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Abend-Ausgabe

Uiksbsdkiikr TsgblÄ

41. Jahrgang.

Verlag: Langgaffe 27.

R2,OOO Avonnenterr

N-. 234

Kamfiag, den 20. Mai

1893

Politische Tages-Rundschau.

Kaisers durchaus incSt nach Wunsch; schließln

wattige Massen, den schwächere» Fe her ausgezeichnet und zur erste» Sl

Der Wahlkampf hat ja Heuer seine ganz besondere Be­deutung und das nicht nur in Hinsicht auf die Militär- i Vorlage. Das Alte ringt mit dem Neuen, zerklüftet, ver­wittert ist so Manches an den Festungen der alten Fraktionen, n*> sie werden es sich gefallen lassen müssen, daß fremde Gaste Eingang finden und daß neue Bollwerke, gegen sie gerichtet, entstehen. Es wird eine große Umwälzung geben, das^ ist gewiß, nnd der heftige Kampf, der entbrennt, ist natürlich. Möchte nur jeder anständige Kämpfer sorgen, L ®tne§ nicht verloren gehe, was der Deutsche vor fahren im großenVölkerringcn bewahrte: Disziplin; möge Jeder, welcher Partei er auch angehöre, Eines be- i t ' ^^"chkeit; möge Jeder seinen eigenen Standpunkt - «L .n \ und Würd e vertreten, und nicht mir wüstem Geschrei und Schimpfen! Möge er auch im Gegner den gleichberechtigten Mitbürger achten! Das ist der Wunsch der in diesen Tagen jeden Wohldenkendcn erfüllen muß.

Nun aber wollen wir unser» Blick ablenken von dem beginnenden Kampfgewirr im Lande und hinausschauen in die stnnige Welt und daran denken, daß im frommen Ktang der Kirchenglocken die frohe Botschaft von der Gießung des heuigen Geistes durch die Lande tönt und die Herzen und vmne daran mahnt, daß es auch in der Politik ein Pfingsten giebt, wo plötzlich einmal die leuchtende Fluth des Geistes Me Parteischranken durchbricht, wo ein begeisternder Ge­danke Alles mit sich fortreißt. Wir haben solche Pfingst- wunder erlebt. Wir brauchen nur zurückzudenken an die schweren Tage der Erniedrigung der deutschen Nation. Sie lchien in Knechtschaft verloren, da plötzlich flackerten da und °ort die geheimnißvollen Flämmchcn auf, wie sich der heilige auf die Jünger Christi herniedersenkte, nnd mit einem Male brauste und brannte es in allen deutschen Herzen, unb ®te herrlichen Schlachten wurden geschlagen, die die Deutschen von der Fremdherrschaft erretteten. Das war 1813, und >n zweites Volkspfingsten feierten wir, als der fränkische ^evermuth die Kriegsfackel entzündete. Ein heiliger Ge- anke riß Alle hin, _ vergessen waren die Leiden der Klein- aaaterei, die Deutschen blieben gute Preußen, Bayern, Wachsen, Württemberger u. f. w., aber sie wurden sich mit Begeisterung dessen bewußt, daß sie in erster Linie Deutsche waren.

Das wollen wir uns auch heute ins Gedächtniß zurück- Ufen. Und Jeder, der sich dessen voll bewußt wird in dieser W des hehren Geistesfestes, der wird es feiern im edelsten jßß schönsten Sinne, er wird es feiern als ein deutsches

aber dte dentsche Armee hat ihren Ruhm niemals darin gesucht, mit ihrer Anzahl die Welt zu verblenden und, nur gestützt auf ge­waltige Massen, den schwächere» Feind zu erdrücken. Was sie bis-

Nrber die Unterredung zwischen Kaiser Wilhelm II. und Papst Leo XIII.

berHannöv. Cour." von seinem römischen Berichterstatter Äs R?^eMittheilung, aus der toir das Nachstehende entnehmen, kbtrt schreibt: ,,Wir hätten aus dieWicdergabe vielleichtver- $t(R,roc!*n ber Bcncht nicht schließlich doch die Runde durch die di« wen würde. Für die eiuzelncn Ausführungen müffc» wir

