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Nr. 603. Dienstag, 29. Dezember 1914. Wiesbadener Tngblatt.

Drdsrt * Lantzins-Beninga, Oberleut. der Landw.- Mv. 1. Aufgeb. (Wiesbaden), jetzt bei den Mun.-Kol. des 18. Armeekorps, * Andreae. Oberleut. der Landw.-Kav. 2. Mgeb. (Wiesbaden), jetzt beim Stabe der 42. Jnf.-Brig.. zu 'fttttnr befördert. * Henke. Saut, der Landw.-Jnf. 1. Stuf» ®§>. <Höchst), jetzt beim Landw.-Jnf.-Regt. Nr. öl), * Finger Worms). Leut, der Res. a. D.. zuletzt von der Res. des Jnf- Aegts. Nr, H 7 , jetzt beim Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 80 '

v«bn (1. Frankfurt a. M.). Leut, der Lcrndw. a. D.. zuletzt !§u der Landw.-Jnf. 1. Aufgeb., jetzt beim Landw -Jnf.-Regt. :L. 80, zu Obarleuts. befördert. * Kneipp. Vizcwachtm Wiesbaden), jetzt beim 2. Res.-Fußart.-Regt. Nr. 3. zum xttrt. der Res. befördert. * Neu sch äs er (Wiesbaden), Vize- teldw, jetzt beim Res.-Jnf.-Regt. Nr. 87, zum Leut, der Res. Gefordert. * Böbm. Vizefeldw. (Wiesbaden), jetzt beim Res.- ühf.-Rogt. Nr. 87. zum Leut, der Landw.-Jnf. 3. Aufgeb. be­fördert * Kranzbübler, Leut, der Landw.-Kav. 1. Anf- W (Wiesbaden), jetzt beim Pion.-Belagerunas-Train 25. zum verlaut, befördert. ^ v. M a s s o w. Oberleut. der Landw. ?.D.. zuletzt von der Landw-Kav. 1. Aufgeb. (Wiesbaden!, Mt beim Res.-Jnf.-Regt. Nr. 224. MM Rittm. befördert. * Fummel (Wiesbaden). Oberleut, der Res. des Garde-Gren.- AFts. Nr. 2. jetzt beim Ers.-Bat. dieses Regts., zum Hauptm Mordert. * Huber, Oberlaut der Res. des Füf.-Regts. ,£ 80 (Schneidemühl), zum Hauptm. befördert. * Wiskott ISrnft), Oberleut, der Res. des Füf.-Regts Nr. 80 (Jüterbog),.

Haupttn befördert. * B e ch t o l d . Obevleuk. der Res. peldart.-Regts. Nr. 8 (Wiesbaden), jetzt bei der 2 Ers.-Abt. 8? , Feldart.-Regts. Nr. 31, zmn Hauptm befördert. " Kellen stein (Wiesbaden). Vizewachtm. zum Leut, der Fes. befördert. * Dr. SK ölte (Wiesbaden!. Stabsarzt der Fes des Res.-Jnf.-Regts Nr. 56. zum Oberstabsarzt mit 'ment vom 28. November 1914 befördert.

Marinefunker gesucht. Wie wir hören, werden bei ^er Kaiserlichen Marine, und zwar der 1. Werftdivision und ^er 1. Torpedobootsdivision in Kiel sowie der 2. Werstdivision Und der 2. Torpedobootsdivision in Wilhelmshaven Warine- mnker eingestellt. Junge Leute, die gewillt sind, ihre Dienst- Seit jpei einer dieser vier Konrmandostellen als Freiwillige zn ^füllen und die noch nicht ausgehoben oder für einen anderen Truppenteil angesetzt sind, können sich wahlfrei bei einer der b>er genannten Kommandostellen melden. Von dieser wird uann alles weitere bezüglich der ärztlichen Untersuchung und °ergl. veranlaßt. Die Fachausbildung der Freiwilligen in j** Funkentelcgraphie erfolgt mit Genehmigung des ^eichsmarineamts durch die Deutsche Betriebs- ^sellschaft für drahtlose Telegraphie, m. b. H., Merlin FVV. 61, Tempelhofer Ufer 9, in einem besonderen ^hrgang, dessen Dauer je nach der Vorbildung der Frei­willigen 8 bis 10 Wochen dauert. An diesem Lehrgang können uur solche Freiwillige teilnehmen, die von einer der genannten wer Marinestellen als freiwillige Funker angenommen wor­den sind und die sich während der Dauer des Lehrganges in Merlin selbst unterhalten und bekleiden können. Der Unter­richt wird kostenlos erteilt. Nach geschehener Fachausbildung erfolgt die sofortige Überweisung und Einstellung bei dem ^treffendst! Marineteil. Gesuchen um Zulassung zu diesem Lehrgang die an die vorbezeichnete Gesellschaft zu richten Und, mutz der Anuahmeschein eines der eingangs bezeichneten Marineiteile bcigefügt sein.

