Wiesbadener Tagblstt
«• Jahrgang.
Verlag: Lauggasse 27.
L2,GOO Avonnenten.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: &® Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. — Der Bezug kann jederzeit begonnen werden.
A»»«ige»-PreiS:
Die einspaltige Pctitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg-, für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Sictlomtn die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.
K». 29«.
Mittwoch, den 28. Ium
1893.
Neues Kuurlat!
Der Berng
des täglich in zwei Ausgaben erscheinenden
Wiesbadener Tagdlatt"
niit seinen 7 Gratis-Beilagen
| (darunter die „Illustriere Kinder-Zeitung")
-.. monatlich Pfennig — '
jfann jederreit begonnen werden. Man bestelle sofort.
[ Jetzt schon neu rinlretende Begeher erhalten die bis W»m (. Juli erscheinenden Nummern unentgeltlich.
I ’
Sommerfrische für Nähterinnen.
/ Die fortwährende Zunahme der sozialdemokratischen Mtimmen bei den Reichstagswahlcn, die jetzt wieder in auf- Ifallendster Weise hervortrat, rührt nicht, wie man mitunter litt glauben scheint, daher, daß die sozialdemokratische Lehre Wrheblich an Boden im Bewußtsein unseres Volkes getvinnt.
Die große Masse der sozialdemokratisch Stimmenden hat keine Ahnung von den letzten Zielen dieser Lehre und von den Folgen, welche deren Verwirklichnng nach sich ziehen würde, ja, sie würde sich entschieden gegen die sozialdemokratischen Führer wenden, wenn letztere nicht so klug wären, ihren eigentlichen Plan zu verhüllen und sich zunächst nur als Vertreter der Besitzlosen hinzustellen, denen sie eine bessere gesellschaftliche Stellung und vor Allem höhere Einnahmen, Äithin mehr materiellen Lebensgenuß versprechen, wenn sie ihnen zur Macht verhelfen. Dieser Macht bedürfe man, so heißt weil die Besitzenden erfahrungsgemäß niemals freiwillig den berechtigten Anforderungen der „Enterbten" entgegen- kommen würden. Liegen die Dinge aber auch so, so ist darum die weitere Ausdehnung der Bewegung doch, nacht weniger gefährlich, denn wie im Kriege kommt es nicht darauf an, daß jeder einzelne Mann das Ganze zu übersehen vermag und das letzte Ziel kennt, sondern darauf daß die Führer eine große Zahl von auf sie vertrauenden Kämpfern hinter sich haben. Das beste Mittel, die Gefahr zu bannen, ist also, daß wir den Führern ihre Truppen »chmen, indem wir unserseits das Vertrauen der Nicht- - besitzenden gewinnen. Das aber ist nur möglich, wenn sie - ßchen, daß wir es gut mit ihnen meinen, daß wir nicht die rücksichtslosen Egoisten sind, als welche uns die sozialdemokratischen Führer hinstellcn, daß wir ein Herz haben für die Nothleidenden und uns nach Kräften bemühen, ihnen zu helfen. Haben die Leute diese Ueberzeugnng gewonnen, so wird der Samen des Hasses, den die Demagogen aus- Mstreuen suchen, bei ihnen nicht Wurzel schlagen, und sie werden uns Glauben schenken, wenn mir ihnen zeigen, daß der Sieg der sozialdemokratischen Bewegung, weit davon entfernt, ihre Lage glücklicher zu gestalten, sie noch weit elender machen würde.
1 ^Deshalb muß unser Streben vor Allem darauf gerichtet ■ ijn, durch Thaten Liebe und Vertrauen zu erwecken.
