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Abend-Ausgabe.

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Verlag: Langgasse 27,

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1893

Dienstag, den 13. August

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da ihnen sonst vielleicht für den fraglichen Gewinn in den Kreisen des Kleinbnrgerthnms sicherer Verlust unter ihren bisherigen Anhängern droht, die mehr und mehr in das Lager der Opposition übergehen könnten. Zweifellos dürfte der Kampf zwischen Anarchismus und Sozialdemokratie nach den Vorgängen auf dem Züricher Kongretz noch heftiger als vorher entbrennen. Die Anarchisten schlagen gewaltigen Lärm und klagen die Herren Bebel und Liebknecht an, datz sie verkappte Bourgeois seien. Auch auf dem Kongreß gab s" es viele Sozialisten, die den Ausschluß der Anarchisten nicht billigten. So hat die vielgerühmte Einigkeit derProletarier - aller Länder" einen starken Stoß erlitten.

? Beachtcnswerth war auf dem Züricher Kongreß auch der

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| Zwischenfall, welchen der Russe Plcachow durch seine ab- t* fällige Kritik des Zweibundcs hervorrief. Er tadelte in beißenden Ausdrücken diesen Bund, den die freiheitliche Re- publik mit dem knechtenden Despotismus geschlossen, lieber * diese Worte geriethen die französischen Delegirten in große - Entrüstung, und es kam zu heftigen Auftritten. Der Vor- '' fall lehrt wieder, daß die Franzosen aller Parieirichtungen E stets den Patriotismus über den Parteistandpunkt stellen. [ Selbst der französische Sozialist ist erst Franzose und dann Sozialist. Wie anders dagegen die deutschen Sozial­

demokraten, bei denen man vergebens nach patriotischen Regungen sucht. Auch mancher Gebildete, der aus kosmo­politischer Schwärmerei gegen den Nationalismus kämpft, könnte sich den Vorfall zur Lehre dienen lassen.

Die Rücksichtslosigkeit der Gesinnung, von welcher sich die sozialistischen Parteiführer leiten lassen, hat Friedrich Engels, einer derVäter" des Sozialisnius, der auf dem letzten Kongretztage sprach, in unabsichtlicher Weise wieder einmal enthüllt. Er sagte u. A., datz man in Deutschland die Aufhebung des Sozialistengesetzes bedaure, denn unter diesem Gesetze wären die Reibungen mit der Polizei doch gar zu amüsant gewesen. Also den sozialpolitischen Partei­führern war das Sozialistengesetz ein erwünschter Reibungs- gegcnstand, ein gutes Mittel zur Agitation dafür aber, daß viele Irregeleitete wegen Uebertrclung des Gesetzes schwer büßen mutzten, hatten sie weder Auge noch Ohr! Das ist dieselbe Rücksichtslosigkeit der Gesinnung, welche manche sozialistische Hanptmatadore davon abhült, bei der Besserung der Lage der unteren Klassen thalkrästig mitznwirken. Dadurch würde ja die Unzufriedenheit nicht gehoben und die -Führerschaft überflüssig.

täglich chlt di, 16'258 10.

kannter 15949

sozialdemokratischen Partei, die zum entschiedensten ' Radicalisinus übergegaugen sind und nun der Sozial­demokratie Konkurrenz zu machen suchen. Es ist in erster Linie die Sorge um ihre Alleinherrschaft über die Arbeitcr- masscu, welche die Herren Bebel, Liebknecht und Singer veranlaßt hat, gegen den Anarchismus ebenso wie gegen die gleichfalls unznfriedenen, aber nicht ganz so radikalen Unabhängigen" Front zu machen. Dafür, das; die Sozial­demokratie jede Gemeinsamkeit mit den Zielen des Anarchismus zurückweist, bedurfte es einer besonderen Erklärung des Herrn Bebel kaum, denn daö konnte als selbstverständlich

. gelte», da das Programm der Anarchisten, welches Auf- @ Hebung aller Gesetze und jeder Autorität verlangt und zur ^ Nacheiferung der verabschcuungsmürdigeu Thateu eines

s Ravachol und Reinsdorfs auffordert, der reinste Hohn auf die gesunde Verminst ist und anders selbst von einem zielbewußten Sozialisten nicht betrachtet - werden tarnt. Auch die meisten Anhänger des Anarchismus, so verbissene Feinde der heutigen Gesellschafts-Ordnung sie auch sein mögen, werden schwerlich mit den von den anarchistischen Führern ausgestellten, Mord und Todschlag