klu§ Stabt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

ZahrplanSnderungen.

Vom 1. Januar 1915 ab werden zwischen Mainz und Wiesbaden folgende Trieüwagensahrten und Personen­züge auSfallen, weil sie nach den gemachten Beobachtungen nicht dringend erforderlich sind:

Mainz ab 5.21 vorm., 9.25 vorm., 4.54 nachm., 8.08 abends, 3.39 abends, 10.31 abends, 11.50 abends. Wiesbaden ab 7.59 darin., 9.52 vorm-, 6.30 abends, 8.24 abends, 9.06 abends, 9.50 Abends, 10.33 abends. 12.25 nachts. Der Personenzug V 1679 Mainz Abfahrt 7.37 abends nach Wiesbaden wird ttst 8.04 abfahren. Der Personenzug Nr. 1681 Mainz M>- whrt 8.15 abends nach Wiesbaden ist aus 8.30 verlegt. Der Personenzug Nr. 1692 Wiesbaden ab 11.20 abends nach Mainz fährt 10 Minuten später, ab.

, Zwischen Wiesbaden u^> Eltville fallen folgende ^riehwagenfahrten aus. WieDaden Abfahrt 6.10 vor»!., b-l6 nachm, und 8.34 abends. Eltville Abfahrt 7.03 vorm., 3 abends und 10.02 abends.

. Zwischen Frankfurt (Main) und Wiesbaden- ^ ö I n verkehrt ein Schnellzug mit Abfahrt 5.02 nachm, von Frankfurt (Main) 5.37 won Mainz-Kastel, 5.55 von Wiesbaden. Ankunft in Köln 9.30 abends. Die zwischen Mainz und Rüdes- verkehrenden sechs direkten Zuge (ohne Berührung von Wiesbaden) werden vom 1. Januar ab in Triebwagenfahrten Wit 3. und 4. Wagenklasse umgewandelt werden.

Tine Verlängerung der Verjährungsfristen.

. Der B u n d e s r a t hat aus Grund des 8 3 des Gesetzes Uber die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 folgende am 22. Dezem- ber veröffentlichte Verordnung erlassen:

8 1. Die in den 88 196, 197 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bezeichneten Ansprüche, die noch nicht verjährt sind, verjähren wcht vor dem Schluffe des Jahres 1915.

... 8 2. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Ver- uudigung in Kraft."

. Der tz 196 des BGB. bezieht sich u. a. aus die in zwei fuhren " verjährenden Ansprüche der K a u f l e u t e, « c fi r 1 1 a n t e n, Handwerker und derjenigen, welche z'U Kunstgewerbe betreiben für Lieferung von Waven, Ausführung"von Arbeiten und Besorgung fremder Geschäfte; ^ L a n d- und F o r st w i r t e für Lieferung land- öder forst- ^ischaftlicher Erzeugnisse für den Haushalt des Schuldners;

, e * Gastwirte und derjenigen, welche Speisen und Ge- %ie gewerbsmäßig verabreichen, für Gewährung von Woh- "Uffg Beköstigung usw.; der gewerbsmäßigen Ver- Mieter beweglicher Sachen; der Haus- und Wirt- -w a s t s b e a ml e n wegen des Gehalts, Lohns usw. Der 5,^7 betrifft die in vier Fahren verjährenden Ansprüche auf Rückstände von Zinsen, mit Einschluß der als Zuschlag -U den Zinsen zum Zweck allmählicher Tilgung des Kapitals iu entrichtenden Beträge, die Ansprüche auf Rückstände von

i e t - und Pachtzinsen und die Ansprüche auf Rück­wände von K o n t c n, Auszugsleistungen. Besoldungen, Ksrbegelder und alle anderen regelmäßig wiederkehrenden Ostungen.

