Deutschlands größte Wern-Kellerer.
Die WeinbaU'Gesellschast A. Wilhclmj Hai soeben zu Hattenheim im^Rheingsu ihre großartigen Kellerei- Neubauten vollendet: Meisterwerke moderner Van-Kunst und moderner Keller-Technik! Waren schon die alten Kellereien Wilhelmj'L im Gutshanse zu Hattenheim berühmt, so sind oie Neubauten im Schlosse Reichartühausen jetzt berufen, noch weit mehr Aussehen zu erregen. Da ist Stile.?- imponirend, neu und zugleich mit historischer Pietät für den Gau behandelt. Es lagern gegenwärtig in Fässern zweitausend Stück Rheinwein; von dem großartigen Flaschcn-Lager gar nicht zu reden. Umfangreichere Champagner- und Bordeaux-Kellereien mag cs wohl, geben, größere Rheinwein- Kellereien aber kaum — und vor Allem keine, welche in ihrer Einrichtung so sehr fämmtlichen erprobten modernen Errungenschaften entsprechen. Durch glückliche Einräufe hat gerade in jüngster Zeit noch das Haus A. Wilhelms seine Schätze an flüssigem Rheingolde äußerst vermehrt, so daß der Besuch der Hattenheimer Kellereien für Jeden hochinteressant erscheint.
Hinsichtlich der Neubauten und Erweiterungen mögen nachstehende, unsere Leser interesstrende Einzelheiten hier eine Stelle finden: Die Neubauten im Gutshause zu Hattenheim, durch welche die dortigen berühmten großen Wilhelmj'schen Kellereien wesentlich gebeflert, erweitert, ferner neue Räume, Bureaux rc. re. geschaffen wurden, sind weniger geeignet, die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, als die Um- und Neubauten im Schlosse Reichartshausen und in dessen Park. Hier war man vor Allem darauf bedacht, dir alten historischen Erinnerungen liebevoll zu wahren, welche sich an das Schloßgut Reichartshausen knüpfen, wo sich bekanntlich «ährend des Mittelalters hindurch seitens der Cistercienfer-
Brüder vom Kloster Ebcrbach her klassische Sitz des Rhein- gauer Weinhaudcls befand. Bon Reichartshausen aus sandten die fleißigen Mönche, denen der Rheingau seinen Weinbau überhaupt verdankt, die rheinischen Gewächse nach Norddeutschland, nach England, in die ganze Welt. Hier blühte bis zur Auflösung des heiligen römischen Reiches deutscher Nation die Nheiugauer Wein-Industrie in fast beispiellosem Maße. Nach der Säkulariflrung ward — gleich allen Klostergütern der Abtei Eberbach — Reichartshausen nassauische Domäne. Von dieser erwarb eS der Graf von Schönborn, der es Ende der siebenziger Jahre an die Gräfin von Bcnkcndorff, geb. Prinzessin von Croy, verkaufte. Im Sommer 1889 erwarb dann A. Wilhelms das herrliche Schloßgut, und so kam Reichartshausen zu seiner ersten, ursprünglichen Bestimmung, dem fleißigen, strebsamen Sitze des Rheingauer Weinbaues und des Rheingauer Weinhandels, zurück — nachdem eS seit der Verweltlichung des Klosters Eberbach bis dahin vorübergehend ein Landsitz berühmter Adelsgcschlcchter gewesen. Kaiser Wilhelm. I. und Kaiser Friedrich waren übrigens zu den Zeiten der Gräfin von Venkendorff gar oftmals Gäste auf Schloß Reichartshausen.
