Abend-Ausgabe.
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Wirsbaihnir Sagblatt
Verlag: Langgasse 2?.
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1893
Montag, den 10. Juli
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UolNische Tages-Rundschau.
— Der Reichstag Hal Samstag bereits die erste Lesung der Militär-Vorlage beendigt. Sie hat ein Ergebniß gehabt, welches das Zustandckouimen des Gesetzes wesentlich bester sichert, als es nach den bisherigen unzuverlässigen Schätzungen der Fall sein konnte. Die kleinen, bisher etwas unsicheren Gruppen, welche bei dieser Entscheidung so stark ins Gewicht fallen, die Polen, die Antisemiten, die freisinnige Vereinigung, können jetzt wohl der
Anstand.
* G»U«rreich-N»saru. SBie das „Wiener Tageblatt' erfährt, wird für die Herbttsesstoit des ReichSrathS von der Regierung ein Gesetzentwurf vorbereitet, durchweichen eineJuteresseuvertretung
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Mehrheit für die Vorlage hinzugerechnet werden. Die Oppositionsparteien haben ersichtlich die Flinte bereits ins Korn geworfen. Auch ernstliche Schwierigkeiten bezüglich der Deckungsfrage und der gesetzlichen Sicherung der zweijährigen Dienstzeit scheinen nicht mehr zu bestehen. Hinsichtlich der Deckungsfrage, die freilich erst im nächsten Winter in bestimmten Vorschlägen hervortreten wird, hat der Reichskanzler Erklärungen abgegeben, die zwar vorerst nur in flüchtigen Andeutungen bestanden und bestehen konnten, im Allgemeinen aber als befriedigend betrachtet werden und bei der Mehrheit einen günstigen Eindruck machten. Die Thronrede hatte in diesem Punkt wenig befriedigt, da sie im Prinzip an den Steuerentwürfen aus der vorigen Session auch heute noch festzuhalteu schien und sich in gar zu dürftigen und vieldcutigeil Ausdrücken über anderweite Pläne aussprach. In dieser Beziehung hat sich der Reichskanzler gestern und noch mehr heute bestimmter und klarer ausgesprochen. Die Erhöhung der Bier- und Branntweinsteuer hat er ziemlich unumwunden preis- gegeben. Im Uebrigen hat er angekündigt, daß eine ausgiebigere Gestaltung der Börsensteuer im Werk sei, was wenig Widerspruch Hervorrufen wird, aber freilich zur Aufbringung so bedeutender Summen, wie erforderlich, nicht ausreichen kann. Als leitenden Grundsatz der Regierung erklärte der Kanzler das Streben, die ©teuer« auf die leistungsfähigsten Schultern zu legen und die landwirthschaftlichen Gewerbe in der gegenwärtigen schwierigen Lage derselben von neuen Lasten freizuhalten. Man wird dem Reichskanzler das Vertrauen schenken müssen, daß diese allgemeinen Grundzüge in den zu erwarteuden bestimmten Vorschlägen in dcrThat zur Ausführung kommen. Viele Abgeordnete verschiedener Parteien haben sich ihren Wählern gegenüber ausdrücklich verpflichtet, der Militär- Vorlage nur dann zuzustimmen, wenn bindende Zusagen über eine volksthümlich? Lösung der Deckungsfrage gegeben werden. Die Aussichten der Militär-Vorlage können sich nur verbessern, und die Stimmung int Volke kann nur günstiger werden, wenn die Gewißheit gegeben ist, daß nicht wieder unbeliebte und ärgerniß- erregenbe Projekte vorgelegt werden, sondern daß die Lösung der Steuerfrage auf einer humanen und volksfreundlichen Grundlage sich vollzieht. Auch in der Frage einer stärkeren und dauernderen gesetzlichen Festlegung der