Seite 6. 16. Jaunar 1893. Wiesbadener Tagblatt (Abend-Ansgabe). Verlag: Lauggasse 27.
41. Jahrgang. Ro. 26.
vor das deutsche Volk getreten ist; in tiefes Schweigen hüllt sich der Biograph in Bezug auf Alles, was das Geheimnis der Einsamkeit in den Königlichen Schlössern in den letzten
HaublungShauseS iiicberliifit. Hier geht ein lustiges Leben an, man weih nicht an® welchen Hülfsguellcii, unb toemi die Seinigen aus Deutschland nm Unterstützung schrieben — schickte er ihnen etliche Säcke Kaste«. 1882 kehrt er nach Pans zurück und beginnt die Saniere, die hinlänglich bekannt ist. lieber seine Persönlichkeit sagt der „Figaro" lueiter: „Arlon sprach mit gedämpster Stimme, wenn er damit beschäftigt war, sich in Kammer oder Senat einen Mann zu kaufen, einen dicken goldenen Zwicker auf der Nase, einen Bleistift in der Hand wie auf der Börse, einen enormen Ring am Finger wie in Brasilien, während ein sehr auffallender Sankt GeorgSthaler an feiner Kette baumelte als Shmbol des Aberglaubens bei einem Menschen ohne Skrupel und ohne Treue, der an nichts glaubte, als an das Geld, und von nichts sprach, als vom Geld. Ohne Geist, ohne Beziehungen, ohne Freunde, ohne Begeisterung, ohne Freimut!), unempfänglich für Likteratur, Musik, Politik, ungläubig in Allem, hatte er nur einen Ehrgeiz, für einen „Boulevardier" zu gelten, und er glaubte hierin genüg geleistet zn haben, wenn er ein paar Damen von leichter Sitte nub etliche Neugierige nm feinen Tisch versammelt, ober wenn er in einem kleinen Theater am PremiLre-Abend eine Profeeninmskoge zu erhöhtem Preise gemiethet hatte. Man sand bei ihm eilte exquisite Küche, geleitet von Mutter Bruncan, der ehemaligen Dienerin des
aber sollte daraus ein König werden, so hätte das Leben erst noch eine Erziehung geben müssen, die der frühe Tod cheS Vaters leider versagte. Herr v. Heigel hat ganz recht: aus den etwaigen Mißgriffen, die ein so aus der Schulstube auf den Thron gehobener Jüngling machen mußte, auf ein geistiges Leiden des Königs schießen zu wollen, ist ungerecht und thöricht.
Auch die in gewisser Weise schiefe Stellung des Königs zu den gewaltigen Kriegsereigniffen eben seiner ersten Regiernngsjahre erklärt sich leicht. Wäre der König Soldat gewesen, so würde seine Antheiluahme an den entscheidenden Ereignissen unserer vaterländischen Geschichte eine andere, tiefere und freudigere gewesen fein. Die Eifersucht, von bereit Bestand dem Kronprinzen von Preußen gegenüber auch v. Heigel nicht absehen zu können meinte, wäre kaum jemals entstanden. Ohne daß man gcnöthigt ist, dem Herrn Verfasser zu widersprechen, wenn er betont, daß Ludwigs II. Entschluß an der Gründung des deutschen Reiches seine Bedeutung stets behalten werde, darf man doch sagen, daß eilt König von Vahern, der sich im entscheidenden Angcn- blick unter den Siegern in Versailles befunden hätte, dem Einheitswerke noch einen anderen Stempel aufgedrückt haben würde. Aber Max II. hat aus seinem hochbegabten Sohne feinen rauhen Krieger machen wollen, und der neue König suchte fein Königsideal nicht in „Alexander und Friedrich dem Großen", sondern in dem Roy soleil der knnst- und bauteufrohen Franzosen.
