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Utebaihwr TsgM

41. Jahrgang.

Verlag: Langgasse 27.

A2-OOO Avorrnrnten

94

Freitag, den 24. Feörrrar

1893

f v w v u itvi v»vv|i*iu/ vvti ivjutyjivi, vum zum Thcil sehr starken Festungen

Nowo -Geor-

S.itlü§f, Warschau und Iwangorod an der Weichsel, welche «men Terrainabschnitt zu einem starken Hinderniß mache»; östlich

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im Osten.

Ans eine Rückkehr derjenigen Arbeiter,

Nzelstaaten, welche die Frauen bisher zum Univ'ersitätssti ?reinmalzur Reifeprüfung zulassen. Ter Autragstellermüise i

meinten Se. Majestät, die einmal in der Industrie be-

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^ckwärts davon Brcst-Litewsk an der strategischen Bahn nach Minsk und Moskau, und im Süden die zum Theil noch auf unsrer Karte enthaltenen kleineren Festungen von Z a m o § k, D u b n o ‘ und Rowno.

Tie Militärkommission des Reichstags, in welche an Stelle, des Abg. Haußmann wieder der Abg. Payer als Schrift­führer eingetrcten ist, berieth, wie bereits kurz gemeldet,'den An­trag Richter, der das Resultat der finanzpolitischen Debatte festlegt. Es wurde derjenige Theil des Antrags, der von den fort­dauernden Mehrausgaben handelt, mit einzelne» Acnderungen, zu denen der Antragsteller seine Znstimmung gab, mit großer Mehrheit angenommen. Der Gegenantrag des Freiherr» v. Stumm erhielt nur 4 Stimme».

Eiiizclstaaten vorgehen, der Bundcsrath könne nicht helfen. — Abg. Hartmann (koiis.) empfiehlt die Ablehnung des Antrages. — Abg. Bar (freis.) meint, das deutsche Reich habe alle Veranlassung, die freie Berufsthätigkeit der Frauen zu er­weitern, und befürwortet die Annahme des Antrages. — Staatssekretär v. Bötticher wiederholt nochmals, daß derFchler nicht beim Reiche liege. — Abg. Ende mann (nat.-lib.) ist kein prinzipieller Gegner der Zulassung von Frauen zum akadeniische» Studium, bittet aber den Antrag Baumbach abznlehnen. — Abg. Bebel (Soz.): Wenn die Regierung einmal A gesagt, sollte sie das gcsammte akadeniische Studium für Frauen freigcben, gerade in dem platten Lande würde der Aerztin ein großes Arbeitsfeld frei, da die jungen Aerzte lieber in de» Städten bleiben. — Nach einer kurze» Bemerkung Höffcls (Np.) beantragt Rickert, den Antrag heute von der Tagesordiiung abznsetzen, tvomit Bau in - bach ciuvcrstaudeu ist. Bei der Abstininmng darüber wird die weitere Berathung des Antrags Bauuibach aügcsctzt. — Das Kapitel

Preußischer Landtag.

O Berlin, 23. Februar. Abgeordnetenhaus.

Bei der Berathung des Kapitels Elementar-llnterrichts-Weseu spricht Abg. Lubrecht (nat.-lib.) sein Bedauern über die ab- lehiiende Haltung der Mehrheit des Hauses gegenüber dem Gesetz­entwurf, betreffend Aufbesserung des Einkommens der Volksschul-

ftanben, wußte man von ihrem angefochiensten Inhalt, der Herabsetzung der Getrcidczölle. Wo blieb damals, als es die rechte Zeit gewesen wäre, wenn man für die agrarischen Interessen etwas erreichen wollte, der „Sturm" ? Und wo blieb die Opposition im Reichstag? Mit überwältigender Mehrheit, zu der auch ein Drittel der konservativen Partei, Männer, die jetzt an der Spitze des . Ansturms gegen die Handelsverträge stehen, wie Herr v. Manteuffel n. A., gehörte, gegen eine winzige Minder­heit wurden diese Verträge angenommen. Was hilft es jetzt, gegen vollzogene Thatsachen anznrennen?

