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Abend-Ausgabe

Wsbadkner Tmlilsit

Verlag: Langgafle 27.

ZH,OOO Avonnenten

Dienstag, de» 22. August

1893,

Da. 390

3,4 2,7 3,4 2,3

3,7 3,3 3,9 3,4

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2,2 2,7 23 2,0 2F 2,6 2,5

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3,1 3,0

Politische Tages Rundschau.

Der französisch-italienische Zwischenfall, der mehr als zehn Italienern das Leben kostete und über fünfzig meist schwere Verwundungen im Gefolge hatte, wird noch eine Zeitlang seine Wellen schlagen, wenn auch der italienische Gesandte in Varis und der französische

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Minister des Auswärtigen gegenseitig ihre offiziellen Be- dauerungsphrasen ausdrückten und sich gegenseitig zusicherten, daß die Schuldigen bestraft werden sollten. Die Italiener sind nach wie vor außerordentlich erregt, und die Vertreter Frankreichs haben in den italienischen Städten einen schwierigen Stand. Das Feustereinmerfen, Katzenmusiken sind an der Tagesordnung, und ohne Eingriff des Militärs wäre es den Franzosen der Botschaft in Nom vielleicht sehr übel ergangen. Die Negierung traf entschiedene Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung. Die Abendblätter er­klären den Gefühlsansbruch des italienischen Volkes für gerechtfertigt, fordern aber das Volk zur Ruhe auf. Seit Beginn der achtziger Jahre wiederholen sich in Süd- frankrcich, wo über 200,000 Italiener meist als Hand­arbeiter Beschäftigung gefunden haben, immer häufiger und ernster die Reibungen und Zusammenstöße zwischen diesen und den einheimischen französischen Arbeitern. Ucberall waren die Franzosen die Angreifer; sie sind erbittert über die fremden Arbeiter, die sich mit geringerem Lohn be­gnügen, sic sncheu sie zu vertreiben, in der Regel giebt es Todte und Verwundete, und zuletzt ziehen wie im September 1892 auch die Belgier im Pas-de-Calais er­fahren mußten die Fremden, die Italiener, denKürzeren.

Die Wahlen in Frankreich haben der Republik eine große Stärkung gebracht, die sie nach den Skaudal- geschichten der letzten Zeit, sonderlich nach dem Panama- Skandal, sehr wohl gebrauchen konnte. Sämmtliche Minister find wiedergewählt, und es ist anzunehmen, daß die Repu­blikaner, die jetzt schon 63 Sitze neu gewonnen, nach den Stichwahlen vielleicht doppelt so viel hinzugewinnen. Gegen sie verschwinden die übrigen Parteien fast vollständig. Wir in Deutschland können im Allgemeinen mit dem Resultat zufrieden'fein, denn je fester die Republik dasteht, umso besser wird sie die mit demRevaucheruf agitirenden Schreier Niederhalten und gesunde Bahnen einschlagen können. Von einer zielbewußten, ihre Aufgabe mit Ernst erfüllenden republikanischen Regierung hat der europäische Friede weniger zu fürchten, als von einem durch Parteiungen wild zer­rissenen Staate.

Der Friede zwischen Frankreich und Siam ist nun offiziell wiederhergestellt. Dem König des hinter­indischen Reiches mag es aber sauer genug geworben sein, bei der Versöhnuugsaudienz ein freundliches Gesicht zu machen, und er hat alle Ursache, den Tag als einen der schwersten in seinem Herrscherdasein zu betrachten. Der König, der nach Bangkok znrückgekehrt ist, empfing den französischen Gesandten Le Myre de Vilers am Sonntag in prunkvoller Audienz. Der bevollmächtigte Minister erinnerte in seiner Rede-an die früheren freundschaftlichen Beziehungen zwischen Siam und Frankreich und gab der Hoffnung Aus­druck, daß die vorübergehenden Trübungen bald beseitigt sein würden. Der König verlas eine im gleichen Sinne gehaltene Rede in siamesischer Sprache, und der Vertreter des raubsüchtigeu europäischen Staates hatte Ursache, sehr zufrieden zu sein.