Wir streifen mit der letzten Bemerkung die fchwierigste Seite in dem Leben des Königs und zugleich die bedenk- tichste in Betreff dessen, was der Biograph zu sagen haben wird. Herr v. Heigel ist der Sache nicht aus dem Wege gegangen. Durch eine Fülle von historischen Bildern und psychologischen Bctrachtnugen weiß es Herr v. Heigel sehr einleuchtend zu machen, daß in den Bauten des Königs Ludwig eilt großer Zug lag, den nur die äußerste Philifter- haftigkeit mit seiner nachher anftretenden Krankheit in Zusammenhang bringen konnte. Daß der königliche Bauherr dabei die materiellen Seiten, gewissermaßen die prosaische Kehrseite der Sache, wenig begriff, kann doch kaum sehr hoch angeschlagen werden. Wir geben in allen diesen Dingen Herrn v. Heigel Recht und freuen uns and), daß er den thörichten Ausstreuungen über die von dem König aufgeführten Theaterstücke, deren Verfasser Heigel selbst großen- theils war, entschieden cntgegeiüritt; dennoch bleibt der Biograph die Lösung eines Räthsels schuldig, welches darin besteht, daß wir über Genesis und chronologische Entwicklung von des Königs Krankheit nichts erfahre«. Plötzlich tritt die Katastrophe vor den erstaunten Leser, wie sie unerwartet
* Eine verschüttete Stadt. Dor mebrereit Monaten wurden auf einer Besitzung des Herrn Manuel I. Alvarado am Fuße des Vulkans de Agna, 3 Kilometer östlich vom guatemalischen Orte Santiago de los Caballeros, mehrere vorgeschichtliche Gegenstände vorgefunden. Der Besitzer ließ daraufhin nadjgrnoeu, und es wurden ans einer Tiefe von mehreren Metern an verschiedeiien Stellen zahlreiche Gegeustäiide aus vorkolunibischer Zeit zu Tage gefördert, darunter werthvolle Selteitheiteu, wie fein gearbeitete, gravirte und buntbemalte Gläser, Alles sehr gut erhalten. Unter bett Waffen waren Pfeilspitzen und Dolchklingen au» Onyx; bau eben fanden sich Götzenbilder und zahlreiche Edelsteine, befottbets- solche von einer sehr seltenen grünen Art, die von den Eingeborenen „Chalchivil" genannt werden. Die Großen pflegten solche Steine aus dem Verschluß ihrer Gürtel zu tragen. Andere Steine sind von weißer Farbe mit grünen Flecken und weisen seltsame Gravirungen auf. Auf einzelnen sehr feinen Gläsern sind in lebhaften Farben Symbole und Hieroglyphen aufgetragen. Die Götzenbilder sind ans Thon und gut gearbeitet; sie stellen ernste und heitere Gottheiten bar. Steinstatüen wurden aus gegraben, unter diesen befindet sich ein mächtiges Stück ans bichtem, hartem unb schwarzem Stein, wahrscheinlich Basalt; es ist ein liegender Mann, den Kopf hält er in die Höhe, die Züge sind mmerfeiiitbar die eines Indianers; auf dem bärtigen Haupt sitzt ein Helm, beinahe wie ihn die römüdte pratonauische Leibwache trug. Der Kops ist auSgemeiüclt, der Nest nur roh gehauen. BewnudentSwerth an der künstlerischen Arbeit ist der llmftanb, daß sie bloß mit steinernen Geräthen gewacht worden zu fein scheint, denn bei den Nachgrabungen sanden sich keinerlei Spuren von Metall. Tas Wichtigste an der ganzen Entdeckung aber ist, daß mau sich vor einer verschütteten Stadl befindet, der die Entdecker den bezcichnendeit Namen „Pompcya" gegeben Habern Allmählich wurden ganze Bauwerke bloßgelegt, die in ihrer
' kostete 100,000 Francs. Selbstverständlich erfuhren die Abzeichen ernt Abänderung. Der Buchstabe N., welcher auf dem Medaillon angebracht war, wurde durch Attribute ersetzt, und an Stelle der Adler brachte man Zierathen an. Die Kettchen, welche die Medaillons und di« Zierathen verbinden, wurden in Liktorenbüubel von glücklichster Wirkung verwaudelt. Diese Seite trugen nun Thiers und Mac Mahon bei den offiziellen Empfängen; Grevy versteckte fie in feinem feuerfesten Geldfchrauk, von wo mau sie nur mit großer Mühe wieder heran-zubringen vernwchte, um sie Earuot znzustellen, der als neuer Präsident der Republik Großmeister tvnrde. General Faidherbe (ber damalige Großkanzler) begab sich persönlich zu Grevy uub bat ihn um Aushändigung ber fraglichen Kette, allein Grevy wollte bavon nichts wissen, so baß das Orbeus- kapitel fick) gezwungen sah, an Grevy einen seiner vertrauten Freunbe abzusendcu, und erst diesem gelang es, denselben dazu zu vermögen. Jetzt trägt Präsident Carnot die Ordcuskette bei offiziellen Empfängen.
