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Abend-Ausgabe.

Locales.

(Nachdruck der Origiualcorrespondenzen nur unter dcutlick er Quellenangabe geltattet.) Wiesbaden, 10. November.

= Der Ketzer-Ausstand kann heute schon als voll­ständig mißglückt bezeichnet werden. Von den zahlreichen Zeitungen aus allen Thcilcn des Reiches, die wir auf unserer fiedaction halten, ist heute, also nach dem ersten Tage des Aus­standes, auch nicht eine mit vermindertem Text erschienen, der beste Beweis dafür, daß die betreffenden Druckereien ihren Gehilfen­bedarf gedeckt haben. Was uns selbst betrifft, so find !vir bei dem eingetretenen Austausch von strikenden Vcreinsmitgliederu gegen Richtverbändler durchaus nicht schlecht gefahren. Trotz nuferer starken Morgen-Ausgabe wurde die Arbeit, die speziell auch in Hinsicht auf den Anzeigenthcil geschickte und mit Geschmack begabte Gehilfen erfordert, pünktlich und zur vollen Zufriedenheit erledigt, so daß weder unsere Redaction noch Expedition bei der technischen Herstellung des Blattes irgend einen Unterschied gegen früher merkte. = Dem Festgottrodienst zur Feier der silbernen Hochzeit des russffchcu Kaiserlichen Paares am Montag Vormittag in der kleinen griechischen Kapelle loohnteu Se. Exccllcnz Minister v. Giers mit Familie und die Spitzen unserer russischen Kolonie bei. Der von dem Probst Herrn Erzpriester von Protopopoff celebrirte Fest­gottesdienst wurd> vom griechischen Kirchenchorc durch Vorträge von Hymnen verschönert.

Todesfall. Se. Exccllcnz General-Lieutenant z. D. von Keßler, welcher seit vielen Jahren hier wohnte, ist am Montag Vormittag hochbetagt hier gestorben.

- 8. Friedrich Stolze, der echte Frankfurter Volkspoet, )er klassische Dichter der Frankfurter Mundart, leitete im vergangenen Jahre eine Besprechung über ein Buch des Schreibers mit den Worten ein:Es giebt Leute, die sich eine gesunde Poesie nicht anders vorstcllen können, als wie in Gestalt einer überdrallen Dirne, mit dicken, ziegelrothen Backen, sehr viel Holz vor der Thür' und im Besitz von Waden wie Butterfässer. Und wie der Geschmack verschie­den ist, so giebt's auch wieder Leute, welche sich die Poesie nur als eine Jungfer Zart zu denken vermögen; als ein verzimpertes mondsüchtiges Eppernäppchcn, triefend vor faulem Zauber." Nun wohl, auch die Poesie des in diesem Jahre vorstorbenen trefflichen Dichters hat mit diesen beiden so derbdrastisch characterisirten Personificationcn nichts ge­mein, sie gleicht vielmehr der braven Stadtgöttin Frankofordia, wenn diese an einem schönen Tage lächelnd auf ihre schöne Stadt und das äppelweinselige Sachsenhausen schaut, Froh­sinn im Herzen und vielleicht einen kleinen Schalk im Nacken. Nicht unpassend hat der bewährte Gothiker Linnemann des­halb auch die Stadtgöttin auf den Titclcntwnrf von Stolze's gesammelten Werken (die eben in 24 Lieferungen ä 50 Pf. im Verlage von Heinrich Keller in Frankfurt a. M. er­scheinen), gesetzt und ihr in die eine Hand das Modell des Frankfurter Domes, in die andere einen Stab mit einem Sachsenhüuser Apfel auf der Spitze gegeben. Würde es nicht Eulen nach Athen tragen heißen, wenn wir hier in Wiesbaden, wo das Frankfurter Idiom so viele Freunde, Gönner und so viel Verwandtes hat, die Vorzüge der Stolze­schen Dialect-Dichtung näher erörtern wollten oder den sonnigen,

