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Abend-Ausgabe.

N-. 303

Isrttterstag, de» 12. Llovenrüer

1891

Nun ist aber plötzlich eine sonderbare Veränderungslust in diese Leute gefahren. Sie drängen allesammt nach den großen Städten. Zum Theil sind sic mit Frau und Kind angerückt gekommen, hatten wenig Mittel, verlangten aber Speise und Trank, Kleider und Schuhwerk vom Besten und Thenersten. Sie hatten gehört, daß hier Alles in eitel Wohlleben schwelge, wenn es nur wahr wäre! Natürlich müssen jetzt diese Hin­terwäldler per Schub in die Hcimath zurückgebracht werden, was allerdings viel Erbitterung hervorrnft. Diese wird noch vermehrt durch die Bestimmung, wonach Niemand seinen Wohnort zu vorübergehender Abwesenheit ohne Urlaubskarte und zu dauernder Entfernung ohne Anweisung der Obrig­keit verlassen darf. Die Folge davon ist, daß massenhaft Leute durch die Flucht sich dem neuen Hcilstaate entziehen. Erst waren es nur die Rentner, welche sich davon machten, weil sie nicht arbeiten wollten, dann Gelehrte, Schriftsteller und Künstler, welche nicht genug entsprechende Beschäftigung fanden; dann wuchs die Zahl nützlicher Leute, die über die Grenze gingen, nach der Schweiz, England und Amerika, wo die Sozialdemokratie noch immer nicht zur Herrschaft gelangt ist. Architeeten und Ingenieure, Chemiker, Aerzte, auch Lehrer,, tüchtige Betriebsleiter, Modelleure, Techniker wandern schaarenweise aus. Diese Leute bilden sich ein, etwas Besseres zu feilt, und können es nicht ertragen, daß sie gleichen Lohn mit dem einfachen ehrlichen Arbeiter er­halten.Man kann es daher nur billigen" schreibt unser wackerer Buchbindermeister in sein Tagebuchdaß das Auswanderungsvcrbot mit Strenge gehandhabt wird. Dazu ist eine scharfe Besetzung der Grenzen, namentlich der See- küsten und der Landgrenzen gegen die Schweiz erforderlich. Das stehende Heer wird dazu weiterhin um viele Bataillone Infanterie und Escadrons Cavallerie vermehrt werden. Die Grenzpatrouillen sind angewiesen, gegen Flüchtige von der Schußwaffe rücksichtslos Gebrauch zu machen."

*) Nach der gleichnamigen höchst lelen-werthen Broschüre Eugen Vier s.

Aber unser Held soll bald merken, wie solche Dinge thun, wenn man sie am eigenen Leibe erfährt. Als er seiner Fran aus demVorwärts" vorliest, daß an der See­küste, bei Rügen, wieder flüchtige Auswanderer niederge­schossen worden sind, fährt die Gute mit einem Schrei des Entsetzens in die Höhe: ihr Sohn Franz und seine Braut sind geflohen, weil sie den Zwang der neuen Ordnung nicht aushalten konnten. Bange Tage der Elternangst vergehen, bis aus England die Meldung eintrifft, daß die Beiden wohlbehalten durchgeschlüpft sind. Dieser Sorge sind unsere Buchbindersleute also enthoben, wenn es den Meister auch bitter schmerzt, daß sein in sozialdemokratischen Ueberzeu- gungen anferzogener Sohn derartig znm Verräther an der heiligen Äache" wurde. Aber auch sonst steht es bei ihm nicht zum Besten. Sein zweiter Sohn Ernst fühlt sich todt­unglücklich in der staatlichen Erziehungsanstalt: er möchte ein Handwerk treiben, die Wissenschaft geht ihm nicht recht ein. Der Schwiegervater wird recht hinfällig in dem Ver- sorgungsheim, wo er aus altgewohnten Verhältnissen ge- riffen, nun ein genau reglementirtes Dasein führen muß. Seine Fran fühlt sich gar nicht behaglich und jammert ihm die Ohren voll, wie viel schöner es doch früher gewesen sei: man habe doch gesehen, wofür man arbeite. Ein erster, wirklich tiefer Schmerz ist aber erst der plötzliche Tod seines jüngsten Töchterchens. Freilich hatte sie's in der Kinder­verpfleganstalt sonst recht gut, aber die Liebe der Mutter wachte eben doch nicht über ihr Ergehen, und so wird auf eine Erkältung nicht geachtet, die Bräune entwickelt sich und der Tod tritt über Nacht ein. Die Eltern find ganz zer­schmettert und selbst unser gesinnungstreuer Buchbinder kann nicht umhin, sich die Frage vorzulegen, ob nicht in den Kinderheimen Pflege und Ernährung der zarten Pflanzen gar zu sehr nach der Schablone vor sich gehe?