. Der Bundesrat hat also die Verjährungsfrist derjenigen Sprüche, die Ende 1914 abgelaufen geivefen wären, um ein verlängert.

Kekdpostbriese bis 500 Gramm Höchstgewicht.

Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Gewicht über 250 Gramm bis 500 Gramm werden für die Zeit vom 11. bis ein­schließlich 17 Januar 1915 von neuem zugelassen. Die Ge­bühr beträgt 20 Pf. Die Sendungen müssen dauerhaft verpackt sein. Nur sehr starke Pappkasten, festes Packpapier oder dauerhafte Leinwand sind zu verwenden. Für die Wahl des Verpackungsftosfes ist die Natur des Inhalts maßgebend; zerbrechliche Gegenstände sind nach Umhüllung mit Papier oder Leinwand ausschließlich in starke Schachteln oder Kasten zu verpacken. Die Päckchen, auch die niit Klammerverschluß versehenen, müssen allgemein mit dauerhaftem Bind­faden fest iunschnürt werden, bei Sendungen von größerer Ausdehnung in mehrfacher Kreuzung. Die Aufschrift e n sind auf die Sendungen niederzufchreiben oder unbedingt halt­bar auf ihnen zu befestigen und müssen deutlich und richtig sein. Außer kleinen Bekleidungs- und Gebrauchsgegen­ständen sind auch Lebens - und Genußmittel zulässig, aber nur so weit, als sie sich zur Beförderung mit der Feldpost eignen. Ausgeschlossen sind leicht verderbliche Waren, wie z. B. frisches Obst, frische Wurst; ferner feuergefährliche Gegenstände, wie Patronen, Streichhölzer und Taschen- feuerzeuge mit Benzinfüllung. Päckchen mit Flüssigkeit sind nur zngelassen, wenn die Flüssigkeit in einem starken, sicher verschlosseneii Behälter enthalten und dieser in einen durch­lochten Holzülock oder in eine Hülle aus starker Pappe fest ver­packt ist, und sämtliche Zwischenräume mit Baumwolle, Säge­spänen öder einem schwammigen Stoff so cmgefüllt sind, daß beim Schadhafdw erden des Behälters die Flüssigkeit aufgesaugt wird. Sendungen, die den vorstehenden Bedingungen nicht entsprechen, werden von den Postanftalten unweigerlich zurück- gewiesen.

Todesfall. Gestern starb hier nach kurzer Krankheit der angesehene praktische Arzt Dr. Berthold S a l f e l d, der sich vor einigen Jahren in Wiesbaden niedergelassen hatte und sich einer guten Praxis erfreute.

Trauerfeicr. Für den am ersten Werhnachtsfeiertag nach kurzer Krankheit verstorbenen, in den weitesten Kreisen unserer Stadt bekannten Tierarzt Dr. Hch. Ehr ist manu fand gestern nachinittag 2 y 2 , Uhr in der Trauerhalle des alten Friedhofs an der Platter Straße eine Trauerfeier statt, an der sich ein zahlreicher Verwandten-, Freundes- und Bekannten­kreis beteiligte. Pfarrer Philipps von der Ringkirchengemeinde hielt die Gedächtnisrede. Die Beerdigung erfolgte aus dem Novdftiedhof. Der KriegervcreinGermania-Alemannia", dessen langjähriges Mitglied der Verstorbene war, eröffnete mit Fahne und Musik den Trauerzug.