2,9 2,6 2,6 2,3

2,8 3,2 3,1 2,9 4,0

2,8 3,1 2,9 2,5 3,7 4,0

Urne Reden Sisrnarcks.

Am Sonntag waren ca. 1000 Thüringer nach Kilstngen ge- kouimen, um den Fürsten zu begrüßen. Nach einer Ansprache des Bauraths Fritsch aus Meiningen ergriff Fürst Bismarck das Wort, uni zuerst über die deutsche Einheit, die er mitgeschaffen habe, zu sprechen. Dann fuhr er fort:

Wir sollen nicht abbröckeln und nörgeln, um etwas Anderes au die Stelle des Geschaffenen zu setzen. Ich meine die offiziösen Stimmen, welche den UnitarismuS (preußischen Einheitsstaat)

fli. Jahrgang.

Erscheint in zwei AnSgaben. Bezngx-PreiS: 60 Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. Der Bezug kann jederzeit be­gonnen werden.

Die geplante Organisation des Handwerks.

Endlich ist nun, wie wir schon berichteten, die Regierung mit ihrem Plane der schon lange verheißenen Organisation des Handwerks hervorgctretcn. Zunächst handelt es sich allerdings erst um Vorschläge, welche den Oberpräsidenten sämmtlicher Provinzen zur gutachtlichen Aeußerung zugestellt find. Nach diesen Vorschlägen ist die Organisation des Handwerks, welche dem durch das Anwachsen der Groß­industrie in bedrängte Lage gerathenen Handwerkerstände eine kräftige Wahrung und Förderung seiner Interessen sichern soll, in einer korporativen Zusammenfassung des ge­jammten Handwerks durch Fachgenosseuschafien mit einer Art behördlicher Vertretung in Form von Handwerks- kammern gedacht. Die Idee der Handwerkskammern war schon bekannt, während von der Absicht der Bildung von Fachgenossenschaften noch nichts verlautet hatte. Letztere bilden die breite Grundlage der Organisation und machen dieselbe erst zu einem fertigen Werke. Aufgabe der Fach­genossenschaften ist es, den Gemeingeist im Handwerk zu pflegen, die Verhältnisse zwischen Meister und Gesellen zu ordnen, das Lehrlingswesen zu regeln und Gesellen- und Meister-Prüfungen abzuhalten; ferner sind sie fakultativ befugt, Veranstaltungen zur Förderung der geiverblichen, technischen und sittlichen Ausbildung der Gesellen, Gehnlfen und Lehrlinge zu treffen und Fachschulen zu errichten. In jeder Fachgenossenschaft wird von den Arbeitern ein Gehülfen-Ausschuß gewählt, welcher zur Mitwirkung an den Geschäften des Genossen-Vorstaudes berufen ist. Die Auf­ficht über die Fachgenossenschasten sowie über die bestehenden Innungen wird von den Handwerkskammern geführt, die sich aus Mitgliedern der ersteren zusammensetzen. Außerdem haben die Handwerkskammern obligatorisch noch die auf den Arbeiterschutz bezüglichen Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung zu überwachen, für Arbeits-Nachweis und Herbcrgs- weseu zu sorgen und Berichte und Gutachten über gewerb­liche Fragen zu erstatten. Fakultativ haben sie dieselben Befugnisse wie die Fachgenossenschaften, ferner steht ihnen zu, die zur Förderung des Kleingewerbes geeigneten Ein­richtungen zu berathen und anzuregen. Die Zugehörigkeit zur Fachgcnosscuschaft ist Zwang für jeden Gewerbetreibenden, welcher ein Handwerk betreibt und nkfjt mehr wie 20 Arbeiter beschäftigt, und die Führung des Meistertitels ist au die Ablegung der Meisterprüfung gebunden.

