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Wirth gewichen wäre, ihm die Insinuation zu thuu, ich hätte aber gesagt, warum sie ihn nicht hätten benahmt, ich wollte zwar zu ihm gehen, ich könnte es ihm aber nicht aufdriugen. Alß ich nun gleich nach 9 Uhr vor N. Weiß im Anker in seiner Stuben erschiene und ihm meldete: wie ich an ihn gewichen, um diese Kahscrl. Appell. Procch nebst Teilten Consorten zu msinuireu, ihm auch das Kayserliche Original vorgelesen, bekam ich diese Antwort: Die Sache gehe ihn nichts an, hätte auch nichts damit zu thun. Da ich dann wiederum zrt eruieltem Oberschutthciß ging, ihm vom Herrn Ambtmann und Ankerwirth Weih die Antwort brachte, Wiehe er mich an die fürstliche Regierung. Alh ich mich nun auch alda um 10 Uhr Vormittags melden lieh, mnßrc ich in die Raths-Stuben hinein kommen; fragten mich, ob ich die Sachen hätte, fügte ich: ja. Da ich cs Ihnen zu lesen gab mit der Bitte, Sie sollten mir behilflich scyn und dem Herrn Oberschnliheiß befehlen, daß er die Bürgerschaft auf das Rathhaus kommen liehe. Aber da war auch nichts zu thun. Sagten: die fürstliche Regierung hätte nichts mit der Sache zu thun. Schickten mich wieder zum Herrn Oberschulcheih. Da ich dann zum dritten Mal vor ihm erschiene und auch diese Antwort von der Regierung ihm sagte, zuckte er die Achsel und sagte: er könnte mir darin nicht helfen, und es gehe die ganze Bürger­schaft nicht an, so könnte er sie nicht zusammen kommen lassen, ich müßte zu einem von den Rädelsführern gehen, daß derselbe die Ucbrigen ließe zu sich kommen, oder er es vor die Anderen anuehme. Sagte ich: ich würde also geuöthigct werden, es an das Rathhans anznschlagen, wann Sie mir nicht würden behilflich scnn, hätte auch solches denen Regicrungsräthen zu verstehen ge­geben, er aber solches mit Stillschweigen vorbey gehen ließe. Darauf ich dann zum Herrn Sladtschreiber Hahn ging, ihm

lichtest Uud Wohlgeschmack einen Weltruf bekommen hat, wächst, müsse», wie man demNass. Boten" berichtet, der neuen Worckscr Hnseumilage zum Opfer fallen. Die vorzüglichsteLiebfrauenmilch" gedeiht nur auf einem Terrain von/s Hektaren. Wohl wird auch iioch-der in dem/« Hectar großen angrenzenden sogen. Kapnziner- garten, sowie der in dem 2*7» Hectar großen angrenzenden übrigen Weinaelände wachsende Wein auch noch fürLiebfrauenmilch" an­gesehen: doch gilt diese nicht mehr als die echteLiebfrauenmilch". Da also von dicsem ganzen, nicht einmal 4 Hectar großen Gelände 7a der neuen Hafenanlage znm Opfer fallen wird, so verbleibt mir noch eilt Stück Gelände von nahezu 17« Hektar Größe übrig, auf welchem nochLrebsraneumilch" wachsen wird. Die Tausende von Liebst auenmilchtriuker, welche seither schon mit großem Mißtrauen vielleicht die veimeintlichcLiebfrauenmilch" schlürften, haben nun in der Zukunft noch viel tu ehr Ursache, dieLiebfrauenmilch" gründlich auf ihre Echtheit zu prüfen oder prüfen zu lassen. Für viele Leser düiste es auch von Interesse sein, zu erfahren, zu welchem Preise dieses Gelände art gekauft werben mußte. Für ein hessische? Klafter ober 67« Quadratmeter mußte die Stadt Worms bis zu 70 Mk. bezahlen, was für den hessischen Morgen oder 2500 Ouabrat- meter da- nette Sümmchen von 28,000 Mk. ausmacht. Sui Ganzen kommt demnach da» für genannte Hasenanlage van demLieb- sraueniuilch" tragenden Wciubergsgelände, welches nicht ganz zehn Morgen groß ist, nahezu auf 300,000 Mk.

