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_ Nr. 604,Dienstag, 29. Dezember 1914.

^er Kriegslcistung trügen, immer mehr wachse, da eS den Engländern und Franzosen, obgleich die deutsche H a u p t m a ch t sich im O st e n befinde, noch immer nicht ge- wngen sei, die Deutschen aus ihren Stellungen zu werfen. Man glaubt, daß die Armeen der Verbündeten stark genug °a»u sein müßten. DieMorning Post" schreibt hierüber in einem Leitartikel, daß Englands Anteil am Kriege jetzt noch hauptsächlich in der Aufstellung einer neuen Armee bestehe.

Foffre würde es unvorsichtig sein, eine große Schlacht zu schlagen, ehe die Engländer über eine starke Streitmacht verfügten.

Weitere Klagen Rußlands.

T. U- Sofia, 27. Dez. Wie aus Petersburg gemeldet ^ird. klagt dieNowoje Wremja" über die Kreditlosigkeit Rußlands, deffen Verbündete trotz der bestehenden Waffen­brüderschaft nichts von Brüderschaft tu Geldsachen duffen wollen. Vor dem Ausbruch des Krieges habe Ruß­land 80 Millionen Rubel in Gold nach England und 100 Mil­lionen Rubel nach Frankreich geschickt. Die Dundesbrüder hatten darauf 120 Millionen Franken in England und 000 Millionen Franken in Frankreich bewilligt. Dies müsse als eine weitere Enttäuschung empfunden werden.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 28. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich wird berlautbart: 28. Dezember, mittags. Nördlich des Dukla- Passes wichen unsere Truppen den Angriffen der Russen wt Stellungen näher am Karpathenkamme aus. Zwischen B i a l l a und D u n a j e c im Raume- nordöstlich Jakliczyn wurden sehr heftige Angriffe des Feindes ab- gewiesrn. Sonst hat sich auf dem nordöstlichen Kriegs­schauplatz unserer Front nichts Wesentliches ereignet.

Im Süden herrscht, von einigen Grenzplänkeleien ab- llesehen, vollkommene Ruhe. Die Serben sprengten wieder die Semliner Brücke.

Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Ruffstche Anerkennung für die Österreicher.

T. TJ. Zürich, 28 Dez. Der militärische Fachmann des -'Rutzkoje Slowo" schreibt, italienischen Meldungen zufolge, es wäre töricht zu glauben, daß die österreichisch-ungarischer. Truppen vollständig geschlagen und nicht mehr in der Lage seien, die Karpathenpäffe zu verteidigen. Der Optimismus gewisser russischer Schriftsteller sei übel angebrackt. Die österreickier verteidigen sich mutig mit großer Beharrlichkeit Tn russischen Offizierskreisen werde auch dieser Gegner keineswegs unterschätzt. Es werde noch viel Blut fließen, bie­der Widerstand in Westgalizien gebrochen sei. Die Ausfälle der Besatzung vort Przemysl seien kein Beweis dafür, daß die Lage der Besatzung verzweifelt wäre, diese fühlt sich im Gegenteil noch sehr stark. (Köln. Ztg.)

Der Feldzug gegen Serbien.

Serbien <ytf dem hohen Pferde.

T. TJ. Moskau, 28. Dez. (Ktr. Bin.) Wie dieRußkoje Slowo" aus Petersburg erfährt, hat die serbische Regierung ber griechischen mitgeteilt, daß sie auf eine Kriegshilfe, um derentwillen Unterhandlungen gepflogen wurden, verzichte. Rach dem Rückzug der Österreicher aus Belgrad befinde sich das serbische Militär in einer Lage, die es ihm ermögliche, aus eigenen Kräften das Land genügend zu verteidigen.

«Die serbische Herausforderung Bulgariens.

W. T--B- Wien, 28. Dez. (Nichtanttlich.) DasAcht- Uhr-Blatt" meldet aus Sofia: Die serbische Antwortnote, wo­nach in der Donau zwischen Prahova und Resova Minen gelegt seien, so daß die bulgarischen Dampfer nicht paffieren könnten, rief in hiesigen diplomatischen Kreisen und im Publikum große Erregung und Unzufriedenheit hervor. Die bulgarische Preffe protestiert gegen das Legen von Minen im internationalen Donau st r o m um- fordert die Regierung auf, als Antwort auf die serbische Herausforderung die freie Fahrt auf der Donau zu schließen und zu diesem Zweck die Donauufer bis zum Morawasluß mili - i ä r i s ch zu besetzen.

