Abend-Ausgabe
Freitag, de» 20. Januar
Ja. 34.
I. Siemens (frtif.) kot die Stellung der
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Die Mitglieder erheben sich znui ehrenden Gedächtniß des gestern Derftoibeueu Abgeordneten Goescr (Centrum) von ihren Plätzen. folgt die erste Lesung der Börscnstenergesctznovellc, welche die Stempelgebühr für Kans- und Aitschofsnngsgeschäfte verdoppeln und daniit eine Verdoppelung der Einuahinen von 13 auf 26 Millionen herbei,ühren soll. Schatzsckretär v. MaltzaI, u führt au« die Erhöhung der Börsensteuer solle das Mittel bilden, auch die wohlhabenden Klassen zu einem Beitrag für die Mehrkosten der Hceresvorlage heranzuziehen. Es handle sich nicht nm eine der Börse feindliche Maßregel, sondern um ein finanzielles Erfordcrnitz. Tie Kosten für die neuen Ausgaben des Reichs müßten ausgebracht werden, die Börsensteuer solle einen Beitrag dazu liefern. Den, Bedürfniß gegenüber könnten die Rücksicht auf den augenblicklichen Zustand des Börsenverkehrs und die vorhandene wirthschastliche Depression nicht ausschlaggebend fein. Man fürchte auch eine Schädigung de« Arbiiragegefchästs von der Vorlage, eine Scheidegrenze zwischen soliden und unsoliden Geschäften fei' im Wege des Gesetzes nicht zu ziehen. Die Steuer fei auch nach der Verdoppelung für den Verkehr noch zu tragen. Auch Frankreich plane eine Besteuerung der Börsengeschäfte in der Höhe unseres Stempels. —Abg. Siemens (frtif.) legt die Stellung der Freisinnigen zur Börsensteuer dar und betont, die Partei habe niemals Sympathieen für VerkehrSabgabcn gehabt, welche die freie Thäligkeit und die Initiative des Einzelnen defchränke». Der Vertreter der verbündeten Negierungeii habe als hanptfächltchsten Grund
ficht schon wahrscheinlicher aus. Mag dem sein, wie ihm wolle, jedenfalls riefen diese Vorgänge in München ziemliches Aufsehen hervor. Jvimerhin aber wollte man vorläufig einmal in aller Ruhe abwarten, was Possart leisten würde, und sich bis dahin sein Urtheil aufsparen.
Da kam ein Artikel der „Reuest. Nachrichten", überschrieben „Ein Geschäft", der wie eine explodircnde Bombe wirkte. Lt demselben wurde behauptet, Hvfrath Klug halte gemeinsam mit dem geistlichen Nalh Dr. Ettmahr einer Wittwe einen Bauplatz um ein Spottgeld abgckanft, nachdem sie wußten, daß die projektirtc Prinzrcgentenstraße, welche ja ' die schönste Straße Münchens werden soll, an dem Bauplatz wcitcrgefnhrt werden soll. Auf dem Bauplätze hatte Klug und Possart sich eine Villa erbaut. Die „Neuesten Nachrichten" konstruirten hieraus eine Ueber- vortheilung der Wittwe durch die beiden Herren, welche das Amtsgcheimuiß für ihre persönlichen Zwecke ausgenutzt hätten. Wenn dem nun so wäre, so wäre das allerdings für die Betreffenden sehr bedenklich. Immerhin ist derlei aber schon dagcwcscn, anch ohne daß die „Reuest. Nachr." sich sittlich entrüstet hätten.