* Neber Mr. Arto«, den Kollegen von Cornelius Herz, bringt der .Figaro" in feiner Stummer vom 10. Januar einen großen Artikel, dem wir das Folgende entnehmen: „Arton war in Frankfurt, der Wiege von borue ins Herz uub des Baron Reinach, geboren. Sein eigentiider, leicht aufgegebener Name war Aaron. Es ist wohl nicht nöthig, oeizufügen, daß Aaron Israelit war. Wie alle Frankfurter Juden, die fick; in Paris niederlaffen, gab er sich für einen Elsässer aus. Und Keiner hat jemals, man muß dies übrigens zugeben, erhabeitere Wuth, unbengsameieil Euthu- siasnius, würdevollere Entrüstung an den Tag gelegt, meint auch nur die geringfügigste politische Frage bei uns laut "wurde. Den- ttod) verließ er em paar Monate vor dem Kriege die Kolounabcii ber Börse, den Mittelpuickt feiner damals schon hinlänglich zweifelhaften Operationen, und kam nadj Brasilien mit Personalakten, die aufs llnwiderleglichste bewiesen, daß er Franzose sei." In Brasilien schwur Aaron den israelitischen Glauben ab, um eine junge Katholikin, Frl. Darbely, zu heiraten; in wenigen Jahren hatte er die Mitgift derselben durchgebrackt uub seine Frau verlassen nnb überdies die Geschäfte des dcnifchcn HandlnngshanseS, das er dort leitete, derart besorgt, daß der zuinckkehrende Besitzer die Safftn leer unb bas Etablissement verloren fanb. Ruinirt unb verzweifelt über bas Schicksal der Ihrigen, begeht Aarons Schwiegermutter einen Selbstmord, während er Fraii und Kinder nadj Frankfurt schickt und sich selbst allein — oder dock) beinahe allein — in Santos bei einem Konkurrenten des von ihm ruinirten
Vermischtes.
* Die Kette der Ehrenlegion. Als Napoleon I. dir Gepalt der Ordenszeichen und die Farbe des Bandes der Ehrenlegion destimnite, schuf er am 14. Zuli 1804 für den Großmeister eine Kette, deren Zeichnung und Zusaiurnenstellung er selbst angab. Sie war ganz aus Gold und Silber, ihre Glieder beftoubeii abwechselnd aus Medaillons und Adlern, die durch doppelte Kettchen verbunden waren; an ihr hing das Ordenskrenz, überragt von der kaiserlichen Krone. Nicht ohne Zwischenfall kam diese Kette, weld-e hohen künstlerischen Wertl; besitzt, auf Napoleon III. Im Jahre 1855 Ivurdc sie durch einen Kämmerling verloren, welcher eine Reparatur daran vornehmen lassen sollte; eut Maurergeselle sand fie und brachte sie in die Tuilerien zurück, wofür man ihm 1000 Francs und einen Tabacksladen gab. Die Einen sagen nun, die Kette sei von der Kaiserin Eugcuie nach England mitgenommen worden; die Anderen geben vor, daß sie wahrend der Kommune gestohlen worben sei. Als bas Wahrscheinlichste ist zn erachten, baß sie in bie Truhen des Großkanzleramtes zur Aufbewahrung obgeliefert werden mußte. Der Palast ber Ehrenlegion wurde 1871 in Brand gesteckt, uub von ben bort hinterlegten Kleinodien und Dekorationen fanb man nichts mehr als einen Klumpen geschmolzenen Golbes nnb Silbers. 1873 ließ ThierS, ber bamalige Präsident der Republik, Nachforschungen danach anstellen, und als sie nicht zmn Ziele führten, bot ihm der Großkanzler, General Vinoy, im Namen des OrbeuS- kapitels biefen Klumpen an, um baraus bie Kette bes Orbeus- GroßmeisterS wieder Herstellen zn lassen. Thiers nahm an, unb die Münze wurde mit ber Ausführung beauftragt. Diese Arbeit
fahren verbarg, und uncnträihselt bleibt auch das stumme - Kreuz im Starnberger See. (Krcuz-Ztg.)
Anlage nichts mit irgenb einer geschichttichcn Kultur gemein zu haben scheine». In ber Tiefe der Gnmdmauern der Häuser fanden sich zahlreiche Gerippe vor; sie lagen durcheinander, wie wenn die Mensckien plötzlich zu Tode getroffen worden wären; die Einen sitzen, die Ändern liegen. Ferner wurden in großen Thougefäßen Tobtenköpse gefunden, die in verschiedenen Stellungen hinemgelegt wurden, jedock) all« im Munde einen von den erwähnten grünen Edelsteinen uub au bet Nase einen Ring aus einem auberu werth- vollen Stein hatten. Die Stirn ist hoch unb breit, die Backenknochen und Kinnladen sehr ausgeprägt. Es wird fidj wohl um eine Völkerschaft handeln, welche den Kopf ihrer Todlen allein aufbewahrte, den Rest des Körper» aber verbrannte. Die Nachgrabungen werden fortgesetzt. („Sollt. Ztg.")
