Nr. 608. _ Donnerstag, 31. Dezember 1914.
Die geringen deutschen Verluste bei Meuport.
W. T.-B- Berlin, 30. Dez. (Nichtamtlich.) _ Aus dem großen Hauptquartier erfahren wir, datz die Pressenachricht, daß die Belgier :n den Käiapfen bei Lombartzyde 2000 Deutsche gefangen genommen hätten, v o l l st ü n d i g erfunden ist. — In den wochenlangen Kämpfen in der legend von Lombartzyde und Nieuport verloren die Deut- uur etwa 1200 Mann. Die Zahl der Vermißten, die allein gefangen sein könnten, ist dabei verschwindend gering. Auch die in der Prefsenachricht geschilderten Nebenumstände sind von Anfang bis Ende unwahr.
Tanz Flandern in undurchdringlichem Nebel.
Berlin, 81. Dez. (Ktr. Bln.) Wie dem „Berl. Tagebl." über Kopenhagen aus Paris gemeldet wird, war ganz Flandern während der letzten Tage in einen beinahe undurchdringlichen Nebel gehüllt, der jede kriegerische Operation unmöglich machte.
Englische Spione in Flandern.
Tel. Wien, 31. Dez. Der Berichterstatter des „Neuen Wiener Tagebl." bei der deutschen Ostarmee meldet: Gestern Üud fünf englische Spione gemeldet worden, die den Auftrag hatten, die Stellungen der österreichischen Mörser- Batterien in Flandern ausznkundschasten. Die Leute waren als Nonnen, Bauern, deutsche Offiziere mit dem Eiferen Kreuz und als Geistliche verkleidet.
Eine Zusammenkunft der enalischen und
französischen Cberstkommandierenden.
^ Br. Hamburg, 31. Dez. (Ktr. Bln.) Kitchener.
•\5 o f f r e und French und ein Vertreter des britischen Ge- neralstabs werden sich in den nächsten Tagen, wie die „Hamb. Nachr." aus Brüssel melden, wieder in Calais versammeln, um die Kriegslage der Verbündeten zu besprechen. Es heißt, daß auch König Albert der Beratung beiwohnen werde.
Die französischen Tagesberichte von gestern.
TU. Genf, 31. Dez. Der amtliche französische Bericht von gestern nachmittag lautet: In Belgien gewannen wir
ein wenig Terrain in der Gegend von Nieuport gegenüber den Polders nördlich von Lombartzyde. Der Feind bombardierte St. Georges, das wir in Verteidigungszustand setzten, heftig. Südöstlich Hollebeeke auf der Strecke von Becelaere nach Paschendaele nahmen wir einen deutschen Stützpunkt. Von der Lys bis zur Oise ist nichts zu Melden. Im A i s n e t a l und in der Champagne zeigte der Feind neue belebte Tätigkeit, die sich besonders in heftiger Beschießung kund gab, der unsere schwere Artillerie wirksam antwortete. In den Argon nen schritten wir in der Gegend des Four de Paris langsam fort. Zwischen den begonnen und der Mosel fand eine Kanonade auf der ganzen Front, besonders auf den M a a s h ö h e n statt. In den Vogesen unternahm der Feind einen Angriff aus den Tete-de-Faux, der zurückgeschlagen wurde. Im Ober- e l s a ß verstärkten wir unsere Stellungen. Mit Hilfe schwerer Artillerie brachten wir das Feuer deutscher Belagerungsgeschütze, die O b e r - A s p a ch bombardierten, zum. schweigen.
W. T.-B. Paris, 31. Dez. (Nichtamtlich.) Der amtliche
Bericht von gestern abend 11 Uhr besagt: Es wird mitge
teilt, daß kein wesentlicher Zwischenfall außer einigen Artilleriekämpfen im Gebiete von Arras und auf den Maashöhen und einigen Fortschritten in der Champagne, die ziemlich bemerkenswert sein sollen (!), zu berichten sind. Das schlechte Wetter dauert auf dein größten Teil der Front fort.
Deutsche sachverständige Besichtigung der Kunstdenkmäler an der französischen Front.
W. T--B. Berlin, 30. Dez. (Nichtamtlich.) Geheimrat C l e m e n in Bonn, der Vorsitzende des Denkmalverbandes der Rheinprovinz, hat im Auftrag der Obersten Heeresleitung das^ Etappengebiet und das Operationsgebiet nahe der französischen Front bereist, um den Zustand der dortigen Kunstdenkmäler sestzustellen. Er hat hierüber einen ersten dorläufigen Bericht erstattet, den die „Nordd. Allg. Ztg." zum Abdruck bringt.