Aber es soll gar nicht so gewesen sein. Hofrath Klug und Rath Ettmayr behaupten, sie hätten damals von dem Projekt der Prinzregentenstraße noch gar keine Ahnung gehabt, und der Vorthcil, den sie bei der Sache gehabt, sei ein reiner Glücksznfall gewesen. Die Presse lheilte sich sofort in zwei feindliche Lager — auf der einen Seile die „N. Nachr.", die wnthcnd gegen Possart, Hosralh Klug und — den dahintersiehendcn Kultusminister Hrn. v. Mühler austürmen, während fast die gesamnte übrige Presse Münchens die Regierung verteidigt. Und nachdem die Neuesten Nachrichten noch dazu die Unvorsichtigkeit begangen haben, den Sclptlcn König Ludwig II. heraufzubeschwören, indem sie schreiben: „Es ist ein eigentümliches Verhängnis), daß in dieser, ohuehin mit politischen und sozialen Gährnngen gefahrdrohenden Zeit durch eine kleine Zahl seit 1886 zielbcwußt und rücksichtslos in den Vordergrund getretener Männer immer häufiger und immer deutlicher, ja in greifbarer Weise der mahnende Schatten des unglücklichen Königs heransbeschlvoren wird", ist die Sache glücklich zu einer politischen Sensations-Affaire aufgebauscht worden. Es handelt sich offenkundig nicht mehr um die Besetzung der Hofthcater-Jntendanz, sondern um die Frage: Soll der Einfluß der Männer, die „seit 1886 zielbewußt und rücksichtslos in den Vordergrund getreten sind", noch ferner aufrecht erhalten bleiben oder nicht? Und wer diese Männer sind, weiß ja jedes Kind. Speziell dem Herrn Kultusminister v. Mühler sind die Neuesten Nachrichten nicht besonders hold, seit er in Fragen des Münchener Künsllerstreites anderer Meinung war wie sie und sich von den Sczessionisten lossagte. Der böse Dr. Sigl vom Vaterland behauptet sogar, die Mißstimmung der Neuesten Nachr. sei noch dadurch gesteigert worden, daß der Name ihrer beiden Verleger in der Liste der letzten Neujahrsauszeichnungen fehlte. Wie soeben gemeldet wird, hat anch Hofrath Klug bereits durch die Rechtsanwälte Oberkamp und Wimmer Klage gegen die Neuesten Nachrichten stellen lassen
Jedenfalls hat die Sache ihr rein lokales Interesse verloren und muß auch außerhalb Münchens aufmerksam verfolgt werden. Denn jetzt schon bemächtigen sich die einzelnen Parteien der Angelegenheit, und cs ist sehr wahrscheinlich, daß sie von beiden Seiten als Agitationsmittel bei den kommenden Landtagswahlen benutzt wird.
Der Münchener Hoftheater-Slrandal.
München hat wieder einmal seine Sensation. Der R tzasthcater-Skandal hält alle Gcmüther in Aufregung, was 5 l;£i dem großen Interesse, das der Münchener der ein- | heimischen Kunst einerseits und dem Stadtklatsch andererseits | ciügcgenbringt, nicht Wunder nehmen darf.
Nach einem Artikel des „Würzb. G.-A." mögen die ■ Vorgänge nachstehend nochmals zusammengcfaßt werden: | Bereits vor zwei Monaten konnte man trotz aller Dementis I die Behauptung aufrecht erhalten, daß der seitherige Leiter der Münchener Hosbühne, General-Intendants v. Pcrfall, „sich mit Rücktrittsgedanken trage". Daß dieser Rücktritt nicht ganz freiwillig sein werde, war damals schon in ein-
1 geweihten Kreisen bekannt.
Perfall hat entschieden während seiner sünfundzwanzig- jährigen Amtslhätigkeit Tüchtiges geleistet. Wir erinnern nur an die liebevolle Pflege, welche er den Werken Richard
L Wagners angedeihen ließ, an die Gesammtgastspiele, welche ' f. Z. die Sterne der ganzen deutschen Bühne in München vereinigten, an die von ihm zuerst vorgeführte sog. Shakespeare- Bühne, welche den Bühnentechnikern die Mittel an die
K Hand gab, die Werke der alten Dramatiker, besonders jene ^Shakespeares, selbst ungekürzt aufzuführen. Er unternahm $ sogar zuerst den damals sehr gewagten Schritt, den nordischen A Dichter Ibsen zu lanciren; er hatte auch hierin Erfolg, und I man darf kühn behaupten, daß die Wiege des modernen D Dramas — um ein etwas bedenkliches, aber beliebtes | Schlagwort zu gebrauchen — in München gestanden hat.