Zn sein häusliches Leid dringen indessen auch Berufs

\ Sozialdemokratische Zukunftsbilder.

Frei nach Bebel.*)

n.

l Auf dem Lande finden die neuen Zustände dss soziali- | fuschen Staates noch weniger Anklang als in den Groß- Mtäbten. Alle 20jährigen jungen Leute haben sich binnen drei Tagen beim Militär zu stellen. Die inneren Vcrhält- | «lsse machen die Ausstellung einerVolkswehr" früher und | umfangreicher, als beabsichtigt war, nothweudig. Die neuen ILandräthe in den Provinzen verlangen dringend nach mili- kiärischer Unterstützung zur Durchführung der neuen Gesetze k auf dem Lande und in den kleineren Städten. Deßhalb rriri) am Orte jedes Landwehrbezirks-Commandos ein Ba­ff iaillon Infanterie, eine Escadron und eine Batterie ausge- Mellt. Jndeß werden der größeren Sicherheit halber diese kTruppeiitheile nicht aus Mannschaften desselben Ergänzungs- k vezirks gebildet. Die Bauern müssen zur Raison gebracht L werden. Sie widersetzen sich derVergesellschaftung" ihres r Privateigenthums an Grund und Boden, Haus und Hof, sBieh und sonstigem Inventar.Solch' ein Bauer will i durchaus auf seinem Eigenen sitzen bleiben, auch wenn er fmh dabei von früh bis spät schinden und plagen muß. Man könnte die Leute ja ruhig sitzen lassen, wenn dadurch kUicht die ganze planmäßige Organisation der Production für das Reich unmöglich würde. Darum müssen die Unver- Mndigen jetzt zu ihrem eigenen Besten gezwungen werden." E®ie Knechte und Taglöhner auf dem Lande waren zuerst, küs die großen Güter, auf denen sie bisher Arbeit fanden' ^lür Nationaleigenihum erklärt wurden, sehr bei der Sache.

Locales

. (fiatöbrnd der Originalcorrespoudenzen nur unter deutULer Quellenangabe gettattet .

Wiesbaden, 12. November.

Anzeigen-Preisr

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i.. Fünfte ordentliche Kezirko S>>node. Sitzung vom I Nov. Als erster Gegenstand steht auf der Tagesordnung das |

