Abend-Ausgabe
26 auf Antisemiten und Wilde entfallen. — Wie verlautet, fanden Dienstag au der Berliner Börse Besprechungen statt, um die russischen Papiere von der Berliner Börse anszuschließen. Die Anregung fand einhellige Billigung und dürfte schon in allernächster Zeit Beschluß werden. Der Vorgang scheint uns charakteristisch. Sobald die Börsianer in ihren Interessen geschädigt werden, wehren sie sich, und das mit Recht, ihrer Haut. Ader sie hätten, bevor das Publikum durch ausländischen Werthe in unglaublicher Weise geschädigt tvurde, zeitig genug jene verdächtigen „Werthe" von der Börse ausschließen sollen. Freilich haben die argentinischen, niexi- kanischen, portugiesischen und griechischen Anleihen den Herreu Börsen- speknlanteu Millionen eingebracht.
* A„f den Bergwerken in Preussen haben int Jahre 1892 96 Entzündungen schlagender Wetter stattgesunden, voit den 24 den Tod von Bergleuten zur Folge hatten. Von den Entzündungen entfallen 75 auf den Oberbcrgamtsbezirk Dortmund, 16 auf de» Bezirk Bonn, 4 auf Breslau und 1 auf Clausthal. Die Zahl der Getödteten ist weit uuter der des Vorjahres wie auch unter dem Mittel der Jahre 1886-1890 geblieben, sie betrug 53 gegen 107 im Jahre 1891. Der schwerste Unglücksfall, der den Tod von 10 Mann zur Folge hatte, erfolgte amlO.Jauuar auf ZechcWolfs- bank bei Borbeck. Von den 53 Verunglückten sind 47 bei den Entzündungen selbst durch äußere Verletzungen getödtet, 6 erstickten int Nachschwaden. Eigeuthümlicher Weise waren die meistenEutzündutigeu, nämlich je 22, am Montag und Samstag zu verzeichnen, 17 entfallen auf Freitage, 12 auf Dienstage, je 11 auf Mittwoch und Donnerstag und 1 auf Sonntag. Als unmittelbate Veranlassung zur Ent- zünduug der schlagender Wetter war oder ift doch als wahrscheinlich anzunehmeu: Gebrauch offener Grubenlichter in 13 Fällen, Benutzung von Feuerzeug (Tabakpfeife) in 2, unbefugtes Oeffucn der SicherheitSlampe in 11, Schadhaftigkeit derselben in 8, unvorsichtiges Bewegen der Lampe in 15 und Schießarbeit in 42 Fällen. Unvorsichtigkeit war in 5, grobe Fahrlässigkeit in 7, unmittelbare Uebertretung einer bergpolizeilichen Vorschrift in 35 Fällen die Ursache.
* Statistisches. Die Gesammtheitaller 1892in den preußischen Seehäscn nitgefommenen Schiffe weist auffallende Abweichungen gegenüber dem Vorjahre nicht ans; es liefen ein 49,684 (im Vörxihre 50,563) mit einem Nettorannigehalte vo» 6,229,565 (i. V. 6,322,388) Registertonnen und einer Besatzung von 294,899 (i. V. 294,592). Köpfen. Nicht zu Haudelszlveckeu, sondern um Schutz zu suchen, wegen widrigen Windes, um Kohlen oder Proviant eittzunehmen re., liefen ein 165Schiffe mit27,485Registertonnen und 1046Seelenten. Von den lediglich H atidelszwecken dienenden Fahrzengen entfielen ans die Dampfer 21,752 (gleich 43,93 v. H.) mit eiltet Gesammttragfähigkeit von 4,901,761 Registertonnen (gleich 79,03 v. H.) und einer gesammten Besatzung von 215,880 Manu (gleich 73,47 v. H. der Ge-