Bulgarisch - rumänische Verhandlungen?

Eine Begegnung der beiden Herrscher.

W. T.-B. Wien, 28. Dez. (Nickwmtlich.) DasAcht- Uhr-Blatt' meldet aus Bukarest: Nach übereinstimmenden Meldungen mehrerer Morgenblätter finden zwischen Bukarest Und Sofia diplomatische Unterhandlungen statt, welche die Begegnung der Herrscher beider Länder auf rumä- uischem Gebiete bezwecken.

_Wiesbadener Tagblar».

Der Krieg im Grient.

Die türkischen Kriegsberichte.

W T-B. Konstantinspcl, 29. Dez. (Nichtamtlich.! Unsere Truppen lieferten dem Feinde eine Schlacht im Tale des Muradflusses und brachten ihm eine völlige Nieder­lage bet. Sie nahmen 2 Kanonen mit Zubehör, 1 Maschinen­gewehr, 2 Artillerie-Munitionswagen, 36 Maultiere, 113 Pferde und machten 2 höhere und 7 Subalternoffiziere sowie 96 Mann zu Gefangenen.

Die russische amtliche Mitteilung vom 23. Dezember er­klärt, daß die Russen bei Sartjiram-Savtikangsch die Offen­sive ergriffen. Nun liegt dieser Ort im Kaukasus, so daß hier zu ge standen ist, daß die türkische Armee sich auf russischem Gebiet befindet.

W. T.-B. Konstantinopcl, 29. Dez. (Nichtamtlich) Das Hauptquartier teilt mit: Heute von der kaukasischen Armee angelangte Nachrichten besagen: Wir haben den Feind ver­folgt und eine beträchtliche Anzahl Kriegsgefange­ner gemacht, sowie Kriegsmaterial erbeutet. Ein französi­sches Torpedoboot feuerte einige Granaten auf die Küstenwache bei Kikilli gegenüber Tenedos ab, aber er­folglos. Die Engländer versuchten neuerdings eine Landung bei A k a b a. Zwei feindliche Boote versuchten, sich der Küste zu nähern, kehrten aber unter dem Feuer der Gendarmerie- Posten um. Sic hatten vier Tote.

Zum türkisch-russischen Seegefecht im Schwarzen Meer.

W- T.-B- Konstantinopcl, 28. Dez. (Nichtamtlich.) Nach glaubwürdigen Mitteilungen hat das Seegefecht, van dem die amtliche Mitteilung sprach, bei Zunguldak statt- gesunden. Es heißt, daß die Russen durch die Versenkung von Schiffen den Zugang zum Hafen von Zunguldak, der Kohlenstation ist, versperren wollten, aber dank der Tapfer­keit der osmanischen Flotte gelang der Versuch nicht. Man ist hier voll Bewunderung über die Tapferkeit und Ge­schicklichkeit der Offiziere und Mannschaften der osmanischen Kriegsschiffe, was allein imstande war, den Kampf mit einer so zahlreichen russischen Flotte aufzunehmen und die Minen­legerOleg" undAthoS", zwei große, der russischen Frei- willigenflotte ungehörige Schiffe, zum Sinken bringen konnte. Die amtliche Mitteilung rief in ganz Stambul große F r e u d e hervor, zumal sie nach den falschen Geriichten kam, die in diesen Tagen absichtlich verbreitet waren, um die Be­völkerung zu entmutigen.

Das ver^ün^ete Geschwader vor den Dardanellen

W. T -Fi. Basel, 28. Dez. (Nichtamtlich.) Wie die Basler Nachrichten" melden, ist das verbündete Geschwader vor den Dardanellen neuerdings verstärkt worden und be­steht jetzt aus 40 Winipeln, darunter 15 Dreadnoughts tmi> anderen Schlachtschiffen. Es wird ein entscheidender Angriff erwartet. DaS französische SchlachtschiffWaldeck- Rouffeau" ist, mit dem kommandierenden Admiral an Bord, in Saloniki eingekroffen.

Ein muselmanisch-israelitisches Berbrüderungsfest.

W. T.-B. Kr-nstantin-pel, 28. Dez. (Nichtamtlich.) Jerusalemer Blätter berichten über ein muselmanisch-israeli­tisches Verbrüderungsfest in dieser Stadt, an dem Vertreter der angesehensten arabischen Familien und hervorragender israelitischer Gelehrter tcilnabmen. Es wurden auch An­sprachen in hebräischer Sprache gehalten.

