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Abend-Ausgabe.

WieMener TaMt

510 m /

39. Jahrgang.

Verlag: Langgasse 27,

158,<MM> Avonnettten.

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: In Wiesbaden und den Landortcn mit Zwcia- Erpcditioiien 1 Mk. 50 Pfg., durch die Poft 1 Mk. 60 Pfg. für das Vierteljahr.

Auzekgen-PrelSr

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeigen 1» Pfg-, für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

U-. 249

Montag, den 12. Oktober

1891

Uereino - Nachrichten.

^ür die letztere Behauptung wird c': neue Verordnung^große Härten

den Räuber seiner Güler, besiegt ihn und nimmt als Heinrich IV. selbst den Thron ein, während Richard, völlig gebrochen, auf Krone und Reich verzichten muß. Beim Abdankungsakt beleidigt er den neuen König auf das Em- findlichste, wird deshalb cingckcrkert und, nachdem eine Ver­schwörung seiner Anhänger gegen das Leben Heinrich's ent­deckt wurde, läßt ihn Letzterer durch Meuchelmord tödten, welche Schuld dann der neue Herrscher durch eine Fahrt in^s gelobte Land zu sühnen verspricht. Das ist in großen Zügen der Hergang. Die Fabel eines Stückes kann wohl kaum einfacher sein, und doch hat es der Dichter mit dem ganzen Selbstbcwnßtscin des Genies verschmäht, sie durch das bunte Gerank der Phantasie weiter ausznputzen, sie vielseitiger zu gestalten ober gar durch das Eiuflechtcn einer Liebesgeschichte dem Geschmack der Menge zu schmeicheln. Er hat sich daran begnügt, den Charakter des Titelhelden mit aller Feinheit auszuarbeiten und zu entwickeln und aus ihm heraus den ganzen Vorgang psychologisch zu begründen. „Deines Sieges, Deines Falles tiefstes Element bist Du," diese ewige Wahrheit hat er hier wieder einmal in kräftiger Zeichnung bewiesen und obendrein die starke Lehre einfließen lassen, daß ein bloßes eingebildetes Hcrrscherthum von Gottes Gnaden ein Nichts ist, wenn es sich den Pflichten der Verantwortung den Unterthanen gegenüber anmaßend cntschlägt und in Tyrannei ausartet. — Die ganze Hand­lung des Stückes entwickelt sich, wie aus Vorstehendem schon ersichtlich, lediglich aus dem Auftreten des Königs, dessen schwankendes, aber großer poetischer Züge nicht entbehrendes Charakterbild ganz außerordentlich schwierige Anforderungen an den Künstler stellt. Faßt dieser die Rolle nicht richtig auf, führt er den Charakter trotz dessen Unflätigkeit nicht einheitlich durch, so muß das Stück mehr oder weniger fallen, ob auch die Kunst der Regie und die übrige Darstellung ihr Möglichstes (Hut. Herrn Friedrich war die verant-

lichen schulsiigend dienende Einrichtung aufmerksam geiiiacht. Mit dem Eintritt in dicse Knnben-Abiheilnng sind Eeiiterlei Kosten ver­knüpft. Anmeldungen werden jederzeit entgeqengenommen Plcitter- straße 2, Hof 1.

wortungsvolle Aufgabe zugefallcn, den König zu ver­körpern, uud es ist gewiß, daß er mit Ernst an ihre Lösung, hcrangetrcten ist. Um so bedauer­licher ist es, daß Fleiß und Müh' mehr oder minder vergeblich waren. Der Darsteller hat die Intentionen des Dichters nicht voll erfaßt. Zunächst hat er die Rolle des Königs zu pathetisch uud declamatorisch aufgefaßt, er bot zu viel Pose, während doch die Shakespeare'schen Figuren stets uud überall eine durchaus naturalistische Verkörperung verlangen. Dann aber kam noch dazu, daß Herr Friedrich auch seiner Auffassung nicht gänzlich gerecht wurde; seiner Rede fehlte nämlich die Modulation und so ging schon ans diesem Grunde manche Perle des Shakespeare'schen Dialogs verloren, ja, selbst der Moment der tragischen Schuld, der Raub des Boiingbrok'schen Erbes durch den König, kam durch diesen Umstand nicht völlig zur Geltung. Darüber kann für uns keinerlei Zweifel bestehen, daß die gesammte Dar­stellung des Richard in der Charaktcrisirung vollständig ver­fehlt war, doch muß anerkannt werden, daß Herr Friedrich im Einzelnen viel Ansprechendes bot. So war beispielsweise jene poetische Scene, wo der König, vom Feldzug nach Irland zurückkchrend, den heimathlichcn Boden begrüßt, recht gut gegeben. Auch das Auftreten des seiner Krone ent­sagenden Herrschers, namentlich jene dichterisch und philo­sophisch so großartig empfundene Scene, wo der büßende König seine Sünden nicht von einem Schriftstück, sondern aus feinem eigenen Spiegelbilde abzulesen begehrt, hatte viel Fesselndes, desgleichen pulsirte bei der Mordscene im Kerker echt dramatisches Leben. Dennoch muh der Haupteindrnck leider bestehen bleiben, daß die Ucbergänge in diesem schwankenden Charakter nur ungenügend vom Künstler be­gründet waren und daß sein König in Rede und Pose ein Theaterkönig mit den Allüren eines Jutriguantcn war. Diese bittere Wahrheit wird immerhin durch