sammtzahl). Von allen angelangtcn Dainpfern waren ohne Ladung 1299 oder 5,97 v. H., von allen Seglern 6409 oder 23,08 v. H. Der Rettoraumgehalt aller beladenen Schiffe betrug 5,614,203 Registertonnen gleich 90,52 v. H., der Ranmgehalt aller Schiffe in Ballast 587,877 Registertonnen gleich 9,48 v. H.; bei den Dampfschiffen in Ladung belief sich der Raunt- gehalt auf 4,492,105 Registertonne» oder 91,64 v. H., bei den Seglern ans 1,122,098 Registertonnen oder 86,29 v. H. Das Ver- bältniß der Mannschaft zum Tonnengehalte der Fahrzeuge stellte sich für Dampfer und Segelschiffe zusammen wie 1:21,11, für erstere allein wie 1:22,71, für die letzteren wie 1:16,68. Hieraus ergeben sich für die Segelschiffe wesentliche Nachtheile gegenüber den Dampfern, welche int Laufe einer Schiffahrtsperiode einerseits viel mehr Fahrten machen, anderseits an Betriebskosten nicht unerheblich spaten köiinen. Ein Vergleich der statistischen Ergebnisse für 1892 mit denen des Vor- lahrcs ergiebt bezüglich der Schiffszahl eine Abnnhtne um 1,04, bezüglich des Raumgehaltes eine solche um 1,05 und bezüglich der Mannschaften eine solche um 1,02 v H. Hierbei ist der Verkehr Helgolands, welcher sich 1892 auf 1011 zu Haudelszwecken eilige« troffene Schiffe mit 207,209 Registertonnen und 9853 Schiffsmannschaften belief, nicht nutberücksichtigt, weil er 1891 nur für das letzte Vierteljahr in Betracht kommen konnte. Bei einer Unterscheidung der zu Handelszwecken dienenden Schiffe nach den beiden Ktisten- strecken zeigt sich, daß von sämmtlichen Dampfern auf das Ostseegebiet der Anzahl nach 60,20, der Tragfähigkeit nach 75,79 und der Mannschaft nach 68,20 von. Hundert entfielen. Für die Segelschiffe lauten die Zahlen bezw. 42,77, 50,58 und 45,76 v. H. Die Danipf- schiffahrt an der Ostseeküste Prenßeits überflieg die an der Stordseekuste der Giitcrmaffe nach tun etwa das S’^fndje, während sich die segelschtff- fahrt in dieser Beziehung an beiden Küste» annähernd deckte; dagegen zeigt eine Vergleichung der Zahl der Segelschiffe tut Nord- uttö Ostseegebiete, daß der Schiffsverkehr in den preußischen Nord- seehäsen mehr aus kleinen Fahrzetigen besteht. Legt man den ge- ineinsaiiieil Rettoraniiigehalt als Maßstab für die Beiirtheiluug zu Grunde, so kommen von ihm auf das Ostseegebiet 70,51 v. H. Von der Summe des Raumes entfielen auf Pommern 29,18, Schleswig-Holstein au der Ostsee 18,95, Ostpreußen 12,82, Schleswig- Holstein an der Nordsee 12,91, Westprenßeu 9,56, Hannover int westlichen Theile 7,77 und im östlichen 6,75, endlich das Nhein- gebiet 2,06 v. H. Däs starke Uebergewicht der Ostsee über die Nordsee in dieser Hinsicht gilt lediglich für die preußischen Hasen; würde man beit großen Seeverkehr Bremens und Hamburgs mit in den Kreis der Betrachtung ziehen, so würde die schiffsbewcgnilg in de» Häfen der Nordsee diejenige in den Leiste Hasen erheblich überwiegen.
* Arber di« auf dem inletnaiionale» Sotialifte»- Kongretz in Zürich vorgekoinmenen handgreiflichen Anseinander- setzungeii zwischen den Sozialdeinokraten und den Unabhängigen veröffentlichen die Abgeordneten Bebel, Liebknecht, Singer und Fischer von Zürich aus eine Erklärung, worin sie es als unwahr bezeichnen, daß Singer Gewaltthaten gegen die Unabhängigen veranlaßt habe. Die Unabhängigen hätten die ihnen widerfahrene Behandlung durch ihr ungezogenes Benehmen provozirt. Singer als Präsident sei von den durch die Anarchisten tc. provozirte» Skandalvorgäugen ebenso wie der Kongreß überrascht worden und sah sich gezwungen, eine viertelstündige Unterbrechung der Sitzung eintreten'ju lassen. Erst nachdem eine Anzahl Delegirter vergeblich versucht hatte, die Störensriede zn beschwichtigen, habe Singer auf Anfrage eines Mitglieds des Züricher Organisations-ComiteS, was nun geschehen solle, die Weisung crtheilt, die Ruhestörer zn entfernen. Unwahr sei ferner, daß Bebel geäußert habe: es sei doch nothigen- salls für handfeste Leute gesorgt.
