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Seite 4. Morgen-Ausga be. Erstes Blatt.

zusammenzuschließen. Preußen geht in den angrenzenden Königreichen auf. Berlin wird freie Stadt, Frankreich geht bis zum Rhein und ein Stück in das Grotzherzogtum Baden hinein, Belgien erhält Rheinland bis Köln, Öster­reich wirdxz er stückelt und die einzelnen Teile fallen an Rußland, Rumänien, Serbien, Montenegro und Italien. Böhmen und Ungarn werden unabhängig und neben ihnen wird ein Großherzogtum Österreich hergestellt. Ilm die Zahlung einer Kriegsentschädigung zu garantieren, werden die H a u p t st ä d t e Österreichs und Deutschlands 20 Jahre mit feindlichen Garnisonen belegt. Wie auf dem Kontinent, so ergeht es auch Deutschlands Kolonialreich und der Türkei. In Europa bleiben alsdann nur vier Großmächte übrig: Frankreich, England, Rußland und

Italien, ferner 19 Sekundärstaaten und 6 Kleinstaaten.

Ein törichtes Märchen.

Eine Probe davon, mit welchem Blödsinn man in Eng­land die Zeitungsles-er füttert, gibt folgende Leistung des Reuterschen Bureaus. Es meldet aus Boulogne: Ein franzö­sischer Lazaretiransport brachte dieser Tage einen 18jährigen Jüngling nach Calais, wo er zur allgemeinen Überraschung als ein deutscher Soldat vom 35. preußischen- Infanterie-Regi­ment erkannt wurde. Auf seinem Rock war eine Karte amfge- steckt, auf der in französischer Sprache zu lesen war: „Ein deutscher Soldat, der wegen seines Mutes in jeder Hinsicht gut zu behandeln ist. Er rettete zwölf belgische Soldaten/ die von den Deutschen erschossen werden sollten." Die Echtheit dieser Erklärung wurde durch den Stempel eines belgischen Generals und die Unterschrift eines Sanitätsoffiziers bekun­det. Der junge Deutsche erzählte, daß er uach vierzehntägiger Übung nach der Front gesandt wurde. In Dixmuiden wurde er einem Hinrichtungskommando zugeteilt, das Müls ge­fangene belgische Soldaten -erschießen sollte. Der Jüngling war vorr ihrer Unschuld so sehr überzeugt, daß er beim Kom- mcmdo Feuer ausrief: „Unschuldige Menschen erschießen, rst kein Krieg!" Da erschoß er den Offizier, der das Kommando befehligte. In der daraus entstehenden Verwirrung schnellten die verurteilten Belgier und der junge Deutsche auf die Lauf- «wäben der Verbündeten zu. Das Kommando sandte ihnen mehrere Salven nach, wobei der Deutsche mit einem Armschuß dicht an der Eisenbahn niederfiel. Die Soldaten der Verbün­deten brachten ihn und die Belgier in Sicherheit.

Ern schwedisches Urteil über Nutzland und

England.

Professor Dr. Steffen, Mitglied der Ersten Kammer des schwedischen Reichstags, schließt einen Artikel „Der Welt­krieg und unsere sittliche Kultur" mit den Säßen: „Es ist mir ausgefallen, daß während dieses Weltkrieges regelmäßig die gröbsten reinsten Lügen in Rußland und die gemeinsten Schmähungen in England fabriziert werden; und ich sage mir, daß dies mit der geistigen Primitivität der Russen und der geistigen In­sul arität der Engländer zusammenhängen mutz. Der Krieg werde die sittliche Kultur Europas wesentlich fördern, wemr er dieser Primitivität und dieser Jnsularität ein End e machen könnte — was meines Erachtens nur durch einen vollen entscheidenden Sieg Deutschlands ge­schehen könnte."

Eine Bitte um schlecht Wetter.