— lieber den Besuch der Deputation der laudwirth- schaftlichen Centralvereine beim Kaiser und der dabei ge­haltenen Ansprachen haben wir gestern bereits berichtet. So formell und geschäftsmäßig, wie ein Theil der Prefse glaubt hervorheben zu müssen, scheint es dabei doch nicht zu­gegangen zu sein, vielmehr soll der Kaiser nach seiner offiziellen Antwort sich in sehr eingehender und wohlwollender Weise mit den einzelnen Mitgliedern über einige die Land- wirthschaft mit in erster Linie berührende Fragen unter» halten haben. Aus dieser Unterhaltung trat sein lebhaftes Interesse für das Gedeihen der östlichen Provinzen der Monarchie hervor. So wurde u. A. die Arbeiterfrage bezw. die Abströmung der Arbeiter in die industriellen Theile des Westens besprochen und Seitens eines der Herren Se. Majestät darauf aufmerksam gemacht, daß die Zahl der Arbeiter in den Kohlendistrikten sich um etwa 100 v. H. in den letzten zehn Jahren vermehrt hätte, die wesentlich aus den östlichen Provinzen fortgezogen wären. Das charakterisire mit am besten die Lage der Arbeitgeber

'ruppen-Iislokatiorren irr Centralerrroxa

3) Die rnsstsche Truppru-Dislolratioir an der deutschen Geenrr.

Politische Tages-Rundschau.

— Der plötzlich mit so überraschender Ge­walt hcreingebrochene Ansturm gegen die Handelsverträge hat den großen Fehler, daß er um miudestcus anderthalb Jahre zu spät kommt. Die grundlegenden Verträge stehen seit Jahresfrist auf zwölf Jahre in Kraft, und es ist praktisch ganz nutzlos, daran zu rütteln. Man kann höchstens den Handelsvertrag mit Rußland hintertreiben, allein es wäre eine starke Uebertreibung, wenn man wirklich davon die Hebung des landwirthschaftlichenNüthstaudes erhoffte. Wenn mau die Ermäßigung des Ge­treidezolls für einen schweren Schlag gegen die landwirthschaftlichen Interessen hält, so kann man diese Auffassung anerkennen, aber wesentlich gebessert kann auch von diesem Standpunkt aus die Sache nicht werden durch Aufrecht­erhaltung eines Differenzialzolls allein gegenüber Rußland. In der Hauptsache ist eben die Frage auf eine längere Reihe von Jahren entschieden, und dagegen kann jetzt mit praktischem Erfolg nicht mehr angekämpft werden. Längst bevor die Handelsverträge mit Oesterreich, Italien u. s. w. zur parlamentarischen Entscheidung

Ei» Heiner Vorfall i» der heutige» Sitzung des Abgeordueteuhauscs verdient besonders erwähnt zu werden. Der Centrnmsabgeordnete Kaplan Dasbach wendet sich an de» Minister, der aber mit dem Abg. Kropatscheck spricht; er fordert ihn ans, zuzuhören. Er weist darauf bin, daß die Statistik im Kreise Schwetz 71 evangelische und 34 katholische Schulen augebe, so daß die Anstellung eines katholischen «chul- inspektors wohl zweckmäßig sei. — Minister Seife erwiderte darauf: Welchen Reden ich znhöreu will, darüber nehme ich das Urtheil für mid) allein in Anspruch. (Lebhafteste Znstiinmnng von allen Seiten.) Wen» ich nicht znhören kau» oder will, werden meine Kommissarien zuhörcu.

Deutscher Reichstag.

Krrttn, 23. Februar.

In beistehendem Kartenbilde geben wir einen Ileberblick über die russische Truppeiiausstellung in den Deutschland benachbarten Grenzgebieten. Es sind dies die Militärbezirke von Wilna, W a r s ch a u und Kiew.

Auf den ersten Blick erhellt, daß in dem zwischen die preußischen ; Ostprovinzen hineinragcndeu General-Gouvernement Warschau eilte außerordentlich starke Ansammlung von Truppenmassen statt- gesunden hat, die sich nordöstlich bis iil deil Bezirk von Wilna wrtsetzt. Im Osten findet das Terrain für niilitärische Bewegungen einen Abschluß durch das ausgedehnte Hinderniß der Sümpfe 4 im. Pripetgebiete, welche Truppcnoperationeu für Freund und heiVn nmnnnTiffi nrnrhpn itnh

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: 60 Pfennig monatlich für beide Ausgaben zusammen. — Der Bezug kann jederzeit be­gonnen werden.