P.-B. §fr6gni-®ntbmd). Gestern früh gegen 8 tthr brach vor dem Hanse Bleichitraße 2 ein Thcil des Fahrdamms ein, unter welchem sich ein alter ausgemauerter Brunnen befand. Tie Euibrnch- slelle wurde sofort abgesperrt.

P.-B. Unfall. Am Samstag fiel von dem Gerüst eine? Neu­baues an der Kapellenstraße der Maurer Karl König ans Naurod zur Erde und verletzte sich deiartig am Fuße, daß er in seine Wohnung gefahren werden mußte.

---Kleine UotHvn. Der Einwohnerzahl nach ist Wies­baden die 39. Stadt tut Reich, Frankfurt a. M. die 9., Mainz die 34., Kassel die 35.

-o- Kesitzroechsel. Herr Privatier Wilhelm Hammel- man ii hat sein Haus Rheinstraße 73 für 110,000 Mk. au Herrn Kausmaun Felix Fischer hier verkauft. HerrSchiruifabrikant Carl Wüsten veikausle sein Haus Bleichstraße 17 für 36,500 Mk. au Herrn Metzgermeister Friedrich Maurer hier.

Lrem-rn-Urrbehr. Zugang in der verstossenen Woche kaut der täglichen Liste desBade-Blatt" 546 Personen.

Vereins - Nachrichten.

* Nächsten Samstag, den 10. October, findet imBürger- Casino" der erste Hcrren-Abeud statt. Wie wir hören, ist es dem Vorstände gelungen, gute Kräfte für diese Verattstaltuug zu ge­winnen, so daß ein genußreicher Abend in Aussicht steht.

* DerUniformirte Krieger-Verein", Frankfurt a. M.-Wies- baden (nicht Veteranen-Corps) hielt am verflossenen Sonntag den ersten hiesigen Appell in seinem Vereiuklocale ab, welcher äußerst stark besucht war und die Aufnahme zahlreicher patriotischer Männer zur Folge hatte. Nachdem der Appell durch bett Vorsitzenden, Herr» A. Kruthöfer, Ritter hoher Orden (Frankfurt n. M.), mit einem begeistert aufgenontmenen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser eröffnet war, wurde zur Tagesordnung übergegangen, nach deren Erledigung die Mitglieder mit ihren Tauten noch lange froh und gemiithlich zusammeitblieben und ein echter, treuer kameradschaftlicher Geist waltete. Möge der junge Verein blühen und gedeihen tatb mögen alle Diejenigen beitreten, welche auch das edle Ziel verfolgen, treu zu Kaiser und Reich zu halten" und wahre, richtige Kamerad­schaft zu pflegen.

* Die günstige Gelegenheit zur Erlernung des Zitheispiels bietet die VorsäMle des hiesigenZiiher-VereiuS", welche unter Leitung des jetzigen Vereins-Dirigentcn sich großen Zuspruchs cr- freirt. Die Vorschule bezweckt, bei möglichst geringen Ausgaben in kürzester Zeit die Zöglinge mit dem nöthigeu Verständuiß und der Fertigkeit des Zitherspiels anszurüsten, nm mit gutem Erfolg in dem Vereine ackiv Mitwirken zu föiuteit. Sie bestehl ans mehreren Stufe», so daß der Eintritt zu jeder Zeit möglich ist, atich für Solche, die mit Anfangsgründen vertraut sind. Der erste Unter« richt ist Einzelunterricht, in den weiteren Stufen, in betten auch das Zusammenspiel mit anderen Jnflrumeitte» gepflegt wird, Massenutiterricht. Der Unterricht findet an vier Wochen-Abenden statt, von denen jeder Zögling zwei zu belegen hat. Das Honorar beträgt für den Classenimterricht pro Abend nur 50 Pf. Für Damen findet ein Extracursus statt. Für Anfänger werden ge­spielte Instrumcnte guter Qualität zu billigem Kaufpreis oder geringer monatlicher Micthe nachgewiesen. De» fortgeschrittenen Zöglinge» werden passende Uebnugs- und Unterhaltungsstücke ans ,der Vereinsbibliothek gratis zur Benutzung zur Verfüguitg gestellt.