Geheiurrat Professor Dr. Friedrich Seesselberg, der jetzige Vorsteher der Architekturabteilnng an der Berliner Technischen Hochschule, der im Felde zum Bataillonsführer be­fördert worden ist und das Eiserne Kreuz erhielt, schreibt aus der Frorst: „Flehen Sie doch den Himmel um alle Scheußlich­keiten an, die er senden kann: rneterhohen Schnee, strömenden kalten Regen, Bäume knickenden Sturm, Frost über 20 bis 30 Grad! Dergleichen geht zwar auch uus an die Nerven, ganz gewiß aber "weit mehr dem Feinde und seinen Turkos und Zuaven. Der ganze gegenwärtige Krieg hier im Westen mit den immer wiederholten Angriffen hüben und drüben, bei denen so oft eine unter großen Verlusten mit stürmender Hand heute genommene Stellung morgen wegen unerhörten Granat- feuerZ wieder preisgegeben werden muß, ist überhaupt fast nur noch eine Probe ans die Überlegenheit an Nerven - und Willenskraft. Alle die herrlichen Jungen, die wir hier vor den Feind führen, sind aber noch voller Kampfes­lust und Siegeszuversicht, und so können Sie dort in der lieben Heimat getrost auf uns bauen, daß wir durch­halten."

Ein deutscher Staatsangehöriger!

Mau sandte uns, so schreibt ein Berner Blatt, mehrere deutsche Zeitungen zu, darunter die Fachschrift „Produkten- markt". die folgendes Zitat enthielten: „Die „Hamburger

Nachrichten" veröffentlichen den folgenden Brief einer Firma in Vevey an ein Hamburger Haus: „„An die Firma (N.-N.) in Hamburg, Hunnenland! In Erwiderung Ihres Schrei­bens vom 6. Oktober benachrichtige ich Sie, daß der ange­sagte Wechsel verweigert wird, und zwar aus folgenden Gründen: 1. will ich mit dem deutschen Banditenpack nichts

zu tun haben; 2. bin ich Franken und nicht Mark schuldig! f. bezahle ich nicht, bevor der Krieg ein Ende hat. Einst­weilen warten Sie oder krepieren vor Hunger. (Folgt Unter­schrift.)"" Da auch in diesem Falle uns vor allem die Fest­stellung der Tatsachen geboten schien, setzten wir uns mit den „Hamburger Nachrichten" in Verbindung, um Nach­forschungen nach dem Sachverhalt veranlassen zu können. Heute erhalten wir die Mitteilung, daß die Industrie- und Handelsgesellschaft von Vevey von dem beanstandeten Artikel Kenntnis erhalten und dem Gemeinderat Anzeige davon ge­macht hatte. Der Urheber der an das Hamburger Haus ge­richteten Karte, Maric-Ludwig-Viktor Straub, wurde zweimal einvernommen; er bekannte, die Karte abge­sandt zu haben und fügte bei, er habe den „Ham­burger Nachrichten" geschrieben, sie möchten ja in ihrer nächsten Nummer veröffentlichen, daß der Ver­fasser der aus Vevey stammenden Karte deutscher Untertan sei. Straub ist am 21. Juli 1873 geboren als Sohn des Louis Philipp und der Josephine Schmidt; er ift deutscher Staatsangehöriger, gebürtig und zugehörig von G e b w e i l c r im Elsaß, war niemals Soldat, da er mili­tärfrei ist, und betreibt mit seiner Frau ein Konfektionsge- schäft in Vevey.

Eine Bestie in Menschengestalt.

Ans N o r d f r a n k r e i ch wird der „Kasseler Mg. Ztz." berichtet: Es war nach der Erstürmung von H . . . Etwa :'-A Stunde war das Dorf schon im Besitz der Deutschen. Der Feind hatte sich etwa 1 bis 2 Kilometer zurückgezogen und jen­seits des Dorfes an einem Waldrand eine neue Stellung be­zogen. Hunderte von Leichen bedeckten den Boden, hell leuch­tete der -Schein des brennenden Dorfes über das Schlachüfeld.

Wresbrrderrer Tagblatt«

Nachdem alle Häuser der genommenen Ortschaft von den Unsrigen durchsucht waren, erhielt ein- Feldwebel den Befehl, mit -einem Gefreiten und drei Mann das Schlachtfeld abgu- patrouilli-eren und die neuen Stellungen des Feindes zu er­kunden. Wir machten uns sofort auf den Weg. Die Kranken­träger, sowohl die unsrigen als auch die feindlichen, waren schon eifrig an der Arbeit. Die französischen -Ambulanzen trachteten vornehmlich darnach, möglichst nur Verwundete ihrer Nation abzutransportieren, nahmen jedoch auch, mitunter deutsche mit. Ebenso ging es auf unserer Seite. Hier und da fand auch ein Austausch zwischen deutschen- und fvcmzüsi- schen Verwundeten statt. Rach einigen hundert Metern Wegs trafen wir mit anderen Patrouillen zusammen, mit denen wir unsere Beobachtungen austauschten.