Es wurden auch Fehler gemacht — wie sie eben auch auf anderen Bühnen und nicht zuletzt an Hofbühnen Vorkommen. Einer dieser Fehler war z. B. die allzu eifrige Protektion einheimtzcher, accreditirter Dichtergrößen, deren EitteMocher-DraiKN mit großem Pomp in Scene gesetzt f wurden, ohne einen sonderlichen Erfolg zu haben. Ein T anderes dieser Protektionskinder war ferner die berüchtigte „Gismuuda" PöhntS, ein Drama, das in einer Weise durch-
S fiel, wie sie in der Bühnengeschichte unerhört war.
t Das Alles wäre aber kein Grund gewesen, einen anderen " Mann an die Stelle Perfalls zu wünschen. Der wirkliche Grund waren finanzielle Erwägungen. Es war ja bekannt, daß die Hofbühne mit einem großen Defizit arbeitete. An
| und für sich ist das nicht verwunderlich. Eine Bühne und ft besonders eine solche von dem künstlerischen Range der ' Münchener, darf kein Geschäft sein, an dem jährlich so und io viel verdient werden muß, sondern sie soll ein Kunst- institut, ein getreuer Spiegel ihrer Zeit fein, ohne Rücksicht, ob die Sache „etwas trügt" oder nicht. Unter König Ludwig II., der bekanntlich mit Leib und Seele für die Bühne war, hätte auch ein noch viel größeres Defizit kaum besondere Beanstandung erfahren. Aber unter dem gegenwärtigen Regime, welches streng darauf sicht, daß im Staatshaushalt überflüssige Ausgaben ver- uiude» werden, dachte man auch daran, das Defizit der Hof- bühne zu verringern, ohne selbstverständlich den künstlerischen biuf des Theaters zu beeinträchtigen. Zum Mindesten schlte in Zukunft der gegenwärtige Zuschuß von einer halben
: Million ausreichen.
j Und es kam auch der Mann, der sich vermaß, dieses Kunststück fertig zu bringen. Es war Professor Ernst
S der bekannte Darsteller. Er behauptete, daß man | sm?8 Bisherige und noch mehr leisten könne mit geringeren ^Mitteln. Nachdem er anch das „Wie" ausführlich erörtert
Wtte, lag es nahe, daß man ihm an Stelle Perfalls die | Ägel in' die Hand legte, damit er den etwas verfahrenen : Karren herausbringen sollte.
Heber die Art, wie Perfall verabschiedet wurde, existiren | zwei Versionen. Die eine lautet folgendermaßen: | «8m Samstag vor acht Tagen wurde Herr v. Perfall durch
Hofmarschall v. Ma Isen genöthigt, um eine halbjährliche H^Manbung „aus Gesundheitsrücksichten" cinzukommen;
v. Perfall soll diesem Befehle nachgekommen sein, in- [ er das Gesuch durch die „Aufregungen der letzten Zeit" flS^ibirte. In dem vom Kultusminister v. Mühler verfaßten ^->s> vom 10. Januar wurde das Gesuch des Herrn - r Perfall wegen seines „leidenden Gesundheitszustandes l Willigt". Man wird einschen, daß diese Form an Schonung E den langjährigen, verdienstvollen Intendanten sehr [ »L wünschen übrig gelassen hätte. Man erzählt sich in M^aterkrZsen auch, daß Perfall nach Empfang der Aufforde- | r»ng zur Abdankung ohnmächtig geworden sei. Nach einer Meeren Version aber sind die jetzigen Vorgänge keineswegs Herrn v. Perfall überraschend gekommen. Frhr. v. Perfall j ^handelte schon mehrere Wochen wegen Gewinnung einer l ^eigneten Persönlichkeit zur llebernahme der geschäftlichen WAüung. Mit Direktor Lang vom Gärtnertheater war der mMchlub nahe; vor ein paar Wochen soll dann Possart Mi«dst von Herrn v. Pcrfall vorgeschlagen worden fein. Das
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Deutscher Reichstag.
