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Verlag Langgaffe 21

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„TagSlalt.H-us" Nr.6KS0 53.

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Montag, 28. Dezember 1914.

.. ..— mjmutM

Der Krieg.

den östlichen Kriegsschauplätzen.

Dis Lage in polen.

Bereiten die Russen auf eine Räumung Warschaus vor?

Vorherige Beschönigungsversuche.

Br. Bukarest, 28. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr.

„Universul" veröffentlicht eine Meldung seines Petersburger Korrespondenten, wonach die russische Heeresleitung gewillt sei, Warschau kampflos auf- ^Keben. Der Korrespondent schreibt, das; in militäri- Kreisen Petersburgs die Meinung vorwiege, das; ^e Räumung der Festung Warschau die Lage der russi- >che„ An„ee verbessere, da in diesem Falle die nnbcträchtliche Besatzung im Frontdienst vertuen, ä werden könnte. — Aus Paris wird berichtet, das; ^uch ein Artikel des „T e m p s" vom 24. d. M. auf die , ^ v o x st c h c n d c Räumung Warschaus vor-

"ereitet.

Der 3ar bei der Rrmee.

j-. ^V. T.-8. Petersburg, 28. Dez. (Nichtamtlich) Der Zar " bei der Armee eingetroffen.

Was die Russen zugcben.

^ Wien, 27. Dez. Die Korrespondenz ..Rundschau" meldet j Uä Kopenhagen: Die russischen Berichte über die Kriegslage ^ulen neuerdings sehr zurückhaltend. Das letzte a in t- Z^e Kommunique, das hier vorliegi, besagt: Die Angriffe Verbündeten werden hartnäckig fortgesetzt. Die russi- Truppen sind gezwungen, stellenweise aus für sie Ü^Nlein ungünstigem Terrain zu kämpfen, und shen sich,daher,langsam in vorteilhaftere Abschnitte . ^ück. Die russischen Vorstöße in anderen Gegenden halten Feind in seinen Positionen fest.

gv. Berlin, 28. Dez. (Ktr. Bln.) In einem englischen Mtte liest man der „Voss. Ztg." zufolge aus Peters- ^g: Der Grotzfürsi versucht nicht,-das deutsche Mtschreiten zu verhehlen. Die Anzahl der Deutschen, ^-errercher und Ungarn, welche die Russen an ver- Medenen Punkten angreifen, wird auf -der ganzen ^Meilen langen Front auf 1 % Millionen ge-

Ein italienischer Bericht über die Lage i» Polen. » wJU- TO# i (aab ' 28 - Dez. (Ktr. Fkt.) „Corriera della Sera" die ^ Petersburg: In dem Weichfelgebicr entwickeln sich kick ^urpse am Bzurafluß und an der R w a k a. Süd- finden Kämpfe gegen die Österreicher am rechten Ufer der i>i_ lC ’ Q statt. Die Deutschen nördlich der Weichsel besetzten t Zentralpunkte der Eisenbahn So!>dau-Neidenburg-Lauten- in x behalten dadurch die Zügel nach drei Richtungen $; t 0e:C ® anb ' tvas die Manövrierfähigkeit dreier z^?bekorps bedeutet, die sofort nach allen Richtungen hin kon- ^ lrrert werden können. Die Tätigkeit in der Richtung iw* wa - Soldau hat zugenomme n. Die Deutschen »ers " darnach, die schlvachen Punkte in der Front des Geg- 5 SU durchbrechen.

^ 3ur kfaltung der polen.