Verantwortung unserem Gcwährsmanne überlassen; wir

I Die Exkönigin Natalie von Serbien, vor zwei I Jahren durch die Regentschaft aus dem Königreich ihres Sohnes vertrieben, ist gestern, nachdem sich vor Kurzem der junge König durch einen Staatsstreich zum wirklichen Herrscher seines Landes gemacht hat, in allen Ehren zurückgeholt worden. DerFranks. Ztg." wird darüber aus Kladovo ! von gestern gemeldet: Die alte, halbverfallene, hart an den Grenzen von Bulgarien und Rumänien malerisch gelegene serbische Festung Kladovo hat heute den schönsten Schmuck angelegt, und ans der ganzen Umgegend sind weit und breit Tausende von Menschen hierhergekommen, um dem Könige und der Königin einen enthusiastischen Empfang zu bereiten. Der König kam zur Mittagsstunde auf einem Separat­dampfer und wurde stürmisch begrüßt. Die Ankunft der Königin hat sich jedoch verspätet, unb bieselbe soll erst um 6 Uhr eintreffcn. Als bem juzcnblichen Könige bie dies- bezügliche Mitthcilung gemacht würbe, blieb er auf dem Schiff und gab sofort Befehl, der Königin bis zur Landes­grenze entgegenzufahren. Beim Begegnen der beiden Schiffe wird die Königin Natalie auf den Dampfer des Königs umsteigen, da Letzterer wünscht, daß seine Mutter, welche gerade heute vor zwei Jahren aus dem Lande Vertrieben wurde, unter seinem persönlichen Schutze noch heute den serbischen Boden wieder betritt. Eine weitere Depesche lautet: Die Begegnung des Königs nnd der Königin fand soeben in der Nähe der alten Trajansbrücke zwischen Turn-Severin und Brsa-Palanka statt. Beide Dampfer hielten mitten in der Donau, und nur die Augenzeugen vermögen den tiefen Eindruck des Wiedersehens zu schildern. Der König Alexander befand sich in fieberhafter Erregung und mußte gewaltsam zurückgehalten werden, da er schon auf seine Mutter zu­stürmen wollte, noch ehe die Stege vorschriftsmäßig angelegt waren. Ohne jedes Cercmoniell unb offenbar seinem inneren Drange folgenb, eilte er ber Königin entgegen unb küßte sie wicberholt thränenbeu Auges. Als bann der junge

Pfingsten in der Politik.

Der Mai, diesmal so sonnig und heiter, ein Blüthen- moud, wie wir ihn seit Jahrzehnten nicht erlebten, hat uns auf dem Gebiete der Politik doch einen rechten Frühliugs- und Walburgissturm gebracht, dessen Folgen sich noch gar nicht absehen lassen. Gewittert hat es lange genug, die Luft war seit Monaten mit Elektricität geladen, und man konnte den Ausbruch längst erwarten. Der Reichstag wurde ausgelöst, nachdem die Militärvorlage abgelehnt worden war, und das fröhliche Pfingstfest, das Fest des heiligen Geistes, fällt diesmal mitten in den Wahlkampf hinein. Und zwar ist es ein Wahlkampf, wie er wohl noch nie in dieser Be­deutung erlebt worden ist. Naturgemäß wird er seinen Höhepunkt erst nach den Feiertagen erreichen. Wenn sie mit ihrer Freude verrauscht sind, dann wird unser Deutschland wieder von den Stimmen der Kämpfenden durchhallt sein. Die Parteien haben ihr Feldgeschrei und ihre Losung ausgegeben, jede setzt als Preis des Kampfes die ihr heiligsten Güter. Kein erfreuliches Treiben bietet diese Wahlcampagne, welche die Parteileideuschaften in der häßlichsten Weise entflammt. Partei und mit ihr die Parteilichkeit, das ist ja leider das Zeichen der Zeit, unb so muß man es in biefcr frohen Maieuzeit erleben, - daß bie Meinungen will, aufeinandcrplatzen, baß viele sich für unfehlbar, den politischen Gegner aber für unmünbig halten, ihn verkleinern, beschimpfen, selbst seine persönlichen Ver­hältnisse ins Gefecht sührcn unb Alles vermissen lassen, was man von jebem wacker» Manne forbern muß: Mäßigung. Diese Verlästerungssucht, biese fanatische, blindwüthigc Agitationslust kann nicht genug verurtheilt werben, aber sic nimmt leider auch bei uns im politischen Leben überhand ^on-Jahr zu Jahr und zeigt, daß auch bei uns das ekle Fremdwort eine Bedeutung erlangt hat, das Wortäocaävseo".

