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Abend-Ausgabe

Ausland.

* Frankreich. Die französische Negierung wies de» Ver­treter Frankreichs in Bangkok an, gegen das Vorgehen der Siamesen zn protestiren, welche ans die französischen Fahrzeuge unter Verletzung des Völkerrechtes feuerten. Nach anderen Berichten sind die Franzosen die Friedensstörer. DieSiberte" flieht folgende anscheinend offiziöse Darstellung: Frankreich habe von Siam für sechs streitige Punkte, besonders für den Mord des Agenten Grosgurin, Rechenschaft gefordert. Da wahrend dcr Vcrhandlnngen England drei Kriegsschiffe vor Bangkok sandte, so beschloß Frankreich, die gleiche Anzahl hinzusenden. England meldete darauf nach Paris, die Zahl der englischen Schiffe werde vermindert werden. Sofort erhielt der französische Admiral Hnmann Ordre, keine Schiffe vor Bangkok zu senden. Die Ordre traf aber erst ein, nachdem die beiden Kaiwuenboote bereits abgedampft waren. DieLibertö" meldet, dieselben würden vor Bangkok bleiben, bis Frankreich Genugthunng in allen Punkten und insbesondere anch dafür erhalten habe, daß die siamesischen Forts ohne vorherige An- kiindignng auf die Schiffe gefenert Haden.

* Großbritannien. Im Unterhause wird dem Vorgehen Frankreichs in Siam große Bedeutung beigeiuessen. Heute wird ein Mitglied der Opposition dieserhalb die Regierung interpelliren. Salisbury theilte durch Rundschreiben den konservativen Mit­gliedern des Oberhauses mit, daß die Homernle-Vorlage Ende August oder Anfang September vor die Lordkammer kommen werde, und ersucht die Mitglieder, ausnahmslos der Sitzung beizuwohuen, um gegen die Vorlage zn stimmen.

* Serbien. Die gegenwärtigen Sitzungen der Skupschtina werden im ganzen Lande mit größter Spannnug verfolgt, da in ihnen das gejammte frühere liberale Sa bi »et unter der An­klage mehrfacher Verfassungs-Verletzungen erscheint. Bis auf den früheren Minister des Innern, Ribaraez, dem erst Freitag die Klage zugestcllt werden konnte, da er dieselbe in Karls- ba5 aus den Händen des serbischen Geschäftsträgers zu übernehmen sich weigerte, Ware» am Samstag alle anwesend. Mit Ruhe ließen die Angeklagten die Hunderte von scharfen Blicken ans dem Sitzungs­saal und den Logen auf sich ruhen, und mit Gelassenheit hörten sie die schwere gegen sie gerichtete Anklage au, deren Verlesung zwei Stunden in Anspruch nahm. Dann ergriff der ehemalige Kabinets- chef Avaenniovic das Wort, um in einer mein als zweistündigen, durch Ueberlegung und Kaltblütigkeit sich auszeichnenden Rede die ihn betreffende» fünf Pu«kte zu widerlegen. Avacumovic schließt, er betrachtet die Anklage nicht als einen Akt der Justiz, sondern als einen von Motiven politischer Rache eingegebeuen. Seine Rede verfehlte nicht einen nachhaltigen Eindruck. Hierauf gab der Kriegs- Minister, General Bogitschevie, seine Vertheidigung schriftlich, die vom Schriftführer verlese» wurde.

* Asten. Die .Times" melden aus Vaiigkok, die Nacht verlief ruhig. Die französischen SchiffeJiiconstant" undCornetc" sind flußabwärts gefahren. Dieselben sind zur kriegerischcit Aktion bereit. Ein siamesisches Kanonenboot wurde kampfunfähig gemacht, und ein französisches Fahrzeug NamensSah" ist gescheitert. In den siamesischeu Forts wurden 20 Mann gelobtet. Der französische Ministerpräsident Cavis hat der siamesischen Negierung mitgetheilt, daß der Befehlshaber der französische» Schiffe den ertheilten Be­fehlen den Gehorsam verweigert hätte.

