Abemä-Äusgabe
Wirslidiifiwr Sagblatt
41. Jahrgang.
Verlag: Langgasse 27,
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No. 278.
Samstag, de» 17. Juni
1893
nur
699.
von das
Politische Tages-Rundschau.
— In der gegenwärtigen Wahlbcwegnng hat die wohldenkenden Kreise des Volkes nichts so sehr verletzt, wie der erschreckliche Mangel an den einfachsten patriotischen Grundsätzen, der in bedauerlich weiten Volksschichten zu Tage getreten ist. Aeußerungen, wie sie in diesen Tagen Seitens einzelner Agitatoren gefallen sind, müssen Entrüstüng und Unwillen erregen. Erst das Centrum, dann das Vaterland, sprach Herr Lieber; besser französisch als preußisch, sagten die Sozialdemokraten; wenn erst der Feind im Land steht, werden wir den letzten Mann und Groschen bewilligen, sagte ein Vertreter einer anderen Partei, die Auslieferung von Elsaß-Lothringen ist die erste Vorbedingung für die Gesundung der europäischen Verhältnisse, erklärte Herr Liebknecht. Wo irgendwo ein ab«
Dies ist das erste Bild, welches wir uns bis jetzt der Wahl machen können, doch kann cs sich durch Eintreffen neuer Resultate stündlich verändern.
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Slmeigen-PrclSr
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Wahlresultate.
S«» de»» 2. nassauische», Mn HI Kreise.
Die Relchstagsmahl.
E Der erste Wahlgang liegt jetzt hinter uu3. Noch ist [ aber eine große Reihe von Nachrichten rückständig, und es W eine so ungewöhnlich große Zahl von Stichwahleir s zu vollziehen, daß ein genaues Gesammtbild von der Betz schaffenheit und Zusammensetzung des neuen Reichstags sich tz von ferne noch nicht gewinnen läßt. Unsicher und ver- i vorrcn ist auch jetzt, nachdem einige Umrisse hervorgctrcten I sind, noch immer die Lage.
i Der hervorstechendste, bei diesen Wahlen zu Tage ge- ; Irdene Grundzug ist offenbar das bedeutende Anwachsen der Sozialdemokratie an Zahl sowohl Btr Stimmen i als der Vertreter. Die Partei zählt bereits 22 feste \ Mandate, in einigen 40 Wahlkreisen steht sie zur Stich- ! wähl. Mehreren neuen Eroberungen (Breslau - West, bSouneberg, Gotha auf Kosten der Freisinnigen) steht nur i der Verlust von Bremen an die „freisinnige Vereinigung" und von Ascherslebeir an die Nationalliberalen gegenüber. 3» den Stichwahlen werden die Sozialdemokrateil voraus- t sichtlich noch manche Mandate gewinnen. Der bisherige Besitzstand der Freisinnigen in Berlin ist z. B. anfs Aeußerste gefährdet.
1 ®ic sozialdemokratischen Erfolge sind zum großen Theil auf Kosten der Freisinnigen, insbesondere der frei- = sinnigen Volkspartei, erzielt worden. Bis jetzt haben die 1 Freisinnigen 21 Mandate endgültig verloren.
E, Leidlich haben sich die National liberalen gehalten. Sie haben eine Anzahl alter und neuer Vertreter gleich int trften Wahlgang durchgrbracht und stehen in einer großen
. Reihe ziemlich aussichtsvoller Stichwahlen, uameutlich mit den Sozialdemokraten. Ihr Besitzstand wird schwerlich eine Verminderung erfahren.
Aus dem Centrum liegen noch wenig Wahlilachrichtrn ' 5er.- Die Ultramontanen stehen in verschiedenen Wnhl- tretfen mit den Sozialdemokraten ober den Kartell- parteten in Stichwahl und werden wohl auch Einiges ein- ; mißen, namentlich in Baden. Von Erfolgen der Hueuc- Lchorlemerschen Richtung hat bisher nichts verlanlet.
Die Konservativen werden sich wohl im Ganzen : I ’reni Besitzstand behaupten, wenn sie auch einzelne ^Mandate an die Antisemiten werden abtreten müssen. kOb die letzteren die erwarteten Erfolge in vollem Umfang ■ svztelen werden, ist gleichwohl sehr zweifelhaft; sie stehci, m zahlreichen Stichwahlen mit schwer berechenbarem An§- bang. Daß Ahlwardt im ersten Wahlgang in Arnswalde k viedergcwählt wurde, mag als ein Kennzeicheit einer be- ■ Säuerlichen Volksströmnng angemerkt werden.