itobdiirnrr Sagblatt
1893
Donnerstag, den 17. August
Ko. 382
Politische Tages-Rundschau.
k — Es ist ttun genau ei» Jahr her, daß die Cholera --»Hamburg auftrat und allgemeine Beunruhigung im Reiche dachrief. Der Reichsanzeiger hat sehr zur rechten Zeit die Zahnung ati die Bevölkerung ergehen lassen, die Reicbs- ttib Staatsbehörden in dem Bestreben zur Abwendung eitie3 erneuten Einbruchs der verhecrcndcu Seuche nach besten Kräften zu unterstützen. Die Gefahr eines Wieder- Auftretens der Cholera in Deutschland ist aus verschiedenen gründen eine so hohe nicht mehr wie im vorigen Jahre. *6er sie muß doch ernstlich ins Auge gefaßt werden, denn ^»gsum in den angrenzenden Ländern ist die tückische «rankhcit doch wieder erschienen. Die Anfmcrksamkeit der «ehördeu ist vor Allem auf die Vorbeugungs-Maßregeln toufjtct, und schon dabei kann die Bevölkerung in weitem rtofee sich hülfreich nützlich machen. Eine umfassende, prophylaktische Thätigkcit ist ja auch das Einzige, was srnen sicheren Schutz gegen die Krankheit gemährt. Denn die Wissenschaft kenntvorläufignochkeinwirksamesHeilmittcl. Die Dvrschriften der Gesundheitspflege mögen deshalb allen Kreisen
der Bevölkerung im gegenwärtigen Zeitpunkt zu allermeist empfohlen sein. Wie sehr die Hygieine zur Fernhaltung von Krankheiten dienen kann, lehren ja zahlreiche Erfahrungen. So ist es in Preußen nach strenger Durchführung der Desinfektionsbcstimmungen beispielsweise jetzt gelungen, die Zahl der Erkraukungen am Kindbettfieber tun 75 pCl. herabzumindern. Die Behörden haben nun die ausführlichen Verhaltungsmaßregeln zur Vorbeugung der Cholera in Erinnerung gebracht. Es wird besonders vor dem unvorsichtigen Genüsse unreifen und rohen Obstes gewarnt und dringende Vorsicht gegenüber dem Wasser der im vorigen Jahre iufizirten Flußlänfe empfohlen, die sorgfältigste Behandlung bei Durchfall und ähnlichen Erkranknngen zur Pflicht gemacht u. s. w. Die gewohnte Lebensweise, soweit sie ebeil vernünftiger Weise eingerichtet war, soll dabei möglichst aufrecht erhalten werden, und namentlich soll sich die Bevö'lkernng nicht ängstigen und beunruhigen lassen, wenn da und dorther ein Paar einzelner Erkrankungsfälle gemeldet werden. Die Erwartung, daß es in diesem Jahre gelingt, das epidemische Auftreten der Cholera fernzuhalten, ist, wie gesagt, eine besser begründete als im vorigen Jahre. Sollte trotz aller Vorsichtsmaßregeln die Seuche dennoch in Deutschland wieder Boden gewinnen, so werden die gleichen Maßregeln wie im vergangenen Jahre zur Bekämpfung eines weiteren Umsichgreifens der Epidemie in Anwendung kommen, mit denjenigen Modifikationen jedoch, welche sich durch die gewonnene Erfahrung als münschenswerth und zweckmäßig ergeben haben. Hauptsächlich dürfte es für das Publikum und die Geschäftswelt zur Beruhigung dienen, daß nach einer Verfichernng, welche der Kultusminister unlängst int Abgeordncteuhause abgegeben hat, eine so ausgedehnte Beschränkung und Erschwerung des Güter- und Personenverkehrs, wie sie im verflossenen Jahre stattfand, nicht wieder eintrrtc» werd«, da die Verschleppuugsgefahr durch den Personen- und Frachtvcrkrhr sich als wenig bedeutungsvoll herausgestellt habe. Bekanntlich war es im vorigen Jahre namentlich die allgemeine Furcht vor einer Ausbreitung der Cholera durch Waareu aus verseuchten Gebieten, wodurch der Geschäftswelt so erhebliche Verluste und schwere Schädigntigcn erwuchsen.