-Auch viele Engländer, sowohl tote als auch verwun- dete, lagen am Boden. Plötzlich wurden wir auf ein Geräuzch aufmerksam, welches aus einiger Entfernung hörbar wurde. Es war ein verwundeter englischer Infanterist, der vor Schmerzen stöhnte und fortwährend nach Wasser ver­lang,te. Einer unserer Begleiter reichte ihm seine Feld­flasche hin, deren Rest er mit einem Zug austrank. Nachdem !vir noch seine Lage verbessert hatten, wandten wir uns zum Gehen. Doch noch keim 10 Schritt waren wir gegangen, als hinter uns ei n Sch utz k r ach t e. Leider traf auch, die Kugel ihr Ziel, das ihr das Auge des hinterlistigen Schützen gegeben hatte. Einer unserer Kameraden stürzte t o t zu Boden, von der Kugel des schurkischen Engländers durch den Kopf ge­troffen. Doch, da kannte auch unsere Wut keine Grenzen mehr. Der Feldwebel zog den Degen und Mb denn verruchten Meuchelmörder den Todesstoß. Leider war unserem Kame­raden nicht mehr zu helfen. Schon in wenigen Sekunden war er verschieden. Als wir dann darnach den englischen „Ehren­mann" einmal etwas näher untersuchten, entdeckten- wir außer verschiedenen Brustbeuteln mit namhaften Geldbe­trägen nicht weniger als 20 wertvolle Ringe -und 0 frisch ab geschnittene Finger mit Ringen bei ihm, die er, -wie sich am anderen Aiorgen beim Begraben der Toten heransstellte, den umliegenden Gefallenen und Verwundeten, ganz gleich, ob sie noch lebten oder schon tot waren, a b -g -e s ch n i t t e n hatte.

Friedrich Koch III, 5./166, Einjähr.-Geff.

Bo« der belgischen Kriegsschatzung.

W. T.-B. Washington, 28. Dez. (Nichtamtlich) Staats­sekretär Bryan erklärte, daß alle Schritte des amerikani­schen Gesandten in Brüssel, die eine Herabsetzung der Kriegs- kontributirm z-um Ziel hätten, inoffiziell und ohne Er­mächtigung der Regierung gemacht würden.

Eine belgische Gräfin unter schwerem Verdacht.

W. T.-B. Brüssel, 24. Dez. (Nichtamtlich) Am 9. Dezem­ber wurde die Gattin des Oberfthofmavschalls des Königs der Belgier, Gräfin Marie Louise de Merode, auf der Fahrt von Antwerpen nach Brüssel von den deutschen Posten aufgehalten. Das Gepäck wurde untersucht. Es fanden sich darin mehrere Papiere, die den Verdacht austommen ließen, daß das Grafenpaar Bezi/ehungen zu England und Frankreich pflege, die für die deutschen Interessen hätten schädlich werden können. Ohne weiteres legten die Papiere die Schuld nicht klar, aber das Material war doch so stark beIastend, daß ein feldgerichtliches Verfahren not­wendig erschien, das angeordnet wurde; handelt es sich doch um Verbrechen, welche nach den deutschen Kriegsgesetzen mit dem Tode oder mit Zuchthaus bestraft werden. Wie wir hören, fand das Feldgericht am 22. Dezember in Brüssel statt. Der Gerichtshof gelangte jedoch zu einem freisprech-enden Urteil, da die Berdachtsgründe nicht ausreichten, um die Schuld als erwiesen anzuseh-en. Trotz des freispxechenden Urteils stand der Generalgouverneur in Belgien den Behörden das Recht zu, die Verdächtigen in ein deutsches Gefange­nenlager abführen zu lassen. -Wenn von diesem Recht kein Gebrauch gemacht wurde, so waren -sicherlich Erwägungen maß­gebend, welche von einer großmütigen Rücksicht geleitet waren.