Rückkehr der französischen Bank und des Staatsrats nach Paris.
Br. Amsterdam, 31. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Reuter meldet aus Paris, datz die Banque de France wieder g°ch Paris zurückgekehrt ist. Auch der französische Staatsrat hat^fich nach einer Reutermeldunz aus Bordeaux muh Paris zurückbegeb en.
Ernste Weihnachtsstimmung in Paris.
TU. Paris, 30. Dez. (Ktr. Bln.) Aus den Berichten der Pariser Korrespondenten der englischen Blätter über die Stimmung der Bevölkerung während der Weihnachtsfeierfuge geht mit Übereinstimmung hervor, daß man in Paris sthr ernst geworden ist. Ein Pariser „Reveillon" gab es in diesem Jahre nicht, niemand fühlte ein Verlangen, das Weih- nachtsfest in einer lärmenden Umgebung zu verbringen. Im übrigen wurden die Cafes in diesen Tagen nach wie vor um AUhr abends geschloffen und die Restaurants um 10 Uhr. Der Andrang zu den Kirchen, um dem Weihnachtsgottesdienst beizuwohnen, war ganz ungeheuer. Die Weihnachtseinkäufe beschränkten sich auf das Allernotwendigste. Man «lüfte vor allem Spielwaren, Soldaten, Russen, Engländer, Belgier, Franzosen und Japaner oder — Deutsche mit zerschossenen Gliedern, daneben etwas Schokoladensachen für die Damen und wenige Blumen. Die Weihnachtsreklame fehlte vollständig, die sonst in blendendem Glanz verführerisch ausgestellten Gegenstände, die sonst so viel zur Belebung der Stadt beitrugen, waren nur ganz vereinzelt zu sehen. Toiletten werden überhaupt nicht mehr gekauft. Die Damen der Gesellschaft, wenn sie sich überhaupt öffentlich blicken Waffen, erscheinen nur noch bei Wohltätigkeitsveranstaltungen.
Die deutschen Befestigungen an der belgischen Rüste.
TU. Kopenhagen, 31. Dez. Der „Berlinske Tiderche" wird aus Paris gemeldet: Die Deutschen setzen ihre Befestigungsarbeiten an der belgischen Küste nördlich Ostende energisch fort. Alle Forts von Antwerpen sind wieder instand geatzt worden und es sollen nicht weniger als 200 000 Mann in und um Antwerpen konzentriert sein. Alles das bekräftigt die Annahme, datz die Deutschen Antwerpen zu ihrem Haupt st ützpunkt in Belgien machen wollen.
Weihnachten der Deutschen in Belgien.
Amsterdam, 28. Dez. Aus allen Teilen Flanderns kom- Mev Berichte, daß die Deutschen das Weihnachtsfest feierlich.
WresbadMer Tagdlatt.
begangen haben. Offiziere und Mannschaften beteiligten sich zusammen an den feierlichen Gottesdiensten mit Predigi. Nach dem Gottesdienst kam man gemütlich zusammen. Jeder Soldat erhielt eine Extraauszahlung; Wein wurde getrunken, deutsche Lieder wurden gesungen und bis spät sang man noch „Die Wacht am Rhein". In größeren Lokalen standen prachtvoll geschmückte Weihnachtsbäume. Die Soldaten sangen mehrstimmige Lieder. Ungeheuer war die Zahl der aus Deutschland geschickten Liebesgaben. Jeder Soldat war imstande, für sich selbst ein Bäumchen zu schmücken. Die meisten Berichte der holländischen Blätter schließen dann: „U:ch während die Deutschen Feste feiern, ist das Volk ratlos. Man weiß nicht mehr, wie und woher man die Einforderungen der Deutschen aufbringen soll . So versteht man es —• so bemerkt zu dieser Art von holländischer Berichterstattung gang mit Recht die „Köln. Volksztg." an sich erhebende Berichte abzuschwächen und selbst daraus Nahrung für die Flamme des Hasses zu destillieren.
Rönig Rlbert von Belgien als russischer Ehrendoktor.
Br. Berlin, 31. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die juristische Fakultät der Universität Moskau hat König Albert von Belgien zum Ehrendoktor ernannt.
Französische Notabel» der besetzten Gebiete loben die deutsche Militärverwaltung.