KretS-Gbstbittt-AnsstejUttrg in Hochheim a. M.

$ Kochhrim, 3. Oct. Die Kceis-Obstausstellnug für den Landkreis Wiesbaden wurde heute Mittag 12 Uhr durch Herrn Landrath Grafen Matuschka feierlich st eröffnet. Zu dieser Festlich­keit hatten sich die Kreisausschuß-Mitglieder, die Mitglieder des Verwaltungs-Comites und des Festausschusses, des hiesigen Ge- meinberathes und eine ganze Anzahl intereffirter Herren ein« aesmtdeu. Auch Herr Regieruugs-Präsident v. Tepper-Laski aus Wiesbaden beehrte die Feier durch seine Gegemvart. In den auf

das Herrlichste ausgeschinückkeu Ausstellungsräumen des Stemmler- schen Gasthauses hieß zunächst Herr Bürgermeister Siegfried die zahlreichen Gäste willkommen und bat Herrn Grasen Matuschka, die Ausstellung eröffnen zu wollen. Dies geschah nunmehr in einer herzlichen Ansprache, worin Herr Graf Matuschka über die Be­deutung der Ausüellitng sprach und den wärmsten Tunk aussprach Allen, die sich um das Zustaudckonnnen der Ausstellung verdient gemocht, besonders auch den Herren Kreis-Obstbanlchrer Rebholz und Obergärtner Krauß von hier. Letzterer hat besonders in Ge­meinschaft mit den Herren Treber und Munk von hier für die schöne Decorirnng und Ersterer besonders für die sinn- und lehr­reiche Grnppirung der AuSstelluugsobjecte Sorge getragen. Auf- richttger Dank wurde auch dem Herrn Regier»»gs - Präsidenten gezollt, daß er trotz feiner Arbeitsüberhäufung der Eröffnungs- Feierlichkeit beiwohne. Nachdem der Herr Regierungs-Präsident für die warmen Bcgttißungsworte gedankt und seine Sympathieeu für den Obstbau, diesen lohnende» Zweig der Landwirthschaft, zum Ausdruck gebracht, unternahineu die Gäste unter Führung desObst- ttchnikers stiebt,olz einer. Rmidgang. Es ist hier das Schönste und Beste ausgestellt, was der auf einer ziemlichen Höhe der Entwickelung stehende Obstbau des Landkreises dieses Jahr hcrvoimebracht. Auf langen, weißgedeckten Tafeln liegen in niedlichen Papiertellerchen über 2400 (L D. R.) verschiedene Aepsel- und Birnsorten aus- gebreitct, nicht etwa willkürlich aufgehäirst, sondern in systematischer Weise so geordnet, daß jeder Beschauer sich leicht ein Bild der heimischen Obsternte von diesem Jahre machen kann. Sämmtliche Gemeinden, mit Ausnahme von Medenbach haben reiche Sorttmente eingesandt und auch eine ganze Anzahl Landwirthe für sich. Die einzelnen Obstsorten sind pömologisch richtig benannt, so weit dies in der Kürze der Zeit möglich luar, und jeder Sorte ist ein Zettelchen mit dem rechten Namen beigegeben. Daß bei der ungeheuren Menge von Obstsorte» auch solche sind, welche als nn- rcnta'ocl ansgemerzt iuerben sollten, versteht sich von selbst. Diese zu kcunzeichneu, rcsp. bie znm Maffenaubau empfehlenswerthcn Sorten vorzustihren, ist ja eine Hauptaufgabe solcher Ausstellungen. Herr Obstbaulehrer Rebholz hat biefe Aufgabe msofern gelöst, als er aus ber Menge der Sorten biejeitigen ansgewählt, welche zum Anbau int Kreise sehr geeignet erscheinen, und biefe in einem bc- sonderen Mustersortnneut ausgestellt. Auch bie zum Anbau an Straßen, in Gärten :c. geeigneten Sorten ft»b besonders znsammengestellt. Jeder Freund dcS Obstbaues sollte diese Sortimente kennen lernen und durch Anpflanzung den Obstbau sörder» helfen. Die Ausstellung dauert ja noch 8 Tage und wer heute nicht kommen tarnt, dem ist es doch morgen möglich. Reich befriedigt torrb Jeder die Ausstellung verlassen. Neben dem Obste erblickten wir auch veilchiedene Obst- und Beeren­weine, Obst-Conserven, Ecrälhe für beit Obstbau, Tafeln mit lehr­reichen Zeichnungen, Obstbäume u. s. w. Nach Beendigung des RnndgangeS besuchte der Herr Negierungs-Präsident die bekannte Champagner-Fabrik der Actien-Gesellschaft Bnrgeff & Co. Gegen 2 llhr begann bas Festessen, an dem sich alle anwesenden Herren betheiligten. Herr Regierimgs-Präsibent von Tepper-Laski brachte den erste» Toast aus auf unseren FriedenSkaiser Wilhelm II., Herr Bürgermeister Wolff (Biebrich) toastirte auf den Herrn Regierungs- Präfidenttn, Herr Laubrath Graf Matuschka auf die Mitglieder des Hochhciutcr Stadtraths, Herr Lehrer Wittgen (Wildfachscn) in gebundener Rede auf de» Obstbau n. f. w. Küche und Keller des Herrn Stemmler fanden den Beifall aller Thetlnehmer am Festessen. Herr Förster Ilgen gab dieser Anerkennung Ausdruck in einem launigen Toast auf bie Frau Wirkhin. Erst gegen Abend löste sich die Versammlung auf, wohlbesriedigt von allem Dem, was hier ge­boten wurde. Im Laufe des Nachmittags waren die Preisrichter (Herren Kreisobstbaulehrer Barth ans Mainz, Baumfckmlendesitzer Goß ans Niederwalluf und Landwirt!) C. G. Goßmanu ans Mvppeu- heim) tu Thätigkeit. Eigentliche Preise werde» nicht ansgegcbett, dagegen kommen für die besten Leistungen Iiiustlerisch ausgeführte Diplome zur Bertheilung. Wir schließen unteren Bericht mit dem Wunsche, daß kein Freund des Obstes und des Obstbauer es ver­säumen möge, die Ausstellung zu besuchen. Im Hinblick auf den Reichthnm des Gebotenen und ber Menge bc-> Lehrreiche» sind die wenigen Pfennige Eintrittsgeld gar nicht ber Rede werth.

