fihann-Ausgabe.
Wiksbil-kmr T aob Litt.
«. Jahr-a«--
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S-. 188.
Mittwoch» den 5. April
1893.
Jur öcrs 2. Kucrrtal'!
Orr Beprg
des täglich in zwei Ausgaben erscheinenden
„Wiesbadener Tagdiatt"
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Die agrarische Kervegirng
«acht immer weitere.Fortschritte, was in erster Linie dem agitatorischen Geschick ihrer Führer zuznschreiben ist. Sie beschränkt sich nicht mehr auf Norddeutschland, sondern hat schon nach Süddeutschland hinüber gegriffen. Ein in Mainz gegründeter Bund der Landwirlhe in Süddeutschland hat sich dem Bunde denlscher Landwirthe angeschlossen, auch die iandwirthschaftlichen Landesverbände von Württemberg und Sachsen haben ihrcil Anschluß erklärt. So wächst die agrarische Bewegung immer stärker an, und sie lenkt umsomehr die Aufmerksamkeit auf sich, als sie eine neue Erscheinung im wirthschaftlichen Jnteressenkampfe der Gegenwart bildet, welcher dadurch an Bedeutung geiviimt. Sie stellt die entschiedene Vertretung der rein agrarischen Interessen dar, die nun neben den wirthschaftlichen Lebeusintcr- essen anderer Erwerbszweige des Mittelstandes und der Arbeiterklassen in den Vordergrund treten. Der Bund deutscher Landwirthe will eine reine Wirthschaftspartei sein ohne jede polilische Tendenz; sein Ziel ist die Bekämpfung der gegenwärtigen Wirthschaflspolitik, soweit sie nach Ansicht der Leiter des Bundes die Interessen der Landwirth- schaft gegen diejenigen der Industrie und des Handels znrücksctzt, ein Ziel, welches durch die Agitation einer ge- sinntmgsfreundlichen Presse und durch eine stärkere Vertretung im Parlamente erreicht werden soll. Trotz der angeblich unpolitischen Tendenz des Bundes ist aber nicht zu verkennen, daß derselbe eine stark konservative Färbung hat, wie denn ja auch der Begriff konservativ und agrarisch sich in vielfacher Beziehung deckt. Diese konservative Färbung des Bundes wird maßgebend sein für die Stellung, welche die politischen Parteien zur agrarischen Bewegung nehmen. Von der konservativen Partei darf man wohl aunehmeu, daß sie die Sache des Bundes ohne Weiteres zu der ihrigen machen wird. Die anderen Parteien sind ans ihrer beobachtenden Haltung noch nicht heransgetreten; eine Ausnahme macht allein die freisinnige Partei, welche in der agrarischen Bewegung das ihr feindliche konservative Element erblickt und dieselbe daher energisch bekämpft. Um zu verhüten, daß durch die agrarische Bewegung der Besitzstand i der freisinnigen Partei geschmälert wird, suchen die Freisinnigen die Vereinigung der Kleingrundbesitzer mit den Großgrundbesitzern, wie sie der Bund deutscher Landwirthe anstrebt, zu verhindern, und die freisinnige Agitation in den Bauernkreisen ist auch nicht ohne Erfolg. Ein Theil der Bauernschaft weist die Jnteressengeineinschaft mit dem Großgrundbesitz zurück und lehnt jedes Zusammengehen mit demselben ab. Er fordert, daß vorerst die politische Gleichstellung des Bauernstandes mit dem Großgrundbesitze herbeigeführt wird, daß der Großgrundbesitz alle feine Vorrechte ausgiebt, die ihm die bestehende Verfassung der ländlichen Gemeinden gegen den Kleingrundbesitz einräumt, d. h. daß er an den Kirchen- und Schullasten gleichmäßig parlicipirt und auf seine Patronatsrechte verzichtet:c. Dieser Theil der Bauernschaft hat sich in dem unter der Leitung des freisinnigen Abg. Wiffer stehenden deutschen Bauernverein vereinigt. Durch seine Absonderung wird die agrarische Bewegung erheblich abgeschwächt, aber sie ist doch noch immer stark genug, darüber kann man sich nicht täuschen. Es bleibt abzuwarteu, ob es dem Bunde deutscher Land- wirthe möglich sein wird, feinen agrarischen Charakter bei der Verfolgung feiner Ziele zu wahren. Das wird sich bei den nächsten Wahlen zeigen, aus die der Bund sein Hauptaugenmerk zu richten beabsichtigt. Der Bildung einer parlamentarischen Wirthschaftspartei ohne bestimmte politische Parteirichtung stehen so große Schwierigkeiten entgegen, daß sie sich kaum verwirklichen lassen wird. Wenn sich der Bund aber deshalb darauf beschränken sollte, die konservative .Partei zu unterstützen, die schon bisher im Wesentlichen t!ne agrarische Partei war, so würde er die Gegnerschaft fluer anderen Parteien herausfordern. Wie nun aber der ®unb auch zu operiren gedenkt, in jedem Falle wird seine Absicht, sich an den Wahlen zu betheiligen, alle politische Parteien zwingen, dem Beispiele der freifntnigcn Partei zu Stellung ihm gegenüber zu präeisiren.