-n. Aufmerksame Beobachter der Natur werden die Erfahrung machen, daß die Schwalben nicht alle gleichzeitig miteinander fortzichen, sondern daß ein

König Mchard II.

Königliche Schauspiele. Samstag. Zum ersten Male: Der Tetralogie „Die rothe Rose" erstes Stück: „König Richard II." Historie in fünf Abthcilungcn von Shakespeare. — Im Allgemeinen kommt bei der dichterischen Behandlung eines geschichtlichen Stoffes die historische Treue zu kurz und die Licentia poetica muß sich Vieles gefallen lassen, wenn ein interessantes Ganzes entstehen soll. ' Daß unter Umständen ober ein ungemein einfacher, historischer Vorgang zur deutbar wirksamsten dramatischen Handlung genügt, wenn ihn ein Genie mit erleuchtetem Geiste durch­dringt und den inneren Kern der Sache glänzend entwickelt, das hat Shakespeare in seinen Königsdramen im Allge- weincn und in dem ersten derselben, in Richard II., im vcsonderen erwiesen. Er hat den Stoff nicht nach allen Seiten zu wenden brauchen; scheinbar unbefangen ist er 'M entgcgengetrcten, um ihn zu nehmen, wie er war. So 'fl denn ein Charakter- und ein Zeitbild entstanden, das, in allem Wesentlichen sich nicht von den Schilderungen Holin- lched's, aus denen es geschöpft ist, entfernend, in Wahrheit den Titel einer „Historie" verdient, anderseits aber auch Anspruch erheben kann, ein dramatisches Kunstwerk im fmincntcn Sinne zu sein. — Richard II., der junge, von Schmeichlern und Höflingen mißleitete, von dem Gottes- Madenthum seiner Herrschaft auf das Tiefste durchdrungene, ?*tr trotzdem äußerst mißtrauische und schwache König ver- "aniu wegen eines Streites mit einem andern Lord ohne ^Kere rechtliche Begründung seinen Vetter Bolingbroke und M, um den Prinzen, dessen Beliebtheit er fürchtet, i/rl9 lahm zu legen, nach dessen Vaters Tode zudem

Verbannten Erbgüter ein. 7 Diese Schuld sollte sich Mn. Bolingbroke kehrt zurück, sammelt Anhang, bekämpft

Lorales.

(Rojbfiy bet CriflinalMtrefronbenaen nur unter beutliteraueHtnungaie geitaUet.) Wiesbaden, 12. October.

— 3nt Ktadtverordnetrn-Mahl ist nun eine „Wahlliste der Versöhnlichen" für die II. Wahladtheilung erschienen. Sie lautet: W. Beckel, Badewirth; Dr. I. Bergas, Rechtsanwalt; Franz Fehr; Dr. Carl Heyman; Wilhelm Holthaus; August Krcckel, Landesrath; Dr. Carl Meurer sen.; Wilhelm Müller, Rentner; C. W. Poths, Fabrikant; Georg Rühl, Kaufmann; Carl Scholz, Jnstizrath; Heinrich Schreiber, Rentner; Christian Stein, Bauunternehmer; I. B. Wagemann; Heinrich Weil, Rentner; Martin Willet, Arehitect.

