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Abend-Ausgabe

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39. Jahrgang.

Verlag: Langgasse 27.

18,000 Abonnenten

> 27S.

Dienstag» den 27. Ortober

1891

>12 Jahre | furt a. M. lind Mörfelden, verdächtige Schuhmacher Kuhmichel Maschinen- I von Schierktein hat sich in der verflossenen Nacht freiwillig aus

25 Arbeiter, worunter sich welche befinden, die 10

ununterbrochen daselbst beschäftigt waren; eine Maschinen^ fabrik mußte 14 Personen kündigen rc. Viele Geschäfte lassen nur von 8 Uhr früh bis 4 Uhr Nachmittags arbeiten, so wenig ist zu thun. Man sollte daher denken, daß die in sicherem Brode stehenden Arbeiter allen Anlaß hätten, zu­frieden zu sein.

gehalten worden ist. Und nicht ist er dabei stehen gebliebcit, uns das Opfer menschlichen, verzeihlichen und begreif­lichen Jrrthums in seinem Jammer vorzuführen und mit der üblichen Frage:Und^tvas nun?" zu schließen, er ist weiter gegangen und hat hier in logischer Weise Conse­quenzen gezogen, die in diesem Falle den als Mörder schuld­los Verurthcilten nach seiner Befreiung zum wirklich Schuldigen, zum Mörder machen mußten, freilich zu einem Mörder, dem jeder rechtlich Empfindende dreist die blut­befleckte Hand drücken kann. Erschütternd und groß tritt uns die Gewalt seines tiefen Empfindens überall entgegen und mit Staunen bewundern wir die ungemein markige, an Alfred Rcthel erinnernde Kraft seiner Charakterzcichnung. Ein grübelnder Psychologe, der sich mit den geheimniß- reichsteu Erscheinungen des menschlichen Seelenlebens ver­ständig beschäftigt, zwingt er den Mörder an die Stätte seiner That weit über den Ocean zurück und läßt das gefolterte Gewissen sein Geständniß machen; doch der zagende Verstand mutz wieder leugnen, bis der Mörder beim Anblick des statt seiner leidenden Freundes, der in zwanzigjähriger Haft geknickt wurde, zum Leugnen nicht mehr die Kraft hat. Und die stille bisherige Zuchthausnummcr Siebenunddrcitzig lebt wieder ein wenig auf, ein kleines Fünkchen in dem erstarrten Herzen flammt empor und erstarkt in der Hoffnung, das geliebte Weib, die beiden Kinder, für die der Acrmste so lange todt war, wieder zu finden. Die Tochter ist in der Gier nach Liebe und Genuß fast erstickt, bis durch wahre Liebe ihr besseres Sein neu erwacht; er findet den Sohn, von tüchtigem Kern und ehrenhafter Gesinnung fast ver­zweifelt an einer ihm, dem Befreiten, noch dunkeln Schmach, er hält ihn ab, Mord zu begehen und muß dann selbst Mörder werden, muß es werden, als er jene Schmach er­kennt, nämlich daß sein Weib, sein ihm im Herzen stets treu

Schuldig.