O Kerls», 19. Januar.
41. Jahrgang.
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für die Vorlage das finanzielle Bedürfniß angeführt. Gegenüber der Stimmung des Landes dürfe man sich aber darauf nicht beschränken. Der steuerliche Effekt der Vorlage werde sicherlich nicht erreicht, eine Schwächung des mobilen Kapitals auch nicht. Das mobile Kapital werde in seiner Beweglichkeit durch solche Er- schwci ungen der Thätigkeit behindert, wa? ungünstig auf die anderen Zweige der Staats»erwaltnng zurückwirke. Die Arbitrage fei bloß ein Versuch, das Gleichmaß in den Geldverhältnisfen der verschiedenen Staaten herzustellen. Durch eine Verdoppelung der Steuer werde das Arbitragegeschäst vielleicht gänzlich rninirt. Mit der Verdoppelung des" Stempels werde lediglich die Entwickelung Berlins auf Kosten der Provinz begünstigt. Die Theorie Bismarcks, den anderen Nationen gegenüber sich wirthschastlich-feindlich, politisch- freundlich zu verhalten, sei mit Abschluß der neuen Handelsverträge von der Reichsregienmg offiziell verlassen worden. Die urtheilssähigen Kreise Frankreichs wollten von einer Börsensteuer nichts wissen. Die Erhöhung der Börsensteuer schädige die Judustrie. Die Steuerverdoppelnng bringe unseren Einfluß aus den Weltmarkt herunter. — Abg.Mehuerl (kons.) steht der neuen Börsen- fteuervorlage sympathisch gegenüber. Der heutige Entwurf stehe auf dem gleichen Boden, wie die Vorlage, welche int Jahre 1885 angenommen wurde. Künftig werden Geschäfte in Kapitalien über 100,000 Mk. durch die Abstufung von je 10,000 Mk. gerechter als bisher herangezogen. Redner ist erfreut, daß auch Frankreich diesen einzigen richtigen Weg beschreite. Die Börsensteuer solle mit unserer Zuftimmung nicht abgeschasst werden. Die Börse müsse vielmehr, soweit das legitime Geschäft nicht geschädigt werde, weit mehr zu Steuerzwecken herangezogeu luerben. Von einer Auswanderung des Kapitals oder seiner'Besitzer sei in irgend welchem größeren Maße nichts zu merken gewesen. Die Einwanderung gewisser internationaler Elemente sieht der Deutsche in feiner Mehrheit überhaupt nicht gern und hätte deshalb auch wohl nichts gegen das Wiederauswandern derselben einzuwenden. Redner wünscht, daß der Stempeltarif nicht vorbeigehen möge an der Einführung des einigermaßen erhöhten Kommissionsstempels für auswärtige Anleihen und verweist auf Transvaal, Chilc-Serbier, Argentinien, Uruguay, Mexiko, Guatemala, Portugal. Es würde wirklich die Halste dieser Geschäfte an der Börse infolge der Verzehusachniig der Steuer unterbleiben, und es kämen doch 40 Millionen heraus. Die Börse ist heute noch, was sie immer war, die Akademie für Gesetzesübertretungen. Das Wort allein hat ja schon seine besondere Bedeutung: Börse stammt von bürsa, und dieses bedeutet das abgezogene Fell. (Heiterkeit.) Die Börse müsse Angesichts der Militärvorlage kräftig augefaßt werden; fic habe 1870 die Kriegsanleihen int Stiche gelassen, in neuerer Zett die preußischen Konsols nicht gezeichnet, aber für russische Papiere sich stark interessirt. Sieht das nicht fast wie eine Drohung ans? Will mau deutsches Geld für russische und französische Rüstungenlins Ausland schicken? Die Börse darf über den internationalen Verpflich- tnngen die Pflichten gegen das Vaterland nicht vergessen. (Beifall rechts.) — Abg. Singer (Sozialdem.) bezeichnet den Vorredner Mehuert für passend aus den Posten des Schatzsekretärs und kondolirt