Zusammen 23,243 Stimmen
Das amtliche Ergcbniß de r Neichstagswahl vom 20. Februar 1890 war im 2. nassauischen Wahlkreise folgendes: Eingetragen waren 29,447 Wahlberechtigte; davon stimmten ab 19,597; hiervon waren gültig 19,551 und entfielen auf Friedrich Schenck, Anwalt der Deutschen Genossenschaft in Berlin (deutsch- fieisiunia) 10,276 Stimmen, Emil Fleischmann, Cigarrcuhändler in Karlsruhe (Sozialdemokrat) 5162, Julius Grimui, Professor a. D. (Kartellpartei) 4091. 46 Stimmen sind ungültig, 22 zersplittert. 3m Jahre 1887 waren wahlberechtigt 27,520; hiervon stimmten 20,952; ungültig waren 56 Stimmen. Non den sonach verbleibenden 20,896 Stimmen erhielten Schenck 11,337, Sartorius (der damalige Kandidat der Kartellpartei) 7197, Jöst (der damalige Kandidat der Sozialdemokraten) 2356; zersplittert waren 6 Stimmen.
Ans den übrigen nassauischen Wahlkreisen.
1. Wahlkreis (umfaßt die vormaligen Aemter Usingen, Idstein, Königstein, Höchst, Hochheim, Homburg und den Ortsbezirk Rödelheim). Bis jetzt Westeinocher (nat.-lib.) 4860, Wasserburg (Centr.) 3223, Funk (freif. Bolksp.) 2683, Brühue (Soz.) 5667 Stimmen.
3. Wahlkreis (umfaßt die norm. Aemter St. Goarshausen, Braubach, Nastätteu, Montabaur, Wallmerod Nassau). Dr. Lieber (Centr.) wiedergewählt.
4. Wahlkreis (umfaßt die vorm. Aemter Diez, Limburg, Runkel, Weilburg, Hadamar): Stichwahl zwischen CahcnSly (Centr.) und Fink (nat.-lib.)
5. Wahlkreis (umsaßt die von». Aemter Dillenburg, Herborn, Rennerod, Marienberg, Selters, Hachenburg). Gewählt Amtsrichter Hofmann (nat.-lib.) mit 8919 Stimmen.
*
Auswärtige Wahlnachrichten.
Erste Aufstellung.
Berlin, 16. Juni. Bis jetzt sind von endgültigen Wahl- resnliaten folgende bekannt. Es wurden gewählt:
Konservative in Detmold, Calw, Schleswig-Holstein IX., Hagenau-Weißenburg, Erfteiu-Molshcim,Schwetz, Kreuzberg, Köslin- Kolberg.
Nationalliberale in Schlettstadt, St.Johann, Bayreuth, Hannover 18, Ulm, Homburg-Kusel.
Freis. Vereinigung in Bremen, Hirschbcrg, Schleswig- Holstein V.
Volkspartei in Crailsheim,Böblingen,Tübingen, Balingen, Hcll-Oehringeii, Gerabronn.
Centrum in Aachen I., II., III., IV., V., Trier, Rappolts- weiler, Krefeld, Coblenz, Waldshut, Münster, Baden-Baden, Lcihr- Wolfach, Baden-Buhl, Jmmenstadt, Blaubeuren, Biberach, Ravensburg, Jllerfisten, Augsburg, Münsterl., II., III., IV., Oldenburg III., Saarlouis-Merzig, Bittburg-Prüm. Hechingen, Kattowih, Neiße, Regensburg, Sicgkreis-Waldbröhl, Ingolstadt, Düren-Jülich.
Sozialdemokraten in Breslau-Ost und -West, Hamburg I., II., III., Braunschweig-Blankenburg, Leipzig-Zwickau-Crimmitschau, Nürnberg, München II., Berlin IV. und VI., Schneeberg, Gera, Mülhausen i. Els., Schleswig-Holstein VI., VII., VIII., Chemnitz.
An tisemit in Marburg.