Vorsicht! Feldschrapnells!

Der kommandierende General des 7. Armeekorps erläßt folgende Warnung: „In der Geschoßfabrik Siegburg

wurde beim Abladen eines mit Generator-S,tückkohlen der Zeche Dorsffeld beladenen offenen- Güterwagens (Fahrt von Station Dortmunderfeld nach Station Siegburg über Station Wedden) mitten zwischen Kohlen versteckt ein geladenes Artilleriegeschoß gefunden. Bei Untersuchung des Geschosses durch die Geschoßsabrik Siegburg hat sich heraus­gestellt, daß es sich um ein englisches Feldschrapnell handelte, dessen Sprengwirkung eine so erhebliche war, daß, falls es in die Generatorgasanlage der Geschoßfabrik gelangt wäre, es diese zerstört und den Betrieb in seinem wichtigsten Teile stillgelegt hätte. Wie, das Geschoß in den Wagen ge­kommen ist, hat sich nicht feststellen lassen. Bei der Art der Kriegsführung unserer Feinde muß mit der Möglichkeit ge­rechnet werden, daß dies durch einen Agenten geschehen ist, und daß die Absicht besteht, größere, der Heeresverwaltung oder dem allgemeinen Interesse dienende Unternehmen zu beschädigen oder zu zerstören. ES muß daher mit der Wahrscheinlichkeit gerechnet werden, daß sich derartige Ver­suche wiederholen werden."

Verleihung des Eisernen Kreuzes an den Minister der öffentlichen Arbeiten v. Brciteubach.

W. T.-B. Berlin, 28. Dez. (Nichtamtlich) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Kaiser hat dem Staatsminister und Minister der öffentlichen Arbeiten v. Breitenbach das Eiserne Kreuz 2. Klasse am weißen Bande mit schwarzer Ein­fassung verliehen.

Eine Auszeichnung des Staatssekretärs Zimmermann.

TU. Berlin, 28. Dez. (Ktr. Frkf.) Wie die „Voss. Zig." erfährt, ist der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Zimmer mann zum Wirkt. Geheimen Rat -er­nannt und ihm der Titel Exzellenz verliehen worden.

Einschränkung des Reujahrsbriesverkchrs nach dem Felde.

W. T.-B. Berlin, 28. Dez. (Nichtamtlich) Mit Rücksicht aus die große Überlastung der Feldpost wird dringend -empfoh­len, den Neujahrsbriefverkehr an -die Truppen im Felde nach Möglichkeit e i n z u s ch r ä n k e n, jedenfalls aber aus die Ws-endung von inhaltslosen Sch-erzkarten unter allen Umständen zu verzichten. Seitens des Kri-egsministe- riums ist im „Armeeverordnungsblatt" ein entsprechender Hinweis erlassen worden, -der auch in der Heimat überall be­achtet werden-sollte.

Weitere Hindenburg-Spenden.

Berlin, 27. Dez. Die Stadt Aachen bewilligte 20 000 Mark als HindenLurg-Spende, für das Ostheer 20 000 M. und weiterhin 10 000 M. zur Anschaffung von Liebesgaben.

Dienstag, 28. Dezember 1914. Nr. 603.

— Die Stadt Stettin bewilligte 30 000 M. als Hrnde^ burg-Speude und beschloß, eine Straße und eine Schule nach Hindenburg zu nennen.

Schenkung für Schwerverwundetc.

Der Inhaber des Bankhauses Jaffa u. Levin, Herr Max Jaffa, hat anläßlich des 25jährigen Bestehens seiner Firma die Summe von 10 000 Di. dem Kriegsministerium zur Verfügung gestellt. ES sollen solchen Kriegern, die durch außergewöhnlich ernste Verwundungen, besonders auf heim­tückische Weise dauernd und schwer in ihrer Gesundheit be­einträchtigt sind, Geldgeschenke in Höhe von mindestens je 100 M. überreicht werden. Der Kriegsminister hat es über- nommen, die für die Schenkung in Betracht Kommenden in Vorschlag zu bringen.

