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Po. 307

Samstag, de» 14. Uorrembrr

1891

Iteite

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für Vorbereitungen zu größeren Unternehmungen gegen die deutsche Nordsee biete. Das befestigte Helgoland soll zudem einen besonders guten Beobachtungsposten abgeben und die Möglichkeit einer ununterbrochenen Uebermiltelung der Wahr­nehmungen auf See nach dem Festlande hin geben. Der diesjährige Bedarf wird sich auf etwa 1,400,000 Mark be­laufen.

* Amerikanische Trichinen. Ein Professor der an einer deutschen Universität schreibt der „Franks. Zig.":

= Vereins - Nachrichten. Einen geselligen Abend, bei welchem Ansprache, Vortrag, Deklamation, zwangloser Verkehr 2c. abwechseln, veranstaltet für morgen, Sonntag, den 15., Abends V28 Uhr, der „Männer- und Jünglings-Verein" (Local: Plaiter- straße 2). Gäste, besonders junge Leute, denen es an Familien­anschluß fehlt, sind willkommen. Der Eintritt ist frei.

Kocales.

(Nachdruck drr Lriginalcorrespoudenzen nur unter deutli l er Quellenangabe gettattet.i Wirsbade», 14. November.

< Ausgcllurrg von Wintrrblnmen in 6tu gnunten der „KaistrhaUe". Vor zahlreich erschienenem Publikum und in Gegenwart der meisten Aussteller fand heute Vormittag 11'/, Uhr die Eröffnung der Ausstellung durch den Ehrenpräsidenten des „Gartenbau-Vereins," Herrn Landesdirector Sartorius, statt. Derselbe hob in seiner Eröffnungsrede besonders hervor, daß die heutige Ausstellung die erste ist, welche in Wiesbaden int Winter veranstaltet worden, und wie schwierig es sei, zu jetziger Jahreszeit ein solch farbenprächtiges Bild herznstcllen. Die Wiesbadener Gärtner hätten damit gezeigt, daß es ihnen selbst in der blüthen- ärmsten Zeit möglich wäre, die schönsten Blnmen-Decorationen zn liefern. Er bittet, die Bestrebungen des „Gartenbau-Vereins" durch den Eintritt als Mitglieder zu uutcrstützcu, denn nur dadurch könne der Verein auf diesem schönen Gebiete immer Hervorragenderes leisten. Herr Stadtrath Weil, als Vorsitzender der Ansstellnngs- Commissson, betont, daß ihm dieses Amt eilt besonderes Vergnügen bereitet habe. Er habe dabei Gelegenheit gehabt, die Ausdauer und die Kunst der Herren Aussteller zu bewundern, auch könne er jetzt schon mittheilcn, daß die Herren Preisrichter sich außerordentlich lobend über die Gksammtleistnngelt ausgesprochen hätten. DiePreiS- richter, die Herren Rothmüller ans Mainz, Koenemann ans Niederwallnt undObergärtnnE. Neuling ausNndesheim, hatten ihr mühevolles Amt bis zum Schluß der Redaction noch nicht beendet. Der feenhaft schöne Gesanimteindinck, den die Ausstellung, gestern Abend bei brillanter Gasbelenchtnng machte, hat die AnrstellungS- Commission veranlaßt, die Ausstellung morgen Sonntag 2 Stun­den länger, als ursprünglich vorgesehen war, offen zn halten, damit einem recht zahlreichen Publikum Gelegenheit gegeben wäre, den großartigen Beleuchtungseffcct zu bewundern.

— yerfo»til-|ittd)rid)tr». Dem znm Consnl der Argenti­nischen Republik dahier ernannten Dr. med. Albert Rosenau ist, dem „Rcichk-Anzciger" zufolge, Namens des Reiches die Exequatur crtheilt worden.

= Kunstgewerbe. Im Schaufenster der kürzlich eröffneten Voigt'schen Buch-und Kunsthandlung hat Herr Photo­graph Schipper, Rheinstrabe, eine Zusammenstellung seiner m Brüffcl anSgestclltcn Photographien: Eharakterköpfe und Genrebilder zur Ansicht s. Zt. gebracht, welche ihm damals, wie gemeldet, eine Preis-Medaille eintrugeu. Jetzt, in der Zeit vor Weihnachten, dürfte ein Hinweis auf diese Ausstellung für Viele von Interesse feilt.

