Abend-Ausgabe
ViksbÄemr Sagblatt
Verlag: Langgasie 27.
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Ko. 332
1893
Wittmoch, den 19. Juli
Drntfches Reich.
* Hof- nnd Vrrsonal-Uachrichten. Der Nbg. Heinrich Rickert, der zur Zeit in seinem 60. Lebensjahre steht, wird sich, wie die „Volksztg." hört, in Kurzem zum zweiten Male ver- heirathen, und zwar mit der früheren Gattin des Geschichts- malcrs Professor Werner Schuch. Die vormalige Frau Schuch ist eine Tochter von Levin Schückiug.
* Kerliu, 19. Juli. Dem Vernehmen nach findet am 6. August in Frankfurt a. M. eine Konferenz der Finanzministcr der deutschen Bundesstaaten mit Dr. Miquel statt. — In unterrichteten Berliner Kreisen glaubt mau nicht, daß die E r e i g n i s s e i n S i a m sich zu einem Konflikt zwischen England nnd Frankreich zuspitzen werden, da man weiß, dass die französische Negierung in London bereits Erklärungen abgegeben hat, denen zufolge sie die Unabhängigkeit und Souveränität SinmS nicht antasten will. Eine entsprechende Nachricht theilte die „Nationalzcitung" gestern Abend aus London mit.
* Zum Vorschlag einer Inseratensteuer bemerkt der „Hanu. Cour.": Der Führer der konservativen Partei im Reichstage, Frhr. v. Mantenffel, hat bei der ersten Lesung der Militär- Vorlage am Donnerstag vor acht Tagen, wie er sich ausdrückte, sein „steuerliches Lieblingspferd vorgeritten", die Inseratensteuer. Es scheint in konservativen Kreiieu verschnupft zu haben, das; die Produktion des Frhrn. v. Manteuffel auf seinem Licblingspferd außer in der konservativen Partei keine Beachtung gesunden hat. „Es muß auffallen — schreibt die „Konserv. Korresp." — daß gerade jene Blätter, die sonst so liebevoll und ausuierksam die „junkerlichen Steuerpläne" dem Volke enthüllen, diesmal den v. Mantcuffelschen Projekten gegenüber sich völlig schweigsam verhalten." Der „Haun. Cour." gehört nicht zu jenen Blättern, welche Enthüllungen über „junkerliche Steuerpläne" als Sport betreibe»; dennoch würden wir auch zu dem erneuten Vorschläge einer Inseratensteuer das Wort ergriffen haben, wenn wir dies nicht erst vor kurzer Zeit ge- than hätten. Diese Steuer ist nämlich keineswegs ein Original- steckenpferd des Frbrn. v. Manteuffel, sondern auch von anderer Seite, u. A. von Frhrn. v. Stumm, wiederhcstt empfohlen worden. Da aber die „Kons. Son." meint, daß das Schweigen der liberalen Presse irgend einen gehcimnißvollen Hintergrund hab«, eigennützige
Motive nnd dergl., so wollen wir ausdrücklich widerholen, daß wir diese Steuer für durchaus verkehrt halten, gerade mit Rücksicht auf die augenblicklich so wenig befriedigende wirthschastliche Lage. Die großen inserirenden Firnien, Bankinstitute und dergl. würden es freilich trage» können, wenn die Steuer, wie zunächst anzunehmen, eine Vertheuerung der Inserate herbeiführte; auch die große „Reklame" würde schwerlich dadurch beschnitten werden. Es würden darunter lediglich die kleinen Gnverbetreibenden leiden, die sich, der Kosten wegen, nur schwerlich einmal zu einer Ankündigung in der Zeitung entschließen, die sich aber endlich doch dazu verstehen, als dem einzigen Mittel, sich dem kaufenden Publikum bekannt zu machen oder wieder in Erinnernng zu bringen, und so ihrem stockende» Absatz aufznhelfen. Also gerade diejenigen gewerblichen Kreise würden von der Inseratensteuer betroffen werden, für deren Interessen auch die Konservativen so gern lebhaft eintreten. Und die Zeitungen, die eine Inseratensteuer besondes spüren würden, sind nicht die größeren, alten und gut fnndirten Blätter in Berlin oder in der Provinz, sondern das würde die kleine Proviuzpresse sein, äcitungen überwiegend von konservativer und gemäßigt liberaler endenz, die schon jetzt einen schweren Kampf ums Dasein gegen die billige Berliner Schleiiderkonknrrenz führen. Von jenen kleinen Blättern würde» nianche auf dem Platz bleiben, und jene Berliner Konkurrenten mit ihren zersetzenden Tendenzen würden de» Vortheil haben, falls das „steuerliche Lieblingspferd" des Frhrn. v. Manteuffel als Sieger durch die Bahn ginge. Wenn das offizielle Organ der konservativen Partei sich eine» offenen Blick auch für die Untugenden des Lieblingspferdes des Parteiführers bewahrt hat, so inüß sie unseren Bedenken beipflichten.