^cre Tätigkeit der polnischen Nativnalorganisation. hi Rotterdam, 28. Dez. (Ktr. Bln.) Dieser Tage 0 t. lt sich hier vorübergehend ein Mitglied des ^ ^ n polnischen N a t i o n a l k o m i t e >e s Krakau auf, das einem Mitarbeiter des „Nieuwe kdamschen Coumnt" erklärte: Der Kampf werde e * ne ^ile dauern, aber bei der antirussi-

h. ! b n S t i m in u n g der großen Masse der polnischen

lb « ^ H^rechtigte Aussicht auf einen güusti-

y". anggong des Kampfes vorhanden. Wenn cs k^cherseits bisher M keiner Erhebung ge-

lo sei das darauf zurückzusühren, daß die itzöppchen Elemente, die zuui Kampf bereit sind, noch

ohng Waffen seien. Die bürgerlichen Elemente

i. S tft ! sich wohl gern anschließen, über wenn sie, wie

in Kielze, sehnen, daß die Stadt siebenmal den Djg ^7 wechselte, zögern sie, alles aufs Spiel zu setzen, tj polnische Nationalorganisation werde nunmehr lvfEre , Tätigkeit entfalten, nachdem die galizischc !o?°uisation mit der in Russisch-Polen auch in Eer Beziehung verschmolzen ist. Der Ausdruck ,ler Verschmelzung sei die Tatsache, daß der General- q,,.ffär des obersten polnischen Nationalkomitees ein h^n^Er Pole sei. Die Deutschen überlasten an den ^ llen Plätzen, die sie besetzt haben, die Verwaltung L, polnischen Organisation. Die Deutschen wirken mit f ft j. polnischen Organisation Hand in Hand. Als Kra- ^pon den militärischen Behörden geräumt wurde, %) Teile der Bevölkerung die Stadt verlassen. W. Mönche, die nicht über genügend Nahrungsmittel fügten, wurden zwangsweise aus deni Bereiche der ^2 entfernt. Die Bauern der Nachbarstädte von

Krakau, deren Häuser aus militärischen Rücksichten niedergerissen wurden, blieben auf der Scholle und be­reiteten sich provisorische Behausungen aus Brettern.

Berlin, 28. Dez. (Ktr. Bln.) über 'bie Stimmung der Polen heißt es in dem „Berl. Tageblatt" nach einem. Rottevdamer Blatt, der Kampf werde wohl noch eine Weile dauern, «tber bei der a u t i r u s s i - schen Stimmung und der großen Masse der polnischen Bevölkerung sei die Hoffnung auf eineu günstigen Ausgang berechtigt.

Oer österreichisch-ungarische Kriegsbericht vom 27. Dezember.

TV. T.-B. Wien, 27. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart, 27. Dezember, mittags: Die Lage in den^ Karpathen ist unverändert. Vor der zwischen Rymanow und Tuchow eingesetzten russischen Offensive wurden unsere Truppen in dem galizi- schen Karpath euvo rlande etwas zurück­st e n o m m e n. Feindliche Angriffe an: unteren D u n a j e c und an der unteren Jkida scheiterten. Die Kämpfe in der Gegend von Tomaszow dauern fort.

Auf dem Balkan-Kriegsschauplatz hält die Ruhe an. Das Territorium der Monarchie ist hier mit Ausnahme ganz unbedeutender Grenz­strecken Bosniens, der Herzegowina und Süd-Dal- matiens vom Feinde frei. Der schmale Landstreifen Spizza-Budua wurde von den Montenegrinern schon bei Beginn des Krieges besetzt. Ihr Angriff auf den Bocche di Cattaro scheiterte vollstän­dig. Schon vor längerer Zeit mußten ihre Angriffe und die auf die Grenzhöhen gebrachten französischen Geschütze, von unserer Forts- und Schiffsartillevie nie- dergekämpft, das Feuer einstellen. Ebenso ergebnis­los verlief bekanntermaßen die wiederholte Beschießung einzelner Küsteuwerke durch die französische Flottenabterlung. Der Kriegshafen ist sannt fest in unseren Händen. Östlich von Trübinje entwickeln sich schwächere montenegrinische Abteilungen auf her- zegowinischem Grenzgebiet. Endlich sichen östlich der Drinastrecke Foca-Visogvad serbische Kräfte, die von dort auch während unserer Offensive nicht gewichen waren.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. .H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Die Mordbreirnereien der Russen in der Bukowina und in Polen.

Wie der Großfürst mit seinen Generalen umgeht.