zweijährigen Dienstzeit über die fünfjährige Bewilligungsfrist hinans sprach sich der Kanzler nicht ganz ablehnend aus. Er erkannte mit Recht dieser Frage einen mehr theoretischen Werth zu. Wenn die zweijährige Dienstzeit unter den geforderten Kompensationen sich bewähre, so werde keine Regierung dieselbe zurücknehmen können. Es könnte aber auch keine Volksvertretung, wenn das Gesetz sich nicht bewährt, die zweijährige Dienstzeit aufrecht erhalten wollen, wenn der übrige Theil der Vorlage fortfällt. Das ist vollkommen richtig, und überdies hat der Reichstag doch immer das Recht und die Macht, bei ferneren Bewillignngen der Präsenzzahl seine Bedingungen zur Geltung zu bringen. An diesem Punkt wird die Verständigung wohl auch nicht scheitern. ____________________
Bezüglich der Dauer der Lehrzeit ist ein erheblicher linterschied zwischen den männlichen und den weiblichen Lehr- lingen zu konstatircn. Für männliche Lehrlinge ist die drci- lährige Lehrzeit die üblichste. In 3,9 pCt. der befragten Betriebe dauert sie weniger als 3—3 Jahre, in 5,56 pCt. meljr als 2—3 Jahre (b. h. fast immer 3 Jahre) und in W PCt. mehr als 3 Jahre (d. h. fast immer 4 Jahre), besten kommt bie 4-jährige Lehrzeit in Süd-Deutschland vor b P.Ct.), verhältnißmäßigf am häufigsten in Nordost-Deutfch- knb (51,4 pCt.). Die Häufigkeit der 4-jährigen Lehrzeit tLimmt mit der Größe der Orte und mit dem Umfang der «ctriebe ab. Die Kolouialwaarenbranche weist den grüßten Prozentsatz der 4-jährigen Lehrzeit auf (46,3 pCt.). In Manchen Geschäften kommt die 3-jährige und bie 4-jährige ^shrzeit nebeneinander vor, und zwar die letztere daun, wenn ^in oder ein geringeres Lehrgeld gezahlt wird, oder wenn I ;•« Prinzipal dem Lehrling außer freier Kost und Wohnung | noch Kleider oder Wäsche gewährt. Zuweilen wird B Lehrlingen bei guter Führung und tüchtigen Leistungen
KehrtingsvrrhMnUe im Handelsgewerbe.
Die von der Kommission für Arbeiterstatistik angestellte und vom Kaiserlich Statistischen Amte bearbeitete Untersuchung über das Handelsgewerbe hat u. A. auch über die Lehrlingsverhältnisse im Handelsgewerbe mehrfaches Licht verbreitet. Die Erhebung erstreckte sich auf 8235 Ladengeschäfte in 374 verschiedenen Orten mit 16,845 Gehülfen und 6880 Lehrlingen, von welch' letzteren 4996 znm männlichen, 1884 zum weiblichen Geschlechte gehören. Die alte gute Sitte, die Lehrlinge in Kost und Wohnung zu nehmen, wird noch in sehr vielen Fällen geübt. 66 pCt. der männlichen Lehrlinge stehen beim Geschäfts-Inhaber in Kost und Wohnung, 3 pCt. nur in Kost ober nur in Wohnung, und 31 pCt. stehe« weder in Kost noch in Wohnung. Bei den Lehrmädchen ist das Verhältniß ein ganz anderes, nur an 27 pCt. wird Kost unb Wohnung unb an 4 pCt. nur Kost ober nur Wohnung gewährt, während die große Mehrzahl, 69 pCt., der Lehrmädchen weder Kost noch Wohnung erhält.
Der Lehrvertrag wird in 44 pCt. der Geschäfte mit männlichen Lehrlingen und in 17,7 pCt. der Geschäfte mit Lehrmädchen schriftlich abgeschlossen. Die Sitte des schriftlichen Lehrvertrags scheint in Norddeutschland weniger eingebürgert bezw. erhalten zu fein als in Mittel- und Süd- denischlaub, in den Groß- unb Mittelstädten weniger als in den kleineren Orten. Der Prozentsatz der schriftlichen Lehrverträge steigt bei den männlichen Lehrlingen im umgekehrten Verhältniß zur Größe der Betriebe.