Weihnachtsfeier imKaiser-Wilhelm-Heim".Eine Weihnacht, die uns allen unvergeßlich sein wird. Diese Worte kennzeichnen die ernste und stinnnungsvolle Weihnachtsfeier, zu der sich am Nachmittag des ersten Feiertags im werhnach.- lich geschmücktenKa-ser-Wilhelm-Heini" derDeutschen Ge­sellschaft. für Kaufmanns-Erholungsheime" die dort unwrge- brachten verwundeten Soldaten mit Mitgjlied-ern des ldiums, des Damenkomitees des Heimes und zahlreichen Freunden der Gesellschaft vereinigt hatten. Nachdem der erste Vorsitzende, Herr Kommerzienrat Baum, allen Erschienenen, rm besonderen aber den Verwundeten, einen herzlichen Will­komm entboten hatte, wies Pfarrer P h i l i p p i mit eindring­lichen Worten auf die Bedeutung der Weihnacht 1914 als eines Opferfsstes hin. In tiefer Ergriffenheit lauschten die Ver­wundeten, als er ihrer auf dem Schlachtfeld geblickbenen Kameraden, unserer teuren Toten, gedachte, die ihr Höchstes für das Vaterland geopfert hatten. Nach der Descherung,^ zu der die Gesellschaft und zahlreiche Freunde des Heims beige- steuert hatten, folgten LLeihnachtslieder und Vorträge. Hindenburg wurde in einem von Frau Kommerzienrat rf e h r- Flach gedichteten und begeistert aufgenommenen Liede ge­feiert. Besonderen Beifall löste bei den VevivuNdeten und Gasten ein von einer der im Heim ehrenamtlich tätigen Damen gedichtetes kleines Festspiel aus, in dem in ergötzlichen Versen das Leben im Heim während seiner Benutzung als Lazarett geschildert wurde.

Von der Ortskrankenkasse. Das Provisorium, welches m der Bestellung des Gerichtsassessors Dr. Frankenbach zum Vorsitzenden der" Allgemeinen Ortskrankenkasfe besteht, geht demnächst zu Ende. Dr. F. gedenkt in den Jüstizdienst zuruck- zukehren. Die Wahl des ersten Vorsitzenden der Kasse wird wahrscheinlich anfangs Januar wiederholt, und es steht zu er­warten, daß es diesmal zu einer Einigung kommt. Die Kasse würde dadurch einen Betrag von 900 M. als Differenz zwi­schen dem Gehalt des ordentlichen und dem des kommissarischen Vorsitzenden ersparen.

Gedächtnistafcl fär gefallene Lehrer. Der Kultus­minister beabsichtigt, eine Gedächtnistasel aller im Schuldienst stehenden Personen, die im Kriege gefallen oder ihren Wunden oder Krankheiten erlegen sind, zusammenzustellen. Die Kreisschulinspektoren sind zur Berichterstattung ange- wiefen worden über die Art des Todes, über die Stellung des Gefallenen, den Todestag und ob und welche Auszeichnungen er erhalten bat. Die Gedächtnistasel wird amtlich im Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsvarwaltung veröffent­licht werden. Nach den Mitteilungen der pädagogischen Preffe sollen von den-rund 40 000 im Felde stehenden deut­schen Lehrern rund 2lM: gefallen sein.

__ KriegShrlse der deutschen Lehrerschaft. Um die Rot jener Lehrerfamilien zu lindern, die durch den Einfall der Franzosen und Rüsten aus ihrer Heimat vertrieben worden sind und an Hab und Gut schweren Schaden erlitten haben, haben sick, derDeutsche L e h r? r v e r e i n" und der Katholische Lehrerverband" zu einer gemeinsamen Hilfs­aktion zusammengeschlossen. An die Lehrerfamilien Ostpreu­ßens wurden bereits rund 100 000 M. an Unterstützungen aus- bezahlt. Aus Elsaß-Lothringen sind bisher merkwürdigerweise noch keine Unterstützungsgesuche eiugegangen. Die Sammlung der Lehrerschaft, zu der derAllgemeine Lehrerverein im Re­gierungsbezirk Wiesbaden" bis jetzt üoer 3600 M. spendete, dauert fort.

