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Abend-Ausgabe

iksbs-ener aagblatt

Verlag: Langgasie 27,

R2MOO Avouneuten

Freitag, den 13. Januar

1893

Ko. 22

zu- dcr

Zar Geschichte der Kailaiverbindurrg zwischen Uord- and Ostsee.

16) Die Kauallinic Vrunsb üttcl-Kiel wurde schließlich von dem Hamburger Schiffsrheder H. Da hl ström im Jahre 1878 nufijenommcn. Und diese Richtung ist cs auch, die nun, wie unsere Zeichnung in besonders niarkirter Weise zeigt, vom Reich zur Ans- sührung gebracht wird.

Die allgcmeiucn technischen Verhältnisse dcZ Kaualbaues dürfen al? bekannt angenommen werden; die Linie hat 98,6 Kilometer Länge, ein Qucrprofil Von 9 Meter Tiefe, 65 Meter Breite im Wasserspiegel und 22 Meter in der Sohle, so daß die Querichnitts- flächc von 411 Quadratmeter diejenige des Siiczkannls (304 Quadrat­meter) wie des Panama- bczw, Ricaragnakauals (320 Quadrat­meter) bedeutend übertrifft. Die vorzügliche Brauchbarkeit dieses großen Seekanals für Kriegs- und Handelsmarine liegt aus der Hand. Für die volkswirthschastlichc Bedeutung desselben geben die beiden Thatsachen einen Anhalt, daß der heutige Verkehr der Seeschiffahrt zwischen Nord- und Ostsee allein durch den Sand' über 16 Mill. Reg.-Touueu jährlich beträgt, und daß andererseits bei der gefährlichen Fahrt um Skageu in den 28Jahren von 18581885 allein in dänischen Gewässern nicht weniger loic 6316 Schisse gestrandet und hierbei 91 Dampf­schiffe und 2742 Segelschiffe sowie zahlreiche Menschenleben (bon 1877 81 nicht weniger wie 708) verloren gegangen sind. Unter den gestrandeten Seglern befand sich auch die deutsche Schiffsjuttgeubrigglludiue", die im Jahre 1888 bei Agger an der jütischen Westküste uutcrgiug.

Während das mit dein Aufwand enormer Geldmittel in Scene gesetzte Unternehmen der Herstellnnq des Panama-Kanals an einem liebermaß finanzieller Mißwirthschast bczw. ail Schwindel zu üriuide zu gehen droht, konnte die deutsche Rcichsrcgieruug kürzlich dein Reichstage in einer Denkschrift über die Lage des Baues und ter Fiuaiizwirthschast beim Nord-Ostsee-Kanal das normale Fort- jchrciten der Arbeiten und die Gewißheit der pünktlichen Eiuhaltnug des Termins der Kaiialcrössunug im Sommer 1895 """ sichern. Ebenso wie Suez- und Panama-Kanal hat auch Rord-Ostsee-Kanal seine Vorgeschichte, auf welche hinziiweism gerade gegenwärtig von Interesse sein dürfte. Wird sind in her Lage, ans einem demnächst erscheinenden, die Geschichte, den Ban und die militärische wie wirthschaflliche Bedeutung tes Nord-Ostsce-Kanals bebaudclnden Werke von C. Besckc

(Verlag von LipsinS und Tischer, Kiel nud Leipzig) unter Bei­fügung einer Karte einen kurzen Auszug der Vorgeschichte des Kanals zu gebe».

Das Streben, die Nord- und die Ostsee miteinander durch eine schiffbare Wasserstraße zu verbiudcu, ist mehrere Jahrhunderte alt. Besonders ist dasselbe seit dem 16. Jahr­hundert in greifbarer Form zu Tage getreten. Die hier bei- itefienbe Karte gicbt eine bildliche Züsaiümenstellnng der Linien, für die man eilte Kanalrichtnug projektirt hatte. "Indem mir zunächst auf die Zeichenerklärung unten links in dem Karten­bilde verweisen, bemerken wir, daß die den eiuzelueu projck- tirtcn Kanallinieu beigcsctztcn Zahlen die Jahreszahl der Pro- jekltrung bezw. beim Eiderkanal der Eröffnung bezeichnen.