, predigenden Prinzipien einverstanden sein, sondern matt darf wohl annehmen, daß sie sich dem Anarchismus lediglich des­halb auschließeu, weil sie vou ihm die Bekämpfung des ge- £ mätzigteren Sozialismus erwarten und seine Chanecu für * aussichtsreicher halten, als die der Partei derUnabhängigen". | Die Thalsache, daß sowohl dieUnabhängigen" wie der Anarchismus radikalere Umsturzrichtungen vertreten, bleibt kr freilich bestehen, und die Entwicklung der sozialistischen Bc- - wegnng, welche diese beiden Nebenströmungen hervorgebracht ° resp. gekräftigt hat, liefert somit von Neuem bett Beweis, ' daß beim NadiccklismuS die scharfe Tonart immer noch von einer schärferen übertroffen wird. Zugleich haben wir aber auch wieder den Beweis, daß die Sozialdemokratie ? in ihrer wahren Gestalt revolutionär ist, denn die s Opposition derUnabhängigen" und Anarchisten ist aus - ihr nur dadurch eutstanden, daß die sozialistischen Partei­führer in der Absicht, das Kleinbürgerthum in die sozia- t listische Bewegung hineinzuziehen, gemäßigtere Tendenzen ; zur Schau trugen. Es fragt sich, ob die Herren Bebel " und Liebknecht durch dieUnabhängigen" und Anarchisten * nicht gezwungen werden, ihre bonrgeoisfrenndlichere Maske I; abzulegen und sich wieder offen zur Revolution zu bekennen.

ttelbard ir einig* I jene um u richte«

1623H

Der Züricher Sozialisten-Kongreß,

der am Samstag geschlossen worden ist, hat sich mit der Stellungnahme der Sozialdemokratie im Kriegsfälle, mit der Maifeier, der politischen Taktik der Sozialdemokratie und dem Schutz der Arbeiterinnen beschäftigt. Viel Positives ist " bei den Arbeiten nicht heransgekommen, und an Störungen

aller Art hat es den Verhandlungen nicht gefehlt. Gleich bei ihrem Beginn gab es einen großen Skandal aus Anlaß des Ausschlusses der anarchistischen Delegirten, ein Vor- . kommniß, das in mancher Beziehung bemerkenswcrth ist. " Die Anarchisten bestanden in der Mehrzahl aus Deutschen, darunter vorwiegend Berliner. Ihr Ausschluß vom Kongreß T wurde auf die energische Forderung Bebels hin beschlossen, mit der Begründung, daß der Anarchismus keine gemein- ' samen Ziele mit der Sozialdemokratie habe und letztere be­

kämpfe. Es kam hierbei die alte Gegnerschaft zwischen f» Sozialdemokratie unb Anarchismus zum Ausdruck, wie sie

schon in Berliner,Versammlungen zu Tage getreten ist. Die r sozialistischen Parteiführer erblicken in ben Anarchisten, bie, bisher kaum ernst genommen, in letzter Zeit sich in ber = Reichshauptstabt mehr Hervorthun, abtrünnige Elemente der

Politische Tages-Dnndschiut.

lieber bie Fi nanzmi nister-Konferenz wird derNordd. Allgem. Ztg." vongut unterrichteter Seite", also wahrscheinlich hochoffiziös, geschrieben:

Das Ergebniß der Beratlnnigen der Finaiiziniiiister in Frank­furt a. M. ist als ein in jeder Hinsicht befriedigendes z» bezeichnen. Die Anschauungen der versannnelten Staatsmänner über die Roth- wendigkeit einer Neuordnung der Neichsfinauzen und der finanziellen Beziehungen des Reiches zu den Einzelstaaten zeigten eine über­raschende Uebereinstimmnng. Aber und dies ist das Bedent- fiimere nicht nur über die Rothweudigkeit einer Reform, sondern auch Über bereit Ziele und Inhalt gelangte man in Frankfurt zur völligen Einigung. Nachdem diese Grundlage gewonnen war, er­wiesen sich im weiteren Verlaufe der Verhandlungen die Schwierig­keiten, welche einer Verständigung darüber entgegenstanden, auf welchem Wege man zu dem allseitig angestrebten Ziele gelangen könne, als nicht nnnberwindlich. Gerade in dieser Hinsicht macht sich der Werth des iiunüttelbnreii Gedankenaustausches geltend. Selbstverständlich traten gewisse Verschiedenheiten der Interessen hervor; aber wie die Minister der Einzelstaaten ihre Aufgabe nicht darin erblickten, Sonderiuteressen. ohne Rücksicht auf das Reichs- intereffe zu vertreten, so wurde andererseits auch nicht versucht, die Interessen des Reichs ohne billige Rücksichtnahme auf das Interesse der Einzelstaaten gellend zn machen. Der Ausgleich wurde überall umso leichter gefuudeu, als bei näherer Erwägung überall hervor­trat, daß ein Gegensatz zwischen beiden Interessensphären nicht be­steht, daß thalsächlich vielmehr die wohlverstandenen Interessen der Einzelstaaten in vollem Einklänge stehen mit den Interessen des Reiches. So hatte es anfangs den Anschein, als ob es vielleicht schwierig sein lvürde, über die Veslenernng des Weins und des Tabaks eine Verständignng herbeizusühreu. Nichtsdestoweniger ist es gelungen, auch in dieser Beziehung die Brücke zwischen Neichs- und Laudesinteresseu zu schlagen und die Grundlinien der aus­zuarbeitenden Gesetzentwürfe sestznstellen. Es verdient hervorgehoben zn werden, daß die Befürchtung einer zu starken Acccntuirnng des unikarischen Gedankens von keiner Seite in Frankfurt laut wurde. Die geplante Reform, im Großen wie im Einzelnen, steht mit dem Geist und Wortlaute der Verfassung des Reichs nicht nur im Ein­klang, sie darf vielmehr nnbedenklich als ein Versuch bezeichnet werden, solche Ziele zn erreichen, welche von der Verfassung selbst gesteckt sind. Das Gelingen dieses Versuches wird wesentlich davon abhängen, ob die gleiche Uebereinstimnnutg, welche sich zwischen den Vertretern der verbündeten Regierungen in Frankfurt a. M. gezeigt hat, auch mit dem Reichstag zu erzielen sein wird.

Zur bcutsch-russischeu Handelsvertrags' Angelegenheit hat dieser Tage der russische Finanz- ministcr eine Denkschrift losgelassen, die sich im Wesent­lichen und Thatsächlichcn mit der Caprivischen deckt und im Großen und Ganzen nur die Ucberzeugnug stärken kann, daß die Zugeständnisse Rußlands ungenügend waren. Die russische Presse findet selbstverständlich in ihren Be­sprechungen der Veröffentlichung des Fiitanzuiluisters das russische Verhalten sehr richtig und schiebt Deutschland die Schuld am Zollkriege zu. Alle Blätter plänkeln mehr ober weniger sarkastisch gegen Caprivi. Am beutlichsten spricht bieNowoje Wrcuija", bie bebauert, baß bie Denkschrift nicht schon einige Tage vor Einführung des Höchsttarifs ver­öffentlicht wurde, was umso richtiger geiuefcn wäre, da unter ben deutschen Jnbustrielleu eine Stimmung für bie Anfrecht- haltunggutcrbcutsch-russischerHaubclsbeziehungen bestehe.Das in ber Denkschrift erwähnte Vorschieben der Erholnugs- bebürstigkcitbcutscherMinister bezeichnet basSnworinische Blatt alsganz russisch". In früheren Zeiten seien in Nutzlanb ähnliche Geschichten vorgekommen; von Deutschlaub aber könnte inan bergleichen nicht erwarten. Trotz allcbem schließt bieNowoje Wreinja", vielleicht wäre cs noch besser gewesen, wenn Nutzlanb sich barüber nicht ereifert, sonbern ruhig abgewartet unb ben Höchsttarif nicht eingeführt hätte. Das Blatt hofft auf baldige Einstellung des Zollkrieges. Diese Hoffnung theilt bekanntlich ein Theil der russischen Presse. DieGcseta" glaubt sogar schon ben Schwanengesang des Zollkrieges zu vernehmeil. Die eigensinnige Hartnäckigkeit russischer Behörben scheintGcseta" außer Betracht zu lassen.