Provinzielles.

A Zchiorskriir» 3. Oct. Bei ben hi jüngster Zeit hier abge­schlossenen Häuserverkäuscit sind Preise von 40,000, 27,000, 18,000, 11,000 bis 7000 Mk. zu verzeichnen. Der vor finger Zeit gemeldete Hansverkauf Bahnhofstraße 07 wurde wieder rückgängig. Das Haus ist jetzt durch erneuten Kauf an Christian Schmidt, Gastwirth im Deutschen Kaiser", übergegangen. Die Arbeiten an der in den Rhemgau führenden Telephouleitung sind eben int Gange.

* Kalduinüein, 3. Oct. Trotzdem der Anprall der beiden Züge bei dem Unglück unweit Balduinstein ein überaus heftiger war, merkten bie Insassen vom 10. bis znm 15. Wagen dos Pilger- znges so schreibt einer bet Fell en bentL. A." vr u einem Zu- sa uiitenstoß absolut nichts. In den Wage» wurde während ber Katastrophe ruhig weiter gesungen tmb Harmonika gespielt. Das Räthselhaste kommt wohl daher, baß die Wagen des Schnellzuges stark gebremst wann, sich bei dun Zusammenstoß nur znsamnten- geschodeu und nicht mehr rückwärts stießen. Ter Materialschaden ivird auf 50,000 Mk. geschätzt. (Die Schuld an dem Unglück wttd, wie gemeldet, dem dienstthncnbe» Stationsbeamten von Lanrcnbnrg zugeschrieben. Derselbe soll, wie man uns mittheilt, der frühere Schutzmann Schlisalla von Wiesbaden sein. D. Red.)