Lehrgeld wird nur in einem kleinen Theil der Befragten Betriebe bezahlt, nämlich füt männliche Lehrlinge in 15 pCt., für weibliche in 11,7 pCt. der Geschäfte, welche Lehrlinge , tiefer ober jener Art halten. In Nordbeuischland zahlen mehr weibliche, in Mittel- und Süddeutschland mehr männliche Lehrlinge Lehrgeld. Der Grunb dafür, baß so selten noch Lehrgeld gefordert und gezahlt wird, soll wesentlich in dem Bestreben der Prinzipale, sich Lehrlinge als billige Arbeitskräfte zu verschaffen, und der daraus folgeuden großen Nachfrage nach Lehrlingen liegen, welche sogar dazu geführt hat, daß den Lehrlingen bereits während der Lehrzeit eine Vergütung gezahlt wird. Häufig stellen Zahlungen des Prinzipals an den Lehrling oder dessen Elter« nur eine Entschädigung dafür dar, daß altem Branche zuwider dem Lehrling keine freie Station bezw. keine Kost oder keine Wohnung gewährt wird. Nicht selten aber handelt es sich wirklich um eine Vergütung für die vom Lehrling geleistete Arbeit. In manchen Geschäften beziehen die Lehrlinge von vornherein ein für bie ganze Lehrzeit gleichmäßig bemessenes Monatsgehalt, in anderen wird ein Gehalt erst im letzte« Lehrjahr und nur bei guter Führung bezahlt; wieder andere Geschäfte lassen die Vergütung mit den Leistungen des Lehrlings ober rein äußerlich mit der Zeit seiner Thätigkeit im Geschäft steigen. So geht vielfach der Gehülfen- in den Lchrlingsstand über, und ein wichtiger, früher streng gehaltener sozialer Unterschied verwischt sich mehr und mehr.
Deutsches Keich.
* Hof- und Personal-Nachrichten. Der Kaiser hat gestern Boriuittag im Renen Palais zn Potsdam das Präsidium des Reichstags empfangen. — Anläßlich des Regieiungs- Jubiläiims des Groß Herzogs von Sachsen ist die Stadt Eisenach reich beflaggt. Auf der Wartburg fand eine Hostafel statt, wobei die Minister aus Weimar anwesend waren. Weitere Feierlichkeiten sind auf Wunsch des Großlierzogs unterblieben. — Fürst Bisuiorck, der von seiner Unpäßlichkeit vollständig wieder her- gestellt ist, empfing Samstag einen Huldigungsbesuch von vierhundert Lippe-Desinoldern. Der Fürstin wurde ein prächtiges Photographie-Albnm Detmoldischer Ansichten überreicht. Eine Deputation der Besucher wurde von Bismarck zur Tafel gezogen.
* Kerlin, 9. Juli. Der Finanzminister Miguel beschäftigt sich seit Längerem eingehend mit der Frage einer Reform des preußischen Agrarrechtes. Er hält die Lösung einer Reihe von Forderungen, die in dieses Gebiet fallen, für unbedingt iioth- roeitbig, wenn unsere Landwirthschaft nicht weiter znrückgehen toll. — Man rechnet jetzt schon auf eine Mehrheit von etwa 30 Stimmen für die Militär-Borlage. Je nach den Zufälligkeiten der Präsenz kann sich dieselbe indeß noch wesentlich vergrößern. — Der Schluß der ReichstagSsessiou wird schon am nächsten Sonnabend, spätestens in den ersten Tagen der daranf- folgenden Woche, erwartet. Von den Anträgen aus dem Hanse würden alsdann nur die auf die Futternoth bezüglichen zur Verhandlung kommen. — Die iiationaüiberale Fraktion hat folgenden Antrag im Reichstag eingebracht. Die verbündeten Regierungen zn ersiichen, daß die in den Bundesstaaten dort bereits eingesührteu oder in Aussicht genommene»! Frachtermäßigungen für St reumittel und Futter auch auf den Inlaudverkehr innerhalb des Reichs auf Staats- wie Privatbahnen für dir Dauer des Roth- staudes ausgedehnt werden.
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Deutscher Reichstag.
* Berlin, 8. Juli.