Deutsches Reich»

* Keine weiteren Zollaufhelmugen. Die „Nordd. Allg. Zig-' schreibt unter der Überschrift: „Vergebliche Spekulation ans Aufhebung von Zöllen, namentlich auf Aufhebung des Kartoffel- mehlzollss": Obwohl im Morgenblatt der „Novdd. Allgem

Zeitung" vom 5. Dezember bereits darauf hingewiesen^wurde, daß alle Anträge auf Ergänzung des Verzeichnisses der zollfreien Waren bis auf weiteres abgelehnt werden mutzten und solche Anträge sowie Anträge auf Zollerlaß lm Einzclfalle völlig aussichtslos sind, entstehen immer wieder Ge­rüchte, datz für einzelne Waren Zollaufhebung in Aussicht stehen solle. Solche Gerüchte geben dann Anlaß zu Speku­lationskäufen inr Ausland und führen zu schweren Ent­täuschungen der betroffenen Händler, die bei der Ein­fuhr der Waren zur Zollzahlung angehalten werden und sich vergeblich um Zollerlaß bemühen. So beantvagien jetzt mehr­fach die Händler die Aufhebung des Zolles auf Kartoffel­mehl und machten in der Hoffnung- auf Aufhebung des Zolles spekulative Einkäufe im Ausland. Die Hoffnung ans Auf­hebung des Zolles auf Kartoffelmehl rst unbegründet. Es besteht rr i ch t die Absicht, die fehlgeschlagenen Spekulationen durch Gewährung eines Zollerlasses zu unterstützen.

* Ein Erlaß des Berliner Polizeipräsidenten für die Silvesternacht. Aus Anweisung des Oberkommandos in den Marken hat -für die Silvesternacht in diesem Jahre der Polizei­präsident. folgendes angeordnet: 1. Der Schluß der Theater wird auf 11 Uhr festgesetzt. Ausnahmen werden nur in M«g besonders begründeten Fällen zugelassen. Lichtspieltheater und sonstige Lnstbarkeiten müssen uni 10 Uhr abends beendet sein. 2. Tanzerlaubnis wird nicht erteilt. 3. Sämtliche Schanklokale sind in der Zeit von 1 Uhr nachts bis 7 Uhr vor­mittags geschlossen zu halten. Gäste dürfen während dieser Zeit nicht geduldet werden. Auch geschlossene Gesellschaften sind für ihre SilvesterzNsammenkünfte in öffentlichen Lokalen — wie schon gemeldet — an die Schluhstunde um 1 Uhr ge­bunden. Für einzelire Lokale wird, wie auch in den früheren Jahren, eine frühere Schlußstunde festgesetzt werden. Reden und sonstige Vorträge dürfen nicht gehalten werden. Mit Rücksicht aus den Ernst der Zeit wird erwartet, daß das Publi­kum sich besonders ruhig und würdig verhält, und Lärm und Unfug, wie er in früheren Jahren, namentlich unter den Linden sowie in der Friedrich- und Leipziger Straße vorge« kommen ist, in diesem Jahre völlig unterbleibt, damit unlieb­same Zwischenfälle vermieden werden und cs polizeilichen Ei"' schreitens nicht bedarf.

v. E. K. Zurückweisung einer Beleidigung evangclffchcr Theologen. Auf dem Felde der Ehre sind zahlreiche evangelische Theologen gefallen, die große Mehrzahl mit der Waffe in der Hand. Es ist darum tief bedauerlich und ver­dient niedriger gehängt zu werden, wenn das „Bayer. Vater­land" in Nr. 290 vom 15. Dezember mit Bezug auf den Kriegs dienst evangelischer Pfarrer u. a. schreibt: „Wir haben jedoch das Gefühl, -daß sich eines nicht für alle schickt, daß sich aber das Menschenschlachten am allerwenigsten für einen Apostel des Friedens geziemt." Diese Tonart wird, dessen sind wir sicher, einmütig auch von den deutschen Katholiken abge- lchnt werden. Der Kampf für das Vaterland ist etwas ande­res als ,,-Dlenschenschlachten". > Dazu bestätigt das „Bayer- Vaterl." selbst, daß auch im katholischen Klerus Hunderte es als eine Zurücksetzung betrachten, datz sie den Heldentod fürs Vaterland preisen, aber nicht daraus die Kon­sequenzen ziehen dürfen. Um so schlimmer also, wenn das Blatt über -evangelische Theologen, die als Helden gefallen sind oder noch in Reih und Glied stehen, ein derart einseitiges und tief verletzendes Urteil fällt; gleich als hätten sie etwas getam was sich Nicht für einen Theologen geziemt. Das ist eine gröb­liche Störung des Burgfriedens, die energisch 6^ rückgewiesen werden muH.