* Kaiserlicher Dank. Dem Reichskanzler Grafe» Caprivi hat der Kaiser für die Durchdringung der Militär-Vorlage durch folgende int „Reichsauzeiger" unter dem 15. Juli veröffentlichte Kabinetsordre einen besonderen Dank ausgesprochen: Mein lieber Reichskanzler Graf v. Caprivi! Mit freudiger Genugthnung blicke Ich auf den erfolgreiche» Abschluß der Verhandlungen über die Armee-Reform, weiche durch die nothwcndige Verstärkung unserer Wehrkraft eine Bürgschaft für die Sicherheit des Reichs nnd damit für eine gedeihliche Entwicklung unserer vaterländischen Verhältnisse darbietet. Nebcir der patriotischen Unterstützniig, welche das von Mir und Meinen hohen Verbündeten verfolgte Zstl in weiten Kreisen des dcuffchcn Volkes sowie bei der Mehrheit des Reichstag» Munden hat, ist das Zustandekommen dieses großen Werkes vor Allem Ihr Verdienst, indem Sie mit fachmännischem Vcrständniß, staatsmännischem Blick und hingehender Thätigkeit in allen Stadien der stattgehabten Erörterungen sich haben angelegen sein taffen, die Reform einem befriedigenden Ende entgegeuznführen. Jn dcr Wcrth- schätzuug dieser Ihrer Verdienste weiß Ich Mich mit Meinen hohen Verbündeten eins, und es ist Mir eine angenehme Pflicht, Ihnen Meine volle Anerkennung nnd Meinen unauslöschlichen Dank mit dem Wunsche anszusprechen, daß Ihre unschätzbaren Dienste Mir und dem Vaterlaude «och lange mögen erhalten bleiben!
* Rundschau im Reiche. Die Staatsregierung hat ihre Genehmigung zur Veranstaltung einer Lotterie für Schneidciniihl versagt und dagegen staatliche Hülfe in Aussicht gestellt. Vor dem Semrauschcheu Hause werden neuerdings Erdscnkungen und Nisse wahrgenommen. — Großes Aufsehen erregt in Waldenburg die Ausstoßung zahlreicher Mitglieder ans dem Kriegerverein und dem reichstreuen Bergarbcitcrvcrciu wegen ihrer Haltung bei der Reichstagswahl.
— Wahlprüfungen haben in der verflossenen kurzen Session d.es Reichstags noch gar nicht in Angriff genommen werden können. Es ist nur eine Anzahl von Wahlen, gegen die gar kein Einwand vorlag, von den Abtheilungen für gültig erklärt worden. In der nächsten Session wird dann aber die Wahlprüfungs-Kommission manche schwere Aufgabe zu löseu haben. Es sind in den jüngsten Wahlen bei allen Parteien Abgeordnete mit äußerst geringer, manchmal noch nicht ein Dutzend Stimmen betragender Mehrheit gewählt worden, sodaß der geringfügigste Verstoß gegen die Wahlordnung von entscheidender Einwirkung auf das Er- gebniß sein kann. Sodann sind bekanntlich in mehreren Fällen, namentlich in rheinisch-westfälischen Wahlkreisen, Einwendungen gegen die Rechtsgültigkeit solcher Wahlen erhoben worden, bei denen eine Verschiebung der Wahlgreuze auf dem einfachen Verwaltungswege infolge neuerdings vorgenommener Eingemeindungen von Vororten stattgefunden hat. Auch diese Frage muß, sei es nun durch den Reichstag selbst oder durch gerichtliches oder vcrwaltungsgerichtliches Erkenntniß, im Interesse der Rechtssicherheit baldigst zur Entscheidung gebracht werden.