Mit diesem Organisationsentwurf kommt die Regierung den Wünschen der Juunngshandwerkcr entgegen, ohne sie aber ganz zu erfüllen. Statt obligatorischer Innungen sind die Fachgenossenschafteu vorgeschlageu, und die Forderung des Befähigungsnachweises ist nur zur Hälfte acceptirt; | soweit auch die Betreibung eines Gewerbes von der Ab- legiing der Meisterprüfung abhängig gemacht werden soll, f ist sie abgelehnt. Die Befugnisse, welche den Fachgenossen- » schäften übertragen werden, sind so umfangreiche, daß man meinen sollte, die bestehenden Innungen müßten nach dem f Jnslebentreten der geplanten Organisation des Handwerks [ überflüssig werden, vielleicht kommen sie auch später zur f Aufhebung. Der Gehülfenschaft wird in der Fachgenossen- ; schäft eine weitgehende Vertretung ihrer Interessen ein- 1 geräumt, was erkennen läßt, daß den neuen Hcmdwerks- korporationen, den Fortschritten des sozialen Lebens Rech­nung tragend, ein moderner Geist eingehaucht werden soll. ; Die korporative Zusammenfassung des Handwerks wird sich nur ans den Kleinbetrieb erstrecken, da die Großbetriebe, d. h. die Betriebe mit über 20 Arbeitern, ausgeschlossen werden sollen.

Im Ganzen und Großen wird mau mit der geplanten Organisation des Handwerks einverstanden sein können. Es ist nur die Frage, ob die Organisation dem Kleingewerbe den wirksamen Schutz gegen die übermächtige Großindustrie gewährt, dessen es bedarf, denn ohne diesen Schutz wird die I Lage des Handwerks nicht wesentlich gebessert werden. Da für die schließliche Festsetzung des Organisationsentwurfs die >,9 Gutachten der Behörden sowie die Urtheile der Oeffcutlichkeit [ gewürdigt und berücksichtigt werden sollen, so ist den Hand­werkern Gelegenheit gegeben, ihre Meinungen zur Geltung zu bringen, und diese Gelegenheit zu benutzen, dürfen sowohl die Jnnungshandwcrker wie die nichtkorporirten Handwerker, die bekanntlich Gegner obligatorischer Prüfungen rc. sind, nicht versäumen.

Anzeigen-PrelSr

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Anzeige» 25 Pfg. Reklamen die Pefitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

I 2,8 l 3,3 I 2,6 1 3,3 ( 2,4 i 3,8 . 3,3 . 3,9 . 3,6 . 2,5 . 3,8 . 3,4

* lieber beit Kaatenstand in Prenffe» haben die für Mitte August erfolgten Ermittelungen das nachstehende Resultat ergeben, wobei Nr. 1 zur Erwartung einer sehr guten, 2 einer guten, 3 einer mittleren (durchschnittlichen), 4 einer geringen, 5 einer sehr geringen Ernte berechtigend bedeutet:

August Juli Juni Mai April

Winter- ' ~~

Wiesen .

* Der Zustand de» H-r?ogsvou Göttin. Der trost-uud hoffnungslose Zustand des Herzogs ist, so wird derKöln. Ztg. aus Gotha geschrieben, noch fortdauernd. Er liegt in seinem schonen Somnierschloß Reinhardsbrunn bewußtlos auf seinem Krankenlager, des Tages über von der Herzogin, während der Nacht von einem der Leibärzte, die im Dienste adwechseln, gepflegt. Er erkennt seine Umgebung nicht mehr und zeigt fein Verlangen nach Nahrung, die ihm aber von Zeit zu Zeit von den Aerzteu und Pflegern nach Thnnlichkeit eingeflößt wird. Ta die Schwäche zlinimmt, so muß man jeden Augenblick auf die nicht zu vermeidende Wendung gefaßt fein. Nachdem schon seit Beginn der Krankheit von Reaierungs- handlilngen des hohen Herrn keine Rede mehr fein konnte, so ist in der hiesigen volksparteilicheu Presse aus die Einsetzung einer Regent­schaft hiilgewiesen worden, doch erscheint die Lage derart, daß eine solche Zwijchenregiernng kaum erforderlich werden dürfte. Es sind übrigens die Vorbereitungen so getroffen, daß mit dem Ableben des Herzogs Ernst der Prinz Alfred von Edinburg, geboren am

Sommer- Winter- ©cuuner

Weizen

Roggen

Deutsches Reich.