DaS englischeProtektorat" über Ägypten.

W. T.-B- Rotterdam, 20. Dez. (Nichtamtlich.) Der Nieuwe Rotterdamfche Courant" meldet aus London vom 28. Dezember:Dailh Telegraph" erfährt aus Ägypten, daß der britische Oberkommissar Mac Mahon bei einem Inter­view mit einem Korrespondenten des arabischen BlattesAl Mokattan" gesagt habe, daß, obwohl das Protektorat einige kleine Änderungen mit sich bringen werde, keine radikalen Reformen geplant seien. Man strebe vor allem nach einer schneller und kräftiger arbeitenden Verwaltuttg. Die Kapitulationen müßten schliehtich automatisch verschwinden Es wäre jedoch unverständig, voreilige Veränderungen ein­zuführen, ehe man wisse, was die Folge davon sein würde. Man müsse erst heransfinden, wie die Kapitulationen am besten ersetzt werden könnten, da man die internationalen Interessen im Auge behalten müsse.

Verwirrung in Ägpptcn.

Rom, 28. Dez. DieVita" veröffentlicht einen Brief aus Alexandrien, wonach die englische Behörde in Ägypten völlig kopflos ist. In Ägypten sei jetzt eine große Anzahl portu­giesischer Offiziere angekommen, aber das Schlimme sei, daß sie sich mit den farbigen Truppen, die sie kommandieren sollen, nicht verständigen können. Im Araberquartier von Alexan­drien kam es neulich zu ernstlichen Tumulten, ' wobei 85

Mild steht, der Gouverneur ein jagdfreudiger Herr und mit ein Besitzer des Gebiets befieundet ist, also öfters zu ihm perausfährt. Das merkt man den Straßen an. Da werden Üe von den Bauern fleißig zurecht gemacht.

Furchtbar sind übrigens die Wege, die durch den Wald dazu über sumpfigen oder weichen Untergrund führen, sogenannten Knüppeldämme. Ein dünner Stamm neben ^nt andern liegt da, so den ganzen, endlosen Weg cnilcmg. ^'nzelne dieser Walderzengnisse sind zerbrochen, verfault, in °en Boden eingesunken, Löcher, Schluchten so entstanden;

darüber fährt der ungefederte Wagen, denn hatte er einst »edern, so sind die längst entzwei. Ratata, ratata, hopst man ?Zi dem Sitze aus und nieder. Nicht einmal Fluchen, diese, wndig schöne Erleichterung der Seele, ist möglich, da hängendste Gefahr des Selbstabbisses der Zunge durch die usschütterung besteht. Die alten Hunnen legten bekanntlich Are Koteletts unter die Sättel, um das Fleisch weich zu Hachen. Wenn man hier das zäheste Stück eines an Jahren Hethusalemischen Ochsens unterlegt, so verwandelt es sich ^ach längstens zehn Minuten in das einesKälbchens hold", a. Sehr erfreulich sind also die Wege nicht, die unsere braven auf der Verfolgung des Feindes in Polen vorfinden, L^>em noch ausgefahren. Herrscht dort starker Frost, so hat diese edle Verbindung von tiefstem Schmutz, Löchern, Weisen rasch in hartes Gebirge im Kleinen natürlich ver-

Zndelt, so weit es sich nicht um Chausseen handelt. Da vor­wärts zu kommen ist die Hölle. Aber auch und das gerade flsffte wichtig sein die Russen, obgleich ja bis zur End- /aigkeit wiederholt wird, daß die das alles gewohnt sind, kom­men gewiß nicht schneller vom Flecke als die Unsrigen. Die Drecke, die des Zaren Untertanen mit dem Wagen auf ^'chen Wegen zurücklegen, beträgt höchstens in der Stunde Kilonieter. Schlechtes KriegSiempo also! Kaum dazu au. ^tan, Proviant, Munition und Ähnliches zu retten. Liegt

aber Schnee, und zwar wie es dort zu geheti pflegt, gleich in gehöriger Menge, so ist das Vorwärtskommen kaum leichter. Einspurig eingefahren, festgetreten, zu beiden Seiten aber nur ein Schritt vom Gleis bodenloses Versinken.