* Amerika. Nach einer Meldung ans Montevideo hätte Admiral Vanderkolk Rio Grande do S »l verlassen muffen und soll er einen Angriff ans Santa Catharina vorbereilen.

Ans Kunst und Keben.

* Das Destdenr-Theater, welches jetzt bei der regnerischen Witterung recht fleißig besucht wird, hat sein Sommer-Repertoire durch einige Neu-Einstudirungen ergänzt, welche als besonders ge­lungene Vorstellungen gelten können. So wurde neulich die be­liebte OperetteBoccaccio dem Publikum so zu Gefallen ge­geben, daß des Beifalls und Hervorrufens teilt Ende war, und auch das gestrigeOperetten-Potpourri", ein für Wies­baden ganz neues Arrangement, versetzte da« ziemlich zahlreich erschienene Äuditorinm in eine sehr animirte Stimmung. Nicht weniger als vier Operetten-Akte gab es zu sehen und außerdem vcrschiedeue Musikstücke aus anderen Operetten zu hören. Die Darsteller zeigten stch sämmtlich bei guter Laune und wußten sich behend ans einer Rolle i» die andere zu finden. Namentlich er­freuten Fräulein Geera durch pikantes Spiel, Herr End treff er durch flotte Darstelluug sowie die Herren Gilzinger und Wander durch groteske Komik. Für die nächste Woche wird die lustige Posse:Die Reise durch Berlin" vorbereitet, worin es allerhand komische Jtnpromptus und sceuische Ueberraschungen eben wird.

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41. Jahrgang.

Verlag: Langgasse 27.

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neuen Gedanken hiiizuzusügeu. Abg. v.Ka rdorsf(ReichsP.) trat ihm ausführlich entgegen. Derselbe lenkte außerdem besonders die Allfmerkfamkeit auf die Verhältnisse der uothleidenden landwirth- schastliche» Bcvölkernng. Abg. Schädler (Cciitr.) suchte den ab­lehnenden Standpunkt des Ceutrums zu rechtfertigen und schloß mit dem Gedanke», uiaii solle die Millionen lieber der armenLand- wirthschaft zuweuden. Abg. Rickert (freif.) richtete an de» Reichskanzler die Anfrage, ob die von demselben betreffs der zwei­jährigen Dienstzeit und der Deckmigsfrage abgegebenen ®rfliku!igen als nicht nur ihn, sondern die Reichsregieruug überhaupt bindend auzusehe» seien, was Graf Caprivi bejahte. Nach einer kurzen Erklärung des Abg. v. Plötz (kauf.) zur Nechtfertignug feiner Ab­stimmung für die Vorlage wurde die Debatte geschlossen. Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antis.) bemerkt persönlich: Herr Bebel hat die Güte gehabt, mir auf meinen ZwischenrufWehr- fteuer" zu unterstellen, wir wollte» durch die Wehrsteuer de» untern Theil der Bevölkerung treffe». Das ist ein Jrrthum. Gerade der ärmere Theil stellt feine Rekruten möglichst vollzählig, aber die Juden stellen nur den fünften Theil ihrer Leute zn den Rekruten. DeShalbwürdedieSteiier so rechteigeutlich eineJudeustener sein. (Große Heiterkeit und Zustimuiuufl rechts.) Präsident v. Levetzow sagt, das sei keine persönliche Bemerkung. Ahlwardt (Antis.) persönlich: Ich wollte nur bemerken, daß ich mich feiner Zeit zur Sache gemeldet habe, aber durch de» Schlußautrag z» spreche» ver­hindert toitrbe. (Ruse links: Wie schade! ach! ach! Heiterkeit.) Bei der Spezialdebatte nahm, nachdem Abg. R iruparr über die eiugegangeneu Petitionen Bericht erstattet hatte, nur Abg. Rösicke zu einer kurzen Zurückweifuug der gegen de» Prinzen Carolath und ihn in der konservativen Presse wegen des Antrags zur zweijährige» Dienstzeit gerichtete» Angriffe das Wort. Bei der namentliche» Schluß- abftir»mii»g wurde das ganze Gesetz mit 201 gegen 185 Stimmen angenommen. Es fehlte» 6 Mitglieder: der Pole Czarliuski, der Volksparteilcr Harlmau» und die vier schlesische» Cen- trumsmäuner Wolny, Cytroriowski, Frank und Letocha, der heute mit anfgerufeu wurde, fein Mandat also doch »och nicht förmlich niedergelegt hat. Der Nachtragsetat und das Anleihegesetz wurde» oh»e Debatte genehmigt. Nach Neuwahl der Mitglieder der Reichs- fchuldenkomniiision durch Akklamalion gab Präsident v. Levetzow die üblichen geschäftlichen Mittlieilungen. Abg. Gras Hompesch sprach deni Präsidenten den Dank de« Hauses aus, den dieser in warmen Worten erwiderte. Ten» verlas der Reichskanzler die kaiserliche SchließungsbotZchaft und sprach dem Reichstag im Austrage des Kaisers den Dank für die Annahme der Militär- Vorlage mrs. Unter dreimaligem Hoch auf den Kcrfftr wurde die Sitzung geschloffeu.