* Nächsten Mittwoch, beit 14. I. M., Abends 8','t Uhr an» fangend, wird Herr Paul im Vereinslocal des Stolze'schen Steno- graphen-Vereins „Walthers Hof", Geisbergstraße 3, Bericht erstatten über die Stolze-Feier und den internatiounlen Stenographentag in Berlin dieses Jahres. Nichtmitglieder können eingeführt werden. — Heute Dienstag, Abends 8'/. Uhr, beginnt ein Uuterrichts-CnrsnS tu Stolze scher Stenographie in der Lehrstraßc-Schule, woselbst noch Anmeldungen entgegen genommen werden.

* Tie Herbstturnfahrt des „Männer-Turnvereins" gelangte gestern in schönster Weise zur Ausführung. Morgens 6'/« Uhr marschirten die 40 Theilnehmer nach Biebrich, benutzten das Schiff nach Bingen, um danir unter Führung des zweiten Kreisvertreters des Mitteliheinkreises, Herrn Schmuck (Bingen), eine vierstündige Wanderung in den Binger Wald auzlltreten. Das Welter war schön zum Marschiren, leider hellte es sich aber den ganzen Tag über nicht ans, so daß die Fernsicht eine mäßige blieb. Ten Schluß des Marsches bildte der untere Theil des wildromantischen Mcrgen- bachthales. Es wurde sodann Schloß Nheinstein besichtigt, dann nach Aßmannshausen übergesetzt und von hier ans der Riederwald erstiegen. Weiter ging's bann an bie bekannten Sehenswürdigkeiten vorbei nach dem National-Denkmal. Von hier ans gedachte man der Metzer Turngenossen mit einer Zuschrift und beschloß dann in Rude-Heim den Marsch. Hier traf man auch wieder mit einigen Turnern zusammen, die sich in den Binger Bergen verkraxelt und bann auf eigene Faust getnrnsahrtet hatten. Die Tour war wieder vollständig gelungen. Lied, Spiel und Lauf hatten fröhliche Ab- wechfelnng geboten, so daß jeder Theilnehmer trotz der anstrengen­den Bergsteigerei völlig befriedigt war.

* Der seit 15 Jahren hierselbst bestehende „Evangelische Männer- ' Welcher sich die Förderung des geistigen und sittlichen Wohles der maniilicheu Jugend aller Stände zur Ausgabe gestellt hat, hat jetzt eine besondere Abtheilnnq für Knaben von fahren gebildet. Die Zusammenkünfte ber Knaben finden leden Mittwoch Nachmittag von 2-3V- Uhr im Evangelischen Ver- emshanse, Platterstraße 2, 1, statt. Die Knaben sollen in diesen zwanglosen Zusammenkünften in einer dem kindlichen Geinnth an- gepaßten Weise durch harmlose, fröhliche Spiele rc. unterhalten und beschäftigt, sowie durch kurze gemeinsame Betrachtung leichtverständ­licher biblischer Geschichten im christlichen Glauben gefördert werden. Eltern, Vormünder zc. seien hiermit auf diese dem Wohl der licheu Schuljugend dieiiende Einrichtung aufmerksam gemacht

Regierungsrath v. Reichenau. Zu, mehrere Klagen, tvelche sich gegen die i r_ Ordnung der Stadt Frankfurt a. M. vom 3. Juli 1891 richten. Es ist dies zuerst die Klage des Privatiers Heinrich Hering, worin beantragt wird, einen Bescheid aufznhebcii, welcher die Genehmigung zur Bebauung zweier Grundstücke am verlängerten Oberweg verweigert. Die Zurückweisung des Baugesuches erfolgte deshalb, weil sie den Bestimmungen der neuen Baupolizei-Ver­ordnung nicht entsprochen haben. Der Kläger behauptet, daß für fein Baugesuch nur bie alte Verorbnung maßgebend wäre, beim diese habe an dem Tage ber Einreichung seiner Gesuche zu Recht bestanden. Die neue Verordnung erscheine aus formellcu und materiellen Gründen ungiftig. Für die letztere Behauptung wird namentlich gclteiid gemacht, daß die neue Verordnung große Härten entschließe, in die Privatrechte ganz bedeutend einschneide und that- sächlich einer Expropriation gleichkomme, für welche eine Bau­polizei - Verordnung nicht jiitreffeiib wäre. Von beklagter Seite wird betont, daß die neue Verordnung zu