Anzeigen-PreiSr

Die einspaltige Pelitzeilc für locale Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. Reklamen die Petitzelle für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

Neber die Ergebnisse «nd die UerLheUnng der Girrkommerrsterrer 1892/93

bringt das jüngst erschieneneStat. Jahrb. für den prenß. Staat" eine "Anzahl von vergleichenden Tabellen, denen wir Folgendes entnehmen:

Bei einer rechnungsmäßigen Bevölkerung von 29,895,224 Per­sonen sind im Ganzen 2,437,886 Censitcn zur Einkommeusteuer veraulagt, daruuter 2028 nicht physische Personen. Abgesehen von diesen kämen auf 100 Einwohner 8,15 zur Einkommensteuer ver­anlagte. Auf dem Laude sind 1,025,785 Personen oder 5,68 pCt. der Bevölkerung, in den Städten 1,410,073 oder 11,92 pCt. zur Steuer veranlagt. Die Zahl der Einkommenstcuerpstichtigen ist also in den Städten mehr als noch einmal .so groß wie auf dem -Lande. Von den einzelnen Regierungsbezirken hatte, wenn man von Berlin mit 18,92 pCt. - absieht, verhältnißmäßig die meificli Censiten Arnsberg mit 14/17 pCt., alsdann folgen Düsseldorf mit 11,24 und Köln mit 10,00 pEt.; ferner haben einen hohen Prozent­satz der Einkommensteüerpsüchtigen die Regierungsbezirke Potsdam mit 9,67, Hannover mit 9,64, Schleswig mit 9,47, Wiesbaden mit 9,33 und Trier mit 9,22. Die wenigsten eiirkoinineuftenerpflichtigen Personen hatten die Regierungsbezirke Köslin und Bromberg mit je 4,46, Posen mit 3,91 sowie Gumbinnen unb Marienwerder mit je 3,82 pCt. der Bevölkerung. Westlich der Elbe hat fein Regierungsbezirk einen Prozentsatz von weniger als 6, so daß die verhältnißmäßig größere Wohlhabenheit des Westens aus diesen Zahlen klar hervortrilt. Von dem gesamurten Jahresbetrag der Steuer (124,842,848 Mk.) entfallen 10,056,743 Mk. ans die nicht physischen Personen; vou der städtischeir Bevölkerung wurden 81,334,760 Mk., von der ländlichen nur 30,451,345 Mk. aufgebracht. In Berlin ergab die Steuer 22,758,498 Air.; von den Regierungs­bezirken brachten nm meisten ans Düsseldorf mit 11,778,928 Mk., Wiesbaden mit 7,873,949, Arnsberg mit 6,862,941, Potsdam mit 6,507,524, Breslau mit 5,968,179, Magdeburg mit 5,839,663, Köln mit 5,624,659 und Schleswig mit 4,631,569 Mk., am wenigsten Stade mit 961,049, Gnrnbinilen mit 914,063, Köslin mit 852,342, Osnabrück mit 669,166, Aurich mit 649,858 und Stralsund mit 574,795 Mk. Ans den Kopf der Bevölkerung entfallen im Staats­durchschiritt 4,18 Mk. Einkomineirsteuer, ans dem Lande nur 1,69, in den Städten dagegen 7,13 Mk. Abgesehen von Berlin mit 14,41 Mk. Stener auf den Kopf, war der Betrag bei Weitem am höchsten im Regierungsbezirk Wiesbaden mit 9,25; dann folgen Köln mit 6,69, Düsseldorf mit 5,91, Magdeburg mit 5,45, Hannover mit 5,02, Arnsberg mit 4,99, Aachen mit 4,61 unb Potsdam mit 4,58 Mark auf den