Seit deut 16. Jahrhundert sind nicht weniger wie 16 'ölte dieser Art zu verzeichnen, von denen jedoch nicht Niger wie 9 in die neueste Zeit, vom Jahre 18631886, en. In chronologischer Ordnung waren die folgenden Kanül­en projektirt:

1) Der Steck nitz-Kan al, der älteste, wenn auch irekteWasserweg zwischen Nord- und Ostsee, welcher vermittels Steckuitz und Trave die Ostsee mit der Delvenan und Elbe, > damit also mit der Nordsee, in. Verbindung setzt. Der al wurde 1398, also vor etwa einem halben Jahrtausend, tuet, dient noch heute der Schiffahrtsverbindung zwischen cck und der Elbe, jedoch vermöge seiner geringen Dimensionen - in sehr beschränktem Maße; und es ist bekannt, daß man geltens Lübecks den Ausbau dieses Kanals zu einer lcistungS- bchrgcti Wasserstraße dringend wünscht.

.. 2) Die zweite Kanalverbindung kam im Jahre 1525 Mischen der Beste, einem Nebenflüßchen der bei Lübeck niün- benOen Trave, und der oberen Alster, die bei Hamburg in die Elbe mündet, zu Stande. Dieser Alster-Kanal wurde tedoch nach kaum 25-jährigem Bcsteheu von einem auwohuendeu Gutsbesitzer entlad) zugeschüttet. Roch dreimal in späteren Jahre» ist derselbe Gegenstand eines Projekts geworden.

3) Das nördlichste Kanalprojekt beabsichtigte die Linie Ribe-Kolding zu bcuntzeu. Es lag in der Gegend der ictzigeu deutsch-dänischen Grenze, wurde int Jahre 1550 ge- mant und sollte ben nautischen bczw. militärischen Juteresscu Dänemarks dienen. Es kam jcdod) nicht zur Ausführung.

4) Etwa 100 Jahre später tvnrde die Linie Ball um- Apeura de von König ChristianIV. von Täncmarkprojektirt, kam jedoch ebenfalls nicht zur Ausführmtg.

^5) Im Jahre 1761 wurde von dem dänische» Kapitän biifli eine Kaualliuie Tondern-Fleusbnrg borge- Wasen. Diese Linie kam ebenfalls nicht zur Anssührniig, evemoweiiig die folgende

. .6) H n s n in - S ch l e s w i g - E ck e r n f ö r d e, die ebenfalls M>vLihie 1761 projektirt wurde. DieselbeTrace wurde kann 1848 von dcm Deichiuspcltor Petersen bearbeitet und im Jahre 1866 P11 yufharje eines KanalkomitsS der iuteressirten Städte von dem sMandischen Jngenienr Stieltjes mugearbeitet. Die hierbei in Betracht gezogenen Dimcitsioneu (128 Fuß Breite im Wasserspiegel, JJ Fuß ati der Sohle, 22 Fuß Tiefe) waren bereits fcldje, daß Mut einem Durchgangsverkehr der Seeschiffahrt in erheb- "wm Maße Ncchuuug getragen war. Zur Ausführung kant jedoch «ach dieses Projekt nicht. Inzwischen war nämlich der im Juni Angriff genommene