* Vo» Gistschlaugeu-Bisse«, die in der Schweiz beim Menschen zur Beobachtung gekouimen, stellt Doceut Dr. Konstantin Kaufmann in Zürich im Korrespondenz-Blatt für schweizerische Acrzte aus einem Zeitraum von über 40 Jahren 63 Fälle zusammen, bie zum größten Theil von ben behanbeluben Aerzten selbst be- fchricben ftnb. Diese Arbeit hat auch für bie bie Schweizerberge besnchenben Reifenbeu Interesse, weshalb wir sie hier besprechen. Die 63 Fälle — 53 Viper- und 7 Kreuzottern-Biffe — vertheilen sid) auf zehn Kantone in folgender Weise: Graubündcu 17, Bern 11, Wallis 10, Solothurn 7, Waadt 6, Basel 4, Neuenburg 3, Aargau unb Glarus je 2, Genf 1. Ein Viertel aller Fälle kommt auf Graubünden, je ein Sechstel auf Bern unb Wallis. Von ben Gebissenen waren elf Kinder unter zehn Jahren. In drei Viertel aller Fälle befand sich die Bißstelle an Hand und Fingern. Sie ereigneten sich am häufigsten beim Beerensuchen, Holzsammeln, Garbeuhebeu, wobei die Schlange entweder berührt oder gefaßt wurde. Die Erscheinimgen nach der Verletzung waren die üblichen: Schwellung und Hantvcrfärbung von der Bißstelle ausgehend, daneben Angst, Ohnmacht, Erbrechen. In zwei Fällen biß eine Viper zweimal unmittelbar nacheinander verschiedene Individuen, der zweite Biß wirkte gleich wie der erste. Sännntliche Kreuzottern- Bisse heilten, dagegen starben von 54 von Vipern Gebissenen 8 und zwar innerhalb acht ©tauben bis fünf Tagen nach dem Bisse. Die Hülste ber Gestorbenen sind Kinber unter zehn Jahren. Zwei Fälle sinb besonbers merkwürdig: 1824 wurde in einem Thale bei Bergen ein 17» Jahre altes, im Grase sitzendes Mädchen von einem beim Mähen vom Rumpfe abUtrenntcu Viperkopf gebiffeit; es starb 18 Stunden nach der Verletzung. 1887 wurde im Jura ein 1‘ « Jahre altes Mädchen, während cs Mittags in seiner Wiege schlief, ins Händchen gebissen und starb nach 8 Standen. Einer heldenmüchigrn Selbstbehandlung miterzog sich ein lombardischer Hirte in Vicosoprano (Bergest) nach einem Viperbiß in einen Finger. Schleniiigst nahm er sein Messer hervor und forderte seinen Kameraden ans, ihm den Finger abzuschneiden. Da dieser nicht den Muth dazu besaß, setzte der Clebiffenc seine» Finger mif einen ©teilt als Unterlage, hieß den Kameraden das Messer mit der Schneide auf seinen Finger halten und schlag sid; mit einem Steine bas verletzte Nagelglieb selbst ab. Der Gebissene genas.
* Bismarck Ehrsen. Gott schütze mich vor meinen Freundeil! Keiner hat es öfter empfnnbeu, als Bisniarck, halb in Zornes- weitern, halb mit bcbeuktich-schmiinzelndeiu Schütteln bes Kopses. Unb bas Kopfschüitcln war beim Alten im SacHfeuwalde 'mal taicbcr an ber Reihe, als er bie „BiSmarck-Thesen" las, bie Frcniibesthat eines Herrn E. Schröder, der, wie er sich auf dem Titel nennt, „Herausgeber von Werken Friedrichs des Großen" ist. Dieser Herr hat folgende Gedanken gehabt unb sie in folgende Verse gebracht:
No. 3. Er fiel, er weiß es nicht „warum":
Der Bismarck war boch sonst nicht dumm.
Ro. 9. Ihm geht aus feines Herzens Grimb
Oft über jetzt recht sehr ber Mund.
No. 18. Der Czar war sein Kompaß, sein Stern: Er hat ben Czaren gar zu gern.
