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Verlag: Langgasse 27,
13,000 Aboimrnten
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Freitag, den 30. Oetoder
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39. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: & Wiesbaden und den Landorten nut Zweig- editioiien 1 Mk. 50 Pfg., durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. für das Vierteljahr.
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die Schwierigkeiten vermieden, welche durch die Regelung der Fluth- verhältnifse der Untereider zwischen Bastcnberg und Rendsburg, welche Flußstrecke den Einwirkungen der Gezeiten in der Nordsee mit unterworfen ist, entstanden wären. Auf der hier bezeichneten Strecke zwischen Griinthal, Oldenbüttel und Rendsburg durchschneidet der Canal vorwiegend Sandboden und trockenes Haideland, ferner den Mekel-Sce (1. Karte) nebst dem dasselbe umgebenden fiscalischcn Rcitmoor und südlich von Rendsburg den Saat-See.
Die Stadt Rendsburg wird in eine»! Bogen ini Südosten umgangen, östlich derselben tritt der Nord-Ostsee-Canal in die see- artige Erweiterung der Obereider, den Audorfer See, ein und fetzt sich nun im Wesentlichen in jener Terrainsenkung bis zum Kieler Hafen weiter fort, welche von dem feit mehr als hundert Jahren bestehenden Eider-Canal oder Schleswig-Holsteinischen Canal benutzt wird, der vermittelst Canalisirung der Obereider eine Verbindung mit dem Kieler Hafen bei Holtenau hcrstcllt. Der neue Rvrd- Ostsee-Canal, in erheblich größeren Dimensionen als jener Eider- Canal gehalten, schneidet ans seinem Lauf naturgemäß alle Krümmungen ab, welche jener alte Canal macht, und führt vorbei an den Ortschaften: Andorf, Bargstedt, Steinrade, Sehestedt, Königssörde, hinter welchem Orte er dann dem Flemhuder See in seinem nördlichsten Thcile schneidet, Landwehr, Levensau, Projens- dorf, Knoop und Holtenau. Tas vom Canal zu durchschneidende Terrain besteht hier zum größten Theil ans Sand- bezw. Lehmboden, mit eingestrentcn kleinen Mooren; die höchste Erhebung befindet sich bei Projensdors, woselbst ein ca. 30 Meter hoher Hügel durchschnitten wird, ebenso wie dies bei dem weiter oben genannten Orte Grüuthal der Fall ist.
Die Aushebung der Canallinie erfolgt in den zwei Dritteln seiner westlichen Länge, von Brunsbüttelerhasen bis Andorf, im Trockenen, schiffbare Wasserläufe werden hier nicht benutzt, nur kleine Nebenflüsse der Stör und Eider sowie locale Canäle und einige unbedeutende Szeu, Kudensee, Mckelsec, Saatsee, durchschnitten, und es ist die Anwendung von Trockenbagger-Maschinen ans dieser Strecke in ausgedehntestem Maße möglich. Anders ist die Sache östlich von Rendsburg. Hier fällt in Zukunft der ganze bestehende Eider-Canal, welcher tu Verbindung mit der von Rendsburg nach Westen sich anschließenden schiffbaren Untcreider die gegenwärtige Schifffahrtsstraße zwischen Ost- und Nordsee (Kiel- Rendsburg-Tönning) bildet, als Schifffahrtslinie vollständig fort, und wird durch den Nord-Ostsee-Canal hier ersetzt. Die Veränderungen, welche für diese Schifffahrtsstraße herbcigeführt werden, sind bedeutende.