» sch Eider-Kanal int Jahre 1784 eröffnet worden, der im Avrage des Königs Christian VII. gebaut war. Dieser Kanal, 8llr Zeit dnrch ben Rord-Ostsee-Kaiial ersetzt loitb, hat eine ri» uni^zwei Jahrhunderte weiter zurückrcichende Geschichte. In Mu Schreiben des Herzogs Adolf von Schleswig-Holstcin- ^krorp en Kaiser Martmtliau II. vom Jahre 1571 war bereits xk Linie Ertvähnting gethau, die 1784 zum Kanal benutzt wurde. MW dem ansgestellleu Plane sollte dieser Kanal für alle S««eti von Seeschiffen benutzbar sein, im Laufe der Aus­lug ergaben sich aber Schwierigkeiten, welche dazu k», daß der Kanal in kleineren Maßen, als ursprünglich beab- Wi<st auSgefüdrt wurde. Der Kanal ist ein Schlenseukaual von £,! Meter Scheitelhöhe, und zwar steigt derselbe mittels dreier 'Wernen bei Holtenau, Knoop und Nathuiauusdorf hinauf und ZS ®° mittels zweier Schleusen bei Köuigsförde und Kluvenffek A8 Rendsburg und dort vermittels itodi einer Schleuse nach der ter ~ltr .hiuflb. Die Unterciber selbst fleht unter dem Einflüsse ttd) bis Reudsburg bemerkbar machenden FInthbewcgnng der ^svlee. Die Wassertiefe des Kanals beträgt nur 3,5 Meter, seine «etc Breite im Durchschnitte nur 31 Meter, so daß ihn nur die Kanonenboote und Torpedosahrzeuge durchfahren könueit. rwsbkm er also einem Seeverkehr nur in höchst utwollkontmenem ~ dient, weist er eine Frequenz von ca. 4500 Schiffen im ,rt aus. Der durch den Kanal geschaffene Wasserweg hat eine >ge von 172,7 Kilometer, seine Baukosten beliefen sich nach Htm (Selbe auf 9,044,750 Mk., und es waren an ihm ab- prlud -wischen 2- und 3000 Arbeiter beschästigt gewesen.

«ui lerncreS seinen Ansgang, direkt in die Nordsee nehmendes wlproickt, wie dies bei säuimtlichen (bis aus 1 und 2) vorgc- »ieu Projekten der Fall getocien, ist

das unausgeführt gebliebene Projekt Düfnm-Eckern- ,0/' >iu Jahre 1863 von Jessen als eine Abzweigung eines «reu (des Christcnscnschcii) Projekts entworfen.

Iw nun folgenden acht Projekte nehmen sämmtlich ihren west- tn -ansgang schon an der U nie reibe, während die Ost-

mündnugen zwischen Eckernförde, Kiel und der Lübecker Bucht hin- uud herschwaukteu. Tie Linie

9) B r u u s b ü 11 c l - 3! c n d S b u r g - E ck e r n s ä r d e, von dem Haseuortc Brunsbüttel au der Unterelbc ausgehend, wurde 1848 voudeu GebrüdernC h ristenseu projektirt, sollte nur 33 Millionen Mark kosten, blieb aber unausgeführt.

10) B runsbüttel-Kiel wurde während der uatioualcu Bewegung 1848 von einem Kieler Flottcnausfchnß entworfen, follte jcdod) sechs Schleusen erhalten und etwa 80Millionen Markkoste». Das im Ucbriflcu wohl erwogene Projekt scheiterte in den politischen Wirren jener Zeit.

11) Auch das Projekt Slörort-Kiel, von der Mündung der Stör in die Uutcrelbe ausgehend, wurde im Jahre 1849 von dein vorgenannten Kieler Flottcuausschuß bearbeitet. Dieselbe Linie

verfolgte ein in späterer Zeit von bau Engländer Dr. Bartling 1880 bearbeitetes Projekt, welches mit dem, dem schließlichen Rc- giernngsprojekt zu Grunde liegenden Tahlströmscheu in Konkurrenz trat, aber unterlag.

12) St. Ma i ga r c 1 h cu-Ha sskrug wurde 1860 von dänisch r Seite geplant, sollte 141 Mill. Mark kosten nnb als btird) das Völkerrecht garantirtcr neutraler Kanal geführt werden. 9?ad) dem 1863 erfolgenden Tode König Friedrich VII. von Täuciuark nud der Lostrcnnung Schleswig-Holsteins war von diesem Projekt nicht mehr die Siebe.

13) Im Jahre 1863 wurde em LnbeckischenJntercffeu dienendes Projekt Störort-Riendors, zwifd)eii llutrrelbe and Lübecker Bucht, von I. Sturz eulworscii, welches 121 Kilometer laug sein sollte, aber nicht zur Ausführung kam.