dieses alles erzählete; sagte er: Ich sollte noch zum Schneider Hartmann gehen, dann der wäre das Haupt der Appellaten, ob solcher es würde anuehmen. Da ich dann des Nach­mittags gleich nach 1 Uhr mich in der Gassen, wo der Schneider Hartmann innen wohnete, einfand, da ein Bürger und Schneider Namens Spieß stunde, welchen ich grüßte und fragte, in welchem Hause der Schneider Hartmann wohnete. Fuhre er mich gleich mit dieser Rede an, als wenn er unsinnig wäre, indem er doch nicht wußte, was ich bei ihm zu thun hatte; sagte: es wäre sein Schtvager, ich sollte mich gleich ans der Stadt macken und nach Ufingen gehen znm Fürsten, oder ich krigte was auf das Dach, liefe in ein Hauß und käme mit einem Stock. Und in dem machte einer das Fenster auf, fragte ich den­selben, wo des Schneiders Hartmanns Haus wäre, gleich war das andere und dritte Fenster auch ausge­macht, und das wäre der Schneider Hartmann, seine Frau und Tochter. Da ging es auf ein Schelten und Schmchlen lotz, daß sich die ganze Nachbarschaft erregte und in die Fenster und Hausthüren lief. Der Schneitwr Spieß ginge auf mich zu mit dem Stock; da ich mich ans der Gassen machte und nach dem Bürgermeister Blum ging, ihm des Nachmittags um 2 Uhr meldete: Wie ich diese Kayserliche Appellattonsproceß der Bürgerschaft zu Wisdaden zu insinuiren hätte, ob Sie mir solche wollten zusammen kommen lassen. Wieße er mich zu seinem Collegen im Wolf, welchem ich cs auch meldete; kam der Herr Bürgermeister Blnjji auch dahin, ich es ihnen zu lesen gab. Sie aber sagten: die Last wäre ihnen zu schwer, könnten mir nicht behülflich scyn ... Da ich dann gleich nach dem Rath­hause ging und den 16. Tag Monathes NovemBtis, Anno 1753, des Nachmittags um 2 Viertel auf 4 Uhr, eine hölzerne Treppe hinauf zur rechten Hand, auf eine Tafel,

Leite 2. 5. October 1891.

Wiesbadener Tagblatt (Abend-Ausgabe).

Verlag: Ikauggasse 27. 39. Jahrgang. No. 237.

II Körnqstein, 4. Oct. Das vom hiesigen Gemeinderath rn- großer Mehrheit befchlosiene Project der elektrischen Straßen und Stadt-Beleuchtung ist immer noch nicht vollständig gt sichert. Auf den Antrag eines der Mmderheit angehörigen Gemeinde rathsmstgliebes hat nämlich ber König!. Regierungspräsident Bei fügt, daß bie qn. Frage dem Bürger-Ausschuß zur Beschlußsassim " vorzukegeu fei, falls sich durch bie Einführung ber neuen Beleucht»» die Nothwsidigkeft einer Steueierhöhnng ergebe. Da letztere«, wem auch nicht sicher, so doch immerhin möglich ist, so wirb also de Bürger-AuSrchuß in ber vorliegenden Frage endgittig zu entscheidei I haben. Man führ dieser Entscheidung hier mit um so größere ' Spannung entgegen, als bie genannte Körperschaft erst unlmigi eine andere wichtige städtische Angelegenheit in einer den Absichtei ; des Gemeinderaths völlig entgegenstehende» Weise erledigte. An | die vom hiesigen Gemeinderath beantragte Einführung der Natural ; Aceisc-Erhebuug und die Anstellung eines besonderen Accisebeamteii faßte nämlich der Bürger-Ausschuß den Beschluß, von einer Acciw Erhebung Überhaupt künftighin abzusehen. Herr Kaufmann Jos Listig dahier wurde vom Großherzog von Luxemburg zum Hof- | liefern Uten ernannt. Seit einigen Woche» weilt hier eiitz unter Direction eines Herr» Teile stehende Wau der-Schau­spieler truppe. Die von derselben im Saale desHotel Bender" gegebenen Vorstellungen erfreuen sich zahlreichen Besuches und füllen vielen Beifall.