lächelnden Humor des Dichters preisen, der seine Frankfurter Pappenheimer sobis auf die Nieren kennt!" Es möge daher für heute genügen, wenn wir auf diese hübsche neue Lieferungs-Ausgabe verweisen, welche vier Bände, nämlich zwei Bände Gedichte in Frankfurter Mundart, ein Band Novellen und Erzählungen in Frankfurter Mundart und einen Band hochdeutscher Gedichte enthalten soll und in 14-tägigen Lieferungen erscheint. Wir werden noch öfter von dem Fortschritte des schönen und dankenswerthen Ge- sammt-Werkes Notiz nehmen, eines Werkes, das es wohl verdient, auf dem Weihnachtstisch von Freunden echter Volks­dichtung und echten Humors ein Plätzchen zu finden.

A Der Schnupfen, das ist das Zeichen, unter dem wir jetzt stehen, der Alle beherrscht, ob sie nun schon in ihrer Kleidung Winter gemacht, oder ob sie noch unter der in diesem Jahre durchaus nicht milden Herrschaft des Herbstes stehen. Kommt man jetzt in eine Vereinsversamm­lung, um eitlen Vortrag über irgend ein Thema anzuhören, sei es nun ein Vortrag über das heiße, sonnige Afrika, oder über das frostige Sibirien, so kann man mit Bestimmt­heit annehmen, daß uns der Vortragende zunächst in unsere unfreundliche Herbstlandschaft versetzt und sich entschuldigt, daß er -wegen katharrhalischer Beschwerden die Geduld der Zuhörer auf eine harte Probe stellen müsse. Allgemeine Heiserkeit! Das ist die Situation, in der wir uns augen­blicklich befinden, und daß gerade die Vereinsversammlungen darunter jetzt zu leiden haben, ist kein Wunder. Dieselben beginnen alle so spät, die Besucher und Vortragenden wer­den alle gezwungen, sich der Nachtluft nach dem Aufenthalte im Lokal auszusetzeti, daß, nachdem man sich im Verein für irgend eine Sache erwärmt hat, man sich sehr leicht er­kälten kann. Da ist es denn auch kein Wunder, daß mancher Vortragende die Situation wahrnimmt und wegen plötzlich eingetretener Heiserkeit den Vortrag absagen läßt, eine Entschuldigung, die wenigstens augenblicklich den Stempel der Glaubwürdigkeit trägt.

Girr Zasinkiinsttrr. Dieser Tage stand der Zahntechniker F. vor der Strafkammer in A a ch e n unter der Anklage bei körperlichen Mißhandlung verschiedener Leidender, die seine Hülfe in Anspruch ge­nommen hatten. Der Katharina H. sägte F., nachdem sie chloro- formirt worden war, nenn Zähne ab und bedeutete ihr, sie möge am nächsten Tage zu ihm zuruckkehren, weil er noch zwei Zähne entfernen müsse. Anstatt zweier Zähne sägte F. noch zehn ab und setzte der H. dann ein neues Gebiß ein, wofür er 480 Mark for­derte. Die H. wurde ernstlich krank und mußte ins Spital anfge- nommen werden, wo man ihr die stehengebliebenen Zahnwurzeln anszog. Am 16. Mai hatte F. einem Aachener Einwohner, der über Zahnschmerzen klagte, einen völlig gesunden Zahn ohne vorherige Untersuchung entfernt. Am 22. Januar d. Js. kam die Ehefrau Sch. zu dem Angeklagten, nm sich zwei Backenzähne und eine Zahn­wurzel anszieheii zu' lassen. Nachdem die Sch. von einem Arzt chlorofsrmirt worden war, entfernte F. außer den drei angegebenen Zähnen noch sieben gesunde Zähne und ließ sich dafür 30 Mark be­zahlen. Fran Sch. war in Folge der Behandlung einige Wochen krank. Später schrieb ihr der Angeklagte, sie möge das bei ihm be­stellte Gebiß abholen, die Sch. hatte aber ein solches gar nicht ge­wünscht. Am 25. Januar d. I. wollte sich eine Frau aus Linnich von dem F. drei bis vier Zähne ziehen lassen. F. riß ihr in der Chloroform-Narkose 23 Zähne ans und würde wohl keinen einzigen