Erfreuliche Aussichten stellt der nächste Wahlkampf durch £a- äufneten der reinen Agrarier als dritte neue Partei
neben den Sozialdemokraten und Antisemiten nicht; an Leidenschastlichkeit wird er alles Dagcwesene wohl noch übertreffen, denn von dem Erfolg der Agitatioil bei den Wahlen wird es abhängen, welchen Einfluß der Bund deutscher Landwirthe und die agrarische Bewegung auf die Gesetzgebung und auf die bisher verfolgte Wirthschaftspolitik erlangen.
Politische Tages-R««dscha».
— Die Rückkehr des Fürsten Bismarck wird immer noch von einem großen Theil des Volkes heiß ersehnt, umso mehr, da sich Deutschland seit seiner Entlassnng nach außen nicht mehr der ausschlaggebenden politischen Stellung erfreut wie ehemals und der neue Kurs, wie man mißlich empfindet, kein so fester Kurs zu fein scheint, als es der alte war, der bei allen Fährnissen nicht wankte unb schwankte. Daß Bismarck aber gar nicht daran denkt, zurück- zukehren, selbst wenn er, was ja mindestens sehr zu bezweifeln ist, jemals wieder berufen würde, darüber giebt fein Organ, die „Hamb. Nachr.", klaren Aufschluß. Das Blatt schreibt:
„Daß Fürst Bismarck trotz aller körperlichen und geistigen Frische je wieder ins Amt zurücklchrcu tiiinie oder dies erstrebe, glauben selbst seine Gegner nicht. Und wenn sie es doch thnn, so unterschätzen sie das Selbstgefühl des Fürsten. Was sollte ihn, der Jahrzehnte hindurch alle Macht und alles Ansehen des größten europäischen Staatsmannes in sich vereinigt hat, wohl veranlassen, in seinem hohen Alter das Nämliche noch einmal zu erstrebeti, tvns er früher längst besaß? Was sollte ihn bewegen, auch nur wieder den Einfluß ans die Leitung der Geschäfte zu gewinnen, den ihm Graf Caprivi selbst für den Fall der Annäherung abstreitet? Die Stellung des Fürsten Bismarck in der Weltgeschichte ist gesichert; weshalb sollte er sie am Abend seines Lebens ohne Roth aufs Spiel setzen? Dies würde er aber thnn, wenn dieAuuähernug, die von so Vielen ersehnt wird, wirklich stattsände. Von diesem Angen- blick an würde Fürst Bismarck sür Alles, was geschieht, mit ver- airllvortlich gemacht werden, ohne daß er wie früher die Macht hätte, den Gang der Dinge, für die er bann mit in Anspruch genommen würde, nach seinem eigenen Ermessen zu bestimmen . . . . Daß dem Vaterlande der Rath des großen Staatsmannes, einerlei von welcher Stelle ans, in der Stunde der Gefahr nicht vorenthalten bleiben Ivürde, ist selbstverständlich und kann zur Beruhigung patriotischer Besorgnisse völlig ausreichen."