Berlin, 31. Dez. (Ktr. Bln.) Folgendes Lob der deutschen Militärverwaltung wird dem „B. Lok.-Anz." aus Genf übermittelt: Nordfranzösische Notabeln hätten bekundet, daß die deutsche Militärverwaltung in den ihr unterstehenden Städten vollkommen einwandfrei arbeite, die Ordnung ohne Schikane aufrecht erhalte und für die Nahrnngs- mittelzusuhr die Schwierigkeiten beseitige. Die Pariser Presse sucht sich um diese unaufgefordert abgegebenen bedeutsamen ErKärungen herumzudrücken.
Die englische Invasionsangst.
Militärische Vorsichtsmaßnahmen gegen einen Luftangriff auf London.
W. T.-B. London, 30. Dez. (Nichtamtlich.) Die Marine- und Militärbehörden machen die Straßenpassanten auf die Gefahr durch Geschohieile und Kugeln aufmerksam, die von den Kanonen, ioelche man gegen feindliche Luftschiffe verwendet, beim Versuch -eines Luftangriffes auf London abgeschossen werden würden. Die Zivilbevölkerung wird aufge- fordert, womöglich im Keller Zuflucht zu suchen, sobald sie Schüsse hört.
Englische Abwehrmatznahmen an Land und auf Sec. Scarborongh im Dunkeln.
W. T.-B. London, 30. Dez. (Nichtamtlich) „Daily Telegraph" meldet aus Scariborough vom 38. Dezember: Der
Kommandant des Bezirks hat angeordnet, daß zwischen y$> Uhr nachmittags und 148 Uhr morgens innerhalb vier Meilen von der Küste zwischen Saltbonrn und Spurnhead von keinem Fahrzeuge Acetylen-, elektrische oder andere starke Lampen benutzt werden dürfen. Alle Lichter :n den Häusern, die auf See sichtbar sind, sind a u s zu - löschen oder abzublendew Niemand darf ohne Ermächtigung Licht und Feuerwerk abbrennen. Jedermann, der auf offener Straße aus Anruf nicht stehen bleibt, läuft Gefahr, erschossen zu werden.
Die bewaffnete Bttrgcrwchr zur Abwehr.
Lord Kitchener versendet, einer Brüsseler Meldung der „Deutsch. Tagesztg." zufolge, ein Rundschreiben an alle Bürger Graß-Londons, die im wehrfähigen Alter stehen, um eine bewaffnete Bürgerwehr von mindestens 150 000 Mann zur Abwehr der deutschen Invasion zu bilden. Die Bürgerwehr werde militarisiert und somit einen Bestandteil des ordentlichen englischen Heeres bilden. Die Tuch- und Wafsenfabrrken arbeiteten Tag und Nacht, um die Bürger- wohrmänner rechtzeitig einkleiden und bewaffnen zu können.
Ueber die Zustände im Ronxentrationslager auf der Insel Man.
W. T.-B- London, 31. Dez. (Nichtamtlich.) Der Botschafter der Vereinigten Staaten hat im Auswärtigen einen Bericht über den Besuch im Konzentrationslager aus der Insel Man übergeben, ans dem hervorgeht, datz die Einrichtungen des Lagers im großen und ganzen gut sind, der Aufruhr aber infolge von Lieferung schlechter Kartoffeln entstanden ist. Die Aufsichtsbehörden des Lagers geben zu datz eine Schiffsladung Kartoffeln wurmstichig gewesen ist, und daß die Gefangenen die Nahrung zurückgewiesen haben.
Auch eine Versteigerung.
TU. London, 30. Dez. (Ktr. Bln.) Durch öffentliche Bekanntmachung sucht die Polizei in Havtlepool das Unterteil eines deutschen neunzölligen Geschosses, 2814 Pfund wiegend, desgleichen verschiedene Granatsplitter, an den Meistbietenden zu verkaufen. Der Ertrag dieser seltsamen Auktion ist für die geschädigten Bewohner der Stadt bestimmt. Der englische 3ug gegen Euxhaven und der wert der Luftschiffe.