Kind erschweren bezw. unmöglich machen und daher eine Konzentriruug von Truppeuthcilen daselbst iiber- siiüsig bezw. auch unausführbar machen.

richt und — Abg. Brandenburg (Centr.) über das Verbot des Lehrbuchs der Geschichte int Regierungs­bezirk Osnabrück, welches Verbot Geheimrath Brandt mit der einseitigen Darstellung der Neformations- geschichte darin niotivirt. — Die weitere Berathung wird auf 8 Uhr Abends vertagt.

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Anzeigen-Preisr

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reelame» die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

Gesundheitsamt wird bewilligt, ebenso ohne Debatte das Kapitel Patentamt. — Beim Kapitel Rcichsversicherungsamt bittet Abg. R ö s i ck e (wild), zunächst den Bundesregierungen, sodann dem Reichs­tag auch dieBerichtc der einzelnen Laudes-Versicherungsämter zugäng­lich zu machen, und erwähnt, daß der Reichskanzler die Staatsbetriebe und die Kommnnalverbäudc für berechtigt erklärt, aus einer Bernfsgenossenschaft anszuscheiden, nachdem ihre Leistungsfähigkeit einmal anerkannt worden fei. Redner bestreitet die Kompetenz des Reichskanzlers und des BnndesrathS zu solchen Entscheidungen. Kompetent dazu sei nur das Reichsversicherungsamt. — Der bayrische BundeSbebollmächtigte Landman» erklärt den Bundcsrath nach § 12 des Gesetzes dazu kompetent. — Dieser Auffassung habe auch der Reichskanzler sich angeschlossen. — Abg. Wurm (Soz.) führt die kolossalen Unfälle in gewerblichen Betriebe» darauf zurück, daß das Unternehmerthum die Schutzvorrichtnngeu nicht beachte. — Nach Ausführungen der Abgg. Erbach, Vollrath und des Staatssekretärs Bötticher klagt Abg. Auer darüber, daß die von einem Unfall Betroffenen sehr schwer zu ihrem Rechte kommen, und führt verschiedene solcher Fälle an. Fortsetzung Freitag. Außerdem erste Berathung des Gesetzentwurfs bctr. Pöstdampfer- Vcrbindnngen.

lehrer, ans. — Minister Bosse hofft, daß das Gesetz in dieser Session doch noch zu Stande kommen werde. —Abg. v. Sch en k eu- dorf f (nat.-lib.) empfiehlt, den Hauptlehrern mehrklassigerSchulen den Titel Rektor zu verleihen. — Abg. Rickert (freis.) wünscht eine bessere Dotirung der Volksschulen und das Zustandekommen eines Dotationsgesetzes, dem Abg. Porsch (Centr.) sich anschließt, obwohl auch hier die Prinzipienfrage zur Gellnng konime. — Ans Anregung dcs Abg.K nörke (fretf.) erklärt der Kultusminister, eine Betheiligung der Lehrer an den Schulvorständen sei zweckmäßig. — Die Ausgaben für Seminare, Schulaufsicht und Kreisschnl» iuspektoren werden bewilligt. — Bei Ausgaben für höhere Mädchen­schule» regen die Abgg. Seysfardt (nät.-lib.) und Friedberg (nat.-lib.) eine bessere Gestaltung der Gehaltsverhältnisse der Lehrer an. — Bei Berathung der Position 27,300,000 Mk. behufs allge­meiner Erleichterung der Volksschullasten macht Abg. Dauzeii- berg (Centr.) einige kurze Venierkuugen über den Religiousunter- richt. — Abg. Czarlinski (Pole) über polnischen Sprachnnter-

M Die »atürlichen, größere militärische Operationen nur im Wden ober nur int Norden der Pripetsümpse zulasseiiden Terraiu- Mhältnisse sind für das russische Reich ein starker Schutz gegen endliches Vordringen. Eine besondere Ausbildung hat das «isenbnhnnetz erfahren. Ans unserer Kartenfkizzc sind die ein« und die zwcigeleisigen Bahnen durch verschiedenartige Signaturen «niitlich gemacht. Diese lasie» erkennen, daß vornehmlich die Urdlichen Gebiete Verbiudnng mit Petersburg und Moskau haben, indaß Truppenverschiebungen von dort aus zur Grenze am i Uiesten stattfinden können. In den genannten Militärbezirken ■ ™b bedeutende Truppenmassen konzenirirt. Jedoch zeigt ein xb'rblick über die- Karte derGesammtdislokationeii im europäischen : ymtianb, daß bei weitem der überwiegende Theil der Armee in : «er Zone Ausstellung gefunden hat, die sich in einer Breite etwa 200 Kilometern an der deutsch-österreichischen Grenze