In der heutigen Fortsetznug der ersten Berathnng der Militär- Vorlage im Reichstag erhielt zunächst Abg. Gröber vorn Ceutrnm das Wort. Er suchte mit den im letzten Winter oft entwickelten ■ Gründen die Vorlage al« militärisch unuöthig unb als politisch unb wirthschastlich höchst bedenklich barzuslelleu. Gelegentlich der Erwähnung des Dreibundes besiirwoitete er nachdrücklich bie Herstellung eines organisch-staatsrechtlichen Verhältnisses zu Oesterreich. Die ewigen Rüstungen erzeugten eine Verbitterung, welche die Bevölkerung einerseits der Sozialdemokratie in die Arme treibe, andererseits eine Mißstimmung gegen die preußische Oberleitung bewirke. Das Verfahren der Negierung, betreffs der Deckungsfrage keine bestimmten Vorschläge zn machen, um die Abgeordneten über die Tragweite ihres Votums zu täuschen, bezeichnete er als ein Manöver, wie cs sonst nur beim Roßhaudel vorkomme. Das Gentrum werde die Vorlage pure ablehuen. Abg. v. Bennigsen wies zunächst bie Haltlosigkeit ber Argumente be§ Vorredners für die militärische Entbehrlichkeit der Vorlage nach. Besonders trat er ber vom Vorredner beliebten llnterschatzuiig Frankreichs entgegen. Statt dessen verwies er ans die fachmännischen Urtheile über die Bortrefflichkeit der heutigen französischen Armee. Nochmals entwickelte er bie Grünbe, welche bie Nothweudigkeit bedingen, daß wir in unserer militärischen Rüstung wenigstens Frankreich allein gewachsen sein müssen. Die sorglose Auffassnug von der Friedlichkeit der Gesinunngen in Frankreich wies er als durchaus unzutreffend nach. Der Behauptung des Vorredners von ber üerbitieruben Wirkung der Vorlage stellte er dieUeberzeugnug entgegen, baß Diejenigen, welche bie Vorlage ablehiiteu unb dem Volke bie so lange erstrebten Vortheile ber zweijährigen Dienstzeit und ber Schonung ber älteren Jahrgänge vorenthielte», bie Nackenschläge dafür zu empfinden haben würden. Betreffs ber Deckungsfrage lprach Redner seine Geuiigtlninua über die gestrige Erklärung des Reichskanzlers aus. Vorschläge betreffs ber zu wählenden Stenern zu machen, sei nicht Ausgabe des Reichstags; doch gab Redner zn erwägen, baß man einen Theil bes Bedarfs burch Luxussteuern decken könne. Der Redner hob bann die Nothweudigkeit einer schleimigen Erledigung ber .Militär-Vorlage, namentlich mit Rücksicht auf die Beruhigung der-tvirthschaftlnheu Lage, an welcher in allererster Linie die Arbeiter iutcressirt seien, hervor. Sehr entschieden trat er den Behauptungen entgegen, baß bie Mehrheit bcs deutschen Volke» sich in den Wahlen gegen die MilitärWorlage ausgesprochen habe. Er wies auf bie -Zunahme ber Mittelparteien hin, wobei er auch ben Ueberlreibungcn des Abg. v. Manteuffel betreffs ber Zunahme ber konservativen Fraktion entgegcutrat und bie von bemselben für bie konservative Partei allein in Anspruch genommene Wahrung ber Interessen des gewerblichen Mittelstandes auch den Mittelparteieii zuerkannte. Die sozialdemokratische Bewegung habe ihren Höhepunkt erreicht. Das Anwachsen ber Mittelparteien, allen Prophezeiungen zuwider, eröffnen eine erfreuliche Aussicht. Der Particularismus sei stärker geworden, aber nicht bei den Regierungen. Dem Beispiele dieser entsprechend, sollte man auch im Reichstag in großen Lebensfragen der Nation bie großen Gegeuiätze znrückdränge». Ter Redner schloß mit einem eindringlichen Appell, daß ber Reichstag bei ber gegenwärtigen großen Entschcibung ber ihm ursprünglich zugebachteii Stellung gerecht werden möge. Der Reichskanzler ergriff