Staatswegkli tm Vatikan niedergeschrieben wurden, um als historische Akte zu dienen. Diese Wort für Wort lesen oder gar ab- schreiben zu können, ist mit natürlich nicht gestattet gewesen, iiuiner- vu> cnthatt der kleine nachstehende Auszug in großen Zügen das thatsachlich Wisseiisiverlhc jener mit so großer Spannung erwarteten und veriolgten lluterredniig. Diese zerfiel in zwei Abschnitte, in einen kleineren offiziellen unb in einen größeren anßeraintlicheii. Wasim zweiten gesprochen worden ist, entzieht sich der Mittheiluiig. ^m Großen und Ganzen drehte sich die Unterhaltung um die «eckigen Interessen des heiligen Stuhles, und da der Papst seine bezüglichen Wunsche später dem Staatssekretär Marschall v. Bieber­stein wiederholt haben wird, so lverden ja wohl auch über die Unterredung Leos XIII. mit Herrn ti. Bieberstein nach uns einige Daten zu habe» sein, die, »ach Allen, zu schließen, die praktisch wich­tigere Zusammenkunft gewesen ist. Eines aber kann ich authentisch versichern, daß nämlich Leo XIII. während der privaten Unter- rednng unter Anderem auch behauptete, daß ein bedeutsamer Schritt für die Losung der sozialen Frage die Abschaffung des Parlamen- tar,Sinus wäre. Der Kaiser hat darauf lächelnd geantwortet, das

-^.sich. leicht sagen, dazu sei es jetzt aber zu spät! Um in der geschichtliche» Reihenfolge z» bleiben, muß ich bemerken, daß die Berhandlnngen der preußische» Gesandten am Vatikan, Herrn v. Bülow, mit dem StaatSkanzler der Kurie sich nicht nur auf die Acnßerlichkeiten des Besuches erstreckten Leo XIII. wollte Garantieen dafür, daß die private Unterhaltung zwischen ihm und dem Kaiser nicht wieder wie im Jahre 1888 unterbrochen würde. Der Papst wollte wissen, was der Kaiser mit ihm besprechen wolle, und er wünschte seincrscils. daß er seine Ge­danke» über alle z» erörterilden Fragen ausführlich entwickeln konnte. Dieses wurde zugestaudeu. Der Kaiser ließ wissen, daß er über bie Deutschland beschäftigende» politisch-religiösen Fragen, darunter auch die soziale, mit dem Papste sprechen, daß er bie An-

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Wahlbervegung.

Eine Ordre des Kriegsministers wies sänimtliche Bezirks- kommandos an, die auf den Wa h ltag fallenden Frnhjahrsübunge» der Landwehr zu verlegen.

Eine außerordentlich scharfe Absage richtet dieFreisinnige Zeitung" an de» Rabbiner Hirsch Hildesheimer, der zwar den ziveiten Wahlaufruf der Freisinnige» Vereinigung unterschrieben hat, aber nach einem im sozialistische»Vorwärts"/neuerdings das onksnt terrible unter den Blättern, veröffentlichten vertraulichen Cilkular die Ansicht ausspricht, daß man es als Jude unbedingt