Reichartshausen kommt urkundlich zuerst Ende des elften, Anfangs des zwölften Jahrhunderts vor, geschrieben: „Riccar- dishusen“, „Richardeshusen". Es scheint ein aus wenigen Wohnungen bestehender kleiner Flecken bei Hattenheim gewesen zu sein, genannt nach dem ersten bäuerlichen Ansiedler. Um das Jahr 1150 gehörte der Roden einem Ministerialen des Erzbischofs von Mainz, Dnldo aus Winkel. Das Kloster Eberbach, dessen Mönche aus Frankreich den Weinbau im Rheingau eingeführt/verbreitete sich immer mehr tu seinem Besitze und auch namentlich in der Pflege der Weiu-Cultur. Der hochverdiente Abt Ruthard erwarb nun um 1152 von Dudö daL Land „Richardeshusen" und ließ von 1152 bis 1157 dort als Wein-Magazin für die Abtei Eber
bach den Klosterhof „Richardeshusen" erbauen. Diese industrielle Anlage blühte bald auf und wurde der Hauptsitz des berühmten Weingeschäftes der Mönche von Eberbach. Im Jahre 1162 schon (am 13. Februar) erließ der Papst Alexander III. eine Bulle, durch welche dem Klosterhofe „Richardeshnscir" als „Wein-Magazin (cellarium) der Abtei Eberbach" der „besondere päpstliche Schutz" verliehen worden ist. Der 30-jährige Krieg verwüstete stark den „Klosterhof", so daß heute nur noch der Nord-Flügel des Schlosses Reichartshausen mit Sicherheit aus der ersten Anlage herstammt, der in seinem Baue ja auch völlig „Cistercienser- Stil" ist, wie Eberbach selber. — Der heutige Name „Reichartshausen", in der jetzigen Orthographie, findet sich zuerst Ende des achtzehnten Jahrhunderts. Die Bezeichnung „Schloß" führt der ehemalige Klosterhof erst in der nassauischen Zeit; Urkunden von 1810bis 1820 bringen ihn zunächst. — In den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts war „Schloß Reichartshausen" der Wallfahrtsort aller Kunstkenner: hier befand sich bekanntlich jene weltberühmte Galle rie des Grafen von Schönborn, die in Paris später für viele Millionen verkauft wurde und leider so Deutschland verloren ging.
Nun ist das Besitzthum Reichartshausen wohl für unabsehbare Zeiten — der Industrie wiedergewonnen! — A. Wilhelmj schritt sofort zu den Uniwand- lungs- und Restauratiousarbeiteu. Der alte, zum Theil verschüttet gewesene Klosterkeller^im Nordflügel des Schlosses wurde völlig restaurirt und im Stile wundervoll ausgebaut. Der großartige Schloßkeller, welcher den ehemaligen Hof- raum von Reichartshausen völlig ausfüllt, ist nach den jüngsten Erfahrungen der Kellerei-Technik ausgeführt und in seiner Gesammtheit und allen Einzelheiten eingerichtet, wie Aehnliches oder gar Vollkommeneres in diesem Zweige wohl kaum wieder existirt. Das muß man selbst geschaut haben!
Abend-Ausgabe
ikMkner TitgM
Anzeige,»-Preis r
Verlag: Langgasse 27,
13,000 Abonnenten
1891
Mittwoch, dc»r 18. November
Ao. 313
groben Menschenanflaiif verursacht.
ier be
suchte davon das vor den
Anw Alters- und Invalidrn-Oesrtz.