14) Auch da« Projekt St. Marg a r eth e ii -Trav em ü u d e, welches von einer Lübecker Nord-Qstscc-Kanalkominiision im Jab re 1865 in die Hand genommen wurde, war übermäßig lang, 124 Kilometer, sollte 150 Millionen Mark kosten und kant nicht zur Ausführung.

Hiermit ist die Aufzählung der mehr ober weniger unfrucht­baren Projekte, in denen jedoch eine große Summe von Vor­arbeiten enthalten war, beendet, und wir haben nun nur diejenigen beiden Projekte auznsiihrcn, ans deren Verschiuelzung das cnblidje Negierungsprojckt hervorgegangen ist. Es ist dies zunächst die Linie:

15) S t. Margarethen-Rendsburg-Eckernförde, ein im Jahre 1864 vom preußischen Oberbauiath Leuve bear­beitetes Projekt, welches in bei Hauptsache ben von den Gebrüdern Christensen 1848 bearbeiteten Projekten (siche unter 9) sich anschloß. Oberbaiirath Lcutze führte die Vorarbeiten im Jahre 1864 im Auf­trage des preußischen Handelsministeriums aus. Hier war zu in crstenMal der Kanal als reiner D »rch st ich an f Mceres- hohe, ohne Schleusen, projektirt, und nur an der Elbinünduug sollte, wie ja unvermeidlich, ein Schleusenshstcin den Kanal gegen die Fluth und Ebdebcwcgmig der Nordsee abschließcn. Die Kanal- tiefe war auf 31 Fuß, die obere Breite auf 224, die Sohleubreite auf 76 Fuß projektirt, also ganz bedeutende Dimensionen; die Länge würde ca. 85 Kilometer betragen haben, die Baukosten ca. 85 Millionen Mark. Da das preußische KriegSministeriiini forderte, daß der Kanal an den Hasen von Kiel angeschlossen werden sollte, so wurde seine Ostmüudung dementsprechend projektirt. Dieser Plan kam infolge der politischen Ercigniffe des Jahres 1866 nicht jur Ausführung.

Druischer Reichstag.

O Krrlin, 12. Januar.

Im Reichstag staub heute die Juterpellation der Sozialdemokraten aus der Tagesordnung, welche Maßregeln die uerbüubetcii Regierungen zu ergreifen gedenken, nm dem ans der andauernden Arbeitslosigkeit hervorgehendeu Noth- staude eutgcgcuznwirkcn. Adg. Liebknecht begrünbete die Interpellation in einer sehr breitspurigen Auseinandersetzung der Ursachen der gegenwärtigen wirthschastlicheu Lage. Er weist aus die zahlreichen Versammlungen der Arbeitslosen und auf den beträchtlichen Rückgang des Fleischkonsums und der soustigeu VolksuahruugSuüttel hin. Das Reich müsse nicht tritt als Arbeitgeber, sondern auch als politische Potenz dem Nothstaud abhelfeu. Webner betont, bie wirthschaftliche Lage sei international, eine freie Konkurrenz und eine geordnete Produktion seien niunöglich gemacht. Die Vervollkommnung der Maschinen mache immer nicht bie Arbeitetschaaren brodlos. Der Mittelstand sei feit einem Jahrzehnt immer weiter zurückgegangen und könne diesem Prozesse infolge der Ent­wickelung des Kapitals nicht entgehen. Staat und Reid) als Arbeitgeber sollten einen wirklichen Normalarbeitstag mit seinen physischen und uioralischcu Vortheilcu für die Arbeiter eiusührcn, trotzbem der Normalarbeitstag die soziale Frage nicht lösen könne. Eine fhengere Durchführung der Sonn­tagsruhe und Einschränkung der Fronen- und Kinderarbeit würde die Arbeitslosigkeit verringern. Man müsse zuruck- treteu von der Schntzpolitik nud die Sozialpolitik in die richtigen Bahnen einleiten. Der jetzige Bergarbeiterstreik be­kunde die hohe Ilnzufriedeuheit der Arbeiter.' Die neue Arbeitsordnung sei der erste Anlaß znm Streik, ferner die Herabsetzung der Gebühr, sowie überhaupt die Ver­schlechterung der Arbciterlagc durch das uenc Berggesetz. Redner legt das Verhalten der Bergwciksvcrwaltungen den Berg- arbciter-Dcputatioucu gegenüber bar. Das Deutsche Reich müsse dein Problem der Arbeitslosigkeit näher treten. Hier sei der Platz, Hnndcrte von Millionen auszugeben, wie sic für die Militärvorlage verlangt wurden. Der Friede könne nur gebracht werden durch vernünftige Organisation der Arbeit. Geschehe dies nicht von oben herab, so werde es von nuten her geschehen! Staatssekretär Bötticher: Weder von Staaten noch von Kouimuneu fei au die Rcichs- regierung das Verlangen zur Abhülse des Nothstandes