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Deutsches Deich.
* fiof- und Personal Nachrichten. Die „Vossische Ztg." meldet ans Posen, der kommaiidirende General des fünften Armeekorps, General der Infanterie v Seeckt, beabsichtige, von seinem Posten zrirückzit treten. — Der Erbg roß Herzog von Baden reifte gestern um V28 Uhr Abends nach Berlin ab. Seine Gemahlin bezieht sich heute zu ihren Ellern auf Schloß Hohenburg.
* Kerlin, 5. April. Gestern Morgen sand eine Versammlung der unabhän gigen Sozialdemokraten statt, in welcher über die Maifeier beratben wurde. Die Fraktion wurde scharf angegriffen. Nicht bemoiiftriren, sondern agitiren müsse man am 1. Mai. Durch alle Reden klang die Absicht, die Maiseier zn erzwingen, was jedoch bei der großen Gleichgültigkeit der Arveiter- massen »uthnulich sei. Am iiächsten Sonntag findet eine Versammlung statt, in welcher die Maifeier endgültig festgesetzt werden soll. — DemAbgeordneteuhanse ging die sogenannte Sekundärbahn- Vorlage zu. Sie verlangt 48,165,000 Mk., davon 26,485,000 Mk. zum Bau von Eisenbahnen. Die Gesammtkoste» werden durch eine Anleihe ausgebracht. — Gegen die Israelitische Wochenschrist des Rabbiners Rahmer und gegen die Allgemeine Zeitung für das Jndenthnm, welche den Jude» empfehlen, für die M ilitär-V or- l a ge zn stimmen, gehen eine Anzahl Berliner Blätter, auch jüdische, scharf vor. So schreibt die Jüdische Presse, jener Artikel fei ebenso taktlos wie thöricht und Wasser auf die Mühle der Antisemiten. „In unserer Eigenschaft als Juden haben wir weder Veranlassung zu Gunsten, noch zu Urigunsten der Militär-Vorlage unfern Standpunkt zu wählen: die Militärvorlage hat mit unserm Jndenthnm nichts zu lhun."
* Die Sozialisten und die Hjldmtg. Die sächsische Stadt Wurzen erfreut sich seit längerer Zeit eines Stadtparlaments, dessen Mehrheit sozialdemokratisch ist. Dieso komponirteStadtverordneten- Versamnilnng beschloß dieser Tage mit 9 gegen 6 Stimmen, einen der höheren Töchterschule bisher gewährte» Zufchnß von 2000 Mk. in Zukunft und zwar mit der Begründung zn streichen, daß die höhere Töchterschule nur dem Standesdünkel der reicheren Klassen sowie dem Bedürfniß nach Absonderung i hre Entstehung verdanke. Im Uebrigeu spricht — in der Theorie wenigstens — Niemand so viel von und über „Wissenschaft" und „Bildung", wie die Sozialdemokratie; in der Praxis scheint man jedoch — wenigstens in Wurzen — höhere Schulen, zumal für Mädchen, nicht für nothwendig, wohl gar für schädlich zn halten.
Anstand.
* Gestrrrrich-Ungarn. Kriegsminister Bauer ist bei einem Spazierritt vom Pferde gestüzt und hat sich am Arm verletzt.
* Frankreich. Das Ministerium Dupuy hat sich gebildet. Das Innere übernimmt Dupuy selbst, das Aeutzere Develle, die Finanzen Peytral, den Handel Terrier, de» Unterricht Poincarre, die Justiz Senator Gnerin, den Ackerbau Viger, die öffentlichen Arbeiten Vielte, das Kriegsministerium Loizillon, die Marine Ricunier, die Kolonieen Delcaffe.
* Großbritannien. Die Herzogin von Fife, eine Tochter des Prinzen von Wales, ist von einer Tochter entbunden worden.
* Bulgarien. Die Hochzeit des Fürsten von Bulgarien, dessen RekouvaleScenz foitschreitet, findet am 20. April statt.