-0- llcid)6liaUett-®l)tnttr. Wer seit Bestehen dieses Spc- zinlitätcn-Theatcrs dasselbe öfters besucht hat, der hat sicher die lleberzengnng gewonnen, daß durchschnittlich nur gute und erste Kräfte dort anstreten. Durch Engagements von vielen ersten Spezialitäten hat die Direction das 'Publikum verwöhnt, sie ver­steht es aber, immer wieder Ueberraschungen zu bieten, so ucuer- dings mit den Herren Gebrüder Morellp, deren großartige Leistlingen am dreifachen Reck wohl einzig dasteheu dürsten. Eigen­artig ist deren Auftreten mich dadurch, daß sie nicht in den obli­gaten Tricots, sondern als Gigerl geradezu nnglmibliche Hebungen allsführen und das Publiknni fortgesetzt in Staunen versetzen. Dem Ensemble ist ferner Herr Jean Er ässe hinzugetreten, der mit seinen Jnstrnmental- und Vogelstimmeit-Jmitatiouen ebenfalls

stalte mir, ergebenst darauf aufmerksam zu machen, daß es" in dem augenscheinlich wieder entbrannten Streite um die angebliche Ge- sundhcitsschädlichkeit des amerikanischen Schweinefleisches wohl Pflicht der Presse ist, zur Verhütung einer Beunruhigung weiter Bc- völkernugsschichten immer von Neuem wieder daraus hinzuweiseu, daß nach unseren säuinttlichen bisherigen Erfahrungen die Trichinen des amerikanischen Schweinefleisches nicht in lebens fähigem Zustande nach Europa kommen. Die durch das starke Räuchern oder Ein­salzeit bewirkte Wasseranteichung tobtet die Thiere in verhältniß- mäßig kurzer Zeit ab, und so ist bisher noch fein einziger Fall ..... Trichinose durch bett Genuß berartigeu Fleisches bekannt ge­worden, auch nicht in den Ländern, in welchen ein Einfuhrverbot nie bestanden hat und seit langer Zeit große Mengen von amerika­nischem Fleische gebraucht worden, wie in England oder Holland. Die deutsche, nicht die amerikanische Trichine ist die gefährliche. Die bei uns geschlachteten Thiere werden frisch, ohiie weitere Vor­bereitung uiid Zubereitung verzehrt, und die vielberühmte zwangs­weise Trichinenschart ist keineswegs int Stande, die etwa vorhan­denen Trichinen stets mit Sicherheit festzitsteüen, wie die Epidemien in Mühlrüdlitz und jetzt in Altena zur Genüge darthun. Der Ge­nuß auch „trichinösen" amerikanischen Schweinefleisches ist mit Ge­fahren nicht verbunden; gegen die Gesundheitsschädignngen aber, welche der Gebrauch des deutschen Schweinefleisches unter Um­ständen mit sich bringt, schützt nur eine Maßregel, die allerdings mit unbeschränkter Sicherheit, und die Hygiene darf deßhalb nicht

den wärmsten Beifall erntet. Der Künstler ahmt die Töne eines Waldhorns, einer Posaune, einer Picolostöte, eines Violoncellos, einer böhmischen Dorfmnsik re. ohne jedes Hilfsmittel mit dem Munde ebenso täuschend nach, wie den Gesang mehrerer Vögel. Das übrige Personal wird aut Montag durch neue Kräfte ersetzt, unter denen sich auch ein Wiener Salonkomiker befindet, dem ein ausgezeichneter Ruf voransgeht.tDas Reichshaflen-Theater wird so­mit in der nächsten Zeit wieder die angenehmste Unterhaltung bieten, sodaß ein Besuch desselben nur empfohlen werden kann.

versäninen, dieselbe immer wieder auzuempfehlen: vollständiger Ver­zicht auf den Genuß rohen Fleisches (ungekochter Wurst ü. s. w.) und regelmäßiges vorhergehendes Kochen oder Braten."