Kopf der Bevölkerring; den verhältnißmäßig geringsten

Betrag brachten auf Osnabrück mit 2,25, Königsberg mit 1,89, Bromberg mit 1,68, Köslin mit 1,54, Posen mit 1,52, Marien­werder mit 1,28 und Gumbinnen mit 1,19 Mark auf den Kopf. Zieht man von der Gesammtbevölkening die Pcrsonerr ab, welche der Einkommensteuer nicht unterliege», weil ihr Einkommen den Betrag von 900 Mk. nicht übersteigt, oder weil sie gesetzlich von der Steuer befreit sind, so bleibt für den Staat eine einkominensteuer- psüchtige Bevölkerung von 8,943,165, die sich ans Stadt (4,537,612) unb Laub (4,405,553) ziemlich gleichmäßig vertheilt. Vergleicht man bie so ermittelte Personenzahl mit bem Betrage der Steuer, so cutiällt auf ben Kopf der steuerpflichtigen Bevölkerung int Staate ein Betrag von 13,96 Mk. Steuer; auf dem Lande kommen nur 6,91, in beit Städten dagegen 18,59 Mk. Steuer auf den Kopf. Dem hohen Berliner Betrage von 30,60 Mk. kommt die Steuer int Regierungsbezirk Wiesbaden mif_29,34 Mk. auf den Kopf sehr nahe (darans ergiebt sich, daß die Stadt Frnnksnrt, bereu Ziffer nicht angegeben ist, für sich allein erheblich mehr auf bett Kops der Bevölkerung und ber Steuerpflichtigen bezahlt als Berlin); alsbaitn folgen Köln mit 18,15, Breslau nut 18,14, Magbcbnrg mit 17,24, Aachen mit 16,41, Hannover mit 14,03, Düsseldorf mit 13,75, Potsdam mit 13,46 und Stralsund mit 13,41 Mk. Steuer auf den Kopf der stetierpflichtigen Bevölkerung. Am wenigsten reiche Leute wohnen in ben Regierungsbezirken Köslin mit 7,9i, Marien­werder mit 7,41, Gumbinnen mit 7,17 unb Trier mit 6,88 Mk. Stenern ans ben Kopf der Einkommensteuerpflichtigen. Leider ist bieZabl derEinkoinineusteuerpflichtigen in ben vorliegenden Tabellen nur für bett ganzen Staat, nicht für bie einzelnen Regierungs­bezirke nach Stufen getrennt. Wir können deshalb nur mitt heilen, daß 2,118,969 Censiten ein Einkommen vou 9003000 Mk. hatten, 201,714 ein solches von 30006000 Mk.,55,381 eines von 6000 bis 9500Mk.,46,050vou 9500-30,500Mk., 9039von30,500-100,000Mk. unb 1659 von über 100,000 Mk. Ein Einkommen von mehr als 1 Million Mark wurde vou 31 Personen versteuert, die fünf Höchst­besteuerten hatten ein Einkommen von 1,997,500 fött, 3,337,5Ä>Mk., 4,312,500 Mk., 5,857,500 Mk. und 6,757,200 Mk. Die letzten beiden Personen zahlten zusammen jährlich über 500,000 Mk. Ein­kommensteuer.

16314 I on fist |

Deutsches Reich.

* Aof- und yerronnl-ilddjriditcit. Wie offiziell bekannt wird, trifft der Kaiser am 10. September in Karlsruhe ein. Die Kaiierparade findet am 11. September statt. Aus Wiener Hof- kreisen verlautet, daß Kaiser Wil heim, bei seinem Besuch der ungarischen Manöver weder in Pest noch in Wien Aufenthalt nimmt. Er trifft am 17. September ein und fährt nach Lchlnß der viertägigen Manöver mit dem österreichischen Kaiser zu den Hirschjagden in des Erzherzogs Albrecht Herrschaft Bellye, von wo er direkt heiinkehrt. Ob er bei der Rückfahrt in Wien am 26. un­mittelbar durchreist ober einige Stunden zum Essen in Schönbrunn verweilt, steht nicht fest. Vom Jagdwetter dürste cs abhängen, ob er Morgens oder erst Abends in Wien eintrifft. Im letzteren Fall würde die unmittelbare Durchreise stattfinden. Die Kaiserin Friedrich ist gestern Früh von Athen abgereift. Die Taufe dort soll schon am nächsten Sonntag stattfinden. Prinz Heinrich von Preußen traf am Sonntag Vormittag in Haag cm. Zur Begrüßung waren am Bahnhofe die Prinzessin Heinrich mit ihrem Sohne erschienen. Die priuzlichc Familie begab sich sofort nach Scheveningeu.

* Ue-ersie-elnng -es 4 Gardr-Reaimento ?. $. Das 4. Garde-Regiment z. F. bat am Montag feine Garnison gewechselt und ist von Spandau nach Berlin übcrgeficbclt. In Spandau, das reichen Schmuck angelegt hatte, versammelte sich um 6/e Uhr das Regiment aus dem Marktplatz. Das Garbe-Feldartillene- Regiment, bas Königin Eüsabeth-Regiuient unb das dritte Trcnn-

41. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezuas-PrelS: 50 Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. Der Bezug kann jederzeit be­gonnen werden.

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