derReichs- icgicruug, daß sie diese Kapazität nicht zur Seite gehabt habe beim Suchen nach Deckung für die Heeresausgaben. Redner verwirftdie Börseustener, weil er die Militärvorlage verwirft, und hält diese für eminent kulturfeindlich und gefährlich. Die Börse fei geradezu ein Zubehör zur heutigen Gesellschaftsordnung; wie die Schieuen- fiicfcrci und das Zuhälterthuin bekämpft werden müßten, so müsse man auch der haute finance, welche das Publikum in moderner Raubrittermanier ausbeutet, entgegeiitreteii. Redner bespricht sodann die Absicht der Regierung, die preußischen Lotterieloose zu vermehren, um den Etat günstiger zu gestalten, und erinnert an die Schloßfreiheitslotterie und die Auti- sklavereilotteric. Redner bemerkt, vielleicht giebt's demnächst eine Antiuothstandslotterie. Die Steuer biete keinen Schutz gegen die Auswüchse des Börstuspiels; den Augiasstall zu reinigen, seien eiserne Besen nöthig. Geradezu räuberisch werde das Publikum an der Berliner Börse nusgebattet und zwar durch die feinfteit ersten Firmen; der Giftbaum müsse abgehauen werden. — Abg. Marquardsen (nat.-lib.) beantragt die Verweisung an die Militärkommission, der Reichstag sei kein moralisches Reichsgesniid- heitsamt. Fortsetzung der Bcrathuug am Freitag.
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Aus derAbeudsitznug der Militärkommiffiou de? Reichstages vom Mittwoch ist noch nachzutragen, daß v. Hammer- steiii (kons.) in längerer Auseinandersetzung verlangte, daß auch unsere Bnitdesgenossen, namentlich Oesterreich, entsprechende militärische Anstrengungen machen, wie wir. Oesterreich zeige aber eine auffallende Geuüithsruhe, während es doch durch seine Balkanpolitik in erster Reihe bei einem zukünftigen Kriege engagirt fei. Er fragte, ob denn auch ein finanzieller Mobilmachungsplan bestehe; denn auf den Patriotismus der Börse werde nicht viel zu rechnen sein. Die zweijährige Dienstzeit sei ein Experiment, dem seine Freunde nur schweren Herzens znstimmeit würden. Sie fei bedenklich bei bett inneren Wirren und dürfte jedenfalls nicht gesetzlich feftgelegt werden. Caprivi gab Letzteres zu. Ein finanzieller MobilmachnngSplan sei vorhanden. Das Experiment einer zweijährigen Dienstzeit werde gelingen, wenn man die verlangte Kompensation bewillige. Er trat dann für die Leistungsfähigkeit der österreichischen Armee ein, bereit vorjährigen Manöver» er beigewohut habe Wir haben eilt Interesse an der österreichischen Großmachtstelluug. Wie wir es im einzelnen Falle betätigen werben, läßt sich nicht Voraussagen; jedenfalls nur nach dem Maßstabe des deutschen Interesses. Das Bemerkenswerthefte aus der Sitzung war, daß Lieber erklärte, bas Gentrum habe feinen Standpunkt feit der ersten Lesung nicht geändert, und daß Caprivi das Angebot des Centrnms als unbedingt unauuehmbar bezeichnete. *
Die Bndgetkommifsiou des Reichstags hat gestern das Extraordinarium des Postetats erledigt. Allgemeitt wurde zur Sparsamkeit bei Postbauten ermahnt, es wurden auch die ve- treffenben Forderungen für Greifswald, Perlcberg und Sagau abgelehnt.
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In der Kommission des Reichstags für die Vorberathuug der lex Heinze erklärte der Regierungsvertreter, daß nicht eine Kafermrung der Prostitution beabsichtigt fei, sondern cine Lokalist rnng auf bestimmte Stadttheile; auch dagegen wurde »ielfach Widerspruch laut; zn einer Abstimmung kam cs nicht.