Heer und Flotte.

Personal - Veränderungen. Herzog von Sachsen- Coburg und Gotha. Ä. H.. Gen.-Leut. und Chef »es 6. Thür. Jnf.-Regts, Nr. 95, des 2. Rhein. Hus.-Regts. Nr. o und ä 1. s. des 1. Garde-Regts. z. F., zum Gen. der Ins. A fördert. * Prinz Maximilian von Baden. GrE Hoheit Gen.-Leut., ä I. s. des Garde-Kur.-Regts. und des 1 Bad. Leib-Drag.-Regts. Nr. 20. zum Gen. der Äav-^ fördevt. * Fürst zur Lippe, Durchl.. Gen.-Malor, Wi des 3. Bats. Jns.-Regts. Graf Bülow v. Dennewitz (6 WejN^ Nr 65 und ä 1. s. des 1. Garde-Regts., zum Gen.-Lenü fördert. * Graf zu Gulenburg. Gen. der Kav., stellverm kom Gen. des 1. Armeekorps, * b. Bac meiste r. Gen Inf., stellvertr, kom. Gen. des 6. Armeekorps. * v. Joeh^. Gen der Art., stellvertr. kom Gen. des 9. Armeekorps. BW b. Gavl, Gen. der Inf., stellvertr. kom Gen des 7 Armem korps. * Gaed-c. Gen. der Inf., stellvertr kom Gen. 2 ^- 14. Armeekorps. * v. Schack. Gen. der ^nf.. stellvertr. k Gen. des 17. Armeekorps. * Frhr v. Manteuffel. Gew der Inf. Chef des stellvertr. Gen-Stabes der Armee, eu Patent ihres Dienstgrades erhalten, * Frhr Mars Ä« l - Gcn.-Lcnt und Gen ü I. s. Sr. Map des Kaisers und KoE' der CharÄter als Gen. der .Kav. verliehen. v. Ave man Hauvtm und Battr -Chef im Feldart.-Regt. Nr 27 zum ; befördert * v. Seiten, Oberleut. rm Fus.-Regt. Nr.89. Korwan, Oberleut, im Feldart.-Regt. 27. komdt pr« leiitung bei der Art.-Werkstatt in Stratzburg i. E., Sw H<wv „ befördert. * v Heydebreck, Leut, im Füs-Regt. Nr..80^. b Natzmerfi Leut, im Füs-Regt Nr. 80. komdt., zur D-ensA als Jnsp.-Ofsiz für die Verstärkung der Kriep-schule Neiße zu Oberleuts, beordert. * t. Trotha. Oberlent.

Res des 2 Ga-de-Regts z. F. (Wiesbaden). * Stör« Oberlent. der Res. des Füs -Regts^ Nr. Ab ll Frankfu^ aW * Waltfried. Oberlent. d. R. des Feldart.-Regts. jp- « (Wiesbaden). jetzt beim Ref.-Feldart-Regt. Nr. T „ Holzer, Oberlent der Res. des Jns.-Regts. 88 (D> ^

fcSib) iefel beim Landw -Jns.-Regt. Nr. 88 *. Bau man Obsrleut. der Landw.-Futzart. 1. Anfgsb ^ (®ie©faben) I c beim 1. Fnßart-Regt. Nr 3 * Vittali, Obcrleui. ., Landw.-Feldart. 2 Aufgeb. (Wiesbaden). letzt bei der Grp Abt"des Feld-Art.-Regts Nr. 31 * Berger. Oberlent- & Landw.-Jns. 2. Aufqeb (Wiesbaden!, letzt beim Landw-Zw Regt. Nr. 80, * v. V er sch u er (Höchst). Oberlent a. D.. letzt tm Füs. Regt. Nr. 80. jetzt beim Regt., zu Hauptt. ^