Referat des Bezirks-Synodal-AuSschusses bezüglich der kirchcnregi- mcntlichen Beaufsichtigung der kirchlichen Gebäude. Danach hat der Herr Negierungs-Präsident auf eine Zuschrift des König!. Con- sistorinms erwidert, daß allerdings die nassauische Bauordnung vom 2. October 1858 zur Zeit noch in Kraft besteht, wenngleich die darin enthaltenen Vorschriften, welche die Verwaltung des Kirchen-, Pfarr- und Stiftuuasbauwescns betreffen, durch das Gesetz vom 6. April 1878 für den Amtsbezirk des Consistoriums Wies­baden sehr erheblich beeinflußt sind. Die nassauische Bau­ordnung legt den Baubeamten nur die Verpflichtung (8 3) auf, die Landes-Gebäude jährlich zu besichtigen, dehnt diese Verpflichtung aber nicht auf das Kirchen-, Pfarr- und Stiftungs-Bauwesen aus und cs kann daher diese Verpflichtung den Van-Beamten neuerdings um so weniger auferlegt werden, als sie derartige Reisen aus ihrem Reflekostcu-Aversum zu bestreiten haben wurden und nur der Reisc- kostcnznschus; von 6 Mk. der Staatskasse zur Last fallen mürben. Wenn daher jetzt wegen einer alle 3 Jahre stattfindenden Revision der Kirchen-, Pfarr- und Stistungsgebäiide Bestiminnngen getroffen werden sollen, so dürfen diese nur provisorische fein. Und da die nass, evangelischeii Gemeinden eine vollständige selbstständige Stellung ein nehmen, so erscheint auch die Remuneriritng der Bau-Beamten (12 Mk. Diäten und event. Reisekosteuznschußwon 6 Mk.) als durch­aus der Billigkeit entsprechend." Der Bez.-Syn.-Ausschiiß empfiehlt daraufhin der 5. ordentlichen Bezirks-Synode, den rechtlichen Stand­punkt zu wahren und den Beschwerdeweg an den Herrn Minister zu betreten. Syn. Geh. Reg.-Rakh von Reichenau berichtet über diesen Gegenstand und beantragt, den Antrag des früheren Shnodal-AnSschusseS anzunehuien. Dieser Antrag geht dahin, gegen obige Antwort des Herrn Regierungs-Präsidenten, welche die Rechte der evangelischen Kircheiigemeinde verletzt, Beschwerde an den Herrn Minister der kirchlichen Angelegenheiten Zu richten. Dieser Antrag wird hierauf einstimmig augenommcn. zur Erledigung der Anträge der Kreissynoden Diez und Ma rie n- berg, betr. die Aufbesserung der Pfarrgehalte, schlägt Herr Synodale vr. Fischer folgende Resolution vor:Synode erkennt die Unauskommlichkeit der Pfarrgehalte an und beauftragt ihren Ausschuß, das Entsprechende beim Herrn Minister auzuregen auch unter Rücksichtnahme auf den von der dritten ordentlichen Synode angenommenen Gesetz-Entwurf von 1885, § 2, Absatz 1, 2 und 3. Synode sieht dadurch die Anträge Diez und Marienberg für jetzt als erledigt an." Dieser Resolution stimmten die Synoden ein­stimmig zu. Der Antrag der Kreissynode Homburg,es möge die Kirche des Couffftorialbezirks Wiesbaden anstatt wie bisher unter den Minister der geistlichen. Angelegenheircu unter den evangelischen Oberkirchenrath gestellt und so an die evangelische Kirche der alten Provinzen angeschlossen werden", wurde offiziell zurückgezogen. lieber die Prüfung desEntwurfes eines Kirchengesetzes, betr. die Dienstvergehen der Kirchenbeamten und die uufreilvillige Versetzung derselben in den Ruhestand für den Amtsbezirk des Consistoriums zu Wiesbaden", berichtet Namens der bestellten Commission Synodale Dörr-Idstein. Dem Anträge der Commission entsprechend, wird der Passus, daß die Suspenston vom Amte auch als Strafe ver­hängt werden könnte, gestrichen und der Entwurf mit der Aenderung, daß die Suspension nur int Lause des Diseiplinarversahrens vor der Urtheilsfällung der Diseiplinarbehörde unter gewissen Voraussetzungen ausgesprochen werden kann, mit großer Majorität angenommen. Es folgen sodann Berichte der Petitious-Comniiffion; auf deren Antrag wird eine Collecte für denRaff. Gesäugniß-Verein" in den nächsten 3 Jahren bewilligt, ebenso auf das Ersuchen des Vorstandes desDeutschen Herbergevereiiis" eine Collecte für diesen Verein während derselben Zeit. Das Gesuch derLutherstiftung" um Bewilligung einer Collecte wird aus Antrag der Commission abgelehnt. Zu dem Gesuch desLehrcr-Vcrcins" um Regelung und Erhöhung der Bezüge der Lehrer für kirchliche Dienste beantragt die Petitions-Commission:Synode wolle be­schließen, Königl. Consistorium sei zu ersuchen, den Decauen und Geistlichen zu empfehlen, mit den Kirchen-Vorständen und Gemeindevertretungen auf eine angemessene Vergütung der Lehrer für kirchliche Dienste Bedacht zu nehmen". Dieser Antrag

39. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. BezugS-Prcis: In Wiesbaden und den Landorten mit Zweig- Expeditionen 1 Mk. 50 Pfg., durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. für das Vierteljahr.

wird angenommen, ebenso der Zusatzantrag desSynodalen Grüli­sch lag:Synode erkennt insbesondere das Verlangen der Lehrer, daß überall, wo von ihnen sonntägliche Lehrgottcsdienste zu halten sind, dafür auch eine Renumeration aus kirchlichen Mitteln gezahlt werden, als durchaus berechtigt an und hegt zu den Gemeinden des Cousistorialbezirks, die bisher eine solche Vergütung noch nicht geleistet haben, das Vertrauen, daß sie sich den berechtigten Grün­den für die Forderung der Lehrer nicht länger verschließen, sondern diesen ihre kirchlichen Dienste auch aus kirchlichen Mitteln houo- rireit werden." Ein Antrag des Vorstandes desEvangelischen Pfarrer-Vereins", betreffend die innere Mission, wird abgelehnt, dagegen ein Antrag des Syn. Naumann:Synode beschließt, den Krei-:syltoden zu empfehlen, die Arbeit der inneren und äußeren Mission mit allen ihren Mitteln zu fördern," angenommen. Nächste Sitzung Freitag den 13. November, 10 Uhr. Die letzte Sitzung wird voraussichtlich am Samstag stattfindeu.