W- T.-B. Kopenhagen, 30. Dez. (Nichtamtlich.) „National Tidende" meldet aus London: Man sieht es hier nicht als wahrscheinlich an, datz das Bombardement von Cuxhaven größeren Schaden ungerichtet halt, der im Verhältnis steht zu dem aufgewendeten Risiko und den Kosten. Mau bemerkt mit Freude, datz Luftschiffe ungeeignet sind, größeren Schaden durch Bombenwürfe anzurichten. Man sieht Expeditionen von Luftschiffen nur als geeignet an zur Aufklärung. — „Berlinske Tidende" meldet ans London: Der englische Zug gegen Cuxhaven ist überall Gegenstand triumphierender Kommentare,^ die de» Angriff als die größte Fliegergroßtat in dem großen Feldzüge feiern. Nur starke Nebel hätten das Eintreten noch größerer Erfolge verhindert. Es sei erwiesen, daß Zeppelinschiffe nur von geringem Nutzen, ohne militärische Bedeutung und nicht imstande seien, Luftschiffangriffe zu verhindern,
(Notiz des W. T--B-: Die Herabsetzung der Leistungsfähigkeit der Luftschiffe soll Wohl zur Beruhigung der englischen Nerven dienen.)
Die Naturalisierung deutsch-englischer Witwen.
W. T.-B. London, 30. Dez. (Nichtamtlich) Das neue Naturalisierungsgesetz, das am Freitag in Kraft tritt, ermöglicht den englischen Witwen deutscher Männer die Wiedererlangung der britischen Staatsangehörigkeit gegen eine Gebühr von 5 Schilling.
Beschlagnahme der irischen Gelder in Australien. London, 30. Dez. Der australischen Sektion des irischen Bundes Sinn Fein wurden 60000 Pfund weg-
Mend-Ausgabe. Erstes Blatt.Beite 3.
genommen, weil diese angeblich zu englandfeindlichcn Zwecken bestimmt waren. (Frkftr. Ztg.)
Der englische Gclegcnhcitsgesandte beim Vatikan.
Rom, 30. Dez. Der Papst empfing heute im Thronsaal den englischen Gesandten Howard, der das Großkreuz des Gregorius-OrdenS trug, und dessen Sekretär. Nack) Aushärchi- gung seines Beglaubigungsschreibens besuchte Sir Howard den Kardin-alstaatssekretär, sowie das Grab des heiligen Petrus. Howard richtet seine Wohnung im Palazzo Borghese ein, wo er nächstens dem Heiligen Kollegium, dem diplomatischen Korps, der Aristokratie, und der Prälatur einen Empfang geben wird. (Köln. Volksztg.)
Berliner Reujahrsgrütze an den Raiser.
Berlin, 31. Dez. (Ktr. Bln.) Aus Anlaß des Jahreswechsel haben der Magistrat und die Stadtverordneten von Berlin an den Kaiser folgendes Telegramm gerichtet: Ew. Majestät bringt die Landes- und Reichshauptstadt ihre' treuesten, aus dem Herzen kommenden Grüße und Wünsche ins Feld. Was immer das neue Jahr auch gewähren und auferlegen mag, uns soll es stark und bereit finden, mit unserem Kaiser durch jedes Wetter hin- dnrchzugehen. In tapferem Tun und festem Beharren wird, so vertrauen wir, des Vaterlandes Größe emporwachsen.
Die Fürsorge der Raiseriu für die verwundeten.
Berlin, 31. Dez. (Ktr. Bln.) Die Kaiserin hat nach dem „B. T." in ihrer Fürsorge für die im Potsdamer Orangerie-Lazarett untcrgebrachten Verwundeten neuerdings bestimmt, daß denjenigen Kriegern, denen ihr Zustand noch nicht eine selbständige Bewegung gestattet, zweimal in der Woche Hofequipagen zur Durchfahrt durch den Park und die Stadt zur Verfügung gestellt werden.
Die Familrenunlerstützung während des Rrieges.
W. T.-B. Berlin, 30. Dez. (Nichtamtlich) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt über die Familienunterstützungen während des Krieges, daß die im Inland zurückgebliebenen Familien von Mannschaften der Reserve usw., die in den deutschen Kolonien in den Kriegsdienst eingetreten sind, in jeder Hinsicht den Angehörigen der aus dem Inland eingetretenen Mannschaften gleichzu st eilen sind. Hierbei genügt schon die Wahrscheinlichkeit des erfolgten Diensterntritts zur Anweisung der Unterstützungen. Müssen derartige Familien infolge der kriegerischen Ereignisse ihre Heimstätte verlassen und in anderen Orten Zuflucht nehmen, so müssen, falls ihnen die gesetzliche Unterstützung von den Liescrungsverbänden des gewöhnlichen Aufenthaltsortes nicht gewährt werden kann, die Lieferungsverbände des ersten Zufluchtsortes für sie eintreieu. Diese Lieferungsverbände haben die Unterstützungen auch bei einem späteren Aufenthaitswechsel wciterzuzahlen. Kehren die betreffenden Familien jedoch wieder in die Heimat zurück, so sind die heimatlichen Lieferungsverbände zur Weitergewährung der Unterstützung verpflichtet. Bei dem Erlaß des vorgesehenen Spezialgesetzcs wird dafür Sorge getragen werden, daß die erwähnten Bewilligungen in Höhe der gesetzlichen Mindesffätze den Liescrungsverbänden vom Reiche erstattet werden.