Recht bestehe nnb das klägerische Baugesnch nach derselben zu teurtheilen fei. Der Bezirks - Ausschuß konnte den Magistrat von Frankfurt a. M. nicht für berechtigt halten, auf Grund der Bestimmuiigeu der Bau-Polizeiordnuug vom 3.Jnli 1891 die Genehniigung zu verweigern und ging dabei von der Erwägung aus, daß diese Verordunug nicht für gültig erachtet werden könne, denn es erscheine als zwingende Vorschrift, daß in der Stadt Frankfurt ber § 143 des Gesetzes über die allgemeine Landes- VeNvaltmig ausbrücklich in ber Polizeiverorbnnng ungezogen werde. - Dem Lohnkutscher Christian Rollerzu Franksürt a. M. ist die Genehmigung rum Anbau an eine Nemife auf dem Grundstücke Leerbachstraße 12 c versagt und ihm die Niederleqiing dieses ohne Genehmigung errichteten Baues aufgegeben worden. Tie Klage wurde auf Kosten des Klägers abgewiesen. Der Gerichtshof nahm hierbei ein, daß die Baupolizci-Verordnuiig vom 3. Juli 1891 auf freien Fall keine Anwendung finde, da dieselbe als ungültig erlassen angesehen worden wäre, aber auch nach der alten Verordnung die er- MeneVau-Polizeiverfügungals berechtigtaiierkanntwerden müßte.— T'c Klage der Berliner Lebensversicherungs-Gesellschaft öu Berlin richtet sich gegen einen Bescheid der städtischen Vau- polizei zu Frankfurt a. M., wonach bie von der Klägerin be­absichtigte Einrichtung von Läden und Veränderung der Faxade Roßinarkt 16 als ein Umbau angesehen und die Genehniigung an die Zurückrückung des Hauses in die neue Fluchtlinie geknüpft wird. Tie Klage wird abgewiesen und Klägerin in die Kosten ver- urthcilt, da die geplante Umänderung als Umbau im Sinne des Gesetzes anznsehen fei und ber Magistrat zum Erlasse der au- Segrmenen Verfügung berechtigt erscheine. — Die Klage ber lat Hari ue Lautenschläger zu Frankfurt a. M. gegen beii

Magistrat bafelbft wegen Aushebung einer baupolizeilichen Ver­fügung wird als unbegründet abgewiesen.

-o- Kezirdo-Auoschliff. Sitzung vom 12. October unter dem Vorsitze des Herrn Verwaltuugsaerichts-Directors Geheimen ''en an. Zur Verhandlung stehen zunächst a ........ nelIC Baupoli zei-Ver- n sm Mnni S 1»01

Theil derselben aus der zweiten Brut erst später sich auf die Wanderschaft begicbt, einfach deshalb, weil die jungen Vögel, erst kaum dem Neste entschlüpft, noch nicht kräftig und flügge genug sind, die weite Reise zu unternehmen. So beobachtete ich, daß Negcnwetter und Sturm eine An­zahl Schwalbennester, in welchen bereits Eier waren, zer­stört hatten. Tags darauf aber waren viele Schwalben, weit mehr als die betreffenden Paare, die das Unglück betroffen hatte, eifrig damit beschäftigt, neue Wohnungen zu bauen, und bald gelang cs vereinten Kräften, sie fertig zu stellen. Sie Jungen aus diesen Nestern zogen nicht mit den anderen Schwalben fort; erst vor einigen Tagen haben sie ihre Hcimath verlassen. Sollte Vorstehendes nicht eine Erklärung für die Zeitungsnachrichten fein, die da melden: „Die Schwalben bleiben Heuer auffallend lange hier!"

-v Di« Maria-Hilf-Kirche, eine zweite Kirche, will die kctthol. Gemeinde bekanntlich auf einem von ihr bereits käuflich erworbenen Platze Ecke ber Castell- unb Kellerstraße, gegenüber ber Schule, erbauen. Vorläufige Plaue zu biefem Gotteshause finb bereits von Herrn ArchUect Max Meckel in Frankfurt a. M. angefertigt unb m dem Schaufenster ber Molzberger'schen Buchhandlung, in dem Neubaue neben ber Pfarrkirche in ber Louiseiistraße ausgestellt. Die Mana-Hilf-Ktrche erscheint in biefeu Plänen mit zwei Thurmeu unb m der Grundform der Pfarrkirche. Sobald bie erforderlichen Wittel vorhanden finb, wirb ber Kirchenbau in Angriff genommen werden.