— Die siamesische Frage regt natürlich Frankreich in hohem Grade auf, und gestern hat sich auch die Dcputirten- kammer wieder einmal mit der Angelegenheit beschäftigt; der Abgeordnete Dreyfus interpellirte über die Vorgänge in Siam:
In der Begründung feiner Jutcrpellolion legt er den That- bcstand der Ereignisse am Mekong und am Menam dar nnd fordert Aufschluß, >vas die Regierung zu thnu gedenke; er ersucht ferner, die Regierung möge sich über die Behandlung der Angelegenheit im englischen Parlamente äußern. Der Minister des Aenßern legt den Verlauf der Ereignisse dar imd schildert das Eindringen der Siamesen auf dem linken Mekongufer sowie die verschiedenen Vorkommnisse. Die siamesische Negierung habe Zeit verlangt, um eine Untersuchung anznstellen, nnd Genngthuung versprochen. In der weitem Entwicklung habe Frankreich Myve de Villers entsandt, um seinen Ansprüchen Geltung zu verschaffe». Der Minister erhebt Widerspmch gegen die Aeußernngen im englischen Unterhaus. Lord Dnfferiu habe ihm erklärt, Frankreich werde in seinem Streit mit Siam niemals England vor sich finden. Die Regierung habe darauf erwidert, sie finde diese Haltung umso natürlicher, als sie nicht beabsichtige, gegen Bangkok militärische Maßnahmen zn treffen, und sie werde, weint sie dazu gezwungen sein sollte, England vorher davon benachrichtige», damit cs seine» Untcrthauen den erforderlichen Schutz verschaffen könne. Darauf seien die bekannten Zwischenfälle eingetreten. Die Regierung habe der englischen zur Kcnntniß gebracht, wie sehr sie von der Sprache, die Sir Edntoud Grey im Unterhaus geführt, überrascht worden fei. Es sei für Frankreich infolge von gleichartigen Maßnahmen Englands und anderer Staaten nothweüdig gewesen, seine Streitkräfte vor Bangkok zu verstärken. Man habe übrigens dabei die Absicht gehabt, keine Feindseligkeiten zu eröffnen, und nur wenn ei» Angriff erfolge, ihn zu erwidern. Der Befehl, die Barre nicht zu überschreiten, habe die Schiffe nicht rechtzeitig erreicht, und als sie vor Bangkok hätten anker» wollen, seien sie beschossen worden. (Beifall.) Sie seien Opfer einer Verletzung des Völkerrechts gc- ivorden. Die Handlungsweise Siams gestatte Frankreich nicht, weitere Geduld zu haben. Es inüsse Frankreich Genugthnung geben und seine Rechte anerkennen. Geschähe dies nicht, so muffe man Vorkehrungen treffen, und die Regierung hoffe, daß die Kammer Vertrauen zn ihrer Klugheit und Entschloffeuheit habe. — Hierauf wird einstimmig eine Tagesordnung angenommen, die besagt, die Kammer rechne daraus, daß die Regierung Maßregeln treffe, nm die Rechte Frankreichs in Jndochina zur Anerkennung und Achtung zu bringen und Bürgschasten dafür zu erhalten.
Nuzeigeu-PreiSr
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Politische Tages Rundschau.