her ausgezeichnet und zur ersten Armee der Welt gemacht hat, ist der in ihr lebende Geist der Treue, Hingebung, Selbstverleugnung und des Vertrauens gewesen. Seit den Siegeszüge» des Großen Friedrich hat mehr als einmal das an Zahl schwächere preußische Heer die überlegenen Mächte geschlagen unb zersprengt. Nicht einmal ber äußere Erfolg ist bas Maßgebende und Endgültige, sondern vielmehr der Stand der Gesinnung und des Muthes. Die Kriegserinnerungen dieser Tage bestätigen uns bie «roße Wahrheit, daß ei» äußerlicher Verlust durch die sittliche Er­hebung in einen siegreichen und hoffnungsvollen Zustand verwandelt werden kann. In diesen Tagen werden es 80 Jahre, daß die mit de» Russen verbündete» Preuße» die Schlacht oo» Bautzen ver- loren, so wie kurz vorher auch das Glück des Tages von Lützen (Groß-Gorscheu) dem Sieger Napoleon zugefallen war. Trotzdem warfen sich »ach jeder dieser Schlachten die Preußen ungebrochenen Muthes auf den Fei ich und vernichteten fünf TageuachderBautzeuer Schlacht am 26. Mai die verfolgende französische Division."

Weiter wirb ausgeführt, bas Schicksal ber große» mili­tärischen Organisationsfrage, welches jetzt in Deutschlanb entschieben werben solle, möge ausfallen wie es wolle, baran hänge boch noch nicht bie allerletzte Entscheibnng.

; Einen vortrefflichen Geist athmet bie mannhafte Pfingstbetrachtung besMilitär-Wochenblatt", ber wir Folgendes entnehmen: -

Pfingsten als das Fest der Freude und der Buße ist ein dnrch- oarniiter auch die loyale, mit dem Papste sprechen, daß er bie An- I 5.^ «/rstiges Fest. Nicht um äußere Ereignisse, fonberu um bie sichte» Loos über einige allgemeine europäische Klagen hören wollte I Uacht des Geistes hanbelt es sich in der Festgeschichte. Für uns Als werteres Zngestäitdniß wurde es beut Papst überlassen, ganz I ck darum auch bie hohe Lehre damit vettunbeu, baß es bei jedem nach Belieben auf bie allgemeinen europäischen Fikaqenreinjiiaeheu I ?.» Kampf sich nicht in erster Linie um bie großen Ziffern, um Dem Pgpste war diese allgemeine Fassung der 'Vorschläge des I sichtbaren Dstrsseu und ui» eine selbstverständliche Ueberleaenheit Kaisers durchaus nicht nach Wunsch; schließlichrchat er sich wohl I Wbetn feil, fotÄern um beit Geist, ber bas Ganze beseelt. Gewiß oder Übel fügen müssen, da, ime auch aus Folgendem ersichtlich I spseltbeider Entscheidung der Schlachten die Zahl eine große Rolle, hervorgeht, ihm mehr al« dem Kaffer an einer Zusamineukunft oe-* ** ~