Die durch die Alters- ttnb Invaliden - Versicherungs- Anstalten augeordneten Revisionen haben eine ganze Reihe von llnregelmüßigkeiten zu Tage gefördert, die ihr Nachspiel lheilweise vor dem Strafrichter finden werden. So z. B. ist wiederholt festgestellt worden, daß Altersrenten auf Grund fingirter Bescheinigungen über bestandene Arbeitsverhältnisse erschlichen wurden. Besonders beliebt ist dies Verfahren unter Familienangehörigen, namentlich da, wo cs sich um die Unterhaltungspflicht gegenüber Eltern und Schwiegereltern handelt. Wenn auch nicht in jedem Falle eine strafbare Handlung zu erweisen sein wird, da über die Frage, ob ein Arbeitsverhältniß int Sinne des Altersund Invalidität- Gesetzes bestanden hat oder nicht, im Publikum noch nicht die erforderliche Klarheit herrscht, so find doch auch Fälle festgestellt, in denen die strafbare Absicht außer Zweifel steht. Es unterliegt keinem Zweifel, daß man, um dem nicht allzusehr beliebten Gesetz Freunde zu verschaffen, bei Prüfung der Anträge auf Bewilligung von Altersrenten etwas liberal verfahren hat, sowohl von
? von ihnen ausgestellten Atteste dadurch, daß sie obrigkeitlich beglaubigt sind, doch einen gewissen Anspruch auf Glaub- Würdigkeit haben; denn die Nichtbeaustandung durch die Behörde berechtigte zu der Annahme, daß der Inhalt der Be- f scheinigung dem Geiste des Gesetzes nicht widerspreche, namentlich, daß man bei geeigneter Belehrung von dem Atteste keinen Gebrauch gemacht haben würde. Wir hätten es also
nur mit der Möglichkeit des Betrugsversuches, nicht aber mit dem ganz anders zu beurtheilenden vollendeten Betrüge zu thun, zumal es auch vorkommt, daß Personen auf Grund der örtlichen Prüfungen ihre unberechtigten Ansprüche freiwillig aufgeben. Der erkennende Richter wird diese Blomente nicht unbeachtet lassen können. Wir betonen aber, so schreibt die „Köln. Volksztg." auch heute wieder: das Gesetz über die Alters- und Jnvalidenversorgung ist ein Irrgarten, aus dem die Interessenten nur durch geeignete Belehrung herausgeleitet werden können. Abgesehen von der Errichtung besonderer Auskunftsburcanx in größeren Orten, wie sie schon
39. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — BezngS-Preis: 8n Wicsbavc» und den Laudorten nut Zweig- rpeditionen 1 Mk. 50 Pfg., durch die Pog 1 Mk. 60 Pfg. für das Vierteljahr.
— Ghe-I«l»iiänm. Heute feiern die Eheleute KüseriSeister Alexander Stroh hier das Fest der silbernen Hochzeit. Gleichzeitig zählen dieselben heute 25 Jahre lang zu denAbonnenten des „Wiesbadener Tagblatt". (Wir gratuliren! Die Red.)
= Berichtigung einer Berichtigung. Mit Bezug ans die gestern gebrachte angebliche Richtigstellung einer Mittheilung über'die Win terbln m en-AuS fiel In n g wird uns von be- theiligter Seite nnuniehr folgende Veröffentlichung übersandt: Wirklich richtig ist, daß für die schönste und reichhaltigste Gruppe blühender Pflm'izett ausschließlich Chrysanthemum den 1. Ehrenpreis, von Herrn Bonnet gestiftet, Herr A. Müller, den 1. Preis des Gartenbau- Vereins Herr P. Dezius, den 2. Preis Herr Carl Fischer und den 3. Preis Herr E. Sompin erhielt.
kühne bergwärts abgeschleppt worden.
* Ans der Umgegend. In Büdesheim, Kreises Bingen, wurde vorgestern die „Martiuskerb" gefeiert. Dem Weine, altem wie neuem, wurde im Wirthshause stark zugesprochen und zum Schluß gab es Streit, der sich auf der Straße fortfetzte. Ein junger Mann aus Büdesheim erhielt dabei zwei Schüsse in den Unterleib.
Dieser Tage Abends nach zehn Uhr machte eine noch nicht 16-sährige Modistin aus Frankfurt bei der Polizei in Bocken- I)eint die Anzeige, daß sie ans einem Feldweg in der Nähe des Bockenhcimer Bahnhofs vergewaltigt worden fei. Noch in der Nacht gelang es der Behörde, den Verbrecher in der Pcrfon des Taglöhuers Rapp aus Bockcnbeim zi: ermitteln und festzunehmeii. Er wird sich vor dem Schwurgericht zu verantworten haben.
In Andernach wurde einem jungen Manne von 20 Jahren ans Limburg a. d. Lahn ein Fuß durch den Zug abgefahren. Derselbe fprang, als der Zug schon in Bewegung, auf das Trittbrett, rutschte ab und fiel mit einem Bein unter dasselbe.
Provinzielles.