Endlose Schwierigkeiten bietet natürlich der russische Feldzug schon in seinen Wegen, aber wir können ihnen weit­aus leichter trotzen als des Zaren Heer, da unsere Aus­rüstung eine zweckmäßigere, die Pferde und Mannschaften kräftiger sind. Auch die rückwärtige Zufuhr wird bei uns besser als russischerseits klappen. Die Straßen sind zudem, soweit wir das Gebiet beherrschen, wenigstens halbwegs in Ordnung zu bringen. Den Bauern braucht bloß befohlen zu werden: Schafft so, wie ihr cs tut, wenn der Gouverneur oder gar der Minister des Innern selber das ist nämlich immer der Gefürchtetfle in Rußland, da ihm das ganze Poli­zeiwesen untersteht auf die Jagd komint. Da wird man sein blaues Wunder erleben.

Aus Kunst und Leben.

Theater und Literatur. Albert Baffermann wird, wie uns aus Berlin gedrahtet wird, aus dem Verbände der Reinhard-Bühnen ausscheiden und in das Ensemble des Lessing-Theatcrs eintreten. Der Künstler, dessen Gattin, Frau Else Schiff-Baffermann, bereits seit längerer Zeit dem Lessing-Dheater angehört, wird gleich in dem unter Resnows- kys Regie in Szene gehendenVolksfeind" den Dr. Stock­mann spielen.

Wissenschaft und Technik. über neue Ausgra­bungen in Pompeji wird demB. T." gemeldet: Mehrere unvergleichlich schöne Villen mit wohl erhaltenem Oberstock und Treppen seien gefunden worden. Die Ge­mächer hätten herrlich dekorierte Marmnrwändc, Mosaik- böoen, Marmortische, bemalte Decken und Schränke, ferner vollständig erhaltene Betten.

Adenv-Auogabe. Erstes Blatt. Serre 3.

Araber erschossen wurden. Der Brief schließt: überall, wo die englischen Truppen mit der türkischen Vorhut zusarmnen- aeraten. fliehen die Engländer beständig. (Rhein.-Westf. Zig.)

Die Türkei und Bulgarien.

Berlin, 27. Dez. Die römischeTribuna" meldet laut Deutscher Tagesztg." aus Athen, daß die Türken zahlreiche Geschütz e aus Adrianopel an die Küste des Marmara­meer c s gebracht haben, ebenso wie die kürzliche Entfernung türkischer.Truppen von der thrazischen Grenze mit Sicherheit anzetge, daß die Türkei von Bulgarien nichts zu be­fürchten habe.

Die Gefahr für die Franzosen in Marokko.

W. T.-B. Paris, 29. Dez. (Nichtamtlich.) DerTemps" meldet aus Tanger: Die Bewegung der feindlichen Stämme im Tasa-Fez-Gebiet hat nachgelassen. Der Brauesstamm nimmt jedoch noch immer eine feindselige Haltung ein. Die Lage im Tagla-Klienifra-Gebiet ist un­verändert. Sendboten verbreiten dort falsche Nachrichten über die Ereignisse in Europa und versuchen, Proklamationen des Heiligen Krieges zur Erregung einer Aufständi­schenbewegung zu verteilen. Aus dem Tafililt- und dem Maddra - Gebiet wird die Ansammlung feindlicher Arabertruppen gemeldet, die anscheinend nach Colomb- Bechar, Bu-Denib Vorstotzen wollen. Alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen.

Der Urieg über See.

Die Tapferkeit der deutschen Seeleute.

Wie dasB. T." aus Rom meldet, hielt bei einem Bankett der englische Admiral Sturdee eine Rede, in der er der Tapferkeit der Deutschen seine Anerkennung zollte und be­dauerte, daß der deutsche Admiral Graf Spee samt seinen Söhnen und der ganzen Mannschaft untergegangen sei, doch habe dieser den Handel bedroht und es sei daher gut, daß seine Schisse auf dem Meeresgründe liegen.

Oie einstweilen vertagte Frage der japanischen Truppensendungen.

TU. Rom, 29, Dez. (Ktr. Bln.) Aus Paris wird gemel­det, daß die diplomatischen Verhandlungen über die Entsen­dung eines japanischen Hilfsheeres fortdauern. Allerdings werde eine etwaige Intervention Japans durch den jetzt be­gonnenen Wahlkampf (d. h. mindestens bis in den März hin. Schriftl.) verzögert.

Eine Erklärung des römischen Vertreters Japans.

