden Privilegien, nicht in allen Theilen zu deu „berechtigten" Eigenthümlichkeiten des Baskenlandes gehören, ist allerdings zweifellos. Die „Franks. Ztg." sagt über dieselben n. A.: . „ _ ,, .
„Die Fueros sind bekanntlich die alten Sondervorrechte des Baskenlandes. Sie sind Iheils politisch-inilitarischer thetls finanzieller Natur. So z. B. haben die vier baski,chen Provinzen Alewa, Guipuzeoa, Biseaya und Navarra das Recht aus eine genuiwauie I Provinzialvertretnng, als Erinnerung an die alte Einheit des Baskenlandes. Diese Vertretung tagt unter der alten Eiche von Gnerniea, dem „Guernicaco arbola“, der alle Rechte der Baskeil versinnbildlicht. Bon diesen! Bamne nnd unter den Klangen des historischen Banmlieds sind alle BaSken-Nevolutwnen und Karlisten- kriege anSgegangen. Zn den Fueros gehörte ferner die Befreiung vom Militärdienst, von der Kopfsteuer vom Tabakmonopol und von der Stempelsteuer; auch im Zollwesen hatten die Basken besondere Vergünstigungen. Nach dein ersten Karli teiikr>eg18K, wurden die Fueros von den Cortes feierlich bestätigt, nnd Isabella rührte nicht an sie. Erst die Republik mid dle alfonsistische Monarchie gingen an ihre Abschaffung;, 1876, beim Beginn der Regierung Alfonsos, wurden die Befreiung von Militärdienst nnd Stempelsteuer sowie die Tabaksreiheit förmlich aufgehoben. Aber die Basken erhoben einen Wichen Protest daß man ihnen eine Frist von zehn Jahren bewilligte. Nach Verflnh dieser zehn Jahre, 1886, wiederholte sich das nämliche Schau,Piel; nm dem Carlismns nicht in die Hände zu arbeiten, bewilligte man abermals eine Frist, und zwar eine unbegrenzte. Die Noch des ganzen Landes hat jetzt endlich die Herren Sagaita und Gamazo veranlaßt, den Fueros, die eine Belastung der Nichtbasken bilden, ein Ziel zu setzen und endlich mit der Abschaffung ungerechter Privilegien, so alt nnd ehrwürdig sie auch sem mögen, Ernst zu machen. Anf der anderen Seile scheinen aber auch die Basken nicht minder entschlossen zu sei», ihre Fueros zu schützen und das I Kriegslied vom Guerniea-Banm klingt durch das ganze Land. Es kann also leicht zu ernsten Ereignisstn kommen. Das Basken!,ed I hat fünf Strophen, die nach einem Berichte des Pariser „Figaro I folgenden Inhalt haben: „O gesegneter Baum von Gnerniea, viel- I oeliebt von alle» Basken, spende deine Fruchte unb streue sie ans auf der ganzen Erde! Gott hat dich gepflanzt vor tausend Jahren, I und so lange die Basken leben, wirst du nicht fallen! In deinem I Schatten werden die vier Provinzen gemeinsam wachen für den | allgemeinen Frieden!" Die Königin-Regentin hat in der letzten I Kit mit großem Eifer Baskisch gelernt; sie kann also verstehen, I was die Basken wollen " _______
Deutsches Keich.
* fmf- und personal - Nachrichten. Das Kaisetpaar reifte gestern Abend 10 llhr 50 Min. von der Wildpark- station mit Sonderzng nach Coblenz ab. — Ein Hamburger Blatt läßt sich aus Berlin melden, der Kaiser habe ein vom Kriegsminister Eeneral v. Kaltenborn-Stachau eingereichtes Ab-
At»zeige»-Preis:
Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige A«Zeigen 25 Psg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Psg., für Auswärts 75 Pfg.
Kandwieil)schaftlicher Geuost'enschuslstas.