Ausstellung in der Ofcwerbeschule. In der Gewerbe­schule ist. wie in jedem Jahr, eine A u s st e l l u n g von S ch ü l e r a r b e i t e n zu sehen; aber wie ganz anders ist sie gegen die der früheren Jahre: Die Schüler, die jetzt von Ge­setzes wegen hinmüsten, lernen denken, lernen Farben sehen, lernen Stilkunst und schulen den Geschmack, Der Glafer- lehrling, der Buchbinderlehrling, der angehende Scher, ihnen werden hier praktische, wertvolle Grundlagen gegeben. Sie werden richtig für die Kunst, erzogen, Augen und Sinne für Form und Kunstgefühl geschult. Direktor E. B e u t i n g e r, der neue Leiter der Schule, ist sich des Ernstes seiner Ausaabe Wohl bewußt, auch der Schwierigkeiten, auf die er stößt. Aber

Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt._Seite 5,

er dringt mit seiner Auffassung siegreich durch, das zeigen die ausgestellten Arbeiten. Wer sich für. das Wirken dieses Mannes näher interessiert, der lese den Aufsatz von Professor Otto Schulze (Elberfeld), der in der geschmachioll ausgestatte- len, in Leipzig verlegten ZeitschriftDer Profanbau" erschien. Direktor Beutinger wird durch geeignete Lehrkräfte aufs trefflichste unierstützt. Sowohl die Herren Gäßl und Bötticher wie auch Frl. Brugmann verstehen es, in den Schülern die Lust am Schaffen zu wecken, sie zum Nach­denken und selbständigen Arbeiten anzuregen. Neben den Ar­beiten der Pslichtschüler sind auch die Arbeiten freier Schüler ausgestellt und legen beredtes Zeugnis ab für das frohe Schaffen von Lehrern und Schülern. Das ernste Streben in der Gewerbeschule ist bis jetzt nur wenig beachtet worden, doch wird es sich recht bald die allgemeine Beachtung erzwingen.

Heraus mit den Skatkassen! Durch Feldpostanweisung ging dieser Tage beim Zentralkomitee vom Roten Kreuz ein Betrag von Feldwebel Th. ein mit dem Bemerken:Erlös aus dem Skatspielen der Unteroffiziere und Mannschaften der . . Kompagnie, in den Schützengräben südlich von Dperrr. Ist das nicht ein deutlicher Appell an alle Skatspieler in der Heimat: Skatkassen heraus fürs Rote Kreuz!

Von der Rhein- und Mainschiffahrt. In letzter Zeit ist der Wasserspiegel des Rheins stark gestiegen, was der Sch i f i- f a h r t sehr zustatten kommt. Auch Schiffe mit großem Tief­gang können jetzt bis weit nach dem Oberrhein verkehren, Bergwärts lainen große LKengcn Kohlen. Ansehnliche Ver- ftachtungen finden nach Belgien und den Nieder­landen statt, auch zwischen dem Rhein und Anttverpen. Der M a i n hatte in den letzten 14 Tagen für die Schiffahrt einen günstigen Wasser st and. Leider konnte er für den Veckkehr nur in beschränktem Dkatze ausgenutzt werden. Im Bergverkehr mangelte es an Gütern, eine Folge der durch den Krieg abgesperrten Seezufuhren. Im übrigen waren c-3 Eisenbahn-, Dienst- und Jndustriekohlen, die, aus^dem Ruhr- gebiet stammend, zu Berg gingen. Das Talgeschäft gestaltete sich lebhafter. Besonders Holz und Getreide wurden nach Mannheim, Mainz, Bingen und Koblenz gebracht.

Eine Warnung vor sogenannten Kugelschutzpanzern. Der stellvertretende kommandierende General des 18. Armeekorps erläßt folgende Bekanntmachung: In

zahlreichen durch die Zeitungen veröffentlichten Anpreisungen werden zurzeit Kugelschutzpanzer der verfchiedenften Art zum Sverkauf gestellt. Diese Schntzpanzer erfüllen durch­weg nicht den versprochenen Zweck, sind vielmehr, wie ein Versuchsschießen auf den von einer Firma G. Schneider u. Co.. SMaschinenfabrik, Roschlitz i. S., in den Handel gebrachtenKugelschutz gegen Jnfanteriegefchofle be­werft, dazu angetan, schwerere Verwundungen herbeizufuh«n. Abgesehen hiervon, sind sie auch geeignet, den Träger in f erner Bewogungsfr^iheit zu hemmen urvv ihm dLÜ>urch Erfüllung seiner Aufgaben in erheblichem Maßo zu erfchmeren. Vor Ankauf w i r d g e w a r n t.