Mitten die Gebildeten und Besitzenden dies früher erkannt, ütten sie im Drange der Geschäfte nicht so lange ihre ozialen Pflichten vergessen, hätten sie mehr gcthan, so würde die Sozialdemokratie nicht so leicht mit ihren Hetzereien i nngang gefunden haben. In der letzten Zeit ist es ja wesentlich besser geworden, die Gesetzgebung hat sich bemüht, le Lage der arbeitenden Klassen zu bessern, und die Für- orge der Privaten für ihre weniger begünstigten Mitmenschen ist weit lebhafter geworden. Mag aber auch das- enige, was von Vereinen und von einzelnen wohlmeinenden «Uten, insbesondere von größeren Arbeitgebern, nach dieser ■ «chtung hin geschehen ist, noch so anerkennenswerth sein, ff bleibt noch sehr viel zu thun übrig.
[. 3d) will kein Programm für die gesammte auf- kuiiehmende praktische Thätigkeit anfstellen, nicht einmal für * Das, was hier bei uns noch geschehen könnte und sollte, ch will, Weiteres der Zukunft vorbehaltend, heute nur die luterstütznng der Bewohner Wiesbadens, insbesondere der Kauen, für die Ausführung eines von einigen Damen an- leregten Gedankens gewinnen, der mir ganz besonders Beignet erscheint, durch Liebe Liebe und Vertrauen zu wecken. L Zu den vielen Hülfsbedürftigen gehört unter Anderen nn Theil jener jungen Mädchen, welche durch Schneidern Mw Nähen ihren Lebensunterhalt erwerben müssen. Das Wnze Jahr über sitzen diese 15-, 16-,17-jährigen Mädchen feil engen, im Sommer oft erdrückend heißen Räumen vom Morgen bis zum Abend, ja vor den Sonntagen und ganz Wlonders vor den großen Feiertagen mitunter noch die Mkcht hindurch an ihrer Arbeit. Kein Wunder, daß die WiNtger Widerstandsfähigen unter ihnen bleichsüchtig g-ttben, manche schon im jugendlichen Alter an M Schwindsucht dahinsiechen. Und hier ließe sich T "icht helfen. Einige Wochen freier Bewegung
kann mau bis jetzt u.A. zählen: 75 Konservative, 25 Reichsparteiler, 50 Nationalliberale, 13 der freisinnigen Vereinigung, 18 Antisemiten, 8 Wilde, 90 vom Centrum, 23 der freisinnigen Volkspartei, 11 der süddeutschen Volkspartei, 7 Welfen, 9 Polen, 8 Elsässer, 3 der bayrischen Bauernpartei, 1 Däne und 44 Sozialdemokraten. So sehr auch noch die Angaben über die Parteizugehörigkeit einzelner Abgeordneten und daher über die Stärke der einzelnen Parteien schwanken, läßt sich doch nunmehr mit völliger Sicherheit übersehen, daß die Opposition eine Niederlage erlitten hat und eine Mehrheit für die Heeres-Vorlage vorhanden ist. Im Ganzen wird der neue Reichstag folgendes Bild geben: die beiden konservativen Parteien halten dem Gentrum, die Nationalliberalen den Sozialdemokraten, die Polen der Richterschen Volkspartei, die freisinnige Vereinigung der süddeutschen Volkspartei, die Antisemiten den Welfen, Dänen und klerikalen Elsässern die Waage. Doppelwahlen sind nunmehr 5 erfolgt, so daß ebenso viele Nachwahlen stattfinden müssen. Es sind doppelt gewählt: Ahlwardt in Arnswalde und Ncustettin, Zimmermann (Antisemit) in Dresden links der Elbe und Alsfeld, Werner (Antisemit) in Rinteln und Hcrsfeld, Träger (freis. Volkspartei) in Bingen-Alzey und Varel, Bebel (Soz.) in Hamburg und Straßburg und der Abgeordnete Wolszlegier.