Königliche Schauspiele. Montag. Zum ersten Male:Schuldig!" Drama in 3 Acten von Richard Voß. Voß hat in einer ganzen Reihe seiner Dramen, die nur rein künstlerische Absichten erfüllen sollten, dem Publikum eine so reichliche Mahlzeit des Schrecklichen, Craffen mit Zugaben von Zuchthaus und Wahnsinn geboten, daß man fo' ernstlich gram sein und den hochtalcntirten, ja genialen Bühnendichter als einen Geist betrachten konnte, der sich zu einem rechten Quälgeist für die empfindsamen Nerven von uns modernen Menschen heranbildete. Aber mag man ihm seine krankhafte, düstere Phantasie noch so oft zum Vor­wurfe gemacht haben, er schien sich in jener Art zu ge­fallen, er steigerte sich darin von Stück zu Stück und quälte bch selbst so lange durch die Wildheit seiner dichterischen Empfindungen, bis er schwer nervenleidend war. Unö nun, Nachdem er gesundet, verläßt er den Pfad rein künstlerischer Zwecke, stürzt sich nicht nur und zwar wilder wie je neuerdings in jene Wirrniß von Qual und Craßheit, son­dern wird auch ein Tendcnzdichter im schärfsten Sinne, und doch kann man ihm dieses letzten, vielleicht bedeutendsten Stückes, mit seinen erschütternden Effecten und seinen tief aufgepflügten Leidenschaften wegen voll und ganz verzeihen, daß er unsere Nerven so oft schrecklich gemartert hat, man kann ihm auch verzeihen, daß er die Tendenz, die man doch als unkünstlcrisch verwirft, hier ungeschminkt °or die Rampe stellt. Denn Voß hat sich hier mit vtr vollen Kraft des Genies die Aufgabe gestellt, Rechts­anwalt für die gekränkte Rechtsempfindung des gesammten deutschen Volkes zu sein, er hat mit Donnerstimme und in Uberz ug ndstem Ton eine Rede für die Entschädigung unschuldig Verurtheilter gehalten, wie sie wirksamer noch nie

gebliebenes Weib nach langen Anfechtungen die Zuhälterin eines bösen Dämons in Gestalt eines Spelunkcuwirthes ge­worden ist. Das der Inhalt des imWiesbadener Tag­blatt" schon bei Gelegenheit der Frankfurter Aufführung von anderer Seite kurz besprochenen Stückes, das in den erwähnten Charakteren Meisterstücke dichterischer Ge­staltung bieten, aber auch in den Erscheinungen des gerechten und doch unbewußt ungerechten, edel und warm empfindenden Staatsanwalts Herbert und seines ebenso ge­arteten Affessors Euler, wie nicht minder in dem ver­knöcherten, in erster Linie den Skandal fürchtenden Straf- anstaltsdircctor Klug trefflich durchgeführte Typen bot. Bei solchen Vorzügen und der großen dramatischen Verve des Ganzen fällt es kaum in die Waagschale, daß der Dichter in dem Gefangenwärtcr Gernlein mit seiner Ruhm- tirade auf den ruhigen Züchtling Nummer Siebenunddreißig eine Schablone gab und daß er es höchst mangelhaft rnoti- virt hatte, daß der mitleidige Assessor Eulen (trotzdem ihre polizeilichen Recherchen doch das Elend und die Schmach in der Familie der Gefangenen kund thun mußten), seinen ge­brochenen Schützling an jenen Ort neuen Jammers führt. Genug mit diesen beiden Ausstellungen. Ferne sei es von uns, noch weiter nach einzelnen kleinen technischen oder poetischen Schwächen kritisch Suche zu halten, wo uns eine solche Größe dichterischen Genies, eine solche Wucht des Empfindens, eine solche kraftvolle That für eine der be­wegendsten Fragen der Zeit entgegentritt. Wahrlich, dieses Dichtwerk spricht lebendiger für die Entschädigung unschuldig Verurtheilter, als hundert Zeitungsartikel und Vereinsreden über diesen Gegenstand. Das Publikum folgte der Hand­lung in der größtdenkbaren Spannung, in tiefster Erschütte­rung, und das Stück hat hier nicht nur einen vollen und durchschlagenden, sondern sogar einen fast stürmischen Erfolg in jedem Act errungen.

ßorales.

($o4btud dir OrigiiKleorrrlpondenzen nur unter drutlii er Quellenangabe gettattet.) Wiesbaden, 27. October.