W eitcrc Hindcnburg- Spenden.
W. T.-B. Mannheim, 30. Dez. (Nichtamtlich.) Der Mannheimer Bürgcrausschuß bewilligte in seiner heutige:: Sitzung 80 000 M. als Beitrag zur Hindenburg-Spende. —- Die Handelskammer für den Kreis Mannheim hat, wie die „N. Bad. Landesztg." meldet, in ihrer letzten Plenarsitzung 3000 M. als Hindenburg-Spende bewilligt.
Eine weitere Ehrengabe für die Truppen Hindenburgs.
W- T.-B. Altona, 30. Dez. (Nichtamtlich.) Die städtischen Kollegien bewilligten heute einstimmig eine Ehrengabe von 14 000 M. für die Armeen Hindenburgs.
Gefangene Beamtenfraucn und Kinder aus dem Oberelsaß.
Berlm, 3t. Dez. (Mr. Bln.) In Hagenau im Elsaß ist gestern ein Transport von etwa 12V Beanrtenstauen und Kindern aus A l t m ü n st e r o l eingetrosfen. Am 4. Dezember waren sie von den Franzosen nach Belsort und von dort nach Besanqon verbracht worden, wo sie längere Zeit bei schlechter Verpflegung zubringen mußten. Über Genf wurden sie dann nach Hagenau übergesührt.
Eine dreiste Unwahrheit.
W. T.-B. Berlin, 30. Dez. (Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt unter dem Titel „Eine dreiste Unwahrheit": Die Londoner „Morningpost" hat sich, wie wir einem rumänischen Blatt entnehmen, von ihrem Mitarbeiter aus Ungarn schreiben lassen, es werde ernstlich daran gearbeitet, den ungarischen Thron dem Prinzen Eitel Friedrich von Preußen zu übertragen. Diese Ausstreuung soll hetzerischen Zwecken dienen und in deistsch- feindlichem Sinne auf die ungarische wie auch ans die rumänische Presse wirken. Deshalb stellen wir fest, daß die Häuptling der „Morningpost" eine dreiste Unwahrheit ist.
Der Glückwunsch der Stadt Wien für Raiser Wilhelm.
W. T.-B. Wien, 31. Dez. (Nichtamtlich.) Bürgermeister Weißkirchner hat an den deutschen Botschafter Tschirschkh folgendes Schreiben gerichtet: Unter den
Wünschen, die die Reichshaupt- und Residenzstadt am Beginn des neuen Jahres zum Himmel sendet, ist einer, der namemt- lich in dieser ernsten Zeit voll Innigkeit alle Herzen erfüllt: Möge der Allmächtige die beiden erlauchten Herrscher der verbündeten Reiche schützen und möge er insbesondere auch dem Kaiser des großen Deutschen Reiches die Kraft und die Gesundheit erhalten, damit er sein Volk schirme und schütze und den dauernden Frieden erringe. Ich bitte Eure Exzellenz, dem Kaiser diese Wünsche der Haupt- und Residenzstadt Wien gütigst unterbreiten zu wollen.
Der Rrieg im Grient.
vas schwinde.» So Uebergewicht Kuhlands im Schwarzen Meer.
W- T.-B- Konstirntinopel, 30. Dez. (Nichtamtlich.) „Fkdam" hebt die Wichtigkeit der gestrigen Berichte des Hauptquartiers hervor und sagt: Werden angesichts solcher bedeutender Tatsachen die Philipescus und Take JoneScuS und andere Mitglieder der angeblichen nationalen Liga in Rumänien noch immer von der russischen See- Herrschaft sprechen können? Werden die Russophilen in Bulgarien noch behaupten können, daß Warna und Vurgas einer Gefahr ausgeseht such? Die Kriegsereignisse seit Beginn des Feldzuges beweisen, daß das angebliche über-