in frischer Waldluft würden genügen, die Mehrzahl dieser sonst früh verderbenden Geschöpfe so weit zu kräftigen, daß sie wieder ohne Gefahr ein Jahr lang ihrer Arbeit obliegen könnten. Wir haben mehrere Orte in Aussicht, wo solche Mädchen gegen mäßige Entschädigung das Nöthige, insbesondere frische Waldluft und kräftige Nahrung, finden könnten; und sind sie anch bereit, während der betreffenden Zeit auf Erwerb zu verzichten, die Aufenthaltskosten können sie nicht zahlen. Die Stadt kann nicht eintreten, weil es sich nicht um gesetzliche Armenpflegekosten handelt, für welche allein sie berechtigt ist, die ans Stenern kommenden Mittel aufzuwenden, und ihr Stiftungen für den Zweck nicht zur Verfügung stehen. Deshalb wende ich mich an Diejenigen, die an der schönen Aufgabe, durch werkthälige Liebe die Liebe unsrer minderbegünstigten Mitmenschen zn gewinnen, mitwirken wollen, und bitte sie, ein Schcrflein finden guten Zweck beizntragen.
Als im vorigen Winter die strenge Kälte eintrat, flössen von allen Seiten reiche Beiträge, um armen Schulkindern ein warmes Frühstück, bedürftigen Familien Brennmaterial zn schaffen. Das war ein erfreulicher Beweis von sozialem Pflichtgefühl, der mich hoffen läßt, daß ich auch jetzt nicht umsonst bitte.
Wer zn helfen bereit ist, wolle seinen Beitrag gütigst in meiner Wohnung (Roscnstraße 10) ober in meinem Bürcau im Rathhause (Zimmer No. 10) abgeben. (Die Expedition ds. Blattes wird anch Beitrüge gern übermitteln.)
Ich werde öffentlich über empfangene Beiträge quittiren und später über das Geschehene berichten.
Fritz Kalle.
Politische Tages-Rundschau.
— Bei sorgfältigen Berechnungen über die Aussichten der Militär-Vorlage werden jetzt bereits über zweihundert sichere Stimmen herausgerechnet. Bei einigen Mitgliedern, z. B. etlichen Polen und Antisemiten, mag diese Veranschlagung noch einigermaßen unzuverlässig fein, indessen ist es doch nachgerade ganz überwiegende Ansicht, daß an einer Verständigung jetzt nicht mehr zu zweifeln ist. Die Reichstagssession glaubt man in zwei, höchstens drei Wochen zu Ende bringen zu können.
— Zum endgültigen Wahlresultat fehlen nur noch die Nachrichten von einem halben Dutzend Kreisen. Als gewählt
Deutsches Reich.
* fiof- «ttd Personal-Nachrichten. Der Wirk!. Geheime Rath, Oberschloßhauptmann Graf v. Perponcher-Sedlnitzky, ist am 26. Juni in Breslau gestorben. Er wurde am 17. Juli 1819 geboren, '.war Neichsritter des Johaimiterordens, Kgl. preußischer Kammerherr und Rittmeister a. D. Er vermählte sich am 2. Juni 1853 mit Gräfin Antoinette Maltzhan, welcher Ehe drei Kinder eiitstammeu. Sein ältester Sohn ist preußischer Rittmeister.
angehort haben, einschließlich derieiiigen Parter- dicser Zeit als Mitglieder der deutschen FortschrittS- „. ....... liberalen Verewigung dem Reichstag augehörten, 4) Mitglieder des geschäftsführenden Ausschnsscs, die nicht unter 1 und 2 fallen, 5) Delegirte der Partei. Als Ausschuß sind unterzeichnet die beiden Hermes, Langerhans, Munckel, Paristns, Richter und Träger.