O Zöchtt it. M., 4. Oct. Unsere Kreis-ObstauSstellung wurde gestern Mittag intCasinosaale" um 12 Uhr eröffnet. Dieselbe übertrifft, was Zahl uub Qualität der Ausstellungsgegenstände an= belangt, alle Erwartungen. Ebenso ist die Griippirung der Sachen eine recht gefällige uub übersichtliche, wenn auch durch einzelne Nach- I zügler der Plan: jede Gemeinde abgeschlossen für süh uuterzubringen, s nicht Überall durchgesührt werde» konnte. Alle Gemeinden des Kreffcs, mit einer einzigen Ausnahme (also 20 von 21) sind ver­treten. Die eigen ttidte Obstausstellung befindet sich im Saale, der hübsch mit Blattpflanze», Tanueugrün und Fahnen ansgejchmückt ist. Auf langen Tischreihen lachen uns aus Tausende» Von Sattem tcllent uub Körbchen bie herttichen Eizengnffse bet einheimische« Obstbaumpflege entgegen, alle in prachtvollen Exemplaren und fämmtlich mit dem Name» des Ausstellers, in der Regel auch mit dem pomologischeu Namen der Frucht versehen. Außerdem sind im Scale Erzeugnisse des Feld- und (Sarfettbane?, wie auSgewähltc Kartoffeln und Gemüsesorte», Riesenkürbisse (von 60 und mehr Pfund) u. s. w. ausgestellt, während draußen im Freie» musterhaft gezogene Obftsmmmchen uud'Formoäumchcu aus bett Baumschttlen von Hofheim, Höchst uub Oberursel zur Ansicht stehen. Die Obstlicbhaber vcrsäinnen Kenn auch nicht, die ArtSstellnug, welche, F aus vielscittgen Wunsch nm ttneit Tag, bis Dienstags Abend, ver­längert worden ist, fleißig zu besuchen; am heutigen emintag war der Besuch ein massenhafter. Ptämiirk wurden und zwar; 1) wegen hervoiragend großer Cbüfortrmeutc 8 Aussteller (da­runter K. Zorn nick E. Engellmrdt (Hosheim); I. Kunz und C. Kaptzer (Höchst) und der Schwanheimer Schnlgacten (Lehrer Schickei); 2) für schöne Obstsortimentc 29 Aussteller (darunter Lehret Demmer und Dekan Menke (Elchborn), Domänenrath Thal« (Höchst), Lehrer Schicket (Schirauheitn) 2t.); 3) für einzelne Sorte« 36 Aussteller (darunter die Barmherzigen Brüder, Jos. Kunz (Höchst) re.; 4) für besondere Gegenstände (Kartoffeln, Gemüse rc.) . 3 Aussteller und 5) für Banntschüi-Prodncte: Lüttich (Oberursel), Zorn (Hosheim) und Eckert sMchfolger von Peteftenj (Höchst). W Die Prämie besteht in einer Ebreu-Urkunbe nach beit Zeichnungen 1 des Henn Malers Kögker (Wiesbaden), in der lithographischen | Kuust-Austalt von Fischer L. Metz (Riidesheim) in großartig schöner |" und geschmackvoller Ausstattung hergestellt.

ZIcrponaliru. Die Nachricht von der Versetzung des Herrn t Lehrers Höhl er von Ikendorf »ach Biebrich bestätigt sich nicht.?x Herr Semiwar-Director Lotz vorn Königl. Lehrer-Seminar zu Dramburg in Sammern ist mit dem 15. October an das Lehrer­seminar in Dillenburg versetzt worben. Herr Lotz war früher .. Seminarbirector in Usingen. Pfarrvimr Pfarrer Wilh. Lotz zu Grävenwiesbach ist vom 1. November b. I. ab giun Pfarrer der 2. flffarrei daselbst ernannt worben. Pfarramtt-Eandibat Rumpf von Schönbach ist vom 1. November b. I. ab zum Pfarrviear ber 1. Pfarrei Grävenwiesbach mit bent Dienflcharacter eine? Pfarrers ernannt worden.