alsdann bas Wort gegen bie Siebe des Abg. Gröber, in welcher er nur eine Bestätigung ber Entwickelung bes Ceiitrums zu einer demokratisch-oppositionellen Partei erblickte. Eingehender legte er nochmals, unter besonderer Exemplisication aus die Schlachten von Vionvillc unb Gravelotte, bar, baß bie Qualität allein nicht genüge. Die verbündeten Negierungen hielten die Verstärkniig bet Quantität sür nothweubig und konnten nicht bavon abgehen. Der elsässische Protestler Preiß erklärte sich kurzniid entschieden gegen die Vorlage. Abg. B öck e l (Antisemit) machteseine und feiner Freunde Zustimmung von einer entschiedenen Erklärung des Reichskanzlers abhängig, daß bie Deckung nicht durch eine die breite Masse bedrückende Konsumsteuer, namentlich nicht durch eine weitere Heranziehung von Bier, Branntwein und Taback erfolgen solle. Er erging sich seinerseits in einer Reihe von Stenervorschlägen, worunter sich namentlich eine progressive Reich«einkowinensteuer befand. Der Reichskanzler war der Ansicht, daß sich der Redner bei seiner gestrigen Erklärung begnügen könne. Abg. Richter ging sofort gegen die Nationalliberalen vor, die nur durch den Bund der Laudwirthe und bie Laubräthe gesiegt hätten. Die freifiunige Partei habe ihre weiften Verluste an die Sozialdemokratie gehabt, was lediglich auf "Rechnung der Militär-Vorlage zu setzen sei. Der Redner wiederholte seine bekannten allgemein politischen Gründe gegen bie Nothwenbigkeit ber Militär-Vorlage unb beschwerte sich über bie Hereinziehuug von Vorgängen wie den Pariser Stndeuteukrawall. Der Reichstag werde feine ganze ihm zu- komnienbe Stellung aufgeben, Wenn er bie Vorlage annehme. Abg. v. Jazbzewski erklärte bie Zustimmung der Polen zu ber Militär-Vorlage und sprach bie Hoffnung an», daß die Re- gieruttg den Beschwerden der Polen auf anderen Gebieten gerecht werde. Abg. Rickert verlheidigte sich lebhaft gegen die Vorwürfe von volksparteilicher unb sozialdemokratischer Seite. Militärfraaeu seien für ihn feine Parteifragen. Wem, es ein Verbreche» sei, sich durch eine eingehende Kommissionsberatduug über Jrrthümer belehren zu lassen, so erfiärc er sich dieses Verbrechen» für schuldig. Betreff« ber gesetzlichen Festlegung der zweijährigen Dienstzeit hoffte er, daß die weitere Forderung — Festlegung auf so lange, als die neue PräsenSziffer nicht herabgesetzt werde — noch bie Mehrheit finde. I» der Deckungsfrage erklärte er sich durch die Zusage deS Reichskanzer« im Wesentlichen befriedigt. Daun wurde die erste Berathnua geschloffen. Nächste Sitzung Donnerstag, 13. Juli, 12 Uhr: Interpellationen, Militär-Vorlage.
«1. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezaas-Prelß: S® Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. — Der Bezug kau« jederzeit begonnen werden.
Cln halbes oder ei« ganzes Lehrjahr erlassen. Die Lehr- dlüdche« gelten in beinahe der Hälfte der Geschäfte (44,4 pCt.) lchvn nach l-jähriger ober noch kürzerer Dauer für aus- Sebildet, nur 27,9 pCt. der Betriebe verlangen eine mehr als 2-jährige und nur 2,1 pCt. eine mehr als 3-jährigc «hre der Mädchen.
6 Was den Besuch von Schulen Seitens der mäimlicheu Lehrlinge anbelangt, so laffen 30,2 pCt. der Betriebe ihre Arlinge eine Fachschule, Fortbiidungs-, Sonn- und ßriertagsschule besuchen. Am stärksten ist der Schulbesuch ? Mittel-Deutschland (70,3 pCt. der dort befragte« Betriebe), 2?» folgt Süd-Deutschland (57,9 pCt.), am schwächsten stellt N Nordost- und Nordwest-Deutfchland (mit 19,1 bezw. 40 PCt.). A. F.