Ein Lazarettzug der Logen. Die hiesigeRastan-Loge" teilt uns mit: Der L äz are t tz u g der deutschen Bne-Briß- Logen ist vom Kriegsministerium dankbar angenommen wor­den. Der Zug wird schnellstens für 240 liegende BerwuÄ>ete ausgerüstet und beginnt dann seine Tätigkeit in aller Kürze.

Personalnachrichten. Dem Pfarrer Hirschmann in Kredrich und dem Proviantinspektor a. D. Langer in Wies­baden ist, wie derReichSanzciger" berichtet, der Rote Adler­orden 4. Klasse verliehen. Dem Landgcrichtsrat Geh, Justlz- rat R o t h in Wiesbaden ist bei feinem Übertritt in den Ruhe­stand der Kronenorden 3. Klaffe verliehen worden. Zum Landgerichtsrat ist der Landrichter W i ch e r m Limburg er­

nannt.

_ Liebesgaben. Herr Sergeant Kaufmann Hch. Wolfs. Rbeinstraße 117, ließ eine Kiste mit Weiff- und Rotwein sowie Kognak und Herr Metzgermeister barth in der Marktstmste eine Kiste mit Fleischwaren den elternlosen Angehörigen des Füsilier-Regiments Nr. 80 als Weihnackitsgabe nbermitteln.

»orberichte. Vereinsversammlungen.

* Der nächste Familien - Kriegsabend d-S ,,M5nn«r- urnVereins Wiesbaden" findet am Mittwoch den 3 . Dezember, abends 9 Uhr, in der Turnhalle wieder statt.

Provinz Hessen-Nassau.

Regiernnysbezirst wtesbaden-

Cambcrg. 27. Dez. Fröhliche Gesichter sah die Stadtverwaltung im ^ Rathaussaclle, in dem allen Kindern uuserer Krieger aus städtischen und privaten Mitteln Weihnachtsgeschenke gegeben wurden. T>er würdigen, von dern Bürgermeister eingeleiteten Feier entsprach die Deko­ration im Hause und Freude hat das Ganze wohl tn jeden Winkel der Stadt getragen.

Nachbarstaaten u. -Provinzen.

Darmstadt, 27. Dez. Das Personal-Verzeich- r i s für das Wintersemester 1914/15 der hiesigen Großherzog- lichen Technischen Hochschule ist erschienen und rann zu dem Preise von 20 Pf. bezogen werden.

Neues ans aller well.

Ein schwerer Betriebsunfall. W1 T.-B- Köln, 28. Dez. In der Kalker Maschinenbauanstalt Humboldt zerriß bei dem Aufwinden eines schweren Kessels die Kette. Zwei Mann wurden getötet.

Ein seltenes Ehejubiläum. Bonn, 28 Dez. ^hre dia­mantene Hochzeit. feiern am 4. Januar die Eheleute Moses Appel und Adelheide, geb. Seölmann. in .Endenrch.

Kus unserem Leserkreise.

Nickt vermeldete Einsendungen können wever zurüctgesandt. nock ausbswadrt m-rden^

* Im Jntereffe des Roten Kreuzes wird an die Militär- ebövde die Anfrage gerichtet, ob «8 sich nicht ermöglichen ließe, atz nach Wiesbaden ein oder zwei eroberte leindlichs le schütze gesandt und dort an geeigneter Stellern f ge­sellt würden. Die Aufstellung dürfte nalü.ttch keine sfentliche sein, sie müßte dem tig erfolgen, daß die Besich- ipunn der Geschütze nur gegen Zahlung eines geringen Lm- cittsae'des 10 oder 20 Pf. gestartet wurde Der Erlös. ,elckier täglich aus 80 bis 100 M. zu veranschlagen Ware, 'ürbe dann nach Abzug der Unkosten am tws. Wiesbaden« tote Kreuz abzuliefern, sein und erne gute Emnohmearwue Ür dasselbe sein wenigstenZ eine geraume Zewiang. P.