gestellt " worden; daraus gebe hervor, daß ein allgemeiner Nothstaud nirgends bestehe und gar nicht bestehen könne, er weide dies beweisen. Er Iveist auf die erhöhten Eisenbahn- und Posteiunahmen und die Hebung der Judnstrie des letzten Jahres hin. Die Rcgicruug werde ben Einzelftaaten bie möglichste Für­sorge für bie Rothleideudeu empfehlen. Der jetzige Bergarbeiter- AuSstaud sei gcrabezn frivol. Die sozialistischen Vertreter sollten ihren ganzen Einfluß aufiueuben, baß ähnliche Streiks nicht wieder vorkämen, daß den Leuten klargemacht werde, daß Rechtsbrnd) und Auflehnung gegen die Staatsgewalt in unserem Lande keine Aus­sicht auf Erfolg haben. Auf Antrag Singers tritt das Haus in die Berathnng der Interpellation ein. Abg. Stumm (Reichs-, Partei): Tie Regierung solle Arbeit schaffen, als aber die Regie- rnng die Panzerkorvette etwas früher bestellen wollte behufs Arbeitschaffuiw, haben Sie (zu den Sozialdemokraten) mich ans-, gelacht, ebenso als id) bei der Militärverlage nachwies, daß dicielbe der Industrie Arbeit schaffe. Der Streik beruht lediglich aus Auf- hetzuugen der Sozialdemokratie, rocldje den Streik prinzipiell ver­dammt, ahcr indirekt fordert, was die Rede Liebknechts beweist. Die Interpellation sei eine Ironie auf den Streik, welcher für Huuderttauscnde von Existenzen erhebliche Verluste bringe. Redner geht des Weiteren auf den Bergarbeiterstreik ein nnb erklärt, der Staat könne dem Nothstaud ahhclsen, wenn nicht im Wege des Sozialistengcsetzes, so im Wege der Selbsthülfc. Das rasche llinsich- greiscn der Bewegung schrieb Redner dein Gefühle der Schutzlosig­keit zu, das die Arbeiter gegenüber den Drohungen der Aus­ständigen hätten. Die Polizei habe vollauf ihre Schuldigkeit gc- tbau, aber der Bergbehörde machte Redner die schwersten Vor­würfe des Mangels an Energie. Er schloß mit der Uebcrzeugnng. daß gegen die sozialdemokratische Verhetzung ein wirksamer Damm errichtet werden müsse, sei es durch ein neues Sozialistengesetz, sei es, wenn dies abgelehnt werde, durch eine stärkere Selbsthülfc der Arbeitgeber. Handelsminister v. Berlepsch: Der Rechts- fchutzverein, welcher der Urheber des Bergarbeiterstreiks fei, benutzte die Erregung über die neue Arbeitsordnung und forderte znm Ausstand'ans. Die geringste llcbcrlegung hätte sagen muffen, baß nach den jetzigen Verhältnisscii ein Ausstand erfolglos fein würde. Die Lohne, die Arbeitszeit und bie Behandlung bet Bergleute seien kein Grund znm Ausstand, bennod) sei cs dem Rechtsschutz-' verein gelungen, 30,000 ruhige Bergleute ausständig zu machen. Da herrsche Zwang, nicht Freiheit. Reduerbcspricht die Institution dcS RechtsschntzvercinS, deren Führer großtcntheils Sozialdemokraten feien und der die Arbeiter verhetze. Er widerspricht den AuS-

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41. Jahrgang.

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