Infolge der Heimsuchnng Deutschlands durch die Cholera ist auch die Frage einer Medizinalreform endlich in lebhafteren Flnß gekommen, lieber die Nothwendigkcit einer solchen herrscht auch in Regierungskreisen kein Zweifel mehr. Die jetzigen Zustände, welche die wirksame Bekämpfung von Epidemieeu vielfach geradezu vereiteln, haben sich als ganz unhaltbar herausgestellt. Uud da handelt es sich nicht nur um die Cholera allein, es handelt sich um die Bekämpfung auch aller übrigen Epidemieeu, die in der Wirklichkeit sogar gefährlich sind, obwohl die Bevölkerung sich ihnen gegenüber weit ruhiger zu verhalten pflegt. Denn der Cholera kann man durch normale uud rationelle Lebensweise wirksam Vorbeugen, den meisten anderen Seuchen aber nicht. Nach Kochs Berechnung sterben in Europa, speziell im Westen, jährlich weit mehr Leute an der Tuberkulose als an der Cholera. Diese letztere erforderte im verflossenen Jahre 8000 Opfer, während die Diphtherie allein in Preußen jährlich 20,000 Menschenleben vernichtet und die Tuberkulose gar 40,000. Um den Kampf gegen diese verheerenden Krankheiten insgesammt mit größerem Erfolg führen zn können, bedarf es einer Medizinalreform, die vor Allem auch das unmittelbare Zugreifen der Kreisphysiker ermöglicht, überhaupt den Medizinalbehörden gegenüber den Verwaltungsbehörden eine zweckmäßige Stellung verleiht. Die Mcdizinalreform sollte aber auch von Reichs wegen erfolgen l ___________________
Die neuen Sleiierpeojekle.
Die Frankfurter Finanzminister-Konferenz ist zur vollen Einigung Über die Grundzüge der Reichsfinanzreform ge- Immen, die mit der bisherige» Schuldenwirthschaft ein Ende mchen soll. Das Mehr an Steuern, das zur Dnrch- flhrung der Finanzreform benöthigt wird, ist auf hundert Wionen festgestellt; davon entfallen 60 Millionen auf die Kosten der Militär-Vorlage, und je 20 Millionen sind für sm Tilgung der auf 2 Milliarden angewachsenen Reichs- I schulden und für die Ueberweisnngen an die Einzelstaaten W veranschlagt. Zur Aufbringung des Mehrbedarfs von Wv Millionen sollen folgende Stenern dienen: außer der kMsensteuer, die noch zu dem alten Steuerbongnet gehört, leine Quittungssteuer, eine Tabakfabrikatsteuer und eine I iuruäroeinfteuer. Diese neuen Steuervorschläge werden in den Steuerzahlerkreisen eine sehr geiheilte Aufnahme finden, f Den größten Widerspruch wird aber die Tabakfabrikatsteuer i erwecken, mit der nun dem Volke doch eine neue Verbrauchssteuer auferlegt werden soll, trotz der gegeutheiligen Versicherungen, welche bei der Berathung der Militär-Vorlage im Reichstag von Regierungsseite gegeben wurden. Es darf als zweifellos gelten, daß die Tabakfabrikatsteuer die iTabakindustrie in hohem Maße schädigen und den Konsum inheblich verthenern wird. Die Tabakintereffenten haben Angesichts des schon lange in der Luft liegenden Tabaksteuerprojekts Alles gethan, um die Negierungskreise zu überzeugen, daß der Tabak eine neue Steuer nicht zu ertragen vermag — ihre Bemühungen sind jedoch umsonst gewesen. Von sonstigen Steuerprojekten sind noch die Wehrsteuer und die Jnseratenstemr von der Finanzminister- Konferenz in den Kreis der Berathungen gezogen worden, vorläufig aber mit negativem Resultat. Bezüglich der Jnscratensteuer kann man das Wcht bedauern, denn diese wäre eine neue Ausnahme-Gewerbesteuer, welche das Zcitnugs- gewerbe schwer treffen würde. Was dagegen die Wchr- steuer anbetrifft, so wird man vielfach der Meinung sein, daß sie vor der Tabakfabrikatsteuer den Vorzug verdient hülle, da sie nicht so drückend wie eine Verbrauchssteuer ist und dem Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit entspricht.