P.-B. Ein midrrspnnsliger Fuhrmann. Am Samstag Abend gegen l'lt Uhr wurden an der Ecke ber Sonnenberger- unb Wilhelmstraße zwei Fuhrkuechte, deren Karrenfuhrwerke unbe­leuchtet waren, von einem Schutzmann aufgefordert, die Beleuchtung ?W"iühren. Hierbei benahm sich einer der Fuhrkuechte so unge­bührlich unb gewaltthätig, daß derselbe nur mit Hilfe zweier wideren Schutzleute gezwungen werden konnte, von weiteren Thatllchkeiten gegen den ersterwähnten Schutzmann abznlassen.

-o- Unfall. Ein an ber Hermaunstraße wohnhafter Kutscher tagte zum Schrecken vieler Passanten mit feiner Droschke frie toll durch verschiedene Straßen des „Wellritzviertels" bis er an ber Ecke ber Hellmnnd- und Hermaunstraße vom Bock geschleudert und überfahren wurde. Der Mann erlitt dabei eine so erhebliche Verletzung am Kopfe, Quetschung des Unterkiefers und Contnston im Gesicht, baß er bcsinumigslos liegen blieb unb ui das städtische.Krankenhaus verbracht werden mußte.

P.-B. Sri rinrr Razzia, welche die Polizei in der Nacht von Samstag auf Sonntag voriiahm, winden 12 obdachlose Personen betroffen, welche sich ans Kohlrulagerplätzen und in Strohhaufen ein Nachtlager gesucht hatten. Es wurde ihnen Obdach im Polizei- Gefangmß gegeben.

P.-B Rachtfrandal. In vergangener Nacht gegen 12 1161 tourben bem Wirth Trog, Dotzheimerstraße 56, von mehreren Galten, we che er ans feinem Wirthslocal gewiesen, fast sämmtliche Fensterscheiben seines Loeals mit Steinen eingeworfen. Beim Ein- treffen von Schutzlcuten unb Nachtwächtern ergriffen die Exeedenten die Flucht.

. == K^ine Notizen. Herr Securius theilt uns mit, daß er m dem zu heute Abend 8'/< Uhr im Saal des „Schützenhof" festgesetzten Vortrage nicht mir über Lichtlnstbäber, Sonnenbäder Bettdampfbäder und Lufthütten, welche von dem Erfinder, Herrn Ritlt, ui seiner Heilanstalt am Veldes-See in Oberkram empfohlen werden, sprechen wirb, sondern auch über die physikalische Heilanstalt des Herrn Dr. med. Krüche in München.

, . = k"'fl?en-U,ritrhr. 3"llang in der verfloffcneu Woche laut der täglichen Liste des „Bade-Blatt" 444 Personen.

Stimmen ans den» Uubliltnm.*)

* Die unverantwortliche Lässigkeit, Kelleröffnungen an der Straße ohne Einfriedigung offen stehen zn lassen, wenn etwa Kohlen oder Kartoffeln emgebracht werden sollen, hat dieser Tage in der Webergasse wieder einen Unfall zn Folge gehabt, indem die Tochter eines unserer gefeiertsten Mitbürger zum Theil in diese Oeffmmg hinemsiel unb sich dabei dermaßen den Fnß verstauchte, daß sie auf mindestens zwei Wochen ans Zimmer gefesselt ist. Es möge bemerkt fein, daß der Inhaber des betreffenden Kellers voll und ganz für leben, durch Lässigkeit verursachten Unfall einznsteheu hat und sowohl cwil- wie strafrechtlich haftbar gemacht weiden kann. Es fei bei ber Gelegenheit noch bemerkt, daß das Einbringen von Kohlen, wie es hier vielfach selbst in engen Straßen geschieht, nämlich baS Sturzen der Karre auf das Trottoir und das Hineiuschaufeln in den Keller im höchsten Grade unsauber, unter Umständen (wie im vorliegenden Falle) gefährlich unb für den Fußgänger-Verkehr hinderlich ist. Eine neue Polizei-Verordnung, wonach Kohlen nicht

*) Es sei bemerkt, daß wir Stimmen aus dein Publikum im Allge­meinen mir daun onfneymen, wenn die betreffenden Einsender sich unserer Redaction gegenüber namhaft machen. Anonyme Etuseudungen können keine Berücksichtigung finden. D. R.