-o- Perfonal-Uachrichten. Herr Baron Freederickiy, russischer Minister und Gesandter des russischen Reiches am König!. Württembergischen Hofe in Stuttgart, ist zum Besuche des zur Kur hier weilenden Ministers des Neußer», Herrn von Giers, qestcrn Abend hier angekoinmcn und im HotelNassauer Hos" abgcstiege».

r Spiele im Freier». Bei dem gegenwärtig an­dauernden schönen Wetter sieht man die Jugend auf öffent­lichen Plätzen und int freien Felde sich herzhaft tummeln, und man kann nur damit zufrieden sein und zureden, die Tage zu benützen, so lange es angeht. Neben der Be­wegung, welche die Arbeit auf den Feldern an sich schon mit sich bringt, treten die Spiele, freie oder planmäßige, in ihr Recht, mehr als im Sommer, wo cs entweder zu heiß oder meistentheils zu naß und kühl war. Ein Haupt- vergnügen ist das Drachensteigenlassen, und nicht selten be­merkt man, namentlich bei Spaziergängen über de» Geis­berg, daß auch im Spiele das Alter der Jugend unter­weisend an die Hand geht. Da soll jeder der acht oder zehn Drachen am höchsten und am unbeweglichstenstehen". Auf dem weiten Plan des Exerzierplatzes an der Schier­steiner Chaussee dagegen üben sich die Schulclassen unter Aufsicht ihrer Lehrer int Massenspiel. Es gießt da ja ein reiches Programm, dessen einzelne Hauptitummern wieder viele Unterabthetlungeu haben, die wiederum eine Menge Hebungen in den verschiedensten Modifizirungen enthalten. Da ist z. B. das Ballspielen: Schlagball, Schleuderball und Fußball, das recht muskelkrüftigcnd wirkt und namentlich die Ausbildung der Anne fördert. Wir sahen unlängst die Uebnngen mit dem Schleuderball von Schülern irM oberen Classen einer hiesigen Lehranstalt mit wirklicher Morast und Sicherheit ausgeführt und in musterhafter ! Ordnung. Auch das Fußballspiel der Kleittereu war er­freuend. Bei dem letzteren kommen sonst gern Unord­nungen vor, und außerdem kann es gefährlich werden, wenn der Ball zu schwer ist. Verletzungen an den Füßen und gar Unterleibsbrüche sind schott vorgckommen, weshalb wir an dieser Stelle Gelegenheit ttchmen, vom Gebrauch zu schwerer und zu fester Bälle dringend abzurathen. Auch gegen das Ablegen der Kleidungsstücke, Jacke und Weste, beim Spielen sind wir, namentlich in der jetzigen Jahres­zeit, nicht aus verkehrter Prüderie, sondern aus Gesund­heitsrücksichten. Das Verfahren beruht meistens auch auf bloßer Gewohnheit. Die sogenannten Turnspiele, die nach neueren behördlichen Verfügungen ganz besonders gepflegt werden sollen, gewähren auch den schwächeren Schülern Gelegenheit, sich körperlich auszubilden und ersetzen die den letzteren mitunter durchaus unzuträglichen Gerätheübuugen vollkommen.

Schlechte Zette». In manchen Geschäftszweigen mangelt es gegenwärtig sehr an Beschäftigung, so daß viele Arbeiter-Entlassungen stattfinden. So entließ ein größeres Zimmergeschäft in Mainz an den beiden letzten Zahltagen

Erscheint in zwei Ausgabe». BezngS-PreiS: 8n Wiesbade» und den Laudortcu mit Zweig» xpebitioncn 1 Mk. 50 Pfg., durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. für das Vierteljahr.

dem I. Polizei-Revier in der Röderstraße gestellt und sein Alibi uachzuweise» versucht. Da ih n dies nicht zweifellos gelungen ist, wurde er vorläufig sestgenounneu.

-o- Selbstmord. G>steru Abend gegen 7*/a Uhr hat sich der 24 Jahre alte Schuhmacher Phil. Rossel, weläier bet seiner Mutter, einer Wittwe, im Hause Steiugasse 14 wohnte, daselbst in einem Abort erhängt. Da der junge Mann schon lauge kränklich war, so nimmt man au, daß er aus Lebensüberdruß Hand an sich gelegt hat.