— Erfreuliches Deifpiel amtlicher Sprachreinigung. Das prenßiscl)e Finaiiznituisterium hat den ihm unterstellten Be­hörden neuerdings einen Entwurf neuer Anssührungsbestimmungen zu beit Branntweinsteuer-Gesetzen mitgetheilt, in dem an Stelle der bisher üblichen Fremdwörter deutsche Ausdrücke zur Anwendung gelangt sind; cs sind nach der „Straßb. Post" folgende: Regulativ — Ordnung; Brennerei-Inventar — Brennereirolle; Spiritusmeß- apparat — Brauntweinnießnhr; Declaration = Anmeldung; Re­vision --- Nachschau; Restitution — Rückzahlung; Rectification = Feiubrand; Fixation — Abfindung; Spezialhebebezirk — Sonder­hebebezirk ; Brennapparat — Brenngcräth; eventuell — zutreffenden­falls; Montejus — Dampsdrücker; Crebitirnng — Stundung; Cantion — Sicherheitsleistung; Regreß — Ersatzanspruch; über- destillireu — überziehen; Revifionsuotizbogeu — Nachschauheft; Nectificirapparat — Wiengeräth, Wienblase;.Universitäten — Hoch­schule» ; Fabrikant — Verfertiger; Revisionsattest --- Nachschan- bescheitiigung.

— Kleine Notireu. Bor einigen Tagen wanderte ein Mai­käfer von Bicrstadt nach Wiesbaden, um sich unserer Redaction als Merkwürdigkeit vorzitstellen, und heute Morgen wies uns der Schüler Panl Rücker ebenfalls einen solchen, int Dambachthal ge- fuitbencu uub in einer Streichholzschachtel traurig inhaftirten Braun­rock vor.

Der Etat 1892/93.

■ Dem Bundesrcithe ist nunmehr auch das Etatsgesetz, ferner die Uebersicht der Reichsausgaben und Einnahmen für das Jahr 1891/92, somit also das gesammte Etats- I' material zugegangen. — Der Etat für 1892/93 wird nach dem Voranschläge in Einnahmen und Ausgaben festgestellt auf eine Milliarde 200 Millionen Mk. Das Etatsjahr schließt sich genau dem Gesetze für das laufende Etatsjahr an. Nach dem Gesetzentwurf über die Vereinsthaler öster­reichischen Gepräges (s. u.) ist, wie bereits mitgetheilt, dem Reichskanzler die Ermächtigung ertheilt, Schatzanweisungen zur vorübergehenden Verstärkung des ordentlichen Vetriebs- fonb§ der Reichshauptkasse bis auf 175 Millionen Mark auszugeben. Da nicht vorauszusehcn ist, bis zu welchem Zeitpunkt die Einziehung der österreichischen Vereinsthaler sich ausführen läßt, so mußte auch über das nächste Elats- jahr hinaus die Verstärkung des Betriebsfonds der Reichs- Hauptkasse vorgesehen werden.

Das Ordinarium und Extra-Ordinarium übersteigt die [ Aesammtausgabe des Vorjahres um rund 110 Millionen | Mark. Davon kommen auf die fortdauernden Ausgaben ; über 44, auf die einmaligen Ausgaben über 65 Millionen Mark mehr als im laufenden Jahre. Der Mehrbedarf der . fortdauernden Ausgaben und der einmaligen Aus­gaben des ordentlichen Etats beläuft sich 'auf über L 23 Millionen Mark. Der Mehrbedarf int außerordentlichen ; Etat beläuft sich auf über 67 Millionen Mark. Bei dem ; Mehrbedarf des ordentlichen Etats sind fast alle Verwal- tungszweige betheiligt. Bei dem Extraordinarinm sind ge­ringer veranschlagt das Auswärtige Amt, Militär- und Ma- riueverwaltung und die Reichsdrnckerei. Bei den gewöhn- lichen Einnahmen sind niedriger veranschlagt die Brannt- weinsteuer, der Ueberschuß der Post- und Telegraphenver- k waltung, wie der Eisenbahnverwaltung und die Zinsen aus sl belegten Reichsgeldern. Die Einnahmen ergeben gegen das laufende Jahr einen Mehrbetrag von fast 24 Millionen Mk. und übersteigen den Mehrbedarf bei den Ausgaben um etwa 700,000 Mk. Ferner gehört zu dieser Vorlage ein Anleihe-Entwurf für Zwecke der Verwaltungen des Reichs- Heeres, der Marine und der Reichs-Eisenbahnen auf Höhe von über 146 Millionen Mark.