Ein landwirthschastlicher GeuossenschastStag findet derzeit in Stuttgart statt. Aus den dortigen Verhandlungen heben wir nur Folgendes hervor: Verbandsdirektor Rücker-Bittbnrg sprach über die'Frage: „Erscheint es angebracht, die Form der ein- getrageiten Genossenschaft bei ländlichen Viehversicherungen an» zuwendeu? Er beantwortete diese Frage in belassendem «inne, speziell in solchen Fällen, wenn kleinere Verbände sich.zu .lluck- versichernngsgenosseuschasten zusammenschließen wurden; jedenfalls sei die Vereinigung von Orlsverbandeu zn Kretsgenossenschasten nothwendig. Schwierigkeiten seien allerdings mancherlei vorhaiwen, namentlich bei eintretenden größeren Seuchen. Noch dem Vorschlag von Oekonomieralh v. Mendel-Halle gelangte schließlich nachstehende Resolntion zur Annahme: .
„Die Form der eingetragenen Genossenschaft eignet sich zur Anweudnng für ländliche Viehverstcherungsvereine, wo andere genügende Verbände nicht bereits bestehen, besonders dann, wenn die kleinen Vereine sich zn RückversichernngS-Genosienschastsverbanden zusanunenschließen, nnd die Anwaltschast wird ersticht, die i^rgani- jation derartiger Verbände zu fördern.« .
Aus Haunover und Westprenßen waren zwei.-fragen zur Diskussion gestellt worden, nnd zwar: 1) In welcher Weise ist auf nnt Besserung der Absatzverhältnisse für Molkereiprodnkte hinznwirken? 2) Wie sollen Butterverkaufsverbände sich eiurichten, nml zu ver- mciben, daß sie sich gegenseitig Konkurrenz niachni . ES wurde beschlossen: „Der Verband halt nach w,e vor die Bildung starker, leistlingsfähiger genossenschaftlicher Biitterverkaussverbande nnd aus diesen heraus die Schaffung eines Centralorgans innerhalb der Stellnna int Verbände der landwirthschaftlichen Genoffenschasten für den sichersten Weg zur gleichmäßigen, dem Bedars angepatzteil Vertheilung der Waare und zur Abschwächung der durch gegenseitiges Unterbieten drohenden Gefahr." m ,
Amtsrichter Dr. Schnieder-München sprach über den Verkauf der landwirthschastlichen Erzeugnisse auf genoffenschastlichein Wege, insbesondere über die Verwendung durch die Lagerhäuser Eine Hauptbedingung für günstigen Verkauf fei einerseits tue Beschaffung einer möglichst gleichartigenWaare, andererseits die Produktion von möglichst wenigen Sachen; Spezialisirung sei nothwendig, um sich einen guten Rus zu verschaffen. Allerdings muffe man den Ansprüchen der Konsuinenten Rechnung tragen; aber anberer,eit5 müßten die Genossenschaften auch erzieherisch, z. B. beim Verkauf
* Kerli», 1. Sept. Karl Paasch ist, wie schon kurz gemeldet, ans der Untersuchungshaft entlassen worden. Die Entlassung ist durch einen Beschluß der Strafkammer auf Grund des ärztlichen Gutachtens belvirkt worden, das Herrn Paasch für verhandlungs- niifähig erklärte. Damit ist die Prozeß-Episode Paasch, soweit sie ihn persönlich anbetrifft, vorläufig erledigt.
* premierlirutenanl Ar, der, wie gemeldet, am 12. August bei dem Siege des Freiherru v. Scheie über den Sultan Meli den Heldentod gefunden, war, wie wir dem „Osn. Tgbl." entnehmen, ein Sohn des Kaufmanns Robert Ar in Osnabrück. 1863 zu Siegen geboren, trat et 1883 beim 8. Rh. Fiißartillerie-Regimeut in Metz'als Avantagenr ein, dem er, 1884 zum Sekoudelieutenaut befördert, bis zum Jahre 1891 aktiv angehörte. Zn Anfang des genannten Jahres ging er nach Afrika, wo er am 6. April in Bagamoyo eintraf. Bald nach seiner Ankunft machte er unter Chef Johannes eine Expedition nach dem Kilimandscharo mit und wurde dann Chef der Station Massinde. Im April dieses Jahres wurde er zum Premierlientenant befördert. Der Verstorbene erfreute sich einer großen Beliebtheit und war bei feinen Vorgesetzten als tüchtiger, diensteifriger Offizier geschätzt.