Ans Kunst und §el»en.
* Kofstapellmeister Felir Weingartner von der Königlichen Oper zu Berlin ist von Direktor Posscirt ab 1. April 1896 für die Münchener Hosbühne dauernd gewonnen worden. Herr Weingartner stand im Begriff, einen lebenslänglichen Vertrag mit dem Grafen Hochberg abznschlicßen.
* Dir Generalversammlung der Philharmonischet» GrseUschast in Hamburg beschloß die Beibehaltung der philharmonischen Konzerte, nachdem die Aufforderung zum Abonuiren für das künftige Jahr ein überraschend gutes Resultat ergeben halte.
* Clzarfreitags-Konzrit. Das König!. Theater-Orchester in Cassel veranstaltete in Verbindung mit dem Oratoiien-Verein in der lutherischen Kirche eine sehr gut besuchte Aufführung der Matthäus-Passion von Joh. Seb. Bach. Eine recht beachteuswerthe Kraft hatte mau, so schreibt die „Cass. Allgem. Ztg.", in Fräulein A. Äloem (ans Wiesbaden) gewonnen, welche den Altsoli durch seelenvolle Tongebung und imislkalische Korrektheit zu guter Wirkung verhalf.
* Der neueste Kngelpanzer. Aus Preßbnrg berichtet der Korrespondent des „N. W. Taabl." von einer Unterredung mit Herrn Karl Syländer, dem Erfinder des neuen „kugelfesten" Präparates, Folgendes: „Die bisherigen Versuche haben auf dem Schießstaude der hiesigen Rothschen Patronenfabrik in Gegenwart des Direktors Tisch stattgesuuden. Es wurden aus einer Entfernung von nur 50 Metern (der betreffende Schießstaud ist nur so laug) aus dem Maunlichergewehr auf das in eine einfache Seins wandumhüllungeingeschlagene und auf einem dünnen Brett befestigte Präparat mehrere Schüsse abgegeben. Das Geschoß wurde in dem 11—12 Millimeter dicken Präparat vollständig deformirt, der Stahlmautel zersplittert, das Blei förmlich zerfasert und platt- gedrückt. Die so deformirte Kugel durchdrang dann die rückwärtige Leinwand und blieb in dem Brette hängen. Herr Syländer zeigte mir die Leinwandhülle, welche an der Stelle, wo das Geschoß ent- draitg, ein kleines, kreisrundes Loch aufweist, während die rückwärtige Austrittsössnuiig ein großes, zersetztes Loch zeigt, zum Beweis, daß das Geschoß in dem zwischen der Leinwand befindlichen Präparat jene furchtbare Deformation erlitten hat. Der Erfinder ist vollkommen überzeugt, daßchei einer größeren Distanz, etwa 200 Meter, »der bei einerum wenige Millimeter dickeren Masse auch auf 50 Meter ° das Geschoß vollständig aufgehalten wird, wie dies die weitern Versuche erweisen würden. Was die eventuelle Verwendung des Mittels zu einem Panzer am)Leibe des Soldaten anbetrifft, so ist Herr Syländer der Ansicht, daß dies weder bei der Doweschen, noch bei seiner, noch bei irgend einer andern ähnlichen Erfindung praktisch durchsührbar fein wird, da, abgesehen von dem Gewichte und der Unbequemlichkeit eines solchen Panzers, der Schutz zweifelhaft wäre, da der Stoß des auf den gepanzerten Körper anfschlagenden Geschosses so furchtbar wäre, daß fast immer sofortige Kampfunfähigkeit, ja unter Umständen sogar tödtliche Quetschungen eintreten wurden. Hingegen dürste sich die Erfindung int Kriege ganz gewiß zur Herstellung kugelsicherer, leicht transportirbarer und überall ohne besondere Mühe herstellbarer Deckungen gegen Gewehrschüsse mit großem Erfolg verwenden lassen. Man sieht in hiesigen militärischen Kreisen den am nächsten Dienstag auf verschiedene Distanzen stattfiudenden neuerlichen Schießversuchen mit dem Shländerschen Stoffe mit großem Interesse entgegen." — Mannlicher erklärte neuerdings, die Pauzerstoffe seien unzweckmäßig. Der Anprall der Kugel führe vermuthlich starke innere Verletzungen herbei; jedenfalls könnten die Kngeln mit einer Legirnng, die schwerer schmilzt, gefüllt werden, wodurch die Wirkung des Panzers aufgehoben werde? Uebrigens sind alle um den 1. April gemeldeten „Erfindungen" mit Vorsicht aufzunehmnt.