Br. Rom, 29. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Dev hiesige japanische Gesandte dementiert energisch das Gerücht, wonach der Dreiverband um Intervention in Europa ersucht hätte. Der Botschafter fügt hinzu, seines Er­achtens wäre es jedenfalls ausgeschlossen, daß die japanische Regierung einem solchen Ersuchen, wenn eS je ge­stellt werden sollte, stattgeben werde.

Tätlichkeiten im japanischen Parlament.

W. T.-B. Basel, 29. Dez. Nach einer Meldung auS Tokio ist es im japanischen Parlament vor der Auflösung zu stür­mischen Szenen gekommen. Die Verteidiger der Insel- Politik gerieten jogar in ein Handgemenge mit den Kolonialpolitikcrn. Der Deputierte Schibawa, ein früherer Minister, wurde so schwer zwischen die Bänke ge­preßt, daß er schwere innere Verletzungen erlit'

Die enalischen Verluste in Afrika.

Bon der holländischen Grenze, 28. Dez. Aus Pretoria meldet Reuter: Laut amtlichen Angaben betragen die Ver­luste bei den Streitkräften des Südafrikanischen Bundes:

1. In dem Kriege gegen die Deutschen 19 Tote, 38 Verwundete, 302 Kriegsgefangene.

2. Bei der Bekämpfung des Aufstandes 108 Tote, 229 Verwundete. Außerdem sind 23 Mann an Krank­heit gestorben und 29 durch einen Eisenbahnunfall umgekommen.

Die Verluste der Aufständischen, heißt es weiter, sind schwer festzuftellen, da viele auf freiem Feld begraben wur­den. Man weiß jedoch, daß vielleicht beträchtlich mehr als 170 Mann tot und 800 verwundet sind. 5000 sind gefangen, ohne die kraft Kriegsrecht Ergriffenen und die 400, die sich ergeben haben und auf ihr Ehrenwort hin freigelafsen wor­den sind.

Zur ttriegsauszeichnung für Breitenbach und und Havenftein.

Berlin, 29. Dez. (Ktr. Mn.) Dazu, daß der Kaiser dem Staatsminister v. Breitenbach und dem Präsidenten des Reichsbankdirektoriums H a v c n st c i n das Eiserne Kreuz am weißen Baude mit schwarzer Umfassung ver­liehen habe, schreibt dieBörsenzeitung": Diese Kriegsaus­zeichnung für die beiden genannten Persönlichkeiten ist eine in hohem Grade verdiente. Hat der Eisenbahnminister durch die Organisation eines Verkehrs ohnegleichen dazu beigetra- gcn, daß die enormen Truppenbewegungen glatt von statten gingen, so hat der Präsident des Reichsbankdirektoriums durch weit ausblickende Maßregeln Sorge getragen für die finan­zielle Sicherstellung des Reiches. Dieses sind Taten von höch­ster Bedeutung für die zuverlässige Durchführung der Kriegs- pläne nach beiden Fronten.

Weihnachten beim Reichskanzler.

Berlin, 28. Dez. Einem Feldpostbrief entnimmt der Berliner Lokal-Anzeiger" folgenden Bericht über die dies­jährige Weihnachtsfeier des Reichskanzlers:Liebe Marte!

Ich bin sehr traurig, daß ich den heiligen Abend nicht mit dir und unserem Fritz zusammen unter dem Weihnachtsbanm sein konnte, aber es geht ja so vielen so in diesem Jahr. Wir haben ja auch unser schönes Weihnachten gefeiert, wir Kameraden von dem Kommando, da§ beim Reichskanzler ist In einer Schule, wo jetzt keine Srunden abgehaltcn werden, hatten wir einen Saal mit Tannenzweigen und Chrijt- bäuinen ausgeschmückt und hatten uns schon vorher Weih- nachtslieder eingeübt. Unsere Weihnachtsfeier fing um sechs an. Da kam der Reichskanzler mit seinen Herren. Zuerst haben wirStille Nacht, heilige Nacht" gesungen, und dann hielt der Herr Reichskanzler eine Ansprache. Er sagte, daß jeder, der eine Frau oder Kinder oder Eltern hätte, heute wohl lieber zu Hause wäre. Wir sollten aber an die vielen denken, die heute in den kalten und nassen Schützengräben lägen, wo die Granate platzt und die Kugel Pfeift, und ihn Leben einsetzten für das Vaterland. Wenn ein jeder seine Vkiickü täte, so wie unsere lieben Kameraden draußen ihr«