— Sonnenberg, 18. Rov. Die zahlreichen Freunde unseres Dorfs in Wiesbaden wird es intereffiren, zu erfahren, daß dasselbe von nächsten Samstag an wieder um ein geräumiges, den Anforderungen der Jetztzeit eiitsprecheudes Ausflugslocal bereichert wird. Der rührige Wirth znm „Philippsthal", Herr Jeckel, hat am Hinterban seines Hanfes ein neues Sälchen Herrichten lassen, welches namentlich für die Wintennouate den Spaziergängern ans Wiesbaden zur Verfügung stehen wird. Bei dieser Gelegenheit sei daraus aitfinerksaut gemacht, daß das Haus des Herrn Jeckel auf gutem Wege zu erreichen ist, nicht nur durch das Dorf selbst, sondern auch auf bem Promenadenweg hinter der Burg her, am Turnplatz vorbei, über den von Herrn Jeckel überbrückten Bach.
p.-B. Verschiedenes. Am letzten Sonntag Nachmittag 3'/- Uhr wollte eine leere Droschke vor dem Hause Kapelleu- flraße 11 wenden und fiel dabci nm. Der Droschkensiihrer kam unter die Droschke und erlitt mehrere leichte Verletzungen. — Ein Karreiisuhrer, welcher sich einer Ucbertrctung von Polizeivorschriften schuldig gemacht, wurde gestern gegen Mittag von einem Schutzmann in derlSchtvalbacherstraße ungehalten und zur Angabe seiner Personalien aufgefordert. Dessen weigerte sich derselbe und ver- • - ■ ■ -u fahre», fo daß der Schuhmann gezwungen war, .... .......Karren gespannte Pferd seftznhalteu. Hierüber erboft,
schrie und tobte der Rosselenker wie ein Besessener und riß dabei sein Pferd so kurz herum, daß dasselbe und der Karren umfieleu. Das Fuhrwerk wurde wieder flott gemacht und der renitente Führer desselben der Polizeiwache vorgefllhrt. Der Vorfall hatte einen
* Uiidcshcim, 17. Rov. Die beiden Dampfbagger haben gestern ans dem Fahrwege Bingen-Rndesheim die Arbeit wieder auf- genommeil, da ein ungehindertes Fahrwasser noch nicht vorhanden ist. Merkwürdiger Weise ist auf der hessischen Seite zur Ver- befferung des linksrheinischen Fahrweges noch nichts geschehen. Das „Trockene" bei Kempten, welches den Schiffsverkehr stört, müßte unbedingt fortgebaggert werden. Gestern sind erst die letzten bi reite in der vorletzten Woche aitgekommenen tiefgehenden Schlepp-
Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.
; Seiten der Versicherungsanstalten als auch von Seiten der ■ Behörden. Die unteren Verwaltungsorgane sind ja vielfach von den vorgesetzten Behörden anfgefordert worden, thnn- lichst auf die Herbeiführung vieler Rcntenbewillignngen hin- j znwirken. In gewissen Kreisen des Publikums glaubte i man daher bezüglich der Ausfertigung von Arbeitsbc- - scheintgnngen nicht so engherzig fein zu müssen, denn die Anschauung, daß das, was man tlnrcchtmäßig dem Staat entziehe, nichts Unerlaubtes sei, ist leider nicht selten. Eine andere Frage wird aber nun bezüglich der obrigkeitlichen Beglaubigungen entstehen. Nach den bestehenden Bestimmungen . "bezieht sich die Beglaubigung nur auf die Unterschrift, keines- s Wegs aber auf die Richtigkeit der Bescheinigung. Dies ist j aber nicht allgemein bekannt. Im Strafverfahren werden I ’ daher die Beschuldigten darauf Hinweisen können, daß die u.'v» SaSh re-fi fi»
vielfach angestrcbt wird, wird man eine systematische Belehrung des kleinen Mannes durch regelmäßige Vorträge nicht umgehen können. Am besten noch wäre es, man rüstete namentlich auf dem Lande in jedem Orte einen geeigneten Lehrer mit dem nöthigen Material^ans, damit er die Ein- gescsseneu jederzeit belehren kann.
Locales.
(Nachdruck derOriginalcorresporrdenzen nur unter bmtlitcr Quellenangabe geltattet.) Wiesbaden, 18. November.