Kreme»». Frese (fr. V.) mit 19,123 Stimmen gewählt, Bruhns (Soz.) 14,573, Muller (Autis) 555.
finnitover. Meister (Soz.) 19,524, Bürgermeister Lichtenberg (nat.-lib.) 10,005, v. Dannenberg (Welse) 9179, Richter (freif.) 770, Dr. Schulte-Steinberg (Autis.) 2970 Stimmen. Zwei ländliche Orte schien noch, können jedoch am Resultat uichtS ändern. Stichwahl zwischen Meister und Lichtenberg.
Köln. Nennen (nat.-lib.) 11,682, Greis; (Centr.) 18,702, Lucke («oz.) 12,090. Stichwahl zwischen Grciß und Lücke.
Düsseldorf. Wenders (Centr.) 14,600, Marx (nat.-lib.) 7400, Grunpe (Soz.) 8900. Stichwahl.
Aachen. In den fünf Wahlkreisen des Bezirks Nachen wnrden die 5 Abgeordneten des Centruins wiedergewählt; davon ist einer (Prinz Areuberg) für die Militär-Vorlage.
Elberfeld. Harm (Soz.) 19,005, Dahm (Kart. n. Autis.) 13,865, Evertz (freif.) 5553, Lieber (Centr.) 2401. Stichwahl zwischen Harm und Dahm.
Erefeld. A. Bachem (Centr.) bis jetzt 11,000, Helbing(Soz.) 5000, Seyffard (nat.-lib.) 3700. Bachen» sicher gewählt.
Münchei» I. Leib (Centr. und Autis.) 3945, Burkhard (vereinigte Liberale) 5728, Birk (Soz.) 8096. Gegen 1890 verlor das Centrum 505, die Nationalliberalen und Freisinnigen verloren 2718, die Sozialisten gewannen 442. Stichwahl zwischen Burkhard und Birk. M ü nch e n II. ist noch nicht vollständig bekannt. Vollmars Wahl ist mit erheblicher Mehrheit gesichert.
Straßburg (Stadt). Endresultat. Bisheriger Abgeordneter Dr. Petri (nat.-lib.) 6981, Bebel (Soz.) 6206, Dr. Müller-SimouiS (klerikal) 3399. Stichwahl zwischen Petri und Bebel.
Leipzig (Ltadt). Pros. Hasse (Kartell) 10,824, Maurermeister Enke (Aulis.) 7078, Photograph Pinkau (Soz.) 11,786, Richter (fr.) " Stichwahl zwischen Hasse und Pinkan.
Leipzig (Land). Geyer (Soz.) mit großer Majorität gewählt.
Nürnberg. Grillenberger (Soz.) mit 17,754 gegen 12,661 Ltiuimen wiedergewählt. Nur wenige Bezirke stehen noch aus.
Stuttgart (Stadt) bis auf einen Bezirk: Kloß (Soz.) 10,622, Siegle (nat.-lib.) 8331, Haußmann (D. V.) 4246. Stichwahl zwischen •Siegle und Kloß sicher.
Halle a. d. Saale. Halle-Saalkreis: Stichwahl zwischen Alexander Meyer (freif. 23er.) und Kunert (Soz.).
Dresden (Neustadt). Klemm (Autis.) 3978, Rosenhagen (kons.) 3511, Kaden (Soz.) 7174. Stichwahl. — Dresden IL Stichwahl zwischen Zimmermann (Autis.) und Gradnauer (Soz.).
Königsberg t. Dr. Krause (uat.-lib ) 7093, Papcndieck (fr.) 5824, Schulz (Soz.) 10,519 Stimmen. Stichwahl zwischen Krause und Schulz.
Däne in Schleswig-Holstein I.
In die S t i chwahle n f omni eit: 23 Konservative, 45 Natioualliberale, 16 Centrum, 25 Freisinnige, 12 Freisinnige Vereinigung, 5 Volksparteiler, 68 Sozialdemokraten, 11 Antisemiten, 2 Welfen, 1 Pole, 1 NeichSparteiler, 1 Elsässer. Im Ganzen also bis jetzt 105 Stichwahlen.
Zweite Auf stell«ug. (Endgültige Wahlen.)
Konservative in Greifswald, Neidenburg, Minden, Altenburg, Prenzlau, Oschatz, Nagnit-Pilkalleu, Löweubcrg.
Nationalliberale in Bernburg, Waldeck, Wanzleben, Landan i. Pf., Aurich, Neuhaldeusleben, Aschersleben.