Im Weiteren wird zu dem laufenden Etat 1891/92 noch ein Nachtrag nebst Anleihe zum Zwecke der Marineverwal- tung erscheinen, welcher sich auf Erhöhung der Natnralver- pflegung, auf Beschaffung von Feldbahnmaterial und im Außerordentlichen Etat der Marineverwaltung auf die mehr­fach erwähnte Befestigung von Helgoland bezieht, wofür | noch in diesem Jahre eine erste Rate zu bewilligen bleibt. Es ist darauf Gewicht gelegt, daß die Insel Helgoland einer - starken Sicherung zur Abwehr eines feindlichen Angriffes s bedarf, welche nicht lediglich der Kriegsflotte zuzuweisen ist. . Es müsse verhindert werden, daß Helgoland der feindlichen I Flotte ein Stützpunkt für eine Blokade beziehungsweise Schutz

willig Geduldeten und bekommt sogar in manche! Hinsicht eine immer fatalere Aehnlichkeii mit der, welche die Juden hier einnehmen.

Am wenigsten gerne gesehen sind die Deutschen jetzt dort, wo sie früher unentbehrlich schienen — im Schulressort. Der Russe ist seiner Natur nach der denkbar schlechteste Päda­goge — fehl leichtbcweglicher Geist und sein leichtlebiges Naturell fügen sich schwer den festen Formen und Gesetzen einer strengen Schulordnung, daher waren die meisten höheren Stellungen in den Lehranstalten hier früher mit deutschen Pädagogen besetzt. Wie gesagt, ist das auch schöne Ver­gangenheit geworden. Seit man im Ministerium der Volks- aufkläruiig zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß nur ein rechtgläubiger Director oder Juspector im Stande ist, die russische Jugend auf den Pfad der Tugend und Weis­heit zu führen, seitdem ist der deutsche Pädagoge nur zu der groben Arbeit in der Schule degradirt. In der Uni­versität wie in der Schule ist Rechtgläubigkeit und russischer Geist jetzt die Parole, nach der sich der Pro­fessor bei seinen Vorlesungen und der Lehrer in seinen Stunden zu richten hat. Die Wissenschaft soll hier eben russi sch und national sein und das wollen die dummen deutschen Pädagogen nicht verstehen und halten am alten Aberglauben fest, daß jede Wissenschaft international sei!

Man wird hier oft an Goethe's Ausspruch erinnert, daß die Sprache, welche eigentlich dazu geschaffen ist, die Menschen einander näher zu bringen, jetzt dazu dient, sie zu trennen! Aber hier in Rußland ist es nicht nur die S p r a che, welche die Menschen trennt, es ist auch der Glaube. Die Nationalitätenfrage wird hier eng verquickt mit der Glau­bensfrage, und darum nimmt die erstere hier noch absurdere Formen an als in anderen Ländern. Die bis jetzt so tolerante Kirche soll durchaus eine str eit bare werden und der gemüthliche russische Pope, der bis jetzt lebte und

Löcher, so erscheint es einem kaum glaublich, daß Menschen darin leben sollen! Nun, das Leben darin ist auch darnach I — Der Typhus, die Schwindsucht, die Dyph- therie haben sich dort für das runbe Jahr häuslich niedergelassen und von dort aus statte» sie auch in den höher gelegenen Stockwerken ihre Visiten ab. Es ist kein Wunder, daß Petersburg über anderthalb Millionen Rubel jährlich für seine städtischen Krankenhäuser verausgabt und daß un­gefähr 1700 Aerzte hier practicircn — die sanitären Ver­hältnisse sind hier darnach, all' diesen Aerzten reichlich Arbeit zu schaffen!