-o- Ungesordnntnz für die morgen Nachmittag 4 Uhr statt- finbenbe GemeinberathS-Sitzung: 1) Genehmigung von Rechnungen: 2) Begutachtung von Schankcoucefsious - Gesuchen; 3) Beschlußfassung auf ein Gesuch um Ucberlaffung bes großen Nathhaussaales zur Ausstellung eines Gemäldes; 4) Begutachtung von Bau-Gesuchen; 5) Vergebung von Arbeiten nnb Lieferungen; G) Gesuche unb Anträge verschiedenen Inhalts.
(*) Religiöser Vortrag. Herr Prediger Voigt aus Offenbach sprach am Dienstag Abend im Casinosaal über das biblische Buch der Apostelgkschick>te. Von den Geschichtsbüchern des neuen Testaments ist allenfalls das Markus-Evangelium als ein geschichtlicher Bericht in unserem Sinn zu betrachten. Die Apostelgeschichte, welche früher als das Johannes-Evangelium geschrieben ist, ettoa ums Jahr 120 nach Christus, hat mit dem bereits besprochenen Buch nach Lukas denselben Verfasser. Die Annahme, daß der Ort der Abfassung derselben Ephcsns ist, hat mehr Wahrscheinlichkeit für sich, als die, welche sich für Rom entscheidet. Das Luch ist weniger eine Schilderung von der Wirksamkeit des Jüngcrkreises, als eine Schtltzfchrist für die christliche Religion, dem römischen Hei- deiithiim gegenüber. Seine Hauptaufgabe aber bist ht darin, die ein ft so klaffende Spaltung zwischen pauliuischer und petriuischer Auffassung von Heiden- nnb JudimchrifteuthUm zu überbrücken, in ben Gemeindens in welcher dieser Zwiespalt ebenfalls Platz gegriffen, eine Vereinigung zu erzielen. Die Personell beider Apostel werden mit bcrfclben Liebe und Werlhfchätzuug behandelt; so folgt der Erzählung eines Wunders des Petrus immer ein solches von Paulus nach; der bem Paulus infolge innerer Offenbarung gewordene Auftrag wird in bem wunderbaren Gesicht auch dem Petrus zugcschriebeu; bem Petrus werden pauliilische Grundsätze beigelegt und umgekehrt, wodurch das Bild der beiden Apostel ein verwischtes werden mußte und diese Berichte häufig in birectem Gegensatz zu bett Anschauungen, die Paulus in seinen Briefen uiedergelegk hat, gestellt werden. Das Buch knüpft an das Evangelium nach Lukas an und gicbt battu ein Bild von der ersten ' Ptjriftengemeinbe in Jcruialciu, io gut cs bei der örtlichen Eut- fernung" des Verfassers von Jeuisaletn und feiner späteren Lebenszeit möglich war. Durch Philippils, der den Samaritern predigte, wird der erste Schritt zur Heibenmissiou gethan und bann folgt die Geschichte des Paulus, seine Bekehrung unb seine Reisen, welche bruchweise nach dein Reisebericht eines Begleiters des Paulus wiedergegeben sind. Bei der Wiedergabe der letztet! Lebeusercigniffe des Apostels, die dein Verfasser tinbekanut sind, nimmt er den römischen Schriftsteller Josephus zn Hilfe. Er schließt ohne einen Todesbertcht, vielleicht mit Rücksicht auf Petrus, von dessen Ende ebenfalls nichts Bestimmtes bekannt geworden war. Auch das Johannis-Evangelium, mit befielt Betrachtung der Herr Redner bereits begann, ist kein Geschichtsbuch in unserem Sinne, vielmehr ein Lehrgedicht, versaßt von einem berühmten Theologen der uach- apostolischctt Zeit.
= Personal-Nachrichten. Dem General-Lieutenant z. D. am Ende dahier, bisher von der Armee, ist der Königliche Kroneu- Ordeu erster Klasse verliehen worden. — Dem Compagnieführer in der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Oftafrika, Freiherr« von Eberstein, wurde die Erlaubuiß zur Anlegung der von Seiner Hoheit dem Sultan von Sansibar ihm verliehenen dritten Stufe der ztveiteu Klaffe des Ordens „der strahlende Stern" ertheilt.