Centrum in Aschaffenburg, Leobschütz, Montabaur, Kempen, M.-Gladbach, Braunsberg, Koset, Grottkau-Falkenberg, Neuwied, Neuß, Mayen, Arnsberg-Meschede.
Sozialdemokrat in Gotha.
Polen in Juowrazlaw, Buk.
Antisemit in Homberg-Fritzlar.
Elsässer in Saarburg.
Wild-liberal in Guben.
Bauernbund in Pfarrkirchen.
In die Stichwahlen kommen: 7 Konservative, 7 Nationalliberale, 3 Centrum, 3 Freisiunige, 2 Bauernvereinler, 2 Polen, 1 Welfe, 7 Sozialdemokraten.
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gerillt, 17. Juni. Bis heute Früh sind 318 Wahlresnltate bekannt geworden, davon sind definitiv gewählt: 38 Konservative und Reichsparteiler, 15Nationalliberale, 58 Centrnin, 5 Volkspartei, 23 Sozialisten, 4 freisinnige Vereinigung, 14 Pole», 6 Elsässer, 2 Antisemiten, 1 Däne, 1 Wildliberaler, 1 Bauernbiindler. Außerdem kommen 150 Stichwahlen in Betracht.
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Wahl Ergebniß in de» GroßSIädlen.
Hamburg. Erster Kreis Bebel (Soz.) 15,940, Laeiß (fr. V.) 9537, Raab (Autis.) 2365. Bebel gewählt. — Zweiter Kreis Dietz (Soz.) 18,448, Menzel (freif.) 6453, Raab (Antis.) 2329. Dietz ge- wählt. — Dritter Kr«s Metzger (Soz.) 24,571, v. Eicken (freif.) ***=ief 17,445, Raab 3231 Stimmen. Metzger gewählt.
Kreviau. Ostbezirk. Dr. Asch (freis.) 3592, vom Hofe (Kart.) ■/ 5125, Metzuer (Centr.) 1405, Tutzauer (Soz.) 11,675, Schulze (Antis.) MW 1454. Tutzauer gewählt.
Westb«zrk. Redakteur Winekler - Tannenberg (freif.) 5585, ...... -
Hobrecht (Kart.) 4311, Metzner (Centr.) 1068, Redakteur Dr. Schoen- lank (Soz.) 13,162, Professor Förster-Berlin (Antis.) 1305. Schoeit- lank getvählt.
selbstverständlich swillkommeuer als ein Sozialdemokrat wie Herr Kunert.")
Die Erfolge der Sozialdemokratie begeistern den „Vorwärt8" zu folgendem Siegesgesang: „Der 15. Juni 1893 ist ein Ruhmestag des deutschen Proletariats, und er wird in den Geschichtsbüchern der Zukunft alle blutigen Siege der Moloch- und Mainmons- anbeter weit überstrahlen. Dank den deutschen Wählern! Die deutsche Sozialdemokratie hat ihre Schuldigkeit gethan. Sie hat — allein gegen alle anderen Parteien — allen die Stirne geboten und alle znrückgedräugt und zunickgeworsen. Wir wissen, daß unser heutiger Sieg, so glänzend er auch ist, uns noch lange nicht ans Ziel bringt. Wir wissen, daß noch viel, viel zu thnn ist. Wir ivisseu, daß die Gegner in ihrem Arsenal noch Waffen besitzen, vor deren Anwendung sie bisher znrückschreckten. Aber wir wissen auch, daß sic keine Waffen besitzen, denen wir nicht bessere Waffen cnt- gegeuznsetzen hätten. — Und heute, am Tage des Sieges, rufen wir aus: Vorwärts! Ntitzen wir den Sieg aus! Vollenden wir bei den Stichwahlen die Niederlage der Feinde! Vorwärts! Immer vorwärts! Kein Sieg genügt uns, so lauge die Bastille des Kapitalismus steht! Hoch die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie !"
Erscheint in zwei Ausgabe«. — Bezugs-Preis: 6® Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. — Der Bezug kann jederzeit begonnen werden.