Zahn stehen gelassen haben, wenn die Leidende nicht ans der Be­täubung erwacht und den Zahukünstler von sich gestoßen hätte. Derartige Fälle gelangten in der gestrigen Verhandlung noch meh­rere zur Sprache. Der Staatsanwalt beantragte gegen F. wegen vorsätzlicher körperlicher Mißhandlung in zwei Fällen 'eine Gefäng- nißstrafe von neun Monaten und 1000 Mark Geldstrafe. Der Ge­richtshof erkannte auf 6 Monate Gefängniß und auf eine an die Nebenklägerin Fr. Sch. zu zahlende Buße von 500 Mark. Da F., der in letzter Zeit seinen Wohnsitz nach Wiesbaden verlegt hat, im Fluchtverdacht steht, wurde seine Verhaftung verfügt.

* Kleine Notizen. Wie wir hören, beabsichtigen mehrere Herren diesen Winter zum Wohl der Bedürftigen Aufführungen zu veranstalten (siehe Annonce). Hoffentlich gelingt das edle Unter­nehmen.

P.-B. Eine Diebin, die ledige Susamia H. von Fachbach, welche einer in der Schachtstraße wohnenden Landsmännin vor 8 Tagen eine Uhr entwendet hat, wurde gestern Abend hier betroffen und festgenommen.

Provinzielles.

= Aus der Umgegend. Die von Mainz ans verbreitete Nachricht, daß ein Frauenzimmer unterhalb Saftei ein Kind in den Rhein geworfen habe, hat sich incht bestätigt; ein anderes Frauen­zimmer, welches, wie berichtet, bie'e Mittheilung der Polizei gemeldet hatte, wurde wegen Verbreitung falscher Nachrichten in Untersuchung gezogen.

In der Nähe von Rüdes heim wurde auf einem Floße eine weibliche Leiche geländet; als der junge Mann, welcher die Leiche jändete, dieselbe genau besah, erkannte er zn seinem größten Schrecken, daß er seine eigene Mutter, die vor einigen Tagen ertrunken war, geländet hatte.

Bei der B o ck e it I) e i ni e r Volksbank sind, wie dieKl. Pr." schreibt, Vernittreuungen des Eontrolenrs der Bank entdeckt worden. Er verübte sie dadurch, daß er sich bereits bezahlte Checks aus dem Jahre 1881 zu verschaffen wußte; deren Jahreszahl änderte er in 1891 um und präsentirte sie dem Cassierer zur Auszahlung, der an den thatsächlich echten Unterschriften keinen Anstand nahm. Dem Cassierer gab er an, er besorge das Geld dem zum Empfange berech­tigten Mitgliede der Bank aus Gefälligkeit. Die Schlechtigkeiten kamen durch Zufall heraus.

Gegenden früher in Rengsdorf ansässig gewesenen Arzt Dr. med. Thcod. Bloomenthal ist wegen Betruges, Erpressungsver­suchs und Verletzung fremder Geheimniffe ein gerichtlicher Haft­befehl von der Nenwieder Staatsanwaltschaft erlassen worden.

Der 19jährige Jacob Relius von Nie der la hust ein, welcher an der Eisenbahn beschäftigt war, wurde beim Rangiren der Wagen au beiden Beinen so schwer beschädigt, daß er in das St. Josefs- Haus gebracht und mit den hl. Sterbesakramenten versehen werden mußte. Dem Verunglückten ist bereits ein Bein amputirt worden.