Br. Rom, 27. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) „Secolo" und „Stampa" erhalten vorn russischen Kriegsschau­platz blutrote Berichte: Die B u k o w i n a, so schreibt Luciano Magrini ans Czernowitz, ist in einen Trümmerhaufen ver­wandelt. Die jüdische und rumänische Bevölkerung, die als ö st erreich freundlich gilt und von den Russen systematisch verfolgt wird, ist von wilder Panik erfaßt. Die Häuser der Juden werden überall aus reiner Zerstörungs­lust angezündet. In Czernowitz wurden auch alle Uhrenläden ausgeraubt, da die Kosaken sich besonders gern mir Uhren schmücken. Ebenso hausen die Kosaken in Polen. Die Kosakenoffiziere scheuten sich nicht, dem Berichterstatter gegenüber sich offen zu rühmen, wie sie in deutschen Häusern die Weinkeller geplündert hätten und wie jeder von ihnen die Laschen voll gestohlener Goldnhren habe. Der Bericht­erstatter erzählt auch, wie der Großfürst Nikolai Nikola- j e w i t sch den Kommandanten von Warschau behandelte. Nach seiner Ankunft ließ der Großfürst sofort das Kommando zum Rapport antreten und schrie es an: „Was treibt Ihr eigentlich, Ihr Feiglinge? Wir geben Warschau nicht heraus und wenn wir uns massakrieren lassen müssen!" Bei diesen Worten schlug der Großfürst wütend mit der Reit­peitsche auf den Tisch. Dann schritt er aus General Plehwe, den Sohn des bekannten Ministers, zu, faßte ihn am Kragen, schüttelte ihn und ries: „Warum haben Sie meinen Befehl nicht sofort ausgesührt? Wo loaren Sie?" Höhnisch antwortete der General: „Hoheit, ich war im Bad." „Kanaille!", ries der Großfürst, ohrfeigte den General und ließ ihm sein Kommando.

Ruhland und Japan.

W. T.-B. Petersburg, 27. Dez. (Nichtamtlich.) Mit Bezug auf die Meldung aus Washington, daß Rußland die ihm gehörige Hälfte der Insel Sachalin an Japan abgetreten habe als Entgelt für die Lieferung s ch w e r e r G e sch ü tz e, ist die Petersburger Telegraphen-Agentur ermächtigt, kate­gorisch zu erklären, daß diese Meldung vollständig erfun­den ist.

Die Krage der japanischen ^ruppensendung.

Kein offizielles Ersuchen an Japan gestellt!

W. T.-B. Rotterdam, 27. Dez. (Nichtamtlich.) Wie der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" aus Tokio met- bet, teilte der japanische Minister des Äußern bei der Beantwortung einer Anfrage in der japanischen Kam­mer mit, daß kein einziges Lan-d Japan ersucht üabe, Truppen nach Europa zu schicken.

IU-. 602. ♦ 62. Jahrgang.

Der mißglückte Fliegerangriff auf Cuxhaven.

Der Eindruck in Hamburg.

, Berlin, 28. Dez. (Ktr. Bln.) Von dem englischen artgrtff auf CurHaven erhielten die HmNburger erst in -den ^ Aoendstun-den durch Extrablätter Kenntnis. Die Nacyrrcht Uxurde mit vollkommener Ruhe aus,genom- nren Das Stwßenleben war nicht verändert. Freude erregte das leichte Abschlagen dieses Angriffes und der Gedanke, daß bie deutsche Marine auf dem Poiten gewesen war.

* engujcqe Flugzeuge vernichtet! Ein Flieger vermißt!

Ein englrscher Bericht über den Angriff aus die Nordseeküste.

e Lv"don, _ 28. Dez. (Nichtamtlich.) In

dem, Bericht der englischen Admiralität über den An- griff auf die deutsche Nordseeküste heißt es: Drei eng- lrsche Flieger kamen ans Tauchbooten, die ihnnr Beistand leisteten, zurück. Ihre Flugzeuge waren gesunken. Ein Flieger wird vermißt, sein Flugzeug wurde 12 Kilomter von Helgoland als Wrack geseheu: sein Los ist unbekannt.