Kleine Notizen. Welch großes Interesse die von Herrn Cour. Krell hier in den Handel gebrachten Bendcr'schen auto­matischen Ratten- und Mausefallen in allen Kreisen erregen, beweist der Umstand, daß dieselben auf der Obst- u»b landwirthschastlichen Geräthe-Ansstellnng in Eltville mit einem Diplom ausgezeichnet wurden. Die in der gestrigen Abend-Nummer erwähnte Dirne, welche am Samstag Abend einem hiesigen Kutscher amWarmen Damm" das Portemonnaie mit 24 Mk., nicht 14 Mk., Inhalt aus der Taschebugsirte", befindet sich in Haft, ebenso eineCollegiu" derselben, welche zu derselben Zeit und an demselben Orte einem Taglöhner das Portemonnaie aus der Hosentaschegezogen" hat befinden sich bereits in Haft. Da man bei den Dirnen das gestohleiw Geld am anderen Tage nicht mehr fand, so nehmen die Bestohlenen an, daß es bereits in die Taschen derZuhälter" kam, welche in Gesell­schaft der Dirnen bemerkt und erkannt worden sind, gewandert istz

FremdenUerkesir. Zugang in der verflossenen Woch laut der täglichen Liste desVade-Blatt" 291 Personen.

(*) Nortrag. Der Afrikareisende Herr Westmark hielt am Montag Abend imCasino" den angekündigten Bortrag über seine Erlebnisse während eines sllnfzehnmonatlichen Aufenthaltes in Afrika. Er führte die Anwesenden im Geiste den Kongo hinauf in dessen oberes Gebiet, das noch von den meuschenfresseuden Negern bewohnt ist. Ihre Sitten, Gebräuche tt»b Kleidung, ihre Familien- nud Geiucinde-Aiigelegenheiteu, ihre religiösen Ceremouien und ihre Kampfesweise wurden geschildert, nebenbei auch einige kleinere Episoden erzählt, welche den Zweck hatten, den großen amerikanischen Afrikareisenden Stanley in einem nicht allzu' günstigen Lichte zu zeige». Jllnstrirt wurde der Vortrag durch eine Wandkarte, die nicht zur Verwendung kam, und durch einen herumgereichtcu Reise­bericht in englischer Sprache. Die Auseinandersetzungen wurden, trotzdem der Vortrag eigentlich nichts Neues oder Interessantes bot, beifällig aufgenommen. Den Grund dazu mag die liufreiwillige Komik abgegeben haben, welche durch die eigenartige Betonung des des Deutschen nicht vollkommen mächtigen schwedischen Herrn hervor- aerufen wurde. Unbedeutende Satztheile wnrdeii ost mit donnernder Rhetorik vorgetragen; den Lacherfolg schien Herr Westmark dem Inhalt des Gesagteil zuzuschreiben, er lachte vergnüglich mit unb erzählte weiter.

A Kellen. Es ist hohe Zeit, den Keller für die Wiuter- vorräthe vorzubereiten. Hat man einen dnmpseu, feuchten Keller, so ist es vor Eiubringung der Wintervoriäthe sehr rathsam, deiiselben gründlich auszuschwefeln. Man bringt zu diesem Zivecke etwas Stangeuschwefel in den Raum, zündet deiiselben nn und verschließt alsdann alle Kelleröffnnugen so dicht wie möglich. Nach zwei bis drei Tagen kann nrnit de» Keller wieder betreten. Alle Schimmel­pilze werde» durch dieses einfache und billige Verfahre» völlig zerstört.

A Iterntthmug. Nach den allgemeinen Necruten- einstclluugen macht sich gewöhnlich ein Wicderentlassen dienst- uutaiiglich befunbett'er Necruten nothtvendig. Für die inner­halb der Zeit bis 1. Februar eintretenden Abgänge wird auf Verlangen der Truppen Nachersatz gestellt unb zwar dergestalt, daß zunächst auf die Überzähligen Necruten des laufenden Jahrganges znrückgegrisfen wird. Langt diese Kategorie an die Mannschaften jedoch nicht zur Deckung des entstehenden Bedarfes aus, so fönnen den bestehenden Vorschriften gemäß auch die Ueberzähligen vom vorigen Jahre, und sind auch diese aufgegriffen, diejenigen des dritten Jahrganges noch nachträglich zuin Dienst heraii- gezogen werden. ES verdient dies besondere Erwägung, weil vielfach die Meinung verbreitet ist, daß die gelegentlich des Oberersatzgeschäftes zum Nachersatz bestimmten Necruten, vor Allem aber die Ueberzähligen früherer Jahrgänge nicht zum Dienste herangezogen werden.