= Aus drv Mmgrgend. In E l t v i l I e stürzte am Sansstag die Tochter des Schiffers Stein in die Fluthen dcs Rbeius und verschwand in denselben. Der an dem naben Ufer beschäftigte Ar- beiter Bernhard Mans von EltriUe sprang sofort tu den Rhein und es gelang ihm unter eigener Lebensgefahr das Mädchen zu rette», s-- In Mainz ist das zweft« Opfer der Zahlbacher Bliitthat, der = 70-jährige Schuhmacher Lüft, am 8. October gestorb, ». Be-s kanutlich wurden in der Nacht znm 20. Juli d. I. die beiden ruhig ihres Weges gehende» alten Männer Weismaute! und Lüft von drei mehrfach rwrbeft.elften jungen Butsche» ohue jede Veranlassung überfalle» und in besicklischer Weis« mit Messer« bearbeitet. Weis- nrnntel blieb gleich tobt. Lüft hatte bi? jetzf hn Kraukeuhause gelegen.

In K re n z n a ch erregen nach dem dortige»Gen.-Anzeiger" ein gewisses Aufsehen ganze Trupps von Äünülcr», aascheiueud ssi MWieder der Krcuznochei Kabe-Cap-cBe,welche mit nicht ganz sorgeusreiem Antlitz die Straßen der Stabt bnrchzieden."Wie man hört", können dteselveii nicht abreise»,da uoeh wichlige Geschäfte »ucr- lebigt sind." . Was möge» bs« fürGeschäfte" fein?

Die während der Monate August uub September geschloffen ge- toefeueNatural-Perpflegungsügiio» zu Siudliugeu ist seit 1.b. M. - zur Freute aller arme« Reisenden wieder eröffnet.

diese Kayserliche Citntion Inhibition et Cotnpulsoriales, ncbin» iich eine gleichlcklltende Copcy mit einer Snpplication, in Bey- seyn deS AmbtSdicuers Ramcns Paul Daum, deuselbigcn erfilich fragte: ob die Tafel der Stadt oder dem Rmbt gehörete. Sagte er: sie gehöre dem Magistrat oder der Stadt zu. Schlüge ich cs mit dreyeu Nägeln an. Schriebe auch darauf, daß die tut gezogene Sei,lagen Ihrer tzochfürstl. Durchlaucht, Fürsten zu Nassmi-Üsingen, wären infiiniirt worden, und weilen mir nnnand die Bürgerschaft zusammen kommen lassen wollen, müßte ich also mein Anibt ver­richten." (Schluß folgt.)

Knust, Wissenschaft, Ktteratnr.

* Königliche Schauspiele. Samstag.Die Hauben­lerche". Schauspiel in 4 Aclcn von Ernst v. Wilbenbruch. Das interessante Stück hat sich hier Bürgerrecht erworben, wcun and) die Lösung bet schwierige» Aufgabe, welche ber Dichter sich mit echtem, künstlerischeii Euthnsiasmus barin stellte, bei ber Richtigkeitsprobe nicht vollauf Stand halte» kann und verschiedene, falsche Factoren so z. B. bie hyperibeale Auffassung desHerrn August" und bie für ihre Erziehung und Herkunft nicht mhtber hyperibeale Empfindung ber Le ui mitt'prechen, so enthält bas Schauspiel dock; so viel dramattsches Leben, so viel frappireube: Wahrheit im Einzelnen, bas es immer fesseln unb ergreifen muß. Wir haben s. Z. eine ausführliche Kritik de? Inhalts geboten, aber bei bet Erstaufführung, wie natürlich, dem Stück mehr Beachtung geschenkt, als ber ganz vortrefflichen Darstellung. Inzwischen sind zwei Neubesetzungen cingetrctcn, als wichtigste bie ber Rolle be3 Hermaiin durch Herrn Rodin«, eine Rolle, die früher durch unseren Char^kterspieler zur Darstellung gelangte. Man hat ben Heimann an den meisten Theatern von ben jiigendlichcn Liebhabern 1 und Bonvivants geben lassen, wahrscheinlich aus rein äußerlichen |