Das General-Commando der Mainzer Prinzen-Karde hatte dieser Tage die als Preisrichter berufenen Herren versammelt, welche über die eingelaufeuen Entwürfe für eine Neunniforiniriing der Garde zu richten hatten. Es lagen nicht weniger als 14 ge­malte Bilder vor. Den ersten Preis erhielt das ProjectHispania" ein spanisches Costüm ans der Zeit Philipp's des Zweiten von Maler Valentin Gebhard (Castel); den zweiten Preis der Enttvnrs Für'S Narrenreich", ein französischer Musketier ans der Zeit Ludwig's XIV. von Architekt Conrad Sutter (Mainz); eine lobende AnerkennungRegiment Malborough 1716" von Georg Häuser (Mainz) eingereicht.

Eine Unterredung mit Herrn n. Giers.

Der z. Zt. hier in Wiesbaden weilende russische Minister des Aeußercn, Herr v. Giers, hat Samstag einen Mit­arbeiter desNew-Iork Herald" empfangen und mit dem-

MeMkner TagblÄ

Dienstag, den 10. Uoverrrder

1891.

Uo. 299.

39. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. BezugS-PreiS: Zn Wiesbaden und den Landorten nut Zweig- Expeditionen 1 Mk. 50 Pfg., durch die Post 1 Mk. CO Pfg. für das Vierteljahr.

Verlag: Langgasse 27.

12,000 Abonnenten.

Anzeige»,-PreiS r

Die einspaltige Petitzeile für loeale Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. Reclame» die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

Denkwürdigkeiten Wottkre's.

Nachdem vor einigen Monaten als erster Theil der ge­sammelten Schriften und Denkwürdigkeiten des General- Feldmarschalls Grafen Helmuth v. Moltke seine Ge­schichte des deutsch-französischen Krieges von 187071 er­schienen ist, hat die Verlagshandlung Ernst Siegfried Mitt­ler Sohn in Berlin jetzt einen neuen Band ausgcgeben, die erste Sammlung von Briefen, die Graf Moltke an seine Mutter und an seine Brüder Adolf und Ludwig gerichtet hat. Einen Blick in das tiefe Gemüthslcben Moltk's, in dem auch der Humor seine Stelle hat, eröffnen besonders die Briefe an feine geliebte Mutter. Die Lieutenantsjahre in Frankfurt a. £>. und Berlin, unterbrochen von Urlaubs- besnchen bei befreundeten Familien, müßte heute jeder junge Offizier nicht bloß mit Vergnügen, sondern zur ernsten Ein­kehr lesen. Die Briefe an die beiden Brüder ergänzen, da sie bis in die letzten Lebensjahre Moltk's reichen, vielfach auch die geschichtliche Bedeutung des großen Feldherrn.

Trockenen Humor zeigen die Briefe während des Feld­zuges an Bruder Adolf. Da lesen wir z. B.:

Ferneres, den 21. September 1870.

Ferneres ist ein Schloß, drei Meilen östlich Paris, mit königlicher Pracht eingerichtet, die Schöpfung der fünften Großniacht Europas, die Apotheose des Mammon. Hier em­pfing Rothschild den Kaiser Louis Napoleon, wie einst Graf Mole Ludwig XIV., so in unserer Zeit der Parvenü des Reichthums den Parvenü der Macht. Die offiziösen Zei­tungen erwähnten damals eine Jagd, auf welcher der Kaiser das seltenste Wildpret erlegte, unter anderem einen Papa­geien, welcher im Fallen vive I'empcreur schrie. Jetzt schreit die Nation ä bas lempereur, und Ferneres ist das Haupt­quartier ihres Feindes, welcher, wie Metz und Straßburg,

nun auch die nach Victor Hugoheilige" Hauptstadt mit eisernen Armen zu umfassen die unbegreifliche Frechheit ge­habt hat. Paris ist von allen Seiten seit gestern völlig cingeschlossen, und wir leben augenblicklich in der Erwar­tung, wie die in den Zeitungen verkündigten hunderttau­send von Gardes mobiles sich diese Umarmung werden ge­fallen lassen. . . .