— In der ersten kurzen, fast nur von einem einzigen *fgenstand erfüllten Tagung war noch zu wenig Gelegenes gegeben, den eigentlichen Charakter des *®eucn Reichstags, seine Leistungsfähigkeit und Brauch- Jpiteit kennen zu lernen. Ein festes Urtheil hierüber wird r*an erst abgeben können, wenn vielseitigere Aufgaben der Wsctzgebung zur Lösung kommen werden. Es ist immerhin Ullne bedeutsame Thatsache, daß ein großes Gcsetzgebungs- Wak wieder einmal ohne die Mitwirkung der k^entrumspartet, ja unter der heftigsten Bekämpfung ßttdj dieselbe zu Stande kommen konnte. Das war früher gsSt der Fall. Das „Zünglein an der Wage" bilden jetzt i^e Gruppen. Die liberale Staatsanschauung wird frei- W» nachdem die eine Hälfte des Liberalismus zu Grunde Achtet, noch weniger als früher Aussicht haben, sich zur Mlung zu bringen. Die Partei des gemäßigten Liberalis- gjs hat sich gut aufrecht erhalten, aber auch sie wird unter W, gegenwärkigen schwierigen Verhältnissen auf Vieles Achten und sich darauf beschränken müssen, die Zeitlichen Errungenschaften früherer Zeiten möglichst zu und zu vertheidigen.
Ans Knust und Keben.
s. Knnstverein. Winterlandschaften muthe» in der Hnuds- tagSzeit, selbst wenn sie sich, wie in diese» Tage», etwas kühl anlaßt, immer erfrischend an, blondere aber, wenn sie so den Stempel des Wahren tragen, wie die beiden, welche derzeit hier ausgestellt sind. Hermann-Berlin scheint in feinem technisch sehr geschtckt be»
«. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs preis: 5® Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. — Der Bezug kann jederzeit begonnen werden.
Schutz der Kauhaudmerker.
Die gegenwärtige Kcisis im Baugewerbe ist in vielen Mdten, namentlich aber in Berlin, durch den Bauschwindel hervorgerufen, der eine bedenkliche Erscheinung unseres siebenten wirthschaftlichen Lebens bildet. Wucherische Kapitalisten operiren bei den Banschwindeleien gemeinsam mit vermögenslosen Individuen, welche die Rolle des Bauunternehmers spielen. Der Wucherer, welcher den Erwerb und Wiederverkauf städtischen Grundbesitzes geschäftsmäßig betreibt, indem er solchen billig aufkauft und ihn dann als Bauparzellen zu möglichst hohen Preisen an den Mann zu bringen sucht, würde seine Rechnung nicht immer bei soliden Bauunternehmern finden, da diese mit eigenem Kapital arbeiten und daher nur so viel Häuser bauen, als sie rentabel zu machen im Stande sind. So bedient sich der Wucherer eines Strohmannes in der Person irgend eines dunklen Ehrenmannes, an den er einen Bauplatz verkauft und dem er außerdem noch das zum Hausbau nöthige Kapital darleiht. Der schwindlerische Strohmann baut das Haus billig und schlecht und nimmt nach Fertigstellung des Hauses eine Hypothek auf, die in der Regel den ganzen Werth des Neubaues, einschließlich des Grund und Bodens, nahezu deckt; die gesammte Hypothekensumme aber fließt in die Tasche des Wucherers, der ja den hochbemessenen Preis das Bangrnndstnck sowie das geliehene Bankapital zu fordern hat. Findet sich nun nicht ein guter Käufer für das neue Haus, oder kommt es auf Antrag irgend eines Baugläubigers zur Versteigerung desselben, so gehen alle Handwerker, die an dem Bau gearbeitet haben, mit ihren Korberungen leer aus.