Der Nord-Ostscc-Caual wird bekanntlich als reiner Durchstich auf Meereshöhe zwischen Nordsee (Elbe) und Ostsee geführt. Das Mittelwaffer der von den Gezeiten beeinflußten Uutcrelbe und der mittlere Wasserstand der Ostsee bei Kiel liegen nämlich auf gleichem Niveau. Es ist somit eine Durchführung des Nord-Ostsee-Cauals ohne irgend welche, durch Schleusen zu bewerkstelligende Hebung oder Senkung seines Wafferspiegels von Meer zu Meer möglich, und nur an den Ausmündungen die Herstellung von Schlciisen-
Anlagen nothivendig geworden. Diejenigen an der Unlerelfle bei Brunsbüttelerhasen müssen den Canal gegen die Einflüsse der Fluth- und Ebbebewegnng der Nordsee, die sich hier mit ± 4’/a Meter Differenz bemerkbar macht, schützen, da jede die Schifffahrt becin- trächtiaende Strömung vom Canal ferngehalten werden muh. Die Schleuse an der Ostseemündung bei Kiel hat dagegen nur die Ausgabe, den Canal gegen etwaige außergewöhnliche Veränderungen des Wasserstandes der Ostsee zu schützen; solche treten im Jahre sehr selten auf, bewegen sich in sehr engen Grenzen und es ist daher anzimehmen, daß diese Ostseeschleuse während 340 Tage im Jahre ununterbrochen geöffnet fein und nur einige zwanzig Tage im Jahre als Sicherungsmittel gegen derartige Ereignisse in Thätia- keit zu treten haben wird. Anders verhält es sich mit der Schleuse an der Unterelbe. Diese muß den in permanentem Wechsel befindlichen Wasserstand der Elbe von dem Canal fernhalten und kann daher nur wenige Stunden am Tage, jedesmal um die Zeit des Mittelwassers der Gezeiten herum, offen gehalten werden. Die Durchführung des Nord-Ostsee-Canals als reiner Durchstich auf Meereshöhe bietet gegenüber dem alten Eidercanal mit seinen sechs Schleusen einen ganz außerordentlichen Fortschritt.
Die Timensioncu des Canals und seiner Endschleuseu find solche, daß die größten Schlachtschiffe der deutschen Kriegsmarine denselben ohne künstliche Mittel, Wafferaufstauung oder dergleichen, passiren können, und hieraus folgt, daß derselbe der viel geringere Verhältnisse beanspruchenden Hanoclsschifffahrt weit mehr als ausreichende Maße darbietet. Seine gejammte Länge ist 98,6 Kilometer, die Tiefe ist auf 9 Meter nonnirt, und bleibt, da der Wasser- stand des Canals gegen jede Veränderung gesichert ist, unveränderlich. Tie Breite der Sohle ist 22 Meter, im Wasserspiegel 60 bis 70 Meter, wobei an den Krümmungen des Canals eine Verbreiterung vorhanden ist. Ans der Canalstrecke können sich die größten, in der Ostseesahrt befindlichen Dampfer (6 Meter Tiefgang, 12 Meter Breite) passiren; die großen Kriegsschiffe würden in den Ausweichestellen aneinander vorbeizufahren haben. Solcher Ausweichen (vergleiche Karte die Buchstaben A) sind im Ganzen 6 angelegt, die ejue Verbreiterung aus 60 Meter Sohlenbreite und eine Lange von 450 Meter haben. Die Schleusen an den Endpunkten sind als doppelte Karnuierschleuseii gebaut, d. h. es liegen 2 Schleusenkammern von je 150 Meter nutzbarer Länge und je 25 Meter lichter Breite parallel nebeneinander, die das Durchschleusen, falls überhaupt erforderlich, bei jedem Wasserstand gestatten.
Ter das Land durchquerende Canal durchschneidet im Ganzen 4 Eisenbahnlinien und zahlreiche Chausseen und Landstraßen. Im Prinzip ist für die Ueberführung dieser Linien maßgebend, daß der Schifffahrtsverkehr nicht durch dieselben gehindert werden soll. Demenffprechend werden drei der Eisenbahnen, und zwar die auf unserer Karte bezeichneten Linien zwischen Itzehoe und Heide, zwischen 9ieumünfter und Rendsburg und zwischen Kiel und Eckernförde mittelst Drehbrücken überführt, welche 36 Meter lichte Schifffahrtsweite haben; die Bahn von Neumünster über Grünthal nach Heide, welche bei Grünthal die höchste Bodenerhebung am Canal
Die Bauarbeiten am Nord-Ostsee-Canal sind bekanntlich auf der ganzen Linie in Ausführung begriffen, nachdem der mittlere Theil derselben seine definitive Festlegung erfahren hatte. Wir Arten daher nunmehr an der Hand der beistehenden Karte einen lleberblick über das gesammte Werk, welches einett so hervorragenden Platz unter den künstlichen Schifffahrtsstraßen unferer Zeit einnimmt.