Politische Tages-Rundschau.

Die kürzeste aller bisherigen R e ich s ta g s s e ssi o ne n ist Samstag geschlossen worden, nachdeut sie ihre nächste und hauptsächlichste Aufgabe glücklich, wenn anch nicht glänzend, gelöst hat.- Jetzt kann unsere Heeresverwaltung sofort daran gehen, die uvthwendigen Ncformcn und Verstärkungen für die deutsche Armee einzuführen, und wir find vor einer neuen Neichstagsauflösnng, vor einem gewaltigen Konflikt mit allen seinen Wirren und Erschütternngen bewahrt worden. Die neue Rcichstagsvertretung, soweit sie bei diesem Erfolg mitgewirkt, mag also mit bem Bewußtsein eines guten Anfangs ihrer Thätigkeit in die Heimath zurückkehrcn. Weit» man jetzt den Blick um einige Wochen zurücklenkt, so taucht von selbst die Frage auf, warum das nämliche Ergebniß nicht bereits an jenem verhäugnißvollen 6. Mai zu erreichen getvesen wäre.

Das soeben ausgegebcue erste. Verzeichnis; der bei dem Reichstag eingegangcnen Petitionen enthält wieder eine große Reihe von Gesuchen um Beibehaltung des Jesuitengesetzes. So überreichten der evangelische Bund zu Gießen Petitionen dieses Inhalts ans zahlreichen Ortschaften mit 16,644 Unterschriften und Herr Wiemann zu Bremen Petitionen aus allen Gegenden Deutschlands mit 94,374 Unterschriften. Auch die üblichen Petitionen wegen Beseitigung des Impfzwanges erscheinen wieder. Zahlreiche Petenten bitten ferner, in den Badeorten an den Som mer-Sonntagen den un beschränkte «Handel mit Galanterie-Artikeln und dergleichen mit Aus­nahme der Zeit des Gottesdienstes zu gestatten.

Eine interessante Nachivahl zum Reichstag steht in Ncustettin bevor, wo Ahlwardt gewählt war, das Mandat aber abgelehut hat, um dasjenige von Arnswalde anzu- nchmen. Es stehen fich jetzt dort der konservative, von den Christlich-Sozialen und dem Bund der Laudwirthe unter­stützte Hofprcdigcr a. D. Stöcker und der Antisemit Böckelscher Richtung Professor Förster gegenüber, also eigentlich zwei Antisemiten. Der Wahlkreis war bis dahin eine unbestrittene Domäne der Konservativen reaktionärster Richtung, die jetzt gar zu gern ihren in Siegen durch­gefallenen Herrn Stöcker wieder in den Reichstag bringen möchten. Zugleich dämnicrt den Konservativen allmählich eine Ahnung auf, wohin sie mit der immer gefährlicheren Konkurrenz der Antisemiten gelangen, die ihnen einen Wahlkreis «ach dem anderen ausspanuen. DieKreuzztg." jammert:Würden die Konservativen jetzt die Zurück­eroberung des Wahlkreises unterlassen, so würden sie damit vor den Antisemiten die Waffen strecken und diesen zugleich ihre übrigen Wahlkreise für die Zukunft zur Verfügung stellen." Im Wahlkreis Rinteln-Hofgeismar hat am Samstag eine Nachwahl für den doppelt gewählten Antisemiten Werner statlgcfunden. Es kommt zur Stich­wahl zwischen ihm und v. Buttlar (kons.).