' Diesem immer dreister betriebenen Banschwindel gegenist es durchaus gerechtfertigt, wenn die Bauhandwerker sich größeren Schutz beanspruchen. Ihre Forderung dahin, daß innerhalb sechsMonaten nach der Gebranchs- abnahme sämmtlichen am Neubau eines Grundstücks be- theiligt gewesenen Lieferanten, Handwerkern und Arbeitern ein gesetzliches, unbedingt prioritätisches Pfandrecht für ihre durch Lieferung von Materialien oder Leistung von Arbeiten entstandenen Forderungen eingeräumt werden soll. Wenn diesem Verlangen stattgegeben wird, so wurde damit sowohl dem Grundstück- und Bansielleuschwiudcl wie der Beschwindelung der Bauhandwerker auf die einfachste Weise vorgebeugt werden. Die nächste Folge würde sein, daß erstens Baustellen nur noch gegen sofortige Baarzahlung verkauft würden, und daß ziveitens Hypothekenbanken und sonstige Darleiher erst den Ablauf der Frist von sechs Monaten nach Fertigstellung eines Grundstücks abwarten, ehe sie dasselbe hypothekarisch beleihen. Ein Nachtheil in gesammtwirthschaftlicher Beziehung würde hieraus nidjt entstehen, im Gegcutheil würden wir zu einer Gesundung des Bauwesens kommen, zu einer Regelung der Produktion von “eiten Wohngebäuden, die sich dem wirklichen Bedürfniß “Haßt. Alle unsoliden Elemente wären von vornherein vvl» Bauunternehmerthum ausgeschlossen, und das Kredit- Mem, das im heutigen wirthschaftlichen Leben nicht zu entbehren ist, würde innerhalb der Grenzen gehalten werden, delche den Wucher, die Ausbeutung und den Betrug aus- Meßen. Endlich aber wären der Arbeiter seines Lohnes “nd der redliche Geschäftsmann seiner Auslagen und seines Verdienstes sicher.
Es wäre sehr wünschenswerth, daß die Negierung auf Forderung der Bauhandwerker, deren Dringlichkeit auf Een Handwerker-Versammlungen betont wird, einginge.
-n.
Ausland.
* Vrotzbeitanuiett. In be» tonangebenden politischen und militärischeii Kreise» ist die A»sicht vorherrschend, daß England wegen feiner vielfachen politischen nnd HandelSütiereffen in Siam keinesfalls zngeben könnte, daß dieses Königreich nach einem unglücklichen Kriege von Frankreich annektirt oder unter Protektorat gestellt würde. — Die Subskription für die Hinterbliebenen der „Victoria" ergab eine Million Mark. — In London eingetroffene Dampfer bringen die Nachricht, daß von Honolulu Regiernngsdampfer nach einer kleinen Insel abgingen, auf welcher Aussätzige wohnen, nm diese in ein Spital zu bringe». Die Letzteren bereiten "sich vor, die Truppen zn bckänipsen, da sie lieber sterben, als die Freiheit verlieren wollen.
* Frankreich. Die neulichen Krawalle im Quartier Latin zu Parts halten gestern Abend im Amphitheater der medizinischen Fakultät ihr Nachspiel. Der vielgenannte Präsident des Studentenverbandes, Gustav Laurent, und das gesammte Comit« wollten vor den versammelten Mitgliedern über ihre Haltnng während der Wirren Erklärungen abgeben.
* Spanien. Im Laufe des Mouats Juni ist die schwebende Schuld Spaniens um 52,910,000 Peseta gewachsen.
* Serbien. Nach dem Bericht des FinanzministerS beträgt die Schuld Serbiens nicht, wie int Ausland verbreitet, 37,722,715 Frcs., foiibertt nur 18 Millionen Frcs. Für alle übrigen Ausgaben sei genügende Deckung vorhanden.
* Rußland. Die „Börseuztg." schreibt: Nachdem kürzlich der österreichisch-ungarische Botschafter in einer Note Rußland den Abschluß eines Meistbegünstigungs-Vertrages augeboten hatte, wenn dieses Oesterreich die gleichen Vergünstigungen wie Frankreich gewähre, ist es wahrscheinlich, da der Antrag Anklang gefunden hat, daß der Vertrag noch vor dem deutsch-rusfischen perfekt wird.
* Asten. Dem „Standard" wird aus Shanghai gemeldet, daß die chinesische Regierung es ablehne, Genngthuung für die Ermordung der beiden schwedischen Missionare zu gewahren. In MasseuVersammlungen der Ausländer tn Shanghai uitb Hankotv mürben Resolutionen gefaßt, in welchen in den stärksten Ausdrücken ein Einschreiten der auswärtigen Mächte und eine Bestrafung de« Vice-Königs sowie des Gouverneurs verlangt wird. Es fei kein Zweifel möglich, daß die Mandarine in Nuffeh an der Er- iiiordnng der Missionare beteiligt seien. Die Situation sei eine entschiedcit bedrohliche.