Drr Kg!. GknrraUiruteitant ?. D. v. Kehler ist (wie schon kurz gemeldet) am 9. d. Mts. nach längerem Leiden im 78. Lebensjahre hierselbst gestorben. Friedrich Keßler, am 10. März 1814 in Berlin geboren, trat am 18. November 1832, 18 Jahre alt, als Füsilier int damaligen 12. Infanterie-Regiment auf Beför­derung ein, wurde im Februar 1835 Seconde-Lieuteuant, war von 1842 dis 1848 als Lehrer an der Divistonsschnle und an der Ritter- Akademie in Liegnitz commandirt, wurde im Juni 1852 zum Haupt­mann 3. Cl. befördert, int Juni 1854 zum Compagnie-Chef, am 6. März 1858 unter Beförderung zum Major zum Landwehr- Bataillons-Commandeur ernannt, bei der Reorganisation der Armee am 1. Juli 1860 als Bataillons-Coinmandeur in das neu formirte 5. rheinische Infanterie-Regiment Nr. 65 versetzt, am 18. October 1861 zum Oberst-Lieutenant befördert und im April 1862 in das 4. brandenburgische Infanterie-Regiment Nr. 24 versetzt. Im April 1864 itt den Adelftand erhoben, wurde er im April 1865 zum Commandeur des 4. posenschen Jns.-Regts. Nr. 59 ernannt, am 18. Juni 1865 zum Obersten, am 13. Juli 1868 unter Beförderung Kun General-Major zu den Offizieren von der Armee versetzt, im October 1868 zum Commandeur der 15. Infanterie-Brigade er­nannt und am 11. März 1873 in Genehmigung feines Abschieds­gesuches als General-Lientenant zur Disposition gestellt. General- Lieutenant v. Keßler war Ritter des Rothen Adler-Ordens zweiter Stoffe mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe und des Eisernen Kreuzes erster Classe.

-o- Ausstellung. Ein Gyps-Relies, welches das Profil des Fürsten Bismarck mit allen charactcristischen Einzelheiten natur­getreu wicdergiebt, ist von Herrn Franz von Schmeling hier gefertigt worden und in dem Schaufenster der Buchhandlung von Feller & Gecks, Ecke der Lang- und Webergaffe, ausgestellt.

-o- Ghrengescheulr. Am Mittwoch, nach Beendigung der Plenarsitzung der Handelskammer, vereinigten sich die Mitglieder dieses Collegiums zu einem gemeinfanien Mittagessen intHotel Adler". Bei dieser Gelegenheit wurde dem am 1. Juli aus dem Amte ausgeschiedene» Shudicns der Kammer, Herrn Canzleirath W. Flindt, eine besondere Ehrung zu Theil, indem ihm in Anerken­nung feiner verdienstvolle» Amtsführung ein Tafelaufsatz nnd ein Stock mit silbernem Griff überreicht wurden. Der Tafelaufsatz ist im Renaissance-Stil aus massivem Silber gefertigt und der Stock eine getreue Copie des historischen Krückstockes desalten Fritz". Beide Krinst-Gegeustände sind von der Firma Adolf Schellenberg hier geliefert.

+ Sammlung. Das Königl. Ober-Präsidium zu Kassel hat auf Ansuchen genehmigt, daß zum Besten der Errichtung eines Denkmals für den Landgrafen Philipp den Großimithigen von ©offen in der Stadt Kassel eine einmalige Sammlung bei den evangelischen Einwohnern der Provinz Heffen-Nassa» durch polizeilich Icgitimirte Collectanten bis zum 1. April k. Js. veran­staltet werden darf.

Die Karanken-Liste für Militär-Anwärter Ao. 43 liegt an nuferer Expedition Interessenten unentgeltlich zur Einsicht offen.

-o- Da» L5jälsrige gestehen de» Kefls. Feld-Artiüerie-

Uegiments Nr. 11 wurde gestern Abend imHotel Schützenhof" V dahier festlich begangen. Es lag hierzu umsomehr Veranlassung W vor, als bei Gründung des Regiments die Nass. Artillerie in das- r" selbe überging nnd viele Söhne Nassau's, insbefoudere Wiesbadens, während des glorreichen Feldzuges 1870/71 in seinen Reihen fochten. » Daß die Herren, welche diese Jubiläumsfeier angeregt und vorbe­reitet haben, dem Wunsche vieler ehemaliger Kameraden entsprochen M haben, das bewies die stattliche Festverfammlung, welche den auf

Prächtigste geschmückten Saal bis auf den letzten Platz füllte.