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OSS.

Die Frage der korporativen Gestaltung des landwirth- schastlichen Berufsstandes ist in den Schlußsitzungett des ; preußischen Abgeordnetenhauses von Neuem zur Erörterung gekommen, und man hat dabei wieder von agrarischer Seite den Wunsch nach einer amtlichen Vertretung der Land- wirthschaft ausgesprochen, ähnlich derjenigen, welche Handel und Gewerbe bereits in den Handelskammern besitzen. Die sogenannten Landwirthschaftskammern sollen dazu dienen, den allgemeinen Interessen der Landwirthschaft eine bessere Wahrung zu sichern, und sollen diese die letztere speziell der Regierung gegenüber in allen wirthschaftspolitischcn Fragen, welche die Landwirthschaft berühren, vertreten. Der Ruf nach Landwirthschaftskammern ist in landwirthschaftlichen Kreisen im Besonderen aus Anlaß des Abschlusses des Handelsvertrages mit Oesterreich-llugarii laut geworden, der, wie man agrarischerseits meint, wenigstens in seiner bestehenden Gestalt nicht zu Stande gekommen wäre, wenn die Regierung vorher Gelegenheit gehabt hätte, landwirthschaftliche Vcr- üetmigen zu hören. Es existiren zwar bereits zwei solcher Vertretungen, der Landwirthschaftsrath und das Laudcs- - Oekonomie-Kolleginm, von denen letzteres sogar Behörde ist, aber man hält diese nicht für genügend. Die Negierung steht nun ihrerseits dem Gedanken der Errichtung von Landwirthschaftskammern sehr freundlich gegenüber und hat bereits vom Laudes-Oekonomie-Kollegium einen Organisations- ; Plan für dieselben ausarbeiten lassen, nach dem den land- wirthschgstlichen Centralvereine» die Befugnisse amtlicher Serfrctitngen der Landwirthschaft übertragen werden sollen. Der Entwurf, soweit er bekannt geworden, Hal in land- »irthschafllichen Kreise» eine sehr getheilte Aufnahme ge­funden und diejenigen Landwirthe, welche sich von vorn- herein wenig mit der Idee der Landwirthschaftskammern befreunden konnten, sind durch ihn in ihrer Abneigung be­stärkt worden. Vor Allem verwirft man das Bestenerungs- recht, welches den Landwirthschaftskammern gegeben werden soll, denn man wünscht keine neuen, wenn auch noch so geringen Steuerlasten. Dann besorgt man von der Zu­sammensetzung der Laudwirthschaftskammein, wie sie vor­geschlagen ist, einen zu bürcankratischen Charakter derselben, v»d anderseits fürchtet man von ihnen eine Bevorzugung ber Interessen des Großgrundbesitzes gegen die des Klein­grundbesitzes. Gegner der Landwirthschaftskammern sind ebenso wohl unter den reinen Agrariern, welche die beste i Organisation der Landwirthe in derwirthschaftlicheu Ver­einigung" erblicken, deren Bildung jetzt im Reichstag zum i Zwecke der Beeinflussung unserer Zoll- und Wirthschafts- ; Politik'angestrebt wird, wie unter denjenigenLandwirthen zu s vnden, die die Nothlage der Landwirthschaft auf dein Wege i Selbsthülfe heben wollen. Es ist kaum anzunehmcn, die Landwirthschaftskammern nach dem Plaue des Laiides-Oekouomic-Kollegiums zur Errichtung kommen, an sonstigen Organisationsvorschlägen fehlt es aber noch voll­ständig.