* Hof- und Perfonal-Dachrichten. Gestern Nachmittag starb in Nhöndorf der Bnchdruckerei-Besitzer und Verleger der Kölnischen Volkszeitung" Herr I. P. Bache ui im Alter von 71 Jahren.

wollen. Auch die Natioiialliberalen von 1848 machten sich einen solchen Einheitsstaat nach der Schablone zurecht. Sie rechneten nicht mit den Empfindlingen, Gewohnheiten und Gedanken des Volkes, nicht mit der Macht der Dynastiee» und schufen sich auf diese Weise die größten Feinde. Ich suchte bei der Schaffung der Einheit Alles zu erhalten, was irgend mit dieser verträglich war. Die großen Kundgebungen, die mir aus den Staaten außerhalb Preußens werden, sind mir ein Beweis für die Richtigkeit meiner Politik. Zu jenen Preußen aber, die damit nicht zufrieden sind und alle anderen einsacke» wollen, sage ich: Ihr seid die Partiku- laristen, Ihr kennt das aiißerprenßische Deutschland nicht! (Donnernder Beifall.) Darum macht es mir Sorge in meinen alten Tagen, zu feben, wie man die verfassungsmäßigen Grundlage» untergraben und eine kaiserliche Ceutralmacht schaffen will. Glauben Sie, daß es ein Fortschritt ist, wenn statt der acht Fürsten in Thüringen ein kaiserl. Oberpräsident in Erfurt residirte? (Ruse: Nein. Großer Beifall.) Der Deutsche hängt an seinen Dynastieen, und die Dynastieen hängen auch an Deutschland. Das bat einen positiven Werth, und das iniissen wir pflegen. Die Vorwürfe, die man mir macht, sind aus der Luft gegriffen. Wenn ich die Regiernng um der persön­lichen Macht ioillen bekämpfen wollte, dann würde ich eine Rund­reise durch Deutschland machen, überall VolkSversanmilnngen veran­stalten und, was ich gegen die Regierung auf dein Herzen habe, klein zerpflücken. Nachdem ich ein Menschenalter hindurch fähig war, die Staatsgeschäste zu leiten, habe ich doch jetzt wohl das staats­bürgerliche Recht, meine Meinung zu haben. Ich mache ans meinem Herzen keine Mördergrube, und das Lügen habe ich auch als Diplomat nicht gelernt. (Lang anhaltender stürntischer Beifall.) Als ich vor drei Jahren hier üben im Saale zu einer größeren Studenten-Tepntation sagte, die Hanptsache sei, die Neichsversasinng zu pflegen, wurde ich von Vielen nicht verstanden. Hente fängt man bald überall zu verstehen an, was ich sagen wollte. (Zn- flimniuttg) Sehen Sie nun, meine Herren, wie man den Posten des Reichskanzlers von dem des preußischen Minister-Präsidenten trennt, wie in Frankfurt bei der Konferenz der Finanzminister ein dem Reichskanzler untergeordneter Vüreaukrat, der Reichsschatz- sekretar, den Vorsitz geführt hat. Das ist verfassuiigswidrig. Der Reichskanzler und der Kaiser sind nach der Verfassung nur die ansführenden Organe der gesetzgebenden Faktoren, desVundeSralhs und Reichstags. Der ReickrSkauzler soll nur als preußischer Ministerpräsident Einfluß im BundeSrath durch die 17 Stimmen Preußens üben. Geht man aber daraus ans, daß der Reichskanzler außerhalb dieses Postens eine tonangebende Macht und daß seine Staatssekretäre über den Ministern der Einzelstaaten stellen, dann verletzt man die Neichsversasinng und geht darauf ans, ben Einheitsstaat zu begründen. Das halte ich für gesährlich und ist zu bekämpseii. Wir sollen in der Gleich­macherei und Unterdrücknng nicht weiter gehen. Die Verfassung ist gut, sie war eine schwere Arbeit und hat Opfer gekostet. Daß mau daran rüttelt, das macht mir Sorge. (Allgemeine Erregung und Beifall.) Jeder von Ihnen soll mit den gleichen Gefühlen sich dnrchdringen. Es ist zwar natürlich, daß die neuen Leute Fehler machen, aber unsere Pflicht ist es auch, diese Fehler zu rügen, beim der alte Kurs hat doch eine 40-jährige Erfahrung hinter sich. (Bravo.) Die Regierungen sollen ebenfalls über die Erhaltung der Reichsverfassmig wachen, vor Allein aber sollen sich die Landtage mehr rühren. Ich bedanere, daß diese nicht kräftiger ihre Stimme erheben. (Professor Schwenninger giebt dem Fürsten durch ein Zeichen sein Bedenken knnd, bei bet großen Hitze weiter zu reden.) Der Fürst mahnt nochmals, baß Jeder feine staatsbürgerlichen Rechte wahruehme, und bringt sein Hoch ans die Fürsten des Thüringer Landes. (Alles stimmt ein.) Nachdem noch Oberbürgermeister Schüler von Meiiiingen gedankt nnd ans die Fürstin ein Hoch ans- gebraeht hatte, zog sich der Fürst unter stürmischen Zurufen in das Haus zurück.