legen fein mußte. Die Unterhaltung des Kaisers mit dem Papste nun knüpfte an de» Dank des Kaisers dafür an, daß die Regiermia rin Klerus unb in bcu Katholiken nicht mehr ausschließlich Wider" jacher zu erblicken habe unb baß ein berartiges Zusammenwirken wohl auf eine befriedigende Lösung der sozialen Frage hoffen lasse So nnerfennenb auch in dieser Beziehnnq die Thätigkeit des Papstes sei, so unerfreulich fei auch andererseits das Verhalten ber Kirche die trotz aller ihr bereits gemachten Zugeständnisse ihre Ansprüche hoher und höher schraube. Augenscheinlich spielte der Kaiser hier aus bie Frage der religiösen Orden, namentlich der Zulassung der Jesuiten, an. Leo XIII. antwortete, der Kaiser habe ihm selbst zu- gestanden, daß die Kirche eine besänftigende Macht fei und daß daher die Vorlheile der modernen Staaten auf der engen Ver­bindung der Regierungen mit der Kirche beruhen. Dieser Einsicht aber zeigen sich die Letzteren noch ziemlich verschlossen. Der Kaiser bestritt das. Er sagte, der Papst würde niemals die Lösung der sozialen Frage nach seinen (des Papstes) Idee» durchsetzen können wen» die Gesolgrleute des Vatikans sortsührcn, so nianche Maß­regel» der ^Regicriing z» durchkreuze» oder z» hintertreiben Auf die,es Stich,vort hatte der Papst augenscheinlich nur gewartet nm die Frage der Militarvorlage unb bie Stellung bes Zentrums zu berfelben vorzubringen. Der Papst bat beit Kaiser, berücksichtige» z» wolle», baß die Haltung des Eenlrums in dieser Frage eine ganz besondere sei und nicht mit der Haltung der deutsche» Katho­liken überhaupt verwechselt werden dürfte. Kaiser Wilhelm aber schnitt jede weitere Diskussion hierüber mit de» Worte» ab daß er gerade weil die« eine besondere Frage sei, die bereits vor ihrer Losung stehe, hierauf nicht weiter eingehen könne. Er erwarte von den Katholiken nichts weiter als eine sichere Hülfe. Die deutsche Regierung wolle ausschließlich das Beste der Nation und glaube daher das Anrecht auf eine ehrliche Unterstützung zu haben. Der Papst erklärte ,tch für feine Penou hierzu gern bereit, auch erbötia die Vonchlage anzuhören, bie ber Kaiser ihm durch den Mund des Staatssekretärs unterbreiten lassen ivürde. Tas Gespräch wandte sich alsdann der ausländischen Politik zu. Der Kaiser glaubte Klage darüber führen zu müssen, baß der vom Dreibund verfolate friedliche Zweck vom Vatikan absichtlich falsch gedeutet werbe wahrend gerade die Lehren der Kirche beit Vatikan auf den Schub des Dreibundes hiiiwiesen. Leo XIII. bestritt sehr lebhaft daß er oder der Vaiikan Gegner des Treibuiides seien. Mau hätte aller­dings besser gethan, die auf Ron, bezügliche Klausel fortzn lassen Sie ,ei aber vorhanden, unb wenn sie auch nichts bedeute so ent- I hielte sie andererseits doch diejenigen Anschauungen, welche die Kirche bekämpfen müsse. Der Kaiser sand in solche'r Klausel nichts Veleidigeudes, sondern nur die Wahrung berechtigter Jutereffeu I da zur Zeit einer der kontrahirenden Staaten bedroht schien' Leo XIII. versprach, den Aeiißemngen des Kaisers gern Gerechtigkeit widerfahren zi, lassen. Er könne Nch aber über das Faktum selbst I nicht Hinwegsetzen; wohl aber könne er behaupten daß bie Be- I ziehniigen des Vatikans zu anberen europäischen Staaten mir bie I Forderung bet Interessen ber Kirche im Ange hätten, aber nichts Beletbigeudes für bett Dreibunb enthielten ober verfolgte» Die I Politik des Vatikans verfolge ausschließlich geistige Interessen I Damit nahm das Gespräch eine intime Wendung." 1 ' I

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3» Nürnberg hat sich einArbeiter-Nadfahrerklnb Vorwärts' gegründet ber nunmehr das Fahrrad auch in bie Dienste bei sozialdemokratischen Agitation aus dem Laube stelle» will.

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Eine merkwürdige Umwandlung hat der alte Preußen- rufMit Gott für König unb Vaterland!" soeben in dem Wahl­kreise Fiisangels erfahren. Wie wir deinMärkischen Sprechet" entnehmen, eröffnet nämlich die ultramoutaneSüdländische Volkszeitung den Wahlkampf zu Gunsten Fusangels mit -einem stimmungsvolle» Ausruf, der also schließt:Hie Huene hie Fnsaugel! lautet für uns die Parole, und da fällt bie E»t- Mjeibinig nicht schwer.Mit Gott für Vaterland und y-uSaugel" in den Wahlkampf, ber hoffentlich dieSnial ein ganz einmütiger ist."

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Der Fabrikbesitzer und Handelskammerpräsident Herr Rudolf Kopp ist von einer nationalliberal-freisinnigen Vereinigung für den hiesigen 2. nassauischen Wahlkreis als Kandidat nomi- »irt worden. Herr Köpp gehört der freisinnigen Partei an, wird aber tn Sache» der Militärvorlage sich den Nationalliberale» an- schließen.

A«zetg«n-Prei»r

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enthalten uns auch jeder vielfach recht uaheliegenden kritischen Be- 1 wünschen müsse, daß kein aefäbrlidier Militörfnnffift nnafir»*.- ä! | LÄckL iEMMW

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