* Eine Unsitte ist das mehr und mehr beliebt werdende An- bringeii der Freimarken auf der Rückseite der Briefe. Hierdurch erwächst beit mit der Abstempelung und Sortirung der 33riefe be­trauten Beamten eine ärgerliche und zeitraubende Arbeit, da sie jeden nicht auf der Vorderseite frantirten Bries eigens nmdrehen muffen.

P.-B. Der des gemeldete;» Raubmordes, begangen an dem Kartoffelhändler Johann Peter Arndt von Mörfelden am 23. d. M. auf der Landstraße zwischen Frauk-

Anzeigen-PreiS r

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. Reclamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

Provinzielles.

Schierstein, 27. Oct. Des tu der Samstags - Abend- Ausgabe bereits kurz erwähnten Raubmords an dem Kartoffel- hüudler Arndt aus Mörfelden auf der Landstraße zwischen Frank­furt n. M. und Mörfelden ist der Schuhmacher Christian Kuhmichel von hier verdächtig. In einem gegen denselben erlassenen Steckbrief wird der Verbrecher als ein Mann von etwa 25 Jahren, kräftig und untersetzt geschildert. Er ist 1.60 bis 1.65 Meter groß, besitzt ein volles Gesicht, einen struppigen Stoppelbart unb trug weißen Umlegekragen, röthlich lange Halsbinde, weichen schwarzen Schlapp- Hut und btutkle» Anzug. Kuhmichel ist erst dieser Tage aus dem Zuchthaus entfallen worden. Am 23. October sah man ihn in Frankfurt. Er ist eilt gewallthätiger Zuhälter, der schon einmal drei Jahre Zuchthaus wegen Straßenraubes verbüßt hat. An feiner linken Hand ist der Mittel- und Goldfinger am unteren Glied zusammengewachfcii. Auf der linken Backe hat er eine kleine Narbe mtb am Hinterkopfe zwei weiße Hanrflecke.

* Weilburg, 25. Oer. Mit dem 1. November wird die nette Eisenbahnstrecke Weilburg-Weilmünster, welche das Weilthal dem Verkehre erschließen soll, in Betrieb genommen werde». Die nette Strecke, für welche alle Beamte bereits ernannt sind, hat die Stationen Weilburg, Freienfels, Essershausen, Ernslhausen und Weilmünster und wird, demNass. Bote" zufolge, vorläufig täglich von acht Personeuzügen (je vier in jeder Richtung) befahren werden.

Au» der Umgegend. Der Soldat Sfippler von Hof heim, der diese» Sommer fahnenflüchtig wurde und unweit Marxheim einen Maurerlehrling überfiel, denselben mit dem Säbel bearbeitete, sowie eines TheileS der Kleider unb seines Geldes be raubte, wurde nach einer Mittheilung desMainzer Anzeiger" zu einer Zuchthausstrafe von 12 Jahren, Entfernung aus dem Heere unb zum Verluste der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 6 Jahren vernrtheilt. Das kriegsgerichtliche Urtheil hat bereits die Bestätigung des obersten Kriegsherrn erhalten.

Der frühere Bürgermeister von Flörsheim, Herr Sebastian Jäger, ist im nicht ganz vollendeten 68. Lebensjahre in Rüdes- heim a. Rh. verstorben.

In Hachenburg ist der Postdieb entdeckt und verhaftet. Es ist der Briefträger Born, in dessen Behausniig größere Summen uuterm Holz versteckt vorgefunden wurden.