La France, qui estplus forte que jamais, hat nun auch unter diesen Umständen immer noch das große Wort. Eine Armee im Felde existirt nicht mehr, aber man hat noch Mr. Kochefort, professeur de barricades und la poitrine des patriotes invincibles. Nichtsdestoweniger erschien gestern hier int feindlichen Hauptquartier die Kepublique selbst, in der Person des Herrn Jules Favre."

Wir theilen hier noch den letzten Brief des greisen Feldhcrrit an feinen Bruder Ludwig mit, ein Brief, ans dem die zarte Gemürhsseite des großen Strategen wieder­auf das Hellste durchklingt.

Berlin, den 24. Mai 1888.

Lieber Ludwig! Ein neues Frühjahr zu erleben, halte ich jedesmal für eine besondere Gnade Gottes. Wenn man das salomonische Alter überschritten, kann man nur bitten, daß der Herr einen gnädig zu sich nimmt, ohne zu viel Schmerzen und Alters-Beschwerden. Zwar istnie der Tod ein ganz willkommener Gast", aber das nächste Jahr möchte ich nicht mehr erleben; es steht Deutschland eine schwere Zeit bevor, und leider kann ich mich nicht in verborgene Stille zurückziehen. Beatus ille quiprocul negotiis ist mir nicht beschieden, ich werde vielleicht noch dem fünften König von Preußen den Eid der Treue zu leisten haben. Eben komme ich von der Tranungs-Feierlichkeit in Charlottenburg (der Vermählung des Prinzen Heinrich mit der Prinzessin Irene), die Zeitungen bringen die ausführliche Beschreibung. Die Brant mit der Krone auf dem Haupte und bedeckt mit

den Kronjuwelen sah reizend aus. Mitten in den Glanz und die Pracht der Versammlung wurde die alte Kaiserin Augusta auf ihrem Rollstuhl hineingeschoben, ganz schwarz, ohne jeden Schmuck. Mir traten die Thränen in die Augen, als ihre Enkelkinder vor ihr niederknieten, ihr die Hand zu küssen. Dann trat der Kaiser ein, die hohe statt­liche Figur ungebeugt, mit freundlichem Lächeln die Ver- fammlnitg begrüßend. Nur die Augen schienen mir er­loschen und die Athmung schnell und sehr schwer. Es ist herzzerreißend, ihn mit unerschöpflicher Geduld und Freund­lichkeit gegen sein schweres Schicksal ankämpfen zu sehen; mit einem Fuß auf dem Throne, mit dem anderen im Grabe! Meine Hausgenossen schicken Dir und Röschen, Deiner treuen Pflegerin, die herzlichsten Grüße. Und somit Gott befohlen. Dein alter, hinfälliger Bruder Helmuth."

Aus Kunst und KeKe«.

W. Verein der Künkiier und Kunstfreunde. Zweite Haiiptversammluiig unter Mitwirkung der Frau Julie Bächi- Fährmann aus Dresden (Gesang), FrI. Gabriele Wietro» wetz aus Berlin (Violine), sowie der Herren Sadony, Eich­horn, Wolff, Seidel, Rohm nndWehmheuer, Mitglieder der hiesigen Kurcapelle. Frau Bächi-Fährmann, welchehier zum ersten Male auftrat, besitzt ein schönes Organ, eines von den ziemlich seltenen, die einen echten Alt-Timbre aufweisen. Der Bor- stag der Dame istwarm, lebendig und charakteristisch, ganz besonders sympatisch wirkt das ihr zu Gebote stehende schöne Piano. Die Aus­sprache läßt jedoch an Deutlichkeit zu wünschen Übrig, auch ist die Stimme nicht gleichmäßig genug ausgeglichen, und dieser Mangel an Egalisinmg beeinträchtigt die Wirkung ihres Vortrags wesentlich. Am auffallendsteii zeigte sich dieser Fehler in den zuerst vorgetragenen Gcsängcnin questa tomba von Beethoven und dieAllmacht" von Schubert. Fran Bächi-Fährmann fang außerdem Lieder von Brahms,