L. Ter Handelsvertrag mit Egypten wird debattelos in dritter Wng genehmigt. Hierauf wurde die Berathung des Kapitels N'chsgesnndhcitsamt fortgesetzt. — Diskutirt wurde zunächst der Utrag des Abg. Baumbach (freis.), betr. die Zulasiung der L^ncn zur ärztlichen Praxis. — Abg. Büsing (nat.-lib.) als Zursitzender der Petitiouskommission theilt mit, eine Anzahl, die Auenfrage betreffender Petitionen sei dem Reichskanzler zur Er- Muug überwiese» worden. — Abg. Baumbach (freis.) begründet § ausführlicher Weise den Antrag und empfiehlt im Interesse der Mächtigkeit tzjx Annahme desselben. — Staatssekretär Bötticher Btt aus: Der Uebelstand liegt in der Schulorganifation der Wzelstaaten, welche die Frauen bisher zum Universitätsstudium

An der Hand der Zeichenerklärung oben links in k nuferer Karte ist die Konzeutrirung der rufsifchen E Truppeutheilc in dem Deutschland benachbarten Grenz- E gebiete trefflich zu verfolgen. Bei Riga stehcil eine U Infanterie-Division, 1 Artillerie-Brigade und 1 Brigade | Genietruppen. I» Dünaburg sind 2'/- Divisionen V Zufauterie und 2 Artillerie-Brigaden aufgestellt, in | Wilna ebenfalls 2l/s Divisionen Infanterie, 2 Vri- I gaben Artillerie und dazu 12 Reserve-Cadrebataillone E Zufauterie; in Grodno stehen sodann 1 Division L Zufauterie und eine Artillerie-Brigade. Die nächsten E Truppenanhänfliugen sind dann beiLomza (1 Divis. E Inf. und 1 Artill.-Brig.), Nowo-Georgicwsk W ÜV- Divisionen Infanterie und 1 Brig. Art.) und | Plock (1 Division Infanterie und 1 Brigade Artillerie). M Zwischen diesen Hauptstandquartiercii sind kleinere i Truppeniheile, namentlich Kavallerie, hart an die I deutsche Grenze (Provinz Ostpreußen) vorgeschoben, Etoie int Einzelnen aus den Signaturen der Karte F ersichtlich.

Der Kern der russischen Trnppeumacht hat jedoch EW-mid uni Warschau Anfstellnug gefunden. Hier Wkmden sich nicht weniger wie 3 Divisionen Infanterie, ^»Artillerie-Brigaden »ud 1 Brigade Genietrnppen. kWestlich davon garnisoniren in Lodz uud Pi etr ko w Wl'/r Divisionen Infanterie und 1 Artillerie-Brigade; f mdl.in Radom 1 Division Jnfanterieund 1 Artillerie- Brigade und südlich in Lublin folgen daun 2 Infanterie-Divisionen und 2 Artillerie-Brigaden; rückwärts, in Brest-Litewskstehen 1'/-Divisionen Infanterie und 1 Artillerie-Brigade, südöstlich in Luck folgen 1 Division Infanterie und 1 Artillerie- Nrigade.

'Mehr unmittelbar an den Grenzen der Provinzen Posen uiid Schlesien, sowie gegen Galizien vor­geschoben sind kleinere, verhältnißmätzig starke Kavallerie- Abtheiluugen aufweisende Garnisonen bei Lomza, Wloclawsk, Kalisch, Czeustochau, Kielce,Zamosk,Kowno und Dnbno, so daß sich die systematische Vcrtheilnng starker, anscheinend zum ersten Einbruch über die Grenze bestinimter Kavallerieschwärme an der russischen Grenze gegen Deutschland und Oesterreich hieraus klar ergiebt.

Nur wenige Festungen sind, im Gegensatz in de» militärischen Verhältnissen in den französischen Grenzgebieten an der deutschen Westgrenze, hier im Mlen vorhanden. Es sind dies bei Riga im Norde» bst. gegen Operationen von der See her gerichtete

Feste D lainünde, sodann im Nordosten Düna bürg ?n der zweigelcisigen Bahn nach St. Petersburg, ferner Kow u o nahe der ostpreußischcu Grenze, pf.fotoed nordwestlich von Bjalystok, dann die

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