Die französischen Berichte.

. T.-B Paris, 26. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: 3 Uhr nachmittags: Ein nicht lehr starker Artilleriekamps fand zwischen bem Meere und der Lys statt. Dichter Nebel machte Operationen unmöglich. Zwischen der Lys und Oste warfen wir mehrere feindliche Gegenangriffe bei -umfetteS, Boi stelle und Lichon, wo wir dem Feinde Mgenommene Schützengräben verloren, die dann nach lebhaftem Kampfe wieder eingenommen wurden. Zwi- MEN der Orse uwd der Aisne wurde heftiges deutsches Gchchützfouer in Ehivry, nordöstlich So>npir, abgewiesen Jni Gebiet von Perthes brachte unsere Artillerie Batterien zum Schweigen, welche die kürzlich eroberten Schntzeugräben beschossen. Zwei heftige deutsche Gegenangriffe wurden in der Nacht vom 24 zum 23 De- zeinber abgewiesen. Gestern erlitt ein besonders hef­tiger Gegenangriff auf einer Front von 1500 Meter mit bedeutenden Truppenstärken einen völligen Miß­erfolg. Aus den Argonnen und dem Kampfgebiet zwischen Maas und den Vogesen ist nichts Beson- deres zu melden. Im Oberelsaß war der Tag durch merkliche Fortschritte gekennzeichn-et. Vor Senn- b e.r m erreichten wir den Waldrand auf den Hügeln westlich der Stadt und bchaupteten uns dort" trotz mehrfacher Gegenangrifse. Wir besetzten den Rand vouttnter-A spach und eine Höhe, die Aspach im Westen beherrscht.

W .T.-B. Paris, 27. Dez. (Nichtamtlich.) Amt­licher Tagesbericht vom 26. Dezember, 11 Uhr abends: Heute abend ist von der gesamten Front noch nichts Wichtiges gemeldet worden.

Die Heranziehung der untauglichen Franzosen zur Dienstleistung. S '

Die Spionenangst.

W.T.-B. Bern, 27. Dez. (Nichtamtlich.) Der „Bund- gibt einen Brief eines Schweizers aus Paris wieder in dein folgendes bemerkenswert ist: In den setzten Wochen mußten alle früher untauglichen Franzosen, die nach 1876 geboren sind, sich n o ch m a l s dem Conseil de Revision stellen. Wie mau mir sagte, heißt es in dem Brief, nimmt der Conseil de Revision alles, was einigermaßen „krauchen" kann. Daher die großen Lücken in allen Be- trieben. Das Wort „Spion" hat eine Verbreitung be­kommen, die jedem Nichtfranzosen gefährlich werden kann ES regnet Denunziationen fast so schlimm oder noch schlimmer als zu Robespierres Zeiten mit sehr unange­nehmen Folgen. Es passierte mir dreimal in 14 Tagen, daß mir der Paß abvcrlangt wurde. Ich ließ mich jedesmal mit dem Agen: de Süretö in ein Gespräch ein und erhielt immer dieselbe Antwort: Es sind noch zu viele maskierte Deutschs in Paris.

Rückkehr des französischen Rrieqsministeriums nach Paris?

W.T.-B. Paris, 28. Dez. (Nichtamtlich.) Der „Temps" glaubt melden zu können, daß das K r i e g s m i n i st e r i u m am 7. Januar nach Paris zurückkehren werde, wenn nicht unvorhergesehene Ereignisse eintrcten.

Eine Explosion in den Marinewerkstätten von Töulon.

Paris, 27. Dez. (Ktr. Frkft.) Aus Toulon meldet die „Agence Havas": In den pyrotechnischen Marinewerkstätten ereignete sich am Samstag eine Explosion, die jedoch keine schwereren Folgen hatte. Mehrere Arbeüer und Arbeiterinnen, wurden leicht verletzt.