* Ist der Tod schmerzhaft? Der englische Arzt Beardsley hat sich eingehend niit der Erforschung dieser Frage beschäftigt unb kommt zu dein Schluffe, daß der Tod in bett meisten Fällen ein rein negativer Akt und völlig mit dem Verwelken einer Blume zu vergleichen sei. Der Empsindlichkeilsgrad der Zellgewebe, sagt Beardsley, steht in gewissem Verhältnisse zur Integrität derselben. Derselbe 'Reiz, welcher die Empfindlichkeit steigert, vermindert sie zuletzt, und das Alter hebt sie ganz auf. Jedes die Ernährung erschwereiide oder henuneude Moment stört zunächst das allgemeine Wohlbefinden des Individuums, bis durch die sich im Blute atu häufende Kohlensäure die Reizbarkeit der Nerven (Ganglien) vernichtet wird. In diesem Augenblicke tritt der Tod ein. Während die Zerstörung der Nervensubstanz vor sich geht, muß der Mensch eine Empfindung haben, derjenigen ähnlich, die dem Schlafe oder einer künstlichen Narkose durch Morphin vorangeht und die frei von Schmerzen ist. Abgesehen von den Hallucmatiouen, die sich aus einer gestörten Hirnthätigkeit ergeben, könn.n die Empfindungen nichts Schmerzhaftes haben. Als Beweismittel werden die Vivisektionen, das Zeugniß von Todtgeglanbten und in das Leben Zurückgernfenen, endlich die Angaben der dem Tode entgegen^ gehenden Personen angesehen, welche noch im Stande sind, die ihnen vorgclegten Fragen zu beantworten. Kleine Kinder sterben mit derselben heiteren Miene, die sie beim Schlafen haben. Personen, die sich durch Erhängen entleiben wollten unb in baS Leben zurück- gernsen wurden, erklärten, daß auf eine kurze Bewußtlosigkeit die schönsten Hallucinationen folgten. Wir können aus eigener Er- sahrtmg hinznsügen, daß Personen, die vom Blitze oder von einem elektrischen Strome getroffen wurden, nach ihrer Wiederbelebung gar keine Ahnung von ihrem Mißgeschicke hatten. Sowie das Bewußtsein erlischt, also auch in der Agonie, hört die Schmerz- euipfänglichkeit auf, weil die sensiblen Reize von den gelähmten Hitnganglien nicht mehr pereipirt werden.
* Grinnernngsschriften an den großen Krieg gegen Frankreich 1870/71 giebt es eine ganze Anzahl, Schilderungen einzelner Episoden noch mehr; aber die Bilder verblassen mit der Zeit, was aber nicht erblaßt und nicht vergessen wird, das sind die kurzen, knappen Auslassungen unserer Heerführer, wie sie in den amtlichen Depeschen vom Kriegsschauplatz 1870.71 niedergelegt sind. In Lapidarstil, gewiffermaßen mit leuchtenden goldenen Buchstaben, ist in diesen Amtlichen Depeschen die Geschichte des großen Kriege» während seines Verlaufes selbst geschrieben worden. Alle diese herrlichen Zeugnisse deutscher Treue, Hingebung und Tapferkeit un« und unseren Kindern als eine willkommene Erinnerung an die große Zeit zu erhalten, hat sich die Verlagshandlung entschlossen, die „Amtlichen Depeschen vom Kriegsschauplatz 1870,71“ von Neuem und in würdiger Ausstattung herauszugebeu. Herr Oberst z. D. Paul v. Elpons hat kurze, klare unb übersichtliche Erläuterungen