* Urner AHIwardtprozrtz. Die Strafkammer des Landgerichts Berlin vcrnrtheilte gestern den Abgeordneten Ahlwardt wegen Beleidigung der Gefammtheit der preußischen Beamten, insbesondere des Justizrefforts, begangen in einer Essener Rede, zn drei Monaten Gefäugniß. Aus den Urtheilsgründen ist hervor» zuhebeu, daß der Gerichtshof für erwiesen erachtet, daß der Angeklagte gesagt habe, die Beamten seien in der Mehrzahl verschuldet und dadurch vom Judenthum abhängig; je höher der Beamte stehe, ein umso größerer Lump sei er; daß er von den Richtern gesagt habe, sie lassen den Neichen unbehelligt und fassen nur beim Armen fest zu. Diese Aeußerungen find durch die Auszeichiinngcn des Kommiffars Gauck sestgestellt und werden bestätigt durch das Zeug- niß des Oberlehrers Jansen und auch durch andere Zeugen. Der Angeklagte ist über das Recht der freien Meinungsäußerung weit hiuaus- gegangen; beim der § 23 berVerfaffung giebt ihm nicht dasRecht, Jemand zu beleidigen und zu beschimpfen. Man kann wohl über den Anwaltszwang sprechen, auch darüber, ob es nicht ein Unglück ist, daß so viele Juden in den Anwaltsstand einbringen, man barf bas aber nicht auf ben gesammten Stand übertragen. Es war dem An- jeklagteu nicht um Vertretung von öffentlichen Jntereffen zu thun, onbern er bat den Beamteustand beleidigen wollen. Der § 186 lann feine Anwendung finden, weil bestimmte Thatsachen nicht behauptet sind, sondern nur § 185. Eine Geldstrafe war absolut ausge chlossen; die Rücksicht daraus, daß der Angeklagte bereits vorbestraft ist, konnte nicht platzgrcifen, weil diese Strafen in eine pätere Zeit fallen als jene Siebe. An und für sich habe der Gerichtshof betn Angeklagten ben Schutz bes § 193 zuaebilligt; die Schutzgrenzen seien aber überschritten. Der § 193 könne kein Privilegium der Verleumdungen und Verunglimpfungen darstelle». Mit Rücksicht darauf, daß der ganze Beamtenstand anss Schmäh lichste verdächtigt und verleumdet worden, habe der Gerichtshof auf drei Monate Gesängniß erkannt.
Preußischer Landtag.
O Kortin, 27. Juni. Abgeordnetenhaus.
Das Abgeorduetenhans hat heute nach längerer Unierbrechnng seine Arbeiten wieder ausgenommen. Zunächst gelangte die Wahlrechtsvorlage zur Schlußabstimmnuq. Abq. Bachem (Centr.) sprach tu sehr heftiger Weife gegen diese Vorlage, in welcher er eine Vergewaltigung der Mittelstände, einen durchaus plutokratischcu Gnlndzng erkannte, und warnte vor den unheilvollen Folgen einer so kurzsichtigen Politik. Die Ordnnng dieser Sache sei bannt keineswegs abgeschlossen; barauf werbe das Centrnm schon himvirken. Einige Ausfälle gegen die konservative Partei gaben dem Abg. Graf Limburg-Stirnm Veranlasfnng zu scharfer Abwehr. Er hielt dem Vorredner vor, daß dessen Partei zu besonderen Interessen des rheinischen Ultramontanisnms der ganzen Monarchie höchst bedenkliche Bestimmungen aufzwingen wolle. „Wie kommen wir dazu, Ihnen große politische Zügeständnisse zn machen, wo ©ie auf anderen Gebieten sich in die Opposition, gestellt haben?" Diese Auseinandersetzung zwischen den beiden Parteien zeugte von der rieten Entfremdung, die jetzt zwischen Centrnm und Konservativen eingetreten ist. Abg. Rickert erklärte die ablehnende Haltung der Freisinnigen, Aba. v. @i),uern beleuchtete die Art, wie das Centrnm auch bei diesem Anlaß ein'besonderes Profitchen habe herausschlagen wollen. Das Gesetz entspreche nicht den liberalen Forderungen, aber es habe wenigstens den Vortheil, daß es die Wünsche des Centrums nicht erfülle. Die Vorlage wurde alsdann mit großer Mehrheit gegen die Stimmen des Ceutriims, der Freisinnigen, Polen und einiger Freikonservativen angenommen. Alsdann folgte dieBerathung des Antrags Lassen, betreffend die Anwendung der dänischen Sprache bei dem Schul- und Religionsunterricht. Der Antrag bezweckt, daß der Religionsunterricht da, wo die Kirchensprache die dänische ist, ausschließlich in dieser Sprache ertheilt wird und nebenbei wenigstens zwei Stunden wöchentlich Unterricht in der dänischen Sprache gegeben werden soll. Der Antrag wurde von dänischen, polnischen und klerikalen Redueiu befürwortet, von dem nationallibetalen Abg. Jürgensen und dem Geh. Rath Köpke bekämpft und gegen die klerikalen, polnischen und einzelne freisinnige Stimmen abgelehnt. — Morgen: Kleinere Vorlagen, Antrag, betreffend die Staffeltarife.