1 . Ebenso wie der Landwirthschaft soll auch dem Handwerk \t!nc Vertretung nach dem Muster der Handelskammern 7 kegeben werden. Bei den Handwerkerkammern handelt es M aber um einen Vorschlag, der selbständig von der i Legierung ausgeht. Die in den Innungen korporirten ^vidwerker wünschen bekanntlich die Erweitcrnug der i obligatorischen Innung zur Zwangsinnung und die Ein- l Uning des Befähigungsnachweises. Darauf will die ; "segierung nicht eingehen, sie bietet als Ersatz die Errichtung ; Handwerkerkammern und verweist die Handwerker im gongen auf die genosfenschaftliche Selbsthülfe. Ob durch Wttchtung von Handwerkerkammern die Souderbestrebuugen W Junungshandwerker znm Stillstand kommen werden, Mcheint fraglich, jedenfalls werden die Handwerkerkammcrn t®tr nicht nur den Jnnungshandwerkern, sondern dem Münzen Handwerk überhaupt, auch soweit cs nicht korporirt zum Nutzen gereichen.

Selbst wen« man über den Werth der geplanten amt- r^en Berufsvertretungen für Handwerk und Landwirthschaft ^Nchiedener Meinung ist, muß man ihre Errichtung doch ; & k d.eslmlb wünschen, damit im Handwerk und in der ^ldwirthschaft aller Grund zur Mißstinimung darüber ge- M^^.wen wird, daß der Handel gegen diese beiden Bernfs- Mnde bevorzugt wird. W. C.

Deutscher Reichstag.

k . 0 Strlhr, 15. Juli.

Die dritte Les»»g der Militär-Vorlage führte i» heutigen Sitzung des Reichstags noch zu einer zweieinhalb- NSe» Generaldebatte, von welcher Abg. Bebel die größere .für sich in Anspruch nahm. Er faßte noch einmal Alles, kl«» 9 Monaten von fozialdemokratischeu Rednern und Blättern die Militär-Vorlage gesagt worden ist, zusammen, ohne einen

Montag, den 17. Inti

1893.

Deutsches Reich.

* fiof- und Personal - Nachrichten. Der Kaiser ist gestern früh in Kiel eiugetroffe» und begab sich an -Bord der Aacht Hohenzollerii". Die Kaiserin trifft heule Früh in Kiel ein. Die kaiserliche» Prinzen werden nm Mittwoch i» Wilhelmshöhe bei Cassel z» mehrwöchigem Aufenthalt ankottimen. Am Dienstag dürfte der Kaiser seine Ostfeefahrt »»treten. Der Besuch in Eng­land erfolgt Ende des Monats und dauert etwa eine Woche. Die Kaiserin wird ihren Gemahl nicht begleiten. In englischen Hos- kreisen wird die Verlobung des Groß Herzogs von Hessen mit der Prinzessin Victoria Melita von Edinburg lebhaft besprochen. Sie solle jedoch erst später amtlich bekannt gegeben werden, da die Prinzessin erst tut November siebzehn Jahre alt wird. Jetzt, nach Beendigung der Neichstagsverhandlunge», gedenkt der Reichskanzler Graf Caprivi, derN. A. Ztg." zufolge, auf kurze Zeit zur Erholung in den Harz zu gehen; zu den Kaisermnnöveru hofft er die Anstrengungen der letzten Zeit wieder überwunden zu haben; für später dürste »och, wenn der Rath derAcrzte befolgt wird, eine Kur in Karlsbad in Frage kommen.

* Kerliir, 17. Juli. Der Neichztagsabfleordnete Prinz zu Schönaich-Carolath (Gnbcit)ist der nationalliberalen Fraktion als Hospitant beigetrele». Die Fraktion zählt damit, ein­schließlich der Hospttauteu, 53 Mitglieder. Der freisinnige Par­teitag beschloß, den Namen Freisinnige Volkspartei beizubehalten. DerReichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz, betreffend den 33er» rat6 militärischer Geheimnisse.