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Der Männer-GesangvereinOrpheus" aus Sannen, bet soeben eine Kunstreise durch Thüringen beendet hat, fang Freitag Nach­mittag vor dem Fürsten Bismarck. Fürst Bismarck dankte in einer Ansprache, in der er auf das deutsche Lied zu sprechen kam. Das deutsche Lied zähle er mit zu den Imponderabilien, die unfern Einigkeitsbestrebungen Erfolg und Verbreitung verschafft. Der Erfolg derWacht am Rhein" ist bekannt. In winterlichen Bivouacs, wo es oft an ordentlicher Nahrung fehlte, war das Singen dieses Liedes den Soldaten doch eine Herzstärkiing, und diese ich wichtig fürs Gefecht. Auch die Beziehungen zu unseren Bundesgenossen, fo zum mächtigsten, Oesterreich, liegen mehr auf kulturellem als auf anderem Gebiete, und die Musik hat in diesen Beziehungen redlichen Antheil. Wir hätten kaum so oft nach Wien geblickt, hätten nicht Haydn, Mozart und Beethoven dort gelebt und die Beziehungen zwischen dem Niederrhein und Wien gefestigt. Auch in linieren Beziehmige» zu Italien hat die Musik ihre 'Verdienste. Die Musik wäre bei uns wohl nicht so entwickelt, fände sie nicht auch an den einzelnen Höfen rege Pflege und von den herrschenden Familien in Deutschland ist ja keine musikfeindlich. In, Rußland z. B. würden wir in kleineren Städten, wie in ®lberfc!bjnib Barmen, kaum besondere Kunststätten finden. Ich danke Ihnen, sprach der Fürst gegen Schluß seiner Ansprache, für die lyorbmuig des deutschen Liedes, pflegen Sie es auch ferner. Tas deutsche Lied klingt, wo es ernst wird, an das deutsche Vaterland und die Einheit an, bis in die Studentengelage hinein kommt immer dieser Grundgedanke der Deutsche kann diese Eigenschaft nicht verschweigen. Das deutsche Lied halt auch die deutsche Einheit wach die Deutschen sind wie ein Ehepaar, in stillen Zeiten zankh mau sich wohl tüchtig, will aber ein Dritter sich darein mischen, so fallen Manu und Fran einig über ihn her! (Heiterkeit.) et»rst Bismarck schloß mit einem Hoch auf seinen ersten Wahlkreis, das Wnpperthal. Der Fürst richtete später noch des Oefteren an die Langer freundliche Worte und meinte einmal bei den Volksliedern:Die gehen meistens aufs Sterben ans, mit dem Sterben wollen wir aber noch nicht so schnell bei der Hand fein." ________________

Winter-

Sommer- I

Sommer-Gerste .

Hafer.....

Erbsen . . . . Kartoffeln . . . Klee und Luzerne