No. 30. Er jagte einst auf Eutcn, Er jagte nie nach Reuten.
No. 33. Er machte sich zum Schaben Faufareu aus Chamadeu.
No. 49. Bismarck sang phrase Bismarck sans place.
No. 64. Es war ihm Astes „Blech", Das war fein Pech!
No. 87. Kollegen ließ er niemals springen. Sie immer mir von selber gingen.
No. 89. Er war ein Mann von „Eisen", Ein Feind von Holz- und Kohleupreisen.
* Zwerge in Atlas. Auf bem int vorigen Iahte in Loudon abgcbaltenen Kongreß der Orientalisten wurde die Behauptung, lueldie Herr Haliburton machte, daß int Gebiet des Atlas Zwerge zu finden seien, mit Zweifel, ja sogar mit Gelächter, ausgenommen. Jetzt hören englische Blätter von Herrn Waller Harris, daß er uub fein Reisebegleiter, Herr Ciinnighame Graham, bie von Süd-Marokko zurückgekehrt sinb, bort eine hinreichende Anzahl von Zwergen gesehen und die Uebcrgeugtmg gewonnen haben, daß von ihnen hier nock) viel mehr vorhanden sein muffen. In sehr kurzer Zeit sahen sie 13—14 dieser kleinen Herren. Harris glaubt nicht, daß sie eine eigene Rasse bilden; er meint, daß ihre Vorsahren Jahrhunderte lang großen Mühseligkeiten ausgesetzt gewesen sind unb in ihren einsamen unb unzulänglichen Wohnstätten Mangel an Nahrunzs- mitteln gelitten habe».
W Amtliche Anzeigen W
Niederrhemisches
Bekanutmachnnst.
Das am 2. b. M. in ben Stadtwald-Districten „Brücher" unb „Würzburg" ersteigerte Holz wirb ben betretfenben Steigerern zur Abfuhr hiermit überwiesen. *
Wiesbaden, den 12. Januar 1893.
Der Magistrat. In Vertr.: Körner.
ein ärztliches Zengniß vorznlegen haben, lieber sonstige Befreiungen entscheidet die Feuerwehr-Commissiott.
§ 5. Zimt Eintritt in die Fcnerivehr verpflichtete Personen können diese Verpflichtung durch ein jährlich präninnerando in die Stadtkaffe zu zahlendes Loskausgeld von 9 Mark ablöscu. Alle zum 1. Jaunar jeden Jahres dienstpflichtig gelvordenen Einwohner haben sich nack) der in dem amtlichen Organ des Magistrates ber Stabt erfolgenden öffentlichen Aiifforberungeii des Branbdireclors zum Dienste persönlich zu melden. *
Wiesbaden, den 29. Dezember 1892.
Der Braiiddirector. Scheurer.
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t Auf Grund nachstehender Bestimmungen wollen sich die feuerwchrpfllchtigen Einwohner auf bem Feuer- wehrbüreau, Zimmer No. 18, Parterre rechts, im Rathhause im Laufe bes Monats Jaunar an ben Werktagen von 8 bis 127? Uhr Vormittags anmelben.
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NB. Mitglieder freiwilliger Feuciwehr-Ablheilungen haben einen Austrittsschcin, von dem seitherigen ersten Führer ausgestellt, vorzulegen.
Bestimmungen der Polizei-Verordnung vom 16. November 1892:
§ 3. Verpflichtet zmn Eintritt in die Feuerwehr sind: alle männlichen Einwohner der Stadt, welchen nach § 5 der Stcibte- »rbmtng bas Bürgerrecht zusteht.
Die Dieustpflicht beginnt mit dem L Januar des dem zurück- fltlcgten 25. Lebensjahr folgenden Jahres, bei neu zngezogeuen jedoch erst mit dem 1. Januar nach Erlangung bts Bürgerrechtes.
Die Dienstpflicht erlischt mit dem 31. Dezember des Jahres, in welchem das 40. Lebensjahr zurückgclegt wurde.
§ 4 Befreit vom Feuerwehrdienste sind: 1. Reichs- und Staatsbeamte, Hof- und Gemeiudebeamte, Beamten des Communnl- verbandes nnb MUitürpersouen, auch wenn sie zur Dispositton gestellt ober in Ruhestand versetzt sind. 2. Die Geistlichen, Lehrer, «erzte unb Apotheker. 3. Körperlich Untaugliche, welche auf Verlangen der BraubdireetorS, von einem durch ihn bestimmten Arzte
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