Aus den Stimmen der Presse Hebei» »vir jetzt i folgendes hervor:
B Das freisinnige „Berliner Tageblatt" beginnt hinsichtlich ?es Niedergangs der freisinnigen Stimmen nach bei» Schuldigen zu Men und schreibt: „Wir können nicht behaupten, daß nach den aus ■ "er Provinz und dem Reiche vorliegenden Wahldepeschen sich dort -die von den Fraktionsleitern beliebte Taktik als erfolgreicher bewiesen hätte. In dem Aiigenblicke, da wir dies schreiben, ist noch - ft>it einziges Mitglied der freisinnigen Volkspartei als gewählt geweidet worden, und es ist ein schwacher Trost, daß wenigstens die '■ Uwdeutsche Volkspartei in Württemberg sich wacker genug" gehalten !*“, um gleich im ersten Wahlgang eine Anzahl von Mandaten zu «nngen. .Auch die freisinnige Vereinigung hat, wie es scheint, Wwere Einbußen erlitten, wenn auch für sie wie für die Volks- Bjrtei in einer Anzahl von Wahlkreisen gegründete Aussicht Vorhände»» m, die Stichwahl mit günstigem Erfolg zu bestellen. Wenn man parteitaktischer Rücksicht geglaubt hat, den Wahlkampf nau»ent-
‘ mit Rücksicht auf die Sozialdemokratie bester bestehen zu kölinen, -wenn man den Sozialdemokraten gegenüber an Entschiedenheit der : spräche und der Forderungen nicht zurückstehe; wenn uraii aus f’tefem Grunde die gemäßigten Elemente aus dein Parteioerbande : ® entfernen trachtete, so hat sich dieses Mittel als nicht sehr probat -Erwiesen. Schon heute steht es außer allem Zweifel, daß die Ver- -«achlasfigung des alten Satze«: „Friede ernährt, und Unfriede ver- Wt" sich an uns Freisinnigen bitter gerächt hat; und die Noth- . Wendigkeit, in den Stichwahlen mit denselben Gesiniinngsgenosteu N»d in Hand zu gehen, die man soeben noch herb genug befehdete, L?;(oemt uns fast wie eine wohlthätige Mahnung, die das Verhalten Wigt, welches uns fortan vorgeschricben ist."
| - Zu dm Stichwahlen schreibt die „Freisinnige Zeitung": ■ tvux das Verhalten bei dm Stichlvahlen werden Seitens der sfei- mmigen Volkspartei allgemeine Regeln und Grundsätze diesinal '«enfo wenig aufgestellt werden, wie dies früher Seitens der frei- mlnigen Partei und der Fortschrittspartei geschehe»» ist. Es wird '.Ur leben einzelnen Fall nach den besonderen Umständen zu entscheiden "in im Einvernehmen der lokalen Parteileitung mit der Ceutral-
. «nuiig“
S Die konservative „Kreuzzeitung" ist mit den Erfolgen ihrer Ne» zufrieden und verzeichnet schmunzelnd, daß auch die Sinti« »ten gut abgeschnitten haben. Nur über die Wahl Ahlwardts S!!! sie sich nicht freuen. Die kleinen Erfolge der freisinnigen Ler- i*«t9ung gereicheiUi ihr zur Genugthunng, und sie schreibt: „Wir .,fUku uns aufrichtig, daß auf diesem Wege die Sozialdemokratie . Bremen beseitigt ist und daß ihr bei der engeren Wahl vielleicht
Halle entrissen »oerdeii wird. Ein Freisinniger, der für eine ""gemessene Verstärkung der deutschen Wehrkraft eintritt, »st uns
Schenck
Koepp
Nody
Fleischmann
Brade
(hf. Volks- (freif. (Centr.) (Soz.) (Antis.)
„ Partei) Verein.)
Vorn 11 14 — 2 2
Hambach 3 9 — — i
Limbach 2 17 3 6 27
Niederlibbach 7 3 — 21 7
Oberlibbach 4 2 — 7 8
Orlen 28 9 — 6 18
Preßbcrg 9 15 48 20 —
Zorn 8 22 6 6 25
Obermeiliugen 1 11 — 3 5
Algenroth — 21 — 1 —
Niedermttliugen — 8 — 30 13
Hohenstein 6 46 1? 6 —
Michelbach 9 72 2 11 18
Hausm ü. Aar 4 11 2 4> 17
Panrod 17 27 — 4- 15
Holzhausen ü. Aar 3 58 1 11 30
Kettenbach 5 50 — 7 2
Daisbach 3 2 25 7 8
Henuethal 18 23 — 12 11
Das Gesammt-Ergebuiß ist nunmehr vorhanden und zwar folgendes:
Schenck 4851 Stimmen.
Koepp 6307
Nodp 4695 „
Fleisckpuann 6229 „
Brade 1161