Biele der Gäste waren außer mit den Kriegsdeukmünzen von 1866 L- nnd 1870-71 mit dem Eisernen Kreuz geschmückt. Die Feier wurde r von dem Vorsitzenden des Festcomitl's Herrn Rechtsanwalt Boja- Mnowski, Lieiitenant der Reserve des 11. Artillerie-Regiments, er- W öffnet, worauf alsbald der als Ehrengast anwesende Herr General- Müentenant Gebauer folgende treffliche Ansprache hielt: |Heute znm ersten Mahl feit 25 Jahren hat es Generalmarsch E geschlagen zur Versammlung der altenSchlvarzkragen", die |? während ihrer Dienstzeit die Nuiumer 11 getragen. Zahlreich fei sind dieselben hier erschienen, um im Verein mit anderen M Kameraden den Tag zn feiern, welcher der ©rinnernng an die vor K35 Jahren ftattgeljabte Gründung des Hess. Feld-Arlilleric-Rcgi- k ments Ro. 11 geweiht ist. Wahrlich, meine Herren Kameraden,

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es muß jedem alten Soldaten das Herz feuriger bewege», k wenn feilt Blick hier in die Runde schweift, wo mau V Auge in Auge die herzlichste Begeisterung aufflamiuen sieht, W>o Hand in Hand die alte getreue Anhänglichkeit in Worte» aus- fr getauscht wcrdt ., wo Brust an Brust das Gelöbniß unserer schönsteu k Jngeudjahre wieder zu neuem frischem Leben sich gestaltet, der I' magnetische Strom, der uns dnrchfluthet und der uns für alle Zu- g rauft unauflöslich und fest verbindet und der uns heute hier zu- k fammen geführt hat, es ist die hochherzige, innige, getreue alte | soldatenkameradschast, die wir während unserer Waffengemeiufchast | . w uns gepflanzt, gehegt und gepflegt und uns heute die schöusttn U.^ugeudjahre vor die Seele zurückführt, eine Kameradschaft, die gc= U gründet auf gegenseitiger Achtung, auf die durch viele gemeinsame i Leiden und Freuden bewährte Liebe und Aiihäuglichkeit, eine ^«a>»«nibfd)aft, wie sie wohl kaum in einem anderen Staude der ADelt ihres Gleichen findet, cs ist zugleich das erglühende Feuer, Wus niemals erlischt, das Feuer der patriotischen Begeisterung und M»er vollen getreuen Hingabe an Kaiser und Reich, verwachsen in f uns durch das Bild unseres erhabenen Monarchen, der in seiner M Mgeudlichen Macht und Kraft, in seinem Streben für das Wohl- ff "gehen und die Beglückung seines treuen Volkes rastlos thätig ist. - Man hat ihn vielfach schon den Arbeiter-Kaiser genannt, weil r er ..ftine erfolgreiche Thäligkeit dahin wendet, wo es am r "stiften Noth thnt. Die vollste Beivundcruug und dankbare S Anerkennung findet unser edler Kaiser in der ganzen Welt als Be- f ichutzer und Erhalter des Friedens. Fest und schneidig schärst er V das Schwert und nach dem alten GrundsatzWer den Frieden erhalten will, der bereite sieh auf den Krieg vor" hat Se. Majestät s Die Armee zu einer staunenswerthen gefürchteten Macht und Kriegs- 1. tuchtigkeit gehoben. Zu dieser Armee gehört auch unser braves 6 U. Feld-Artlllerie-Regiincnt, und sollte der Kriegsherold Alarm in I Trompete blasen, daun wird auch das tapfere Hess. Feld­ff Artillerie-Regiment den Feind iiiederschmettern und so Gott will, | hmterherVictoria" schießen. Herr Geuerallieuteiiant Gebauer | Maß feine zündende, von Beifall öfters unterbrochene Rede, mit | «nein dreifachen Hoch auf den Kaiser,nuferen Stolz und nufere k Hoffnung, unseren Kriegs- und Friedensherrn", in welches hie I Festverfammlung begeistert cinftimmte und darauf stehend die Na- K tionalhyiune fang. (Schluß folgt.)