Herrenhaus.
Das Herrenhaus nahm heute ebenfalls seine Arbeiten, mit der Berathung der Steuerreformgesetze, wieder auf. Das Gesetz über Aufhebung direkter Staatssteuern rief eine längere Erörterung über die ganze Reform hervor, die vom Grafen Frankenberg lebhaft angefochten, von dem Finauzmiiiister Miquel eingehend vertheidigt wurde. Graf Königs marck hatte einige Abänderungen beantragt, bereit wichtigste bie war, daß die für die Aushebung von ®runbftcuerbcfreiunnen geleisteten Entschädigungen nicht zurück- erftattet werden sollen. Die Anträge Kömgsmarck wurden abgelehnt, das Gesetz unverändert nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses angenommen. — Morgen: Weitere Berathung bet Steuergesetze.
* Kerlin, 28. Juni. Die Interpellation Douglas, betr. Maßnahmen gegen bie Cholera, sowie bie Denkschrift über den Stand der Cholera im Jahre 1892 werden am Samstag im Abgeordnetenhanse verhandelt. Das Hans vertagt sich spätestens am 5. Juli. — Der Perliner Gewährsmann der „Daily News" meldet diesem Blatte,daß ein handelspolitischer Krieg bis aufs Messer das Endresultat der zwischen R n ß l a n d und Deutsch, land erfolglos geführten Handelsvertrags-Verhandlungen fein werde. Ans der letzten Antwort Rußlands auf die deutschen Vorschläge gehe deutlich hervor, daß die russische Regierung nie ernsthaft daran gedacht habe, eine Verständigung mit Deutschland zu erzielen. — Gegen Julius Stettenheim, Herausgeber der „Berliner Wespen", wurde das Verfahren wegen Majestätsbeleidigung eingeleitet. Es handelt sich um einen in den Wespen erschienenen sarkastischen Artikel, welcher sich über die Reisen des Monarchen humoristisch ausließ. —- Die Freikonservativeu Schultz-Lupitz und Genossen haben im Abgeordnetenhanse folgende Interpellation ein« gebracht: „Welche Mittel gedenkt die König!. Staatsregierung zu ergreifen, um den infolge der anhaltenden Dürre bereits eingetreteuen, für den Winter aber noch vermehrt drohenden Nothstaud in Betreff Viehfutter und Streumaterial namentlich der ländlichen Kleinbesitzer auf den geringeren Böden nach Möglichkeit zu mildern?"
* Parteitag. Die „Freis. Ztg." veröffentlicht die Einladung zum konstitnirenden Parteitag der freisinnigen Volkspartei auf Samstag und Sonntag, den 15. und 16. Juli, nach Berlin. Tagesordnung: Parteibezeichming, Programm, OrgaiiisarionS- ftatut und sonstige Organisationsfragen der Partei. Nach dem bis auf Weiteres maßgebenden Organisationsstatut der freisinnigen Partei sind zur Theilnahme am Parteitage berechtigt: 1) die Mitglieder der NeichStagsfrakrion, 2) die Parteigenossen, die einer der gesetzgebenden Körperschaften der Einzelstaaten augehören, 3) die Parteigenossen, die feit 1881 dem Reichstag augehört haben, einschließlich derjenigen Parteigenossen, die in dieser Zeit als Mitglieder der deutschen Fortschrittspartei oder der liberalen Vereinigung dem Reichstag augehörten.