* Katholikentag in Würzburg. Nachdem in der letzten Geschästssitznug des Katholikentages einige sozialpolitische Anträge angenommen waren, wurde die Berliner Kircheunoth besprochen und die Abschaffung des Diiellunfngs gefordert. In der letzten öffentlichen Sitzung sprach Pater Schoch über Transvaal. Benefiziat Hanser-Angsbnrg hielt eine eindrucksvolle Rede über den Unglauben der Masse, Sozialismus und mahnte die Reichen an ihre Pflichten. Der Schutz der Bajonette sei illusorisch; auch Kasernen könne man gegen Ideen nicht verschließen. Tillmann-Dortmund sprach über die' Diaspora in de» Industrie-Bezirken. R.-A. Schmidt- Mainz hielt einen Vortrag über die Papstsrage, er wurde stellenweise grob, uameutlich gegen die Auchkatholiken, die den letzigen Zustand in Rom befriedigend fänden; scharf eiferte er gegen die Sozialdemokratie und pries den Arbeiterpapst. Präsident v. Galen betonte in der Schlußrede die Nothwendigkeit der christlichen Familie als Grundlage des christlich-sozialen Staates und lobte die Einigkeit der Katholiken.
* Rundschau im Reiche. Es ist noch immer nicht gelungen, die Persönlichkeiten der beiden in Kiel verhafteten französischen Spione festznstellen. Sie führen gar keine Answeispapiere bei sich, doch zweifelt man nicht daran, daß man es mit französischen Offizieren zu thnn hat, da dieAiifnahnieii, die sie vorgenouinien haben, ein so technisches Verständniß zeigen, wie es bei Laien nicht angetroffen wird. — Unbegreiflich ist es übrigens, daß sie die Unvorsichtigkeit begehen fomiten, ihr gesammteS Material an Bord des Schiffes zu behalten, während es ihnen doch ein Leichtes sein mußte, sich dessen zn entledige» und es auf unverfängliche Weise nach Frankreich zu schicke». — „Die Landtagswahlen >» Preußen bilden iiuumeljr eine stehende Rubrik in der Presse, soweit sie Parteipresse ist; aber," so meinen die „Münch. Reuest. Rachr.", „im Laude kümmert man sich noch wenig um sie. Die Betheiligung an diesen Wahlen ist mit jedem neuen Wahlgange geringer geworden, und sie wird in diesem Jahre geringer fein als jemals.« — Dem Fürsten Bismarck ist in seiner Rede an die Frankfurter ent kleiner, ^allerdings sehr begreiflicher Jrrthum unterlaufe«!. Der Ingenieur Julius Fellner schreibt dem „Fraiiksurter Gen.-Aiiz.": „Gegenüber der Mittheiluiig des Fürsten Bismarck in Kissiiigei«, daß mein Vater, der Senator Fellner, int Sommer 1866 zur Unterhandlung in Brunn gewesen und Aiifträge, betreffend Mediatisirung der Stadt, erhalten habe, die auszurich'teu er unterlaffen, erkläre ich, daß mein Vater 1866 Frankfurt überhaupt nicht verlassen und bereits am 24. pult jenes Jahres sein bellageuswerthes Ende gesuudeu hat." Der betr. Unterhändler war der Senator Müller.
41. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: 5® Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. — Der Bezug kann jederzeit begonnen werben.
I schtedSgesnch nicht genehmigt. — Der „Reichsanzeiger" meldet, ber bisherige Staatssekretär des Reichsschatzamts v. Maltzahn übergab Doitnerstag die Geschäfte an seinen Nachfolger, den Grafen P o s a d o w s k h.