I . , Der Canal, bestimmt, die Nord-und Ostsee in möglichst biredet : Linie in Verbindung zu setzen und so den zeitraubenden und gefährlichen Seeweg um die Nordspitze der jütifchen Halbinsel, das Cap «lagen, zu vermeiden, führt von dem Orte Brimsbüttelerhafen au der Unterelbe quer durch Holstein in einem die Nordostrichtuiig ktwa einhalteuden Bogen dicht südlich au Rendsburg vorbei nach dem Kieler Hafeu, woselbst er bei Holtenau aurmüudet. Die Ostsee- Mündung des CaualS erfolgt also unmittelbar in eine geräumige, liefe, in nautischer Hinsicht mit den allergrößten Vorzügen versehene Meeresbucht der Ostsee; die Nordsee-Mündung erfolgt nur mittelbar durch die Unter-Elbe, an einer Stelle, welche ca. 50 Kilometer oberhalb der eigentlichen Mündung liegt. Die Wahl der Nordsee- Mündung des Canals wurde durch das Fahrwasser daselbst be- mmmt. Aus strategischen Gründen mußte sie außerdem nabe nach Wilhelmshaven, Bremen und Hamburg gelegt werden, die Waffer- derhältniffe der Nordsee wiesen demnach auf die Elbe hin, da die ; anderen Buchten, @ibermünbung, Heber u. s. w. mit ihren flachen, ; an Tiefe durch die Gezeitenströmung vielfach veränderten und den V Ieestürmcn ausgesetzten Gebieten nicht in Betracht kommeit konnten. : Die Elbe bei Brunsbüttelerbafen hat bet Niedrigwasser stets eine bedeutend das erforderliche Maaß überschreitende Tiefe, 13 Meter, - (für Kriegsschiffe sind circa 9 Meter als höchstes Maaß erforderlich), t ne ist infolge der natürlichen Strömungsrichtuug des Fluffes an ' ’iefer Stelle als unveränderlich anzufehen und der Mündungspunkt \ weit genug von der See gelegen, um allen ungünstigen Einflüssen r des Meeres, Stürmen und dergleichen entzogen zu sein.
I . Die Anfangs- und Endftrecken waren in dem ursprünglichen kVeichscanalproject, welches im Jahre 1886 durch Gesetz zur Ans- | mhrung beschlössen wurde, bereits anders festgelegt. Man hat | bas ursprüngliche Projekt jedoch aus verschiedenen, theils technischen, | Stils wirthschaftlicheu Gründen verlassen und dem Canal diejenige •träte gegeben, die in Nachfolgendem näher bezeichnet ist.
t, Vom Mündungspunkt des Canals in der Unterelbe (man verfolge nunmehr unsere Karte), bei dem eben oberhalb Brunsbüttel Unmittelbar em Elbstrom gelegenen Ort Brunsbüttelerhafen geht "tr Canal, zunächst Marschland dnrchschneidend, in nordöstlicher | Richtung zwischen Blangenmoor und Büttel hindurch auf das Ost- i»de des Kuden-Sees, durchschneidet dieses in mooriger Niederung ßslegeue Bassin, geht in fast nördlicher Richtung östlich an dem iorfe Burg, ferner an Hochdonn, Groß- und Klein-Bornholt Hotbei nach Grünthal, woselbst er die höchste Bodenerhebung des i Landes durchschneiden muß, wendet sich bann nordöstlich au Olden- ; Wittel orbei und bleibt nun bis hinter Rendsburg südlich, das 1*1 fit auf dem linken Ufer der Untereider. Man hat auf diese Weise