Interessant ist es, daß unter diesen 1700 Aerzten Peters­burgs sich noch immer 400 mit deutschen Namen finden. Ich sage: noch immer, beim es gab die Zeit, wo ihre Anzahl noch größer war; das war eine Zeit, als das ganze Medicinalwesen Petersburgs fast ausschließlich unter deutscher Herrschaft stand und die Ausübung der ärztlichen Kunst, wie das Bäckereigewerbe hier, Monopol der Deutschen war. Noch vor 15 bis 20 Jahren sahen die deutißhen Aerzte die Petersburger Hospitäler als ihre ureigenste Domäne an, führten die Krankenbögen in deutscher Sprache und stellten keinen Arzt au, der nicht gut deutsch gesinnt war. Das sind aber jetzt tempi passati und der.Spieß ist auf eine, für die deutschen Aerzte sehr fatale Weise nmgedreht worden: Heißt Du Schulze oder Müller, so hilft Dir all' Deine medizinische Weisheit nicht, eine gute, ober gar teitenbe Stellung in einem Hospital erhälst Du nicht! Jetzt sitzen bie Jwanow's und Pctroff's darin und halten scharfe Wacht, daß kein Müller oder Schulze hereinschlüpft. Natürlich sind auch jetzt noch viele deutsche Aerzte an den Hospitälern angestellt, beim die deutsche Arbeit kann in Rußland schlechter­dings noch nicht entbehrt werden; aber auf Anerk en nung seiner Arbeit muß der Deutsche hier jetzt verzichten! Seine Stellung, im Staatsdienste besonders, ist nur die eines un-

Rusfische Briefe.

: (Eigener Bericht für das „Wiesbadener Tagblatt".)

Kt. Petersburg, 8. Nov. (u. St.)

Für die Bewohner Petersburgs ist jetzt die schlimmste h Zeit int Jahre eingetreteu — die Zeit des Eisganges auf f dec Newa! Ein scharfer, vom Ladogasee her wehender i N.-O.-Wind macht die auf Sumpf erbaute Stadt noch un- gesunder, als sie ohnehin schon ist, und hält Kinder und Kranke in ihren vier Wänden gefangen. Auch lästige Ver­kehrsstörungen hat der Eisgang zur Folge, da alle Schiff- | brücken für diese Zeit ausgefahren werden; die größte Cala- ■ mität für bie Stadt sind aber die jetzt häufigen Ueber- F schweuimnngeu, durch welche der moorige Grund und Boden | sich wie ein Schwamm voll Wasser saugt und in diesem f Zustande auch den Winter hindurch verbleibt. Da Peters- [ bürg keine Kanalisation besitzt, so münden die vielen Hun- [ berte von Gossenröhren direct in die Newa uub in bie Ka- l näle, welche die Stadt durchziehen. Treibt nun ein starker l Wind ober gar Sturm das Wasser vom Meere ben Fluß i herauf, so Überfluthet es nicht nur bie Ufer ber niedriger | gelegenen Kanäle, sondern steigt auch durch bie Münbungen bet Gossenröhreii aufwärts und ergießt sich in schmutzigen, |. übelriechenden Strömen über Straßen, Höfe und in die I Kellerwohnungen hinein. Tritt das Wasser dann wieder F zurück, so sind die Straßen und Gossenröhren hübsch blank gespült, aber in den Kellerwohnungen, da stehl das schrcck- - lich riechende Wasser oft tagelang, ehe es gelingt, es herans- / zuschöpfen und zu pumpen. Kellerwohnungen sind auch im . schönen Süden und in Städten, welche ans trockenem Ter- - rain erbaut find, niemals sehr gesundheitsfördernde Wohn- ; statten — wenn man aber hier in bie Kellerwohnungen L hinein blickt, in biefe nassen, übelriechenden, fast lichtlosen

Abend-Ausgabe,

itsbafentr (LaiiliLrtt

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39. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: Sn Wiesbaden und den Laudorte» mit Zwcig- xpcditioucn 1 Mk. 50 Pfg., durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. für das Vierteljahr.

Auzelgen-PreiSr

Die einspaltige Petitzeile für laeale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige A»zeigen 25 Pfg. - Neelame» die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

Lerlag: Lauggasse 27.

AbormenLerr.