Es wird Ausgabe des Reichstags sein, über die neuen Eteuervorschläge zu beschließen, und man darf wohl er' 'warten, daß er vor Allem den begründeten Einwendniigeu Segen die Tabakfabrikatsteuer Rechuuug tragen wird. Bei ■ bin Wahlen zum Reichstag ist bett Wählern versprochen ! worden, daß die Kosten der Militär-Vorlage auf die s Echulteru der leistungsfähigeren Stenerzahler gelegt werden sollen, und hoffentlich sehen sich die Wähler hierin nicht getäuscht. Es zeigt sich jetzt, daß man in den Wählerkreisen nicht ohne guten Grund die Erledigung der Kostendeckuugs- |frage vor der Bewilligung der Militär-Vorlage wünschte, denn wäre die Feststellung der Decknngsmittel zuerst erfolgt, M würde sich die Regierung gehütet haben, durch Hcrvor- । treten mit einer Verbrauchssteuer die Durchdringung der Militär-Vorlage in Frage zu stelle».
E Für die 60 Millionen, welche die Kostendeckung der Militär-Vorlage erfordert, wird der Reichstag neue Steuern ^ohne Weiteres bewilligen müssen. Bezüglich der übrige» W Millionen wird es sich aber fragen, ob die Reichsfinanz- Bporm, wie sie von der Frankfurter Finanzmittister-Konferenz Bä ihren Grnndzügen festgestellt ist, die Zustimmung des Weichstags findet. Es fehlt ebenso wenig an Bedenken gegen U kine Mehrbewilligung von Steuern über die Kosten der UAilitär-Vorlage hinaus, wie gegen den entworfenen Plan U der Reichsfinanzreform, wenn man sich auch der Noth- t Wendigkeit der Finanzreform nicht verschließen kann. W. C.
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Deutsches Reich.
* Aos- ,md Personal-Nachrichten. Wie zuverläfsig verlautet, entbehrt die allerdings von vornherein den Stempel der Unglanbwurdiakeit tragende Blätterrneldnng von der Verheirathung des P r inze n A l e xa nd e r v on P r e n ß en mit einer Münchener Schauspielerin jeder Begründung. — Der Rücktritt des Kriegs- minifterS Gmeral v. Käl ten bo rn-Ltachau wird wahrscheinlich noch vor dem Herbste erfolgen. Man beschäftigt sich in den maßgebenden Kreisen bereits mit der Suche nach einem geeigneten Nachfolger.
* gerillt, 17. August. Bis gestern Nachmittag wurden außer den bereits erwähnten drei Cholera-Erkranknngen bei der Sanitätsablheilmia des Polizeipräsidiums keine weiteren Fälle gemeldet. — Der Obstverkanf ist infolge der Berliner Cholerafälle bedeutend zurückgeqaugen. Man erwartet allernächstens eine Verfügung des PolizeipräsidinmS, welche den Obstverkauf auf der Straße verbietet. — Von den drei erkrankten Personen sind zwei bereits gestorben. Die Untersuchung ergab, daß die Erkrankung hervvrgeruien war durch den Genuß von Eßwaaren, welche der Arbeiter Kyual ans Russisch-Polen bezogen hatte. Die Charitö hat eine Ouarantänestatiou eingerichtet. Jeder einzelne Cbolerasall ober jede ähnliche Krankheit soll amtlich pnblizirt werden. — Die „Storr, des Bundes der Landwirthe" bringt das Verzeichniß der Mitglieder der Wirthfchaf tliche-n Vereinigung im Reichstag. (5S umfaßt 130 Namen, von denen 60 auf die deutsch-konservative I Partei, 25 auf die Reichspartei, 19 auf die NalionaUiberalen und
Anzeigett-PreiSr
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